{"id":75192,"date":"2019-10-15T11:08:37","date_gmt":"2019-10-15T09:08:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=75192"},"modified":"2026-07-28T09:28:03","modified_gmt":"2026-07-28T07:28:03","slug":"markenhof","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/obstbau\/markenhof\/","title":{"rendered":"Markenhof"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-scwharzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Natur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/\">Natur<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Dreisamtal\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/tal\/dreisamtal\/\">Dreisamtal<\/a> &gt;<a title=\"Landwirt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/\">Landwirt<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Obstbau\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/obstbau\/\">Obstbau<\/a> &gt;Markenhof<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/obstbau\/markenhof\/markenhof0709-2\/\" rel=\"attachment wp-att-75195\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-75195\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/markenhof07091.jpg\" alt=\"markenhof0709\" width=\"600\" height=\"280\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/markenhof07091.jpg 600w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/markenhof07091-180x84.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><br \/>\n<\/a>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Markenhof von Familie Miedtke in Burg-am-Wald: Neuer Hofladen \u00f6ffnet im September 2007<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): <span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span> oder scrollen<\/em><\/li>\n<li>Markenhof in Kirchzarten-Burg am Wald &#8211; Tragisches Schicksal wird zum Film (28.7.2026)<\/li>\n<li>Wie weit ist der Film \u00fcber den Gr\u00fcnder des j\u00fcdischen Lehrguts Markenhof in Kirchzarten? (19.10.2025)<\/li>\n<li>Der Markenhof hat eine besondere Geschichte (20.7.2023)<\/li>\n<li><a title=\"Littenweiler-Bauernmarkt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/markt\/littenweiler-bauernmarkt\/\">Littenweiler Markt f\u00e4llt erstmal aus<\/a>\u00a0(24.3.2020)<\/li>\n<li>Markenhof 1919-1923:\u00a0Zionistisches Auswanderlehrgut als Kewuzat (Kommune) (26.1.2020)<\/li>\n<li><a title=\"Zionismus 1897-33: Markenhof\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zionismus-1897-33-markenhof\/\">Zionismus 1897-33: Markenhof<\/a>\u00a0 (23.1.2020)<\/li>\n<li><a title=\"Attental\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/stegen\/attental\/\">Rauferhof: Vollerwerbslandwirtschaft mit Ferienwohnung<\/a>\u00a0(20.11.2019)<\/li>\n<li><a title=\"Bienen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/bienen\/\">Dreisamt\u00e4ler Landwirte zum Volksbegehren \u201ePro Biene\u201c<\/a>\u00a0 (8.10.2019)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/obstbau-immer-exotischer\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/obstbau-immer-exotischer\/<\/a>\u00a0(2.11.2018)<\/li>\n<li><a title=\"Obstbau\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/obstbau\/\">Obst-Veredelung Apfelbaum<\/a> (28.3.2016)<\/li>\n<li><a title=\"Obstbau\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/obstbau\/\">Fallobst\u00a0\u2013 in der Natur vergammelt nichts<\/a> (2.10.2013)<\/li>\n<li>Markenhof er\u00f6ffnet neuen Hofladen (14.9.2007):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/hofladen1.htm#Markenhof%20in%20Kirchzarten-Burg%20er%C3%B6ffnet%20neuen%20Hofladen\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/hofladen1.htm#Markenhof%20in%20Kirchzarten-Burg%20er%C3%B6ffnet%20neuen%20Hofladen<\/a><\/li>\n<li>Markenhof &#8211; Hofladen im Jahr 2006:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/kirchzarten5.htm#Markenhof%20in%20Burg%20am%20Wald\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/kirchzarten5.htm#Markenhof%20in%20Burg%20am%20Wald<\/a><\/li>\n<li>Rolf Miedtke &#8211; der Maler vom Markenhof, im Jahr 2005:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/kirchzarten3.htm#Rolf%20Miedtke-Markenhof%20-%20Bilder%20als%20Dank%20an%20die%20Heimat\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/kirchzarten3.htm#Rolf%20Miedtke-Markenhof%20-%20Bilder%20als%20Dank%20an%20die%20Heimat<\/a><\/li>\n<li>Burg am Wald:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-dreisamtal.de\/burg-am-wald.htm\">https:\/\/www.freiburg-dreisamtal.de\/burg-am-wald.htm<\/a><\/li>\n<li>Markenhoflkapelle:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/burg-am-wald.htm#Markenhofkapelle\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/burg-am-wald.htm#Markenhofkapelle<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/obstbau.htm\">www.freiburg-schwarzwald.de\/obstbau.htm<\/a>\u00a0&gt;Archivseite Obstbau<\/strong><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/obstbau2.htm\">Aktuelle Infos zur Obstbau-Seite<\/a>\u00a0&gt;Obstbau2<\/li>\n<li><a title=\"Attental\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/stegen\/attental\/\">Attental<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Bauernhof\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bauernhof\/\">Bauernhof<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Dreisamtal\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/tal\/dreisamtal\/\">Dreisamtal<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Hofladen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/handel\/hofladen\/\">Hofladen<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Kirchzarten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/kirchzarten\/\">Kirchzarten<\/a><\/li>\n<li><\/li>\n<li>Markenhof &#8211; Obsthof und Fruchtsaftkelterei, Brennerei<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Markenhof &#8211; Obsthof und Fruchtsaftkelterei, Brennerei<\/strong><br \/>\nDr. Uwe Miedtke, 79199 Kirchzarten-Burg-am Wald, Tel 07661\/3122<br \/>\nHofladen 07660\/904076<br \/>\nMarkenhofstra\u00dfe 7a, <a href=\"https:\/\/www.markenhof.info\">https:\/\/www.markenhof.info<\/a><\/p>\n<p>Zum Bild oben von 9\/2007:<br \/>\nUwe und Petra Miedtke freuen sich mit ihren S\u00f6hnen Paul und Max (v.r.) \u00fcber den neuen Hofladen. &#8211; Die Schnapsbrennerei kann vom Hofladen aus eingesehen werden.<br \/>\n========================================================<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Markenhof in Kirchzarten-Burg am Wald &#8211; Tragisches Schicksal wird zum Film<\/strong><br \/>\nZeitgeschichte \u00dcber den Markenhof bei Kirchzarten und Konrad Goldmann sprachen ihre Eltern oft. Doch die tragische Geschichte dahinter entdeckte Aviva Rabovich (89) erst viel sp\u00e4ter. Nun entsteht daraus ein Film.<br \/>\nDer Ort f\u00fcr den Anfang und das Ende des Films steht fest: Das Konzentrationslager Drancy bei Paris. Dort starb Konrad Goldmann am 15. Juli 1942 mit 70 Jahren. Zwischen Anfang und Ende werden viele Szenen aus Freiburg und der Umgebung liegen. Denn in Freiburg hatte der Ingenieur Konrad Goldmann von 1907 bis zur nationalsozialistischen Macht\u00fcbernahme 1933 gewohnt. Hier hatte er ab 1913 seine Draht- und Kabelwerke-Fabrik an der Wentzingerstra\u00dfe 34 und verhalf den Freiburger Haushalten zu Elektrizit\u00e4t. Er war Zionist und investierte sein Geld in den urspr\u00fcnglichen Markenhof in Kirchzarten-Burg, den er 1919 kaufte, um ein landwirtschaftliches Lehrgut einzurichten. Mindestens 150 junge j\u00fcdische Menschen lie\u00dfen sich ausbilden und wanderten nach Pal\u00e4stina\/Israel aus, um Kibbuzim zu gr\u00fcnden. Tragischerweise gelang Konrad Goldmann selbst keine rettende Emigration vor dem Nationalsozialismus: In seinem Exilland Frankreich wurde er ins KZ Drancy deportiert.<\/p>\n<p>All diese Szenen sieht Nathan Lipshitz (76) l\u00e4ngst vor sich. Er ist ein renommierter israelischer Regisseur, der unter anderem f\u00fcr den National Geographic gearbeitet und sich auf historische Dokumentationen spezialisiert hat. Wenn er filmt, reiht er nicht Fakten aneinander, sondern erz\u00e4hlt Geschichten, die das Publikum ber\u00fchren. Auch wenn er bereits wei\u00df, wie er das tragische Leben von Konrad Goldmann vermitteln will, nutzt er die Tage, in denen er mit Konrad Goldmanns Gro\u00dfnichte und dem Kameramann Israel Keller in Freiburg und der Umgebung unterwegs ist, um zus\u00e4tzliche Anekdoten aufzusp\u00fcren. \u201eViele verschiedene Puzzle-Teile ergeben ein Ganzes\u201c, sagt Nathan Lipshitz auf Englisch \u2013 sein geschulter Blick findet die passenden Teilchen.<\/p>\n<p>Zum Beispiel neulich, als sich das aus Jerusalem angereiste Filmteam in Konrad Goldmanns fr\u00fcherem Haus an der Mozartstra\u00dfe 30 umschaute. Dort arbeitet inzwischen eine privat\u00e4rztliche Praxisgemeinschaft, aus Konrad Goldmanns Wohnzimmer ist ein Wartezimmer geworden. Doch die Wandbemalung sei immer noch dieselbe, erz\u00e4hlt Nathan Lipshitz. Solche Details reichen, um in seinem Kopf und sp\u00e4ter in seinen Filmen Vergangenes neu zum Leben zu erwecken.<\/p>\n<p>Wichtig ist alles, was Aviva Rabovich \u00fcber ihren Gro\u00dfonkel beisteuert. Es ist schwer zu sagen, wer das Filmprojekt mit gr\u00f6\u00dferem Einsatz vorantreibt \u2013 sie, die Gro\u00dfnichte von Konrad Goldmann, die bisher rund 100.000 Euro ihrer Ersparnisse ins Filmen investiert hat, aber nach wie vor dringend auf Unterst\u00fctzung von Stiftungen und Spenderinnen und Spendern hofft, oder Nathan Lipshitz, den die Pers\u00f6nlichkeit von Konrad Goldmann fasziniert. Dessen Schicksal ist inzwischen fast vergessen \u2013 auch wenn eine nach ihm benannte Stra\u00dfe in der Wiehre sowie Stolpersteine f\u00fcr ihn und seine Frau in Freiburg an ihn erinnern. In Israel kennen ihn zumindest die Menschen im Kibbuz Bet Zera, der von Auswanderern vom Markenhof aufgebaut wurde. Auch Aviva Rabovich Vater hatte dort als Jugendlicher drei Jahre verbracht, bevor er 1923 nach Israel auswanderte. Er war nach dem Tod seiner Mutter bei Konrad Goldmann aufgewachsen, erz\u00e4hlt Aviva Rabovich. Sp\u00e4ter in Israel lernte ihr Vater ihre Mutter kennen, die 1927 aus ihrer Heimatstadt M\u00fcnchen emigriert war.<\/p>\n<p>1937 wurde Aviva Rabovich in Jerusalem geboren. Sie ist Chemikerin und hat unter anderem f\u00fcr Bildungsfernsehformate gearbeitet. Vor mehr als zehn Jahren begann nach einer Bitte vom Kibbuz Bet Zera um Material zu Konrad Goldmann ihre Recherche \u00fcber ihren Gro\u00dfonkel. Ihr Freiburg-Besuch jetzt ist der dritte seit 2021. Immer wieder stie\u00df sie hier und an den anderen Recherche-Orten auf Entdeckungen. In Frankreich fand sie die Enkelin ihres Gro\u00dfonkels, die ihr das Tagebuch eines Mannes pr\u00e4sentierte, der in Auschwitz ermordet wurde und davor mit Konrad Goldmann im KZ Drancy inhaftiert war. Er beschreibe ihren Gro\u00dfonkel als \u201eau\u00dferordentliche Pers\u00f6nlichkeit\u201c, sagt Aviva Rabovich. Sie hofft, dass der auf 52 Minuten geplante Film, der in rund einem halben Jahr fertig sein soll, auf viel Interesse sto\u00dfen wird \u2013 in Deutschland und in Israel.<br \/>\n&#8230; Alles vom 28.7.2026 von Anja Bochtler bitte lesen auf <a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\">https:\/\/www.badische-zeitung.de<\/a><br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Wie weit ist der Film \u00fcber den Gr\u00fcnder des j\u00fcdischen Lehrguts Markenhof in Kirchzarten?<\/strong><br \/>\nAviva Rabinovich arbeitet an einer Filmdokumentation \u00fcber ihren Gro\u00dfonkel Konrad Goldmann, der das j\u00fcdische Lehrgut Markenhof in Kirchzarten gegr\u00fcndet hat. Sie hat noch viel Arbeit vor sich. 6 min<br \/>\nKonrad Goldmann war Kaufmann, Erfinder, Vision\u00e4r, Bonvivant und gl\u00fchender Zionist. Im Kirchzartener Ortsteil Burg am Wald gr\u00fcndete der Freiburger Unternehmer das Lehrgut Markenhof. Dort wurden zwischen 1920 und 1925 hunderte junge J\u00fcdinnen und Juden landwirtschaftlich ausgebildet, um sie auf das Leben in Pal\u00e4stina vorzubereiten. Einer von ihnen war Benno Goldmann. Ein historisches Foto zeigt ihn mit anderen beim Heuen. Die linke Hand in die H\u00fcfte gestemmt, die andere auf den Stiel eines Rechens gest\u00fctzt, das rechte Bein ausgestellt, schaut er in die Kamera. Seine Augen strahlen \u2013 das Privileg junger Menschen, die heute noch nicht wissen, was ihnen morgen widerfahren kann \u2013 unwissende Zuversicht aus. Es ist der Blick eines Pioniers. 1924 macht er sich mit drei anderen auf den Weg.<br \/>\nKonrad Goldmann nahm seinen Neffen Benno schon in jungen Jahren bei sich auf. &#8222;Er war wie ein Vater f\u00fcr ihn. Sie hatten ein sehr enges Verh\u00e4ltnis&#8220;, sagt Aviva Rabinovich. Die 88 Jahre alte Biologin, Biochemikerin und Lehrerin hat Drehb\u00fccher f\u00fcrs Bildungsfernsehen und wissenschaftliche Sendungen geschrieben, 15 Jahre mit ihrem Mann Menahem, der eine Professur an der Penn State University innehatte, in den USA gelebt, bevor die beiden zur\u00fcck nach Jerusalem gegangen sind.<\/p>\n<p>Ein erf\u00fclltes Berufsleben, in dem Konrad Goldmann \u2013 der 1942 im Konzentrationslager Drancy 1942 ermordet wurde \u2013 erst in den vergangenen Jahren in den Vordergrund ger\u00fcckt ist. Ein Jubil\u00e4um im Zusammenhang mit dem Wirken der ausgewanderten Markenh\u00f6fler stand an. Ob sie Fotos oder andere Unterlagen dazu beitragen k\u00f6nnte? &#8222;So hat es angefangen&#8220;. Aviva Rabinovichs Interesse war geweckt, sie fing an, zu recherchieren. F\u00fcr einen Film, der Konrad Goldmanns Leben dokumentiert.<br \/>\nSeither ist eine Menge passiert. Aviva Rabinovich war in Freiburg und Kirchzarten. Sie hat den Freiburger Judaisten Ruben Frankenstein, die Wissenschaftlerin Julia Bocker und die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen der Geschichts-Arbeitsgemeinschaft des Kollegs in Stegen kennengelernt, die sich mit der Geschichte des Lehrguts befassen. Sie hat in Freiburg auf den Spuren Konrad Goldmanns in dessen fr\u00fcherem Haus in der Mozartstra\u00dfe und im Markenhof gedreht, die AG-Mitglieder und ihren Lehrer Claudius Heitz vor der Kamera gehabt. Gerade war sie in Frankreich, um Goldmanns Enkelin Dany Katzenmeyer f\u00fcr den Film zu interviewen und in die Stadt Dax zu reisen. Dort hat die Gestapo Konrad Goldmann 1942 verhaftet.<\/p>\n<p>Die Goldmanns sind eine weitl\u00e4ufige Familie: &#8222;Jeden Tag gibt es etwas Neues&#8220;, sagt sie \u00fcber ihre Recherchen. Entfernte Verwandte haben k\u00fcrzlich in einem Lagerhaus ein Relief des Vordenkers des Zionismus, Theodor Herzl, entdeckt. Es hat Konrad Goldmann geh\u00f6rt. Noch nicht gefunden hat Aviva Rabinovich einen Geldgeber, der den Film finanzieren will. Bisher bezahlt sie die Rechnungen selbst.<\/p>\n<p>Der Regisseur Amir Har-Gil, der in Kirchzarten und Freiburg dabei war, mittlerweile aber nicht mehr Teil des Projekts ist, sch\u00e4tzt die Kosten grob auf 50.000 bis 150.000 Euro, je nach L\u00e4nge. Streamingdienste oder das Kommerzfernsehen fallen seiner Meinung nach weg. Obwohl Doku-Formate derzeit beliebt sind, bei Sendern wie dem Publikum, verlangten sie nach oberfl\u00e4chlicheren Stoffen und Originalaufnahmen des Protagonisten oder Zeitzeugen. Bei Konrad Goldmann gebe es aber vor allem Interviewpartner, die auf der Basis von Informationen aus dritter Hand \u00fcber ihn sprechen k\u00f6nnten. &#8222;Es ist eine tolle Story, aber es ist schwierig, sie zu erz\u00e4hlen&#8220;. Aus Amir Har-Gils Sicht w\u00e4re ein Buch oder eine Ausstellung mit einem kurzen, instruktiven, mehrmin\u00fctigen Film die bessere Option.<br \/>\n.<br \/>\nNathan Lifshitz, der nun die Regie \u00fcbernommen hat, sieht das anders. Der Stoff sei gut f\u00fcr das Fernsehen, als 50-min\u00fctige Dokumentation, die zum Beispiel dritte Programme aus Anlass von Jahrestagen ausstrahlen k\u00f6nnten, sagt er. Lifshitz ist ein alter Hase in der Branche, der f\u00fcr Spartensender wie National Geographic oder den Discovery Channel gearbeitet hat. Das bereits gedrehte Material will er verwenden, es sei gut und professionell. Weitere Dreharbeiten in Israel, ebenso Aufnahmen im Konzentrationslager in Drancy seien noch n\u00f6tig. Dass es keine Zeitzeugen gibt, die vor die Kamera treten k\u00f6nnen, ist f\u00fcr ihn kein grunds\u00e4tzliches Problem. Es gebe trotzdem viele Puzzleteile, die sich zu einem Gesamtbild f\u00fcgten. Ein Beispiel: Goldmanns Enkelin, die Rabinovich und er im Oktober besuchten, sei im Besitz von einer Art Tagebuch. Es stammt von jemandem, der mit Goldmann im KZ war, dessen letzten Tage dokumentiert habe und beschreibt, was f\u00fcr eine Art Mensch der Markenhof-Gr\u00fcnder war. F\u00fcr den Film hat die Enkelin daraus vorgelesen.<br \/>\n.<br \/>\nLifshitz kann sich vorstellen, dass Aviva Rabinovich im Mittelpunkt der Doku steht. Sie k\u00f6nne die Geschichte Konrad Goldmanns aus ihrer Perspektive erz\u00e4hle, vielleicht verbunden mit einer Stimme aus dem Off, die die Fakten vermittelt. Sechs Monate, vielleicht noch ein Jahr, dann k\u00f6nnte der Film fertig sein, sch\u00e4tzt er. Auch er sagt, dass noch mehrere zehntausend Euro fehlen. Er hofft auf Sponsoren, Sender, die in Vorleistung gehen, vielleicht auch M\u00e4zene, die sich engagieren wollen. &#8222;Jeder Betrag hilft&#8220;, sagt er und strahlt Zuversicht aus. Die Reise habe begonnen. Ob es unterwegs zwei, drei, vier Haltestellen gebe oder ein Unwetter? Unklar. Aber: &#8222;Wir werden als Ziel kommen&#8220;, davon ist er \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p><strong>Die Geschichts-AG des Kollegs Stegen<\/strong><br \/>\nDie Geschichte des Markenhofs ist dank der Geschichts-AG am Kolleg St. Sebastian in Stegen detailliert dokumentiert. Zw\u00f6lf Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren haben sich mit der Vergangenheit des j\u00fcdischen Lehrguts besch\u00e4ftigt. Die Recherchen wurden 2023 mit dem dem Rolf-Joseph-Roth-Preis ausgezeichnet und sind unter dem Titel &#8222;Zionistische Tr\u00e4ume im Dreisamtal&#8220; im Pais-Verlag in Oberried erschienen (103 Seiten, 13,20 Euro). Im Juli 2025 ist ein weiteres Projekt der AG von der K\u00f6rber-Stiftung mit einem F\u00f6rderpreis ausgezeichnet worden. Dabei geht es um badische Landwirte, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs verwaiste H\u00f6fe im Elsass bewirtschafteten &#8211; die einheimischen Bauern waren geflohen, um der Zwangsrekrutierung zur Wehrmacht zu entgehen. Der Pais-Verlag hat die Recherche als zweisprachiges Buch mit dem Titel &#8222;Im Zweiten Weltkrieg \u00fcber den Rhein. Traverser le Rhin pendant la Seconde Guerre mondiale&#8220; ver\u00f6ffentlicht (108 Seiten, 14,40 Euro.)<br \/>\n&#8230; Alles vom 19.10.2025 von Peter Disch bitte lesen auf <a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\">https:\/\/www.badische-zeitung.de<\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Der Markenhof hat eine besondere Geschichte<\/strong><br \/>\n<em>&#8222;Vom Markenhof nach Pal\u00e4stina \u2013 Zionistische Tr\u00e4ume im Dreisamtal&#8220; ist das Thema eines Vortrags, zu dem die Geschichts-AG des Kollegs St. Sebastian Stegen eingeladen hatte. Mehr als 150 G\u00e4ste h\u00f6rten sich den Vortrag an.<\/em><br \/>\nDer Saal im Gemeindehaus St. Gallus in Kirchzarten war proppenvoll. Das Thema, mit dem sich zw\u00f6lf Gymnasiasten der Stufen neun, zehn und elf der Arbeitsgemeinschaft (AG) Geschichte mit ihrem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/dreisamtalautoren-schlossebnet\/\">Lehrer Claudius Heitz<\/a> seit einem halben Jahr besch\u00e4ftigten und deren Ergebnisse sie nun in einem Vortrag pr\u00e4sentierten, weckte das Interesse von vielen B\u00fcrgern aus dem Dreisamtal. &#8222;Ich habe es tats\u00e4chlich noch nicht erlebt, dass so viele Menschen zu einer Veranstaltung des \u00d6kumenischen Bildungswerks Dreisamtal (\u00d6BWD) gekommen sind&#8220;, freute sich Katharina He\u00df vom \u00d6BWD-Team, die in den unterhaltsamen und informativen Vortragsabend einf\u00fchrte. Seit 2017 gebe es die AG Geschichte am Kolleg St. Sebastian, und deren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler besch\u00e4ftigten sich vor allem mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts im Dreisamtal. &#8222;Die AG Geschichte hat bereits zwei Mal den Landespreis f\u00fcr Heimatforschung erhalten&#8220;, berichtete Katharina He\u00df weiter und lobte: &#8222;Das intensive Quellenstudium und die Befragung von Zeitzeugen f\u00fchrt nicht nur zu einer Identifikation mit dem zu erforschenden Gegenstand, sondern in dieser Arbeit sind die AG-Mitglieder freundschaftlich zusammengewachsen.&#8220; Es sei die gr\u00f6\u00dfte AG, die er bislang f\u00fchrte, sagte Geschichtslehrer Claudius Heitz. Es habe sich f\u00fcr diese freiwillige Gruppe, die sich immer freitags nach Schulende getroffen habe, herausgestellt, dass das zu bearbeitende Thema rund um den Markenhof in Burg am Wald als j\u00fcdisches Lehrgut so vielschichtig gewesen sei, dass die Aufgaben verteilt werden mussten. &#8222;Jede Sch\u00fclerin und jeder Sch\u00fcler ist daher einem eigenen Aspekt nachgegangen, die sie nun hier pr\u00e4sentieren werden&#8220;, sagte der AG-Leiter weiter.<br \/>\nZun\u00e4chst wurde die Geschichte des Markenhofs vorgestellt. Eine erste urkundliche Erw\u00e4hnung gibt es aus dem Jahr 1397, berichteten Anja und Philippina. Mitte des 17. Jahrhunderts erwarb den Hof, der zuvor dem Kloster St. M\u00e4rgen geh\u00f6rte und 1492 an die Stadt Freiburg verkauft wurde, Mathias Markh, nach dem er schlie\u00dflich benannt wurde. Gleich zwei Mal brannte der Hof 1760 und 1792 ab, wurde jedoch jeweils wieder neu aufgebaut. 1919 kaufte der j\u00fcdische Gesch\u00e4ftsmann Konrad Goldmann aus Freiburg schlie\u00dflich den Hof und richtete dort eine Ausbildungsst\u00e4tte f\u00fcr Juden (Hachschara), die nach Pal\u00e4stina auswandern wollten, ein.<br \/>\nGoldmann veranlasste zahlreiche Umbauten, lie\u00df zus\u00e4tzliche St\u00e4lle und ein mehrst\u00f6ckiges Wohnhaus errichten und f\u00fchrte den M\u00fcllernbauernhof und den Markenhof zusammen. Zudem entstand eine kleine, aber aufw\u00e4ndig gestaltete Synagoge mit Buntglasfenstern des K\u00fcnstlers Friedrich Adlers, die sich heute im Museum of Arts in Tel Aviv befinden.<br \/>\n&#8222;Aus dem Fremdenbuch der Gemeinde Burg von 1905 bis 1944 mit rund 2800 Eintragungen geht hervor, das von 1919 bis 1925 rund 100 Menschen j\u00fcdischen Glaubens als G\u00e4ste in Burg am Wald waren&#8220;, so die Sch\u00fcler. Es m\u00fcsse aber davon ausgegangen werden, dass rund 200 Juden als Elevinnen und Eleven auf dem Markenhof in landwirtschaftliche T\u00e4tigkeiten f\u00fcr eine Auswanderung nach Pal\u00e4stina ausgebildet wurden, vorwiegend junge Menschen des Bildungsb\u00fcrgertums. &#8222;Das Besondere am Markenhof war, dass die Ausbildung sehr zielgerichtet auf die Bedingungen in Pal\u00e4stina ausgerichtet war&#8220;, so die Sch\u00fcler weiter. Getreideanbau, Schweinezucht, Gem\u00fcsegarten, H\u00fchner- und Entenzucht sowie Milchk\u00fche wurden vorgehalten. &#8222;Die Menschen sollten viele Dinge lernen, die sie letztlich in Pal\u00e4stina ben\u00f6tigten.&#8220;<br \/>\nAbgerundet wurden die Vortr\u00e4ge durch Ausfl\u00fcge in die Geschichte des nach dem Zweiten Weltkrieg gegr\u00fcndeten Israelischen Staates, mit Hinweisen zu Theodor Herzl, dem Vordenker eines &#8222;Judenstaates&#8220;, und der ersten Gruppe von Auswanderern vom Markenhof nach Israel, die schlie\u00dflich den ersten rein deutschen Kibbuz Beit Zera in der N\u00e4he des Sees Genezareth gr\u00fcndeten und in dem heute rund 600 Israelis leben. Und sie berichteten letztlich auch vom tragischen Leben des Unternehmers Konrad Goldmann und dessen vier Kinder. Der erfolgreiche Unternehmer Goldmann verarmte, wurde 1942 von den Nationalsozialisten verhaftet und starb schlie\u00dflich im Konzentrationslager Drancy n\u00f6rdlich von Paris.<br \/>\n&#8230; Alles vom 20.7.2023 von Thomas Biniossek bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/markenhof-hat-eine-besondere-geschichte\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/markenhof-hat-eine-besondere-geschichte<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Markenhof 1919-1923: Zionistisches Auswanderlehrgut als Kewuzat (Kommune)<\/strong><br \/>\n<em>Der Freiburger Unternehmer Konrad Godmann gr\u00fcndete 1919 eines der ersten zionistischen <a title=\"Zionismus 1897-33: Markenhof\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zionismus-1897-33-markenhof\/\">Auswanderlehrg\u00fcter am Kunzenhof<\/a> in Burg-am-Wald bei Kirchzarten<br \/>\n<\/em>\u00a0.<br \/>\nDer Erste Weltkrieg war gerade einmal sieben Wochen zu Ende, als der Freiburger Fabrikant Konrad Goldmann am Amtsgericht Freiburg den \u201eJ\u00fcdischen Landwirtschaftsverein \u2019Der Pflug\u2019\u201c eintragen lie\u00df. Goldmann, ein geb\u00fcrtiger Russe, der seit 1907 in Freiburg lebte, war ein gl\u00fchender Anh\u00e4nger des Zionismus, also des Aufrufs zur Gr\u00fcndung eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina. Zu dieser Zeit entstanden in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern Ableger der Organisation Hechaluz, die junge Juden f\u00fcr ein Leben in einem Kibbuz in Pal\u00e4stina begeistern und ausbilden wollte. Goldmann war von dieser Idee fasziniert. Als erfolgreicher Draht und Kabelfabrikant musste er nicht warten bis es in Deutschland einen solchen Verband gab, er finanzierte sich sein KibbuzLehrgut selbst. Im Januar 1919 kaufte er das landwirtschaftliche Anwesen Markenhof auf der Gemarkung Burg und Zarten bei Freiburg von der Familie von Wogau und investierte einen Teil seines Verm\u00f6gens und seine Gewinne in den Ausbau.<br \/>\nDen jungen Menschen sollte es an nichts fehlen.<br \/>\nObwohl Goldmann nicht streng gl\u00e4ubig war, lie\u00df er sogar eine Synagoge an den Markenhof anbauen und scheute daf\u00fcr keine Kosten. Die Buntglasfenster mit der Darstellung der zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels lie\u00df er von dem renommierten K\u00fcnstler Friedrich Adler aus Laupheim anfertigen, der auch f\u00fcr die Fenster der K\u00f6lner Synagoge verantwortlich zeichnete. Die ersten Sch\u00fcler, Eleven genannt, kamen zum \u00fcberwiegenden Teil aus b\u00fcrgerlichen Elternh\u00e4user \u2013 aus S\u00fcddeutschland, aus Berlin, K\u00f6ln, Litauen, Russland und weiteren osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Bis zur Aufgabe des Hofes 1925 sollen gesch\u00e4tzte 300 Eleven die ein- bis zweij\u00e4hrige Ausbildung auf dem Markenhof durchlaufen haben. Rubin Frankenstein, Dozent am Institut f\u00fcr Judaistik an der Uni Freiburg, besch\u00e4ftigt sich schon seit vielen Jahren mit der j\u00fcdischen Vergangenheit des Markenhofs.<br \/>\nEr geht davon aus, dass das zionistische Auswanderlehrgut von Goldmann das erste seiner Art in Deutschland war. Frankenstein wurde auf die fast vergessene Geschichte des Bauernhofs im Umlandvon Freiburg durch zwei Interviews des M\u00fcllheimer Lehrers Ulrich Tromm mit zwei fr\u00fcheren Sch\u00fclern der Ausbildungsst\u00e4tte aufmerksam. Er begann zu recherchieren und dabei wurde ihm immer mehr die Bedeutung des Markenhofs f\u00fcr den deutschen Zionismus bewusst.<br \/>\n.Der Markenhof hinterlie\u00df Spuren in <a title=\"Palaestina\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/palaestina\/\">Pal\u00e4stina<\/a>. Viele der Eleven beteiligten sich sp\u00e4ter am Aufbau von Kibbuzim. An diese zionistische Lebenswelten in Freiburg vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten erinnert das Kulturamt der Stadt Freiburg in seiner morgigen Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, wo die Nationalsozialisten mehr als eine Million Juden ermordeten. Die jungen Menschen taten sich anfangs schwer mit der k\u00f6rperlichen Arbeit auf dem Markenhof.<br \/>\nUlrich Tromm besuchte 1987 den fr\u00fcheren Markenhof-Sch\u00fcler Ernst Fraenkel in Israel und befragte ihn nach seinen Erfahrungen. Fraenkel hatte f\u00fcr die Lehre auf dem Markenhof seine akademische Karriere aufgegeben und hantierte nun unter anderem mit einer Mistgabel. \u201eErst bekam ich Blasen, dann ging die Haut weg und dann bekam ich die f\u00fcrchterlichste Blutvergiftung\u201c, berichtete Fraenkel vom Beladen eines Mistwagens. Inspektoren leiteten die Sch\u00fcler bei der Arbeit an: im Pferdestall, im Kuhstall, bei der Feldarbeit, in der G\u00e4rtnerei, in der B\u00e4ckerei, in einem dazugeh\u00f6rigen Weingut im Kaiserstuhl und bei vielem mehr, was sie f\u00fcr den Aufbau einer sich selbst versorgenden Siedlung in Pal\u00e4stina ben\u00f6tigen w\u00fcrden. Nach den Recherchen Frankensteins wanderte die erste Pioniergruppe aus vier Frauen und drei M\u00e4nnern im Dezember 1921 nach Pal\u00e4stina aus. Letzte Anweisungen hatten ihnen der Soziologe Arthur Ruppin vom Pal\u00e4stina-Amt auf dem Markenhof gegeben. Ruppin pr\u00e4gte f\u00fcr sie den Namen <strong>\u201eKewuzat Markenhof\u201c (Kommune Markenhof)<\/strong>. 1923 folgten elf weitere Absolventen. Nach einigen Umz\u00fcgen lie\u00dfen sie sich 1927 am endg\u00fcltigen Standort s\u00fcdlich des See Genezareth nieder. Ihren Kibbuz nannten sie Beth Sera, was sich mit Saathaus \u00fcbersetzen l\u00e4sst \u2013 Kibbuz Markenhof klang vielen, die nicht aus der Ausbildung in Kirchzarten kamen, zu deutsch.<br \/>\nZu diesem Zeitpunkt gab es das Auswanderlehrgut bei Freiburg schon nicht mehr. Konrad Goldmann hatte w\u00e4hrend der Inflation 1923 sein Verm\u00f6gen und seine Fabrik verloren und hielt den Markenhof, vermutlich durch Zusch\u00fcsse, noch zwei Jahre am Leben. Dann musste er ihn\u00a0verkaufen. Die kunstvoll gefertigten Fenster aber lie\u00df Goldmann noch nach Tel Aviv schicken. Dort blieben sie erstmal f\u00fcr lange Zeit verschollen. .<br \/>\nNeuer Eigent\u00fcmer des Markenhofs wurde ein evangelisches Stift, das eine christliche Bauernschule auf dem Hof einrichtete. 1934 musste auch diese Schule aufgeben. Neuer Eigent\u00fcmer wurde Georg Miedtke, der ein deutsch-mexikanisches ExportImport-Unternehmen f\u00fcr Eisenwaren und Maschinenteile betrieb.<br \/>\nDoch ab 1937 beanspruchten die Nationalsozialisten das Gut erstmal f\u00fcr sich und brachten dort \u201eArbeitsmaiden\u201c unter, die in der Landwirtschaft helfen mussten. Aus dieser Zeit steht heute noch eine Baracke des Reichsarbeitsdienstes auf dem Hof. Konrad Goldmann wurde sp\u00e4ter nochmal als Unternehmer in Freiburg erfolgreich, er floh dann aber vor den Nazis ins Elsass. Nach dem deutschen \u00dcberfall auf Frankreich 1940 konnte der 70-j\u00e4hrige Goldmann nicht mehr entkommen. Die Nazis ergriffen ihn und verschleppten ihn in das KZ Drancy bei Paris. Noch bevor er mit den Deportationsz\u00fcgen in ein Vernichtungslager im Osten gebracht werden sollte, starb er. Seit 2005 erinnert ein Stra\u00dfenname in Freiburg an Goldmann.<br \/>\n.<br \/>\nDer Markenhof mit der angebauten Synagoge wirkt heute wie eine Zeitkapsel aus den 1920er Jahren. Die R\u00e4ume, die heute privat vermietet sind, befinden sich noch im Originalzustand mit holzget\u00e4felter Wand und Kassettendecke. Sogar der Thoraschrein und drei kunstvoll gearbeitete h\u00f6lzerne S\u00e4ulen sind noch erhalten. Vier weitere der S\u00e4ulen habe Ernst Fraenklin 1965 mit nach Israel genommen, berichtet Benedikt Miedtke, der Enkel von Georg Miedtke. Die Familie Miedtke, die noch heute im Besitz des Markenhofs ist, bem\u00fchte sich nicht nur um den Erhalt der historischen Geb\u00e4ude, sie kn\u00fcpfte auch freundschaftliche Kontakte zu ehemaligen Markenhof-Eleven. Lydia Liedtke, Schwiegertochter von Georg Miedtke, erinnert sich an Besucher aus Stockholm, Tel Aviv, Z\u00fcrich, London und New York, die die St\u00e4tte ihrer landwirtschaftlichen Pionier-Ausbildung noch einmal besichtigen wollten. Auch der K\u00fcnstler Friedrich Adler \u00fcberlebte die Nazidiktatur nicht. 1936 bereiste er Pal\u00e4stina und sah im Kunstmuseum in Tel Aviv noch einmal seine \u201eMarkenhof-Fenster\u201c.<br \/>\nFatalerweise, schreibt Rubin Frankenstein in seinen Aufzeichnungen, kehrte Adler dann nach Deutschland zur\u00fcck. 1942 wurde er in Auschwitz ermordet. Die Fenster verschwanden im Depot des Museums und galten bereits als verschollen, bis sie der Laupheimer Heimatforscher Ernst Schall fand. Die Fenster wurden restauriert und 1994 und 1995 in einer Ausstellung \u00fcber Friedrich Adler in Deutschland und in den USA gezeigt. F\u00fcr Konrad Goldmann wurde im Kibbuz eine Gedenktafel angebracht, auf der auch auf das noch existierende \u201eGut Markenhof\u201c in Deutschland hingewiesen wird.<br \/>\n26.1.2020, Klaus Riexinger, Der Dreisamt\u00e4ler, Seite 3<br \/>\n.<br \/>\n<a title=\"Zionismus 1897-33: Markenhof\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zionismus-1897-33-markenhof\/\">ZIONISTISCHE LEBENSWELTEN in Freiburg 1897-1933. <\/a><br \/>\nDer Markenhof, Vortr\u00e4ge von Julia B\u00f6cker und Ruben Frankenstein, Kaisersaal des Historischen Kaufhauses, Freiburg, Montag, 27. Januar 2020<br \/>\n19.30 Uhr, freier Eintrit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Natur\u00a0&gt;Dreisamtal &gt;Landwirt\u00a0&gt;Obstbau &gt;Markenhof \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Markenhof von Familie Miedtke in Burg-am-Wald: Neuer Hofladen \u00f6ffnet im September 2007 &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): Klicken oder scrollen Markenhof in Kirchzarten-Burg am Wald &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/obstbau\/markenhof\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":4680,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-75192","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/75192","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75192"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/75192\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":151944,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/75192\/revisions\/151944"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75192"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}