{"id":74997,"date":"2019-10-06T19:38:01","date_gmt":"2019-10-06T17:38:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=74997"},"modified":"2024-08-14T12:47:23","modified_gmt":"2024-08-14T10:47:23","slug":"kant","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/kant\/","title":{"rendered":"Kant"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Kultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/\">Kultur<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutsche-kultur\/\">Deutsche Kultur<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/\">Aufkl\u00e4rung<\/a> &gt;Kant<\/p>\n<div id=\"attachment_74956\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/familie\/fahrrad-familie-pan20190928\/\" rel=\"attachment wp-att-74956\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-74956\" class=\"size-full wp-image-74956\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/fahrrad-familie-pan20190928.jpg\" alt=\"Familie mit dem Fahrrad unterwegs an der Dreisam in Freiburg am 28.9.2019\" width=\"639\" height=\"272\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/fahrrad-familie-pan20190928.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/fahrrad-familie-pan20190928-180x76.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-74956\" class=\"wp-caption-text\">Familie mit dem Fahrrad unterwegs an der Dreisam in Freiburg am 28.9.2019<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Immanuel Kant und die K\u00f6nigsberger Kontroversen zur Aufkl\u00e4rung (24.6.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/diskussionskultur-abschaffen\/\">Diskussionskultur abschaffen<\/a>\u00a0(8.6.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kant-300-jahre-aufklaerung\/\">Kant 300 Jahre \u2013 Aufkl\u00e4rung<\/a>\u00a0(1.5.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/freiheit-ist-das-einzige-was-zaehlt\/\">Freiheit ist das einzige was z\u00e4hlt<\/a>\u00a0(18.1.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/wissenschaft-krieg\/\">Philosophie und Wissenschaft als Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln?<\/a> (17.1.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/skepsis\/\">Skepsis: Die Verh\u00f6hnung einer Tugend<\/a>\u00a0(19.9.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wissen-ist-keine-bringschuld\/\">Wissen ist keine Bringschuld<\/a>\u00a0(15.6.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/eigenverantwortung-fuer-alle\/\">Eigenverantwortung f\u00fcr Alle \u2013 f\u00fcr B\u00fcrger wie Migranten<\/a>\u00a0(7.9.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wissen-ist-eine-holschuld\/\">Wissen ist eine Holschuld<\/a>\u00a0(5.8.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/wissenschaft-politik\/\">Magd der Ideologie: Ernsthafte Wissenschaftler kehren der institutionellen Wissenschaft den R\u00fccken<\/a>\u00a0(31.7.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/uni-gesinnung-statt-argumente\/\">Uni: Gesinnung statt Argumente<\/a>\u00a0(20.3.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/intoleranz-religion-ideologie\/\">Intoleranz: Religion Ideologie<\/a>\u00a0(18.3.2021)<\/li>\n<li>Rassismusvorw\u00fcrfe gegen Immanuel Kant (12.2.2021)<\/li>\n<li><a title=\"Verbl\u00f6dung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/verbloedung\/\">Die Verbl\u00f6dung ist menschengemacht<\/a>\u00a0(21.12.2019)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kant-und-die-aufklaerung-2019\/\">Kant und die Aufkl\u00e4rung in 2019<\/a>\u00a0(5.10.2019)<\/li>\n<li>Johannes Eisleben: Journalisten im Kant-Test (4.10.2019)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/skepsis\/\">Skepsis<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Verbl\u00f6dung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/verbloedung\/\">Verbl\u00f6dung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/wissenschaft-krieg\/\">Wissenschaft-Krieg<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Immanuel Kant\u2019s Message gilt auch 2024 noch:<br \/>\n(1) Kant&#8217;s &#8222;Sapere aude!&#8220;<\/strong> &#8211; Wage (aude), zu wissen (sapere), also: Wage es, dich deines Verstandes zu bedienen und selbst ohne Hilfe eines anderen zu denken.<br \/>\nImmanuel Kant\u2019s Message auch 2024 noch: Denke selbst! Selbst denken und nicht nachplappern. Das ist unbequem, macht aber frei. Die wirkliche, nicht korrigierbare Dummheit des Menschen ist und bleibt, andere f\u00fcr sich denken zu lassen.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(2) Kant&#8217;s kategorischer Imperativ<\/strong>: &#8222;Handle so, da\u00df die Maxime deines Handelns allgemeine G\u00fcltigkeit erlangen kann&#8220;. In der Umgangssprache: &#8222;Was du nicht willst, da\u00df man dir tut, das f\u00fcg&#8216; auch keinem andren zu&#8220;.<br \/>\nBeim Selberdenken erkennt man, da\u00df man andere so behandeln sollte, wie man selbst behandelt werden will &#8211; also nicht angelogen, get\u00e4uscht, betrogen bzw. unehrlich hinters Licht gef\u00fchrt werden.<br \/>\n&#8230; mehr dazu <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kant-300-jahre-aufklaerung\/\">hier<\/a><br \/>\n.<br \/>\nIK = Immanuel Kant<br \/>\nKI = <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/informatik\/kuenstliche-intelligenz\/\">K\u00fcnstliche Intelligenz<\/a><br \/>\nAber KI kann IK niemals ersetzen!<br \/>\n===========================================================<br \/>\n.<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Immanuel Kant und die K\u00f6nigsberger Kontroversen zur Aufkl\u00e4rung<\/strong><br \/>\nvon Steffen Dietzsch<br \/>\nIch m\u00f6chte Sie hier auf eine Kontroverse innerhalb der deutschen Aufkl\u00e4rung aufmerksam machen, die zeitlich zum Ende dieser geistigen Bewegung in Europa geh\u00f6rt, aber sie bewegt mit ihren Argumenten und mit ihren Paradoxien bis heute unser Selbstverst\u00e4ndnis von einer freien Gesellschaft \u2013 in ihr soll doch Immanuel Kants Diktum gelten: Auf die Rechte der Menschen kommt es mehr an als auf die Ordnung (und Ruhe). Es l\u00e4\u00dft sich gro\u00dfe Ordnung und Ruhe bey allgemeiner Unterdr\u00fcckung stiften.<br \/>\nAufkl\u00e4rung, so betont Kant in weltb\u00fcrgerlicher Absicht, ist nicht blo\u00df \u2013 sozusagen \u203aobjektiv\u2039 \u2013 ein wissenschaftliches, sozialreformerisches oder technologisches Problem.<br \/>\nKant macht mit einer sehr pers\u00f6nlichen Sentenz zun\u00e4chst darauf aufmerksam, dass Aufkl\u00e4rung vom Grunde her wohl nur funktioniert, wenn mit ihr \u2013 eben subjektiv \u2013 \u00bbein gewisser Herzensanteil\u00ab verbunden werden kann, den \u2013 und so sieht Kant uns \u2013 wir als Vernunftpersonen \u00bbam Guten\u00ab zu empfinden in der Lage sind.<br \/>\nAber gerade das, so Kant, darf nicht nur eine private Inspiration bleiben, sondern \u00bbmu\u00df nach und nach bis zu den Thronen hinauf gehen und selbst auf ihre Regierungsgrunds\u00e4tze Einflu\u00df haben.\u00ab<br \/>\nZugleich kritisiert Kant (1784) am zeitgen\u00f6ssischen Regierungshandeln, dass \u00bbunsere Weltregierer zu \u00f6ffentlichen Erziehungsanstalten und \u00fcberhaupt zu allem, was das Weltbeste betrifft, f\u00fcr jetzt kein Geld \u00fcbrig haben, weil alles auf den k\u00fcnftigen Krieg schon im Voraus verrechnet ist.\u00ab<br \/>\nHat aber, so fragt Kant das nicht wom\u00f6glich negative Auswirkungen auf dasjenige, was mit Aufkl\u00e4rung \u00bbdereinst einmal zu Stande kommen\u00ab sollte? Kant konstatiert hier zum Verlauf seiner Gegenwart durchaus \u00bbeinen befremdlichen, nicht erwarteten Gang menschlicher Dinge\u00ab, \u2013 so wie auch sonst im Allgemeinen, dass, wenn man die Geschichte \u00bbim Gro\u00dfen betrachtet, darin fast alles paradox ist. Ein gr\u00f6\u00dferer Grad b\u00fcrgerlicher Freiheit scheint der Freiheit des Geistes des Volks vortheilhaft und setzt ihr doch un\u00fcbersteigliche Schranken.\u00ab<br \/>\nGerade wir heute sind Zeitgenossen und Betroffene solcher Antagonismen. Wir akzeptieren im demokratischen Raum der Polis immer mehr teilnehmende Akteure und Meinungen und bemerken aber zugleich durch sie auch immer wieder drastische Infragestellungen von (eigentlich grundgesetzlich garantierter) Denk-, Meinungs- und Forschungsfreiheit. So erleben wir im gesellschaftlichen Zusammenleben (zumal in Deutschland!) eine inzwischen bis in den Verkehrs- und Schulalltag reichende Widerstands- und Insurrektionspraxis, deren moralische Robustheit ihren sachlich aufkl\u00e4rerischen Mehrwert bei weitem \u00fcberfl\u00fcgelt. Dieser sogenannte \u203azivile Ungehorsam\u2039 versteht sich seinem Selbstverst\u00e4ndnis auch noch absurderweise sogar als \u203aEnlightenment-in-action\u2039, bzw. als \u203aLa lumi\u00e8re directe\u2039. \u2013 Aber, so die Einsicht von Zeitgenossen europ\u00e4ischer Revolutionen: so eben wird \u00bbin Revolutionen die Menge ihr eigener Tyrann.\u00ab<br \/>\nKant hatte mit seinem tiefen Sinn f\u00fcr Paralogismen und Paradoxien immer einen realistischen Zugang zur Un\u00fcbersichtlichkeit dynamischer Vorg\u00e4nge in Natur und Geschichte \u2013 zu, mit Goethe gesagt, \u00bbdes Lebens labyrinthisch irre[m] Lauf.\u00ab<br \/>\nGerade f\u00fcr die Gegenl\u00e4ufigkeit von Absicht und Resultat in Politik &amp; Wissenschaft hatte Kant immer einen ironischen Zungenschlag parat. Er brauchte da keine Belehrung in, wie das sp\u00e4ter hie\u00df, Dialektik der Aufkl\u00e4rung. Kant versteht das Unabgeschlossene, das Prozesshafte, das Asymmetrische als jedem Leben lege artis inh\u00e4rent, \u2013 geradeso wie Goethe, wenn dieser Wirklichkeit bestimmt als \u00bbdie ewige Synkrisis und Diakrisis, das Ein- und Ausathmen der Welt, in der wir leben, weben und sind.\u00ab Kant sieht hinsichtlich der unterschiedlichen Wege zur Aufkl\u00e4rung auch keinen prinzipiellen Unterschied zwischen verschiedenen Kultur- und Zivilisationslagen der V\u00f6lker: \u00bbDie Rohen V\u00f6lker waren keine Barbaren; sie [\u2026] haben mehr gelindigkeit des Naturells mit Freyheitsgeist verbunden und also mehr Fahigkeit und Willen, nach Gesetzen regiert zu werden, als die R\u00f6mer.\u00ab Kant begriff, dass es entlang der Erdgeschichte nicht nur ganz unterschiedliche Variet\u00e4ten des Menschen gab, sondern vor allem auch, dass in ihnen allen ein sie verbindendes Allgemeines zu entdecken war. Wie schon der junge Kant schreibt: \u00bbdaher die Seele eines Menschen in Indien mit der eines anderen in Europa, was die geistige Lage betrifft, oft die n\u00e4chsten Nachbaren sind.\u00ab<br \/>\nGerade innerhalb solcher Problemlagen paradoxer Weltprozesse und solchen Weltverstehens k\u00f6nnen Kant und wir dieselbe Frage stellen: \u00bbLeben wir denn nun jetzt in einem aufgekl\u00e4rten Zeitalter?\u00ab Unsere Antwort ist die Antwort Kants: \u00bbNein, aber wohl in einem Zeitalter der Aufkl\u00e4rung.\u00ab<br \/>\nEin solches war, so Kant, das Zeitalter Friedrichs (des Gro\u00dfen) mit seinen politischen und kognitiven Innovationen, \u2013 dem auch wir uns mit unseren demokratischen und digitalen Aufbr\u00fcchen als Aufkl\u00e4rungsbem\u00fchungen wohl zugesellt f\u00fchlen d\u00fcrfen.<br \/>\nWie wir Menschen nun, in unterschiedlichen Zeitaltern von Aufkl\u00e4rung, endlich auch selber zu Aufgekl\u00e4rten werden k\u00f6nnten, dazu gibt uns Kant in seinem Text in der Berlinischen Monatsschrift von (September) 1784 einige Hinweise.<br \/>\nDie Perspektive von Kants \u00dcberlegung ist dabei nicht, etwa mit althergebrachten Schulbegriffen im Empirischen unserer allt\u00e4glichen Weltverh\u00e4ltnisse auf bislang unerkannt Emanzipatorisches aufmerksam zu machen, sondern er richtet seinen neuen Weltbegriff von Subjektivit\u00e4t ganz auf unser Selberdenken. Hier macht er einige Schwierigkeiten namhaft, die wir Menschen selber zu bew\u00e4ltigen h\u00e4tten, wenn wir als Aufgekl\u00e4rte wollten gelten d\u00fcrfen. Dazu m\u00f6chte ich drei Aspekte hervorheben.<\/p>\n<p><em><strong>I. Kant als systemischer Aufkl\u00e4rer<\/strong><\/em><br \/>\nAls systemischer Aufkl\u00e4rer hat Kant ein Problem vor Augen: Er sah den zeitgen\u00f6ssischen Zustand seiner Wissenschaft, der Metaphysik, selber h\u00f6chst aufkl\u00e4rungs-bed\u00fcrftig: Wir kennen alle die kr\u00e4ftigen Metaphern, mit denen er diesen Zustand beschreibt \u2013 etwa seine Rede vom \u00bbbodenlosen Abgrund der Metaphysik\u00ab, dass sie \u00bbein finsterer Ocean ohne Ufer und ohne Leuchtt\u00fcrme\u00ab sei. Er will, wie er schreibt, den \u00bbScandal des scheinbaren Widerspruchs der Vernunft mit ihr selbst zu heben\u00ab versuchen.<br \/>\nUm das zu bereinigen schien ein Umsturz im philosophischen Denken vonn\u00f6ten, der an Radikalit\u00e4t nur mit der des Copernicus zu vergleichen w\u00e4re. So wie Copernicus den Blick \u00fcber die Erde hinaus in die Tiefe des Raums und der Zeit erweiterte, so hat Kant seinen Blick in die Tiefe unseres Verstandes und der Vernunft erweitert; hin ins Selberdenken als autopoietsches Verm\u00f6gen. Beide Male wird das Denken befreit vom Zwang zum Absoluten. Vern\u00fcnftiges Denken verl\u00e4uft nicht l\u00e4nger unter der Ma\u00dfgabe des sub specie aeternitatis (also unter dem Gesichtspunkt der Ewigkeit).<br \/>\nKants transzendental-philosophische Kritik aller Erkenntnis erzeugt eine im Vergleich zur alten universalistischen Metaphysik reduzierte Wissenspraxis. Er kapriziert sich auf die Diesseitigkeit und das Fragmentarische aller wissenswerten Dinge, er konzentriert sich auf das Endliche der Erscheinungen. Seine kritische, Kant sagt auch \u00bbskeptische\u00ab, Methode versteht er als \u00bbExperimentalphilosophie\u00ab. Kant wollte damit begreiflich machen, dass Erkennen ein Vorgang des Konstruierens ist, \u00bbwodurch man im Stande ist, den Zusammenhang der Dinge mit ihren Gr\u00fcnden [selber herzustellen und damit] deutlich einzusehen.\u00ab<br \/>\nZum Zweiten wollte Kant den Leuten klarmachen, dass es auch nicht-begriffliche, gewisserma\u00dfen soziale Gr\u00fcnde im empirischen Denken und im individuellen Verstand gibt, wodurch Denken und Verstand sich selber Schranken setzen im Bem\u00fchen, nun das Ganze der Welt, kurzum Alles erkennen zu wollen. Innerhalb dieser \u2013 objektiven wie subjektiven \u2013 Grenzen, auch um sie zu erkennen, fordert Kant die bedingungslose Freiheit im Denken. Das hei\u00dft sich frei zu machen von der Leitung und vom Erkenntnisinteresse anderer, \u2013 und wenn das nicht gel\u00e4nge, operierte der Denkende immer weiter im Status der Unm\u00fcndigkeit. Diese Unm\u00fcndigkeit w\u00e4re dann allerdings keine blo\u00df moralisch l\u00e4ssliche S\u00fcnde, sondern ein selbstverschuldeter Mangel in seiner Urteilskraft.<br \/>\nAuch das ist kein blo\u00df individuelles Problem: Jedes Denken f\u00fcr und in weisungsgebundenen oder weisungsgewohnten Gemeinschaften wird durch ein Unm\u00fcndigkeitsdefizit gepr\u00e4gt (deren gemeinschaftsstiftende Maxime ist u.a.: Das-musst-du-politisch-sehen).<\/p>\n<p><em><strong>II. \u203aSelberdenken\u2039 vs. Nachreden<\/strong><\/em><br \/>\nDas Aufkl\u00e4rungsbegehren begann in K\u00f6nigsberg mit einem gro\u00dfen Akkord, \u2013 n\u00e4mlich mit der Aufforderung, sich bei allen Belangen von Mensch und Welt k\u00fcnftig im Denken zu orientieren. Der philosophische Grund daf\u00fcr: Kant interessiert sich weniger f\u00fcr das Esse (das Sein) von Welt, als vielmehr f\u00fcr das Operari (das Handeln, das T\u00e4tige) in ihr.<br \/>\nKant pr\u00e4zisiert dieses Denkgebot: es kann aufkl\u00e4rungstheoretisch nur um eines gehen \u2013 nur um Selberdenken! Mut haben zum Selberdenken. Zur Definition des Selber-Denkers geh\u00f6rt, dass er anders denkt, \u00bbals man von ihm auf Grund seiner Herkunft, Umgebung, seines Standes und Amtes oder auf Grund der herrschenden Zeitansichten erwartet.\u00ab<\/p>\n<p>Mit diesem Selberdenken h\u00e4ngt auch Kants Neubestimmung von Philosophie zusammen, was von Hebbel einmal so erfasst wurde: \u00bbDer Kern der Kantischen Philosophie ist: da\u00df wir einen Gegenstand nur in so weit begreifen, als wir ihn in Gedanken vor uns werden zu lassen, ihn im Verstande zu erschaffen verm\u00f6gen.\u00ab<br \/>\nKant \u00fcberwindet das Verst\u00e4ndnis von Erkenntnis als blo\u00df widerspiegelnde, mimetische Leistung. Er f\u00fchrt unseren Begriff von Erkenntnis hin zu ihrem Verstehen als Konstruktion, als Experiment. Jetzt wird Erkenntnis als Poiesis gedacht. Das bedeutet, das, was als Erkenntnis gelten soll, muss \u2013 wie in der Mathematik \u2013 als herstellbar, konstruierbar ausgewiesen werden. Es sei soviel Wissenschaft in einer Erkenntnis, soviel Mathematik in ihr sei. Dies mache den Sinn von Selberdenken aus.<br \/>\nKurz: wie erkennen nur das als \u203aobjektiv\u2039, was wir \u2013 \u203asubjektiv\u2039 \u2013 aus uns heraus erzeugen. In Kants Worten: wir k\u00f6nnen n\u00e4mlich \u00bbnur das verstehen und Anderen mittheilen, was wir selbst machen k\u00f6nnen.\u00ab Oder, noch aus seinem Nachlasswerk Opus postumum, wo es hei\u00dft: \u00bbDa\u00df wir nichts einsehen (erkennen k\u00f6nnen), als was wir selbst machen k\u00f6nnen.\u00ab Das funktioniert aber nur unter der Grundbedingung: \u00bbWir m\u00fcssen uns aber selbst vorher machen.\u00ab Wie? \u2013 In einer \u00bbSelbstsetzung\u00ab.<br \/>\nAlso Selberdenken. Was bedeutet das? Ist nicht jedes Denken Selberdenken? Zumal wenn man z.B. selber viel liest? Es gibt ein Problem dabei, darauf hatten Kantianer der strikten Observanz aufmerksam gemacht: \u00bbLesen ist immer blo\u00df Surrogat des eigenen Denkens. Man l\u00e4\u00dft dabei seine Gedanken von einem andern am G\u00e4ngelband f\u00fchren.\u00ab (Schopenhauer, Parerga und Paralipomena II, \u00a7260)<br \/>\nHier wird dem Selberdenken zugemutet, eine Differenz in der Vernunft zu erkennen: es sollte die akkumulierende Potenz im Denken (eben lesen) und die ihr zugrunde liegende performative Dimension zu unterscheiden lernen.<\/p>\n<p>1. Dieser Appell zum Selberdenken kommt nat\u00fcrlich urspr\u00fcnglich aus der Universit\u00e4tspraxis: wie w\u00e4re das Selberdenken zu erkl\u00e4ren? Gerade das hatte eben Kant von seinen Studenten verlangt: \u2013 wenn ihr Philosophen werden wollt, dann d\u00fcrft ihr nicht nur das Wissen der Philosophen gewisserma\u00dfen \u203aauswendig\u2039 lernen, sondern ihr m\u00fcsst lernen, wie das Wissen der Philosophen zustande kommt, wie es logisch und sprachlich Gestalt und Form annimmt. Also: die jungen Leute sollen nicht \u203ablo\u00df\u2039 \u00bbGedanken, sondern denken lernen\u00ab, kurzum, es gelte fortan, nicht zuerst \u00bbPhilosophie zu lernen\u00ab, sondern es komme darauf an \u00bbjetzt philosophiren zu lernen.\u201c<br \/>\nDer auf \u203aPauken\u2039 (=Buchstabengelehrsamkeit) dressierte akademische Alltag mit allt\u00e4glicher Denkroutine (von Professoren wie Studenten) sollte \u00fcberwunden werden, \u2013 damit aber auch Denkfaulheit und die Bequemlichkeit, sich blo\u00df auf akademische und historische Autorit\u00e4ten zu berufen. Bei Disputationen sollten fortan eher Begriffe gelten, nicht zuerst Gef\u00fchle, nicht vertraute Vorlieben oder gerade aktuelle Meinungen, nicht immer wieder grassierende Sprachmoden und gruppenspezifische Vorurteile.<br \/>\nGenau diese \u203aDressur\u2039 des Geistes sollten Selberdenker k\u00fcnftig vermeiden. Aber wie? \u2013 Es bleibt dem Suchenden nur eins, n\u00e4mlich: \u00bbHabe Muth dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!\u00ab Denn \u00bbdas Selbstgedachte versteht man viel gr\u00fcndlicher als das Erlernte.\u00ab<br \/>\nWas h\u00e4tte man damit aber \u00fcber das Kognitive hinaus gewonnen? Kant sagt es: man bemerkt und \u00fcberwindet so seine Unm\u00fcndigkeit, und zwar eine h\u00f6chst selbstverschuldete Unm\u00fcndigkeit. Sie zu \u00fcberwinden ist f\u00fcr Kant das Entscheidende am Aufgekl\u00e4rt-sein, \u2013 nicht das blo\u00df begriffliche Resultat.<br \/>\n\u203aSelberdenken\u2039 ist eine vielschichtige ganzheitliche Aktion, Kant begreift sie nahezu als \u00bbSelbstthun\u00ab. Der Selberdenker operiert mit der performativen Kraft des Wortes (Logos). Der begreift sich als sich-selbst-Bestimmender. \u203aSelberdenken\u2039 ist so zu verstehen, wie das viele seiner Sch\u00fcler in Jena verstanden haben: als Thathandlung.<br \/>\nDiese Freiheit, zu denken, was man will, und zu sagen, was man denkt, wird einem nicht \u203avon oben\u2039 gew\u00e4hrt, sondern ist als das eingeborene Recht jedes Menschen zu begreifen und zu pflegen. Es jemanden verwehren \u00bbzu sagen, was er denkt\u00ab (Euripides), ist seit alters her Signum der Fremdbestimmung, des Untertanen, des Sklaven.<br \/>\nDieses Selberdenken also erst er\u00f6ffnet die Perspektive der Aufkl\u00e4rung: \u00bbSelbstdenken hei\u00dft den obersten Probirstein der Wahrheit in sich selbst (d.i. In seiner eigenen Vernunft) suchen.\u00ab Also nur, wenn man sich \u203aauf-den-Verstand\u2039 stellt, und nicht nur aufs Gef\u00fchl, nicht nur auf eine exzentrische Meinung oder auf das, was-alle-meinen, dann erst w\u00e4re eine neue Denk-Kultur des Pr\u00fcfens, der Skepsis, der Infragstellung und der Wahrheit, also Aufgekl\u00e4rt-sein m\u00f6glich.<\/p>\n<p>2. Das Selberdenken ist allerdings nicht zu verstehen als Alleine-Denken; vielmehr verhilft es dem Einzelnen zu einer \u00bballgemeinen Menschenvernunft\u00ab, hat also intersubjektivem Anspruch.<br \/>\nSie (die allgemeine Menschenvernunft) ist \u2013 seit Spinoza \u2013 zu begreifen \u00bbals Teil des unendlichen Verstandes\u00ab oder, um es noch einmal mit Goethe zu sagen: \u00bbUnd was der ganzen Menschheit zugetheilt [\u2026], \/ Will ich in meinem innern Selbst genie\u00dfen, [\u2026] Und so mein eigen Selbst zu ihrem Selbst erweitern.\u00ab<br \/>\nDieser Bezug auf-sich-selbst, auf den (eigenen) Verstand ist also nicht zu verstehen als ein asozialer, privatistischer Schritt weg aus der Gesellschaft, hin zu pers\u00f6nlichen Mutwillen und Egozentrik. Es ist umgekehrt gerade die zentrale Orientierung eben auf den Verstand ein Schritt hin zu unserem einzigen Verm\u00f6gen, uns in Natur, Gesellschaft und am Menschen orientieren zu k\u00f6nnen. Das wird prominent noch in Hegels Rechtsphilosophie verteidigt, wenn vom \u00bbDenken als Bewu\u00dftsein des Einzelnen in Form der Allgemeinheit\u00ab gesagt wird, \u00bbda\u00df Ich als allgemeine Person aufgefasst werde, worin Alle identisch sind. Der Mensch gilt so, weil er Mensch ist, nicht weil er Jude, Katholik, Protestant, Deutscher, Italiener usw. ist.\u00ab<br \/>\nIm Selberdenken wird also nicht auf etwas Individuell-Empirisches, auf etwas Einzelnes, Begabtes hingewiesen, sondern Kant will uns mit dem Selberdenken das Allgemeine in uns Menschen zu erkennen geben. Dass eben das, was uns alle \u00fcber das Besondere (in uns) hinaus verbindet, das ist, dass wir Menschen sind.<br \/>\nZwei gro\u00dfe Kant-Verehrer, die seine Zeitgenossen waren, haben diese Leistung Kants, in jeder besonderen Person (und ihrer je verschiedenen sozialen, politischen oder ethnischen Maske) ihr Allgemeines als Mensch zu bemerken, zum Begreifen gebracht. Es sind beide Male wir Deutsche, die im allt\u00e4glichen Umgang mit der Allgemeinbestimmung \u203aMensch\u2039 so schwer zurecht kommen:<br \/>\nZum ersten H\u00f6lderlin (ihm war Kant der Moses unserer Nation) als er schrieb: \u00bbSo kam ich unter die Deutschen. \u2026 Barbaren von altersher, durch Flei\u00df und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarischer geworden [\u2026] ich kann kein Volk mir denken, das zerri\u00dfner w\u00e4re, wie die Deutschen. Handwerker siehst du, aber keine Menschen, Denker aber keine Menschen, Priester aber keine Menschen, Herrn und Knechte [\u2026] aber keine Menschen.\u00ab<br \/>\nUnd dann bei Goethe (ihm war Kant der vorz\u00fcglichste aller Denker) lesen wir: \u00bbZur Nation euch zu bilden, ihr hoffet es, Deutsche, vergebens; Bildet, ihr k\u00f6nnte es, daf\u00fcr freier zu Menschen euch aus.\u00ab<br \/>\nIn seinem Alterswerk Streit der Fakult\u00e4ten bezeichnet Kant dieses Selberdenken ganz prominent als den von verschiedenen Seiten her \u00bbverschrieenen Freiheitsgeist der Vernunft.\u00ab<br \/>\nDass wir die Tr\u00e4gheit der Unm\u00fcndigkeit gar nicht untersch\u00e4tzen d\u00fcrfen, war in der geistigen Umwelt Kant durchaus ein Problem. Von Lichtenberg ist in seinem Unversit\u00e4tsalltag die Wahrnehmung \u00fcberliefert: \u00bbWenn er seinen Verstand gebrauchen sollte, so war es ihm, als wenn jemand, der best\u00e4ndig seine rechte Hand gebraucht hat, etwas mit der linken tun soll.\u00ab<br \/>\nDurch Kants intellektuelle Praxis bemerken wir: Aufkl\u00e4rung ist vorrangig Selbsterziehung und Selbstkritik. Nur wir selber k\u00f6nnen uns aus einer Unm\u00fcndigkeit befreien, die ganz und gar nicht nat\u00fcrlich ist, auch wenn sie uns l\u00e4ngst sozial zur zweiten Natur geworden sein sollte.<\/p>\n<p><em><strong>III. Vormundschaft als Gefahr beim Selberdenken<\/strong><\/em><br \/>\nAber: um das \u00bbJoch der Unm\u00fcndigkeit\u00ab, \u2013 um, wie Kant sagt, unsere \u00bbbeinahe zur Natur gewordene[n] Unm\u00fcndigkeit\u00ab wirklich abwerfen zu k\u00f6nnen, scheint neben der Arbeit an sich selber (eben Mut zu haben, selber zu denken) noch ein weiterer Schritt n\u00f6tig zu werden. Was damit gemeint sein k\u00f6nnte, darauf verwies einer der Freunde aus Kants Tischgesellschaft. Es war sein alter Hausfreund Johann Georg Hamann, der hier ein neues Stichwort in die K\u00f6nigsberger Diskussion einbrachte.<br \/>\nHamann verlagert das Problem sozusagen wieder in den \u203adiskursiven Raum\u2039. Und er bestimmte dann das, was er \u00bbwahre Aufkl\u00e4rung\u00ab nennt neu: er sagt, dass sie im \u00bbAusgange des unm\u00fcndigen Menschen aus einer allerh\u00f6chst selbst verschuldeten Vormundschaft bestehe.\u00ab<br \/>\nDamit bewegt man sich hier wieder inmitten unserer heutigen allt\u00e4glichen Problemzonen, wenn man bemerkt, wie schnell sich Vormundschaften bilden, wieviele allzu bereit sind, sich mit anderen zu diskursfreien Netzwerken zusammenzuschlie\u00dfen. In der Sprache von heute hei\u00dft das: Alles \u203aPrivate\u2039 \u2013 also ein naturw\u00fcchsig Individuelles \u2013 sei eben sofort \u203aPolitisch\u2039, und das wohl in dem Ma\u00dfe, dass man Anderen nachzufolgen sucht, sich in deren Diskurse einf\u00fcgt und deren neue Zusammenh\u00e4nge mittr\u00e4gt, \u2013 sich also deren Dominanz als Vormundschaftlichkeit zu eigen macht.<br \/>\nDer intellektuelle Anspruch auf Denkfreiheit, um die man sich als selbstbestimmter Einzelner gef\u00e4llig immer zu k\u00fcmmern hat, ist f\u00fcr Hamann nat\u00fcrlich aller Ehren wert; da ist er mit Kant d\u2019accord. Aber Hamann bleibt gegen\u00fcber dem vielfach fremdbestimmenden Alltag skeptisch, \u2013 auch seinerzeit, gerade auch gegen\u00fcber modernen Obrigkeiten, denn: Was hilft mir daheim, zu Hause, das [offiziell verb\u00fcrgte] \u00bbFeyerkleid der Freyheit, wenn ich beruflich [d.i. auf der B\u00fchne, Katheder, Redaktion oder Kanzel allt\u00e4glich von Vormundschaft geschurigelt] im Sklavenkittel sitze?\u00ab Eine solche Klage ist leider auch heute immer noch hoch aktuell: Der Soziologe Heinz Bude hat neulich auf eine herrschaftstechnisch bemerkenswerte neue Terminologie aufmerksam gemacht, als er bekannt machte, dass man in hohen ministeriellen Kreisen unseres Landes \u00fcberlegt habe, wie man aufseiten der Bev\u00f6lkerung \u203aFolgebereitschaft\u2039, also Gehorsam erzeugen k\u00f6nne.<br \/>\nSchon der K\u00f6nigsberger Aufkl\u00e4rungsdisput im Hause Kant kalkuliert also eine Wahlverwandtschaft von Unm\u00fcndigkeit und Vormundschaft ein.<br \/>\nKant versucht seine Unm\u00fcndigkeits-These mit der Hamanns zu verbinden. Er macht drei Modalit\u00e4ten im Geflecht von Unm\u00fcndigkeit und Vormundschaft namhaft:<br \/>\n\u2022 \u00bbUnm\u00fcndigkeit unter Vormundschaft der Gelehrten<br \/>\n\u2022 Unm\u00fcndigkeit unter Vormundschaft der Regenten<br \/>\n\u2022 Unm\u00fcndigkeit unter Vormundschaft des Geschlechts.\u00ab<\/p>\n<p>Wenn Vormundschaft und Unm\u00fcndigkeit in der allgemeinen Kultur einer Gesellschaft sich Platz schaffen sollten, dann w\u00fcrde bald das Selberdenken unter Verdacht der Unvernunft und Verantwortungslosigkeit kommen.<br \/>\nKant sieht aber eine M\u00f6glichkeit, aus dieser Verschlingung von Unm\u00fcndigkeit und Vormundschaft herauszukommen. Und in der Demontage dieser doppelten Verschr\u00e4nkung des Massenbewusstseins \u2013 das Unm\u00fcndige als Vormund \u2013 sieht auch Hamann den Ansatz f\u00fcr eine wirklich aufkl\u00e4rerische Initiative: \u00bbDenn hier liegt eben der Knoten der ganzen politischen Aufgabe.\u00ab Also: wie k\u00f6nnte man die Vormundschaft loswerden?<br \/>\nKant zeigt einen Weg: Damit ist verbunden, dass man sich zun\u00e4chst vom sozusagen absoluten Vormund befreien muss. Kant skizziert ihn als einen, der noch sagen konnte und durfte, \u00bbwas ein Freistaat [=Republik] nicht wagen darf: (n\u00e4mlich) r\u00e4sonniert, so viel ihr wollt, und wor\u00fcber ihr wollt; nur gehorcht.\u00ab Im Freistaat (in der Republik) schweigt dieser Vormund. \u2013 Statt Vormundschaft hofft Kant auf allt\u00e4gliche Dispute, Verhandlungen, auch auf Streit zwischen Fraktionen und Fakult\u00e4ten.<br \/>\nDie gro\u00dfe geistige wie institutionelle Hoffnung Kants f\u00fcr die Polis war es dabei, die Universit\u00e4t in republikanischer Form neu zu organisieren, mit der damit neu verbundenen Freistellung der Philosophischen Fakult\u00e4t als autonomer Kritikerin, derzufolge sie \u00bbin Ansehung ihrer Lehren vom Befehle der Regierung unabh\u00e4ngig, keine Befehle zu geben, aber doch alle zu beurtheilen die Freiheit habe.\u00ab<br \/>\nDamit w\u00fcrde sich, so hofft Kant, in der Gesellschaft der \u00bbHang und Beruf zum freien Denken\u00ab befeuern lassen und es k\u00e4me allm\u00e4hlich dazu, \u00bbden Menschen, der nun mehr als Maschine ist, seiner W\u00fcrde gem\u00e4\u00df zu behandeln.\u00ab (Damit endet Kants Aufkl\u00e4rungsessay \u2026)<\/p>\n<p>Unser Fazit:<br \/>\nWir wissen: Mit dem Verschwinden des absoluten Vormunds verschwindet das Institut der Vormundschaft nicht schon. Es demokratisiert sich sozusagen \u2013 und Vormundschaft wird divers. Die obrigkeitliche Vormundschaft verliert ihre Macht, sie verwandelt sich, sie wird nachbarschaftlich und kollegial. Gerade dieser Umstand zeigt an, wie n\u00f6tig Aufkl\u00e4rung immer bleiben wird. Gegen sie werden immer wieder Vorw\u00fcrfe, Einspr\u00fcche und auch Spott zu erwarten sein. Zumal sie politischen Gemengelagen h\u00e4ufig als Donquichotterie erscheint.<br \/>\n&#8230; Alles vom 24.6.2024 von Stefen Dietzsch bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.globkult.de\/gesellschaft\/modelle\/2376-immanuel-kant-und-die-koenigsberger-kontroversen-zur-aufklaerung\">https:\/\/www.globkult.de\/gesellschaft\/modelle\/2376-immanuel-kant-und-die-koenigsberger-kontroversen-zur-aufklaerung<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Steffen Dietzsch ist Professor f\u00fcr Philosophie an der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin und Direktor des Kondylis-Instituts f\u00fcr Kulturanalyse und Alterationsforschung (Kondiaf). Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Kantforschung und -biographik, Philosophie des Deutschen Idealismus und europ\u00e4ische Nietzsche-Rezeption.<\/em><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rassismusvorw\u00fcrfe gegen Immanuel Kant<\/strong><br \/>\n<strong>Philosophen streiten um die Deutungshoheit &#8211; Dabei wird es nicht bleiben<\/strong><br \/>\nBj\u00f6rn Schumacher<br \/>\n.<br \/>\nDer \u201eAntirassismus\u201c ist jenes Problem, als dessen L\u00f6sung er sich feiert. L\u00e4ngst hat der zivilreligi\u00f6se Furor Politik, Medien und Universit\u00e4ten erreicht. Konservative oder wirtschaftsliberale Autoren kriegen in deutschen H\u00f6rs\u00e4len, Rundfunk- und Verlagsanstalten kaum eine Plattform (\u201e<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/deplatforming\/\">Deplatforming<\/a>\u201c) oder werden durch Boykotte an der Weitergabe ihrer Thesen gehindert (\u201e<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/cancelculture\/\">Cancel Culture<\/a>\u201c). Zerst\u00f6rt werden auch Statuen historischer Gestalten, die in der jakobinerhaften Vorstellungswelt der T\u00e4ter Bez\u00fcge zum \u201eRassismus\u201c haben.<br \/>\nDas Ganze erinnert an 1968. \u201eUnter den Talaren Muff von tausend Jahren\u201c krakeelten radikalisierte Studenten, die sich von der Frankfurter Schule um Adorno, Horkheimer und Habermas inspiriert f\u00fchlten. Neu ist, da\u00df sich \u2013 wieder in Frankfurt \u2013 antirassistisches Aufbegehren gegen eine Lichtgestalt abendl\u00e4ndischer Philosophie richtet: Immanuel Kant, den Sch\u00f6pfer des kategorischen Imperativs und Urvater des ethischen Universalismus. \u201eKant \u2013 ein Rassist?\u201c, lautet der Titel einer Online-Diskussionsreihe der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universit\u00e4t im Wintersemester 2020\/21.<\/p>\n<p>Der provozierende Titel hat allerdings eine gewisse Substanz. Wiederholt hat Kant (1724\u20131804) fremde V\u00f6lker aufgrund ihrer Hautfarbe pauschal herabgesetzt, etwa in der \u201ePhysischen Geographie\u201c von 1802, keiner eigenh\u00e4ndig verfa\u00dften, aber offenbar mit seiner Billigung unter seinem Namen publizierten Vorlesungsnachschrift: \u201eDie Menschheit ist in ihrer gr\u00f6\u00dften Vollkommenheit in der Race der Wei\u00dfen. Die gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die Neger sind weit tiefer, und am tiefsten steht ein Theil der amerikanischen V\u00f6lkerschaften.\u201c<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Hierarchien entwarf Kant in seinem Essay \u201eBeobachtungen \u00fcber das Gef\u00fchl des Sch\u00f6nen und Erhabenen\u201c (1764), wo es unter anderem hei\u00dft: \u201eAllein kurzum, dieser Kerl [ein Negerzimmermann] war vom Kopfe bis auf die F\u00fc\u00dfe ganz schwarz, ein deutlicher Beweis, da\u00df das, was er sagte, dumm war.\u201c Erw\u00e4hnt sei auch der Aufsatz \u201e\u00dcber den Gebrauch teleologischer Prinzipien\u201c (1788). \u201eUnverbildet\u201c und widerspr\u00fcchlich zugleich doziert Kant: \u201eDie Einwohner Amerikas sind unf\u00e4hig zu aller Cultur\u201c, weshalb diese \u201eRasse \u2026 noch tiefer unter dem Neger selbst steht, welcher doch die niedrigste unter allen Stufen einnimmt\u201c.<\/p>\n<p>Wurde Kant jahrhundertelang fehlinterpretiert? War er unter dem Deckmantel seines ethischen Universalismus eine Speerspitze der Gegenaufkl\u00e4rung, ein einsamer \u201eWutb\u00fcrger\u201c im Kampf gegen die politische und philosophische Moderne? Die Antwort klingt unspektakul\u00e4r. \u201eNat\u00fcrlich ist Kant hier Kind seiner Zeit\u201c, schreibt der Philosoph und Kant-Forscher Marcus Willaschek, Initiator der Frankfurter Diskussionsveranstaltung. Und weiter: \u201eDer herabsetzende Blick auf Menschen anderer Hautfarbe ist ein im 18. Jahrhundert wie heute weitverbreitetes Ph\u00e4nomen, von dem selbst ein scharfsinniger Kritiker wie Kant sich nicht freimachen konnte.\u201c<\/p>\n<p>Der kategorische Imperativ w\u00e4re ohne inhaltliche Anreicherung noch kein Bollwerk gegen Rassismus. Wolff hebt daher Kants Universalismus hervor mit dem Grundsatz, da\u00df es ein urspr\u00fcngliches, jedem Menschen kraft seiner Menschheit zustehendes Recht gibt.<\/p>\n<p>\u201eHerabsetzende Blicke\u201c und Rassenhierarchien lieferten damals auch der schwedische Naturforscher Carl von Linn\u00e9, sein deutscher Fachkollege Lorenz Oken sowie der G\u00f6ttinger Anthropologe Johann Friedrich Blumenbach. Der Maler, Arzt und Naturphilosoph Carl Gustav Carus unterschied zwischen \u201eTagv\u00f6lkern\u201c und \u201eNachtv\u00f6lkern\u201c, bei denen er ein starkes Gef\u00e4lle geistiger Begabung zu erkennen glaubte. Prominente \u201eRassentheoretiker\u201c des 19. Jahrhunderts waren der Evolutionsforscher Charles Darwin (JF 5\/21) und der Soziologe Max Weber, der 1895\/96 \u00fcber den \u201eewigen Kampf um die Erhaltung und Emporz\u00fcchtung unserer nationalen Art\u201c r\u00e4sonierte und \u00f6ffentlich erkl\u00e4rte: \u201eWir haben die Polen aus Tieren zu Menschen gemacht.\u201c<\/p>\n<p>Das Bem\u00fchen, einen differenzierten Blick auf den K\u00f6nigsberger Philosophen zu werfen, kann man Willaschek nicht absprechen. Sein scharfkantiges Verdikt \u201eKant war sehr wohl ein Rassist\u201c (FAZ, 23. Juni\/15. Juli 2020) schw\u00e4cht er alsbald wieder ab. Der gro\u00dfe Gelehrte sei \u201ekein Vordenker des Kolonialismus oder gar der nationalsozialistischen Rassenideologie\u201c gewesen. Wissenschaftliche Autorit\u00e4t impliziere nicht Unfehlbarkeit: \u201eKant war kein moralisches oder philosophisches Orakel; die Lekt\u00fcre seiner Schriften ersetzt nicht eigenes Denken und Urteilen.\u201c<\/p>\n<p>Dennoch erntete Marcus Willaschek Kritik. Heftig widersprach der Philosoph Michael Wolff, der seinem Fachkollegen ein ebenso plakatives \u201eKant war ein Anti-\u00adRassist\u201c entgegensetzte (FAZ, 9. Juli 2020). Er bezweifelt die Urheberschaft Kants an der \u201ePhysischen Geographie\u201c von 1802, st\u00f6rt sich vor allem an der synonymen Verwendung der Begriffe Gattung und Rasse und hebt hervor, da\u00df Kant von einem solchen Sprachgebrauch seit seiner Schrift \u201eVon den verschiedenen Racen der Menschheit\u201c (1775) dauerhaft abger\u00fcckt sei.<\/p>\n<p>Werfen wir einen Blick auf die Grundz\u00fcge von Kants Ethik. Sie ist eingebettet in die Unterscheidung zwischen empirischer und reiner Philosophie, von denen die erste \u201esich auf Gr\u00fcnde der Erfahrung fu\u00dft\u201c, w\u00e4hrend die zweite \u201elediglich aus Prinzipien a priori ihre Lehren vortr\u00e4gt\u201c (\u201eGrundlegung zur Metaphysik der Sitten\u201c = GMS, 1785). Damit korrespondiert der Kantsche Dualismus von ph\u00e4nomenaler (empirischer) und noumenaler (reiner) Welt. Da empirische Naturbeobachtung, so Kant, immer nur von einem (speziellen) Ph\u00e4nomen zum n\u00e4chsten schreite und daraus keine (generelle) Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit abgeleitet werden k\u00f6nne, lie\u00dfen sich allgemeing\u00fcltige Gesetze der Ethik beziehungsweise Sittlichkeit (Sittengesetze) nur in der reinen, noumenalen Vernunft aufsp\u00fcren.<\/p>\n<p>Aus dieser von empirischen Wahrnehmungen abgekoppelten Vernunft gewinnt Kant neben den Begriffen \u201eguter Wille\u201c und Pflicht einen \u201ekategorischen Imperativ\u201c, der in seiner ersten und bekanntesten \u201eVorstellungsart\u201c lautet: \u201eHandle nur nach derjenigen Maxime, von der du zugleich wollen kannst, da\u00df sie ein allgemeines Gesetz werde\u201c (GMS). Dieser Imperativ wurde als \u201erein formal\u201c, das hei\u00dft inhaltsleer gescholten. Zu Unrecht: Er erkl\u00e4rt erstens die Widerspruchsfreiheit und zweitens die Verallgemeinerungsf\u00e4higkeit zu notwendigen Bedingungen einer g\u00fcltigen moralischen Norm.<\/p>\n<p>Ohne inhaltliche Anreicherung w\u00e4re dieser Imperativ aber noch kein Bollwerk gegen Rassismus. Wolff greift daher auf Kants Einsicht zur\u00fcck, da\u00df alle Menschen \u201ezu einer und derselben Naturgattung\u201c geh\u00f6ren, \u201eweil sie durchg\u00e4ngig miteinander fruchtbare Kinder zeugen, \u2026. so gro\u00dfe Verschiedenheiten auch sonst in ihrer Gestalt m\u00f6gen an-getroffen werden\u201c. Folgerichtig bemerkt er: \u201eZu Kants Universalismus geh\u00f6rt der Grundsatz, da\u00df es ein \u2018urspr\u00fcngliches, jedem Menschen kraft seiner Menschheit zustehendes Recht gibt\u2019. \u2026 Dieser Grundsatz schlie\u00dft Rassendiskriminierung aus.\u201c Tats\u00e4chlich hat sich Kant in seinem Alterswerk \u201eMetaphysik der Sitten\u201c (MS, 1797) gegen den Kolonialismus gewandt, \u201ediese Art der Erwerbung des Bodens\u201c als \u201everwerflich\u201c kritisiert und alle Versuche, sie nach dem Grundsatz \u201eDer Zweck heiligt die Mittel\u201c zu rechtfertigen, als \u201eJesuitism\u201c angeprangert. Offenbar war er kein Freund des Jesuitenordens.<\/p>\n<p>Die Klassifizierung Kants als \u201eRassist\u201c mu\u00df befremden. Der zu seinen Lebzeiten unbekannte Begriff wird mehr und mehr zum politischen Kampfinstrument. Er sollte zun\u00e4chst einer gr\u00fcndlichen semantischen Analyse zugef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Wertungswiderspr\u00fcche in Kants Werk bleiben dennoch bestehen. Zwar ist sein Begriff der Menschenrasse nicht als empirischer Begriff, sondern als \u201eIdee\u201c der reinen Vernunft konzipiert. Kants pauschal abwertende S\u00e4tze \u00fcber nicht-wei\u00dfe V\u00f6lker k\u00f6nnen aber kaum dieser Vernunft entsprungen sein. Tun sie auch nicht. Sie beruhen auf Reiseberichten des spanischen Gelehrten Antonio de Ulloa, laut Kant \u201eein vorz\u00fcglich wichtiger Zeuge\u201c mit profundem Wissen \u00fcber den amerikanischen Doppelkontinent, und sind eindeutig empirischer Herkunft.<\/p>\n<p>Haben wir es also mit einem doppelten Immanuel Kant zu tun? Steht dem universalistischen Philosophen der reinen, praktischen Vernunft ein mit derben Parolen die \u201eStammtische\u201c des 18. Jahrhunderts aufwiegelnder, vernunftbefreiter Empiriker gegen\u00fcber? Die Frage mag \u00fcberspitzt klingen; einen berechtigten Kern hat sie allemal, und es wirkt verbl\u00fcffend, da\u00df sie in der jetzigen Sch\u00e4rfe zuvor nie gestellt wurde. Auch antisemitische Ausf\u00e4lle Kants sollten nicht unter den Tisch fallen. Juden prangerte er als \u201eVampyre der Gesellschaft\u201c und \u201eNation von Betr\u00fcgern\u201c an (\u201eAnthropologie in pragmatischer Hinsicht\u201c, 1797). Hinzu kommt sein nach heutigem Moralkonsens kaum akzeptables Lob der Todesstrafe. Deren Gegnern bescheinigte der auf Vergeltung pochende Kant \u201eteilnehmende Empfindelei einer affektierten Humanit\u00e4t\u201c (MS, 1797).<\/p>\n<p>Was steckt dahinter? Bem\u00fchte sich der K\u00f6nigsberger Philosoph, durch Einstreuen humanit\u00e4tsferner Inhalte die 1788 im K\u00f6nigreich Preu\u00dfen geschaffene Zensurbeh\u00f6rde zu bes\u00e4nftigen und von liberalen Konsequenzen seines ethischen Universalismus abzulenken? Das k\u00f6nnte zumindest f\u00fcr seine Ver\u00f6ffentlichungen nach 1788 gelten. Eine weitere Erkl\u00e4rung mag in der evolution\u00e4ren Grundausstattung liegen, die spontane Ablehnungen und Abwertungen des Andersartigen umschlie\u00dft und vor au\u00dfergew\u00f6hnlichen Denkern keineswegs haltmacht. Obendrein hatte Kant im Preu\u00dfen des 18. Jahrhunderts kaum eine Gelegenheit, seine Vorurteile durch Kontakte mit Angeh\u00f6rigen fremder V\u00f6lker zu korrigieren.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund mu\u00df die Klassifizierung Kants als \u201eRassist\u201c befremden. Der zu seinen Lebzeiten unbekannte Begriff wird mehr und mehr zum politischen Kampfinstrument. Er sollte zun\u00e4chst einer gr\u00fcndlichen semantischen Analyse zugef\u00fchrt werden, damit die Debatte \u201emit klaren Begriffen ausger\u00fcstet\u201c (David Hume) weitergehen kann (dazu Mathias Pellack, \u201eEr, Kant, der Rassist\u201c, JF 50\/20).<\/p>\n<p>Thomas Sowell, afroamerikanischer \u00d6konom und Historiker, bringt es auf den Punkt: \u201eDas Wort Rassismus ist wie Ketchup, man kann es auf alles draufschmieren; und wenn man nach Beweisen fragt, macht einen ebendies zum \u2018Rassisten\u2019.\u201c Wer das bezweifelt, sollte sich mit den Dogmen der sogenannten Critical Race Theory befassen \u2013 ein Sammelsurium wirrer, unausgegorener Gedankenfetzen. Auch wenn Marcus Willaschek fordert, Kant nicht aus geisteswissenschaftlichen Diskursen zu verbannen, steht zu bef\u00fcrchten, da\u00df ein bildungsferner, fanatisierter \u201eStudierenden\u201c-Mob genau das anstreben wird.<\/p>\n<p>Dabei wird es nicht bleiben. Der Frankfurter Sozialphilosoph und fr\u00fchere Habermas-Sch\u00fcler Axel Honneth hat schon beizeiten die Richtung vorgegeben. Beim Festakt der Stadt Stuttgart zum 250. Geburtstag Georg Wilhelm Friedrich Hegels (1770\u20131831) r\u00fcgte er \u201erassistische\u201c \u00c4u\u00dferungen des gro\u00dfen Dialektikers. Dieser habe ma\u00dfgebend zur Schaffung einer Legitimationsressource f\u00fcr den neuzeitlichen Kolonialismus beigetrage<\/p>\n<p><em>Dr. Bj\u00f6rn Schumacher, Jahrgang 1952, ist Jurist. Bekannt wurde er durch die Studie \u201eDie Zerst\u00f6rung deutscher St\u00e4dte im Luftkrieg\u201c (Graz 2008). Auf dem Forum schrieb er zuletzt \u00fcber die Verdr\u00e4ngung moderner Wissenschaft durch Zivilreligion (\u201eR\u00fcckw\u00e4rts in die Zukunft&#8220;)<br \/>\n<\/em>\u00a0.<br \/>\n&#8230;. Alles vom 12.2.2021 von Bj\u00f6rn Schumacher bitte lesen in der JF , 7\/21, Seite 18<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.junge-freiheit.de\">https:\/\/www.junge-freiheit.de<\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Johannes Eisleben: Journalisten im Kant-Test<\/strong><br \/>\nFragte man <a title=\"Journalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/\">Journalisten<\/a> von den \u00f6ffentlichen oder privaten Leitmedien, ob sie sich f\u00fcr <a title=\"Aufklaerung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/\">aufgekl\u00e4rt<\/a>, tolerant und weltoffen halten und ob sie \u00fcber common sense (was man fr\u00fcher Gemeinsinn oder sensus communis nannte) verf\u00fcgen, w\u00fcrden sie dies sofort bejahen. Viele sehen in der Erf\u00fcllung genau dieser Eigenschaften sogar ihre Individuation, den Kern ihrer Identit\u00e4t. Wie sieht es damit wirklich aus?<\/p>\n<p>Der mit Abstand wichtigste und tiefsinnigste Aufkl\u00e4rungsphilosoph, Immanuel Kant, hat vor 229 Jahren in einem seiner drei Hauptwerke, der Kritik der Urteilskraft, einen <em><strong>Test f\u00fcr Gemeinsinn<\/strong><\/em> entwickelt, der bis heute nichts von seiner G\u00fcltigkeit verloren hat. Er definiert Gemeinsinn anhand von drei Maximen:<\/p>\n<p>1. Selbstdenken<br \/>\n2. An der Stelle jedes anderen denken<br \/>\n3. Jederzeit mit sich selbst einstimmig denken<\/p>\n<p>Wer diese Maximen erf\u00fcllt, verf\u00fcgt \u00fcber common sense, ist aufgekl\u00e4rt, tolerant und weltoffen. Was meint Kant genau? Gehen wir durch die drei Maximen und schauen einmal, wie die Journalisten im Kant-Test abschneiden.<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Kant-Test Teil 1<\/strong><br \/>\nSelbstdenken bedeutet nach Kant die Vermeidung einer passiven Vernunft, dem Gegenteil von Selbstdenken. Passive Vernunft f\u00fchrt zum Vorurteil. Das schlimmste Vorurteil nennt Kant den Aberglauben, der eintritt, wenn man sich Prozesse der Natur als nicht durch physikalische Gesetze gegeben vorstellt, also versucht, sich Naturereignisse anders als durch die Anwendung des naturwissenschaftlichen Verstandes zu erkl\u00e4ren. Aufkl\u00e4rung ist f\u00fcr Kant in diesem Zusammenhang der Ausgang aus dem Aberglauben, an anderer Stelle spricht er bekanntlich vom \u201eAusgang aus der selbst verschuldeten Unm\u00fcndigkeit\u201d. Um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob das Gros der Journalisten den ersten Teil des Kant-Tests bestehen, betrachten wir kurz, was sie in erdr\u00fcckender Mehrheit zu den Themen Klimawandel und Kernenergie schreiben und sagen, denn beide drehen sich um den Bereich der Naturgesetze, f\u00fcr deren Verarbeitung Kant die erste Maxime definiert hat.<\/p>\n<p>Zum Klima lesen und sehen wir von der ARD bis zur (N)ZZ, dass das Spurengas Kohlendioxid die mit Abstand wichtigste Ursache des Klimawandels sei und wir \u2013 so viele, aber nicht alle Texte \u2013 aufgrund des anthropogenen Klimawandels alsbald mit einer apokalyptischen Klimakatastrophe zu rechnen h\u00e4tten. Die erste Aussage postuliert eine Kausalit\u00e4t im Naturgeschehen, die so monokausal mit Sicherheit nicht zutrifft, da zahlreiche andere Faktoren als CO2 den Klimawandel prominent bestimmen. Selbst wenn wir den gesamten vom Menschen verursachten CO2-Ausstoss abstellen k\u00f6nnten, w\u00fcrde das Klima nicht in einen immerw\u00e4hrenden Gleichgewichtszustand verfallen, denn sein Wandel ist eine geophysikalische und -historische Notwendigkeit. Es wird entweder k\u00e4lter oder w\u00e4rmer \u2013 gleich bleiben will es einfach nicht.<\/p>\n<p>Des weiteren k\u00f6nnen wir die Bedeutung des CO2 daf\u00fcr gar nicht kennen, weil unsere Modelle deterministisches Chaos und hyperkomplexe Systeme abzubilden versuchen, bei denen man mit Hilfe der Modelle eine hypothetische Kausalbeziehung per se nicht beweisen oder negieren kann. Daher entspricht eine Reduktion der Verursachung des Klimawandels auf das Spurengas logisch dem Glauben an nicht durch Gesetze gegebene Naturereignisse. Somit ist sie nach Kant Aberglaube. Das gleiche gilt f\u00fcr die Behauptung, die Klimakatastrophe sei schon so gut wie sicher \u2013 in Wirklichkeit zeugt diese These davon, dass ihre Vertreter die mathematischen Eigenschaften der Klimamodelle nicht verstanden haben und deren Ergebnisse vollkommen verstandeswidrig bewerten: ebenfalls Aberglaube nach Kant.<\/p>\n<p>Zur Kernenergie lesen wir in zahlreichen Medien immer wieder, sie tauge nicht zur CO2-armen Energieproduktion, da der M\u00fcll viel zu lange strahle und nicht sicher gelagert werden k\u00f6nne. Dieses Argument wird von Politikern und anderen Meinungstransporteuern landauf, landab st\u00e4ndig wiederholt. Damit negieren die Kollegen technisch neuere, auf den Naturgesetzen beruhende Brutverfahren, mit denen langstrahlender Atomm\u00fcll so verarbeitet werden kann, dass der resultierende hochradiokative M\u00fcll nur noch 300 Jahre lang strahlt. Auch hier werden Naturgesetze nicht beachtet. Kants Diagnose: Aberglaube. Weitere Unm\u00fcndigkeit steckt beispielsweise in der modernen Gender-Ideologie, wonach die biologischen Geschlechter eine rein soziale Konvention sind. Oder auch in dem Aberglauben, die Energieversorgung hochverdichteter Industriegesellschaften allein mit Hilfe neotoxischer (sogenannter \u201eerneuerbarer\u201d, aber auf andere Weise toxischer) Formen der Energiegewinnung sicherstellen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDurch die generelle Missachtung naturwissenschaftlicher Gesetze fallen die meisten Journalisten leider durch Teil 1 des Kant-Tests.<\/p>\n<p><strong>Kant-Test Teil 2<\/strong><br \/>\nLaut Kant bedeutet die zweite Maxime des Gemeinsinns (\u201ean der Stelle jedes anderen denken\u201d), dass ein Mensch sich \u201e\u00fcber die subjektiven Privatbedingungen des Urteils (\u2026) wegsetzen kann und aus einem allgemeinen Standpunkte \u00fcber sein eigenes Urteil reflektiert.\u201d Diese zweite Maxime definiert im Kern die politische Urteilskraft, die uns ein friedliches Zusammenleben mit anderen Menschen bei Vergemeinschaftungs- und Vergesellschaftungsvorg\u00e4ngen erlaubt. Testen wir auch sie mit Hilfe wichtiger Beispiele.<br \/>\nViele Journalisten der Leitmedien leben in gut situierten Wohnvierteln und haben sichere und gut bezahlte, protegierte Arbeitspl\u00e4tze, zu denen der Zugang schwierig ist. Sie haben sch\u00f6ne Wohnungen und kaufen in teureren Gegenden ein. Ihr Weg zur Arbeit kann in vielen F\u00e4llen gut ohne Auto bew\u00e4ltigt werden. Die Schulen, auf die ihre Kinder gehen, haben sehr geringe Quoten an Kindern aus problematischen Kultur- und Bildungsschichten.<br \/>\nViele von ihnen fordern offene Grenzen und verst\u00e4rkte Migration von Menschen aus Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten. Sie preisen dies als humanistische Haltung und verurteilen Menschen, die sich dagegen aussprechen, als unmenschlich, ja als rechtsextremistisch \u2013 Vorw\u00fcrfe zur politischen Gesinnung, die in Deutschland in ihrer H\u00e4rte kaum steigerungsf\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich setzen sie sich massiv f\u00fcr eine drastische Einschr\u00e4nkung des Individualverkehrs ein und verurteilen Menschen, die dem nicht zustimmen, als \u201eAutofetischisten\u201d oder \u201eModernisierungsverweigerer\u201d. Doch haben die Kollegen die zweite Maxime Kants angewendet?<br \/>\n2017 verdienten 32 Prozent aller Arbeitnehmer unter 2.000 Euro brutto im Monat (laut Bundesagentur f\u00fcr Arbeit). Diese Menschen wohnen nicht in den Innenst\u00e4dten, weil der Wohnraum dort zu teuer ist, sind oftmals auf das Auto angewiesen, um einzukaufen oder zur Arbeit zu fahren. Diejenigen, die gar zu den unteren 15 Prozent der Einkommensverteilung (weniger als 1.200 Euro brutto) geh\u00f6ren, sind sie bei der Wohnungssuche, am Arbeitsplatz, oder bei der Armenspeisung einer massiven Konkurrenz durch die neu zugewanderte Unterschicht aus arabischen und afrikanischen Regionen, die den gr\u00f6\u00dften Teil der Migranten ausmacht, ausgesetzt.<br \/>\nSie werden oftmals auch zuerst Opfer der stark ansteigenden Gewaltkriminalit\u00e4t, die von dieser sehr heterogenen Gruppe ausgeht, wie beispielsweise in der englischen Provinz. Leben sie in Ballungsr\u00e4umen, m\u00fcssen ihre Kinder in Schulen gehen, bei denen in vielen F\u00e4llen mehr als die H\u00e4lfte der Kinder im Grundschulalter Migranten oder deren Kinder sind und kein Deutsch sprechen. Wie sollen die Kinder des Prekariats und der unteren Mittelschicht unter diesen Umst\u00e4nden jemals eine Chance erhalten, der sozialen Schicht ihrer Eltern zu entkommen?<br \/>\nUnd wie sieht die Welt eigentlich aus Sicht eines Migranten aus, der sein Leben riskiert, um nach Deutschland zu kommen, hier dann aber nie eine ernsthafte Chance hat, wirtschaftlich Fu\u00df zu fassen, weil der Arbeitsmarkt hohe Qualifikationen und erstklassige Deutsch- und Kulturkenntnisse verlangt, die er nicht bieten kann? Der dann als einzigen Ausweg den Weg in die Kriminalit\u00e4t gehen muss? Diese Menschen aus pseudo-moralischen Gr\u00fcnden nach Europa zu locken, ist fahrl\u00e4ssig, weil es Herkunfts- und Ziell\u00e4ndern schadet.<\/p>\n<p>Offensichtlich haben sich viele unserer wohlmeinenden Kollegen niemals in die Lebenswelt dieser Menschen versetzt, wie Kant es verlangt. Ihre politische Urteilskraft versagt vollst\u00e4ndig, sie denken nur aus einem abstrakten, sterilen Gesinnungskanon heraus, der mit der Lebensrealit\u00e4t anderer Menschen, insbesondere der deutschen Unterschicht und dem unteren Kleinb\u00fcrgertum oder eben der Migranten, keine Ber\u00fchrung hat. Sie wollen sich auch nicht vorstellen, was die Motive von Intellektuellen sein k\u00f6nnten, die aus guten Gr\u00fcnden anders denken als sie. Vielmehr diffamieren sie diese bestenfalls als \u201erechtsradikal\u201c und verweilen vollst\u00e4ndig in den subjektiven Privatbedingungen ihres eigenen Urteils. Auch durch Teil 2 des Kant-Tests fallen sie durch.<\/p>\n<p><strong>Kant-Test Teil 3<\/strong><br \/>\nDie dritte Maxime beschreibt die \u201ekonsequente Denkungsart\u201d \u2013 die F\u00e4higkeit zum widerspruchsfreien Denken, nach Kant die Maxime der Vernunft. Wie ist es damit bestellt? F\u00fchren wir den dritten Teil des Tests anhand des Themas W\u00e4hrung durch. Viele Journalisten, auch der Wirtschaftsredaktionen, bef\u00fcrworten die Euro-Rettung, indem sie sie mit Vorstellungen von Solidarit\u00e4t und gar der Wahrung von Wohlstand und Frieden in der EU rechtfertigen.<br \/>\nDiese Worte klingen gut, positiv und irgendwie plausibel. Doch in Wirklichkeit werden f\u00fcr den Euro jedes Jahr hunderte von Milliarden von den europ\u00e4ischen Unter- und Mittelschichten zu den steinreichen Eigent\u00fcmern exportorientierter Unternehmen und den Wirtschaftsakteuren transferiert, die in teure Realg\u00fcter investieren k\u00f6nnen. Gleichzeitig vernichtet der Euro die Ersparnisse von hunderten Millionen Kleinsparern auf Sparb\u00fcchern und in Lebens- oder Rentenversicherungen, erzeugt im S\u00fcden eine eisenharte strukturelle Massenarbeitslosigkeit und tr\u00e4gt mittelfristig wesentlich zur Zerst\u00f6rung der Sozialsysteme durch explodierende Staatsschulden bei.<br \/>\nSein notwendiger Zusammenbruch wird, wie \u00fcblich, die Armen treffen, je weniger man hat, desto h\u00e4rter. Der Euro bringt Dichotomie, Wirtschaftskrise, Leid, Armut und V\u00f6lkerhass statt Solidarit\u00e4t, Wohlstand und Frieden. Zumindest jeder Wirtschaftsjournalist, der den Zusammenhang von internationalen Handelsbilanzungleichgewichten und Kapitalfl\u00fcssen im VWL-Grundstudium verstanden hat, kann diese Zusammenh\u00e4nge leicht einsehen \u2013 wenn er den dritten Teil des Kant-Tests bestehen will, indem er versucht, widerspruchsfrei zu denken. Auch in dieser Hinsicht fallen die meisten Kollegen leider durch.<\/p>\n<p><strong>Das Testergebnis zusammengefasst<\/strong><br \/>\nInsgesamt besteht ein gro\u00dfer Teil der Journalisten der Leitmedien den Kant-Test nicht, noch nicht einmal in einem Teilbereich. Schaut man genau hin, erkennt man, dass die wenigen Beitr\u00e4ge in diesen Medien, die ihn ansatzweise bestehen, oft Gastbeitr\u00e4ge sind. Wer hingegen fest etwa bei ARD und ZDF, dem Spiegel, bei der Zeit, der SZ oder der FAZ \u2013 um nur einige Beispiele zu nennen \u2013 arbeitet, zeigt oftmals keinen oder sehr wenig sensus communis.<br \/>\n.<br \/>\nDas ist ein hartes Urteil. Denn es bedeutet, dass die Betroffenen eben am Kern der selbst behaupteten und wahrgenommenen aufgekl\u00e4rten Individuation vorbei leben. Sie schreiben nach den Kriterien des gro\u00dfen Chef-Aufkl\u00e4rers Immanuel Kant eben gerade nicht aufgekl\u00e4rt, tolerant und weltoffen. Sondern ihre Texte stecken voller Aberglauben, wenn es um Vorg\u00e4nge in der Natur geht. Ihr \u00f6ffentlich ge\u00e4u\u00dfertes Denken ist heteronom und unm\u00fcndig. Sie verweigern es, als wesentliche Konstituenten der demokratischen \u00d6ffentlichkeit selbstst\u00e4ndig zu denken und sind in dieser Funktion vollkommen unf\u00e4hig, sich in die Lebenswelt anderer Menschen hineinzuversetzen. Ihr Denken ist voller Widerspr\u00fcche und Inkonsistenzen. Dabei w\u00e4re es eigentlich ihre Aufgabe, Missst\u00e4nde aufzudecken, indem sie systematisch Gemeinsinn nutzen, damit das Gemeinwesen gedeihen kann. Stattdessen legitimieren sie Massenaberglauben, Unrecht und Gewaltmissbrauch und preisen sich dabei als die Anst\u00e4ndigen, die Haltung zeigen.<br \/>\nZur Verteidigung der Kollegen m\u00f6chte ich anmerken, dass viele sicherlich \u00fcber Gemeinsinn verf\u00fcgen, sich aber nicht mehr trauen, den Kant-Test \u00f6ffentlich zu bestehen. Denn dann w\u00fcrden sie auch in die \u201eKlimaleugner\u201d, \u201eNazis\u201d oder \u201eAutofetischisten\u201d eingereiht. Viele m\u00f6gen also insgeheim Gemeinsinn haben, aber es fehlt ihnen offenkundig die moralische Kraft, diesen auch zu zeigen.<br \/>\nWelche Hoffnung bleibt uns also? Zeiten wie die unsrige, in denen gebildete, intelligente Menschen kollektiv ohne massiven Gewaltdruck ihren Gemeinsinn aufgeben, sind historisch eher kurz, fast nie w\u00e4hren sie eine ganze Generation.<br \/>\n&#8230; Alles von Johannes Eisleben vom 4.10.2019 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/journalisten_im_kant_test\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/journalisten_im_kant_test<\/a><\/p>\n<p><em>Johannes Eisleben arbeitet als Systeminformatiker<\/em><br \/>\n<em> und lebt mit seiner Familie bei M\u00fcnchen.<\/em><\/p>\n<p>Mehr zu Eisleben:<br \/>\n12.8.2019<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/freiheit-der-wissenschaften\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/freiheit-der-wissenschaften\/<\/a><\/p>\n<p>Multikulti scheitert schon allein wirtschaftlich, 27.6.2019<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demografie\/bevoelkerungsaustausch\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demografie\/bevoelkerungsaustausch\/<br \/>\n<\/a>\u00a0.<br \/>\nDie linken Ideologie-Lieferanten der Superreichen, 24.2.2019<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/nationalstolz\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/nationalstolz\/<\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Einige Kommentare:<br \/>\n<strong>Ingenieure<\/strong><br \/>\nDie Grunds\u00e4tze des Mathematikers Immanuel Kant sind die wahren und ewigen Axiome der Ingenieure, die Kant in Worte fasste. Es ist m\u00fc\u00dfig wortreich zu philosophieren, wo doch nur diese genialen Ingenieure zum Bsp. unsere elektrische PC-Kommunikation, neben aller Industrialisierung und Zivilisation bewerkstelligt haben, und das nicht durch Gender-Texte, sondern durch vielmehr Vernunft und rationaler Konstruktivit\u00e4t. Also mit praktischem Wissen Dinge und Funktionen so zu kombinieren, dass es im Wettbewerb einer freien Wirtschaft den Lebensstandart erheblich verbessert, weil es mit Erfolg funktioniert und auch einfach zu bedienen ist. Die Imperative des Herrn Kant haben vor allem Linke und Glaubens-Funktion\u00e4re als erbitterte Gegner, denn da wo organisierte Dummheit die Vernunft ein- und aus-sperrt, um mit Macht und Verboten zu drohen und roh zu herrschen, sucht die n\u00fcchterne Intelligenz nach Alternativen, um dem b\u00f6sen Wahn zu entkommen. Aufkl\u00e4rung ist angewandte Intelligenz, ist logische Konsequenz hoher Rationalit\u00e4t und \u00fcberfordert so viele Journalisten wie hinterh\u00e4ltige Opportunisten die im Mainstream-Duft Merkels h\u00fcpfend apportieren.<br \/>\n4.10.2019, H.M., TO<\/p>\n<p><strong>Ohne Fachwissen gehts auch bei Kant nicht<\/strong><br \/>\nPunkt 3 des Kantschen Tests, also das konsequente Denken, wird den meisten Journalisten und hiesigen Kommentatoren wohl aus einfachstem Grund deswegen abgehen, weil das erforderliche Fachwissen fehlt. Man sollte aber zumindest eben wissen, wann man seine Klappe zu halten hat. Das sollte zum konsequenten Denken dazu geh\u00f6ren.<br \/>\n4.10.2019, P.F.H, TO<br \/>\n.<br \/>\nAuch wenn gro\u00dfe Teile der MSM-Journalisten den Kant-Test nicht bestanden haben, so haben sie doch seinen kategorischen Imperativ in abgewandelter Form verinnerlicht: \u201eSchreibe und rede so, dass die Maxime des Willens deiner schwarz-rot-gr\u00fcnen G\u00f6tzen jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten k\u00f6nne.\u201c Mir verursacht allein der Anblick der von unseren Zwangsgeb\u00fchren gem\u00e4steten \u00f6ffentlich-rechtlichen Speichellecker in den Endd\u00e4rmen der schwarz-rot-gr\u00fcnen Politkasper schon seit geraumer Zeit \u00fcbelste Flatulenzen und Darmkoliken, weshalb ich dieses Kroppzeug nur in hom\u00f6opathischen Dosen ertragen kann, z.B. als Fundst\u00fcck auf der Achse.<br \/>\n4.10.2019, J.K.<br \/>\n.<br \/>\nKant ist immer eine \u00dcberlegung wert. Der Gemeinsinn (sensus communis) wird nicht zuf\u00e4llig in der \u201cKritik der Urteilskraft\u201d abgehandelt. Dieses nach Kant verbindende Verm\u00f6gen ist wohl auch das, womit hier alles steht und f\u00e4llt. In der \u201cKritik der reinen Vernunft\u201d hei\u00dft es \u00fcber die Urteilskraft desillusionierend: \u201cDer Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen.\u201d Das geh\u00f6rt wohl hier zur Diagnose mit dazu.<br \/>\n4.10.2019, E.K., TO<br \/>\n.<br \/>\nDie meisten MSM-Journalisten w\u00e4ren sicherlich sehr stolz darauf, bek\u00e4men sie eine Bescheinigung, den Kant-Test nicht bestanden zu haben. Schlie\u00dflich hat vor einigen Jahren schon die sogenannte Universit\u00e4t Harvard \u201cdas Ende des Jahrhunderts der Wissenschaft und den Beginn des Jahrhunderts des Glaubens\u201d ausgerufen, und die MSM-Konsumenten wollen keine technische, logische, mechanistische, m\u00e4nnliche K\u00e4lte, sondern sie wollen Gef\u00fchl, sie wollen W\u00e4rme, sie wollen Mitmenschlichkeit und sanfte D\u00fcnste unter der Bettdecke, sie wollen eine Welt, in der man Gesetze auch mal ignorieren kann, sofern sie nicht sanfte Namen wie \u201cGute-Kita-Gesetz\u201d oder \u201cStarke-Familien-Gesetz\u201d tragen &#8211; kurzum, eine Welt wie direkt aus den Narrenkapiteln in Heines \u201cIdeen &#8211; das Buch LeGrand\u201d.<br \/>\n4.10.2019,F.N.,AO<br \/>\n.<br \/>\nWir legen die philosophische Aufkl\u00e4rung a la Immanuel Kant des 18. Jahrhunderts zugrunde. Ein genialer Kopf, der K\u00f6nigsberg (Kaliningrad heute) nie l\u00e4nger verlassen hat und ein \u201estrenger, h\u00f6chst belesener Mensch der damaligen Zeit\u201c gewesen ist. Und ich stimme ihm in allem zu. Das 21. Jahrhundert ist weit von Ernsthaftigkeit, effektiven Denkern und Dichtern (einige Autoren ausgenommen) entfernt. Das liegt in der Fl\u00fcchtigkeit und dem schnellen Geld und den vielen Wendehaelsen, die ihre Fahne immer in den f\u00fcr sie richtigen Wind halten. Und dabei sehr findig agieren. Das 21. Jahrhundert ist keines der Philosophie. Ein gro\u00dfer Verlust\u2026., den die wenigsten ahnen.<br \/>\n4.10.2019, A.S.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Ich liebe die Aufkl\u00e4rung und ihre Protagonisten<\/strong>,<br \/>\ndie die Fackel der Vernunft in das abergl\u00e4ubische Denken getragen haben. Aber die Fackel ist dabei zu verl\u00f6schen. Liebe Claudia Maack, danke noch einmal f\u00fcr Ihren genialen Kommentar zu einem anderen Achse-Artikel, in dem Sie schrieben, mit drei Grabkr\u00e4nzen eine Reise zu den Gr\u00e4bern von Newton, Kant und Voltaire antreten zu wollen mit ergreifend- makabrer Trauerbekundung auf der Kranzbeschriftung. Da w\u00fcrde ich auch gern mitreisen\u2026 Ich denke oft an die gro\u00dfen Aufkl\u00e4rer Europas. Sie w\u00fcrden sich im Grabe umdrehen, k\u00f6nnten sie sehen, wie dieses Land ihre Prinzipien verr\u00e4t. Die Vernunft ist immer gef\u00e4hrdet. Kritisch- rationales (langsames, gr\u00fcndliches) Denken muss immer wieder trainiert werden. DAS w\u00e4re eine Aufgabe f\u00fcr die Schule. Der Mensch neigt zu Aberglauben und Magie. Sonst h\u00e4tten Religionen und Esoterik nicht solche Macht. Aber zur\u00fcck zu den Journalisten: Entweder sind sie wirklich so dumm, kurzsichtig und unf\u00e4hig, ihre eigenen Widerspr\u00fcche zu erkennen oder sie haben Angst um ihren Job, sodass sie ihrem Arbeitgeber nach dem Mund reden bzw. schreiben, der (Arbeitgeber) sie ja auch laut Arbeitsvertrag (!) zu einer von oben verordneten \u201cHaltung\u201d verpflichtet. Die Misere liegt damit bei den Chefredaktionen und Blatteigent\u00fcmern. Ich frag mich immer: Warum ist diesen Meinungsmachern das Schicksal ihres Landes so gleichg\u00fcltig? Haben sie keine Vaterlandsliebe, keine Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr das, was an unserem Volk und seiner Geschichte auch anerkennungswert war? H\u00e4ngen sie auch wieder als Marionetten an Strippenziehern, die sich im Dunkeln verbergen?<br \/>\n4.10.2019, G.W., AO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Welche Hoffnung bleibt uns also?<\/strong><br \/>\nZeiten wie die unsrige, in denen gebildete, intelligente Menschen kollektiv ohne massiven Gewaltdruck ihren Gemeinsinn aufgeben, sind historisch eher kurz, fast nie w\u00e4hren sie eine ganze Generation. Das mag stimmen, aber selbst wenn diese Hoffnung nicht tr\u00fcgt, wird es zu sp\u00e4t sein. Diese Invasion aus der moslemischen Welt wird weitergehen und schon heute, wo die Grenzen weit offen stehen, ist es meiner Meinung nach zu sp\u00e4t. Wenn wir es aufhalten wollen, wird es blutig werden. Bisher bluten wir Deutschen, sind wir im Stande, die Invasoren bluten zu lassen? Die Energieversorgung wird zusammenbrechen. Die allgemeine Idiotie l\u00e4\u00dft ein Zur\u00fcck zur Vernunft nicht zu. Der gro\u00dfe Stromausfall wird geschehen und er wird, bef\u00fcrchte ich, die Machtergreifung durch die Moslems zur Folge haben. Bestens organisiert durch die Moscheen, gew\u00f6hnt daran, im Familien- und Sippenverband ihre Anspr\u00fcche durchzusetzen haben wir Vereinzelten, unseren Familien entfremdet und mit Freunden, deren Wehrhaftigkeit zweifelhaft ist, keine Aussicht uns zu behaupten. Diejenigen, die k\u00f6rperlich robust genug sind um Widerstand leisten zu k\u00f6nnen, soweit das ohne Waffen m\u00f6glich ist, sind wir, die prek\u00e4r besch\u00e4ftigten Arbeiter und die untere Mittelschicht. Warum sollten wir uns f\u00fcr einen Staat und all die daran h\u00e4ngenden parasit\u00e4ren Existenzen, zu denen ich die Journaille rechne, schlagen? Wir werden beschimpft, verachtet, denunziert, wenn wir dem Mainstream nicht nach dem Maul reden. Stromsperren, weil die Energiekosten ins Uferlose steigen, erzwungene Umz\u00fcge wegen steigender Mieten, im Rechtswesen die Erfahrung, im eigenen Land zweitklassig zu sein, die Abzocke durch st\u00e4ndig steigende Steuern und Abgaben lassen mich resignieren. Meine Hoffnung ist, da\u00df es den Profiteuren des Systems richtig dreckig gehen m\u00f6ge, da\u00df sie, wie in den Erz\u00e4hlungen meiner Eltern \u00fcber das Kriegsende, ihre Statussymbole f\u00fcr Butter und ein St\u00fcck Brot verh\u00f6kern m\u00fcssen.<br \/>\n4.10.2019, W.SCH, AO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Sie f\u00fchren, Herr EISLEBEN, ein scharfes Schwert<\/strong> ,<br \/>\nund Sie haben Recht damit ! Kein Ingenieur oder Techniker, gar Handwerker, k\u00f6nnte mit unfertigen, unn\u00fctzen Produkten lange \u00fcberleben. Schon gar nicht als Selbst\u00e4ndige. Ich habe es \u00f6fter gesehen, dass Mitsch\u00fcler mit schwachen Leistungen in Mathe und Physik tat-s\u00e4chlich Lehrer und Journalisten geworden sind. Bei n\u00e4herem Hinsehen oder Nachdenken konnte man regelm\u00e4\u00dfig feststellen, dass sie Redetalente waren und, hoffentlich, noch sind. Nun wei\u00df der Ingenieur aus der Praxis, das flotte Zungen oft nicht gut denken k\u00f6nnen. Und leider auch die Umkehrung zutrifft. Man sollte nicht glauben, welch ber\u00fchmte Schriftsteller sich in freier Rede nur mit Ablesezetteln behelfen konnten. Was soll aus einem Gut-Schw\u00e4tzer werden, etwa ein mathematiknaher Techniker ? Sie versagen sp\u00e4testens im Abitur, mancher r\u00fchmt sich noch mit seiner \u201cEhrenrunde\u201d. F\u00fcr\u2019s praktische Leben ist dieser Mensch weniger zu gebrauchen. Sie erf\u00fcllen wohl keine der Kantschen Grundregeln. Ihre Schwachstelle ist sp\u00e4ter die Abh\u00e4ngigkeit vom jeweiligen Arbeitgeber. Sie wissen das und gehen in den Kotau. Immer wieder und sp\u00e4ter immer \u00f6fter. Der Handwerker w\u00fcrde seinem Chef Eins pfeifen. Der Journo bleibt ein Gnom bis zum Ende. \u00dcbrigens, alle Rechenmodelle der Klimaforschung sind falsch. Fr\u00fchere Computer-Programmierer mussten die Erde als zweidimensional (Scheibe) annnehmen, nicht sph\u00e4risch wie n\u00f6tig. Weil die Rechenleistung nicht zureichend war. Diese Tatsache ist seit 1980 untergegangen gewesen, erst k\u00fcrzlich von Technikern neu entdeckt worden. Alles, was die SCHELLNHUBERs \u00e4u\u00dferten, muss nach Kant, logisch notwendig, Aberglaube sein. Denn es fehlen denen alle sicheren Beweise.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nFrei nach KANT: Wer sich auf die Natur und deren innenwohnenden Wissenschaften verl\u00e4sst, ist nie verlassen ! Es bedarf nur Flei\u00df, sich fr\u00fch darum zu k\u00fcmmern. Irgendwann hat auch ein m\u00e4\u00dfiges Talent begriffen, dass blo\u00dfes Schreiben das Leben nicht \u00e4ndert. Es geht nur zusammen mit h\u00f6chst pratktischer, messbarer Leistung. Zum Beipiel ein Buch zu schreiben, das dem Nutzer erkl\u00e4rt, wie man Sibirien durchquert. Aber es n\u00fctzt nur dem, der sich eine Bahnkarte der TRANSIB kauft. Statt sich auf das Panje-Pferd zu verlassen, dass \u00f6kologisch wertvoller ist. Nach neuerer Auffassung darf man als Westler solches Fleisch sowieso nicht essen. Der angetrunkene Russe wundert sich und der reitende Mongole versteht das auch nicht, Zumal der Westler solche Reisen rein zum Vergn\u00fcgen machte.<br \/>\n4.10.2019 A.D.<\/p>\n<p><strong>\u201eKritik der hysterischen Vernunft\u201c?<\/strong><br \/>\nBin gespannt, welcher Philosuff uns demn\u00e4chst eine Abhandlung zur \u201eKritik der hysterischen Vernunft\u201c vorlegen wird \u2013 kann auch nicht alles selber machen. Hysterie dient der Einstimmung zum Handeln, \u00e4hnlich wie Kriegs- oder Jagdt\u00e4nze. Man beginnt eher klein, gegen leicht zu stellende Minderheiten wie SUV-Fahrer, steigert dann von einem adagio cantabile hin zum crescento horribile und sagt den Leuten: Hinfort mit euch, ihr Klimavernichter, weg mit den K\u00e4rren aus einheimischer Produktion, kein Zement mehr(!), Zement zu produzieren setzt vier(!) mal so viel CO2 frei wie der gesamte weltweite Flugverkehr, H\u00e4user werden nicht gebaut, nicht f\u00fcr euch, ihr Nichtsnutze. So f\u00fchrt uns die Hysterie hin zu einer gewissen Geb\u00e4rm\u00fctterlichkeit, die klar stellt: Schluss, jetzt ihr Weibchen da drau\u00dfen, bleibt uns vom Leibe mit euren Geburten\u00fcbersch\u00fcssen \u2013 denn das ist der evolution\u00e4re Sinn der Hysterie: Wenn\u2019s eng wird, wenn\u2019s Futter weniger wird schon bald, wenn die Wohnh\u00f6hlen zu klein und zu teuer werden, dann ist die Zeit gekommen zu erkennen: Weniger ist mehr, mehr Pflanz, weniger Mensch \u2013 und alles entspannt sich zusehends, in saecula saeculorum, Amen. Und dann m\u00f6ge die Vernunft mit euch sein, Halleluja.<br \/>\n4.10.2019, G.G., AO<br \/>\n.<br \/>\nEin guter Text. Vor allem der zweite Punkt spricht mich an. Viele Journalisten sind \u201cbesser dran\u201d als der Grossteil der Menschen im Land. Dies gilt aber nicht nur f\u00fcr Journalisten, sondern auch f\u00fcr Politiker und andere Angeh\u00f6rige einer sogenannten Elite.<br \/>\n4.10.2019, R.K.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Gutmenschen k\u00f6nnen nie die Kantschen Maximen erf\u00fcllen<\/strong>,<br \/>\nda sie nur von ihrer Gesinnung her gesteuert sind. Dies ist quasi in deren Gehirnen fest verdrahtet. Da ist nichts mehr zu machen. Hierdurch erkl\u00e4rt sich auch deren panische Reaktion auf die logisch vorgetragene Argumente Andersdenkender mit den Abwehrworten \u201cNazi\u201d, \u201cFaschist\u201d etc. Man hat Angst davor, dass das vom Aberglauben beherrschte Weltbild Schaden nehmen k\u00f6nnte. Man kann dies sehr gut und exemplarisch auch an der Reaktion auf das letzte Buch von Thilo Sarrazin \u201cFeindliche \u00dcbernahme\u201d erkennen. Statt sich kritisch mit allen seinen Argumenten auseinander zu setzen, erfolgte \u00fcberwiegend eine pauschale Ablehnung und Verteufelung des Autors mit pers\u00f6nlichen Beleidigungen. Multi-Kulti und Vielfalt k\u00f6nnten besch\u00e4digt werden. Kant ist hier Lichtjahre entfernt.<br \/>\n4.10.2019, H.M., AO<\/p>\n<p>.<br \/>\nEinen Kant-Test k\u00f6nnen die Journalisten in unserem h\u00f6chst undemokratischen System auch nicht bestehen, Man muss sich R\u00fcckgrat auch finanziell leisten k\u00f6nnen. Unsere Parteiendiktatur l\u00e4sst so etwas nicht zu. Sie produziert Abh\u00e4ngigkeiten, vernichtet Existenzen, ist f\u00fcr manche lebensgef\u00e4hrlich, schafft reihenweise Opportunisten, und bef\u00f6rdert die schlechttesten Eigenschaften die Menschen besitzen. Die wenigen Aufgekl\u00e4rten nach Kant, k\u00f6nnen demzufolge auch ihre Ausgrenzung, Nazi-Beschimpfung, als Klima-Leugner oder Fremdenfeind bezeichnet zu werden richtig einordnen. Unertr\u00e4glich wird es aber, die Dummheit und Arroganz einiger Journalisten ertragen zu m\u00fcssen, das ist dann die Schmerzgrenze.<br \/>\n4.10.2019, J.H.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Wir sind der Natur ausgeliefert!<\/strong><br \/>\nAlles richtig, Herr Eisleben &#8211; und auch Alles falsch. Die Realit\u00e4t der von Ihnen beschriebenenMenschen ist nicht identisch mit Ihrer oder meiner Realit\u00e4t. Meine Realit\u00e4t, Ihre wohl auch, l\u00e4\u00dft nicht den Klimawandel, aber dessen Herkunft und dessen \u201cBek\u00e4mpfung\u201d, als Aberglaube erscheinen. Mit der gleichen Inbrunst und mit, in deren Augen eben so guten Argumenten, k\u00f6nnen die J\u00fcnger des anthropogenen Klimawandels auf mich zeigen: \u201cWie kannst du es wagen, 97% (oder 99,9) aller Wissenschaftler anzuzweifeln?\u201d In deren Augen bin ich der Realit\u00e4tsignorant. Da kann ich denen hundertmal erkl\u00e4ren, da\u00df deren \u201cKlimamodell\u201d auf der Annahme beruht, die Erde sei eine Scheibe. Da\u00df der alleine hierdurch verursachte Me\u00dffehler 100 Mal gr\u00f6\u00dfer ist als die \u201cgemessene\u201d Temperaturdifferenz. Die Klimaj\u00fcnger werden Argumente finden, die in deren Augen in der Lage sind, meines zu entkr\u00e4ften. \/\/\/ Sinngem\u00e4\u00df das Gleiche trifft auf Teil 2 und 3 des \u201cKant-Tests\u201d zu. Warum? Wir befinden uns nicht im Bereich \u201cexakter\u201d Wissenschaften. Dar\u00fcber, da\u00df 2&#215;2 = 4 ist, kann man sich schlecht streiten (es sei denn, man verf\u00fcgt noch \u00fcber einen Uraltcomputer der mit der Urversion DOS betrieben wird &#8211; der brachte das Kunstst\u00fcck fertig, 3,99Periode heraus zu bekommen). \ud83d\ude09 \u00dcber das, was in einer n\u00e4heren oder ferneren Zukunft eintreten k\u00f6nnte oder auch nicht, sehr wohl. \/\/\/ Jede genannte Kant-Maxime l\u00e4\u00dft sich seitens der \u201cKlima- und der \u20ac-J\u00fcnger\u201d gegen die \u201cKlima- und \u20ac-Skeptiker\u201d auch anwenden. Wirklich schade &#8211; aber m.E. wird uns Kant hier nicht weiter helfen k\u00f6nnen. Weder Sie noch ich oder sonstwer (und die Klimaj\u00fcnger nat\u00fcrlich auch nicht) k\u00f6nnen in die Zukunft schauen. Erst die wird Gewi\u00dfheit bringen, welche Meinung denn \u201crichtiger\u201d war. Hochwahrscheinlich werden sich beide als abgrundtief falsch erweisen. Denn das Leben, das Klima, die Wirtschaftsentwicklung sind keine linear ablaufenden Prozesse. Ein Vulkanausbruch, ein Komet, ein Krieg, der Fl\u00fcgelschlag eines Sperlings, kann jedes \u201cModell\u201d zu Fall bringen<br \/>\n4.10.2019, B.F.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Mainstream-Journalisten lesen Framing Manuals, aber doch nicht Kant.<\/strong><br \/>\nVerstehen w\u00fcrden sie den ohnehin nicht. Das ist doch auch so ein alter, wei\u00dfer Mann und au\u00dferdem Nazi.<br \/>\n4.10.2019, G.K.,<br \/>\n.<br \/>\nSehr geehrter Herr Eisleben, das f\u00fchrt zu der Frage, wie sog. \u00f6ffentliche Meinung entsteht, wer den sog. gesellschaftlichen Konsens bestimmt, nach dem \u201ealle\u201c f\u00fcr das Klima und Reffjutschiehs und gegen R\u00e4\u00e4chts h\u00fcpfen; wer ist \u201ewir\u201c, die \u201ehier diktieren, wie ne Gesellschaft auszusehen hat\u201c? Ich kann diese Frage auch nicht beantworten. Der einzelne Journalist hat auch Rechnungen zu bezahlen und meist keine beruflichen Alternativen, sollte er in Ungnade fallen. Im waagerecht fallenden Schnee auf der Baustelle zu arbeiten, statt im gut geheizten B\u00fcro, ist nicht jedem gegeben, wenn auch ein nicht gebautes Haus, eine nicht gebaute Stra\u00dfe gesellschaftlich mehr ins Gewicht fallen, als ein nicht verkauftes Relotiusblatt. G\u00e4be es diese Abh\u00e4ngigkeiten nicht, w\u00fcrde Ihr Kant-Test m\u00f6glicherweise anders ausfallen, wie man an Journalisten im Rentenalter sieht, die nur noch aus Spa\u00df an der Freude im Netz ver\u00f6ffentlichen. Zum Gl\u00fcck konnte ich mich mit meiner Kollegin in der Praxisgemeinschaft darauf verst\u00e4ndigen, dass in unserem Wartezimmer diese Bl\u00e4tter nicht ausliegen, daf\u00fcr halt leider auch keine \u201eJunge Freiheit\u201c u.\u00e4. Der Kompromiss besteht dann in Zeitschriften f\u00fcr schnelleres Stricken und sch\u00f6neres Wohnen und dabei abnehmen trotz Omas K\u00fcche. Ausl\u00f6ser der Abbestellungen waren mal wieder Sensationartikel \u00fcber \u201edie \u00c4rzte, die inkompetenten, geldgeilen Betr\u00fcger und Pfuscher\u201c.<br \/>\n4.10.2019, H.K.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>M\u00f6ge der Deutsche Bundestag folgendes Gesetz beschliessen<\/strong>:<br \/>\n&#8222;Journalisten-im-Kant-Test-Pflichtlekt\u00fcre-Durchsetzungsgesetz\u201d Das Gesetz soll jeden Journalisten verpflichten, diesen genialen Artikel zu lesen. Bei Weigerung droht Beugehaft, bis der Artikel gelesen wird. Anschliessend erfolgt eine Verst\u00e4ndnis\u00fcbung. Grund: Freiwillig werden die genannten Journalisten diesen Text nicht lesen, weil sie \u201cachgut.com\u201d schon von vorneherein in die Schublade \u201cRechtsradikal\u201d gesteckt haben.<br \/>\n4.10.2019, CH.S.,<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Wer ist Kant?<\/strong><br \/>\nDemn\u00e4chst soll in NRW Goethe aus den verpflichtenden Lekt\u00fcren der Schulen verbannt werden. In 20-30 Jahren wird man also fragen, wer war Goethe? Mal im Ernst, nat\u00fcrlich wissen einige Journalisten genau, welche M\u00e4rchen sie selbst verbreiten. Es ist nicht unbedingt immer nur Angst, eine andere Meinung zu vertreten. Es ist ist auch der Geruch von Macht, Politik mit einseitiger, wissenschaftsfreier Glaubensgrunds\u00e4tze vor sich her zu treiben und die Menschen zu manipulieren. Wer sich Merkel anschaut, erkennt das an ihr besonders. Sie selbst redet hin- und wieder mal, sagen tut sie selten was. Sie wartet entweder ab, wie die \u00f6ffentliche Meinung zu einem Thema steht oder l\u00e4\u00dft durch ihre Vasallen Begr\u00fcndungsversuchsballons starten. Je nachdem wie und wo sie landen h\u00f6rt man dann igrendwann, wie sie angeblich vom Ende her denkend die Sache in ihrem typischen Merkelgeschwurbel sieht. Selbstzweifel, so wie ihn Kant letztlich einfordert. -Fehlanzeige &#8211; Warum? Ist eben alles alternativlos. Alnatura und die Leipziger Biomarktkette Mare haben die Spreew\u00e4ler Hirsem\u00fchle aus dem Sortiment genommen, weil deren Inhaber AFD-Mitglied und Funktion\u00e4r ist. ( lt. Focus) Lese ich irgendwo einen Aufschrei dar\u00fcber, das dies Gesinnungspolitik ist? Das dies gegen die Meinungsfreiheit verst\u00f6\u00dft? Das dies stigamisiertes Verhalten darstellt? Fragt sich einer eigentlich in der Presse, wann wieder bestimmte Abzeichen f\u00fcr AFD-Mitglieder und W\u00e4hler an Revers zu heften ist? Wann kommt die erste Werbung mit dem Slogan, kauft nicht bei\u2026 Die angeblichen Verteidiger der Pressefreiheit, ein Teil der Journalisten geben durch Gleichschaltung eben diese auf. Das wird nicht mehr lange gut gehen. Kant\u2019s Zweifel und seine Aussagen, sie wollen verstanden und gelebt werden. Wo kein Wille auch kein Vorleben. So einfach ist das. Danke f\u00fcr die nochmalige Ver\u00f6ffentlichung.<br \/>\n4.10.2019, E-G.K.<br \/>\n.<br \/>\nPrekariat und Migrant<br \/>\nWas mich v\u00f6llig verbl\u00fcfft, ist die offene Verachtung des Prekariats, das seit etwa 5 Jahren in den Medien Einzug gehalten hat. Zumal mich bis dahin immer diese triefenden Relotius- Sozialreportagen genervt haben: die arme alleinerziehende Mutter, der bemitleidenswerte Obdachlose, die Hartz-4-Familie ohne Chancen, angesichts einer immer k\u00e4lter und fieser werdenden Gesellschaft. Und jetzt? Die Armen sind auf einmal saudoof, w\u00e4hlen Afd und glotzen Unterschichtenfernsehen, sind \u201cPack\u201d, Obdachlose werden angez\u00fcndet, betrunkene Teenager aus dem Prekariat, die keine Helikoptermuttis haben, werden vergewaltigt, so what. Hier wundert mich schon, wie Journalisten diesen H\u00fcftschwung hingekriegt haben. Ihre heilige Kuh, der Sozialhilfeempf\u00e4nger, ist komplett zum Abschuss freigegeben. An die Stelle ist jetzt der arme Fl\u00fcchtling getreten. Und das Verr\u00fcckte daran: weder das Prekariat noch die Migranten lesen die S\u00fcddeutsche oder die Zeit. Statt dessen schreibt man vor Mitgef\u00fchl triefend \u00fcber Leute, mit denen man am besten gar nichts zu tun haben will &#8211; f\u00fcr Leser, die mit solchen Leuten auch nicht in Ber\u00fchrung kommen wollen, sondern lieber eine Kreuzfahrt auf der Queen Mary buchen. Kant h\u00e4tte dies vermutlich als Gipfel menschlicher Unvernunft und Heuchelei abgetan.<br \/>\n4.10.2019, C.M.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Kultur\u00a0&gt;Deutsche Kultur &gt;Aufkl\u00e4rung &gt;Kant &nbsp; Immanuel Kant und die K\u00f6nigsberger Kontroversen zur Aufkl\u00e4rung (24.6.2024) Diskussionskultur abschaffen\u00a0(8.6.2024) Kant 300 Jahre \u2013 Aufkl\u00e4rung\u00a0(1.5.2024) Freiheit ist das einzige was z\u00e4hlt\u00a0(18.1.2023) Philosophie und Wissenschaft als Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln? (17.1.2023) Skepsis: &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/kant\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":11592,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-74997","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/74997","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74997"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/74997\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126168,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/74997\/revisions\/126168"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/11592"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74997"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}