{"id":68970,"date":"2018-11-19T16:53:21","date_gmt":"2018-11-19T15:53:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=68970"},"modified":"2021-07-06T18:28:56","modified_gmt":"2021-07-06T16:28:56","slug":"praegung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/praegung\/","title":{"rendered":"Praegung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Bildung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/\">Bildung<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Kinder\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/\">Kinder<\/a> &gt;<a title=\"Erziehungsberatung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/erziehungsberatung\/\">Erziehungsberatung<\/a> &gt;Praegung<\/p>\n<div id=\"attachment_68972\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/praegung\/herbstlaub-pan181112-pan\/\" rel=\"attachment wp-att-68972\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-68972\" class=\"size-full wp-image-68972\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/herbstlaub-pan181112-pan.jpg\" alt=\"Herbstlaub im Oktober 2018 - Oma und Enkel bei der Arbeit\" width=\"639\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/herbstlaub-pan181112-pan.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/herbstlaub-pan181112-pan-180x89.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-68972\" class=\"wp-caption-text\">Herbstlaub im Oktober 2018 &#8211; Oma und Enkel bei der Arbeit<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/kinderschutz\/\">Transgender-Ideologie bedroht Jugend: Kinderschutz erforderlich<\/a>\u00a0(6.7.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/\">Prof H\u00fcther: Was die Corona-Massnahmen mit unseren Kindern machen<\/a>\u00a0(19.12.2020)<\/li>\n<li><a title=\"Sexualisierung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/sexualisierung\/\">Fr\u00fckindliche Sexualerziehung: Kinderrechte ins Grundgesetz \u2013 Elternrechte an den Staat?<\/a> (8.1.2020)<\/li>\n<li><a title=\"Erziehung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/erziehung\/\">Die Vereinnahmung der Kindheit durch die Kultur der Toleranz<\/a>\u00a0(8.8.2019)<\/li>\n<li>Warum ignorieren wir bei Migranten die Rolle kindlicher Pr\u00e4gung? (18.11.2018)<\/li>\n<li><strong>Der Weg ist vorgezeichnet &#8211; Was H\u00e4nschen nicht lernt, lernt Hans oft nur schwer \/16.7.2006)<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><a title=\"Alleinerziehend\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/familie\/alleinerziehend\/\">Allenerziehend<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/baby.htm\">Baby \u2013 Windeldienst \u2013 Sitting<\/a>\u00a0&gt;Baby<\/li>\n<li><a title=\"Elternunterhalt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/familie\/elternunterhalt\/\">Elternunterhalt<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Erziehung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/erziehung\/\">Erziehung<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Kinderehe\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/kinderehe\/\">Kinderehe<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Kindergarten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/kindergarten\/\">Kinderg\u00e4rten und Kitas<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Kinderrechte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/kinderrechte\/\">Kinderrechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/kinderschutz\/\">Kinderschutz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/kinder.htm\">Kinder-Selbsthilfegruppen<\/a>\u00a0&gt;freiburg-schwarzwald.de\/kinder<\/li>\n<li><a title=\"Migration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/\">Migration<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Paedophilie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/krise\/sexuellermissbrauch\/paedophilie\/\">P\u00e4dophilie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/selbsthilfegruppen\/index.htm\">Selbsthilfegruppen-Schwarzwald.de\u00a0 \u2013\u00a0 eine Datenbank<\/a>\u00a0&gt;Selbsthilfegruppen<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/kinderlos.htm\">Kinderlosigkeit bei uns<\/a>\u00a0&gt;Kinderlos<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/maerchen.htm\">M\u00e4rchenerz\u00e4hler<\/a>\u00a0&gt;Maerchen<\/li>\n<li><a title=\"Scheidungskinder\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/scheidungskinder\/\">Scheidungskinder<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Sexualisierung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/sexualisierung\/\">Sexualisierung<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Sozialisation\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/jugend\/sozialisation\/\">Sozialisation<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Bildung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/\">Zur Bildung-Seite<\/a><\/li>\n<li><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Warum ignorieren wir bei Migranten die Rolle kindlicher Pr\u00e4gung?<\/strong><br \/>\nVor kurzem war allgemein bekannt, wie fr\u00fche Pr\u00e4gung den Menschen f\u00fcrs Leben, eben: pr\u00e4gt. Wenn heute junge M\u00e4nner (als <a title=\"Migration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/\">sog. Fl\u00fcchtlinge<\/a>) aus Krisenzonen einwandern, gilt das angeblich nicht mehr? Sind die nicht \u00bbgepr\u00e4gt\u00ab? &#8230;<br \/>\nWissenschaftler (und Globalisten\/Linke im Hinblick auf die <em>eigenen<\/em> Kinder) sind sich einig, dass fr\u00fche Pr\u00e4gung ganz wesentlich den sp\u00e4teren Lebensweg bestimmt. Was junge M\u00e4nner aus anderen Kulturen angeht, tut man, als spiele fr\u00fche Pr\u00e4gung keine wichtige Rolle.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n\u00bbPr\u00e4gung nennt man in der Verhaltensbiologie eine irreversible Form des Lernens\u00ab beginnt heute (am 18.11.2018) der deutsche Wikipedia-Artikel zur Pr\u00e4gung \u2013 wann wird er <a title=\"Political-Correctness\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/political-correctness\/\">politisch korrekt<\/a> in politisch korrekte Gegenteilwahrheit umgekehrt?<br \/>\nDie neue, postfaktische Wahrheit sollte sein: \u00bbPr\u00e4gung, wie auch das Geschlecht, sind jederzeit frei w\u00e4hlbar; Wissenschaft, die etwas anderes feststellt, ist rechtspopulistische FakeNews.\u00ab<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDie Realit\u00e4t ist, dass fr\u00fche Entwicklungen uns pr\u00e4gen. Sicher, eingebettet in gro\u00dfen Gruppen k\u00f6nnen einzelne Menschen ihre Pr\u00e4gung unterdr\u00fccken und die n\u00e4chste Generation kann \u2013 wenn die Eltern sich aktiv darum bem\u00fchen! \u2013 bereits \u00bbwestlich\u00ab gepr\u00e4gt sein. Zwei und zwei ist nicht f\u00fcnf, egal wie oft Merkel oder das GEZ-TV es uns einbl\u00e4uen. Die Bedeutung kindlicher Pr\u00e4gung ist nicht pl\u00f6tzlich aufgehoben, nur weil Globalisten beschlossen haben, <a title=\"Migration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/\">Migration<\/a> zu pushen.<br \/>\n&#8230; Alles von Dushan Wegner vom 18.11.2018 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dushanwegner.com\/praegung\/?mc_cid=e7040b3e37&amp;mc_eid=d266be022a\">https:\/\/dushanwegner.com\/praegung\/?mc_cid=e7040b3e37&amp;mc_eid=d266be022a<br \/>\n<\/a>\u00a0.<\/p>\n<p><strong>Der Weg ist vorgezeichnet &#8211; Was H\u00e4nschen nicht lernt, lernt Hans oft nur schwer<\/strong><br \/>\nEin Gespr\u00e4ch mit dem W\u00fcrzburger Psychologen Wolfgang Schneider<br \/>\nVon Martin Spiewak<br \/>\nZwanzig Jahre lang beobachteten Forscher die Entwicklung von 200 Kindern. Ihre weltweit einzigartige Studie nannten sie Logik \u2013 Longitudinalstudie zur Genese individueller Kompetenzen. Die Mammutuntersuchung begann am Max-Planck-Institut f\u00fcr psychologische Forschung in M\u00fcnchen und wurde sp\u00e4ter unter der Leitung von Wolfgang Schneider von der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg fortgef\u00fchrt. Bis zu dreimal im Jahr wurden die Kinder in mehrst\u00fcndigen Tests untersucht. Die Forscher befragten auch Eltern und Freunde. Um die Kinder bei der Stange zu halten, mussten sich die Forscher einiges einfallen lassen. Einmal erhielten alle Teilnehmer als Belohnung einen Drachen \u2013 Schneider hatte ihn pers\u00f6nlich ausgesucht und getestet.<br \/>\n.<br \/>\nDIE ZEIT: Welche Erkenntnis hat Sie am meisten \u00fcberrascht? Mehr als erwartet wird in der Entwicklung von Kindern sehr fr\u00fch festgelegt<br \/>\nWolfgang Schneider: Wir h\u00e4tten nicht erwartet, dass so viel in der Entwicklung bereits sehr fr\u00fch festgelegt ist. Wir haben die intellektuellen F\u00e4higkeiten der Kinder ebenso untersucht wie ihr soziales Verhalten, haben die Feinmotorik gepr\u00fcft und nach dem Moralverst\u00e4ndnis gefragt. Und \u00fcber fast alle Pers\u00f6nlichkeitsbereiche hinweg stellte sich heraus, dass die Unterschiede zwischen den Kindern, die wir mit 3 oder 4 Jahren gemessen haben, mit 23 Jahren immer noch weitgehend bestanden.<br \/>\nZEIT: Die Menschen hatten sich nicht ver\u00e4ndert?<br \/>\nSchneider: Ver\u00e4ndert hatten sie sich ihrem Alter entsprechend nat\u00fcrlich alle: Jedes Kind hatte mit acht Jahren ein gr\u00f6\u00dferes Sprachverm\u00f6gen als mit f\u00fcnf. Betrachtet man jedoch, wie sich die Kinder \u00fcber die Jahre im Vergleich zueinander verhalten, gibt es erstaunliche Kontinuit\u00e4ten. So zeigen jene, die bereits fr\u00fch als aggressiv auffielen, auch als Erwachsene soziale Auff\u00e4lligkeiten. Sie sind h\u00e4ufiger straff\u00e4llig oder nehmen vermehrt Drogen, und zwar unabh\u00e4ngig von ihrer sozialen Herkunft. Das Gleiche gilt f\u00fcr die intellektuelle und die moralische Entwicklung.<br \/>\nZEIT: Ab wann sind die Unterschiede stabil?<br \/>\nSchneider: Die intellektuellen F\u00e4higkeiten sp\u00e4testens mit Beginn der Grundschule. Aber selbst einige Vierj\u00e4hrige zeigen eine enorme Ged\u00e4chtnisf\u00e4higkeit, die sich \u00fcber die Jahre erh\u00e4lt. So k\u00f6nnen sie Geschichten in einer Detailtreue nacherz\u00e4hlen, die andere Kinder erst mit sieben oder acht Jahren erreichen, \u00fcbrigens unabh\u00e4ngig von der Intelligenz.<br \/>\nZEIT: Was hei\u00dft das?<br \/>\nSchneider: Es ist ja in der Wissenschaft umstritten, ob es eine allgemeine Intelligenz gibt oder spezielle Teilf\u00e4higkeiten existieren, also die Frage: Sind Menschen mit hohem Intelligenzquotienten in allen intellektuellen Bereichen besser als andere mit geringerem IQ? Unsere Daten sprechen eher dagegen. Wir stellen fest, dass es durchaus Menschen mit einem durchschnittlichen IQ gibt, die \u00fcberdurchschnittliche mathematische F\u00e4higkeiten haben.<br \/>\nZEIT: Die Kontinuit\u00e4t wirkt sich \u00fcber die Pubert\u00e4t aus. Ist sie keine Bruchphase?<br \/>\nSchneider: Richtig. Man kann das Ende der Adoleszenz, zugespitzt formuliert, in vielen Bereichen schon als den H\u00f6hepunkt in der Entwicklung eines Menschen bezeichnen. Gerade im Denk- oder Ged\u00e4chtnisverm\u00f6gen gab es danach bei allen Probanden nur noch minimale Fortschritte.<br \/>\nZEIT: Und auf anderen Feldern?<br \/>\nSchneider: Die gr\u00f6\u00dften Ver\u00e4nderungen stellen wir bei der Pers\u00f6nlichkeit fest. Sch\u00fcchterne Kinder zum Beispiel, die wir zu Beginn kaum dazu bringen konnten, an der Studie teilzunehmen, verlieren ihre soziale \u00c4ngstlichkeit \u00fcber die Jahre. Aber ansonsten tut sich zwischen 16 und 23 Jahren erstaunlich wenig. Wir dachten, da ver\u00e4ndert sich mehr.<br \/>\nZEIT: Wo zum Beispiel?<br \/>\nSchneider: Etwa in der Moralentwicklung. Da unterscheidet man zwei Dinge: das Wissen um Regeln und die innere Motivation, nach ihnen zu handeln. Wann wissen Kinder also, dass man eine Schokolade nicht stehlen darf? Und wie lange sagen sie: Der Dieb f\u00fchlt sich aber dennoch gut? In den Lehrb\u00fcchern steht, dass beides \u2013 Regelwissen und Regelmotivation \u2013 gleichzeitig w\u00e4chst. Die Annahme hat sich aber so nicht ganz best\u00e4tigt. Bei allen Kindern steigt zwar die Kenntnis \u00fcber das, was erlaubt ist und was nicht. Auch w\u00e4chst die moralische Motivation, die Normen nicht zu \u00fcbertreten. Bei einer nicht kleinen Gruppe von Kindern entwickelt sie sich im Zeitraum zwischen 8 und 17 Jahren nicht weiter, sie sinkt sogar.<br \/>\nZEIT: Wer als Dreij\u00e4hriger Kl\u00f6tzchen stiehlt, klaut als Erwachsener Autos?<br \/>\nSchneider: Das ist etwas simpel. Es gibt jedoch bei Kindern mit allgemein niedriger moralischer Motivation tats\u00e4chlich eine h\u00f6here Delinquenz im Erwachsenenalter. \u00dcbrigens zeigen sich bei den Moralvorstellungen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Wenn wir fragen, wer bei moralischen Konflikten auch pers\u00f6nliche Belastungen in Kauf nimmt, um gem\u00e4\u00df den Normen zu handeln, zeigen circa 60 Prozent der jungen Frauen eine hohe moralische Motivation, aber nur rund 35 Prozent der jungen M\u00e4nner.<br \/>\nZEIT: Worin haben sich Jungen und M\u00e4dchen sonst noch klar unterschieden?<br \/>\nSchneider: Deutliche Differenzen gab es bei der Motorik: Bei den M\u00e4dchen verbessert sich hier im Schnitt zwischen 13 und 23 Jahren kaum etwas. Bei der Intelligenz gab es keine Auff\u00e4lligkeiten, sehr wohl aber bei der Selbsteinsch\u00e4tzung, was man kann und was nicht. Gerade in den Naturwissenschaften sch\u00e4tzen sich die M\u00e4dchen schlechter ein, als sie tats\u00e4chlich sind. Das passiert Jungen nicht. F\u00fcr die sp\u00e4tere Berufswahl hat das eventuell fatale Folgen, weil M\u00e4dchen dann in den naturwissenschaftlich-technischen Berufen fehlen. Irgendetwas l\u00e4uft da schief in Schule und Elternhaus.<br \/>\nZEIT: Wo wirken sich \u00e4u\u00dfere Faktoren \u00fcberhaupt auf die Kinder aus?<br \/>\nSchneider: Am st\u00e4rksten im Pers\u00f6nlichkeitsbereich. Hier k\u00f6nnen Krisen, wie Scheidung oder der Tod naher Verwandter, zu erheblichen Schwankungen des Pers\u00f6nlichkeitsprofils f\u00fchren. Wobei \u2013 nicht \u00fcberraschend \u2013 der Einfluss des Elternhauses mit wachsendem Alter nachl\u00e4sst. Immer wichtiger werden dagegen die gleichaltrigen Freunde. Erstaunt hat uns eher, dass es Kinder gab, die sehr stark von den Schicksalsschl\u00e4gen aus der Bahn geworfen werden, w\u00e4hrend sich andere unter gleichen Bedingungen fast als unverwundbar zeigen. Unsere Daten deuten daraufhin, dass Kinder, die eher extrovertiert sind \u2013 die Wissenschaft bezeichnet sie als Undercontroller \u2013, hier die meisten Probleme haben.<br \/>\nZEIT: Es scheint, dass Ihre Befunde den gro\u00dfen genetischen Einfluss belegen: Sind Kinder, wie sie sind, und bleiben sie auch so?<br \/>\nSchneider: Das sehe ich anders. In der Gesamtschau der Studie lautet die wichtigste Schlussfolgerung: Wir m\u00fcssen die fr\u00fche Phase des Lebens sehr viel ernster nehmen. Die Jahre vor der Schule sind die pr\u00e4gendsten f\u00fcr die Entwicklung eines Menschen. Hier m\u00fcssen wir Defizite erkennen, hier muss F\u00f6rderung einsetzen. Geschieht das nicht, scheinen die Pfade des Lebens ziemlich vorbestimmt. Bei der Rechtschreibung zeigt sich das besonders.<br \/>\nZEIT: Bei der Rechtschreibung?<br \/>\nSchneider: Wir haben die Kinder von der Einschulung an Diktate schreiben lassen. Die Ergebnisse waren faszinierend. Obwohl die Kinder auf unterschiedliche Schulen gehen, unterschiedliche Lehrer haben, ver\u00e4nderten sich die Unterschiede in den Rechtschreibkompetenzen so gut wie gar nicht. Wer mit sieben Jahren mehr Fehler als die anderen machte, machte auch mit 23 noch mehr Fehler. Ohnehin wurden auch im Erwachsenenalter noch sehr viele Rechtschreibfehler gemacht.<br \/>\nZEIT: Bei allen Probanden?<br \/>\nSchneider: Ja, wir haben f\u00fcr die Jugendlichen ein Diktat aus den sechziger Jahren genommen. W\u00fcrde man das Rechtschreibniveau der Sch\u00fcler von damals zum Ma\u00dfstab nehmen, w\u00e4ren drei Viertel der heutigen Kinder Legastheniker. Wir f\u00fchren das auf den Unterricht zur\u00fcck, der heute auf Rechtschreibung weniger Wert legt.<br \/>\nZEIT: Qualit\u00e4t im Unterricht wirkt sich also aus?<br \/>\nSchneider: In jedem Fall, und zwar aus zwei Gr\u00fcnden. Was ein Mensch kann, h\u00e4ngt von der Intelligenz ab, jedoch ebenso vom Wissen, das er etwa durch guten Unterricht oder eigenes \u00dcben erwirbt. Letzteres wird mit zunehmendem Alter sogar wichtiger. So k\u00f6nnen wir die mathematische Kompetenz eines Grundsch\u00fclers noch relativ gut mit einem zu Schulbeginn erhobenen Intelligenztest vorhersagen, im Jugendalter ist dies l\u00e4ngst nicht mehr so gut m\u00f6glich. Da spielt dann das Wissen, auf das man mit den Jahren immer wieder neues Wissen aufbaut, die entscheidende Rolle.<br \/>\nZEIT: Und der zweite Grund?<br \/>\nSchneider: Wichtig ist es, m\u00f6glichst viele Kinder auf ein bestimmtes Leistungsniveau zu heben. Damit haben wir ja gerade in Deutschland \u2013 wie wir seit Pisa wissen \u2013 gro\u00dfe Probleme. Die Basis an Grundf\u00e4higkeiten l\u00e4sst sich besonders gut in den ersten Jahren legen. Da m\u00fcssen wir ansetzen.<\/p>\n<p>Die Fragen stellte Martin Spiewak<br \/>\nAlles vom 16.7.2006 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2006\/29\/B-Logik-Interview\/komplettansicht\">https:\/\/www.zeit.de\/2006\/29\/B-Logik-Interview\/komplettansicht<br \/>\n<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Fr\u00fchkindliche F\u00f6rderung kann man schwer institutionalisieren<\/strong><br \/>\nDer Artikel stammt von einem Reformp\u00e4dagogen. Die entscheidende Pr\u00e4gung findet im Elternhaus statt. Erg\u00e4nzend ist anzumerken: das gilt auch in L\u00e4ndern wie Frankreich, die eine sehr intensive staatliche Fr\u00fchf\u00f6rderung betreiben. Soweit wir es nicht mit Vererbung zu tun haben, ist offenbar die Kleinstkindphase, die ganz fr\u00fchkindliche Pr\u00e4gung entscheidend. P\u00e4dagogen und Utopisten m\u00f6gen es ungern h\u00f6ren, aber der Einfluss der Gesellschaft auf diese Dinge ist ziemlich begrenzt.<br \/>\nFr\u00fchkindliche F\u00f6rderung kann man schwer institutionalisieren; Kleinkinder brauchen eine vertraute Bezugsperson um f\u00fcr das Lernen \u00fcberhaupt bereit zu sein. Aber es ist leider sehr oft der Fall, dass Eltern ihre Kinder untersch\u00e4tzen oder intellektuell vernachl\u00e4ssigen, im Extremfall von ihnen \u00fcberfordert sind. Hier sollte der Staat Anlaufposten geben, Hinweise, Lehrg\u00e4nge, Unterst\u00fctzung. Allein das zwei- oder dreisprachige Aufwachsen ist f\u00fcr die gesamte Intellektuelle Entwicklung eines Kindes von unsch\u00e4tzbarem Wert, genau wie fr\u00fche musikalische Erziehung und kreative Auseinandersetzung mit logischen Problemen.<br \/>\nDas Problem hierbei: oft sind die Eltern zu wenig gebildet um den Kindern das zu vermitteln, was sie lernen k\u00f6nnten. Niemand gibt das gern von sich zu, seinem Kind intellektuell nicht gewachsen zu sein, es ist aber oft traurige Wahrheit. Hier institutionell einzugreifen w\u00fcrde viele Eltern empfindlich treffen; es ist eben doch leider so dass, wer aus ungebildeten Verh\u00e4ltnissen kommt, nicht dieselben Chancen hat wie der, der aus gebildetem Umfeld kommt.<br \/>\n.<br \/>\nDie eigentliche Katastrophe &#8211; denn hier k\u00f6nnte etwas passieren &#8211; ist aber die Schule. Sie hackt auf den Schw\u00e4chen der Sch\u00fcler herum, demotiviert sie sich selbstst\u00e4ndig zu bilden und geht bei den Versuchen, Stoff zu vermitteln auch noch weit an den biologischen und psychologischen Bed\u00fcrfnissen der Kinder vorbei. Allein 45 Minuten Frontalunterricht sind selbst f\u00fcr einen Erwachsenen nicht mit voller Konzentration zu bew\u00e4ltigen. Auch reichen h\u00f6chstens 15min\u00fctige Pausen keines falls zur Regeneration. Das sind biologische Wahrheiten, die von aufgeschlossenen Lehrern zum Teil im Biologieunterricht als Stoff vermittelt werden, im 45-Minuten-Takt, versteht sich.<br \/>\nWenn sich die Schule nicht grunds\u00e4tzlich \u00e4ndert, dann machen Ganztagsschulkonzepte die bildungsm\u00e4\u00dfigen Defizite nur noch schlimmer. Kaum ein Sch\u00fcler hat ein emotional positives Verh\u00e4ltnis zur Schule an sich, und so wird der emotionale Zustand, der Bildung beg\u00fcnstigt, in den Schulr\u00e4umen und unter schulischen Umst\u00e4nden sehr schwer zu erreichen sein. Nicht selten ist es so, dass Sch\u00fcler in der Schule komplett absacken w\u00e4hrend sie au\u00dferschulisch &#8211; z.B. in der Musikschule oder im Sportverein &#8211; aufbl\u00fchen und H\u00f6chstleistungen vollbringen. Ganztagsschulen k\u00f6nnen nur soziale, nicht aber Bildungsdefizite ausb\u00fcgeln. Sie bek\u00e4mpfen Symptome statt Ursachen.<br \/>\nEs gibt Pilotprojekte. Schulen komplett ohne Zwang. Und nein, die unter Konservativen weit verbreitete Furcht, diese Sch\u00fcler w\u00fcrden bildungsfrei vor sich hin vegetieren und nebenbei noch moralisch versiffen, best\u00e4tigt sich nicht. Sch\u00fcler solcher Schulen erreichen &#8211; trotz Benachteiligung im System &#8211; \u00fcberdurchschnittliche Leistungen auf allen m\u00f6glichen Gebieten. Und, sie haben den Ehrgeiz, und vor allem auch die F\u00e4higkeit, sich auch nach der Schule selbst weiter zu bilden. Das hat leider ein Gro\u00dfteil unserer Bev\u00f6lkerung nicht. Und die Kinder dieses Gro\u00dfteils werden nie ihr Potenzial erreichen.<br \/>\nBildung ist eben keine Nebensache, die man mit ein bisschen Populismus und Ideologie abtun kann. Bildung ist das Fundament der Gesellschaft, und wir gehen str\u00e4flich damit um.<br \/>\n16.7.2018, KST, ZO<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Bildung\u00a0&gt;Kinder &gt;Erziehungsberatung &gt;Praegung &nbsp; Transgender-Ideologie bedroht Jugend: Kinderschutz erforderlich\u00a0(6.7.2021) Prof H\u00fcther: Was die Corona-Massnahmen mit unseren Kindern machen\u00a0(19.12.2020) Fr\u00fckindliche Sexualerziehung: Kinderrechte ins Grundgesetz \u2013 Elternrechte an den Staat? 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