{"id":6965,"date":"2012-07-15T06:59:17","date_gmt":"2012-07-15T06:59:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=6965"},"modified":"2025-11-04T10:27:07","modified_gmt":"2025-11-04T09:27:07","slug":"badisch-elsaessische-buergerinitiativen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/badisch-elsaessische-buergerinitiativen\/","title":{"rendered":"Badisch-Elsaessische-Buergerinitiativen"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;Engagement &gt;<a title=\"Buergerinitiativen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/\">Buergerinitiativen<\/a> &gt;<a title=\"Badisch-Elsaessische\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/badisch-elsaessische\/\">Badisch-Elsaessische <\/a>&gt;Badisch-Elsaessische-Buergerinitiativen<\/p>\n<div id=\"attachment_126330\" style=\"width: 643px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/badisch-elsaesische-wyhl1974-2024pan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-126330\" class=\"size-full wp-image-126330\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/badisch-elsaesische-wyhl1974-2024pan.jpg\" alt=\"\" width=\"633\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/badisch-elsaesische-wyhl1974-2024pan.jpg 633w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/badisch-elsaesische-wyhl1974-2024pan-180x97.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 633px) 100vw, 633px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-126330\" class=\"wp-caption-text\">Japanische Besuchergruppe aus Nagoya vor dem &#8222;Nai hammes gsait&#8220;-<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/wyhl\/\">Gedenkstein<\/a> im Wyhler Wald 1974- 2024<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span>\u00a0oder scrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wyhl-demo-50-jahre1975-2025\/\">Wyhl-Demo 50 Jahre 1975-2025<\/a>\u00a0(4.11.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/wyhl\/\">Wyhl und die Linken: Film \u201eGeschichten aus dem Wyhler Wald\u201c<\/a>\u00a0(25.10.2025)<\/li>\n<li>Marckolsheim-Protest 1975: Dialekt-Bericht im franz\u00f6sischen Fernsehen auf YouTube (28.4.2025)<\/li>\n<li>Axel Mayer: R\u00fcckblick AKW\/Klima &#8211; Vor 50 Jahren Marckolsheim (3.9.2024)<\/li>\n<li>Vor 50 Jahren wurden die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen gegr\u00fcndet (2.8.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/akw-ler-jean-jacques-rettig-tot\/\">AKW-ler Jean-Jacques Rettig tot<\/a>\u00a0(1.3.2024)<\/li>\n<li><a title=\"Fukushima 9 Jahre \u2013 Gedenktag\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fukushima-9-jahre-gedenktag\/\">Fukushima 9 Jahre \u2013 Gedenktag<\/a>\u00a0(14.1.2020)<\/li>\n<li>Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen &#8211; Ihr Widerstand gegen das Atomkraftwerk Wyhl<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/akw\/\">AKW<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Marckolsheim-Protest 1975: Dialekt-Bericht im franz\u00f6sischen Fernsehen auf YouTube<\/strong><br \/>\nIm franz\u00f6sischen Regionalfernsehen gibt es noch eine kleine Dialekt-Nische. Dort wurde jetzt ein netter, kurzer Dialekt-Bericht zum 50 Jahre zur\u00fcckliegenden Marckolsheim-Protest ausgestrahlt. Wer einmal die wunderbare els\u00e4ssische Sprache von Paulette Tretz und Andree Buchmann h\u00f6ren und einige nette alte Demo-Bilder sehen m\u00f6chte kann einfach mal reinschauen.<br \/>\n28.4.2025, <a href=\"mailto:mitwelt.stiftung@gmx.net\">mitwelt.stiftung@gmx.net<\/a><\/p>\n<p>Il y a 50 ans, la premi\u00e8re ZAD de France \u00e0 Marckolsheim<br \/>\nIl y a 50 ans, Marckolsheim a connu la premi\u00e8re ZAD (zone \u00e0 d\u00e9fendre) de France, lanc\u00e9e par des citoyens refusant l&#8217;implantation d&#8217;une usine chimique polluante. Les habitants y ont rapidement \u00e9t\u00e9 rejoints par des Allemands et des Suisses des zones frontali\u00e8res proches. Un demi-si\u00e8cle plus tard, cette lutte couronn\u00e9e de succ\u00e8s reste un \u00e9v\u00e9nement fondateur : lieu d&#8217;une prise de conscience d&#8217;une identit\u00e9 culturelle et linguistique transfrontali\u00e8re, mais aussi des d\u00e9buts de la r\u00e9flexion \u00e9cologique et de l&#8217;Europe.<br \/>\nUn reportage de Sabine Pfeiffer et Marie-Christine Lang<br \/>\n24.4.2025<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BfObruSv440&amp;list=PLxB7hhJZLUR40rQTZK1i6Mxhs8D4MqvPU&amp;index=4\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BfObruSv440&amp;list=PLxB7hhJZLUR40rQTZK1i6Mxhs8D4MqvPU&amp;index=4<\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Kein AKW in Wyhl, kein Bleiwerk in Marckolsheim! Ein R\u00fcckblick von Axel Mayer<\/strong><br \/>\nKein Atomkraftwerk in Wyhl, kein Bleichemiewerk in Marckolsheim! Ein R\u00fcckblick von Axel Mayer auf die Anf\u00e4nge der Umweltbewegung, der Anti-Atom- und der Klimaschutzbewegung. In diesem Video erz\u00e4hlt der Zeitzeuge Axel Mayer von den Anfangszeiten der Umweltbewegung, der Anti-Atom- und der Klimaschutzbewegung.<br \/>\nUm das Jahr 1975 wurden am Oberrhein durch Bauplatzbesetzungen die Atomkraftwerke in Wyhl (D), Kaiseraugst (CH) und Gerstheim (F) verhindert. Schon 1974 gab es im els\u00e4ssischen Marckolsheim massiven und erfolgreichen Protest der badisch-els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen gegen ein geplantes, extrem umweltvergiftendes Bleichemiewerk. 30 Jahre nach der \u201eErbfeindschaft\u201c des Zweiten Weltkrieges wurde auf den besetzten Baupl\u00e4tzen der Traum vom gemeinsamen, grenzenlosen Europa der Menschen getr\u00e4umt und realisiert. Der Protest war auch der Anfang vom politischen Ende des damaligen Ministerpr\u00e4sidenten und Marinestabsrichters a. D. Hans Filbinger, der Verantwortung f\u00fcr Todesurteile in der NS-Zeit trug.<br \/>\nDamals, noch vor wenigen Jahrzehnten, war die Umwelt massiv belastet und teilweise sogar vergiftet. Die Atemluft war vielerorts extrem verschmutzt, Kinder litten an Pseudokrupp, der saure Regen fra\u00df Kulturdenkm\u00e4ler und W\u00e4lder. B\u00e4che und Fl\u00fcsse, in denen heute wieder gebadet wird, waren stinkende Kloaken. Die Schweiz &#8222;entsorgte&#8220; ihren Atomm\u00fcll im Meer und am Oberrhein wurden Baggerseen mit hochgiftigem Industriem\u00fcll gef\u00fcllt. Der Einsatz von FCKW zerst\u00f6rte die \u00fcberlebenswichtige Ozonschicht. Der hemmungslose und ungestrafte Einsatz von Asbest f\u00fchrte weltweit zu Millionen Krebserkrankungen, zu Leid und Tod, und der Einsatz des Insektizids DDT brachte nicht nur Greifv\u00f6gel an den Rand der Ausrottung.<br \/>\nDie Wyhler und Marckolsheimer Erfahrungen und der Erfolg der illegalen Besetzungen waren wichtig f\u00fcr die erwachende junge Umweltbewegung. Aus diesen fr\u00fchen Anf\u00e4ngen und der Bewegung f\u00fcr Luftreinhaltung entwickelten sich auch die sp\u00e4teren Konflikte um das Waldsterben 1.0 und die heutige Klimaschutzbewegung. Von zwei kleinen badisch-els\u00e4ssischen D\u00f6rfern am Rhein gingen wichtige Impulse f\u00fcr die globale Umweltbewegung aus.<br \/>\nAxel Mayer berichtet, dass damals nicht nur das \u201eNein zur Atomkraft\u201e, das alemannische \u201eNai h\u00e4mmer gsait\u201c gab, sondern auch das fr\u00fche \u201aJa zu den alternativen Energien\u2018. Die \u201eSonnentage in Sasbach\u201c, die erste gro\u00dfe Ausstellung zu den zukunftsf\u00e4higen Energien, war ein wichtiger Impuls f\u00fcr die Energiegewinnung aus Sonne und Wind. Und er zeigt auch, dass es Nachhaltigkeit nur mit sozialer Gerechtigkeit geben kann.<br \/>\nAuch ein Bogen von den fr\u00fchen \u00f6kologischen Konflikten zur Gegenwart wird geschlagen. Wo liegen die ganz fr\u00fchen Wurzeln von Fridays for Future? Wie wurden aus konservativen \u201eNur-Naturschutzverb\u00e4nden\u201c politische Umweltorganisationen?<br \/>\nDieser R\u00fcckblick auf die fr\u00fche Geschichte der deutschen und deutsch-franz\u00f6sischen Umweltgeschichte ist auch von Optimismus getragen. Er zeigt an vielen Beispielen, dass Menschen, die sich engagieren, ihre Ziele auch erreichen k\u00f6nnen. Dieser umweltpolitische R\u00fcckblick auf die Zeiten der extremen und damals noch sichtbaren Umweltverschmutzung zeigt auch die kleinen und gro\u00dfen Erfolge von 50 Jahren Umweltbewegung auf.<br \/>\nWenn heute in B\u00e4chen und Seen wieder gebadet werden kann, wenn die Luft sauberer geworden ist, wenn Strom aus Wind und Sonne um ein Vielfaches g\u00fcnstiger ist als Strom aus AKW, dann sind diese Erfolge nicht vom Himmel gefallen, sondern sie wurden gegen Lobbyisten, Konzerne und marktradikale Seilschaften erk\u00e4mpft.<br \/>\nDas gute Leben f\u00fcr alle mit einem geringeren Input an Energie und Rohstoffen, mit umweltfreundlicher Technik und sozialer Gerechtigkeit ist machbar.<br \/>\n(Der Zeitzeuge Axel Mayer ist seit 1974 in der Umweltbewegung aktiv. Er war 30 Jahre lang BUND-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer in Freiburg)<br \/>\n4.8.2024,<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OZJCoT1g3Fc\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OZJCoT1g3Fc<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Axel Mayer: R\u00fcckblick AKW\/Klima &#8211; Vor 50 Jahren Marckolsheim<\/strong><br \/>\nUm zu wissen wo wir stehen und hingehen, m\u00fcssen wir wissen wo wir herkommen.<br \/>\nGerne erinnere ich mich an die verzweifelt-hoffnungsfroh-erfolgreichen Umwelt-K\u00e4mpfe vor genau 50 Jahren. Am 20.Sept.1974 begann die Bauplatzbesetzung in Marckolsheim. Auf den Tag genau 50 Jahre sp\u00e4ter findet der n\u00e4chste globale Klimastreik statt. <a href=\"https:\/\/www.mitwelt.org\/klima-streik-protest.html\">https:\/\/www.mitwelt.org\/klima-streik-protest.html<\/a><br \/>\nHier geht\u00b4s zu einem 18 Minuten langen Zeitzeugen-Interview mit mir auf Youtube:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OZJCoT1g3Fc\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OZJCoT1g3Fc<\/a><br \/>\nEin R\u00fcckblick von Axel Mayer auf die Anf\u00e4nge der Umweltbewegung, der Anti-Atom- und der Klimaschutzbewegung<\/p>\n<p>In diesem Video <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OZJCoT1g3Fc\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OZJCoT1g3Fc<\/a> erz\u00e4hlt der Zeitzeuge Axel Mayer von den Anfangszeiten der Umweltbewegung, der Anti-Atom- und der Klimaschutzbewegung. Um das Jahr 1975 wurden am Oberrhein durch Bauplatzbesetzungen die Atomkraftwerke in Wyhl (D), Kaiseraugst (CH) und Gerstheim (F) verhindert. Schon 1974 gab es im els\u00e4ssischen Marckolsheim massiven und erfolgreichen Protest der badisch-els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen gegen ein geplantes, extrem umweltvergiftendes Bleichemiewerk. 30 Jahre nach der \u201eErbfeindschaft\u201c des Zweiten Weltkrieges wurde auf den besetzten Baupl\u00e4tzen der Traum vom gemeinsamen, grenzenlosen Europa der Menschen getr\u00e4umt und realisiert. Der Protest war auch der Anfang vom politischen Ende des damaligen Ministerpr\u00e4sidenten und Marinestabsrichters a. D. Hans Filbinger, der Verantwortung f\u00fcr Todesurteile in der NS-Zeit trug.<br \/>\nDamals, noch vor wenigen Jahrzehnten, war die Umwelt massiv belastet und teilweise sogar vergiftet. Die Atemluft war vielerorts extrem verschmutzt, Kinder litten an Pseudokrupp, der saure Regen fra\u00df Kulturdenkm\u00e4ler und W\u00e4lder. B\u00e4che und Fl\u00fcsse, in denen heute wieder gebadet wird, waren stinkende Kloaken. Die Schweiz &#8222;entsorgte&#8220; ihren Atomm\u00fcll im Meer und am Oberrhein wurden Baggerseen mit hochgiftigem Industriem\u00fcll gef\u00fcllt. Der Einsatz von FCKW zerst\u00f6rte die \u00fcberlebenswichtige Ozonschicht. Der hemmungslose und ungestrafte Einsatz von Asbest f\u00fchrte weltweit zu Millionen Krebserkrankungen, zu Leid und Tod, und der Einsatz des Insektizids DDT brachte nicht nur Greifv\u00f6gel an den Rand der Ausrottung.<br \/>\nDie Wyhler und Marckolsheimer Erfahrungen und der Erfolg der illegalen Besetzungen waren wichtig f\u00fcr die erwachende junge Umweltbewegung. Aus diesen fr\u00fchen Anf\u00e4ngen und der Bewegung f\u00fcr Luftreinhaltung entwickelten sich auch die sp\u00e4teren Konflikte um das Waldsterben 1.0 und die heutige Klimaschutzbewegung. Von zwei kleinen badisch-els\u00e4ssischen D\u00f6rfern am Rhein gingen wichtige Impulse f\u00fcr die globale Umweltbewegung aus.<br \/>\nAxel Mayer berichtet, dass damals nicht nur das \u201eNein zur Atomkraft\u201c, das alemannische \u201eNai h\u00e4mmer gsait&#8220; gab, sondern auch das fr\u00fche \u201aJa zu den alternativen Energien\u2018. Die \u201eSonnentage in Sasbach\u201c, die erste gro\u00dfe Ausstellung zu den zukunftsf\u00e4higen Energien, war ein wichtiger Impuls f\u00fcr die Energiegewinnung aus Sonne und Wind. Und er zeigt auch, dass es Nachhaltigkeit nur mit sozialer Gerechtigkeit geben kann. Auch ein Bogen von den fr\u00fchen \u00f6kologischen Konflikten zur Gegenwart wird geschlagen. Wo liegen die ganz fr\u00fchen Wurzeln von Fridays for Future? Wie wurden aus konservativen \u201eNur-Naturschutzverb\u00e4nden\u201c politische Umweltorganisationen? Dieser R\u00fcckblick auf die fr\u00fche Geschichte der deutschen und deutsch-franz\u00f6sischen Umweltgeschichte ist auch von Optimismus getragen. Er zeigt an vielen Beispielen, dass Menschen, die sich engagieren, ihre Ziele auch erreichen k\u00f6nnen.<br \/>\nDieser umweltpolitische R\u00fcckblick auf die Zeiten der extremen und damals noch sichtbaren Umweltverschmutzung zeigt auch die kleinen und gro\u00dfen Erfolge von 50 Jahren Umweltbewegung auf. Wenn heute in B\u00e4chen und Seen wieder gebadet werden kann, wenn die Luft sauberer geworden ist, wenn Strom aus Wind und Sonne um ein Vielfaches g\u00fcnstiger ist als Strom aus AKW, dann sind diese Erfolge nicht vom Himmel gefallen, sondern sie wurden gegen Lobbyisten, Konzerne und marktradikale Seilschaften erk\u00e4mpft. Das gute Leben f\u00fcr alle mit einem geringeren Input an Energie und Rohstoffen, mit umweltfreundlicher Technik und sozialer Gerechtigkeit ist machbar.<br \/>\n3.9.2024, Axel Mayer, <a href=\"mailto:mitwelt.stiftung@gmx.net\">mitwelt.stiftung@gmx.net<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vor 50 Jahren wurden die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen gegr\u00fcndet<\/strong><br \/>\n<strong>Immer noch aktiv f\u00fcr eine \u00f6kologische Energiewende<\/strong><\/p>\n<p>Am 25. August 1974 bildeten die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen gegen Atomkraft\/Les Initiatives Citoyennes Association Antinucleaire de Bade et d`Alsace in Weisweil am Rhein, Nachbarort von Wyhl, nach einer gemeinsamen Demonstration gegen Atomkraftwerke ihr internationales Komitee. Sie erkl\u00e4rten als zun\u00e4chst 21 Initiativen &#8211; 11 badische und10 franz\u00f6sische &#8211; zweisprachig auf deutsch und franz\u00f6sisch sowie symmetrisch gegen das geplante Atomkraftwerk Wyhl und das geplante Bleiwerk Marckolsheim\/Rhein mit eindringlicher Begr\u00fcndung:<br \/>\n&#8222;&#8230;Deshalb haben wir beschlossen, die vorgesehenen Baupl\u00e4tze f\u00fcr das Atomkraftwerk Wyhl und das Bleiwerk in Marckolsheim gemeinsam zu besetzen, sobald dort mit dem Bau begonnen wird. Wir sind entschlossen, der Gewalt, die uns mit diesen Unternehmen angetan wird, solange passiven Widerstand entgegenzusetzen, bis die Regierungen zur Vernunft kommen.&#8220;<br \/>\nDie Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen und ihr Wirken bedeuteten ein Signal f\u00fcr den Atomausstieg, f\u00fcr die \u00f6kologische Energiewende sowie f\u00fcr die \u00f6kologische Politik, das weltweites Interesse fand. Sie haben mit ihrem Wirken und ihrer Streitkultur auf schwierigem Feld im Ringen mit dem Staat, Konzernen und einer Staatsgrenze ein St\u00fcck &#8222;Demokratie von unten&#8220; verwirklicht. Eine Reihe bedeutender regionaler bis nationaler Umweltschutz- und Alternativenergie-Vereinigungen der B\u00fcrgerInnen sowie Ans\u00e4tze zu einer Umwelt- und Solar-Modelregion Oberrhein sind im Gefolge entstanden.<br \/>\nDas Archiv der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen ist heute weiterhin ein interessanter Anziehungspunkt f\u00fcr Sozialwissenschaftler aus der ganzen Welt, um die erfolgreiche und konstruktive Arbeit der B\u00fcrgerinitiativen f\u00fcr eine \u00f6kologische Energiewende zu analysieren und publizieren.<br \/>\nErhebliche Sorgen macht den B\u00fcrgerinitiativen aktuell eine in Fessenheim\/Rhein geplante Atomschrottfabrik &#8222;Technocentre&#8220;.<br \/>\nDie beiden Gedenksteine am fr\u00fcher vorgesehenen Bauplatz im Wyhler Rheinwald* und vor dem Evangelischen Gemeindesaal in Weisweil werden regelm\u00e4\u00dfig von G\u00e4stegruppen ausJapan, Korea, USA und anderen L\u00e4ndern f\u00fcr ein Gruppenfoto angefahren. Auch in diesem Jahr fanden wieder Informationsveranstaltungen im &#8222;traditionsreichen Evangelischen Gemeindesaal&#8220; von Weisweil sowie dem dort untergebrachten Archiv statt.<br \/>\nWeitere Informationen finden Interessenten in der deutsch-franz\u00f6sischen Homepage:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badisch-elsaessische.net\">https:\/\/www.badisch-elsaessische.net<\/a><\/p>\n<p>Erhard Schulz, Mitglied im Sprecherkreis der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen<br \/>\nerhard-schulz@t-online.de<\/p>\n<p>&#8230; Alles vom 24.8.2024 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\u00a0<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen &#8211; Ihr Widerstand gegen das Atomkraftwerk Wyhl <\/strong><\/p>\n<p align=\"left\"><em>Grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit gegen Atomkraft und f\u00fcr Alternativen am s\u00fcdlichen Oberrhein und anderswo Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen &#8211; Ihr Widerstand gegen das Atomkraftwerk Wyhl und weitere Standorte und die Folgen bis Fukushima &#8211; lieber aktiv als\u00a0 radioaktiv<\/em><br \/>\n<em>von Dr. Georg L\u00f6ser<\/em><\/p>\n<p align=\"left\">Einleitung und Zusammenfassung<br \/>\n1. Das drohende \u201eRuhrgebiet am Oberrhein&#8220;<br \/>\n2. Zur Vorgeschichte ab 1969\/70: Atomkraftprotest zu Kaiseraugst (CH), Fessenheim (F) und Breisach (D)<br \/>\n3. \u201eMarckolsheim&#8220; und \u201eWyhl&#8220; und die Gr\u00fcndung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen<br \/>\n4. Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen und der lange Kampf um das Atomkraftwerk Wyhl<br \/>\n5. Fessenheim (II): Breite Proteste und die Kontrollkommissionen<br \/>\n6. Erfolge und Misserfolg: Schw\u00f6rstadt und Heitersheim\/Baden, Gerstheim und Heiteren\/Elsass<br \/>\n7. Die Europa-Erkl\u00e4rung, die ersten Wyhl-Jahrestage<br \/>\n8. Auswirkungen und Folgewirkungen der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen<br \/>\n8.1. Unterst\u00fctzung des Widerstandes bei Atomstandorten au\u00dferhalb der Region<br \/>\n8.2. Denk-Male<br \/>\n8.3. Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen nach 2000 bis heute<br \/>\n8.4. Neue Initiativen gegen das Atomkraftwerk Fessenheim<br \/>\n8.5. Weitere Folgewirkungen und Nachwirkungen am Oberrhein und anderswo<br \/>\n9. Fazit und Ausblick<br \/>\nAnhang 1: pers\u00f6nliche Anmerkungen \/ Widmung<br \/>\nAnhang 2: zum Autor<br \/>\nAnhang 3: Literaturhinweise<br \/>\nAnhang 4: Abbildungen aus der Pr\u00e4sentation vom 12.4.2002 und andere Abb.<br \/>\n\u00a9 Dr.rer.nat. Georg L\u00f6ser<\/p>\n<p><strong>Einleitung und Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen und mit ihnen breite Schichten der Bev\u00f6lkerung in der Region beiderseits am s\u00fcdlichen Oberrhein haben Geschichte gemacht. H\u00f6hepunkte und Brennpunkte ihrer Arbeit und Aktionen waren die K\u00e4mpfe um die geplanten Atomkraftwerke Wyhl\/Baden, Fessenheim sowie Gerstheim\/Elsass ebenso wie um eine geplante Bleichemiefabrik in Marckolsheim\/Elsass Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen entstanden formell mit ihrem internationalen Komitee am 25.8.1974 in Weisweil und mit ihrer damaligen \u201eErkl\u00e4rung der 21 B\u00fcrgerinitiativen an die Badisch-Els\u00e4ssische Bev\u00f6lkerung&#8220;. Sie wuchsen bald auf fast 50 Initiativen an. Sie sind im Zusammenhang zu sehen mit den etwa zeitgleichen K\u00e4mpfen um das geplante Atomkraftwerk Kaiseraugst bei Basel und weitere Atomanlagen im Dreil\u00e4ndereck, dem schon zuvor begonnenen Protest gegen das Atomkraftwerk Fessenheim, mit der erste in Europa, und &#8211; bereits sehr intensiv, mit\u00a0 gro\u00dfer Resonanz und erfolgreich &#8211; gegen das geplante Atomkraftwerk bei Breisach. Sie widersetzten sich der drohenden Vision einer weitgehenden, streckenweise gro\u00dffl\u00e4chig geplanten atomkraftbetriebenen Industrialisierung am s\u00fcdlichen Oberrhein. Hinter dem bei Marckolsheim, Wyhl und Kaiseraugst besonders eskalierten Protest stand und steht prim\u00e4r die gemeinsame Sorge von Menschen um die Existenzgrundlagen: f\u00fcr Leben und Gesundheit auch k\u00fcnftiger Generationen, f\u00fcr Weinbau und Landwirtschaft, die sch\u00f6ne Heimat, f\u00fcr gute Arbeitspl\u00e4tze. Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen haben mit ihrem Widerstand und vielf\u00e4ltigen Aktionen den Grundstein gelegt f\u00fcr einen atomenergiekritischen Konsens im Dreil\u00e4ndereck, der politisch und zugleich fr\u00fch am klarsten &#8211; nach Volksabstimmungen &#8211; in den beiden Baseler Kantonen Ausdruck fand und findet, der aber u.a. auch in einem \u201eSchwur&#8220; els\u00e4ssischer B\u00fcrgermeister, Kommunalvertreter und Vereinigungen gegen weitere Atomkraftwerke sowie in S\u00fcdbaden in der Verhinderung mehrerer geplanter Atomenergieanlagen gipfelte. Die B\u00fcrgerinitiativen haben auf der Ebene aktiver B\u00fcrgerschaft Beispiele grenz\u00fcberschreitender Zusammenarbeit und Verst\u00e4ndigung gesetzt. Sie haben hierdurch auch die offizielle regionale Zusammenarbeit befruchtet und vorangetrieben. Ihre \u201eVolkshochschule Wyhler Wald&#8220; hat \u00fcber 13 Jahre auf besetzten Baupl\u00e4tzen und in D\u00f6rfern und St\u00e4dten der Region als Kommunikations- und Informationszentrum, als innovativer, volksnaher Bildungstr\u00e4ger, als \u201egeistiges Kraftwerk&#8220;, neu-alemannisches Kulturzentrum und Aush\u00e4ngeschild der\u00a0 Initiativen gewirkt. Aus dem Contra heraus wurden mit den popul\u00e4ren Sasbacher Sonnentagen 1976-78 konkrete positive Energie-Visionen entwickelt, die sich als popul\u00e4re \u00d6ko-Spezialmessen in Rouffach sowie fortgesetzt in Colmar\/Elsass, direkt und zuerst aber als \u00d6KO-Solar-Energie- und Umwelt-Messen in Freiburg sowie anderswo in Deutschland und anderen L\u00e4ndern weiterentwickelten. Eine Reihe bedeutender regionaler bis nationaler Umweltschutz- und Alternativenergie-Vereinigungen der B\u00fcrgerInnen sowie Ans\u00e4tze zu einer Umwelt- und Solar-Modellregion am Oberrhein sind im Gefolge entstanden, gewachsen bzw. weiterhin am Entstehen.<br \/>\nDie Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen, auch heutzutage in kleinerer Form und mit neuen Instrumenten weiterbestehen, haben mit ihrem Wirken und ihrer Streitkultur auf schwierigem Feld &#8211; im Ringen mit dem Staat, Konzernen und einer Staatsgrenze &#8211; ein St\u00fcck \u201eDemokratie von unten&#8220; verwirklicht. Dieses fand vor allem mit dem gemeinsamen Kampf um Wyhl auch weltweite Beachtung und zeigt \u00fcber die Region am s\u00fcdlichen Oberrhein hinaus zahlreiche und weitreichende positive Folgewirkungen.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>1. Das drohende \u201eRuhrgebiet am Oberrhein&#8220;<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Die negative Vision einer \u201eRheinschiene&#8220; von Rotterdam bis Basel als die europ\u00e4ische Hauptwirtschaftsachse, verbunden mit einem <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u201eRuhrgebiet am Oberrhein<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8220; und einer krebsartig in die <\/span>Landschaft wuchernden Industrie-Megapolis, stand zu Beginn der Protestbewegungen am s\u00fcdlichen\u00a0Oberrhein drohend im Raum. So schrieb der Staatsanzeiger Baden-W\u00fcrttemberg am 23.9.1972: \u201eR\u00fcckt\u00a0n\u00e4mlich die EG noch n\u00e4her zusammen, (&#8230;&#8230;) so wird das Rheintal zwischen Frankfurt und Basel die\u00a0Wirtschaftsachse \u00fcberhaupt werden. Ob dann noch Platz f\u00fcr\u00a0 Umweltschutz ist, mu\u00df bezweifelt werden. Sachverst\u00e4ndige Leute sind deshalb der Ansicht, die Ebene sollte f\u00fcr die gewerbliche und industrielle\u00a0Nutzung freigegeben werden, w\u00e4hrend die Funktionen `Wohnen`, `Erholung` und so weiter in der\u00a0Vorbergzone und in den Seitent\u00e4lern des Rheins angesiedelt werden sollten.&#8220; Der\u00a0Landesentwicklungsplan, 1971 vom Landtag in Stuttgart verabschiedet, schuf auf der deutschen Rheinseite die gesetzliche Basis hierf\u00fcr mit breiten Entwicklungsachsen und gro\u00dfen Zonen f\u00fcr die\u00a0Industrialisierung, die beispielsweise den Kaiserstuhl einschn\u00fcren w\u00fcrden. (Industrieansiedlung, 1974;\u00a0Gemeinschaftseinspruch von Freiburger Studenten gegen das Atomkraftwerk Wyhl, 1974; W\u00fcstenhagen,\u00a01975). Entsprechend wiesen damalige Planungen z.B.\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">im Breisgau\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">l\u00e4ngs des Rheins gro\u00dfe Industriefl\u00e4chen aus <\/span>u.a. bei Breisach im Rheinwald, zwischen Sasbach a.K. und Wyhl, kombiniert mit gro\u00dfen\u00a0Kiesabbaugebieten, des weiteren breite Industrie- ntwicklungsachsen von Breisach bis Kirchzarten und\u00a0von Sasbach bis Waldkirch (Wyhl-Buch II, S. 70).<\/p>\n<p align=\"left\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Vorab sei dazu ein wichtiger Teilerfolg der <\/span><\/em>B\u00fcrgerproteste gegen die Industrialisierungspl\u00e4ne vermerkt: Als direkte Folge des Kampfes gegen das\u00a0Atomkraftwerk Wyhl und der damit verbundenen Offenburger Vereinbarung von 1976 wurde der Landesentwicklungsplan Baden-W\u00fcrttemberg 1979 um eine \u201eKaiserstuhl-Novelle&#8220; erg\u00e4nzt, welche die Industriealisierungsplanungen im Kaiserstuhl-Bereich deutlich abschw\u00e4cht. Und in den sp\u00e4teren, auch \u00f6kologisch besseren Planungen des Regionalverbandes S\u00fcdlicher Oberrhein z.B. sind die Industriefl\u00e4chen stark geschrumpft. (Wyhl-Buch II,1982, S. 76) Dasselbe drohende Muster und noch intensiver auf der anderen Rheinseite: in der Ebene, vor allem am Rhein Vorrang f\u00fcr die Industrie.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Im Elsass <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">waren entlang der 183 km langen Rheinlinie 65 km <\/span>Industriegebiet ausgewiesen, wovon seinerzeit (ca. 1974) erst rund \u00bc belegt war. Im Elsass lockten dabei\u00a0 die g\u00fcnstigeren Bedingungen: niedrigere L\u00f6hne, geringere Umweltauflagen, st\u00e4rkere Finanzhilfen des\u00a0Staates, billigere Grundst\u00fccke. F\u00fcr das \u201eRuhrgebiet am Oberrhein&#8220; auf els\u00e4ssischer Seite standen\u00a0folgende Schwerpunkte an (Jean 1976, nach S\u00fcdwestfunk SWF 2.1.1975):\u00a0Lauterburg (4 km\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: xx-small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: xx-small;\">2<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">), Stra\u00dfburg (4,4 km<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: xx-small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: xx-small;\">2<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">), Marckolsheim (9 km<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: xx-small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: xx-small;\">2<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">), Neu-Breisach (5,5 km<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: xx-small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: xx-small;\">2 <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">), <\/span>Namsheim\/Balgau bei Fessenheim (6 km <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: xx-small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: xx-small;\">2<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">), Ottmarsheim (10 km<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: xx-small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: xx-small;\">2 <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">). Nur die Zone in Neu-Breisach war <\/span>seinerzeit schon wesentlich belegt. Ein Drittel der els\u00e4ssischen Rheinlandschaft w\u00fcrde Industriegebiet.\u00a0Und das Regierungspr\u00e4sidium Freiburg vermerkte 1974: Es seien \u201ebereits zu viele grenznahe Betriebe\u00a0und Projekte auf schweizerischer und franz\u00f6sischer Seite in Betracht zu ziehen, wenn es um die Frage\u00a0geht, ob umweltsch\u00e4dliche Auswirkungen auf deutsches Gebiet m\u00f6glich sind&#8220; (Jean 1976).\u00a0S\u00fcdlich von Fessenheim\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">entstand bereits seit den 70erJahren l\u00e4ngs des Rheins eine gro\u00dfe Zone mit <\/span>Schwerindustrie, die zeigt, wie eine \u201eeurop\u00e4ische Hauptwirtschaftsachse&#8220; aussehen w\u00fcrde, samt der\u00a0 damit verbundenen Luft- und Rheinverschmutzung. Ein Zeitsprung voraus: Waldsterben im Schwarzwald\u00a0ab Anfang der 80erJahre &#8211; welche Ursachen? Und wie eine Kette w\u00fcrden sich l\u00e4ngs des Oberrheins auf\u00a0beiden Seiten Atomkraftwerke reihen: in S\u00fcdbaden von Mei\u00dfenheim \u00fcber Wyhl und Breisach bis\u00a0Schw\u00f6rstadt (deutscherseits am Hochrhein bei Basel) und im Elsass von Lauterburg \u00fcber Gerstheim,\u00a0Marckolsheim bis Fessenheim, wo sich 1974 bei der \u201eExplosion&#8220; der B\u00fcrgerproteste schon zwei von bis\u00a0zu sechs geplanten Reaktoren im Bau befanden. All dies war aus der Sicht aufwachender Winzer, Landwirte, B\u00fcrgerInnen, Natursch\u00fctzer und\u00a0Heimatfreunde \u00fcberhaupt kein Eldorado, sondern\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ein kommendes Inferno<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">.\u00a0 <\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Gemeinsame unwiderlegte <\/span><\/strong>Sorgen\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">waren und sind die Gefahren der Atomenergie f\u00fcr das Leben und die Gesundheit der Menschen <\/span>und f\u00fcr die Natur. Im Falle der umk\u00e4mpften und verhinderten Atomkraftplanungen in\u00a0Kaiseraugst\/Schweiz bei Basel und in Breisach am Kaiserstuhl &#8211; desgleichen sp\u00e4ter bei Wyhl &#8211; kamen die\u00a0bef\u00fcrchteten Auswirkungen von K\u00fchlturmschwaden auf das Lokalklima hinzu, beim Kaiserstuhl eine\u00a0Bedrohung f\u00fcr die Landwirtschaft und den Weinbau als Existenzgrundlage des gro\u00dfen bodenst\u00e4ndigen\u00a0Teils der Bev\u00f6lkerung. Die Atomkraftwerke &#8211; mit Gro\u00dfindustrie und dem drohenden \u201eRuhrgebiet&#8220; am Kaiserstuhl und Oberrhein im Gefolge &#8211; stellten eine Horrorvision dar f\u00fcr breite, nun engagiert\u00a0protestierende Schichten der Bev\u00f6lkerung der so sch\u00f6nen und fruchtbaren Landschaft am Oberrhein.\u00a0Schon fr\u00fch, zumeist um 1970, bildeten sich im Elsass grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit suchende\u00a0Umweltschutz-Vereinigungen wie<br \/>\n&#8211; \u201eS.O.S. Plaine du Rhin&#8220;<br \/>\n&#8211; \u201eComit\u00e9 de Sauvegarde de Fessenheim et de la Plaine du Rhin \u00bb (CSFR, B\u00fcrgerinitiative zur Rettung von Fessenheim und der Rheinebene), gegr\u00fcndet 1970,<br \/>\n&#8211; AFRPN, schon 1965 als Naturschutzvereinigung gegr\u00fcndet, Vorl\u00e4ufer von Alsace Nature, heut bedeutender Umwelt- und Naturschutzverband im Elsass.<br \/>\nAuf der badischen Seite entstanden vor allem 1971 die ersten, ebenfalls f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit offene Umweltschutz-Vereinigungen, u.a.:<br \/>\n&#8211; \u201eFreiburger Aktionsgemeinschaft gegen Umweltgef\u00e4hrdung durch Atomkraftwerke Breisach und Fessenheim&#8220; (sp\u00e4ter \u201eAktionsgemeinschaft gegen Umweltgef\u00e4hrdung durch Atomkraftwerke\u00a0e.V.&#8220;)<br \/>\n&#8211; \u201eOberrheinisches Komitee gegen Umweltgef\u00e4hrdung durch Atomkraftwerke&#8220; von Winzern am Kaiserstuhl gegen das AKW Breisach<br \/>\n&#8211; \u201eAktion Umweltschutz e.V.&#8220;, ein wissenschaftlich-b\u00fcrgerlicher moderner Umweltschutzverein und wichtiger Vorl\u00e4ufer des BUND e.V. in Baden-W\u00fcrttemberg, mit einer<br \/>\n&#8211; Hochschulgruppe kritisch zu Atomkraft arbeitender Studenten vor allem der Chemie,<br \/>\n&#8211; \u201eRheintalaktion&#8220; (1972), ein Vorl\u00e4ufer des Bundesverbandes B\u00fcrgerinitiativen Umweltschutz (BBU e.V.), mit Helmut W\u00fcstenhagen als Vork\u00e4mpfer gegen Atomkraft an der Spitze (s.a. W\u00fcstenhagen, 1976)<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>2. Zur Vorgeschichte: die K\u00e4mpfe um Kaiseraugst (CH), Fessenheim (F) und Breisach (D): <\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Der Widerstand gegen Atomkraft begann in der Region bereits um 1970<br \/>\nDer Widerstand gegen die Kette geplanter Atomkraftwerke am Ober- und Hochrhein begann schon Jahre vor &#8222;Wyhl&#8220;: Im Raum Basel braute sich seit 1969\/70 massivster Protest gegen das geplante Atomkraftwerk <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Kaiseraugs<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">t zusammen. 1970 wird von aktiven B\u00fcrgern das \u201eNordwestschweizerische <\/span>Aktionskomitee gegen das geplante Atomkraftwerk Kaiseraugst NWA&#8220; gegr\u00fcndet, 1973 die Gewaltfreie\u00a0Aktion Kaiseraugst GAK, beide auch heute bestehend, mit Verbindungen in die Regional- und\u00a0Bundespolitik. Gro\u00dfdemonstrationen mit badischer und els\u00e4ssischer Beteiligung, die vorentscheidende\u00a0Bauplatzbesetzung (1.4. bis 19.5.1975) und erfolgreiche Anti-Atom- und energiepolitische\u00a0Gesetzesinitiativen in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft f\u00fchren zum schrittweisen\u00a0R\u00fcckzug der Betreiber und der Schweizer Bundesregierung. (Kaiseraugst 1975; Kaiseraugst, 1984; s.a.\u00a0Wyhl-Buch II, 1982)<br \/>\nDie ersten beiden Reaktoren des Atomkraftwerks <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Fessenheim\/Elsass\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">wurden 1971 genehmigt. Es kommt <\/span>ebenfalls 1971 im April zur ersten gr\u00f6\u00dferen Demonstration auf dem Rheindamm bei Fessenheim,\u00a0vermutlich in Europa die erste gro\u00dfe Demonstration gegen Atomkraft. Schon 1971 ver\u00f6ffentlichte die\u00a0els\u00e4ssische Umweltorganisation \u201eComit\u00e9 pour la Sauvegarde de Fessenheim et de la Plaine du Rhin&#8220;\u00a0(CSFR) die 60-seitige 2. Auflage der Brosch\u00fcre \u201eFessenheim &#8211; vie ou mort de l\u00b4Alsace&#8220; (Fessenheim \u2013\u00a0Leben oder Tod des Elsass). Im Mai 1972 f\u00fchren oben genannte Organisationen mit beachtlicher\u00a0Publizit\u00e4t die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">erste grenz\u00fcberschreitend gemeinsame europ\u00e4ische Gro\u00dfdemonstration gegen A<\/span><\/strong>tomkraft <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">als Sternmarsch nach Fessenheim durch &#8211; mit 10 000 TeilnehmerInnen (Fessenheim, 1980a)<br \/>\n<\/span>Der kurze, intensive und erfolgreiche Kampf 1971\/72 gegen die vier bei\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Breisach\/Burkheim\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">geplanten <\/span>Atomreaktoren bereitete den sp\u00e4teren Widerstand gegen das AKW Wyhl und die Bleichemiefabrik in\u00a0Marckolsheim vor. So wurden vor allem 1972 wichtige Erfahrungen gesammelt:<br \/>\n&#8211; 65 000 Unterschriften f\u00fcr den Sammeleinspruch,<br \/>\n&#8211; Traktorendemonstrationen mit bis zu 560 Traktoren,<br \/>\n&#8211; gro\u00dfangelegte, z.T. noch heute sichtbare Plakat- und Beschilderungsaktionen an H\u00e4usern und in den Weinbergen,<br \/>\n&#8211; \u00a0Ausnutzen des offiziellen Er\u00f6rterungstermins f\u00fcr Proteste,<br \/>\n&#8211; Aktivwerden auch von Wissenschaftlern gegen das Atomkraftwerk, hier insbesondere zu K\u00fchlturmauswirkungen,<br \/>\n&#8211;\u00a0erste Protestparolen und Leits\u00e4tze aus der betroffenen Bev\u00f6lkerung, die Geschichte machten wie \u201eLieber heute aktiv als morgen radioaktiv&#8220;, und gegen Atomkraft angewandte neu-alemannische\u00a0Dichtung wurden erfunden und demonstrativ vorgetragen.<br \/>\n&#8211; das Selbstbewu\u00dftsein der Menschen erwachte, zun\u00e4chst vor allem am Kaiserstuhl.<\/p>\n<p align=\"left\">Im richtigen Moment f\u00fcr Breisach &#8211; zu sp\u00e4t aber betreffend Fessenheim &#8211; kam dann die erw\u00e4hnte erste\u00a0grenz\u00fcberschreitend gemeinsame gro\u00dfe Demonstration gegen Fessenheim <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Anfang Mai 1972, welche <\/span>die Aktiven beiderseits des Rhein zusammenf\u00fchrte.\u00a0Die seinerzeit in der Rheintalaktion zusammengeschlossenen deutschen und franz\u00f6sischen\u00a0B\u00fcrgerinitiativen trafen sich im Januar 1974 in Bad D\u00fcrkheim zu einer Tagung, die mit einem\u00a0Positionspapier mit 16 Punkten die Kriterien der Ablehnung der Atomkraft und die gemeinsamen Forderungen zusammenfasste. Es wurde von aktiven B\u00fcrgerInnen nachgewiesen, dass der\u00a0Atomkraftausbau der Staaten am Ober- und Hochrhein ohne gegenseitige Planungsabstimmungen\u00a0 durchgef\u00fchrt wurde und dass hier die weltweit gr\u00f6\u00dfte Konzentration von Atomkraftwerken drohte.\u00a0(W\u00fcstenhagen, 1975, S. 26ff).<\/p>\n<p align=\"left\">Der Widerstand wurde alsbald von breiten Bev\u00f6lkerungsschichten getragen. Winzer, Bauern, besorgte Eltern, Pfarrer, \u00c4rzte, Wissenschaftler, Lehrer, Unternehmer, Christen, Natur -und Umweltsch\u00fctzer; insbesondere auch Frauen, Studierende und andere junge Menschen engagierten sich intensiv.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>3. \u201eMarckolsheim&#8220; und \u201eWyhl&#8220; und die Gr\u00fcndung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">In dieser Situation wollten die Chemischen Werke M\u00fcnchen (CWM) in <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Marckolsheim\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gegen\u00fcber von <\/span>Sasbach am Kaiserstuhl ein Bleichemiewerk ansiedeln. Bereits die erste gro\u00dfe Informationsveranstaltung\u00a0der Gegner ist\u00a0 <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">grenz\u00fcberschreitend\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">bei den Hauptrednern: der Tierarzt M. Siegel, bald langj\u00e4hriger <\/span>B\u00fcrgermeister von Marckolsheim und der Mediziner B\u00fchler aus Sasbach. Mehrere Tonnen Bleistaub\u00a0w\u00fcrden j\u00e4hrlich verseuchend und krankmachend auf die Umgebung niederrieseln. Der Bleiskandal von\u00a0Nordenham\/Weser war frisch in Erinnerung.\u00a0 Umweltverseuchungen aus aller Welt werden bekannt. Der\u00a0Club of Rome hatte vor weiteren und wachsenden Umweltproblemen eindringlich gewarnt. &#8211; Der\u00a0Gemeinderat Marckolsheim lehnt die Ansiedlung knapp ab. Der Pr\u00e4fekt in Stra\u00dfburg genehmigt\u00a0trotzdem. 2000 Menschen demonstrieren im Juli 1974, 100 Traktoren fahren auf.\u00a0 Etwa gleichzeitig machen die schon bestehenden Umweltvereinigungen und zahlreiche neue\u00a0B\u00fcrgerinitiativen mobil gegen das geplante\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Atomkraftwerk Wyhl: <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">fast 100 000 Unterschriften f\u00fcr die <\/span>Sammeleinwendung gegen das Atomkraftwerk. Der offizielle Er\u00f6rterungstermin der Einwender mit dem\u00a0Land Baden-W\u00fcrttemberg und den Betreibern im Juli 1974 in Wyhl scheitert aus Sicht der\u00a0Atomkraftgegner. Die B\u00fcrgerinitiativen und ihre Aktiven verlassen unter massivem Protest demonstrativ\u00a0den Saal. Die Landesregierung will das Projekt weiterhin durchboxen.<\/p>\n<p align=\"left\">Die Gr\u00fcndung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen und die \u00abErkl\u00e4rung der 21\u00bb<br \/>\nAm 25. August 1974 haben 21 B\u00fcrgerinitiativen \u2013 11 aus Baden und 10 aus dem Elsass &#8211; anschlie\u00dfend an ihre gemeinsame gro\u00dfe Demonstration in Wyhl gegen die Bleifabrik Marckolsheim und das Atomkraftwerk Wyhl im Gasthaus Fischerinsel in Weisweil, Nachbardorf von Wyhl, mit dem \u201eInternationalen Komitee der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen&#8220; die F\u00f6deration der 21 badischels\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen gegr\u00fcndet und einen Ausschuss beauftragt, ein Manifest zu verfassen. Badischerseits hat Walter Mossmann federf\u00fchrend zu Wyhl den Text formuliert und danach etliche Tage lang bei den zahlreichen jeweiligen Wortf\u00fchrern der \u00f6rtlichen B\u00fcrgerinitiativen am Kaiserstuhl sowie in Freiburg und im Elsass die Zustimmung eingeholt. Die Version zur Bleifabrik Marckolsheim analog zu \u201eWyhl&#8220; hat Jean-Jacques Rettig (CSFR) verfasst und die \u00dcbersetzungen erstellt. (Mossmann, Walter, 2004)<br \/>\nDanach ging das bekannte zweisprachige gr\u00fcnfarbene Plakat mit der \u201eErkl\u00e4rung der 21 B\u00fcrgerinitiativen an die badisch-els\u00e4ssische Bev\u00f6lkerung&#8220; in Druck und wurde ab Anfang September am Oberrhein, sp\u00e4ter auch \u00fcberregional, breit verteilt und vielfach nachgedruckt. Am 28.9.84 erschien es als Anzeige in der Badischen Zeitung. Symmetrisch gegen das Atomkraftwerk Wyhl und das Bleiwerk Marckolsheim wird nach eindringlicher Begr\u00fcndung erkl\u00e4rt: \u201e&#8230;Deshalb haben wir beschlossen, die vorgesehenen Baupl\u00e4tze f\u00fcr das Atomkraftwerk Wyhl und das Bleiwerk in Marckolsheim gemeinsam zu besetzen, sobald dort mit dem Bau begonnen wird. Wir sind entschlossen, der Gewalt, die uns mit diesen Unternehmen angetan wird, solange passiven Widerstand entgegenzusetzen, bis die Regierungen zur Vernunft kommen.&#8220;\u00a0 (Badisch-Els\u00e4ssische B\u00fcrgerinitiativen 1974: 1. Erkl\u00e4rung : Wyhl-Buch I, S. 239) Diese unmi\u00dfverst\u00e4ndliche Kampfansage an die Vorhaben und die Selbsterm\u00e4chtigung der Initiativen gegen\u00fcber den Regierungen mu\u00dfte aus der Sicht der Betreiber bzw. der Beh\u00f6rden als schockierende Ungeheuerlichkeit, als Aufk\u00fcndigung des Gehorsams gegen\u00fcber der Staatsgewalt gewertet werden. Ohne Gesp\u00fcr f\u00fcr die Belange der Betroffenen gibt es weiter gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die Atomkraft-Betreiber. Aus der\u00a0 Sicht der B\u00fcrgerinitiativen und ihrer Aktiven springt aber auch die <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Verzweiflung\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ins Auge: Man sah aus <\/span>der Erfahrung der vorangegangenen Jahre heraus\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">keine andere Chance <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, die bedrohlichen Projekte zu <\/span>verhindern. Man sah sich wie in einer schicksalhaften Trag\u00f6die gezwungen, das Angek\u00fcndigte auf sich\u00a0zu nehmen.\u00a0Auch die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Begr\u00fcndung\u00a0 i<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">n der Erkl\u00e4rung weist eine selbstbewusste, kraftvolle, dramatische und zugleich <\/span>bewundernswerte Sprache auf: Sie fasst die Erfahrungen und das Wissen der Initiativen konzentriert und\u00a0zugespitzt zusammen und gipfelt in den Aussagen\u00a0im Atom-Teil:<br \/>\n&#8230;.weil wir nicht abwarten k\u00f6nnen bis die Katastrophe da ist<br \/>\n&#8230;.weil wir nicht abwarten k\u00f6nnen, bis diese Illusionen explodieren <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(gemeint sind die Pro-Atom-Parolen <\/span>und Illusionen der Betreiber und Regierungen zur Sicherheit der Atomkraft usw.)<br \/>\n&#8230;weil wir nicht dulden k\u00f6nnen, dass unser Recht derart missachtet wird und im Bleichemie-Teil: dass wir alle jetzt verantwortlich handeln und die Zukunft unserer Kinder verteidigen m\u00fcssen. Die Aussagen im Atomteil nehmen beinahe prophetisch die Katastrophen von Harrisburg (1979), Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011) vorweg. Die moralische Grundlage entspricht Menschenrechten, auf deutscher Seite speziell den <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Grundrechten <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">auf <\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Menschenw\u00fcrde\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(Art.1), hier <\/span>gegen\u00fcber zu gef\u00e4hrlichen Technologien sowie auf\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Leben und k\u00f6rperliche Unversehrtheit\u00a0 (<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Art. 2.2.)\u00a0<\/span>und Eigentum\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(Art. 14), hier der B\u00fcrgerInnen. Vorweggenommen werden hier u.a. auch die Erkl\u00e4rung <\/span>von Kardinal H\u00f6ffner, 1979, damals Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, zur Atomenergie\u00a0und die sp\u00e4tere Erweiterung des deutschen Grundgesetzes f\u00fcr den Schutz der nat\u00fcrlichen\u00a0Lebensgrundlagen auch f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen (Art. 20 a.).\u00a0Vier Wochen nach der Gr\u00fcndung der Badisch-Elss\u00e4ssischen BIs wird der\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Bauplatz in Marckolsheim <\/span><\/strong>gut geplant grenz\u00fcberschreitend gemeinsam und zun\u00e4chst auf Dauer besetzt<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. Zur R\u00e4umung <\/span>bereitstehende Polizei wird nicht eingesetzt. Auf dem Platz wird ein Freundschaftshaus f\u00fcr die Besetzer\u00a0errichtet &#8211; Der staatliche Pr\u00e4fekt l\u00e4sst daraufhin zwei Rheinbr\u00fccken f\u00fcr Fahrzeuge aus dem Kreis\u00a0Emmendingen sperren, um die Initiativen zu spalten. S\u00fcdbadische Bauern und Umweltsch\u00fctzer besetzen\u00a0daraufhin die Br\u00fccken zwecks v\u00f6lliger Sperrung und werden hierbei in Deutschland und Frankreich \u00fcber\u00a0die\u00a0Presse national bekannt. Bei den Gemeinderatswahlen in Marckolsheim gewinnen die strikten Gegner\u00a0des Bleiwerks. Die B\u00fcrgerInnen m\u00fcssen jedoch noch bis zum 25.2.1975 warten , zwei Tage nach der\u00a0erfolgreichen Wiederbesetzung des Baugel\u00e4ndes in Wyhl, bis sie von der franz\u00f6sischen Regierung aus\u00a0Paris mehr als drei Monate alte Ger\u00fcchte schriftlich best\u00e4tigt erhalten, dass die Platzbesetzer auch die\u00a0Hauptsache gewonnen haben:\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Das Bleichemiewerk wird nicht gebaut<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. Die Bauern s\u00e4en nun Weizen auf <\/span>dem Gel\u00e4nde an&#8230;.<br \/>\nDas\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Freundschaftshaus\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ist kein \u00abKeltischer Holzrundbau\u00bb, sondern exakt nach dem Modell eine <\/span>Lappen-Jurte gebaut, wie sie die deutsche Jugendbewegung heute noch bei ihren Zeltlagern aufstellt. In\u00a0der Praxis war &gt; es in Marckolsheim 1974 und sp\u00e4ter in Wyhl 1975 &lt;auf dem besetzten Pl\u00e4tzen so etwas\u00a0wie \u00abspontane Architektur\u00bb &#8211; zuerst das Feuer (Herbst, kalt), drumrum im Kreis die Leute\u00a0(Platzbesetzung), hinter den Besetzern nach und nach Windschutz (Oktober&#8230;), zum Schluss das Dach\u00a0(Herbstregen) mit Feuerloch (Herbst, kalt, s.o.). So einfach war das, wenn auch beispielgebend&gt;.<br \/>\nMossmann, 2004:<\/p>\n<p align=\"left\">Heute kann man sich die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ungeheure Dramatik\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der damaligen Monate, ja Jahre, und die intensive <\/span>k\u00f6rperliche und seelische Anspannung der vielen beteiligten B\u00fcrgerInnen kaum vorstellen. Vor allem\u00a0auch die Frage des zivilen Ungehorsams und gewaltfreien Widerstandes bei Platzbesetzungen und gegen\u00a0die Staatsgewalt f\u00fchrte zu langen Diskussionen.\u00a0Solange Fernex (CSFR, Ecologie et Survie, sp\u00e4ter MdEP der Verts)\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">bewertete Marckolsheim\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">wie folgt <\/span>(Fernex 1975, Jean 1976):<br \/>\n1. Weil es eine <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">deutsche Firma\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">war, die hier Platz und Luft zur Verd\u00fcnnung ihrer giftigen Emissionen <\/span>suchte, konnten die B\u00fcrgerinitiativen die Platzbesetzung unter gemilderten Bedingungen durchf\u00fchren &#8211; wie eine Generalprobe f\u00fcr Wyhl.<br \/>\n2. <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Das Wichtigste sei wohl die grenz\u00fcberschreitende Kooperation der Bev\u00f6lkerung\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gewesen. Der <\/span>Erfolg schmiedete die vielf\u00e4ltige Front der Umweltsch\u00fctzer zusammen. Haupterkenntnis war, dass\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">legale M<\/span><\/strong>ittel versagt\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">h\u00e4tten.<br \/>\n<\/span>3. Ideologische Streitfragen linker Gruppen mussten hintenangestellt werden.\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Bauern und B\u00fcrger <\/span><\/strong>wachten politisch auf\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">und durchschauten wirtschaftliche Zusammenh\u00e4nge.<br \/>\n<\/span>4. Die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gewaltfreie Linie\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">des Widerstandes best\u00e4tigte sich gegenseitig beim Erfahrungsaustausch mit der <\/span>Larzac-Bewegung des Massif Central, die von wenigen Menschen (rund 100 Bauern) auf 190 000\u00a0anwuchs: mit den \u201eWaffen&#8220; Wahrheit, Gerechtigkeit und Mut statt Reichtum, Gewalt und Macht. &#8211;\u00a0Parallel zum Elsass lief ein solcher Vorgang auch bei der Bev\u00f6lkerung am Kaiserstuhl und Teilen der\u00a0Bev\u00f6lkerung im Breisgau ab.<br \/>\n5. <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Frauen\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">waren sehr aktiv als Demonstrantinnen und Platzbesetzer. Sie brachten Zeit, Mut und ihre <\/span>Kinder mit. Sie brauchten in ihrer damaligen Situation anders als ihre M\u00e4nner meist keine Angst vor dem\u00a0Druck auf Arbeitpl\u00e4tze oder Betriebe zu haben.<br \/>\n6. Eine\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">alemannische Demonstrations- und Volkskultur\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">brach pl\u00f6tzlich hervor, auf alten Wurzeln, nur <\/span>jetzt als Instrument des Widerstandes anstelle von Nostalgie. Die Schranken der als k\u00fcnstlich\u00a0\u00a0empfundenen Rhein-Grenze und der gesellschaftlichen Gruppen brachen. Sorgen, W\u00fcnsche, Ansichten\u00a0wurden ausgetauscht, bevorzugt auf alemannisch, dem gemeinsamen Dialekt.\u00a0Dichter und S\u00e4nger\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">wurden zu den anstehenden Themen aktiv. Fast 50 Lieder, meist nach els\u00e4ssischen M<\/span>ustern, entstanden binnen eines Jahres von aktiven Umweltsch\u00fctzern, teils Liedermacher, teils Bauern\u00a0oder Studenten.\u00a0Der Naturschutzwart M. Schw\u00f6rer aus Wyhl brachte es auf den Punkt in Marckolsheim: (\u00fcbersetzt aus\u00a0dem Alemannischen):\u00a0\u201eich mein\u00b4 grad, etwas profitieren wir doch bei dem ganzen <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Krieg, der \u00fcber uns geht <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. Wir sehen wieder <\/span>einmal,\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">dass wir zusammengeh\u00f6ren, <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00a0&#8230;. mit unserer eigenen Sprache&#8230;., die sie in Paris nicht verstehen, <\/span>die sie in Bonn nicht verstehen und die sie in M\u00fcnchen auch nicht verstehen.&#8220;\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(in Jean, 1976) <\/span>Der Els\u00e4sser Andr\u00e9 Weckmann fasste das kaum fassbare Geschehen in wenigen Zeilen zusammen und\u00a0dichtete (Marckelse ist Marckolsheim)<br \/>\nEn Marckelse hets aangefange\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, (&#8230;..)<br \/>\n<\/span>en Marckelse han mer s guldene kalb gstoche,<br \/>\nen Marckelse han mer d demokratie entdeckt,<br \/>\nen Marckelse han mer d granze gesprangt <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(&#8230;..)<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Anfang Oktober 1974 entstand von Walter Mossmann, zun\u00e4chst unter dem Pseudonym Jos Fritz, einem Anf\u00fchrer im Bauernkrieg des 16. Jh., als Kampflied zu Marckolsheim und Wyhl die Ballade \u201eDie Wacht am Rhein&#8220;. Schon dieser Titel und die entsprechende Stelle \u201e <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gemeinsam eine <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">andere <\/span><\/em><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Wacht am Rhein&#8220; <\/span><\/strong><\/span><\/strong>in der ersten Strophe sind entscheidend und Symbol: Die bekannte Wochenzeitung Stern schrieb bald dazu \u00fcber Marckolsheim eine gro\u00dfe Reportage mit dem Titel \u201eDie Wacht am Rhein&#8220;. Auch ein zweites\u00a0Hauptlied gegen Gro\u00dfchemie und Atomkraft, das neu-alemannische \u201eIn Mueders St\u00fcbele&#8220; &#8211; nach einem\u00a0alten Bettlerlied &#8211; ist sich der ganz neu und anders kriegs\u00e4hnlichen\u00a0Situation bewusst:\u00a0Der Begriff <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00abWacht am Rhein\u00bb\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">in Bezug auf die Rolle der B\u00fcrgerinitiativen wurde vom Schullehrer <\/span>Gilg (PSU) aus Marckolsheim gepr\u00e4gt. Walter Mossmann hat &lt;die geniale Idee dann u.a. mit dem Lied in\u00a0den folgenden Jahren durch die Bundesrepublik Deutschland getragen.&gt; (Mossmann, 2004 a)\u00a0Heute und bei der \u201eanderen&#8220; Wacht am Rhein sind die Gegner der Region beiderseits des (s\u00fcdlichen)\u00a0Oberrheins, die kriegerisch und oft quasi wie Besetzer die Region heimsuchten\u00a0&#8211; nicht die F\u00fcrsten des Sp\u00e4t-Mittelalters, als \u201edie Grenze zwischen oben und unten&#8220; verlief,\u00a0&#8211; nicht Habsburg\/\u00d6sterreich,\u00a0&#8211; nicht Preu\u00dfen wie 1848\/49 als Zerst\u00f6rer der badischen demokratischen Revolution,\u00a0&#8211; nicht wie z.B. 1870\/71 und sp\u00e4ter Frankreich bzw. Preu\u00dfen\/Deutschland.\u00a0Sondern es sind <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">umwelt-, heimat-, existenz- und\u00a0 lebensbedrohende Industrien <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, hinter denen gro\u00dfes <\/span>Kapital steht und die von den Regierungen beg\u00fcnstigt werden.\u00a0\u00a0Aber etwa in Analogie zum fr\u00fchen 16. Jahrhundert: Aktive, betroffene Teile der Bev\u00f6lkerung beiderseits des Rheins, aus dem Elsass und aus Baden, wehren sich\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">grenz- bzw. rhein\u00fcberschreitend gemeinsam.\u00a0<\/span><\/strong>Man will sich nicht gegeneinander ausspielen lassen und wei\u00df, dass Umweltverschmutzung und Atomgefahren an Grenzen und am Rhein nicht halt machen. Eine\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">neue Art badisch-els\u00e4ssischer <\/span><\/strong>Freundschaft entsteht\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. (N\u00e4heres siehe z.B. die Beitr\u00e4ge von W. Mossmann im \u201eWyhl-Buch I&#8220;, 1976) <\/span>Der gesamte Block dieser Identit\u00e4t stiftenden <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Widerstandskultur\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">umfasste aber neben Liedern und <\/span>Dichtung noch viel mehr: Filme, Fotos, Zeitungen wie \u201eWas wir wollen&#8220; und \u2013 in und um Wyhl &#8211; den\u00a0\u201eUmwelt-Boten&#8220;, Transparente, Aufkleber, Leserbriefe, Vortr\u00e4ge, Demonstrationen, Reden. Walter\u00a0Mossmann dazu: \u201e(wir) konsumieren &#8230; diese Kultur nicht mehr, die uns einschl\u00e4fert, indem sie vorgibt,\u00a0uns zu unterhalten und zu informieren. Wir machen unsere eigene Kultur.&#8220; (in Jean, 1976) Was hierzu in\u00a0Marckolsheim und Breisach begann, wurde beim weiteren Kampf gegen die Atomkraftwerke Fessenheim\u00a0(in Betrieb ab 1977), Wyhl (geplant) fortgesetzt, erweitert 1977 durch das els\u00e4ssische Piratenradio\u00a0\u201eRadio Verte Fessenheim <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(sp\u00e4ter legal als \u201eRadio Dreyeckland&#8220; aus Freiburg), vor allem aber durch <\/span>die wandernde freie \u201e<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Volkshochschule Wyhler Wald&#8220;\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen <\/span>(1975-1988) und durch ab 1976\/77 beginnende Ans\u00e4tze zu einer\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u201eSolar-Kultur&#8220;\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">in der Region (weiter <\/span>siehe Teile 4 und 8).\u00a0&lt;Zwei Texte \u00fcber Wyhl, die in der Anfangszeit \u00fcberregional eine Rolle gespielt haben, sind:\u00a0Geschrieben im Winter 1974, ver\u00f6ffentlicht April 1975.<br \/>\n<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00abDIE BEV\u00d6LKERUNG IST HELLWACH!\u00bb<br \/>\n<\/span><\/strong><\/span><\/strong>Berlin, Kursbuch 39, vielfach nachgedruckt im In- und Ausland. \u2013 Ausschnitte daraus heute beim Deutschen Historischen Institut (Washington) unter \u00abSchl\u00fcsseltexte des XX. Jahrhunderts\u00bb.\u00a0Au\u00dferdem \u00fcber die Volkshochschule Wyhlerwald vom Dezember 1975.<\/p>\n<p align=\"left\">\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00abDIE VOLKSHOCHSCHUL <\/span><\/strong>F\u00dcRS VOLKSGEWUHL\u00bb\u00a0\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, in der Zeitschrift: \u00abbetrifft : erziehung\u00bb, dann nachgedruckt unter dem Titel\u00a0<\/span>VOLKSHOCHSCHULE WYHLERWALD\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">in: Freiheit zum Lernen, Dauber, Rowohlt 1976 (1977 in: <\/span>\u00e9ditions du Seuil,\u00a0\u00a0<em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00ablutte antinucl\u00e9aire et universit\u00e9 populaire der Wyhlerwald\u00bb<\/span><\/em><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, und\u00a0 <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00abLa science sur le <\/span><\/em>terrain, L\u2019Universit\u00e9 populaire de Wyhlerwald\u00bb\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">in: ESPRIT, N.6 juin 1977. Sowie in: Arnoldo <\/span>Mondadori Editore <em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00abL\u2019universit\u00e0 popolare di Wyhlerwald\u00bb, <\/span><\/em><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Milano 1979. und:\u00a0 <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">FOLKH\u00d6KSKOLAN <\/span><\/em>WYHLERWALD <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, in: KRUT 6, Stockholm, 1978 etc. etc&gt; (Mossmann 2004)<\/span><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>4. Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen und der lange Kampf um das Atomkraftwerk Wyhl<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>4.1. Eine Bauplatz-Besetzung macht Geschichte<br \/>\n<\/strong>Was war geschehen? Die Kernkraftwerk S\u00fcd, gemeinsame Betreibergesellschaft von Badenwerk\/ Energieversorgung Schwaben EVS, und die Landesregierung waren 1972\/73 vor dem massiven Protest der Kaiserst\u00fchler Bev\u00f6lkerung gegen das bei Breisach geplante Atomkraftwerk zum einige Kilometer n\u00f6rdlich gelegenen Standort im Rheinauenwald bei Wyhl (sprich &#8222;Wiel&#8220;) ausgewichen. Fast 100 000 Unterschriften werden f\u00fcr Einwendungen gesammelt. Der Gemeinschaftseinspruch junger NaturwissenschaftlerInnen der Universit\u00e4t umfasst 111 Seiten. Im Gefolge wachsender Proteste und Entt\u00e4uschung \u00fcber die aus Atomgegnersicht emp\u00f6rende Einseitigkeit der Landesregierung kommt es am 18.2.1975, einen Tag nach Baubeginn, d.h. Rodung eines Waldst\u00fccks im Rheinwald, zur dramatischen Zuspitzung, der ersten <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Wyhler Bauplatzbesetzung\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">durch einige hundert Personen aus der Region. Dies <\/span>erfolgt wie in der ersten Erkl\u00e4rung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen (s.o.) von 1974\u00a0angek\u00fcndigt. Zwei Tage sp\u00e4ter wird der Platz gegen den passiven Widerstand von 150 Besetzerinnen und\u00a0 Besetzer polizeilich brutal ger\u00e4umt und mit Panzerdraht umz\u00e4unt. 10 Els\u00e4sser sind unter den \u00fcber 50\u00a0gezielt Festgenommenen. Am 23. Februar gelingt es anl\u00e4\u00dflich einer Gro\u00dfkundgebung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen mit \u00fcber 20 000 Teilnehmern, den Bauplatz trotz polizeilicher Bewachung\u00a0erneut und zun\u00e4chst auf unbestimmte Zeit zu besetzen. Auch hierbei sind\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">viele els\u00e4ssische B\u00fcrgerinnen <\/span><\/strong>und B\u00fcrger\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">mit gro\u00dfem pers\u00f6nlichen Einsatz wieder aktiv (dazu siehe Berichte im Wyhl-Buch I, 1976). <\/span>Diese Geschehnisse sind in den \u201e<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Wyhl-B\u00fcchern I und II <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8220; (Wyhl, 1976, Wyhl, 1982) von \u00fcber 30 bzw. <\/span>42\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">deutschen und franz\u00f6sischen Autoren aus Reihen der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen\u00a0<\/span><\/strong>und in vieler weiterer Literatur ausf\u00fchrlich dargestellt (z.B.: W\u00fcstenhagen, 1975; Gladitz 1976; Sternstein 1978). Wichtig ist auch, dass die Wyhl-B\u00fccher kein Produkt politischer Resignation sind, sondern jeweils das Ende einer ersten Phase und den Beginn einer zweiten des Kampfes um Wyhl darstellen, mit dem Willen zu lernen und die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen zu kennen und weiterzuk\u00e4mpfen (siehe auch Vorwort im Wyhl-Buch I, 1976)<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>4.2. Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen zu beschreiben, ist ein \u201ek\u00fchnes Unterfangen&#8220;, so schon der Stuttgarter Konfliktforscher Wolfgang Sternstein (in Wyhl-Buch I). Das gilt entsprechend auch f\u00fcr deren grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit. Viele ihrer Mitgliedsinitiativen waren f\u00fcr ihre Gegner kaum berechenbar und unfassbar. Das Bundesforschungsministerium setzte eigens Forscher des Batelle-Instituts zur Erkundung der B\u00fcrgerinitiativen an. Die folgenden Abs\u00e4tze greifen teilweise Sternsteins Ausf\u00fchrungen von 1976 und 1978 (Sternstein 1978) auf und erg\u00e4nzen sie.<br \/>\n(1) Mit ihrer E<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ntschlossenhei<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">t, das Atomkraftwerk Wyhl, ein Milliardenprojekt, und das B<\/span>leichemiewerk zu verhindern,\u00a0mit ihrer\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Macht zu informieren <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, fast 100 000 Menschen zu Einwendungen und fast 30 000 Menschen in <\/span>den Wyhler Wald zu moblisieren und\u00a0dem \u201elangen Atem&#8220; vieler Menschen, sich\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">jahrelang intensivst zu engagieren,\u00a0<\/span><\/strong>sind die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen wie die nordwestschweizerischen Atomgegner ein\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">neuer <\/span><\/strong>Faktor in der Atom- und Umweltkontroverse\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">im Mitteleuropa.<br \/>\n<\/span>(2) Mit\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Wyhl als Beispiel und Symbol\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">sowie den folgenden massiven Protesten gegen andere Standorte <\/span>in Deutschland und anderswo stand die Atomenergiepolitik der Bundesrepublik, der Europ\u00e4ischen\u00a0Gemeinschaft sowie anderer Staaten auf dem Spiel. \u201eWenn Wyhl Schule macht &#8230;&#8220; wird das Land &#8211; in der\u00a0bisherigen Form &#8211; \u201eunregierbar&#8220;, nannte es die Landesregierung in Stuttgart f\u00fcr ihren Bereich. \u201eWyhl&#8220;\u00a0hat nicht nur badisch-els\u00e4ssische oder baden-w\u00fcrttembergische, sondern \u00fcber Deutschland und\u00a0Frankreich hinausgehende internationale Bedeutung (siehe auch Abschnitt 8)<br \/>\n(3) Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen umfassen schon bald nach ihrer Formierung mit der Erkl\u00e4rung der21 Initiativen vom August 1974 rund\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">50 Initiativen und Vereinigungen <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, die auch auf den <\/span>weiteren gemeinsamen Erkl\u00e4rungen von 1976 und 1982 einzeln aufgef\u00fchrt sind. Sie setz(t)en sich\u00a0zusammen\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">aus vier Arten von Gruppen<br \/>\n<\/span><\/strong><\/span><\/strong>&#8211; die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">l\u00e4ndlichen <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">in den Orten um Wyhl und vom Kaiserstuhl, die zahlreichsten,<br \/>\n<\/span>&#8211; die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">els\u00e4ssischen <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, ca. 14 teils \u00f6rtliche, teils das ganze Elsass umfassende Organisationen,<br \/>\n<\/span>&#8211; die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">l\u00e4ndlichen\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">vom Schwarzwaldrand des n\u00f6rdlichen Breisgaus bis in die Ortenau\/Offenburg<br \/>\n<\/span>&#8211; die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">st\u00e4dtischen\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">aus Freiburg, darunter \u201eb\u00fcrgerliche&#8220; und mehrere studentische Initiativen.<br \/>\n<\/span><br \/>\n(4) Die B\u00fcrgerinitiativen umfassten bzw. erreichten mit ihren Mitgliedern und Informationen so gut wie alle g<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">esellschaftlichen Gruppen <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8211; eine wichtige Grundlage ihrer St\u00e4rke &#8211; darunter zunehmend auch viele <\/span>Lokalpolitiker und heimlich manche Polizeiangeh\u00f6rigen sowie auch einige Juristen. An sozialer Herkunft\u00a0und urspr\u00fcnglicher Hauptmotivation der Aktiven kann man drei Gruppen unterscheiden:<br \/>\n&#8211; die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Bauern und Winzer\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">sowie Handwerker der Region, jeweils mit ihren Frauen: Sie sind zun\u00e4chst <\/span>Standortgegner und f\u00fcrchten um ihre berufliche Existenz wegen K\u00fchlturmnebel und Industrieansiedlung\u00a0und wollen ihre Heimat verteidigen.<br \/>\n&#8211; die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">B\u00fcrgerlichen und ArbeitnehmerInnen\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(Lehrer, Apotheker, \u00c4rzte, Pfarrer, Wissenschaftler, <\/span>Angestellte, Arbeiter, Gewerkschafter u.a.). Sie k\u00f6nnen im weiteren Sinn als Umwelt- und Natursch\u00fctzer\u00a0bezeichnet werden. Sie warnen vor den Gefahren der Atomkraft und wollen die so sch\u00f6ne Landschaft am\u00a0Kaiserstuhl und am Oberrhein erhalten. Viele sehen auch k\u00fcnftige Nachteile f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze.<br \/>\n&#8211; die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">J\u00fcngeren <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(meist Studierende, Sch\u00fclerInnen, Lehrlinge, Arbeitslose, auch etliche K\u00fcnstlerInnen und <\/span>Medienschaffende): Sie sind oft eher links eingestellt. Ihnen geht es oft um mehr Demokratie, auch um\u00a0Umweltschutz und teilweise auch um grundlegende gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>(5)\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Der gemeinsame Lernproze\u00df\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">dieser Gruppen und die gegenseitige (teilweise) Integration der <\/span>verschiedenen Auffassungen sowie die weitgehende gegenseitige Pr\u00e4gung mit den Motiven der anderen\u00a0Gruppe ist eine herausragende Leistung der B\u00fcrgerinitiativen und ihres gemeinsamen Kampfes. Es wurde\u00a0trotz verbleibender Unterschiede und Differenzen eine weitgehende\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Aktionseinheit von Land -und\u00a0<\/span><\/strong>Teilen der Stadtbev\u00f6lkerung, von Intellektuellen und anderen Bev\u00f6lkerungsschichten erreicht\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. Jede <\/span>Gruppe bzw. Initiative wusste beinahe wie bei einem Organismus, mit welcher Ma\u00dfnahme und mit\u00a0welchen Begabungen sie beitragen konnte.\u00a0Trotzdem gab es in einzelnen Initiativen, wie in Weisweil oder bei der (b\u00fcrgerlichen) Aktion\u00a0Umweltschutz in und um Freiburg sehr unterschiedliche Denkweisen. Und in\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Wyhl\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">selbst, einer armen <\/span>Gemeinde, blieb die Bev\u00f6lkerung nicht zuletzt aufgrund finanziellen Drucks von au\u00dfen lange Jahre etwa\u00a01:1 gespalten, oft qu\u00e4lend mitten durch Familien. Insgesamt aber konnten sich die Initiativen zumindest\u00a0im Landkreis Emmendingen einer\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gewaltigen Mehrheit\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">in der Bev\u00f6lkerung gegen das Atomkraftwerk <\/span>sicher sein: 75 &#8211; 80% \u00e4u\u00dferten in Umfragen Ablehnung oder Bedenken. Noch h\u00f6here Werte (85%)\u00a0wurden sp\u00e4ter auf els\u00e4ssischer Seite bei Gerstheim bekannt. Und es wurde\u00a0 renz\u00fcberschreitend\u00a0zusammengearbeitet.<\/p>\n<p align=\"left\">(6) <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Die Arbeitsweise\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen bestand aus folgenden Kernpunkten:<br \/>\n1.<\/span>.\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Beschaffung und Verbreitung von Informationen<br \/>\n<\/span><\/strong><\/span><\/strong>Hierzu dienten neben Pressearbeit, Infobl\u00e4ttern, Plakaten, Informationsst\u00e4nden, Podiumsdiskussionen, Briefen, Vortr\u00e4gen, B\u00fcchern, Fotos, Filmen usw. auch eigene oder nahestehende Publikationsorgane und\u00a0Instrumente:<br \/>\n<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Der Umwelt-Bote <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen: ein \u00fcber 18 Jahre hinweg in vielen <\/span>D\u00f6rfern im und am Kaiserstuhl an alle Haushalte verteiltes Infoblatt zu aktuellen Fragen, das in\u00a0wichtigen Situationen jeweils \u00fcber 10 000 Menschen direkt erreichte. Es wurde in den ersten Jahren\u00a0formell nicht von den Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen, sondern vom nahestehenden\u00a0Regionalverband B\u00fcrgerinitiativen Umweltschutz S\u00fcdlicher Oberrhein e.V. herausgegeben. Der\u00a0Umweltbote 40 zum Beispiel, vom April 1988 zu Tschernobyl und Fessenheim, erschien zweisprachig.<br \/>\n<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u201eWas wir wollen&#8220;<br \/>\n<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, erstellt aus Reihen nicht formell in die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen <\/span>eingebundener Aktiver, eine aktuelle Zeitung (anfangs als Platzbesetzerzeitung), die \u00fcber mehrere Jahre\u00a0zu Marckolsheim, Wyhl, Fessenheim, Kaiseraugst, Heiteren, Gerstheim und aus aller Welt Berichte und\u00a0Erfahrungen einbrachte.<br \/>\n<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Radio Verte Fessenheim <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00a0zun\u00e4chst seit Juni 1977 illegal im Elsass, sp\u00e4ter als \u201eRadio Dreyeckland&#8220; <\/span>legal in Freiburg,<br \/>\n&#8211;\u00a0die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Volkshochschule Wyhler Wald:\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Sie wirkte am langfristigsten und auch au\u00dferhalb des <\/span>Kaiserst\u00fchler Bereichs. Sie war aktiv von ihren ersten Veranstaltungen im April 1975 auf dem besetzten\u00a0Platz in Wyhl bis 1988, mit 80 Vierwochenprogrammen und ann\u00e4hernd 600 Veranstaltungen am\u00a0s\u00fcdlichen Oberrhein, davon allerdings nur einige im Elsass, dort vor allem bei Heiteren in den Monaten\u00a0der Strommastbesetzung. Sie war kostenlos und wurde ehrenamtlich organisiert. Niemand erhielt\u00a0Honorar.\u00a0Die wandernde Volkshochschule Wyhler Wald war treffend gesagt ein\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u201egeistiges Kraftwerk&#8220;\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gegen das <\/span>geplante Atomkraftwerk. Sie bildete eine Grundlage f\u00fcr die Dauerhaftigkeit des Widerstandes. Sie wirkte\u00a0als ein\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Kommunikations-, Informations- und Kulturzentrum\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der B\u00fcrgerinitiativen. <\/span>Ihre Themen waren \u00e4u\u00dferst vielf\u00e4ltig und aktuell angepasst sowie volksnah, wie es die 80\u00a0Vierwochenprogramme belegen: von Atomkraft bis zu Alternativen, von Umweltproblemen bis zu S\u00e4ngertreffen (vgl. auch Mutz, 2002). Man konnte dabei auch Politiker wie Erhard Eppler sowie\u00a0Atombef\u00fcrworter als Referenten gewinnen. Besonders hohe Besucherzahlen, mehrere hundert, wurden\u00a0bei Heimat- und kulturellen Veranstaltungen, Atomdiskussionen sowie Diskussionen mit Politikern\u00a0erreicht. Alle Referenten, die aus unterschiedlichsten Kreisen, z.T. aus anderen Kontinenten (USA, Japan,\u00a0Brasilien usw.) kamen, mussten sich bei den Veranstaltungen parteipolitisch neutral verhalten und sich\u00a0oft intensivsten Diskussionen mit dem Publikum unterziehen. Die Rollenverteilung Referent-Lernende\u00a0wurde vielfach aufgehoben zugunsten eines gemeinsamen Lernprozesses. H\u00e4ufig berichtete die Presse\u00a0ausf\u00fchrlich. Der sehr hohe Stellenwert der VHS Wyhler Wald f\u00fcr die Bewegung l\u00e4sst sich kennzeichnen durch:<br \/>\n&#8211; hohen Sympathiewert und Attraktivit\u00e4t, Kontinuit\u00e4t,<br \/>\n&#8211; Anerkennung in der \u00d6ffentlichkeit als Gegengewicht zur Informationspolitik der Landesregierung und Atomkraftbetreiber,<br \/>\n&#8211; Bindeglied zwischen \u201ePlatz&#8220; und Ortschaften, Schaffung eines Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchls,<br \/>\n&#8211; Aktualit\u00e4t in den Themen und Mitteilungen,<br \/>\n&#8211; sch\u00f6pferische T\u00e4tigkeit als positiver Gegenpol zum \u201eVerneinungsakt der Platzbesetzung&#8220;.<\/p>\n<p align=\"left\">2. <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Demonstrationen und Kundgebungen\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">einschlie\u00dflich z.B. Protestfahrten mit Traktoren,<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">3.\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Aktionen\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">wie Protesttelegramme, Unterschriftensammlungen usw.,<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">4. <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gewaltfreie direkte Aktionen<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">: Bauplatzbesetzung, Sitz- und Stra\u00dfenblockaden,<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">5.\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">juristische Ma\u00dfnahmen\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">wie Einzel- und Sammeleinspr\u00fcche, Klagen vor Gericht,<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">6. \u00fcberparteilich-<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">politische Ma\u00dfnahmen<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">: Wahlempfehlungen und \u201eeigene&#8220; Kandidaten.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">(7) Die Organisationsstruktur <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">Die Struktur der Mitglieder reichte von spontan gebildeten Initiativen bis zu formalen Vereinen. Viele\u00a0waren nur \u00f6rtliche, andere waren fl\u00e4chenhafte Organisationen. Das galt f\u00fcr die badische und die\u00a0els\u00e4ssische Seite. Parteiorganisationen waren ausgeschlossen. Formiert hatten sich die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen wie oben geschildert ab dem 25.8.1974 mit ihrem\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">internationalen Komitee\u00a0 a<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ls Gremium f\u00fcr Entscheidungen. Bei Abstimmungen erhielt jede Initiative <\/span>ab Mai 1975 nur eine Stimme.<br \/>\n&#8211; Sp\u00e4ter ging man zur\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Delegiertenversammlung\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00fcber.<br \/>\n<\/span>&#8211; Einladungen erfolgten alsbald durch die ehrenamtlich gef\u00fchrte Weisweiler G<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">esch\u00e4ftsstelle.<br \/>\n<\/span><\/strong>&#8211; Gew\u00e4hlt f\u00fcr Verhandlungen mit der Landesregierung Baden-W\u00fcrttembergs wurden eine f\u00fcnfk\u00f6pfige Verhandlungsdelegation<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, die begrenzte Kompetenzen erhielt, und eine 18k\u00f6pfige erweiterte V<\/span>erhandlungskommisssion<br \/>\n&#8211; Im Herbst 1975 wurde ein <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Arbeitsausschu\u00df\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(mit 2 els\u00e4ssischen Mitgliedern) eingerichtet mit Aufgabe, <\/span>das Internationale Komitee bzw. die Delegiertenversammlung zu unterst\u00fctzen und die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Arbeitskreise<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, d.h. die \u201eVolkshochschule Wyhler Wald&#8220;, \u201eDer Umwelt-Bote&#8220; und <\/span>\u201e\u00d6ffentlichkeitsarbeit&#8220; (u.a: Pressesprecher) sowie die (Besetzer-)Zeitung \u201eWas Wir Wollen&#8220; zu\u00a0koordinieren und ggf. Streit zu schlichten.\u00a0F\u00fcr die Platzbesetzung und &#8211; ab Beginn der Verhandlungen mit der Regierung &#8211; f\u00fcr die Platzbewachung\u00a0wurden d\u00f6rferweise <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Besetzerpl\u00e4ne a<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ufgestellt, bei denen sich die benachbarten Els\u00e4sser beteiligten. <\/span>Sp\u00e4ter, ab 1978, kamen weitere Arbeitskreise hinzu (siehe auch Teil 5):<br \/>\n&#8211; die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Internationale Kontrollkommission\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">zu Fessenheim (IKK),<br \/>\n<\/span>&#8211; die von Freiburg aus koordinierte\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Arbeitsgruppe Fessenheim<\/span><\/strong><\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">(8) Die Erfahrungen und Lehren <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">aus dem Wirken der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen <\/span>sind zahlreich (im folgenden in Erweiterung von Ausf\u00fchrungen Sternsteins, Sternstein 1976, 1978).\u00a0Zum einen ist die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Einmaligkeit der Situation\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">zu beachten:<br \/>\n<\/span>&#8211; der vorherige Kampf gegen die Atomkraftwerke Fessenheim und Breisach,<br \/>\n&#8211; der gerade zuvor eskalierte Kampf gegen das Bleichemiewerk Marckolsheim. Zum anderen war <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">das Umfeld g\u00fcnstig:<br \/>\n<\/span><\/strong>&#8211; die Nachbarschaft Frankreichs mit seiner revolution\u00e4ren Tradition,<br \/>\n&#8211; die eigene revolution\u00e4re Tradition Badens (Bauernkrieg 1525, demokratische Revolution 1848),<br \/>\n&#8211; die anhand der K\u00e4mpfe verst\u00e4rkt wiederentdeckte gemeinsame alemannische Identit\u00e4t im Dreil\u00e4ndereck bzw. Dreyeckland,<br \/>\n&#8211; die geplante, gef\u00fcrchtete Industriealisierung im Oberrheingebiet,<br \/>\n&#8211; die um ihre wirtschaftliche Existenz (Landwirtschaft und Weinbau) und sp\u00e4ter verst\u00e4rkt auch um Gesundheit und Leben besorgte einheimische Bev\u00f6lkerung, von der erhebliche Teile ein fast unglaubliches Engagement und gegenseitige Mobilisierung und Solidarit\u00e4t zeigten,<br \/>\n&#8211; das gro\u00dfe Potential an engagierten Wissenschaftlern an den oberrheinischen Universit\u00e4ten, insbesondere in Freiburg, und die hierdurch erzielte auch wissenschaftliche Seriosit\u00e4t der Protestbewegung,<br \/>\n&#8211; der steigernde Einflu\u00df der 1968er Protest-Ereignisse auf das Engagement vieler,<br \/>\n&#8211; das \u201ebrennende Interesse&#8220;, Erfahrungen anderer kennenzulernen und zu nutzen,<br \/>\n&#8211; das Interesse der Medien, auch wenn die eine oder andere Zeitung gelegentlich an saubere Berichterstattung erinnert werden musste, und die Medienkompetenzen der B\u00fcrgerinitiativen und ihres Umfeldes (u.a. des BUND-Vorl\u00e4ufers am s\u00fcdlichen Oberrhein, Aktion Umweltschutz e.V.),<br \/>\n&#8211; dichte Besiedlung, die Kontakte erleichterte,<br \/>\n&#8211; eine dichte Vereinsstruktur, z.B. in Weisweil mit 20 Vereinen bei ca. 1500 Erwachsenen,<br \/>\n&#8211; in den D\u00f6rfern weitgehend intakte Gemeinschaften,<br \/>\n&#8211; eine besonders sch\u00f6ne und verteidigenswerte Region. Und: ein orts- und regionalbezogenes de<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">mokratieverst\u00e4ndnis\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">fast schweizerisch-alemannischer Art, das <\/span>an sich auch im deutschen Grundgesetz im Artikel\u00a0 20.2 \u201eAlle Staatsgewalt geht vom Volke aus&#8220; einen\u00a0Ansatzpunkt hat. \u201eDie Parteien wirken bei der politischen\u00a0 Willensbildung des Volkes (Anmerkung:\u00a0nur)&#8230;. mit&#8220; (aus Art. 21.1). Die von bedrohlichen Planungen Betroffenen\u00a0 wollten ohne eigene\u00a0Zustimmung sich nicht beugen: \u201eNit allem sich neige, s\u00b4 Eige zeige&#8220;, hie\u00df es in einer gro\u00dfen\u00a0Zeitungsanzeige von aktiven Winzern und Handwerkern am 25.2.1975 in der Badischen Zeitung, in dem\u00b4sie ihren Austritt aus der CDU verk\u00fcndeten.\u00a0Entscheidende weitere Gr\u00fcnde f\u00fcr den gro\u00dfen Erfolg der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen waren\u00a0nach Auffassung verschiedener Beobachter die drei Grunds\u00e4tze:<\/p>\n<p align=\"left\">&#8211; <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Gewaltfreiheit<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, aber: b\u00fcrgerlicher Ungehorsam bis hin zu illegalen Aktionen wie Platzbesetzung <\/span>(nicht durch Vereine, sondern durch Einzelpersonen) als \u00e4u\u00dferste Mittel in bestimmten\u00a0Situationen,<br \/>\n&#8211;\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00dcberparteilichkeit,\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">keine Parteipropaganda und kein Parteienstreit im Rahmen der Arbeit der <\/span>B\u00fcrgerinitiativen,<br \/>\n&#8211; <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Verbindlichkeit von Mehrheitsbeschl\u00fcssen <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, mit dem steten Versuch, Konsens zu erzielen und <\/span>Kampfabstimmungen zu vermeiden.\u00a0Als wesentlich sind auch folgende Prozesse anzuf\u00fchren:<br \/>\n&#8211; intensives \u201ePolitisches Lernen&#8220; aller Beteiligten,<br \/>\n&#8211; die Aktivierung von Staatsb\u00fcrgerInnen,<br \/>\n&#8211; die Aufhebung der Trennung von Wissenschaft und Leben, von Theorie und Praxis,<br \/>\n&#8211; Erlernen von Toleranz und das Ertragen der Andersartigkeit anderer,<br \/>\n&#8211; der Abbau von Angst vor Regierenden und Beh\u00f6rden,<br \/>\n&#8211; Wachsamkeit und Aktion gegen Ausgespieltwerden unterschiedlicher Gruppen und gegen Spaltungsversuche seitens der Regierung und Betreiber,<br \/>\n&#8211; paralleles Beschreiten auch des Rechtsweges im Falle Wyhl,<br \/>\n&#8211; Aufzeigen von konstruktiven Alternativen zur Atomkraft,<br \/>\n&#8211; Wachsen eines Zusammengeh\u00f6rigkeits- und Gemeinschaftsgef\u00fchls und<br \/>\n&#8211; <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der Rhein wurde nicht (mehr) als Grenze gesehen.<br \/>\n<\/span><\/strong>Kurz: <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Der Souver\u00e4n war erwacht <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. Die Geschlossenheit des Widerstandes war beispielhaft, die Loyalit\u00e4t <\/span>der von den Aktivisten der Region als Menschen wahrgenommen Polizei \u201eschwindend&#8220;, die anders\u00a0wiederum die Aktiven der B\u00fcrgerinitiativen \u00fcberwiegend als seri\u00f6se B\u00fcrgerInnen wahrnehmen konnte &#8211;\u00a0ziemlich anders als bei vielen sp\u00e4teren Antiatomk\u00e4mpfen in Norddeutschland und z.B. in\u00a0Malville\/Rhone.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>4.3. Die \u201eOffenburger Vereinbarung&#8220; &#8211; ein Staatsvertrag<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Die zweite Erkl\u00e4rung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen. Die Landesregierung versuchte, den illegalen Zustand des besetzten Bauplatzes angesichts der St\u00e4rke der B\u00fcrgerinitiativen schlie\u00dflich durch Verhandlungen zu beenden. Die B\u00fcrgerinitiativen lie\u00dfen sich unter dem Druck drohender polizeilicher R\u00e4umung und schwerer finanzieller Schadenersatzanspr\u00fcche und Strafandrohungen gegen die Initiativen (800 Mio. DM) und Einzelpersonen (bis 0,5 Mio. DM) darauf ein und erkl\u00e4rten, dass der besetzte Bauplatz w\u00e4hrend der Verhandlungen verlassen, aber bewacht bleibe. In der sogenannten \u201e <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Offenburger Vereinbarung <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8220; vom 31. Januar 1976 zwischen Land, <\/span>B\u00fcrgerinitiativen und dem Betreiber Kernkraftwerk S\u00fcd KWS (100%ige Tochter des Badenwerk und der\u00a0Energieversorgung Schwaben) wurde haupts\u00e4chlich vereinbart (siehe auch Wyhl-B\u00fccher I und II):<br \/>\n&#8211; zu den wichtigsten strittigen Sachfragen werden zus\u00e4tzliche unabh\u00e4ngige Gutachten eingeholt,<br \/>\n&#8211; die KWS verzichtet auf Schadenersatzanspr\u00fcche, alle Strafverfahren werden eingestellt,<br \/>\n&#8211; die B\u00fcrgerinitiativen bekennen sich zur Gewaltlosigkeit und r\u00e4umen den Bauplatz,<br \/>\n&#8211; die B\u00fcrgerinitiativen beschr\u00e4nken sich auf politischen Widerstand und den Rechtsweg,<br \/>\n&#8211; die Landesregierung beh\u00e4lt sich die Entscheidung dar\u00fcber vor, wann sie die Bedenken der Bev\u00f6lkerung ausger\u00e4umt sieht. Bei den B\u00fcrgerinitiativen waren die Verhandlungen und deren Ergebnis ziemlich umstritten. Geschichtlich war man sich auch einer gewissen Parallele zu den\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Offenburger Vertr\u00e4gen des <\/span><\/strong>Bauernkriegs <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">von 1525 bewu\u00dft, die damals alsbald zur vernichtenden Niederlage der Bauern f\u00fchrten. <\/span>Trotzdem nahmen sie die Vereinbarung mit gro\u00dfer Mehrheit an bei\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Enthaltung der els\u00e4ssischen <\/span><\/strong>Initiativen\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">und Gegenstimmen vor allem aus Reihen der st\u00e4dtischen Initiativen. Die Badisch-<\/span>Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen setzten nun weiter auf politischen Druck und Information und traten 1976\u00a0u.a. mit ihrer\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Zweiten gemeinsamen Erkl\u00e4rung\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">an die \u00d6ffentlichkeit (wiedergegeben im Wyhl-Buch <\/span>II):<br \/>\n&#8211; Man habe die Offenburger Vereinbarung nur akzeptiert in der Erwartung, dass die Regierung nicht wieder versucht, das Atomkraftwerk <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gegen den Willen der Bev\u00f6lkerung\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">durchzusetzen.<br \/>\n<\/span>&#8211; Widerlegt seien die Behauptungen der Atombef\u00fcrworter zur Energiepolitik und zu Arbeitspl\u00e4tzen.<br \/>\n&#8211; Nicht widerlegt seien die Gr\u00fcnde der B\u00fcrgerinitiativen gegen die Atomkraft.<br \/>\n&#8211; Die B\u00fcrgerinitiativen seien st\u00e4rker geworden an Zahl und haben auch den Kampf gegen die Resignation gewonnen.<br \/>\n&#8211; Falls die Regierung die Bedenken der B\u00fcrgerinitiativen nicht respektiere, m\u00fcssten sie Mittel und Wege\u00a0finden, \u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">sich und die Heimat zu sch\u00fctzen<br \/>\n<\/span><\/strong><\/span><\/strong>&#8211; die Bev\u00f6lkerung wird aufgerufen, den\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Rechtsweg\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">finanziell zu unterst\u00fctzen, den die \u201eWyhl-Kl\u00e4ger&#8220; <\/span>stellvertretend f\u00fcr die B\u00fcrgerInnen wahrnehmen.\u00a0Nach einem Jahr Streit zwischen Land und B\u00fcrgerinitiativen um die Unabh\u00e4ngigkeit der Gutachter sowie um den Inhalt und die Unvollst\u00e4ndigkeit der Gutachten im Gefolge der Offenburger Vereinbarung erkl\u00e4rte das Land im Dezember 1977 die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Erf\u00fcllung\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der Offenburger Vereinbarung. Die B\u00fcrgerinitiativen <\/span>stellten die <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Nichterf\u00fcllung\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der Offenburger Vereinbarung fest (Wyhl-Buch II, 1982). Voraussetzung f\u00fcr <\/span>Ihre Annahme der \u201eOffenburger Vereinbarung&#8220; waren u.a. folgende die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Grunds\u00e4tze<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">:<br \/>\n<\/span>&#8211;\u00a0<em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00dcber Leben und Gesundheit kann man nicht verhandeln. S<\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">olange unsere Bedenken nicht ausger\u00e4umt sind, darf das Atomkraftwerk nicht gebaut werden.\u00a0<\/span><\/em>Zu diesen Punkten sei auf die Anmerkungen zum Demokratieverst\u00e4ndnis in Anschnitt 4.2. hingewiesen.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>4.4. Der Rechtsweg &#8211; wichtige R\u00fcckendeckung, aber schlie\u00dflich entt\u00e4uschend<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Die dritte Erkl\u00e4rung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen Die wichtigen <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Erfolge der Wyhl-Kl\u00e4ger\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">1975 im Sofortverfahren vor dem Verwaltungsgericht Freiburg <\/span>und der Sieg im M\u00e4rz 1977 im Hauptsacheverfahren ebenfalls vor dem Verwaltungsgericht Freiburg gab\u00a0den B\u00fcrgerinitiativen, f\u00fcr die stellvertretend einige B\u00fcrger klagten, jeweils\u00a0 die erhoffte zeitliche\u00a0R\u00fcckendeckung\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">bis zum November 1981, der <\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Niederlage im Hauptsacheverfahren\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">beim <\/span>Verwaltungsgerichtshof in Mannheim. W\u00e4hrend das Verwaltungsgericht Freiburg entsprechend den\u00a0Darlegungen der Wyhl-Kl\u00e4ger und Ihrer Anw\u00e4lte Sicherheit vor Reaktorkatastrophen und deswegen eine\u00a0Berstsicherung f\u00fcr den Reaktordruckbeh\u00e4lter verlangte, versagten die h\u00f6here Instanz in Mannheim und\u00a0das Bundesverwaltungsgericht aus B\u00fcrgerinitiativen-Sicht mit ihren abweisenden Urteilen Anfang und\u00a0Mitte der 80er Jahre (siehe u.a. \u201eDer Umwelt-Bote&#8220; 30 und 35). Schlie\u00dflich war doch nach Harrisburg\u00a0(USA, 1979) und diversen Beinahe-Unf\u00e4llen sowie mit der offiziellen Deutschen Risikostudie\u00a0Kernkraftwerke (Phase A, 1979; erst recht mit deren Phase B, 1989) erneut\u00a0 dargestellt: Schwere Unf\u00e4lle\u00a0und Katastrophen bei Atomkraftwerken sind real m\u00f6glich und k\u00f6nnen jederzeit beginnen. Eine\u00a0Konsequenz: Der Atomkraftwerksbetrieb widerspricht den Grundrechten der B\u00fcrgerInnen auf Leben und\u00a0k\u00f6rperliche Unversehrtheit sowie auf Menschenw\u00fcrde. Dies ergibt sich aufgrund der vorgenannten\u00a0Fakten in Verbindung mit dem sogenannten Kalkar-Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom\u00a0September 1978 zum damals in Bau befindlichen, nie fertig gestellten Atomkraftwerk des Typs\u00a0\u201eschneller Br\u00fcter&#8220; in Kalkar\/Niederrhein. Mit der auch finanziellen Solidarit\u00e4t vieler Mitb\u00fcrgerInnen, die den Klageweg per &#8222;Rechtsschutz-Bon&#8220;\u00a0unterst\u00fctzten, und einiger Gemeinden um Wyhl konnte den Wyhl-Kl\u00e4gern die gro\u00dfe finanzielle Last der\u00a0hohen Prozesskosten abgenommen werden.\u00a0Das Wyhl-Buch-II mit Anhang zum Mannheimer Urteil, erneute Gro\u00dfveranstaltungen in Sasbach im Januar 1982 und Aktionstage am Oberrhein vom 16. bis 18. Sept. 1982 von Marckolsheim \u00fcber den Kaiserstuhl bis Kaiseraugst\/Basel mit Kundgebung und\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u201eBeistandspakt <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8220; am Rhein in Wyhl sind\u00a0 <\/span>Reaktionen auf die neue Lage. Und die \u201e<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Dritte Erkl\u00e4rung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen <\/span><\/strong>zu Wyhl<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8222;, beschlossen von ihren Delegierten am 2.4.1982 in Forchheim bei Wyhl stellt klar <\/span>(wiedergegeben im separaten Anhang des Wyhl-Buchs II):\u00a0 <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">In <\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Wyhl hat die Bev\u00f6lkerung selber Geschichte gemacht<\/span><\/strong><\/span><\/em><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">; in Wyhl f\u00e4llt die Entscheidung \u00fcber unsere <\/span>Zukunft. &#8230;.Von Wyhl ging eine demokratische Hoffnung aus und die Erkenntnis, dass die Menschen nicht\u00a0zwangsl\u00e4ufig ihre Lebensgrundlagen zerst\u00f6ren m\u00fcssen&#8220;\u00a0\u201e&#8230; unser Lebensraum h\u00f6rt nicht an der Landesgrenze auf..&#8220;\u00a0 &#8230;Deutsche, schweizerische und franz\u00f6sische Betreiber machen \u00fcberall in unserer Region nationalistische Propaganda, um dann ein AKW hinter das andere an den Oberrhein zu setzen.&#8220; Die Initiativen verlangen die Stillegung des Atomkraftwerks <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Fessenheim\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">und w\u00fcrden ein Atomkraftwerk <\/span>auch in\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Marckolsheim\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gemeinsam verhindern. <\/span>Im Falle\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Wyhl\u00a0d<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">rohen die Initiativen der Landesregierung, sollte diese versuchen, den Bau gewaltsam <\/span>durchzusetzen, mit \u00e4u\u00dferstem gewaltfreien Widerstand, ja mit Unregierbarkeit, z.B. mit Grenzblockaden\u00a0von beiden Seiten. Und:\u00a0\u201e.. wir erkl\u00e4ren, dass\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">wir kein Recht haben, unseren Widerstand aufzugeben <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, wir tragen auch die <\/span>Verantwortung f\u00fcr unsere Kinder&#8230;.. wir haben einen langen Atem&#8220;.\u00a0Die 3. Erkl\u00e4rung zu Wyhl hat Walter Mossmann f\u00fcr die B\u00fcrgerinitiativen\u00a0 w\u00e4hrend der Dreharbeiten zum Wyhl-Film\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">verfasst und in den Film eingebaut. Beschlossen wurde sie am 2.4.1982. &lt;(\u2026) schon Ende <\/span>des Monats fand in Endingen am Kaiserstuhl im Pfauensaal die Premiere statt (27.4.1982):\u00a0S&#8217;WESCHPEN\u00c4SCHT &#8211; DIE CHRONIK VON WYHL<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, zusammengebaut aus allen verf\u00fcgbaren <\/span>Materialien \u00fcber die Anti-AKW-Bewegung am Oberrhein 1970 bis 1982 \u2013 Marckolsheim, Wyhl,\u00a0Fessenheim, Kaiseraugst, Gerstheim, Heiteren,&gt; (\u2026): In der Folge gab es dann \u00fcber 100 Auff\u00fchrungen in\u00a0der Region um Wyhl. (Mossmann, 2004; S\u2019Weschpen\u00e4scht \u2013 die Chronik von Wyhl, 1982). Der Film\u00a0zeigt auch, wie die Menschen am Kaiserstuhl mit ihrem Widerstand \u00fcber sich hinaus wuchsen. 2010\u00a0anl\u00e4\u00dflich der Diskussionen in Deutschland um die Atomkraft-Laufzeitverl\u00e4ngerung und nach dem Unfall in Fukushima (2011) erlebte dieser Film in Freiburg und Region erneute Auff\u00fchrungen vor altem und\u00a0jungen Publikum.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>4.5. Allm\u00e4hlicher weiterer R\u00fcckzug der Landesregierung und endg\u00fcltiger Verzicht auf Wyhl<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Der \u201elange Atem&#8220; und die intensive weitere <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Informationsoffensive\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der Badisch-Els\u00e4ssischen <\/span>B\u00fcrgerinitiativen, ab Anfang der 80er Jahre verst\u00e4rkt zusammen mit der Landesgesch\u00e4ftsstelle des im\u00a0Gefolge von Wyhl besonders hier, aber auch landesweit stark gewachsenen Bund f\u00fcr Umwelt und\u00a0Naturschutz Deutschland (BUND) in Freiburg, f\u00fchrten 1982\/83 zu\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Gemeinderatsmehrheiten\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">in nahezu <\/span>allen St\u00e4dten und Gemeinden des mittleren und n\u00f6rdlichen Breisgaus.\u00a0Im Juni 1983, acht Jahre nach \u201eWyhl&#8220;, im 4. Anlauf nach intensiver Lobbyarbeit der B\u00fcrgerinitiativen\u00a0und anderer, stimmte endlich auch der Gemeinderat von Freiburg i.Br. mit einer Stimme Mehrheit, der\u00a0des Oberb\u00fcrgermeisters Dr. Rolf B\u00f6hme, gegen das Atomkraftwerk Wyhl (Badische Zeitung, 29.6.1983),\u00a0eine entfernte Analogie zum Bauernkrieg 1525? In Freiburg hatte sich zuvor eine von den dortigen\u00a0B\u00fcrgerinitiativen <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">erzwungene offizielle B\u00fcrgerversammlung <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">nachdr\u00fccklich gegen das Atomkraftwerk\u00a0 <\/span>Wyhl ausgesprochen.\u00a0Das Land zog sich in der Folge unter Ministerpr\u00e4sident Lothar Sp\u00e4th schrittweise weiter von den Wyhl-Planungen zur\u00fcck. Aber erst im Fr\u00fchjahr 1994 wurde das bisherige\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Bauvorhaben der zwei Wyhl-<\/span><\/strong>Reaktoren endg\u00fcltig eingestellt<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, sp\u00e4ter auch die Standortsicherung in der Landesplanung z<\/span>ur\u00fcckgezogen, der Messmast abgebaut, das Gebiet auf Dr\u00e4ngen der b\u00fcrgerlichen und beh\u00f6rdlichen\u00a0Umwelt-und Natursch\u00fctzer unter\u00a0Nat<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">urschutz <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gestellt. Das Gel\u00e4nde geh\u00f6rt aber weiterhin den <\/span>Betreibern, die es nicht r\u00fcckverkaufen wollen, was die B\u00fcrgerinitiativen misstrauisch h\u00e4lt.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>5. Fessenheim (II) und die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen: Breite Proteste und die Kontrollkommissionen<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Der Wind wehe meist ins Badische, beruhigte ein B\u00fcrgermeister dem Vernehmen nach seine els\u00e4ssischen Mitb\u00fcrgerInnen. Der Baubeginn der beiden Reaktoren am Rhein in Fessenheim\/Elsass war Anfang 1971, die Inbetriebnahme 1977. Gro\u00dfe Demonstrationen fanden seit Mai 1971 statt, 1972 ausdr\u00fccklich als grenz\u00fcberschreitender Protest <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, im Mai 1975 erstmalig als Veranstaltung der Badisch-Els\u00e4ssischen <\/span>B\u00fcrgerinitiativen. Die Klagen els\u00e4ssischer Umweltsch\u00fctzern gingen 1978 verloren.\u00a0Zuvor, im Herbst und Winter 1976\/77 steigern die els\u00e4ssischen Atomgegner ihre Anstrengungen\u00a0nochmals erheblich. Eine gro\u00dfe Koalition von Vereinigungen, Kommunalpolitikern und Pers\u00f6nlichkeiten\u00a0fordert vor Inbetriebnahme die Erf\u00fcllung von\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">vier \u201eGrundgarantien<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8222;:<br \/>\n<\/span>&#8211; eine unabh\u00e4ngige Kontrollkommission,<br \/>\n&#8211; die Ver\u00f6ffentlichung des Evakuierungsplans (Katastrophenplan),<br \/>\n&#8211; Alarm\u00fcbungen,<br \/>\n&#8211; die Befragung der Bev\u00f6lkerung.<br \/>\nEin \u00fcber dreiw\u00f6chiger\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Hungerstreik\u00a0 v<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">on Atomkraftgegnern in Roggenhouse, darunter die sp\u00e4tere <\/span>Europaabgeordnete Solange Fernex, erreicht zwar gro\u00dfe Solidarit\u00e4t in der Bev\u00f6lkerung, auch \u00fcber das\u00a0Elsass hinaus, aber in der Sache nur die Einsetzung der (nationalen) lokal-regionalen\u00a0Kontrollkommission\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">aus Generalr\u00e4ten, B\u00fcrgermeistern und Vertretern von els\u00e4ssischen B<\/span>\u00fcrgervereinigungen (siehe Wyhl-Buch II). Die Kommission besteht auch heute noch und stellt Fragen\u00a0an die Werksleitung. Deren Antworten kommen in aller Regel sp\u00e4t und sind\u00a0 ager. Die Kommission\u00a0wurde um Vertreter vier deutscher Nachbargemeinden aus dem 5-km-<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: x-small;\">Radius (Neuenburg, Hartheim, Bad <\/span>Krozingen und Eschbach) und ab 2009 um Vertreter des Landkreises Breisgau-<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Hochschwarzwald sowie des <\/span>Regierungspr\u00e4sidiums Freiburg erweitert, tagt presse\u00f6ffentlich. Sie wird umbenannt in CLIS, als\u00a0Informationskommission, nicht prim\u00e4r zur Kontrolle. Der\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Katastrophenplan\u00a0f<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00fcr die deutsche Seite wird den B\u00fcrgerinitiativen von Unbekannt in Teilen <\/span>kopiert zugespielt und von ihnen, insbesondere von der Gewaltfreien Aktion Freiburg, im M\u00e4rz 1977 in\u00a0Freiburg unter den Augen der Staatsanwaltschaft der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt und\u00a0 kommentiert: Der\u00a0Planinhalt ist katastrophal &#8211; er sch\u00fctzt sozusagen den Ablauf der Katastrophe (Fessenheim\u00a0 980a). Die\u00a0Beh\u00f6rden sind ver\u00e4rgert, Gespr\u00e4che der Initiativen mit Landtag und Landesregierung in Stuttgart zum\u00a0Thema erbringen nichts Wesentliches. Die Landesoberen wirken wie zuvor bei Wyhl parteiisch pro\u00a0Atomkraft. Die \u00fcberwiegend landeseigene Badenwerk AG hatte sich n\u00e4mlich an den Baukosten von\u00a0Fessenheim beteiligt und sich dadurch bei den beiden 900 MW-Bl\u00f6cken Bezugsrechte in H\u00f6he von\u00a0insgesamt 300 MW (Megawatt) elektrischer Leistung gesichert. Weitere 300 MW gehen entsprechend in\u00a0die Schweiz.\u00a0Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen bilden daher eine eigene ehrenamtliche\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Internationale <\/span><\/strong>Kontrollkomission (IKK).\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Sie soll politische und \u00f6ffentliche Kontrolle bewirken, indem sie die <\/span>ungel\u00f6sten Probleme des Reaktorbetriebs in die \u00d6ffentlichkeit bringt. Der erste Fragenkatalog der IKK\u00a0bleibt 1978 beiderseits des Rheins &#8211; bei der Werksleitung und bei Ministerpr\u00e4sident Sp\u00e4th &#8211; in\u00a0 der Sache v\u00f6llig unbeantwortet. 1980 kann die IKK der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen zusammen deren\u00a0 Arbeitsgruppe Fessenheim\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">und dem 1977 in Freiburg gegr\u00fcndeten \u00d6ko-Institut interne franz\u00f6sische <\/span>Unterlagen \u00fcber Rissbildungen in wichtigsten Reaktorbauteilen dokumentieren und \u00f6ffentlich vorstellen\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Risse in Fessenheim <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, Fessenheim 1980 b). Die Risse-Thematik dominiert zwar zeitweise die \u00f6ffentliche <\/span>Diskussion zu Fessenheim in den Folgejahren, f\u00fchrt zwar zu Aktivit\u00e4ten der Betreiber und der offiziellen\u00a0deutsch-franz\u00f6sischen Reaktorsicherheitskommission, aber nicht zur vorzeitigen Stillegung der\u00a0Reaktoren.\u00a0Es kommt in den Jahren ab 1977 auch auf badischer Seite zu breiten\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Protesten gegen den Betrieb des <\/span><\/strong>Atomkraftwerks Fessenheim\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(LehrerInnen, \u00c4rztinnen und \u00c4rzte, Sch\u00fclerInnen usw.). Zahlreiche <\/span>Vereinigungen aus dem Dreil\u00e4ndereck wollen zu Pfingsten 1981 eine sternf\u00f6rmige Radtour nach Colmar\u00a0durchf\u00fchren mit einer Abschlusskundgebung. Die Badener RadlerInnen werden von CRSPolizeieinheiten\u00a0an der Grenze gestoppt, die gemeinsame Gro\u00dfdemonstration in Colmar ist verhindert.\u00a0Die drei Grenz\u00fcberg\u00e4nge s\u00fcdlich von Kehl sind daraufhin von den Demonstranten blockiert. Das Echo in\u00a0den Medien in S\u00fcdbaden ist positiv f\u00fcr die Initiativen. Aber die Geschlossenheit des pronuklearen Establishments im Elsass, erst recht in Paris, ist noch nicht ernsthaft gest\u00f6rt. Weitere Pfingstaktionen der B\u00fcrgerinitiativen zuvor und in Folgejahren finden statt, k\u00f6nnen aber zu Fessenheim keine Stillegung erreichen. (Wyhl-Buch II, 1982). Das gilt vorerst auch f\u00fcr die Aktionen nach 2000, siehe unten und Abschnitte 7 und 8. Fachgespr\u00e4che <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der B\u00fcrgerinitiativen zu <\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Reaktorsicherheit sowie Katastrophenschutz\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">mit Vertretern <\/span>der Bundesregierung, der deutschen Reaktorsicherheitskommission (RSK) und der Landesregierung\u00a0f\u00fchren zu den Einsichten:<br \/>\n&#8211; wenn die B\u00fcrger recht h\u00e4tten, m\u00fc\u00dfte das Atomprogramm gestoppt werden, so ein Bonner Staatssekret\u00e4r<br \/>\n&#8211; die von der RSK propagierte Basissicherheit der St\u00e4hle beruht auf dem Prinzip Hoffnung<br \/>\n&#8211; \u201eBei schweren Reaktorunf\u00e4llen k\u00f6nnen wir nichts machen&#8220;, so der f\u00fcr den Katastrophenschutz in Baden-W\u00fcrttemberg zust\u00e4ndige Staatssekret\u00e4r.\u00a0Trotzdem versuchen die Beh\u00f6rden beiderseits der Rheins bis zum heutigen Tag, d.h. bis M\u00e4rz 2011, bis\u00a0zur Atomkatastrophe im japanischen Fukushima, als die Illusionen \u201esicherer westlicher\u00a0 Atomkraft&#8220;\u00a0endg\u00fcltig explodieren, immer wieder, die B\u00fcrgerInnen mit Hochglanzbrosch\u00fcren zum\u00a0Katastrophenschutz zu beruhigen. Deren Inhalt brandmarken die B\u00fcrgerinitiativen mit einer Brosch\u00fcre\u00a0und viel verteilten Infobl\u00e4ttern mit dem Titel \u201e<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Im Ernstfall hilflos&#8220;.\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Die Badisch-Els\u00e4ssischen<\/span> B\u00fcrgerinitiativen lassen nun\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">zwei Gutachten\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">erstellen zu den katastrophalen Folgen m\u00f6glicher Unf\u00e4lle in <\/span>Fessenheim. Sie werden in Kurzform 1993 auch in \u201eDer Umwelt-Bote&#8220; Nr.43 ver\u00f6ffentlicht. Das extrem\u00a0strahlenverseuchte Katastrophengebiet w\u00fcrde bei S\u00fcdwestwind \u00fcber Stuttgart hinaus bis etwa N\u00fcrnberg\u00a0reichen.\u00a0Offizielle franz\u00f6sische Reaktorstudien, z.B. EPS 900 f\u00fcr die \u00e4lteste Klasse der 900-Megawatt-Druckwasser-Reaktoren wie die in Fessenheim, ergaben \u00e4hnlich wie die offizielle deutsche Risikostudie\u00a0Kernkraftwerke DRS das Eingest\u00e4ndnis der realen M\u00f6glichkeit, dass Reaktorkatastrophen stattfinden\u00a0\u00a0k\u00f6nnen. <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Politik und Beh\u00f6rden beiderseits des Rheins versagen daraufhin erneut\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">bei ihrer Pflicht, die <\/span>Bev\u00f6lkerung vor solchen Gefahren zu sch\u00fctzen. Zur Fachtagung des BUND Baden-W\u00fcrttemberg, bei der\u00a0die offiziellen Studien 1990 in der Katholischen Akademie in Freiburg vorgestellt werden, kommen sie\u00a0nicht.\u00a0Ein\u00a0T<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">eilerfolg\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">waren Anzeichen, dass die Bl\u00f6cke3 und 4 von Fessenheim nicht gebaut werden:<br \/>\n<\/span>&#8211; EDF-Direktor Boiteux lie\u00df verlauten, dass es ohne einen Minimalkonsens der deutschen Bev\u00f6lkerung am Rhein, dem besten Standort (K\u00fchlwasser!), nicht ginge (Der Umwelt-Bote Nr.40, 1988) &#8211; kannte er\u00a0den Schwur von Gerstheim nicht mehr (siehe Teil 6)?<br \/>\n&#8211; Fessenheims damaliger Kraftwerksdirektor Bonnet erkl\u00e4rte, \u201eIch glaube nicht, dass die els\u00e4ssische Bev\u00f6lkerung mit dem Bau zweier zus\u00e4tzlicher Bl\u00f6cke in Fessenheim einverstanden w\u00e4re&#8220; (Badische\u00a0Zeitung 30.9.1988)<br \/>\n&#8211; Und der franz\u00f6sische Staatspr\u00e4sident Mitterand lie\u00df den protestierenden B\u00fcrgermeistern des Markgr\u00e4flerlandes (Region s\u00fcdlich Freiburgs) brieflich erkl\u00e4ren, dass ein dritter und vierter Block nicht\u00a0mehr vorgesehen sei (Badische Zeitung 3.12.1988).\u00a0Aktive der B\u00fcrgerinitiativen f\u00fcrchten aber, die EDF k\u00f6nnte eines Jahres als Ersatz f\u00fcr die bisherigen\u00a0Reaktoren einen neuen Antrag f\u00fcr einen sogenannten E<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">uro-Reaktor\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(EPR, European Power Reactor) <\/span>von Areva\/Siemens) stellen, der in Westfrankreich bei Nantes\/Le Carnet wegen zu gro\u00dfen Widerstands\u00a0der Bev\u00f6lkerung bisher nicht errichtet werden konnte. Der Rhein als K\u00fchlwasser f\u00fcr die gewaltigen\u00a0Abw\u00e4rmemengen der Atomkraftwerke und das gro\u00dfen Baugel\u00e4nde in Fessenheim locken. Bei den bisher\u00a0zwei einzigen EPR-Neubauten in Finnland und in der Normandie &#8211; nach von Frankreich und Deutschland\u00a0(Bayern!) staatlich gest\u00fctzten Festpreis-Billigangeboten &#8211; treten zu Lasten des Anbieters aufgrund\u00a0technischer und Sicherheitsprobleme sowie zahlreicher billiger Subunternehmer-Auftragsvergaben\u00a0extreme Verz\u00f6gerungen und Kostensteigerungen auf.\u00a0Die Aktivit\u00e4ten der B\u00fcrgerinitiativen lassen in den Folgejahren zumindest vor\u00fcbergehend nach. 2001\u00a0gelingt wieder eine gro\u00dfe D<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">emonstration in Colmar\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">f\u00fcr den Atomenergie-Ausstieg, zusammen mit dem <\/span>neuen gesamtfranz\u00f6sischen Anti-Atomnetzwerk Sortir du Nucleaire. S\u00fcdbadische Atomgegner sind auch\u00a0als Redner vertreten.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>6. Erfolge und Misserfolg: Heitersheim, Schw\u00f6rstadt, Gerstheim, Heiteren<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Weitere weniger breit bekanntgewordene Brennpunkte des Widerstandes von B\u00fcrgerInnen und B\u00fcrgerinitiativen gegen Atomkraft am s\u00fcdlichen Oberrhein sind die folgenden vier Orte: Heitersheim:\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Parallel zu Wyhl f\u00fchrt 1973-75 die Auseinandersetzung um die geplante Uran- und P<\/span>lutoniumverarbeitungsfabrik (\u201eBrennelementefabrik&#8220;) der Babcock-Brown Boveri-Reaktor GmbH\u00a0(BBR) in Heitersheim schlie\u00dflich zum Abbruch des Projektes und zur Verlagerung in das Emsland\u00a0aufgrund des dort geringeren Widerstandes (Heiterheim 1975). In Heitersheim war sp\u00e4testens dann\u00a0 das\u00a0Projekt vor Ort strikt abgelehnt worden, als durch B\u00fcrgernachfrage bekannt wurde, dass die zun\u00e4chst als\u00a0Uran-Brennelementfabrik vorgestellte Anlage sp\u00e4ter auch Plutonium verarbeiten k\u00f6nnte oder sollte.\u00a0Schw\u00f6rstadt\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">bei L\u00f6rrach, schon am Hochrhein gelegen: Gegen den dortigen Atomkraft-Standort wehrt <\/span>ich die B\u00fcrgerinitiative AGUS Schw\u00f6rstadt in Kooperation mit schweizerischen,\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">badischen und <\/span><\/strong>els\u00e4ssischen\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">B\u00fcrgerinitiativen. Die Standortsicherung wird in den 90er Jahren vom Landtag in Stuttgart <\/span>widerrufen.<\/p>\n<p>Gerstheim 1977 &#8211; \u201e eine Bilderbuchplatzbesetzung&#8220;<br \/>\nKaum ist der Messmast f\u00fcr den k\u00fcnftigen Atomkraft- und Urananreicherungs-Standort Erstein-Gerstheim s\u00fcdlich von Stra\u00dfburg von der EDF errichtet, besetzen B\u00fcrgerInnen von Gerstheim und umliegenden Gemeinden am 26.1.77 den Standort. Vier Tage sp\u00e4ter demonstrieren 5000 Atomgegner, darunter viele S\u00fcdbadener\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. Die Platzbesetzer, \u00fcberwiegend \u00e4ltere Menschen, kommen aus 50 Gemeinden. Das <\/span>Platzleben mit Freundschaftshaus und Veranstaltungen entwickelt sich wie 1974 in Marckolsheim und\u00a01975 in Wyhl. 86% der Bev\u00f6lkerung der \u00f6rtlichen Umgebung sind gegen Atomkraft. Am 24.8.1977\u00a0verk\u00fcndet das Organisations- und Verteidigungskomitee der Gerstheimer Platzbesetzung (CODSEG)\u00a0nach Zusage des Abbaus des Messmastes seinen Sieg und das Verlassen\u00a0 des Platzes. Zugleich erkl\u00e4ren mehr als 60 VertreterInnen von Gemeinden und Vereinigungen der Umgebung und aus dem ganzen\u00a0Unterelsass in Form ihres \u201e<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Schwurs von Gerstheim <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8220; auf franz\u00f6sisch und deutsch,<br \/>\n<\/span>&#8211; sich mit allen Mitteln, die man f\u00fcr gut halte, <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gegen alle weiteren Atomenergieplanungen\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">in Gerstheim <\/span>und in der Rheinebene zu widersetzen,<br \/>\n&#8211; die Solidarit\u00e4t mit allen, die in Frankreich und\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">jenseits dessen Grenzen gegen Atomenergie k\u00e4mpfen,<br \/>\n<\/span><\/strong>&#8211; das Verlangen zum Stopp aller Nuklearprogramme und zum Erforschen der alternativen Energiequellen und der Energieeinsparung <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(s.a. Wyhl-Buch II, 1982).<br \/>\n<\/span>Diese \u201eSprache&#8220;, deren Ausdrucksweise an die erste und zweite Erkl\u00e4rung der Badisch-Els\u00e4ssischen\u00a0B\u00fcrgerinitiativen (s.o., 1974\/76) ankn\u00fcpft, wurde von der Politik und der EDF ein St\u00fcck weit verstanden.<\/p>\n<p>Heiteren 1977<br \/>\nParallel zu Gerstheim findet seit M\u00e4rz 1977 bei Heiteren nahe Fessenheim eine weitere Bauplatzbesetzung um einen halb fertigen riesigen <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Hochspannungsmast\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">statt. Er ist Teil der Leitung, die <\/span>den Strom von Block II Richtung Paris transportieren soll. Weil der zuletzt noch sehr intensive Protest\u00a0gegen Fessenheim nach der Inbetriebnahme des Blocks 1 im M\u00e4rz 1977 geschw\u00e4cht und in Fessenheim\u00a0selbst und der n\u00e4chsten Umgebung relativ schwach ist, beteiligen sich badische Besetzer aus\u00a0gegen\u00fcberliegenden Ortschaften und aus Freiburg intensiv und \u00fcbernehmen die Besetzung mittwochs.\u00a0Nach Mitternacht am 13\/14.7. f\u00fchren 10 z.T. milit\u00e4risch gekleidete M\u00e4nner mit Molotowcocktails einen\u00a0Brandanschlag auf das Freundschaftshaus und die Schlafst\u00e4tten\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">aus. Ein Freiburger mu\u00df bei <\/span>schweren Verbrennungen fast mit dem Leben bezahlen. Es wird auch von der \u00f6rtlichen Polizei vermutet,\u00a0dass Schl\u00e4germilizen oder der staatliche Service d\u00b4Action Civic (SAC) in die Aktion verwickelt waren.\u00a0Sprecher der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen erl\u00e4utern, dass bei Heiteren und Fessenheim\u00a0versucht wird, Els\u00e4sser und Badener zu spalten\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">und alten Chauvinismus aufzuheizen. Die weitere\u00a0P<\/span>latzbesetzung wird wenig sp\u00e4ter von Polizeieinheiten brutal beendet. (Wyhl-Buch II und andere\u00a0Dokumente)<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>7. Die \u201evierte&#8220; (Europa-) Erkl\u00e4rung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen von 1991 und die ersten Wyhler Jahrestage<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>7.1. Die Europa-Erkl\u00e4rung<\/strong><\/p>\n<p>Zusammen mit rund 20 weiteren Umweltschutzvereinigungen und -verb\u00e4nden aus dem Dreil\u00e4ndereck am s\u00fcdlichen Oberrhein gingen die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen 1991 mit einer vierten gemeinsamen Erkl\u00e4rung an die \u00d6ffentlichkeit. Diese Erkl\u00e4rung mit dem Titel Das Europa, das wir bekommen, ist nicht das Europa, das wir wollen. Die Umweltzerst\u00f6rung im Dreyeckland, im Herzen Europas, geht weiter. schlie\u00dft an die Schreckensvision eines m\u00f6glichen \u201eRuhrgebietes am Oberrhein&#8220; an vom Anfang der 70er Jahre. Sie zeigt die in den 20 vergangenen Jahren verhinderten gef\u00e4hrlichen Anlagen auf und solche, die nicht verhindert werden konnten oder in Planung sind. Die Erkl\u00e4rung wendet sich\u00a0<strong><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gegen das \u201eEuropa <\/span><\/em><\/strong>der Konzerne, ein Europa der Zerst\u00f6rung, in dem die Menschen gegeneinander ausgespielt werden.&#8220;\u00a0Die Erkl\u00e4rung betont: \u201eEin Europa, das nur von Wirtschafts- und Wachstumsinteressen bestimmt wird, ein Europa, das kein Europa der Menschen und Regionen wird, kann langfristig keinen Bestand haben.&#8220; Die Vereinigungen wollen weiter grenz\u00fcberschreitend Widerstand leisten gegen umweltzerst\u00f6rende Gro\u00dfprojekte. Entgegen setzen Sie ihre Vision vom \u201eDreyeckland&#8220; als <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">das bl\u00fchende Herz eines <\/span><\/strong>\u00f6kologischen Europas\u00a0&#8222;<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">.<br \/>\n<\/span>Diese Erkl\u00e4rung fand laut Recherchen der B\u00fcrgerinitiativen in der els\u00e4ssischen Presse keinerlei Echo, obwohl sie \u00fcbersetzt wurde. Im Badischen und in der Nordwestschweiz gab es ein gutes Presse-Echo. Die Erkl\u00e4rung findet im Jahre 2001 eine gewisse Fortsetzung im\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Kooperations-Vertrag der Umweltverb\u00e4nde\u00a0<\/span><\/strong>\u00a0am Oberrhein f\u00fcr den &#8222;Zukunftsf\u00e4higen Oberrhein&#8220;, weitere Entwicklungen siehe Teil 8.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>7.2. Die Wyhler Jahrestag-Treffen 1995, 2000<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Der Begleittext f\u00fcr die Veranstaltung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen zum <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">20. Jahrestag\u00a0 d<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">er <\/span>ersten Wyhler Platzbesetzung reflektiert die erheblichen Erfolge der Bewegung von Wyhl \u00fcber\u00a0Kaiseraugst bis Gerstheim. Er analysiert die St\u00e4rken der Menschen der Bewegung vor 20 Jahren &#8211; u.a.\u00a0Selbstvertrauen, Kompetenz, Unberechenbarkeit, Emotionalit\u00e4t, Zorn und Wut &#8211; und Ver\u00e4nderungen\u00a0seitdem. 20 Jahre nach Wyhl gebe es eher mehr als weniger zu tun, die regionalen und weltweiten\u00a0Umweltprobleme h\u00e4tten trotz mancher Entsch\u00e4rfung massiv zugenommen. Das Ziel der B\u00fcrgerinitiativen\u00a0sei weiterhin\u00a0<strong><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ein Dreyeckland, in dem nachhaltig und erdvertr\u00e4glich gelebt und gewirtschaftet werde\u00a0<\/span><\/em><\/strong>(vgl. die Erkl\u00e4rung von 1991). Der Text der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen f\u00fcr die Veranstaltung in 2000 zum\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">25. Jahrestag\u00a0<\/span><\/strong>der Wyhler Bauplatzbesetzung betont den weiter notwendigen Druck zur Stillegung der Atomkraftwerke &#8222;anderswo&#8220;, z.B. in Fessenheim, und <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">den weiter notwendigen Druck von unten <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">: \u201eunser Druck&#8220;. Vor 25 <\/span>Jahren habe man\u00a0<strong><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Nein zur Atomenergie, aber Ja zum Leben\u00a0 <\/span><\/em><\/strong><\/span><\/em><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gesagt. Die \u00f6kologischen <\/span>Energiealternativen, damals\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Vision, seien heute \u201eam Boomen &#8222;<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. Die Referenten kommen auch von <\/span>Gorleben, aus Kaiseraugst bei Basel und nat\u00fcrlich aus dem Elsass.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>8. Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen im R\u00fcckblick und heute. Auswirkungen und Folgewirkungen<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>8.1. Unterst\u00fctzung des Widerstandes bei Atomstandorten au\u00dferhalb der Region<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen betrieben keineswegs &#8222;Sankt-Florians-Politik&#8220;, was auch einer ihrer Wahlspr\u00fcche <strong><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8222;Kein Atomkraftwerk in Wyhl und anderswo&#8220;\u00a0 <\/span><\/em><\/strong><\/span><\/em><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">beweist. Vielmehr nahmen per <\/span>langen Sonderz\u00fcgen jeweils \u00fcber 1000 ihrer &#8222;Mitglieder&#8220; teil an den gro\u00dfen Anti-Atomdemonstrationen u.a. 1979 in Hannover und Bonn gegen die Atomm\u00fcllpl\u00e4ne der Regierungen f\u00fcr Gorleben und gegen die Pro-Atompolitik der Bundesregierung. Vielf\u00e4ltige <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Kontakte und Wirkungen\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">bestanden bzw. bestehen <\/span>zum Widerstand in anderen Atomregionen: u.a. am Hochrhein, Wackersdorf, Gorleben und im Ausland,\u00a0insbesondere auch nach Japan (n\u00e4heres siehe jeweils Wyhl-Buch II) mit bekannten Folgen auch f\u00fcr\u00a0Freiburg mit zahlreichen Verbindungen nach und Besuchern aus Japan. Auch im Herbst 2010 beim\u00a0Protest gegen die geplanten Laufzeitverl\u00e4ngerungen f\u00fcr Atomkraft in Deutschland gelingen wieder\u00a0Sonderz\u00fcge aus S\u00fcdbaden, diemal nach Biblis und nach Berlin.\u00a0Keine St. Florianspolitik\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u2013 das stimme, so Walter Mossmann: &lt;Im Gegenteil: Wir haben ganz bewusst <\/span>von Anfang an missioniert. Ich war z.B. (als \u00abBote von Wyhl\u00bb) bei der ersten Demo in Brokdorf\u00a0(30.10.1976. Gru\u00dfadresse aus Wyhl, Rede und\u00a0<em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00abBallade von Seveso\u00bb<\/span><\/em><\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">), bei der ersten Demo in Gorleben <\/span>(12. M\u00e4rz 1977, Lieder und Text zusammen mit Heinz Brandt), aber auch bei allen\u00a0Vorbereitungsveranstaltungen der Wiener AKW-Gegner wegen Zwentendorf (erstmals 13.11.1976). Andere \u00fcberregional bekannte Missionare (Anm: der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen) waren\u00a0seinerzeit vor allem Belz, Karl Meyer (Bottingen) , Lore Haag (Weisweil).&gt; (Mossmann 2004). Die drei\u00a0genannten Aktiven sind leider schon verstorben: Belz, d.h. Balthasar Ehret war Wirt der Fischerinsel in\u00a0Weisweil, Gr\u00fcndungsgastst\u00e4tte der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen. In Zwentendorf bei Wien\u00a0stand das durch eine landesweite Volksabstimmung verhinderte betriebsfertige Atomkraftwerk\u00a0\u00d6sterreichs. 1988 kam im Rahmen einer von Freiburger Wyhl-Aktiven (u.a. federf\u00fchrend der Autor) koordinierten\u00a0bundesweiten Aktion eine Delegation von VertreterInnen verschiedener vom Uranbergbau betroffener\u00a0Ureinwohnerv\u00f6lker aus aller Welt in den Wyhler Wald und nach Weisweil. Hieraus\u00a0 entstanden in den\u00a0\u00a0Folgejahren eine Reihe weiterer oft international vernetzter Anti-Uranbergbau-Aktionen und Initiativen\u00a0in Deutschland.\u00a0Und: Der in Deutschland in 2000 beschlossene, viel zu langsame\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Atomenergieausstieg\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">geht in seinen <\/span>Urspr\u00fcngen (mit) auf die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen zur\u00fcck.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>8.2. Denk-Male<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Das Interesse an den Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen ri\u00df auch nach 2000 nicht ab. Ein neuer Anziehungspunkt ist seit 2000 der <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Gedenkstein <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u201e<\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Nai h\u00e4mmer gsait&#8220;\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der Badisch-Els\u00e4ssischen <\/span>B\u00fcrgerinitiativen im Wyhler Wald am Parkplatz nahe der \u201eNatorampe&#8220; am Rhein, nun mit ausdr\u00fccklicher\u00a0Zustimmung der Gemeinde und des Gemeinderats von Wyhl, wo sich seit den Atomkatastrophen von\u00a0Harrisburg und Tschernobyl die fr\u00fcheren Spaltungen allm\u00e4hlich vermindert hatten.\u00a0Viele deutsche M\u00e4rchen enden mit \u201eUnd wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute&#8220;. Die\u00a0Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen haben da vorgesorgt: Sie haben zum Nachdenken, zur Erinnerung\u00a0und f\u00fcr ihre weitere Wirkung selber \u201eDenk-Male&#8220; gesetzt:<br \/>\n&#8211; ihr Widerstand als Symbol und Beispiel f\u00fcr viele andere Atom-Standorte,<br \/>\n&#8211; ihre gro\u00dfen Erfolge: Marckolsheim, Wyhl, Gerstheim und weitere Wirkungen,<br \/>\n&#8211; ihr &#8211; ungen\u00fcgender -Teilerfolg bei Fessenheim,<br \/>\n&#8211; ihre vier Erkl\u00e4rungen,<br \/>\n&#8211; die Offenburger Vereinbarung mit dem Land Baden-W\u00fcrttemberg,<br \/>\n&#8211; die Wyhl-B\u00fccher, die Filme und Fotos, die Lieder, Dichtung und Spr\u00fcche,<br \/>\n&#8211; die Aufkleber und Plakate, die Umwelt-Boten,<br \/>\n&#8211; die 80 Vierwochen-Programme der \u201eVolkshochschule Wyhler Wald&#8220;,<br \/>\n&#8211; die vielen Ausgaben von \u201eWasWirWollen&#8220;,<br \/>\n&#8211; die zahlreichen anderen Erkl\u00e4rungen und Tausende Einzeldokumente,<br \/>\n&#8211; seit 2000 den <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Gedenkstein \u201eNai h\u00e4mmer gsait!&#8220; im Wyhler Wald\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">nahe dem fr\u00fcheren Bauplatz.<br \/>\n<\/span>&#8211; die Ver\u00e4nderung in den K\u00f6pfen und Herzen sehr vieler Menschen,<br \/>\n&#8211; die \u00dcberwindung der Rheingrenze und einen Anschub zum Abbau der Grenzen am Oberrhein. (Anmerkung: L\u00f6ser, 2002)<\/p>\n<p align=\"left\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Das Besondere der Badisch-Els\u00e4ssischen\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ist meiner Ansicht nach nicht die Tatsache, dass hier eher <\/span>die \u00abB\u00fcrgerlichen\u00bb das Bild bestimmten, sondern der f\u00f6derative Charakter des ganzen Unternehmens.\u00a0Das haben sie im Norden* nicht verstanden. \u00dcberall sonst haben sie eine hierarchische BI-Spitze\u00a0installiert&gt;, und es kam zu Machtk\u00e4mpfen. (Mossmann 2004) * gemeint ist hier vor allem\u00a0Norddeutschland. Die B\u00fcrgerinitiativen am Oberrhein haben viele Erfolge gehabt.\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Aber es kann auch noch alles v<\/span><\/strong>ergebens sein\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, falls im Atomkraftwerk <\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Fessenheim\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">oder auch bei entsprechenden Windrichtungen in <\/span>den nordwestschweizerischen Atomkraftwerken und anderswo schwere Unf\u00e4lle passieren. Besonders im\u00a0ersteren F\u00e4llen k\u00f6nnte das gesamte Dreil\u00e4ndereck am s\u00fcdlichen Oberrhein samt angrenzenden Gebirgen\u00a0Schwarzwald, Vogesen, Schweizer Jura unbewohnbar werden, mit Millionen Opfern.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>8.3 Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen nach 2000 bis heute<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">bestehen auch heute\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">noch. Sie sind aber als solche deutlich <\/span>weniger aktiv und strukturiert als in den \u201ehei\u00dfen&#8220; 70er und 80er Jahren. Sie verf\u00fcgten bis Anfang 2004\u00a0\u00fcber eine ehrenamtlich betreute Gesch\u00e4ftsstelle und Pressesprecher. Sie finden weiter Interesse bei\u00a0Besuchern aus aller Welt, bei der Geschichtsforschung. Viele ihrer ehemals Aktiven wirken in der\u00a0Region oder anderswo in ihrem Sinne weiter. Andere, auch viele ihrer Aktiven haben wieder ein\u00a0\u201enormales&#8220; Leben angenommen oder mussten dies tun aus diversen R\u00fccksichtnahmegr\u00fcnden. Es\u00a0entstanden ungez\u00e4hlte dauerhafte Freundschaften, auch bi- und trinational. Im Streit um die Sache oder\u00a0auch wegen des enormen pers\u00f6nlichen Engagements vieler Beteiligter gab es aber auch manche\u00a0menschliche Beziehungstragik. Und einige der vordersten Mitk\u00e4mpferInnen der Badisch-Els\u00e4ssischen\u00a0B\u00fcrgerinitiativen sind inzwischen verstorben. Die B\u00fcrgerinitiativen gedenken ihrer.\u00a0Lore Haag,\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">die langj\u00e4hrige ehrenamtliche Leiterin der Gesch\u00e4ftsstelle der Badisch-Els\u00e4ssischen B<\/span>\u00fcrgerinitiativen in Weisweil ist leider Anfang 2004 verstorben. Drei Jahrzehnte hat sie unerm\u00fcdlich f\u00fcr\u00a0die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen gewirkt und vor Ort und anderswo in der Welt und f\u00fcr aus\u00a0vielen L\u00e4ndern angereiste Interessenten die Kontakte wahrgenommen. Anl\u00e4\u00dflich der Trauerfeier in der\u00a0Kirche in Weisweil trafen sich zahlreiche Aktive der B\u00fcrgerinitiativen aus der Region und von anderen\u00a0Atomkraft-Standorten und berieten anschlie\u00dfend, wie sie die gro\u00dfe entstandene L\u00fccke schlie\u00dfen k\u00f6nnten.\u00a0 Die Reaktivierung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen: Am 28. Juli 2004, 30 Jahre nach Gr\u00fcndung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen, wurden bei einer B\u00fcrgerinitiativen-Versammlung von 24 Atomkraftgegnerinnen und -gegnern, darunter zwei langj\u00e4hrig Aktive aus dem Elsass, in Weisweil in der Gastst\u00e4tte Fischerinsel am historischen Ort der Gr\u00fcndung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen von 1974 zun\u00e4chst drei kommissarische Sprecher f\u00fcr ein neues Sprechergremium ohne Gegenstimme gew\u00e4hlt: Bernd N\u00f6\u00dfler, Wyhl, Erhard Schulz, Emmendingen, Heinz Siefritz, damals Umkirch (fr\u00fcher in Weisweil). Am 3. November 2004 wurden bei einer Folgeversammlung SprecherInnen aus dem Elsass hinzugew\u00e4hlt: Philippe Hugoniot, Biesheim, und Colette Marchal, Bouxwiller. Die beiden els\u00e4ssischen SprecherInnen konnten aus pers\u00f6nlichen, beruflichen Gr\u00fcnden nur rund zwei, drei Jahre aktiv mitwirken. Als Aufgaben setzte man sich zun\u00e4chst die Veranstaltungen zum 30 Jahrestag zu \u201eWyhl&#8220;, noch in 2004, das Archiv zu errichten, den Kampf gegen das Atomkraftwerk Fessenheim zu intensivieren und eine Internetpr\u00e4senz aufzubauen. Au\u00dferdem sollte eine Stromwechsel-Aktion initiiert werden, um die Atomstromfirmen auch \u00fcber Kundenverlust anzugreifen. Als \u201ef\u00f6derales Dach&#8220; mit dem bisherigen Namen \u201eBadisch-Els\u00e4ssische B\u00fcrgerinitiativen&#8220; (Associations Antinucl\u00e9aires de Bade et d&#8217;Alsace) reaktivierten die Versammlungen einige schon fr\u00fcher vorhandene Strukturen; zun\u00e4chst:<br \/>\n&#8211; die Versammlung der Initiativen und Aktiven<br \/>\n&#8211; den Sprecherkreis, siehe oben, auch mit der Funktion Pressearbeit<br \/>\n&#8211; einen Finanzausschuss<br \/>\n&#8211; und neu eine Archivgruppe.<br \/>\nBald waren formlos wieder mehr als 12 Initiativen und Vereine &#8211; darunter einige gro\u00dfe und einige neu gegr\u00fcndete, davon 3 aus dem Elsass, vertreten, mit wachsender Tendenz. Die zweisprachige Internetpr\u00e4senz <a href=\"https:\/\/www.badisch-elsaessische.net\">www.badisch-elsaessische.net<\/a>\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der Badisch-Els\u00e4ssischen <\/span>B\u00fcrgerinitiativen besteht seit Herbst 2004. Sie enth\u00e4lt Presse- und historische Informationen sowie die\u00a0aktuellen Kontakte der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen.<\/p>\n<p>Das Archiv der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">in Weisweil gibt es seit dem 25.2.2005. Es b<\/span>efindet sich neben dem Heimatmuseum im Rathaus der Gemeinde Weisweil, Nachbargemeinde von\u00a0Wyhl im Kreis Emmendingen. Es ist nach Terminvereinbarung ge\u00f6ffnet. Der Inhalt des Archivs wird\u00a0nach und nach erg\u00e4nzt und katalogisiert. Es enth\u00e4lt u.a. die Akten und Nachl\u00e4sse mehrerer Wyhl-Kl\u00e4ger,\u00a0Plakate, Infos, B\u00fccher und Brosch\u00fcren, die Schriften der B\u00fcrgerinitiativen und vieles andere. Kontakt\u00a0unter <a href=\"https:\/\/www.badisch-elsaessische.net\">www.badisch-elsaessische.net<\/a><\/p>\n<p align=\"left\">Die Stiftung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">wurde errichtet als Stiftungsfonds bei der <\/span>GLS Treuhand e.V., Bochum, um \u00fcber Zuwendungen und Zustiftungen die Finanzkraft der\u00a0B\u00fcrgerinitiativen insbesondere f\u00fcr die Aufkl\u00e4rung der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Gefahren der Atomenergie\u00a0und \u00fcber die Alternativen zu st\u00e4rken. Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger sind eingeladen, sich steuerlich\u00a0beg\u00fcnstigt mit Spenden oder Zustiftungen in den &#8222;Verm\u00f6gensstock&#8220; zu beteiligen (Konto und Kontakt:\u00a0Stiftung, 2005)<br \/>\n2005: Veranstaltungen zum 30. Jahrestag der Besetzung des Wyhler Bauplatzes<br \/>\nVom 25.-27.2.2005 fanden umfangreiche Veranstaltungen der B\u00fcrgerinitiativen statt zum 30. Jahrestag der Besetzung und Wiederbesetzung des Bauplatzes des Atomkraftwerks Wyhl. Zur Erinnerung:<br \/>\nMo. 17.2.1975: Baubeginn<br \/>\nDi. 18.2.1975: erste Bauplatzbesetzung durch einige 100 B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger der Region<br \/>\nDo.20.2.1975: R\u00e4umung der Besetzung mit polizeilicher Gewalt<br \/>\nSo. 23.2.1975: Gro\u00dfe Demonstration und Wiederbesetzung des Bauplatzes<br \/>\nAm 25.2.2005 wurde das <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Archiv der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">im Rathaus der <\/span>Gemeinde Weisweil er\u00f6ffnet mit zwei Lesungen und Diskussionen. Motto: &#8222;Die Badisch-Els\u00e4ssischen\u00a0B\u00fcrgerinitiativen machen Geschichte&#8220;. Universit\u00e4tsforscher zur Widerstandsgeschichte gegen Atomkraft\u00a0aus Sendai, Japan, hatten sich angesagt, sie nutzten als erste das Archiv als Studienort f\u00fcr mutiges\u00a0B\u00fcrgerengagement.\u00a0Bei der gro\u00dfen\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Jahrestag-Veranstaltung\u00a0 a<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">m 26. Februar 2005 in der Weisweiler Rheinwaldhalle mit <\/span>mehreren hundert G\u00e4sten gab es Berichte gegen das AKW Fessenheim, zurErdbebengef\u00e4hrdung,\u00a0Tschernobyl und Stromwechsel u.a.. Kanadische Indianer berichten \u00fcber die Gefahren des Uranbergbaus\u00a0f\u00fcr ihren Lebensraum. 20 Vereine, Institutionen und B\u00fcrgerinitiativen von beiden Seiten des Rheins und\u00a0stellten Informationsst\u00e4nde zum Gespr\u00e4ch und f\u00fcr Aktionen. Am Sonntag, 27. Februar 2005 fand nach\u00a0dem Familiengottesdienst am Gedenkstein am Rhein in Wyhl (Nato-Rampe) eine gemeinsame\u00a0Wanderung durch den Wyhler Rheinauewald statt, die zum ehemals besetzten Bauplatz f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Moderne Kreuzwege: Die B\u00fcrgerinitiativen mahnen anl\u00e4sslich Tschernobyl und Fukushima: Zum 20. und 21. Jahrestag des Beginns der Atomkraftwerks-Katastrophe von Tschernobyl f\u00fchrten die Badisch-Els\u00e4ssischen BIs im B\u00fcndnis zu der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (AKC) und vielen Einzelgemeinden jeweils eine mehrt\u00e4gige spektakul\u00e4re Aktion mit vielen hundert TeilnehmerInnen und gro\u00dfem regionalen Presseecho durch. Um die Bev\u00f6lkerung wieder wachzur\u00fctteln angesichts der fortdauernden Bedrohung durch Atomkraft, zog man mit dem etwa vier Meter hohen gro\u00dfen Holzkreuz aus dem Wyhler Wald, das fr\u00fcher von AKW-Bef\u00fcrwortern angebrannt worden war, von dort durch die D\u00f6rfer zun\u00e4chst \u00fcber 30 km bis nach Freiburg i.Br., ein Mahnmarsch als moderner Kreuzzug gegen Atomkraft. Am 27.\/28. April 2007 folgte ein \u00e4hnlich langer Mahnmarsch von Freiburg an die Rheinbr\u00fccke nahe dem Atomkraftwerk Fessenheim.<br \/>\nZum 25. Tschernobyl-Jahrestag<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">, wenige Wochen nach der Atomkatastrophe von Fukushima in Japan <\/span>erreichten die B\u00fcrgerinitiativen zusammen mit dem ACK, dass das Kreuz aus dem Wyhler Wald im\u00a0Rahmen eines gro\u00dfen \u00f6kumenischen Gedenkgottesdienstes f\u00fcr Opfer der Atomkraft am Ostermontag-Nachmittag <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">im Freiburger M\u00fcnster\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">geweiht wurde, dies auch unter Mitwirkung vieler G\u00e4ste aus der <\/span>Ukraine. Erhard Schulz f\u00fcr die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen hielt dabei die Gedenkansprache.\u00a0Nur ein, zwei Stunden zuvor hatten um die 5000 Deutsche und Franzosen auf der Rheinbr\u00fccke bei\u00a0Breisach gegen Atomkraft demonstriert, weitere rund 15.000 auf anderen Rheinbr\u00fccken.\u00a0Neben diesen \u201eLeuchtturm-Veranstaltungen&#8220; f\u00fchrten die B\u00fcrgerinitiativen auch nach 2004\/5 in Weisweil\u00a0und anderswo eine Reihe weiterer Informationsveranstaltungen in eigener Regie durch oder waren als\u00a0Mitveranstalter aktiv. Bei einigen neuen der neuen Aktionen gegen das Atomkraftwerk Fessenheim wirkten sie mit, siehe folgender Abschnitt:<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>8.4 Neue Initiativen gegen das Atomkraftwerk Fessenheim<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Trinationale Koordination zu Fessenheim<br \/>\nMit gro\u00dfer Sorge blickten die B\u00fcrgerinitiativen auf das weiter in Betrieb, genauer gesagt h\u00e4ufig in gest\u00f6rtem Betrieb befindliche Atomkraftwerk Fessenheim an der oberels\u00e4ssischen Rheinseite. Am 1. Oktober 2004 wurde in Colmar\/Elsass auf Initiative aus dem Elsass von alten und neuen Aktiven aus dem Elsass, S\u00fcdbaden und der Nordwestschweiz die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Trinationale Koordination gegen das Atomkraftwerk F<\/span><\/strong>essenheim\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ins Leben gerufen, die sich monatlich bis zweimonatlich abwechselnd in den drei Regionen <\/span>trifft. Als Sekret\u00e4r wurde Philippe Hugoniot aus dem Sprecherkreis der Badisch-Els\u00e4ssischen BIs\u00a0gew\u00e4hlt. Sp\u00e4ter ging die Federf\u00fchrung \u00fcber an den BUND-Regionalverband in Freiburg. Hugoniot\u00a0konzipierte den Widerstand gegen das Atomkraftwerk als breite\u00a0 Volksbewegung (siehe sein Konzept in:\u00a0ECOtrinova, 2005). Dies wurde aber von den gr\u00f6\u00dferen meist mehrthematischen und im Elsa\u00df teils von\u00a0Staatsgeldern abh\u00e4ngigen Umweltverb\u00e4nden nicht ausreichend aufgegriffen, und die alten Anti-Atomkraft-B\u00fcrgerinitiativen waren aktuell nicht stark genug daf\u00fcr.\u00a0Daf\u00fcr entstand Bewegung in der Lokalpolitik: Nach vielen neu bekannt gewordenen und weiter\u00a0vorhandenen alten M\u00e4ngeln und Gefahrenherden des Atomkraftwerks Fessenheim kam es 2004\/5\u00a0deutscherseits am s\u00fcdlichen Oberrhein \u00fcberraschenderweise zu einer Vielzahl\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">kommunaler und <\/span><\/strong>kreisweiter Resolutionen pro Stillegung der Reaktoren<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. In Freiburg forderte der Gemeinderat im Mai <\/span>2004, erstaunlicherweise durch die CDU-Fraktion versch\u00e4rft, die Bundesregierung einstimmig auf, sich\u00a0f\u00fcr \u201eeine sofortige Stilllegung des Kraftwerks in Verhandlungen mit der franz\u00f6sischen Regierung&#8220;\u00a0einzusetzen. Leider wurde dies entwertet durch diplomatisch ausweichende Antworten des\u00a0Bundesumweltministers und auf der Ebene des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald durch das\u00a0Verhalten von CDU-B\u00fcrgermeistern, die anders als zuvor in ihren Gemeinden, wo sie deutliche\u00a0Resolutionen mit trugen, mit der FDP eine sehr schwache, eher parteipolitisch gef\u00e4rbte Resolution\u00a0durchboxten. Anders und ganz konkret dagegen B\u00fcrgerInnen und B\u00fcrgerinitiativen:\u00a0uch Alain Foechterle, verstorbener B\u00fcrgermeister von Fessenheim, der 2001 in Colmar der\u00a0\u00fcberzeugenden Antiatom- und Energietagung els\u00e4ssischer Umweltschutz- und Antiatomkraft-Verb\u00e4nde\u00a0beiwohnte, h\u00e4tte laut gut unterrichteten Kreisen lieber ein Gaskraftwerk, bei Erhalt von Arbeitspl\u00e4tzen\u00a0und Gewebesteuer. Zusammen mit einem rhein\u00fcberschreitenden Alternativenergiezentrum w\u00e4ren damit\u00a0Ideen der B\u00fcrgerinitiativen teilweise aufgegriffen. Den ersten Punkt,\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ein hocheffizientes <\/span><\/strong>Erdgasheizkraftwerk\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">als Ersatz f\u00fcr die Atomkraft am Standort Fessenheim, hatte der Verein CSFR, E<\/span>ls\u00e4ssisches Mitglied der Badisch-Els\u00e4ssischen BIs vorgeschlagen. Der zweite Punkt \u2013 2000 von einer Freiburger Initiative kreiert \u2013 wurde 2005 von den Badisch-\u00a0Els\u00e4ssischen BIs \u00fcbernommen. Die Idee wurde beim 1. \u00d6ko-Gipfel der Umweltvereine im neuen Eurodistrikt Freiburg-Colmar-Mulhouse von der Jury des B\u00fcrger- und Vereine-Wettbewerbs von\u00a0ECOtrinova e.V. zu nachhaltiger Entwicklung im Eurodistrikt preisgekr\u00f6nt: \u201e\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Neu Fessenheim&#8220;:\u00a0 D<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">as <\/span>hei\u00dft, Fessenheims zwei Atomkraftbl\u00f6cke stillegen, kein neues EPR-Atomkraftwerk (EPR: European\u00a0Power Reaktor von Areva seinerzeit mit Siemens), sondern Produkte und Dienstleistungen f\u00fcr\u00a0Energieeffizienz und Alternativenergien herstellen bzw. anbieten im Rahmen eines\u00a0grenz\u00fcberschreitenden Informationszentrums und Gewerbegebiets. (ECOtrinova 2005)\u00a0Grenz\u00fcberschreitende Kundgebung &#8211; Manifestation Transfrontali\u00e8re &#8211; Tour de Fessenheim. Zum \u201eProlog&#8220; der\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Tour de France anti-nucl\u00e9aire <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">am 24.4.2004<\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">:\u00a0\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">kamen fast 3000 Menschen nach <\/span>Fessenheim\/Elsass, darunter mehrere hundert Badener per Rad, die zuvor schon in Breisach eine\u00a0Kundgebung absolvierten, darunter sehr viele junge Menschen. Redner forderten die umgehende\u00a0Stillegung der Reaktoren in Fessenheim wegen untragbarer Gefahren und den Ausbau der Energie-Alternativen. Sie wandten sich gegen Atomkraftneubauten und erinnerten an den Beginn der\u00a0Atomreaktorkatastrophe in Tschernobyl 18 Jahre zuvor, von der auch die Region am Oberrhein\u00a0hinsichtlich Strahlenverseuchung nicht unber\u00fchrt blieb. Gemeinsam aufgerufen hatten CSFR, sortir du\u00a0nucl\u00e9aire (Netzwerk von 688 franz\u00f6sischen Anti-Atom-Initiativen), Alsace Nature, BUND\u00a0Regionalverband, Landesnaturschutzverband Baden-W\u00fcrttemberg LNV, Eltern f\u00fcr atomfreie Zukunft\u00a0Sch\u00f6nau\/Schwarzwald, ECOtrinova, Nordwestschweizer Aktionskomitee gegen Atomkraftwerke und viele\u00a0andere. (Info in D<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">:\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><a href=\"https:\/\/www.bund-freiburg.de\">www.bund-freiburg.de<\/a>). Die Aktion veranla\u00dfte Sch\u00fclerinnen aus Breisach zu einem <\/span>Rockkonzert gegen Atomkraft in Breisach im Dezember 2004.\u00a0Das mittelschwere Erdbeben bei Waldkirch\/Schwarzwald Anfang Dezember 2004 erbrachte zusammen\u00a0mit den neueren Erkenntnissen franz\u00f6sischer Beh\u00f6rden und Forscher zur\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Erdbebenunsicherheit der R<\/span><\/strong>eaktoren in Fessenheim\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">und der Weigerung der kostenscheuen EDF, die erforderlichen teuren U<\/span>mbauten vorzunehmen, die B\u00fcrgerinitiativen erneut dazu, im Januar 2005 auf der Basis fachlicher\u00a0Expertise auch im Fernsehen akut warnen zu m\u00fcssen. Im Elsass wurde es gesendet; der SWR gab einer\u00a0Fasnachtssendung den Vorrang\u2026. Die B\u00fcrger haben es begriffen, die Medien \u00f6fters, die hohe Politik und\u00a0Kraftwerksbetreiber nicht, was die f\u00fcnf els\u00e4ssischen Umweltverb\u00e4nde, analog die Badisch-Els\u00e4ssischen\u00a0B\u00fcrgerinitiativen und viele Gemeinden am Oberrhein nicht erst seit dem 16.2.2004 fordern:<br \/>\nFessenheim-R\u00e9solution 2004<br \/>\nAlsace Nature, Alter Alsace Energies, Consommation Logement et Cadre de Vie CLCV<br \/>\nComite pour la Sauvegarde de Fessenheim et de la Paine du Rhin (CSFR )<br \/>\nMouvement Rural de Jeunesse Chr\u00e9tienne MRJC (&#8230;.) nous demandons, avant qu\u2019il ne soit trop tard, la fermeture d\u00e9finitive de la centrale nucl\u00e9aire de Fessenheim et la mise en place d\u2019un calendrier pour son d\u00e9mant\u00e8lement<br \/>\nColmar, le 16 f\u00e9vrier 2004 Also\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">: Endg\u00fcltig stillegen, bevor es zu sp\u00e4t ist! Der n\u00e4chste Unfall, der uns den \u201eRest&#8220; gibt, k\u00f6nnte schon <\/span>heute beginnen.<\/p>\n<p>STOP Fessenheim &#8211; wichtige neue B\u00fcrgerinitiative im Elsass<br \/>\nEnde Januar 2005 hat sich im Elsass die B\u00fcrgerinitiative und Verein STOP Fessenheim gegr\u00fcndet, um die Arbeit der anderen Vereine (wie der seit 1970 bestehende CSFR) und Gruppen gegen das Atomkraftwerk Fessenheim zu erg\u00e4nzen und durch Zusammenarbeit zu verst\u00e4rken. Dies gelang: Ganz neu war das Eindringen in das els\u00e4ssische politische Establishment, Teil der franz\u00f6sischen die \u201eNukleokratie&#8220;, wozu parallel auch die im Elsass erstarkten Gr\u00fcnen (Les Verts) beitrugen: STOP Fessenheim erreichte es, im Laufe der ersten Monate \u00fcber 100, bis Anfang 2011 an die 300 gew\u00e4hlte Politikerinnen und Politiker aus allen politischen Lagern, darunter zahlreiche Abgeordnete aller Ebenen sowie B\u00fcrgermeister, zur Unterzeichnung eines <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Feierlichen Appells an den Staatspr\u00e4sidenten <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">zu <\/span>bewegen, und zwar f\u00fcr die sofortige Stillegung des Atomkraftwerks. Damit war ein Einbruch in das\u00a0politische Kartell der Atomkraftbef\u00fcrworter schlie\u00dflich auch im Elsass erreicht. Und die Presse war\u00a0dadurch offen f\u00fcr die Berichterstattung \u00fcber die Arbeit der B\u00fcrgerinitiativen.\u00a0Die gro\u00dfe trinational angelegte\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Anti-Atomkraftdemonstration in Colmar am 3.Oktober 2009\u00a0 w<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">urde <\/span>von der Stadt und von den Beh\u00f6rden nach Kr\u00e4ften unterdr\u00fcckt. Man durfte nicht durch die Stadtmitte\u00a0ziehen, diese war mit hohen Brettern quer \u00fcber Stra\u00dfen vernagelt. Trotzdem kamen um die\u00a0 10.000 zum\u00a0genehmigten Kundgebungsort beim Bahnhof am Stadtrand. Den deutschen TeilnehmerInnen wurde der\u00a0\u00a0R\u00fcckweg Richtung Rhein zeitweise von Spezialpolizei-Einheiten provokativ versperrt. Sch\u00fcrte die\u00a0els\u00e4ssische Presse zuvor mit gemeinsam mit hoher Politik Angst vor den bef\u00fcrchteten Chaos-Demonstranten, so sch\u00fcttete sie hinterher Spott aus \u00fcber die Angst der Beh\u00f6rden und hohen Politikern\u00a0vor den vielen Familien mit Kindern, die einen Gro\u00dfteil der Demonstranten stellten \u2013 ein moralischer\u00a0Sieg der B\u00fcrgerinitiativen.<\/p>\n<p align=\"left\">TRAS: trinationaler Atomschutzverband auf dem Rechtsweg \u2013Kommunen aktiv gegen Atomkraft<br \/>\nIn Anlehnung an die auch auf dem gerichtlichen Weg 1997 erstrittene endg\u00fcltige Stillegung des franz\u00f6sischen Superph\u00e9nix, des gro\u00dfen schnellen Brutreaktors bei Creys-Malville an der Rh\u00f4ne westlich von Genf, kamen Antiatom-Vereine und -B\u00fcrgerinitiativen aus der Nordwestschweiz, dem Elsass und S\u00fcdbaden \u00fcberein, gegen das Atomkraftwerke Fessenheim erneut auch auf dem Rechtswege vorzugehen.<\/p>\n<p align=\"left\">Sie gr\u00fcndeten am 17. Juni 2005 in Basel den <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Trinationalen Atomschutzverband TRAS ( <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">franz\u00f6sisch <\/span>ATPN, Association trinational de protection nucl\u00e9aire, www.atomschutzverband.ch). Federf\u00fchrend war\u00a0hierbei der \u201ealte&#8220; und noch sehr mitgliederstarke Verein NWA (das Nordwestschweizerische\u00a0Aktionskomitee gegen Atomkraft), der sich inzwischen mit Verwenden des alten K\u00fcrzels \u201eNie wieder\u00a0Atomkraftwerke&#8220; nannte.\u00a0Mit Hilfe des Kantons Basel-Stadt und der k\u00fcrzlich erwachten \u201ekommunalen Bewegung&#8220; deutscherseits\u00a0am s\u00fcdlichen Oberrhein gelang es, durch Mitgliedschaften von zahlreichen St\u00e4dten und Gemeinden,\u00a0darunter auch Freiburg i.Br., Klagen mit einem renommierten franz\u00f6sischen Anwaltb\u00fcro, das der\u00a0fr\u00fcheren Umweltministerin Corinne Lepage, vorzubereiten und einzubringen. Die Badisch-Els\u00e4ssischen\u00a0B\u00fcrgerinitiativen halfen in der Startphase von TRAS vor allem im Kreis Emmendingen wichtige St\u00e4dte\u00a0wie Waldkirch und zahlreiche D\u00f6rfer f\u00fcr den Beitritt zu TRAS zu gewinnen und sind bei TRAS Mitglied\u00a0auf Gegenseitigkeit. Pikant: Aktive B\u00fcrgerInnen mussten die Mitgliedsbeitr\u00e4ge der Stadt Freiburg trotz\u00a0eines \u201eGr\u00fcnen&#8220; Oberw\u00fcrgermeisters zun\u00e4chst teilweise \u00fcbernehmen. Die Klage von TRAS beim Verwaltungsgericht in Strasbourg ging am 9. M\u00e4rz 2011, nur zwei Tage vor\u00a0dem Katastrophenbeginn im japanischen Fukushima, zun\u00e4chst in den Hauptpunkten der\u00a0Reaktorunsicherheit und zur Frage der Rechtskr\u00e4ftigkeit der Genehmigungen aus den 1970er Jahren\u00a0verloren, indem das Gericht einfach die Meinung der EDF und der franz\u00f6sischen Atomsicherheitsbeh\u00f6rde\u00a0ASN \u00fcbernahm, ohne technische Abkl\u00e4rungen im Detail vornehmen zu lassen. TRAS erkl\u00e4rte dazu\u00a0(TRAS 2011):\u00a0Die angebliche Erdbebensicherheit des Atomkraftwerks st\u00fctzt sich damit nicht auf konkrete Befunde, sondern auf blo\u00dfe Behauptungen des Betreibers EDF und der Aufsichtsbeh\u00f6rde ASN. Untersuchungen nach dem heutigen Stand der Technik, mit einer probabilistischen Methodik, wurden nicht durchgef\u00fchrt. Ein Nachweis, dass Fessenheim vor einem starken Erdbeben gesch\u00fctzt ist, liegt damit konkret nicht vor. Er kann technisch auch nicht vom Kl\u00e4ger erbracht werden, wie dies vom Verwaltungsgericht unter Umkehr der Beweislast verlangt wird, sondern m\u00fcsste von den Betreibern beigebracht werden\u2026.. Die Bandbreite m\u00f6glicher Erdbeben, die am Standort Fessenheim zu erwarten sind, hat in keiner der heute vorliegenden Erdbebenexpertisen Eingang gefunden. Eine aktualisierte Risikoanalyse m\u00fcsste zudem die Vorkommnisse in Fukushima ber\u00fccksichtigen. Dazu geh\u00f6rt neben der Analyse der Gef\u00e4hrdung der laufenden Reaktoren auch die Analyse der Abklingbecken, die mit Plutonium und anderen Isotopen befrachtet sind. Viele weitere Fragen im Zusammenhang mit einem Bruch des Rheinseitenkanals wurden vom Gericht nicht ausreichend in Betracht gezogen.&#8220; In Nebenpunkten, etwa zum Immissions- und Wasserrecht, konnten die Kl\u00e4ger punkten. Der Rechtsweg\u00a0 wird in die Revisionsstufe gehen und auch auf EU-Ebene verfolgt, soll aber nicht das einzige Instrument des Kampfes der B\u00fcrgerinitiativen sein, sondern die Proteste und die \u00fcberparteilich-politische Arbeit erg\u00e4nzen. Eine Parallelit\u00e4t: Auch der Wyhl-Prozess beim Bundesverwaltungsgericht ging, dort aber endg\u00fcltig, kurz vor Beginn des Atomkraftkatastrophe in Tschernobyl verloren \u2013 die Geschichte gab den Kl\u00e4gern recht. TRAS geh\u00f6ren zwar inzwischen (Sommer 2011) eine Mehrheit der deutschen Kommunen der Kreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen an sowie Freiburg i.Br. und seit Sommer 2011 nach Fukushima auch der CDU-dominierte Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald als solcher. Aber aufgrund politisch-finanziellen Drucks, auch aufgrund von Finanzzuweisungen der EDF an Kommunen im Gro\u00dfraum Fessenheim, sind es nur bis zu drei els\u00e4ssische Kommunen. Dazu geh\u00f6rt Wattwiller mit dem B\u00fcrgermeister-Senator Jacques Muller, Partnergemeinde von Wasenweiler\/Kaiserstuhl, ebenfalls TRASMitglied. Andererseits erreichte TRAS, dies im Gefolge der oben genannten Appell-Aktivit\u00e4ten von STOP Fessenheim, dass wie in der Nordwestschweiz und am deutschen s\u00fcdlichen Oberrhein auch im Elsass jeweils \u00fcber 40 Kommunen eine Erkl\u00e4rung unterzeichneten, in der die Stillegung des Atomkraftwerks Fessenheim gefordert wird. TRAS verlangt nat\u00fcrlich auch von der Schweizer Regierung, die dortigen Atomkraftwerke schnellstm\u00f6glich stillzulegen, die bis auf eine Ausnahme, M\u00fchleberg bei Bern, alle in der\u00a0 Nordwestschweiz liegen. Els\u00e4ssische St\u00e4dte und Parlamente f\u00fcr die Stillegung des AKW Fessenheim Nach Fukushima war es zwar immer noch ein gewisses Wunder, aber verst\u00e4ndlicher, dass der Stadtrat von Strasbourg im Fr\u00fchjahr 2011 fast einstimmig die sofortige Stillegung des AKW Fessenheim forderte, \u00e4hnlich die Stadtgemeinschaft Strasbourg aus 26 Kommunen. Auch die Parlamente (Generalratsversammlungen) des Unter- und Ober-Elsa\u00df votierten in Richtung Stillegung, ebenso die benachbarte Region Franche-Compt\u00e9 um Besan\u00e7on. Im els\u00e4ssischen Regionalrat behaupteten sich dagegen noch die Atomkraftbef\u00fcrworter. Und im trinationalen Oberrheinrat wagte man nach harter konsensorientierter Debatte, d.h. mit R\u00fccksichtnahme auf Frankreich, leider nicht, offen die Linie von TRAS und der weit \u00fcber 120 St\u00e4dte und Kommunen zu \u00fcbernehmen. Der Stillegungs-Schl\u00fcssel liegt in Paris, der bewegt sich aber nicht ohne massivsten Protest auf allen Ebenen. Die Stufe ist noch nicht ganz erreicht. Die franz\u00f6sische Atombeh\u00f6rde ASN hat im Fr\u00fchsommer 2011 zum Entsetzen der B\u00fcrgerinitiativen gr\u00fcnes Licht gegeben f\u00fcr weitere 10 Jahre Betrieb des Reaktors 1 von Fessenheim, jedoch unter kostentr\u00e4chtigen Auflagen. Die Regierung in Paris will sich f\u00fcr den endg\u00fcltigen Bescheid Zeit lassen bis November 2011, um Ergebnisse des so genannten EU-Stress-Tests f\u00fcr Atomkraftwerke f\u00fcr Fessenheim abzuwarten.. Der EU-Stress-Test enth\u00e4lt auf Dr\u00e4ngen von Frankreich und Gro\u00dfbritannien wohlweislich keine Untersuchungen zu Flugzeugabst\u00fcrzen und Terror und findet nur auf dem Papier statt.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>8.5 Weitere Folgewirkungen und Nachwirkungen der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen am Oberrhein und anderswo<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen haben in verschiedenen Schichten der Bev\u00f6lkerung vor Ort und andereso \u00fcber die \u201ehei\u00dfesten Jahre&#8220; 1974-77 hinaus ein gro\u00dfes Potential an geistiger Energie und Folgewirkungen \u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">freigesetzt. Hierzu eine Reihe von <\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Informationen und Thesen:<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">(1) <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Am bekanntesten ist Wyhl als Vorbild und Beispiel f\u00fcr den Widerstand\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gegen <\/span>Atomenergieanlagen andernorts, nicht nur in Deutschland, etwa im Rahmen des Bundesverbandes der\u00a0B\u00fcrgerinitiativen Umweltschutz e.V. (BBU) und vieler Standortb\u00fcrgerinitiativen von\u00a0Gorleben\/Niedersachsen bis Wackersdorf\/Bayern, sondern auch international.<\/p>\n<p align=\"left\">(2)\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">S\u00fcdbadische B\u00fcrgerinitiativen und erste Energiewende-Ans\u00e4tze im Elsass\u00a0<\/span><\/strong>Im Gefolge der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen wirkten von 1986 nach der Tschernobyl-Atomreaktorkatastrophe bis 2001 die <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">S\u00fcdbadischen B\u00fcrgerinitiativen\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">mit Schwerpunkt im <\/span>Markgr\u00e4flerland, d.h. s\u00fcdlich von Freiburg i.Br.. Diese f\u00fchrten zweimal j\u00e4hrlich grenz\u00fcberschreitende\u00a0\u00a0 Sitzungen mit den els\u00e4ssischen Umweltgruppen\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Alsace Nature und CSFR\u00a0 d<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">urch zu regionalen, auch <\/span>grenz\u00fcberschreitenden Themen des Umweltschutzes, teils auch zum Atomkraftwerk Fessenheim.\u00a0 Im Elsass ist der Verein CSFR (siehe Teil 1) weiter aktiv. AFRPN hat sich umbenannt zu Alsace Nature\u00a0und weist \u00fcber 150 assoziierte weitere Vereinigungen auf, darunter CSFR und die 1977 nach dem\u00a0Hungerstreik gegen Fessenheim gegr\u00fcndete und bei Alsace Nature assoziierte Energiewende-Vereinigung\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Alter Alsace Energies <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. Letztere erzielte inzwischen erste Erfolge und ist bei Projekten P<\/span>artner von entsprechenden s\u00fcdbadischen und nordwestschweizerischen Vereinigungen.\u00a0F\u00fcr das Elsass wurde schon 1983 von der Organisation \u201e\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Projet Alter Alsace <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8222;, an der auch einige der <\/span>els\u00e4ssischen Partner der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen beteiligt waren, die\u00a0 Studie\u00a0\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u201eLes <\/span><\/strong>Energies de l\u00b4Alsace<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Vorgeschlagen wurde eine Umstellung der Energieversorgung auf <\/span>erneuerbare Energien, \u00e4hnlich wie es schon 1978 von den Wissenschaftlern der Groupe de Bellevue mit\u00a0dem Projet Alter vergeblich f\u00fcr ganz Frankreich dargelegt wurde. Beide Ans\u00e4tze wurden aber von der zentralistischen Pro-Atompolitik in Frankreich mehr als 20 Jahre fast v\u00f6llig beiseite gedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>(3) Neue Netzwerke und Projekte auf B\u00fcrgervereinsebene<br \/>\nDie hauptamtlich ausgestatteten gro\u00dfen Umwelt- und Naturschutzverb\u00e4nde der Region am Oberrhein haben inzwischen die Hauptarbeit bei der grenz\u00fcberschreitenden Kooperation der B\u00fcrgerInnen im Natur- und Umweltschutzbereich \u00fcbernommen. Sie f\u00fchrte zu einem Kooperationsvertrag von 2001 f\u00fcr das 5-Jahres-Projekt \u201e <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Zukunftsf\u00e4higer Oberrhein<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8220; mit dem langfristigen Leitbild einer\u00a0\u00a0\u00d6<\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ko-Modellregion <\/span><\/strong>Oberrhein<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. Partner sind Alsace Nature, BUND und der nordwestschweizerische Verband BASNU. Die <\/span>Zusammenarbeit ist allerdings gehemmt infolge der zunehmenden Sprachgrenze deutsch-franz\u00f6sisch statt\u00a0des Alemannischen als eine Grundlage der Verst\u00e4ndigung und durch die b\u00fcrokratischen Schwierigkeiten,\u00a0F\u00f6rdermittel f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Arbeit zu erhalten, insbesondere f\u00fcr kritische Arbeit, die nicht zu\u00a0den Interessen der in der Region herrschenden Stromkonzerne passt.\u00a0Zum Bereich Energiealternativen haben sich am Oberrhein ab 2002 weitere Netzwerke gebildet:\u00a0Energie-3Regio\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">hei\u00dft das Netzwerk von fast 30 B\u00fcrgervereinen und Initiativen, das am 14.3.2003 in <\/span>Freiburg gegr\u00fcndet wurde, dies im Rahmen der \u201eBegegnungen am Oberrhein\/Rencontres du Rhin\u00a0Sup\u00e9rieur&#8220; als schmal EU-gef\u00f6rdertes Projekt \u201eInitiative Energie TriRhena&#8220;, zun\u00e4chst von 10 Vereinenaus dem Elsass, der Nordwestschweiz und S\u00fcdbaden. Die Initiative kam von Georg L\u00f6ser vom\u00a0Stiftungsfonds ECO-Stiftung, die Tr\u00e4gerschaft liegt beim F\u00f6rderverein Zukunftsenergien SolarRegio\u00a0Kaiserstuhl aus Wyhl, vgl. Ziffer (8). Eine gemeinsame zweisprachige Deklaration fordert und nennt\u00a0konkrete Schritte zur Energiewende am Oberrhein, fordert das Oberrheingebiet als Modellregion und den\u00a0Atomenergieausstieg. Ein deutsch-franz\u00f6sisches Energie-W\u00f6rterbuch, auch im Internet, hilft\u00a0Sprachbarrieren abbauen. Am Netzwerk beteiligt sind auch sieben Vereine aus Reihen der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen und diese selber: <a href=\"https:\/\/www.energie-3regio.net\">www.energie-3regio.net<\/a>.\u00a0Die Deklaration wurde an die Regionalpolitik verbreitet und Ende 2006 von der offiziellen Deutsch-Franz\u00f6sisch-Schweizerischen Ob<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">errheinkonferenz\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">der Landes- bzw. Regionalregierungen in einer <\/span>Resolution als Ziel \u201eModellregion&#8220; f\u00fcr die Energiewende und Klimaschutz aufgegriffen, allerdings ohne\u00a0den Atomenergieausstieg. Immerhin wurde dort die irrige Forderung nach Atomkraft f\u00fcr den\u00a0Klimaschutz verhindert. Atomkraft ist nicht erw\u00e4hnt, da strittiges Thema. Mehr siehe Abschnitte (9) und\u00a0(10).<\/p>\n<p align=\"left\">Agenda21-Netzwerk Energie und Wasser am Oberrhein<br \/>\nEin weiteres, hier binationales B\u00fcrgervereins-Netzwerk zu Energie und Wasser\/Gew\u00e4ssern wurde ab Anfang 2005 aufgebaut, gef\u00f6rdert im Rahmen des Landeswettbewerbs Baden-W\u00fcrttemberg f\u00fcr Agenda21-Projekte. Ziel ist, mit den Ideen aktiver B\u00fcrgerInnen und ihrer Vereine Projektideen \u201evon unten&#8220; zu den Themen Energie sowie Gew\u00e4sserschutz in den \u201eEurodistrikt Region Freiburg\/Centre et Sud Alsace&#8220; einzubringen, der von offizieller Seite geplant wurde. Die B\u00fcrgerInnen und ihre Vereine hat man von offizieller Seite bisher nicht eingebunden, ein Fehler wie schon in den 70er Jahren. Und als weitere unangenehme \u00dcberraschung fehlt im Arbeitsprogramm des \u201eoffiziellen&#8220; Eurodistrikts das Thema Energie und Klimaschutz, vom Atomausstieg oder dem Hauptproblem der Region, Atomkraftwerk Fessenheim, ganz zu schweigen. (ECOtrinova, 2005) Mit den ersten zwei rhein\u00fcberschreitenden <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Sonnen-Energie-Wegen im Eurodistrikt\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gelang auf <\/span>B\u00fcrgervereinsebene ein besonders sch\u00f6nes Folge-Projekt, initiiert von ECO-Stiftung und ECOtrinova\u00a0unter Mitarbeit u.a. der Badisch-Els\u00e4ssischen BIs, ebenfalls gef\u00f6rdert vom Landesumweltministerium\u00a0beim Landeswettbewerb f\u00fcr Agenda21-Projekte. Die Wege stellen beiderseits des s\u00fcdlichen Oberrheins\u00a0zwischen Schwarzwald- und Vogesenh\u00f6hen 51 besuchbare Vorbildstationen zur Energiewende in Wort\u00a0und Bild zweisprachig vor (<span style=\"font-family: Times New Roman; color: #0000ff; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; color: #0000ff; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; color: #0000ff; font-size: small;\"><a href=\"https:\/\/www.ecotrinova.de\">www.ecotrinova.de<\/a><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">). Das Projekt gewann Umweltpreise der Stadt Freiburg <\/span>2011 und beim Wettbewerb Ideen-Initiative-Zukunft von DM-UNESCO 2010\/2011.<\/p>\n<p align=\"left\">(4) Der Einflu\u00df auf die Parteien und Parteienlandschaft<br \/>\nIn ihrer strikten \u00dcberparteilichkeit und durch die \u00fcberparteiliche Mitwirkung vieler Parteimitglieder bei den B\u00fcrgerinitiativen haben die B\u00fcrgerinitiativen alle <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Parteien\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">in der Region intensiv beeinflusst. <\/span>Beispielsweise haben die CDU S\u00fcdbaden &#8211; mit ihrer\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Gr\u00fcnen Charta\u00a0\u00a0&#8211;<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"> und die Junge Union S\u00fcdbaden <\/span>gerade im Bereich Energie den B\u00fcrgerinitiativen sowie den Umweltschutzverb\u00e4nden relativ nahestehende\u00a0Positionen, die deutlich von der CDU-Landespolitik abweichen.\u00a0In der Region beiderseits der Oberrheins, bei Freiburg und im OberElsass entstanden wichtige\u00a0Urspr\u00fcnge und Hochburgen der modernen gr\u00fcnen parlamentarischen Bewegung bzw. Parteien Deutschlands und Frankreichs: hier f\u00fcr die Partei der Gr\u00fcnen (insbesondere ab der Europawahl 1979), dort zun\u00e4chst f\u00fcr Ecologie et Survie (11% bei den Generalratswahlen 1976 im Elsass). Das Engagement der \u00d6kologisten im E<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">lsass\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">wirkte sich regionalistisch aus: regionale Selbstbestimmung und Aufkl\u00e4rung <\/span>zum Schutz vor der profitorientierter Zerst\u00f6rung des Lebensraumes. (Jean, 1976). Mit Solange Fernex\u00a0kam aus den Reihen der els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen bald eine Europaabgeordnete, sp\u00e4ter folgten die\u00a0MdEPs Winfried Telk\u00e4mper und Josef Leinen aus Reihen der ehemals in der hiesigen Protestbewegung\u00a0Mitwirkenden. Die gr\u00fcne Partei in Deutschland wiederum stellt(e) f\u00fcr die \u00d6kologiebewegung in vielen\u00a0anderen Staaten ein Vorbild dar. Sie hatte und hat zusammen mit den Umweltverb\u00e4nden deutlichen\u00a0Einflu\u00df auf die Positionierung anderer Parteien.<\/p>\n<p align=\"left\">(5) Freiburg im Breisgau auf dem Weg zur \u00d6ko- und Solarhauptstadt, dank \u201eWyhl&#8220;<br \/>\nIn Freiburg wurde 1977 das \u00d6ko-Institut e.V. mit Sitz in Freiburg gegr\u00fcndet, dies ausdr\u00fccklich mit Bezug auf den Streit um die Atomkraft, insbesondere Wyhl <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Hier wurden die nationalen\u00a0 <\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Energiewende-Studien\u00a0<\/span><\/strong>des \u00d6ko-Instituts herausgegeben (I, 1980) bzw. entwickelt (II, 1985). Seit 2006 hat das \u00d6ko-Institut seine Hauptgesch\u00e4ftsstelle im Sonnenschiff der Solarsiedlung Freiburg, nebst weiteren Zentren in Darmstadt und Berlin. In Freiburg wurden (vom Autor dieser Schrift) von 1979 bis in die 90er Jahre ma\u00dfgeblich bzw. federf\u00fchrend die bundesweiten Positionen und Studien des BUND in der 80er und 90er Jahren zu Energiefragen entwickelt. Freiburg weist mit dem <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Fraunhofer Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">FhG-ISE das zumindest <\/span>europaweit gr\u00f6\u00dfte Zentrum f\u00fcr\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Solarenergieforschung\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">auf. Dessen Gr\u00fcnder Professor Adolf <\/span>Goetzberger f\u00fchrt als Motiv f\u00fcr die Institutsgr\u00fcndung in 1981 die Suche nach\u00a0 lternativen zur Atomkraft\u00a0und insbesondere auch \u201eWyhl&#8220; an.\u00a0In Freiburg fand nach 2000 bis 2007 mit der\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Intersolar\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">mit internationaler Ausrichtung die wichtigste <\/span>deutsche und internationale Messe f\u00fcr Solarenergie statt, die ab 2008 wegen zu starken Wachstums nach\u00a0M\u00fcnchen umzog und inzwischen weltweit Filialen erhielt in Kalifornien, China, Indien u.a., aber\u00a0weiterhin von Freiburg (st\u00e4dtische Gesellschaft FWTM Freiburg Wirtschaft, Touristik, Messe) und\u00a0Pforzheim (Solar Promotion GmbH) aus gemeinsam gef\u00fchrt wird. Dies ist als gewisse Fortsetzung der sehr publikumswirksamen\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Sasbacher Sonnentage von 1976-78\u00a0 d<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">es BUND bzw. der B\u00fcrgerinitiativen <\/span>und der daraus hervorgegangenen Umwelt- und Sonnenenergieausstellungen sowie\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00d6KO-Messen\u00a0 d<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">es <\/span>BUND Baden-W\u00fcrttemberg bis 2000 zu sehen. Die Sasbacher Sonnentage k\u00f6nnen zumindest f\u00fcr Europa als\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Mutter der \u201eUmweltmessen <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8220; und der Solartage vieler Gemeinden auch anderswo bezeichnet <\/span>werden.<\/p>\n<p align=\"left\">(6) \u00d6ko-Ausstellungen auch im Elsass<br \/>\nDer ber\u00fchmte in 2011 schon 30. <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Foire ECObiologique, Rouffach, <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">des Comit\u00e9 de la foire europ\u00e9enne, <\/span>j\u00e4hrlich f\u00fcnf Tage ab Himmelfahrt, die 3.\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Journ\u00e9es des Energies Renouvelables <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. St.Amarin, im Mai <\/span>2004 im Vall\u00e9e Thur, veranstaltet von THUR Ecologie et Transports, unterst\u00fctzt sowie der\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Salon Solaire <\/span><\/strong>Ville Illkirch-Graffenstaden\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ab 2004 und ab 2008 die Holz- und Energietage Natur\u2019enVie im e<\/span>ls\u00e4ssischen\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Munster <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\/Vogesen waren gut besucht. Sie sind direkt bzw. indirekt auf die Sasbacher <\/span>Sonnentage von 1976-78, also auf die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die popul\u00e4re\u00a0Rouffacher Veranstaltung \u00fcberzeugte z.B. 2004 auch mit einem 5-t\u00e4gigen Vortragsprogramm gegen\u00a0Atomkraft und Verstrahlung, das in den Medien nationale Aufmerksamkeit erregte. Wegen ihrer Gr\u00f6\u00dfe\u00b4wurde sie inzwischen nach Colmar in die Messehallen verlegt, hat aber ihren \u00d6ko-Charme behalten. Die\u00a0Messe wird geleitet von mehreren Anti-Atomkraft-\u00d6kowinzern, die auch in den els\u00e4ssischen\u00a0Antiatomkraftgruppen aktiv sind. Von diesen beteiligte sich z.B. Jean-Pierre Frick, Pfaffenheim, f\u00fchrend\u00a0am 2011er Hungerstreik els\u00e4ssischer\u00a0 Atomkraftgegner in Colmar, der u.a. von der 2010 gegr\u00fcndeten Antiatomgruppe Freiburg solidarisch unterst\u00fctzt wurde.<\/p>\n<p>(7) Umwelt- und Solarhauptstadt Freiburg<br \/>\nFreiburg\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">wurde als Folge der Arbeit der B\u00fcrgerinitiativen bzw. von \u201eWyhl&#8220; ab Ende der 70erJahre <\/span>national und bald auch international ein Mekka des Umweltschutzes und sp\u00e4ter deutsche\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Umwelthauptstadt&#8220;\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"> Die B\u00fcrgermeister samt Oberb\u00fcrgermeister erw\u00e4hnen stets \u201eWyhl&#8220;, wenn es um <\/span>die Freiburger Umwelt- und Energiegeschichte geht. Freiburg entwickelte Ende der 1990er Jahre das\u00a0Markenzeichen \u201e<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Solarregion Freiburg<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">&#8220; und war hiermit auf der\u00a0 eltausstellung Expo 2000 in <\/span>Hannover der einzige Aussteller ausschlie\u00dflich zu erneuerbaren Energien. In Freiburg wurden eine Reihe\u00a0sehr weitreichender Konzepte f\u00fcr solares Bauen entwickelt und demonstriert: zuerst das Freiburg-\u00a0Tiengener Solarforschungshaus von 1978 (vom regionalen Arbeitskreis Sonnenhaus des BUND Baden-W\u00fcrttemberg mit der Sektion der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Sonnenenergie DGS in Terminen mit den\u00a0B\u00fcrgerinitiativen am Kaiserstuhl erstmals vorgeschlagen), das fr\u00fche energieautarke Haus des Fraunhofer-ISE in Freiburg auf der Haid, das sich mit der Sonne drehende Heliotrop genannte erste Plus-Energie-Solarhaus (mit j\u00e4hrlichem Prim\u00e4renergie-\u00dcberschu\u00df) von 1994, die Plus-Energieh\u00e4user der \u00d6ko-Solarsiedlung Freiburg am Schlierberg. Freiburger Pers\u00f6nlichkeiten der Solararchitektur, hier als\u00a0Vorreiter Rolf Disch, der Solarforschung, der Solarwirtschaft und praktischen Anwendung, manche von\u00a0ihnen vormals aktiv gegen Atomkraft oder am Rande der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen,\u00a0erhielten zahlreiche \u00fcberregionale Preise und hohe Anerkennungen. 2010 war die Solarsiedlung Freiburg\u00a0mit Architekt Rold Disch sogar eingeladen zur Weltausstellung EXPO 2010 in Schanghai.\u00a0Freiburg wurde wiederholt in der Solaren Bundesliga des Deutschen Umwelthilfe (DUH) e.V in der\u00a0Klasse Gro\u00dfst\u00e4dte Deutsche Solarhauptstadt, zuletzt 2004, in engem Zweikampf mit Ulm, das sich seit\u00a0Jahren am Ma\u00dfstab Freiburg mi\u00dft, also auch eine \u201eSp\u00e4tfolge&#8220; von Wyhl. Auch die DUH selber kann u.a.\u00a0\u201eEnkelin von Wyhl&#8220; nennen, da sie mit wesentlichen Aktivit\u00e4ten aus Freiburg, n\u00e4mlich u.a. vom dort\u00a0durch Wyhl erstarkten BUND Landesverband Baden-W\u00fcrttemberg gegr\u00fcndet wurde.\u00a02004 wurde Freiburg im bundesweiten DUH-Wettbewerb \u201eZukunftsf\u00e4hige Kommune&#8220; Sieger in der\u00a0 Katagorie St\u00e4dte, dies nicht zuletzt aufgrund der Anstrengungen zu Energiealternativen. Und 2004 erhielt\u00a0Freiburg auch einen Deutschen Solarpreis von Eurosolar e.V., wobei die F\u00f6rderung b\u00fcrgerschaftlichen\u00a0Engagements f\u00fcr die erneuerbaren Energien als Hauptgrund angef\u00fchrt wurde. Auch Freiburg als deutsche\u00a0Klimaschutz-Hauptstadt 2010 hat infolge obiger Leuchturmprojekte eine Teilursache in \u201eWyhl&#8220;.\u00a0Quantitativ bisher wesentlich bedeutender sind bisher allerdings die in den letzten Jahren weiter\u00a0gewachsenen Freiburger kommunalen, Industrie- und Universit\u00e4tsheizkraftwerke, die gut die H\u00e4lfte des\u00a0in Freiburg verbrauchten Stroms produzieren. Zusammen mit &#8211; nach uns\u00e4glichem Streit mit einigen\u00a0\u00fcbertreibenden Windkraftgegnern auch aus hohen Kreisen &#8211; 2 Prozent Strom aus Windkraft istein\u00a0Gro\u00dfteil des vom Gemeinderat Freiburg vor 25 Jahren beschlossenen Atomenergieausstiegs vor Ort\u00a0geschafft. Aber das AKW Fessenheim ist immer noch nicht stillgelegt. Ambitioniert war der Beschlu\u00df\u00a0der Stadt in 2004, bis 2010 den Stromverbrauch in Freiburg insgesamt um 10 Prozent zu senken und den\u00a0Anteil des in Freiburg produzierten Stroms aus erneuerbaren Energien von 3 bis 4 Prozent auf 10 Prozent\u00a0\u00a0 zu erh\u00f6hen. Beides wurde deutlich erfehlt, ersteres durch zu geringe Aktivit\u00e4ten der Stadt, letzteres durch\u00a0intensive Hemmnisse seitens der Landesregierung insbesondere gegen Windkraftausbau und\u00a0Verz\u00f6gerungen bei der Umstellung des Universit\u00e4ts-Heizkraftwerks auf Holzpellets als Ersatz f\u00fcr\u00a0teilweisen Kohle-Einsatz. Klar ist inzwischen: Ohne Umstellung der meisten Heizungen auf\u00a0stromerzeugende Heizungen, d.h. auf Mini- und Mikro-Blockheizkraftwerke, wird der 100prozentige\u00a0Atomkraftausstieg vor Ort in Freiburg nicht gelingen, und ohne Zusammenarbeit mit der Region nicht der\u00a0Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien.\u00a0In Freiburg siedelten sich zahlreiche\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Institutionen zu Umweltschutz und Energie\u00a0 a<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">n. Beispiele, die in <\/span>den B\u00fcrgerinitiativen und \u201eWyhl&#8220; direkt oder indirekt ihren Ursprung haben, sind:<br \/>\n&#8211; die Landesgesch\u00e4ftsstelle des BUND f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland ab 1976,<br \/>\n&#8211; die Solarausstellungen und \u00d6KO-Messen des BUND von1980 bis 2000 als Folge der Sasbacher Sonnentage von 1976-78, s.o.,<br \/>\n&#8211; das \u00d6KO-Institut ab 1977, s.o,<br \/>\n&#8211; das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme (FhG-ISE), s.o., 1981, In deren Gefolge wiederum gelangten nach Freiburg:<br \/>\n&#8211; der Internationale Rat f\u00fcr kommunale Umweltinitiativen (ICLEI) mit seinem Europasekretariat,<br \/>\n&#8211; die Internationale Gesellschaft f\u00fcr Sonnenenergie (ISES) mit ihrer Weltgesch\u00e4ftsstelle,<br \/>\n&#8211; der deutsche Fachverband Solarenergie (DFS) einige Jahre lang,<br \/>\n&#8211; die Solarmesse Intersolar, s.o., bis 2007.<\/p>\n<p align=\"left\">In Freiburg gibt es seit 1986 die erste <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00d6kostation\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">in Deutschland, Vorbild f\u00fcr viele andere <\/span>Umweltzentren, erstmals erstellt vom BUND (unter Mitarbeit des Autors). In Freiburg entstand unter\u00a0f\u00fchrender Mitwirkung von Wyhl-Aktiven mit\u00a0 dem\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00d6komedia-Institut\u00a0 d<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">as erste \u00f6kologische <\/span>Filmfestival, das sich viele Jahre im Geiste der B\u00fcrgerinitiativen und von \u201eWyhl&#8220; intensiv mit Medien zu\u00a0Atomenergie und Alternativen befasste und u.a. stark nach Japan ausstrahlte.\u00a0Leider gibt es inzwischen bei den \u201ealten&#8220; Institutionen bedauerlichen Aderla\u00df:<br \/>\n&#8211; Die BUND-Landesgesch\u00e4ftsstelle, 25 Jahre lang antiatom-aktiv auch f\u00fcr die Region, wurde nach hartem Ringen nach Stuttgart verlegt. Die selbstst\u00e4ndige und antiatom-aktive Regionalgesch\u00e4ftsstelle blieb aber\u00a0erhalten.<br \/>\n&#8211; Die Solar- und \u00d6komessen des BUND, aus \u201eWyhl&#8220;, d.h. aus den Sasbacher Sonnentagen von 1976-78 hervorgegangen, sind nach 2000 in wesentlich kleinerer Form unter dem Namen Ecotrend nur f\u00fcr\u00a0ein paar Jahre Teil der Jahresmesse der Messe Freiburg geworden.<br \/>\n&#8211; Der Deutsche Fachverband Solarenergie DFS ist nach Berlin verzogen, eine Folge der Wiedevereinigung.<br \/>\n&#8211; Der Messestandort f\u00fcr die Intersolar wanderte erfolgsbedingt nach M\u00fcnchen.<br \/>\nIn Freiburg wurde der erste\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Umweltb\u00fcrgermeister\u00a0 i<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">n Deutschland eingesetzt. Sogar bei den Industrie-<\/span>und Handelskammern (\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">IHKs)\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00fcbernahm die IHK S\u00fcdlicher Oberrhein in Freiburg mit ihrem <\/span>Gesch\u00e4ftsbereich Umwelt die Leitung f\u00fcr Umweltschutz sowie Energie f\u00fcr ganz Baden-W\u00fcrttemberg. Auch die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Handwerkskammer\u00a0 F<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">reiburg besitzt das Umweltzentrum f\u00fcr alle Handwerkskammern in <\/span>Baden-W\u00fcrttemberg.\u00a0Seit 2002 hat Freiburg mit fast Zweidrittel-Mehrheit der abgegebenen Stimmen auch den ersten \u201egr\u00fcnen&#8220;\u00a0Oberb\u00fcrgermeister unter den deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten.<\/p>\n<p align=\"left\">(8) Au\u00dfenwirlungen und zweite Welle neuer Vereine in der Region &#8211; f\u00fcr die Energiewende<br \/>\nAuff\u00e4llig ist, dass auf deutscher Seite, insbesondere in Freiburg, die T\u00e4tigkeiten vieler Institutionen, die der Folgewirkung von \u201eWyhl&#8220; und den Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen zugerechnet werden k\u00f6nnen (z.B. \u00d6ko-Institut, FhG-ISE, BUND-Landesgesch\u00e4ftsstelle bis zu deren Verlagerung nach Stuttgart in 2000, ICLEI, zahlreiche mittelst\u00e4ndische Dienstleistungsunternehmen),\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00fcberwiegend <\/span><\/strong>\u201eexportorientiert&#8220; nach au\u00dferhalb der Region\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">gerichtet sind und so zur \u00d6ko-Reputation Freiburg <\/span>wesentlich beitragen. Diese Situation f\u00fchrte aber dazu, dass die Auswirkungen auf das tats\u00e4chliche\u00a0Energie-Geschehen und den Energiemarkt in der Region, abgesehen von den gro\u00dfen Erfolgen gegen\u00a0geplante Atomanlagen, in den 80er und 90er Jahren quantitativ \u00fcberraschend gering blieben\u00b4 Daher bildeten sich <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">nach 1990 neue Vereinigungen und Institutionen<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"> die \u00fcberwiegend regional <\/span>arbeiten: FAUST e.V. als Arbeitsgemeinschaft Freiburger Umweltinstitute (1992), seit 2002 umbenannt\u00a0in ECOtrinova e.V., der F\u00f6rderverein Energiespar- und Solaragentur Regio Freiburg fesa e.V. (1993), die\u00a0Energieagentur Regio Freiburg, F\u00f6rdervereine f\u00fcr erneuerbare Energien bzw. Zukunftsenergien im\u00a0Dreisamtal \u00f6stlich Freiburgs und in Wyhl vor allem f\u00fcr den Kreis Emmendingen samt Kaiserstuhl,\u00a0weitere neue Energiewende-B\u00fcrgerinitiativen etwa in Freiburg und Waldkirch und z.B. der in der Region\u00a0wirkende Stiftungsfonds ECO-Stiftung f\u00fcr Energie-Klima-Umwelt (2000, gegr\u00fcndet vom Autor dieses\u00a0Beitrags). Mehrere dieser Organisationen, zu denen zeitweise die Basel Agency for Sustainable Energ\u00a0(BASE) mit Regionalb\u00fcros in Freiburg und Stra\u00dfburg hinzutrat, die aber noch am Anfang quantitativ\u00a0wesentlicher Wirkungen stehen, wollen am s\u00fcdlichen Oberrhein eine atomkraftfreie Solarregion\u00a0aufbauen, dies m\u00f6glichst grenz\u00fcberschreitend. Die ECO-Stiftung hat mit B\u00fcrgerorganisationen aus dem\u00a0Dreil\u00e4ndereck ab Mitte 2002 das bereits erl\u00e4uterte Netzwerk\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Energie-3Regio\u00a0 z<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">u Energie- und\u00a0<\/span>Stromeinsparung sowie zu dezentraler Stromerzeugung gebildet, s.o., &#8211; dies als Beitrag zum Klimaschutz und zur Stillegung des Atomkraftwerks Fessenheim. Ziel ist eine europ\u00e4ische\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Umwelt- und Energie-M<\/span><\/strong>odellregion am s\u00fcdlichen Oberrhein.<br \/>\nDer 2001 als Folge von \u201eWyhl&#8220; gegr\u00fcndete\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">F\u00f6rderverein Zukunftsenergien SolarRegio Kaiserstuhl\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">e.V.\u00a0 <\/span>in Wyhl hat unter Leitung von Klaus Bindner (\u2020 2007), Wyhl, und Mitaktiven die regionale Solarliga am\u00a0Kaiserstuhl geschaffen und zahlreiche B\u00fcrgergemeinschafts-Solarkraftwerke bewirkt. In den D\u00f6rfern am\u00a0n\u00f6rdlichen Kaiserstuhl sind hierdurch binnen ein, zwei Jahren \u00fcber 2000 kW an Solarkraft in Betrieb\u00a0genommen worden. Die Anti-Atomkraft-Gemeinde Weisweil mit ihren kaum \u00fcber 2000 Einwohnern wurde\u00a02004 in der Solarbundesliga bei Kommunen \u00fcber 2000 Einwohner sogar Sieger in Baden-W\u00fcrttemberg:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.SolarRegio.deEnde\">www.SolarRegio.de<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><br \/>\nEnde<\/span><\/a> 2009 sind pro Einwohner 319 Watt Solarstromanlagen und 0,4 Quadratmeter Solarw\u00e4rmeanlagen in Betrieb. (F\u00f6rderverein, 2010) Der erzeugte Solarstrom erreicht etwa die H\u00e4lfte des\u00a0j\u00e4hrlichen Gesamtverbrauchs der Einwohner. Der F\u00f6rderverein will \u00fcber verschiedene praktische Projekte\u00a0wie Dritte-Welt-Klimaschutz-Schul-Projekt, Solarwettbewerb und Information die dringend notwendige\u00a0Energiewende vom B\u00fcrger aus hin zu unersch\u00f6pflichen Energiequellen organisieren.\u00a0Der F\u00f6rderverein Energie- und Solaragentur Regio Freiburg (<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">fesa e.V <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">.) hat mit der separaten fesa GmbH <\/span>ein Unternehmen f\u00fcr die weitere Umsetzung von B\u00fcrgergemeinschaftsprojekten zu\u00a0 neuerbaren Energien geschaffen. Seit 1999 gibt fesa e.V. die informative Zeitschrift \u201eDie Solarregion&#8220; heraus.\u00a0Mit dem neuen Nachrichtendienst \u201e\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ECOtrinova-Nachrichten\u00a0 f<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">\u00fcr \u00d6kologie, nachhaltiges Wirtschaften, <\/span>Region und ein ECOvalley am Oberrhein&#8220; will der aus der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Umweltinstitute,\u00a0darunter einige bei den Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen aktive Vereine und Personen bzw.\u00a0infolge von \u201eWyhl&#8220; entstandene Vereine wie das \u00d6ko-Institut e.V., hervorgegangene regionale\u00a0Umweltschutzverband\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ECOtrinova e.V.\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">die \u00f6kologische Energiewende am Oberrhein auch <\/span>grenz\u00fcberschreitend katalysieren. Oben genannte Projekte \u201eNachhaltigkeit rhein\u00fcberschreitend&#8220; und\u00a0\u201eSonnen-Energie-Wege&#8220; sind erste wichtige Schritte dazu: <a href=\"https:\/\/www.ecotrinova.de\">www.ecotrinova.de<\/a>.<\/p>\n<p align=\"left\">(9) Der Einflu\u00df auf die grenz\u00fcberschreitende Politik am Oberrhein<br \/>\nFestzustellen ist, dass die <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Politik beiderseits des Oberrheins\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">durch die Ereignisse von 1974\/75, <\/span>insbesondere die K\u00e4mpfe um Wyhl, Marckolsheim und Kaiseraugst entscheidende\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Anst\u00f6\u00dfe\u00a0 e<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">rhielt, um <\/span>die\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">grenz\u00fcberschreitende Kooperation\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">zu intensivieren, die Planungen f\u00fcr Industrieansiedlungen zu <\/span>reduzieren und zu modifizieren (siehe auch Teil 1: Kaiserstuhlnovelle) und die weiteren Atomkraftpl\u00e4ne\u00a0zur\u00fcckzustellen oder annullieren. F\u00fcr die Regionalplanungen und die Neubildung von trinationalen\u00a0Institutionen am Oberrhein zeigen das u.a.<br \/>\n&#8211; die Chronologie der Infobest-Beratungssstellen (www.infobest.org) f\u00fcr 1975\/76 ff,<br \/>\n&#8211; das \u201eBonner Abkommen&#8220; von 1975 zur Pr\u00fcfung und L\u00f6sung von nachbarschaftlichen Fragen<br \/>\n&#8211; sowie Berichte in der Badischen Zeitung (15.9.1975und 7.5.1975): zum Beispiel die Bildung der Commission Tripartite Ende 1975\/1976, Vorl\u00e4uferin der Deutsch-Franz\u00f6sisch-Schweizerischen Oberrheinkonferenz.\u00a0Ausdr\u00fccklich wird in der Presse auf den starken Druck der Bev\u00f6lkerung hingewiesen, der wesentlich zu\u00a0dieser Entwicklung f\u00fchrte. Auch ist im Oberelsass Anfang 1975 als Folge der Proteste gegen\u00a0Marckolsheim ein erstes deutliches Umdenken gegen \u00fcberzogene Industriealisierung zu erkennen\u00a0(Badische Zeitung 19.4.1975). \u00c4hnliches berichtete Senator Daniel Hoeffel am 12.4.2002 bei einem\u00a0Kolloquium \u201eDeutsche und Franzosen im zusammenwachsenden Europa 1945-2000&#8243; an der Universit\u00e4t\u00a0Freiburg, und zwar f\u00fcr seine damalige Zeit bei der Industrie- und Handelskammer des Unterelsass.\u00a0Allerdings ist eine im Vergleich zu damaligen Pl\u00e4nen sanftere, aber in der Fl\u00e4che \u00fcber die Jahre doch fl\u00e4chenfressende und \u00f6kologisch problematische Ausbreitung von Industrie und Gewerbe zu beobachten,\u00a0z..T. am Rhein s\u00fcdlich Fessenheims, z.T. bei Marckolsheim, oft jedoch verteilt bei den St\u00e4dten und\u00a0D\u00f6rfern in der Rheinebene. Teilweise ist dies aber auch auf Verlagerung aus Ortschaftskernen an die\u00a0Ortsr\u00e4nder bzw. in neue Gewerbegebiete zur\u00fcckzuf\u00fchren. Ein massiver Ausbau der regionalen und\u00a0\u00fcberregionalen Verkehrswege tritt hinzu. Der Hintergrund: Die Region liegt mitten in der <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Hauptentwicklungsachse der Europ\u00e4ischen Union <\/span><\/strong><\/span><\/strong>\u201eBlaue Banane&#8220; genannt, die von London bis Mailand reicht. Der Druck auf die Region bleibt also\u00a0bestehen. Und neue Risiken, etwa ein \u201eals &lt;Biovalley&gt; getarntes \u201eGentechnik-Tal&#8220; (BUND\u00a0Regionalverband, 1996) am Oberrhein oder die weitere Konzentrierung der schweizerischen\u00a0Atomwirtschaft am Hochrhein, mit Atomm\u00fcll-Einrichtungen zus\u00e4tzlich zu den Atomkraftwerken, treten\u00a0hinzu zu alten, wie die hohe Erdbebengef\u00e4hrdung, die gef\u00e4hrliche Technologien in der Region eigentlich\u00a0\u00a0v\u00f6llig verbietet. &#8211; Der Einfluss der B\u00fcrgerinitiativen speziell auf die Energiepolitik wird im folgenden\u00a0 Abschnitt n\u00e4her er\u00f6rtert.<\/p>\n<p align=\"left\">(10) Energiepolitik und Energiewende am Oberrhein<br \/>\nIn beiden Kantonen <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Basel Stadt und Land\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">konnte die Stimmbev\u00f6lkerung die Politik schon seit den 70er <\/span>Jahren per Volksabstimmungen direkt zwingen, weiterreichende Ma\u00dfnahmen durchzuf\u00fchren: z.B. die\u00a0strikte Anti-Atomkraftpolitik (Beispiel: Kaiseraugst, 1984) sowie die Abgabe und Lenkungssteuer auf\u00a0Strom. Die eine dient f\u00fcr F\u00f6rdermittel, die andere wird sozial ausgleichend pro Kopf an die B\u00fcrgerInnen\u00a0im Kanton Basel Stadt ausgezahlt.<br \/>\nLokal\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">konnte au\u00dfer in Basel zun\u00e4chst nur in einigen wenigen St\u00e4dten und Gemeinden vor allem in <\/span>S\u00fcdbaden eine \u00f6kologische Energiepolitik im Sinne der B\u00fcrgerinitiativen zumindest teilweise umgesetzt\u00a0werden: so insbesondere in Freiburg, Sch\u00f6nau, Freiamt\/Schwarzwald und in Waldkirch. In Freiburg\u00a0gelang es bereits, den Atomstrombezug bis 2002 stark zu verringern und bis 2011 fast vollst\u00e4ndig zu\u00a0annullieren, dies in erster Linie durch neue, im \u00fcbrigen energieeffiziente Heizkraftwerke und durch\u00a0Wechsel der Vorlieferanten f\u00fcr den Rest. Sch\u00f6nau ist bundesweit bekannt durch die dortigen\u00a0Stromrebellen und deren erfolgreichen Kampf um das Stromnetz nach Tschernobyl, Freiamt durch \u00fcber\u00a0100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien seit 2002, Waldkirch durch die per\u00a0 \u00fcrgerinitiative\u00a0Energiewende Waldkirch initiierten und 1998 gegr\u00fcndeten Stadtwerke. Der Ansto\u00df f\u00fcr die\u00a0angesprochenen Teilerfolge kam stets oder \u00fcberwiegend aus der anti-atom-aktiven B\u00fcrgerschaft im Streit\u00a0gegen widerstrebende Interessen aus der gro\u00dfen Stromwirtschaft und gegen Z\u00f6gern bei der regionalen\u00a0Stromwirtschaft.\u00a0Auff\u00e4llig ist, dass vor allem auf deutscher und franz\u00f6sischer Seite die grenz\u00fcberschreitende\u00a0Regionalpolitik\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">bisher weit hinter den reellen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Umweltschutz und nachhaltige E<\/span>nergiewirtschaft zur\u00fcckgeblieben ist. So gab es bis Ende 2006 <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">ein konkretes gemeinsames Konzept\u00a0<\/span><\/strong>f\u00fcr eine klare \u00f6kologische Energiewende hin zu Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien, keines f\u00fcr den Klimaschutz, keines f\u00fcr den Atomausstieg &#8211; <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">eklatante, gef\u00e4hrliche M\u00e4ngel <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. Als <\/span>ein wesentlicher Grund hierf\u00fcr anzunehmen ist der \u00fcbergro\u00dfe Einflu\u00df der Stromkonzerne und der\u00a0Energieabsatzwirtschaft insbesondere auf die nationale, Landes- und hiesige Regionalpolitik, anders als\u00a0in den beiden Baseler Kantonen.\u00a0Lediglich beim\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Leitbild der RegioTriRhena <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">vom Mai 1998 wurde kurz, aber deutlich ausgef\u00fchrt: \u201e<\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">In <\/span><\/strong>der Energiepolitik ist eine Kehrtwende unabwendbar.\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Die F\u00f6rderung von regenerativen <\/span>nergiesystemen und der Aufbau dezentraler Versorgungskonzepte wie in Sch\u00f6nau m\u00fcssen auf der\u00a0Priorit\u00e4tenliste ganz oben stehen. Ebenso wichtig ist, da\u00df Energiesparma\u00dfnahmen beim Neubau und der\u00a0Sanierung von Geb\u00e4uden bevorzugt werden. Auch hier gilt: die einzelnen L\u00e4nder m\u00fcssen ihre\u00a0Umweltrichtlinien aufeinander abstimmen.&#8220; Eine Kurzstudie im Jahre 2000 f\u00fcr den\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Oberrheinrat\u00a0<\/span><\/strong>kommt im Bereich Energie zu vergleichbaren Aussagen. Insbesondere seit 2001 gibt es vermehrt Anzeichen, dass \u00fcber einzelne St\u00e4dte und Gemeinden hinaus auch regional und triregional am Oberrhein von den offiziellen Gremien und Gebietsk\u00f6rperschaften die Energiewende konkreter angedacht wird, 30 Jahre zu sp\u00e4t, aber immerhin. Einige Beispiele:<br \/>\n&#8211; Die Region Alsace hat eine gro\u00dfe Energiestudie mit Blick auf 2020 erstellen lassen, f\u00f6rdert, auch mit EU-Mitteln, Solaranlagen sowie energetische Biomassenutzung und hat seit 2010 nach dem Vorbild der Freiburger Solarsiedlung Plus-Energie-Bauweise als Ziel.<br \/>\n&#8211; Der Regionalverband S\u00fcdlicher Oberrhein (Planungsverband f\u00fcr vier Kreise von Achern bis s\u00fcdlich von M\u00fcllheim) l\u00e4sst in 2004\/5 unter Leitung der Energieagentur Regio Freiburg eine relativ konkret\u00a0 Umsetzungsorientierte Energie- und Klimaschutzstudie fertigen, die derzeit beste offizielle Initiative auf hiesiger regionaler Ebene.<br \/>\n&#8211; Politik, Kommunen und Energie-Unternehmen starten eine Reihe von Projekten zur tiefen Geothermie, um so k\u00fcnftig Strom und W\u00e4rme zu gewinnen. Auch der fesa e.V. aus Freiburg ist dazu aktiv. Die Hoffnungen werden aber arg ged\u00e4mpft durch ein kleines Basler Erdbeben, ausgel\u00f6st durch Geothermie-Bohrungen in \u00fcber 4 km Tiefe bei vorhandenen Spannungen im Grundgebirge. Derzeit sind nur Anlagen mit wenige Megawatt Strom- und W\u00e4rmeerzeugung in Betrieb bei Soultz-sous-For\u00eat im Unterelsass, bei Bruchsal und in der S\u00fcdpfalz bei Landau.<br \/>\n&#8211; \u00dcber das EU-Programm InterregIIIA sind nach BASE, siehe Ziffer (14), weitere Energieprojekte in die zeitweise F\u00f6rderung gelangt: Das neue BASE-Projekt RegioNER u.a. f\u00fcr Kommunen und Messebeteiligungen sowie das bei Trinationalen Umweltzentrum in Weil am Rhein angesiedelte Projekt Nachhaltiges Planen und Bauen am Oberrhein, u.a. mit einer trinationalen Energiekonferenz in Basel Anfang 2005. Einen auslandsorientierten, trinationalen Aufbau-Studiengang zu Energietechnik, Energieeffizienz, nachhaltiger Energieversorgung von Liegenschaften und Energiemanagement baute das Projekt Rhenergie unter Federf\u00fchrung der Fachhochschule Offenburg auf. Die offizielle, von den Regionalregierungen am s\u00fcdlichen und mittleren Oberrhein getragene Deutsch-Franz\u00f6sisch-Schweizerische <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Oberrheinkonferenz\u00a0 <\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">beschloss im September 2001, sozusagen 25 Jahre zu <\/span>sp\u00e4t, aber immerhin, das Mandat seines Umweltausschusses auszuweiten auf erneuerbare Energien.\u00a0Energie -und Stromeinsparung z.B. oder gar der Atomausstieg blieben dort au\u00dfen vor. In ihrer Resolution\u00a0vom Dezember 2006 will sie als Ziel eine \u201eModellregion&#8220; f\u00fcr die Energiewende und Klimaschutz. Im\u00a0Herbst 2010 wird ein trinationales\u00a0<strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Netzwerk Trion\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">f\u00fcr Energiefac hleute eingerichtet. Dieses scheint aber <\/span>die wesentlichen Punkte der Energiewende im Stromsektor, d.h. massives Stromsparen,\u00a0Blockheizkraftwerke und mehr Strom aus erneuerbaren Energien als Kernpunkte begleitend zum\u00a0Stillegen der Atomkraftwerke, kaum anzufassen, sondern konzentriert sich aufs Bauwesen. Indirekter\u00a0Einflu\u00df der Stromkonzerne auf Trion ist zu erkennen, erstens aufgrund genannter Ausklammerungen,\u00a0zweitens weil enge Interessentenkreise sich f\u00fcr elektrische W\u00e4rmepumpen engagieren.\u00a0Kommentar des Verfassers: Soweit so nett. Etwas Entscheidendes hinsichtlich Atomkraft ist dadurch aber nicht geschehen. Da helfen u.U. nur noch entsprechende und strenge EU-Richtlinien f\u00fcr Energieeinsparung und -effizienz beim Strom sparen sowie f\u00fcr viel mehr Strom aus erneuerbaren Energien und Kraftw\u00e4rmekopplung, die Stillegung der Atomkraftwerke am Ober- und Hochrhein sowie hierf\u00fcr Druck von unten, indem engagierte Bev\u00f6lkerungskreise Einflu\u00df auf die Politik nehmen<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. In <\/span>D\u00e4nemark konnte durch den Umbau der Heizw\u00e4rmeversorgung auf Kraftw\u00e4rmekopplung bzw. Blockheizkraftwerke schon von 1987 bis 1995 die Stromversorgung auf \u00fcber 50 Prozent Strom aus Kraftw\u00e4rmekopplung umgesetzt werden, dies mit Unterst\u00fctzung aus der B\u00fcrgerschaft und durch Gesetz. Auch die Region am s\u00fcdlichen Oberrhein besitzt eine derartige Chance auf teilweise Energieautonomie, zumal sie eine hohen Beitrag der Wasserkraft aus der Region an der Stromversorgung besitzt. Nach Fukushima und dem politischen Machtwechsel in Baden-W\u00fcrttemberg im M\u00e4rz 2011 ist eine neue Lage entstanden:<br \/>\n&#8211; Das Land Baden-W\u00fcrttemberg einschlie\u00dflich ihm unterstelltes Regierungspr\u00e4sidium Freiburg interessieren sich ernsthafter f\u00fcr die Energiewende. Allerdings hat man die Kernpunkte Kraftw\u00e4rmekopplung und Stromsparen bisher noch klein geschrieben bzw. unzureichend erkannt.<br \/>\n&#8211; Das Atomkraftwerk Philippsburg 1 bei Karlsruhe ist stillgelegt, auch die beiden Reaktoren weiter n\u00f6rdlich am Oberrhein in Biblis in Hessen.<br \/>\n&#8211; In Frankreich ist es auf politischer Ebene m\u00f6glich geworden, \u00fcber einen Atomkraftausstieg \u00f6ffentlich nachzudenken, ohne politisch abgestraft zu werden.<br \/>\n&#8211; Die Schweiz hat einen Atomausstieg angek\u00fcndigt, der aber noch weiteren Abstimmungen auch des Volkes unterliegt und in seiner Langsamkeit kaum zu \u00fcbertreffen ist: ein Ausschleichen, was eigentlich Laufzeit-, treffender gesagt Gefahrzeitverl\u00e4ngerungen u.a. mehrerer uralter Reaktoren aus den 1970er Jahren gleichkommt. Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen forderten angesichts der Atomkatastrophe von Fukushima am 12. M\u00e4rz 2011 die\u00a0 <em><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">Landes- und Bundesregierung auf, nun endlich die von den im Bundestag <\/span><\/em>vertretenen Parteien bereits nach der Atomreaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 \u00f6ffentlich\u00a0gegebene Zusage zum Ausstieg aus der Atomenergie nach 25 Jahren zu vollziehen.(\u2026) Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen fordern die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger auf, keine Landtagskandidaten zu\u00a0w\u00e4hlen, welche nun immer noch die Atomenergie protegieren und damit den Lebensraum f\u00fcr Mensch und\u00a0Natur wissentlich gef\u00e4hrden.&#8220; <span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">(Badisch-Els\u00e4ssische 2011).<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>9. Fazit und Ausblick<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">In Marckolsheim und Wyhl und zu Fessenheim haben die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen mit ihrer grenz\u00fcberschreitenden Kooperation Geschichte gemacht<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">. Sie haben im Ringen mit dem <\/span>Staat und den Konzernen ein St\u00fcck k\u00e4mpferischer \u201eDemokratie von unten&#8220; vorgelebt, das weltweite\u00a0Beachtung fand und nicht nur am s\u00fcdlichen Oberrhein viele positive Folgewirkungen zeigt. Ihr teilweise\u00a0sehr erfolgreicher Widerstand gegen Atomkraft und ihr Einsatz f\u00fcr Alternativen ist eng verflochten mit\u00a0weiteren Anti-Atom- und Energie-Initiativen am Oberrhein. Dies wirkte und wirkt weiterhin als Vorbild\u00a0in der Region, in Deutschland und in anderen L\u00e4ndern.\u00a0Einerseits kann zum Beispiel durch einen gro\u00dfen Atomenergieunfall in der trinationalen Region die\u00a0Arbeit der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen in der Region weitgehend vergeblich werden.\u00a0Andererseits aber kann als eine Sp\u00e4tfolge am Oberrhein &#8211; trotz des dortigen gro\u00dfen Entwicklungsdrucks\u00a0auf diese zentrale Region der EU &#8211; immer noch eine <strong><span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">europ\u00e4ische Modellregion f\u00fcr \u00f6kologische <\/span><\/strong>Energie und f\u00fcr die Entwicklung von Nachhaltigkeit\u00a0<span style=\"font-family: Times New Roman; font-size: small;\">entstehen. Daf\u00fcr m\u00fcssen jedoch die technischen, <\/span>geistigen, gesellschaftlichen und politischen Potentiale von der regionalen Politik und den hiesigen\u00a0Institutionen viel intensiver in dieser Richtung genutzt werden. Bei der offiziellen trinationalen\u00a0Oberrheinkonferenz, und beim Oberrheinrat sind hierf\u00fcr bisher nur zarte Ans\u00e4tze erkennbar, umso mehr\u00a0aber bei engagierten Teilen der B\u00fcrgerschaft und des Mittelstands sowie in inzwischen vielen St\u00e4dten\u00a0und D\u00f6rfern. Aus Erfahrung der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen sprechend, wird es n\u00f6tig sein,\u00a0dass aktive Teile der Bev\u00f6lkerung und ihre Vereinigungen die Politik und Wirtschaft weiterhin\u00a0anschieben und selber Verantwortung \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p align=\"left\">Dr.rer.nat. Georg L\u00f6ser, Gundelfingen\/Freiburg i.Br., im April 2002, Februar 2005 und August 2011<\/p>\n<p align=\"left\">Nachbemerkung:<br \/>\nWeil die sehr gro\u00dfe Zahl ber\u00fccksichtigenswerter Dokumente und Ereignisse und intensive eigene Erinnerung an viele aktive Jahre diesen Beitrag sprengen w\u00fcrden, mu\u00df die Darstellung des Themas notwendigerweise unvollst\u00e4ndig, ausgew\u00e4hlt und deswegen unvermeidlich ein St\u00fcck weit subjektiv eingef\u00e4rbt sein.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Anhang 1: Widmung und Danksagung<\/strong><br \/>\nDieser Beitrag ist den Mitstreiterinnen und Mitstreitern der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen gewidmet und allen, die sich f\u00fcr sie und ihre Ziele eingesetzt haben und f\u00fcr sie oder in ihrem Sinne weiterarbeiten. Besonders gedankt sei f\u00fcr freundlichen Rat bzw. \u00d6ffnung der Archive f\u00fcr die Fassung von 2002: Lore Haag (\u2020 2004; Gesch\u00e4ftsstelle der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen, Weisweil), Erhard Schulz (vormals BUND-Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer, seit 2004 im Sprecherkreis der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen), dem Archiv f\u00fcr Soziale Bewegungen in Freiburg, Solange Fernex (\u2020 2007, vorm. MdEP, Alter Alsace Energies, CSFR), Axel Mayer und Jean-Paul Lacote (Aktion Umweltschutz e.V. &#8211; BUND Regionalverband), Dr. Frank Baum (vorm. langj\u00e4hrig aktiv f\u00fcr die VHS Wyhler Wald, B\u00fcrgerinitiative Umweltschutz Staufen). Dem Staatsarchiv Freiburg, insbesondere Dr. Kurt Hochstuhl und Dr. Martin Stingl, sei besonders gedankt f\u00fcr das Aufgreifen des Themas und die Ermutigung (2002), Walter Mossmann (Freiburg i.Br.) f\u00fcr die wertvollen Hinweise (2004) und Willi Baer (Laika-Verlag) f\u00fcr das nachhaltige Interesse an den Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen (2011), meiner Familie aber f\u00fcr die viele Geduld.<\/p>\n<p align=\"left\">Georg L\u00f6ser,\u00a0im April 2002, Februar 2005 und August 2011<\/p>\n<p><strong>Anhang 2: zum Autor<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Dr.rer.nat. Georg L\u00f6ser, Diplomphysiker,<br \/>\nJg. 1948, verheiratet, zwei Kinder. Physikstudium an der TU Clausthal, Universit\u00e4t Freiburg i.Br.<br \/>\n(Diplomphysiker) und University of Pennsylvania in Philadelphia (Fulbright-Stipendium).<br \/>\nGraduiertenstudium Biologie\/Pflanzenphysiologie (Stipendium Evangelische Studienstiftung Villigst) an der Universit\u00e4t Freiburg i.Br. mit Promotion,<br \/>\nSeit 1972 ehrenamtlich aktiv in der B\u00fcrgerbewegung gegen Atomenergienutzung und pro Energiealternativen am s\u00fcdlichen Oberrhein und anderswo: u.a. bei der Hochschulgruppe der Aktion Umweltschutz e.V., Freiburg (1972-1978), als Student bei des ESG Freiburg, bei den Badisch- Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen seit Beginn bis heute. 1978-2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter \/ wiss. Koordinator der BUND-Landesgesch\u00e4ftsstelle in Freiburg i.Br. zu Energie und Umwelt.<br \/>\nMitorganisator der Sasbacher Sonnentage 1976-78 und der \u00d6ko-Messen des BUND Baden-W\u00fcrttemberg bis 2000. 1980-1984 und 1989-2001 gew\u00e4hlter Leiter \/ Co-Leiter des Bundesarbeitskreises Energie sowie gew\u00e4hltes Mitglied \/ stellv. Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND \/ Friends of the Earth Germany); ab 1986 Mitglied der BUNDStrahlenkommission,<br \/>\nSeit 2000 Gr\u00fcnder und Leiter des Stiftungsfonds ECO-Stiftung f\u00fcr Energie-Klima-Umwelt bei der GLSTreuhand e.V., seit 2002 Vorsitzender von ECOtrinova e.V., Freiburg; vorm. Arbeitsgemeinschaft Freiburger Umweltinstitute e.V.,<br \/>\nSeit 2002 freiberuflicher Projektleiter und Autor, leitender Redakteur der ECOtrinova-Nachrichten f\u00fcr ein ECOvalley am Oberrhein, Leiter des Netzwerks \u201eEnergie-3Regio&#8220; seit 2003, der Umweltbibliothek Freiburg (Archiv, seit 2003), 2006 Gr\u00fcnder und Leiter des Samstags-Forums Regio Freiburg kooperativ mit dem u-asta an der Universit\u00e4t Freiburg, Vereinen und Instituten, eine alternative Samstags- Universit\u00e4t und popul\u00e4rwissenschaftliches Wiederaufgreifen der VHS Wyhler Wald,<br \/>\nSeit 1977 Autor zahlreicher Brosch\u00fcren Buch-, Sammelband- und Zeitschriftenbeitr\u00e4ge sowie Informationsbl\u00e4tter zu Energie und Umwelt, u.a.<br \/>\n&#8211; Sonnen-Energie-Fibeln des BUND Baden-W\u00fcrttemberg, Freiburg i.Br., 1977\/78ff,<br \/>\n&#8211; BUND-Energiekonzept, 1983,<br \/>\n&#8211; \u201eDer SuperGAU von Tschernobyl. Konsequenzen f\u00fcr Mensch, Natur und Umweltpolitik&#8220;, 1986, Hrsg.. BUND Baden-W\u00fcrttemberg;<br \/>\n&#8211; \u201eKlimaschutz in St\u00e4dten und Gemeinden &#8211; 41 vorbildliche kommunale Energieprojekte&#8220;, gef\u00f6rdert von Umweltbundesamt , Hrsg. BUND e.V., Bonn, 1992,<br \/>\n&#8211; \u201eGrenz\u00fcberschreitende Kooperation am Oberrhein. Die Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen&#8220;, in &#8211;<br \/>\n\u201eDeutsche und Franzosen im zusammenwachsenden Europa&#8220;. Hrsg. Kurt Hochstuhl, Landesarchivdirektion Baden-W\u00fcrttemberg, Verlag W. Kohlkammer, Stuttgart, 2003,<br \/>\n&#8211; \u201eSonnen-Energie-Wege im Eurodistrikt&#8220;, Hrsg. ECOtrinova e.V., Freiburg i.Br., 2009.<\/p>\n<p align=\"left\">Preise und Ehrungen:<br \/>\n1994 Europ\u00e4ischer Solarpreis (D) von Eurosolar e.V. f\u00fcr privates netzunabh\u00e4ngiges Solar- und Energiesparhaus, 2009 Klaus-Bindner-Zukunftspreis der SolarRegio Kaiserstuhl. Zahlreiche Ehrungen und Preise f\u00fcr initiierte und geleitete Projekte: Samstags-ForumRegio Freiburg (CO2NTRA F\u00f6rderpreis 2006, Aesculap-Umweltpreis 2007, 1. Preis CO2-Sparer Stadt Freiburg, 2008, 2 Preis \u201eEcht gut!<br \/>\nEhrenamt in Baden-W\u00fcrttemberg 2009, 1. Preis Umweltschutz der Stadt Freiburg f\u00fcr Vereine 2011),<br \/>\nSonnen-Energie-Wege: lokaler 1. Preis DM-UNESCO 2011 Ideen-Initiative-Zukunft.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Anhang 3: Quellenverzeichnis und ausgew\u00e4hlte Literaturhinweise<br \/>\n<\/strong>\u00a0Anmerkung zum Titel: Dieses Manuskript ist eine in 2005 und 2011 wesentlich erg\u00e4nzte und aktualisierte Langfassung des Beitrags von Georg L\u00f6ser zum Wissenschaftlichen Kolloquium: \u201eDeutsche und Franzosen im zusammenwachsenden Europa 1945-2000&#8243;, Freiburg i. Br., 12. April 2002, 2003 herausgegeben von Kurt Hochstuhl und der Landesarchivdirektion Baden-W\u00fcrttemberg im Rahmen der Dokumentation obigen Kolloquiums, erschienen beim W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart, 2003<br \/>\nBadisch-Els\u00e4ssische B\u00fcrgerinitiativen 1974 ff: siehe u.a.:<br \/>\n&#8211; die erste (1974), zweite(1976), dritte (1982) und vierte (1991) Erkl\u00e4rung (siehe Text)<br \/>\n&#8211; Wyhl-Buch I, Wyhl-Buch II, siehe dort<br \/>\n&#8211; \u201eWyhl &#8211; ein Jahr danach&#8220;. Hrsg.: AK \u00d6ffentlichkeitsarbeit der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen.<br \/>\n&#8211; Fessenheim-Brosch\u00fcren der B\u00fcrgerinitiativen, siehe Fessenheim 1980 Badisch-Els\u00e4ssische 2011: Presseinformation der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen: Zynische Atoml\u00fcgen m\u00fcssen ein Ende finden! 12. M\u00e4rz 2011<br \/>\nBUND, 1996: \u201eGrenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit von Umweltverb\u00e4nden und B\u00fcrgerinitiativen im Dreyeckland&#8220;. Flugblatt der Aktion Umweltschutz e.V.\/BUND Regionalverband S\u00fcdlicher Oberrhein, ca.1996<\/p>\n<p align=\"left\">ECOtrinova e.V. 2005: Die Unterlagen von CSFR und zu \u201eNeu Fessenheim&#8220; sind enthalten in der Dokumentation des Projekts und Wettbewerbs \u201eNachhaltigkeit rhein\u00fcberschreitend f\u00fcr Energie-Klima und Wasser im Eurodistrikt Region Freiburg \/ Centre et Sud Alsace&#8220; als pdf-Datei bei <a href=\"https:\/\/www.ecotrinova.de\">www.ecotrinova.de<\/a>. Kontakt: ECOtrinova e.V., Freiburg\/Gundelfingen, <a href=\"mailto:ecotrinova@web.de\">ecotrinova@web.de<\/a>\u00a0 und Regiowasser e.V., Freiburg, <a href=\"https:\/\/www.regiowasser.de\">www.regiowasser.de<\/a><br \/>\nFernex, 1975: Fernex, Solange: \u201eNon-violence triumphant&#8220; in: The Ecologist, Dez. 1975, wiedergegeben nach &lt;Jean&gt;, siehe dort<br \/>\nFessenheim 1980a: \u201eFessenheim. Katastrophenplan&#8220; Hrsg. \u201eArbeitsgruppe Katastrophenplan&#8220;, Freiburg i.Br., \u00fcberarb. Auflage, 1980 (1. Auflage 1977)<br \/>\nFessenheim 1980b: \u201eRisse in Fessenheim ?! Dokumente zur Reaktorunsicherheit&#8220;. Hrsg. Arbeitsgruppe<br \/>\nFessenheim der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen, Freiburg i.Br.<br \/>\nF\u00f6rderverein, 2010: Kaiserst\u00fchler Solarzeitung 7\/2010, 6.4.2010, <a href=\"https:\/\/www.solarregio.de\">www.solarregio.de<\/a><br \/>\nGemeinschaftseinspruch von Freiburger Studierenden, 1974: Hans-Dieter St\u00fcrmer et al., Freiburg, 1974, dort S. 47 &#8211; 52<br \/>\nGladitz, 1976: Gladitz, Nina (Hrsg.): \u201eLieber heute aktiv als morgen radioaktiv. Wyhl: Bauern erz\u00e4hlen.<br \/>\nWarum Kernkraftwerke sch\u00e4dlich sind. Wie man eine B\u00fcrgerinitiative macht. Und wie man sich dabei vr\u00e4ndert.&#8220; Verlag Klaus Wagenbach, Berlin, 1976<br \/>\nJean, 1976: &gt;Jean&lt;: \u201eElsass: Kolonie in Europa&#8220;. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin, 1976 Heitersheim 75: \u201eKein Plutonium nach Heitersheim&#8220;. Brosch\u00fcre des Arbeitskreises Umweltschutz an der Universit\u00e4t Freiburg, Mai 1975<br \/>\nIndustrieansiedlung 1974. \u201eIndustrienansiedlung im s\u00fcdlichen Oberheintal. Die Katastrophe vermeiden&#8220;. Studie der AG S\u00fcdlicher Oberrhein der Jungsozialisten Breisgau-Hochschwarzwald, August 1974<br \/>\nKaiseraugst, 1975: \u201eKaiseraugst. Chronologie. Hrsg. Gewaltfreie Aktion Kaiseraugst GAK, Liestal 36<br \/>\nKaiseraugst, 1982: in Wyhl-Buch II, S. 95-97, 1982<br \/>\nKaiseraugst, 1984: \u201eBasel gegen KKW Kaiseraugst&#8220;. Brosch\u00fcre. Hrsg. Kanton Basel Stadt, Juli 1984<br \/>\nL\u00f6ser, 2002: Georg L\u00f6ser. Eine pers\u00f6nliche Anmerkung: Nach meinem Vortrag beim deutschfranz\u00f6sischen<br \/>\nKolloquium in der Universit\u00e4t Freiburg am 12.4.2002 kam der fr\u00fchere Freiburg MdB Dr.<br \/>\nConrad Schr\u00f6der (CDU) auf mich zu und sagte \u201eSo sehen wir das auch&#8220;. Mit \u201ewir&#8220; meinte er auch den franz\u00f6sischen Senator und fr\u00fcheren Minister Daniel Hoeffel, seinen els\u00e4ssischen Freund, der dem Vortrag ebenfalls beiwohnte.<br \/>\nMossmann, 2004: Walter Mossmann, Freiburg i.Br., verdanken wir im Nachgang der Erstfassung dieser Dokumentation von 2002\/3 einige wichtige Hinweise und Pr\u00e4zisierungen, die hier gern in enger Anlehnung an Mossmanns Darlegungen eingearbeitet oder zitiert (&lt;\u2026&gt;) sind.<br \/>\nMossmann, 2004 a: Dazu ist bei Rowohlt 1978\/1980 ein Kapitel erschienen im Buch \u00abMo\u00dfmann \/ Schleuning, Alte und neue politische Lieder, Seite S.17 &#8211; 81\u00bb. Auflage 30.000, vergriffen, steht in Universit\u00e4tsbibliotheken<br \/>\nMutz, 2002: Mutz, Mathias: Die \u201eVolkshochschul\u00b4 f\u00fcrs Volksgewuhl&#8220;. Zur Bedeutung der \u201eVolkshochschule Wyhler Wald&#8220; f\u00fcr den Widerstand gegen das Kernkraftwerk Wyhl und dar\u00fcber hinaus. Seminararbeit an der Universit\u00e4t Freiburg i.Br., Hauptseminar Umwelt und Politik in der Bundesrepublik.<br \/>\nNeue und Neueste Geschichte. 2002<br \/>\nSternstein, 1976: in Wyhl-Buch I, siehe dort<br \/>\nSternstein, 1978: Sternstein, Wolfgang: \u201e\u00dcberall ist Wyhl: B\u00fcrgerinitiativen gegen Atomanlagen. Aus der Arbeit eines Aktionsforschers&#8220;. Haag und Herchen Verlag, Frankfurt\/M. 1978; ISBN 3-88129-177-6<br \/>\nStiftung, 2005: Konto: An GLS Treuhand e.V, Konto-Nr. 103.700.800 bei der GLS Gemeinschaftsbank eG, Bochum, (BLZ 430.609.67) mit dem Verwendungszweck &#8222;Stiftungsfonds der Badisch-Els\u00e4ssischen B\u00fcrgerinitiativen&#8220;. Kontakt: Badisch-Els\u00e4ssische B\u00fcrgerinitiativen, c\/o Erhard Schulz, Mitglied im Sprecherkreis, Kandelstr. 51, D-79312 Emmendingen.<br \/>\n\u201eS\u2019Weschpen\u00e4scht \u2013 die Chronik von Wyhl&#8220;, 1982: 105 Min. F.- S\/W, U-Matic, Medienwerkstatt Freiburg, 1982 \u2013 mit Didi Danquart und Bertram Rotermund, Musik: Salpeterer (Schalmeienmotiv) und Roland Kirk (Wespenmotiv)<br \/>\nTRAS 2011: TRAS \/ ATPN, Trinationaler Atomschutzverband, Basel, Medienmitteilung vom 21. M\u00e4rz\u00a0 2011: TRAS geht in Berufung f\u00fcr Stilllegung von Fessenheim. <a href=\"https:\/\/www.atomschutzverband.ch\">www.atomschutzverband.ch<\/a><br \/>\nW\u00fcstenhagen 1975: W\u00fcstenhagen, Hans-Helmut: \u201eB\u00fcrger gegen Kernkraftwerke. Wyhl &#8211; der Anfang?&#8220; rororo aktuell 1949. Rowohlt, Reinbek, 1975.<br \/>\nWyhl-Buch I, 1976: &#8222;Wyhl &#8211; Betroffene B\u00fcrger berichten&#8220;, inform Verlag, Freiburg 1976, 304 S., ISBN 3-921472-01-6<br \/>\nWyhl-Buch II, 1982: &#8222;Wyhl &#8211; der Widerstand geht weiter&#8220;, 262 S., zahlr. Abb., Dreisam Verlag, Freiburg i.Br., 1982, herausgegeben mit Unterst\u00fctzung des BUND Landesverbandes Baden-W\u00fcrttemberg. Mit separater Anhangsbrosch\u00fcre: B\u00fcchele, Christoph (Hrsg): \u201eDas Mannheimer Urteil. Inhalt &#8211; Tendenz &#8211; Kritik&#8220;, 1982. ISBN 3-921472-30-X<\/p>\n<p><strong>Anhang 4: Abbildungen der Pr\u00e4sentation vom 12.4.2002 und sp\u00e4tere Abbildungen<\/strong><\/p>\n<p>\u00a9 Dr. Georg L\u00f6ser, Weiherweg 4B, D-79194 Gundelfingen, im April 2002<br \/>\nglp052-fpc\/Ver\u00f6ff\/BEBILFE6.rtf =Badisch-Elss-Bis-Koll-2002-Langfassung endg 23.06.2002, korr. 040825<br \/>\naktueller Stand: 28.8.2011<\/p>\n<p align=\"left\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Engagement &gt;Buergerinitiativen &gt;Badisch-Elsaessische &gt;Badisch-Elsaessische-Buergerinitiativen Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0Klicken\u00a0oder scrollen Wyhl-Demo 50 Jahre 1975-2025\u00a0(4.11.2025) Wyhl und die Linken: Film \u201eGeschichten aus dem Wyhler Wald\u201c\u00a0(25.10.2025) Marckolsheim-Protest 1975: Dialekt-Bericht im franz\u00f6sischen Fernsehen auf YouTube (28.4.2025) Axel Mayer: R\u00fcckblick AKW\/Klima &#8211; Vor &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/badisch-elsaessische-buergerinitiativen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":2329,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-6965","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6965","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6965"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6965\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":141126,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6965\/revisions\/141126"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2329"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6965"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}