{"id":78525,"date":"2020-01-23T17:59:32","date_gmt":"2020-01-23T16:59:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=78525"},"modified":"2020-01-23T18:25:55","modified_gmt":"2020-01-23T17:25:55","slug":"cradle-to-cradle","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/cradle-to-cradle\/","title":{"rendered":"Cradle-to-Cradle"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Engagement\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/\">Engagement<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Zukunft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/\">Zukunft<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Demokratie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/\">Demokratie<\/a>\u00a0&gt;Oekologie &gt;<a title=\"Umwelt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/umwelt\/\">Umwelt<\/a>\u00a0 &gt;<a title=\"Produktion\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/produktion\/\">Produktion<\/a> &gt;Cradle-to-Cradle<\/p>\n<div id=\"attachment_55349\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kunst\/textilart\/quilt2art-pan150704\/\" rel=\"attachment wp-att-55349\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-55349\" class=\"size-full wp-image-55349\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/quilt2art-pan150704.jpg\" alt=\"Textilart - Die Sonne scheint auf Stoff mit Pflanzen und Farbe  am 18.7.2015\" width=\"639\" height=\"254\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/quilt2art-pan150704.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/quilt2art-pan150704-180x71.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-55349\" class=\"wp-caption-text\">Textilart &#8211; Die <a title=\"Sun-Print\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kunst\/sun-print\/\">Sonne<\/a> scheint auf Stoff mit Pflanzen und Farbe am 18.7.2015 &#8211; <a title=\"TextilArt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kunst\/textilart\/\">Anita<\/a><\/p><\/div>\n<ul>\n<li>Kritik von Umweltchemiker Michael Braungart (Cradle-to-Cradle) an Fridays for Future (21.1.2020)<\/li>\n<li>Michael Braungart zu Greta, Habeck, Weltuntergang und C2C (21.1.2020)<\/li>\n<li>Prinzip &#8222;Cadle to Cadle&#8220; &#8211; &#8222;Von der Wiege bis zur Wiege&#8220; (3.1.2020)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kritik von Michael Braungart\u00a0 (Cradle-to-Cradle) an Fridays for Future<\/strong><br \/>\nEs sind S\u00e4tze, die der Bewegung \u201eFridays for Future\u201c ein vernichtendes Zeugnis ausstellen, und dass sie ausgerechnet aus dem Mund eines Mannes kommen, der als Mitbegr\u00fcnder der Gr\u00fcnen einst auf Fabrikschornsteine eines Chemiekonzerns kletterte, um gegen die Verschmutzung der Umwelt zu protestieren, verleiht ihnen doppeltes Gewicht: \u201eDie Leute machen die Katastrophe einfach nur gr\u00f6\u00dfer, damit sie selber wichtig erscheinen. Es geht weder ums \u00dcberleben des Planeten noch der Menschheit.\u201c Michael Braungart hat sie dem Flensburger Tageblatt gesagt, und nicht nur deswegen ist dieses Interview lesenswert.<br \/>\n&#8230;. Alles vom 20.1.2020 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/klimatschutz-gruene-habeck-greta-thunberg-fridays-for-future-kritik-braungart\">https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/klimatschutz-gruene-habeck-greta-thunberg-fridays-for-future-kritik-braungart<\/a><br \/>\n.<br \/>\nEinige Kommentare:<br \/>\n<strong>Gr\u00fcne sind nicht mehr die Meinungsf\u00fchrer in der Umwelt- und Klimabewegung<\/strong><br \/>\nWahrscheinlich wird vielen Menschen in Deutschland die harte Pr\u00fcfung auferlegt werden, nach der \u00c4ra Merkel auch noch die Gr\u00fcnen in Regierungsverantwortung auf Bundesebene ertragen zu m\u00fcssen. Wie muss es auf das Selbstverst\u00e4ndnis der \u201eUmwelt- und Klimaschutzpartei\u201c 40 Jahre nach ihrer Gr\u00fcndung wirken, wenn erst Schulkinder auf die Stra\u00dfe gehen m\u00fcssen, um die ureigensten gr\u00fcnen Themen Umwelt- und Klimaschutz nachhaltig in das Bewusstsein der Bev\u00f6lkerung zu verankern. Die in die Jahre gekommenen Gr\u00fcnen sind nicht mehr die Meinungsf\u00fchrer in der Umwelt- und Klimabewegung. Wenn es darum geht, einfache Parolen mit vern\u00fcnftigen, sach- und praxisgerechten Inhalten zu unterf\u00fcttern, herrscht bei den Parteioberen der Gr\u00fcnen eine beklemmende Stille. Zu der Hauptw\u00e4hlerklientel der Gr\u00fcnen z\u00e4hlen sicherlich nicht \u201enormale\u201c Arbeitnehmer, die angesichts steigender Mieten und k\u00fcnftig auch der Belastungen der C02-Steuer zunehmend M\u00fche haben, finanziell einigerma\u00dfen \u00fcber die Runden zu kommen.<br \/>\n20.1.2020, A.K.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>\u201eDie Leute machen die Katastrophe einfach nur gr\u00f6\u00dfer, damit sie selber wichtig erscheinen.&#8220;<\/strong><br \/>\nJa, genau den Eindruck hatte ich von Anfang an. Dazu benutzen sie unlautere Mittel: machen unm\u00fcndige Kinder zu Schulschw\u00e4nzer; instrumentalisieren eine autistische Greta (Asperger Syndrom), die allein mit den eigenen Problemen schwer zu k\u00e4mpfen hat. &#8222;Ich habe Dreck eingeatmet ohne Ende, radioaktive St\u00e4ube. Und dann sitzt da jemand vor dem Parlament, geht nicht zur Schule, wird als gro\u00dfe Widerstandsk\u00e4mpferin gefeiert und f\u00fcr den Nobelpreis vorgeschlagen.\u201d<br \/>\nDanke, Herr Baumgart, dass sie ihre Sicht einbringen und damit Licht ins Dunkel von \u201eFridays for Future\u201c bringen!<br \/>\n20.1.2020, G.J.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Glaubw\u00fcrdigkeit kommt von der \u00dcbereinstimmung von Theorie und Praxis<\/strong><br \/>\nAuch aus den Kirchen sind Wellnessbewegungen geworden. Warum sollte es den gr\u00fcnene Eiferern besser ergehen als anderen Ideologen? Wasser predigen und s e l b e r Wein trinken &#8211; das ist \u00fcblich bei allen, die von anderen Menschen, denen sie ihre t\u00e4glichen Moral-Predigten zumuten, enorme Opfer abverlangen, sich aber selber ein gutes Leben g\u00f6nnen. Es ist so wie immer: Wer einen \u00dcberzeugung (= einen bestimmten, festen Glauben) hat, mu\u00df bei der Verwirklichung seiner Erkenntnisse bei sich selber anfangen. Nur sein eigenes, gutes Beispiel kann andere von der Richtigkeit seiner Haltung \u00fcberzeugen und dazu bringen mitzumachen.<br \/>\nGlaubw\u00fcrdigkeit kommt von der \u00dcbereinstimmung von Theorie und Praxis bzw. Reden und Handeln. Deshalb ist jeder &#8222;gr\u00fcne&#8220; Abgeordnete, der zum Vergn\u00fcgen mal eben nach Los Angeles jettet, ein Heuchler. Dasselbe gilt f\u00fcr einen Kardinal, der auf einem Fl\u00fcchtlingsboot die Messe liest, aber den Gefl\u00fcchteten nichts von Jesus Christus erz\u00e4hlt, sondern sie in ihrem muslimischen Irrglauben noch best\u00e4rkt.<br \/>\n20.1.2020, Ch.W.<\/p>\n<p><strong>16 Klimafragen an den Bundestag<\/strong><br \/>\nWissenschaftler haben 16 Klimafragen formuliert, die am 31.01.2020 an die Abgeordneten des Bundestages \u00fcbergeben werden. Mit diesen Fragen soll die Klima- Wendepolitik der Bundesregierung einer sachlichen und kritischen Pr\u00fcfung unterzogen werden und die Abgeordneten auf ihre Verantwortung f\u00fcr ein ma\u00dfvolles und wissenschaftlich begr\u00fcndetes Agieren zu dieser Problematik hingewiesen werden.<br \/>\nKommentieren ist wichtig, verantwortungsbewusstes Handeln ist wichtiger! Sie finden die Fragen und die M\u00f6glichkeit der Unterst\u00fctzung hier: https:\/\/www.klimafragen.org\/<br \/>\n20.1.2020, J.K.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Mir tut das kleine M\u00e4dchen leid. Sie wei\u00df nicht wirklich, wie ihr geschieht.<\/strong><br \/>\nSie ist, angefangen bei ihren Eltern, immer Produkt und Objekt gewesen, niemals Subjekt. Wom\u00f6glich erh\u00e4lt sie noch gro\u00dfe Preise. Das \u00e4ndert nichts daran, dass sie an sich selbst zugrunde gehen wird. Schon immer hat die Menschheit solcher irrlichternder Heiligen bedurft. Das M\u00e4del ist zu bedauern. Auch unsere deutsche &#8222;Nachahmerin&#8220; Fr\u00e4ulein Neubauer, die beg\u00fctert aufgewachsen und bisher nichts gelernt hat, wird als Fu\u00dfnote enden, auch wenn sie der Hochmut und die umsatzgeile Presse noch von Event zu Event tragen wird. Die ganze Aktion hat manipulativen Charakter. So werden wichtige Fragen nicht gestellt, besonders von der Jugend nicht. Untergang der Welt? Die Klimaver\u00e4nderung hat nat\u00fcrliche Ursachen. Achsverschiebung, Sonnenaktivit\u00e4ten. Die Erde und das All k\u00fcmmern sich einen Dreck um uns Menschlein. Aber ein paar Lumpen wollen ihren Schnitt machen. Sie haben eine Riesen-PR geriert. Es endet wie es begann&#8230;<br \/>\n20.1.2020, K.F.<\/p>\n<p><strong>Michael Braungart zu Greta, Habeck, Weltuntergang und C2C<\/strong><br \/>\n<em>\u201eGreta Thunberg? Wie l\u00e4cherlich\u201c Deutschlands bekanntester Umweltchemiker Michael Braungart \u00fcber den Weltuntergang, kompostierbare Sportschuhe und Robert Habecks Umh\u00e4ngetasche<br \/>\n<\/em>\u00a0.<br \/>\nEr schwamm in der Nordsee, um D\u00fcnns\u00e4urefrachter zu stoppen, kletterte auf Schornsteine, um auf Umwelts\u00fcnden von Chemiekonzernen aufmerksam zu machen und gr\u00fcndete die Gr\u00fcnen mit: Michael Braungart begann als Greenpeace-Aktivist, heute arbeitet der 61-J\u00e4hrige aus einem B\u00fcro in Hamburg heraus an nichts weniger als einer Revolution, die Umwelt und Menschheit retten sollen. Markus Lorenz sprach mit dem Vordenker und \u00dcberzeugungst\u00e4ter.<br \/>\nHerr Braungart, wollen Sie die Welt retten?<br \/>\nAch nein, die Welt muss nicht gerettet werden.<br \/>\n.<br \/>\nNanu? Man k\u00f6nnte den Eindruck haben, Sie tun alles daf\u00fcr . . . ?<br \/>\nDie Leute machen die Katastrophe einfach nur gr\u00f6\u00dfer, damit sie selber wichtiger erscheinen. Es geht weder ums \u00dcberleben des Planeten noch der Menschheit.<\/p>\n<p>Gar keine Angst vor den Folgen von Klimawandel und Umweltzerst\u00f6rung?<br \/>\nEs stimmt schon, dass wir alles verlieren werden, was uns bei Tieren und Pflanzen besonders liebensw\u00fcrdig erscheint. Koalab\u00e4ren, Gorillas, Zebras, Giraffen, Wale, Delfine \u2013 alles wird aussterben. Aber viele S\u00e4ugetiere werden erhalten bleiben, ebenso die Kakerlaken etc. Wir verlieren aber durch Verteilungsk\u00e4mpfe das, was wir in 10 000 Jahren Zivilisation an W\u00fcrde geschaffen haben. Schlimm genug.<\/p>\n<p>Also: M\u00fcssen wir dringend handeln?<br \/>\nJa. Oder besser: Wir wollen handeln. Der Kampf gegen Umweltzerst\u00f6rung ist n\u00e4mlich kein Moralthema. Donald Trump ist f\u00fcr mich mit seinem Ausstieg aus dem Klimaabkommen der viel ehrlichere L\u00fcgner. Wir verschaffen den Leuten zurzeit den Eindruck, als t\u00e4ten wir etwas. In Wahrheit stehen unsere Ma\u00dfnahmen in keinem Verh\u00e4ltnis zu dem, was getan werden m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Die Deutschen halten sich f\u00fcr vorbildliche Umweltsch\u00fctzer. Sie nicht? Wir denken, es reicht, wenn wir ein bisschen weniger zerst\u00f6ren: weniger Auto fahren, weniger M\u00fcll, weniger Wasserverbrauch. Damit sch\u00fctzen wir aber nichts, wir machen nur weniger kaputt. Es ist so, als wenn wir sagen: \u201eIch schlage mein Kind nur noch f\u00fcnfmal statt zehnmal.\u201c Wenn eine Plastikverpackung statt acht nur 7,6 Gramm wiegt, denken wir, das sei ein Fortschritt. Wir machen das Falsche perfekt, anstatt zu fragen: Was ist das Richtige?<br \/>\nWas ist das Richtige? Alles neu zu denken, zuerst das Denken selbst, dann die Produkte. Die Natur kennt keinen Abfall. Alles geht in den Kreislauf zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ihr Gegenkonzept lautet \u201eCradle to Cradle\u201c, also \u201eVon der Wiege zur Wiege\u201c. Was ist gemeint? Alle Dinge, die verschlei\u00dfen \u2013 also Reifen, Schuhsohlen, Bremsbel\u00e4ge \u2013 m\u00fcssen so gemacht sein, dass sie in biologische Systeme zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Alles, was nur genutzt wird, wie Waschmaschinen und Fernseher, muss in technische Systeme zur\u00fcck. Das funktioniert?<br \/>\nJa. Dem liegt zugrunde, die Menschen nicht als Belastung f\u00fcr die Natur zu verstehen, sondern als Chance. Mit Cradle to Cradle schaffen wir solche Produkte. Zum Beispiel eine Eiscremeverpackung, die nur im gefrorenen Zustand eine Verpackung ist. Bei Raumtemperatur schmilzt sie und ist binnen zwei Stunden komplett abgebaut. Da wird das Wegschmei\u00dfen zum lustvollen Vorgang.<\/p>\n<p>So l\u00e4sst sich doch l\u00e4ngst nicht alles herstellen?<br \/>\nDoch. Es gibt weltweit schon mehr als 11 000 Cradle-to-Cradle-Produkte nahezu aller Art: kompostierbare Sportschuhe, Schlafanz\u00fcge aus Biobaumwolle mit unsch\u00e4dlichen Farbaufdrucken, unsch\u00e4dliche Reinigungsmittel, Bierdosen, die r\u00fcckstandslos eingeschmolzen werden, Teebeutel, die sich im Meer schnell zersetzen, Kosmetikt\u00fccher, deren Abbau ich einstellen kann. In der Schweiz gibt es ein Unternehmen, das essbare M\u00f6belstoffe produziert. Die Zuschnitte gehen als Torfersatz in G\u00e4rtnereien.<\/p>\n<p>Aber wer isst M\u00f6belstoffe?<br \/>\nIch. Im japanischen TV habe ich das schon oft getan. Ich schneide den Stoff vor der Kamera in St\u00fccke, tue sie in ein M\u00fcsli und verspeise das.<\/p>\n<p>Sind Sie ein Revolution\u00e4r?<br \/>\nJedenfalls braucht es eine neue industrielle Revolution. Ich bin Chemiker und Verfahrenstechniker und wei\u00df, dass daf\u00fcr eine solide Wissenschaft n\u00f6tig ist. Ich will die Dinge \u00e4ndern. Daf\u00fcr arbeite ich mit gro\u00dfer, langer Geduld. Ich habe 24 Jahre an einem kompostierbaren Leder gearbeitet und 22 Jahre, um ein kompostierbares Papier hinzukriegen. Es klappt. Meine B\u00fccher drucke ich auf Papier, das man essen kann, so unsch\u00e4dlich ist es.<\/p>\n<p>Wie sieht die Produktwelt von morgen aus?<br \/>\nModerne Produkte sind alle Dienstleistungen.<br \/>\nDas bedeutet?<br \/>\nNiemand braucht eine Waschmaschine, wir brauchen saubere W\u00e4sche. Heutige Waschmaschinen enthalten 150 billige, giftige Kunststoffe, die mehr Benzol abgeben als ein Kind an einer Tankstelle aufnehmen w\u00fcrde. Verleiht der Hersteller die Ger\u00e4te aber f\u00fcr ein paar Jahre, hat er das gr\u00f6\u00dfte Interesse daran, dass sie lange halten und wir das beste Material verwenden.<br \/>\nDas w\u00e4re ein anderes Wirtschaftssystem . . . ?<br \/>\nMir geht es darum, die Marktwirtschaft ernst zu nehmen. Im Moment ist es so, dass die Konzerne die Gewinne privatisieren, die Kosten f\u00fcr M\u00fcllentsorgung, Umweltzerst\u00f6rung und krankmachende Stoffe aber verallgemeinern.<\/p>\n<p>Haben Wirtschaft und Verbraucher verstanden?<br \/>\nEinige. Wir haben viel erreicht. Wenn wir in dem Tempo weitermachen, wird 2050 alles Cradle to Cradle sein.<br \/>\nWie sind Sie Umweltchemiker geworden?<br \/>\nIch hatte eine sehr innige Beziehung zu meiner Chemielehrerin (lacht). Ich habe dann Chemie studiert und mich ge\u00e4rgert, wie primitiv die praktizierte Chemie war. Und haben begonnen, gegen die Chemieindustrie zu protestieren? Nach der Sandoz-Katastrophe 1986 habe ich die Greenpeace-Aktion gegen die Rheinverschmutzung geleitet. Der Werkschutz hat uns verpr\u00fcgelt, davon habe ich heute noch R\u00fcckenschmerzen. Wir sind in der Nordsee geschwommen, um die D\u00fcnns\u00e4urefrachter aufzuhalten. Letztlich erfolgreich.<br \/>\nWie wurde die Industrie f\u00fcr Sie vom Gegner zum Partner?<br \/>\nDer Wendepunkt kam Weihnachten 1986. Wir sind auf den vereisten Schornstein von Ciba-Geigy in Basel gestiegen. Der Werksleiter sagte: \u201eDas ist zu gef\u00e4hrlich. Kommen sie runter, ich garantiere ihnen, dass sie morgen wieder hoch d\u00fcrfen.\u201c Wir sind nat\u00fcrlich oben geblieben, aber das Spiel hatte sich ge\u00e4ndert. Als ich sp\u00e4ter in Hamburg meine Firma EPEA gegr\u00fcndet habe, sind die Ciba-Manager gekommen und wollten mit mir zusammenarbeiten. Ich war einverstanden, weil ich mit der Industrie rausfinden wollte, wie ein anderes Verh\u00e4ltnis von Menschen zur Natur aussehen kann. Daraus ist Cradle to Cradle entstanden. Finanziert von der Schweizerischen Chemie.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nSie m\u00fcssen begeistert sein von Fridays for Future?<br \/>\nEs ist gut, dass die jungen Leute etwas tun, aber das ist mir zu viel Panikmache. Wenn sich 1945 ein Kind auf den Rathausmarkt gestellt und geklagt h\u00e4tte: \u201eWas hinterlasst Ihr uns f\u00fcr eine Welt?\u201c, dann h\u00e4tte ich das verstanden. Aber heute . . .<br \/>\nGreta Thunberg ist die Heldin der Klimaschutzbewegung, was spricht dagegen?<br \/>\nSie kann nur Schwarz-Wei\u00df sehen. Ich habe bei Greenpeace mein Leben eingesetzt, um Gift aufzuhalten. Ich habe Dreck eingeatmet ohne Ende, radioaktive St\u00e4ube. Und dann sitzt da jemand vor dem Parlament, geht nicht zur Schule, wird als gro\u00dfe Widerstandsk\u00e4mpferin gefeiert und f\u00fcr den Nobelpreis vorgeschlagen. Wie l\u00e4cherlich. Ich gebe zu, das provoziert mich.<br \/>\nDie Gr\u00fcnen sind dank Klimadebatte im H\u00f6henflug und k\u00f6nnten das Rathaus erobern. Dann w\u00e4re der Gang durch die Institutionen der ehemaligen Umweltk\u00e4mpfer auch in Hamburg vollendet. Wird Umweltpolitik dann besser?<br \/>\nAch, die Gr\u00fcnen. Ich habe die Partei mal mit gegr\u00fcndet. Der Vater von Winfried Kretschmann war mein Grundschullehrer. Die Gr\u00fcnen sind eine wunderbare Wellness-Partei. Aber deren Politik hat mit der Realit\u00e4t nichts zu tun. 1994 habe ich f\u00fcr die Gr\u00fcnen PVC-Verbotsantr\u00e4ge geschrieben. Und heute treffe ich Robert Habeck mit einer Umh\u00e4ngetasche aus Lkw-Plane mit PVC in Berlin am Bahnhof. Es gibt viele Gr\u00fcne, die sich bem\u00fchen, aber die haben schlicht keine Ahnung. Sie bleiben auf halber Strecke stehen und erreichen nichts.<br \/>\n.<br \/>\nSie sind mit der ehemaligen Greenpeace-Chefin Monika Griefahn verheiratet. Wie m\u00fcssen wir uns so eine Ehe vorstellen ? Alles nur \u00f6ko?<br \/>\nNein. Mein Lebensmotto lautet: \u201eEntschieden, aber nicht konsequent\u201c (lacht ). F\u00fcrs Essen gilt: Bei tierischen Fetten immer Bio kaufen. Dann hat man schon 70 Prozent der Belastung ausgeschlossen. Das gilt auch f\u00fcr Paprika und Rucola, da habe noch in jeder Probe Giftstoffe gefunden.<br \/>\n&#8230; Komplettes Interview vom 21.1.2020 mit Michael Baumgart bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/zeitung.shz.de\/flensburgertageblatt\/2296\/article\/1069976\/21\/1\/render\/?token=fdd7d6d69abb8922c465672158b09155&amp;fbclid=IwAR1e2zyj1NW2bFv0YzFiNmDzt_hHjAlPXLhm3fSpVepgyqHtgOKMt1qec1o\">https:\/\/zeitung.shz.de\/flensburgertageblatt\/2296\/article\/1069976\/21\/1\/render\/?token=fdd7d6d69abb8922c465672158b09155&amp;fbclid=IwAR1e2zyj1NW2bFv0YzFiNmDzt_hHjAlPXLhm3fSpVepgyqHtgOKMt1qec1o<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Prinzip &#8222;Cadle to Cadle&#8220; &#8211; &#8222;Von der Wiege bis zur Wiege&#8220;<\/strong><br \/>\nC2C-Designkonzept: Energie sparen, enthaltsam sein, die Produktionsprozesse effizienter und weniger sch\u00e4dlich machen &#8211; f\u00fcr Prof. Dr. Michael Braungart klingen diese Prinzipien von Nachhaltigkeit, wie wir sie heute verstehen, nicht besonders attraktiv und auch nicht zielf\u00fchrend. Seine Vision ist eine andere: Er m\u00f6chte Produkte und Produktionsprozesse so entwickeln, dass Verschwendung kein Problem mehr ist. Sie sollen komplett unsch\u00e4dlich sein f\u00fcr Mensch und Natur. Mehr noch: Der Mensch soll mit dem was er tut n\u00fctzlich sein f\u00fcr andere Stoffkreisl\u00e4ufe. Seine Produkte sollen in Stoffkreisl\u00e4ufen funktionieren, so dass es keinen unn\u00fctzen Abfall, sondern nur noch n\u00fctzliche Rohstoffe gibt. Dass das funktionieren kann, zeigen mehrere hundert Produkte auf der Welt, die nach diesem Prinzip entwickelt worden sind. Es nennt sich das Cradle to Cradle\u00ae-Design-Konzept (&#8222;Von der Wiege bis zur Wiege&#8220;), und Michael Braungart hat es zusammen mit dem US-amerikanischen Architekten William McDonough entwickelt.<br \/>\nW\u00e4hrend also die herk\u00f6mmlichen Strategien der &#8222;\u00f6ko-effizienten&#8220; Ans\u00e4tze sich bem\u00fchen, die unbeabsichtigten negativen Konsequenzen von Produktions- und Konsumprozessen unter quantitativen Aspekten zu reduzieren und zu minimieren, stellt der \u00f6ko-effektive Ansatz von Braungart einen Qualit\u00e4tsansatz dar, der darauf beruht, die M\u00f6glichkeiten der Industrie so zu verbessern, dass natur- und umweltunterst\u00fctzende Produkte und Prozesse m\u00f6glich werden.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nProdukte k\u00f6nnen in drei Kategorien eingeteilt werden: Verbrauchsg\u00fcter, Gebrauchsg\u00fcter sowie G\u00fcter, die nicht mehr zu vermarkten sind. Verbrauchsg\u00fcter, wie z. B. Reinigungsmittel oder Shampoos k\u00f6nnen aus &#8222;biologischen N\u00e4hrstoffen&#8220; gefertigt werden, so dass eine sichere Entsorgung dieser Produkte in die Umwelt jederzeit gew\u00e4hrleistet ist. Das gilt auch f\u00fcr die Verpackungen.Gebrauchsg\u00fcter, wie z. B. Autos, Waschmaschinen oder Fernsehger\u00e4te, enthalten &#8222;technische N\u00e4hrstoffe&#8220;. Diese Produkte stellen im Grunde genommen nur einen Service f\u00fcr ihre Nutzer bereit und k\u00f6nnen so hergestellt werden, dass nach Ablauf ihrer &#8222;Dienstzeit&#8220; ein Recycling ihrer Bestandteile m\u00f6glich ist. Genau genommen m\u00f6chte der Mensch schlie\u00dflich gar nicht das TV-Ger\u00e4t mit all seinen Schadstoffen, sondern nur das Fernsehprogramm. G\u00fcter, die nicht mehr zu vermarkten sind, wie z. B. gef\u00e4hrlicher Abfall, stellen eine Gefahr f\u00fcr Gesundheit und Umwelt dar und sollten so rasch wie m\u00f6glich ersetzt werden.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.braungart.com\/\">https:\/\/www.braungart.com\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/c2c-ev.de\/c2c-konzept\/denkschule\/\">https:\/\/c2c-ev.de\/c2c-konzept\/denkschule\/<\/a><\/p>\n<p>Prof. Dr. Michael Braungart ist Mitbegr\u00fcnder des Cradle to Cradle Designkonzeptes und Gr\u00fcnder der EPEA GmbH in Hamburg.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/epea-hamburg.com\/michael-braungart-2\/\">https:\/\/epea-hamburg.com\/michael-braungart-2\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Engagement\u00a0&gt;Zukunft\u00a0&gt;Demokratie\u00a0&gt;Oekologie &gt;Umwelt\u00a0 &gt;Produktion &gt;Cradle-to-Cradle Kritik von Umweltchemiker Michael Braungart (Cradle-to-Cradle) an Fridays for Future (21.1.2020) Michael Braungart zu Greta, Habeck, Weltuntergang und C2C (21.1.2020) Prinzip &#8222;Cadle to Cadle&#8220; &#8211; &#8222;Von der Wiege bis zur Wiege&#8220; (3.1.2020) &nbsp; Kritik von Michael &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/cradle-to-cradle\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":846,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-78525","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/78525","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78525"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/78525\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/846"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78525"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}