{"id":67910,"date":"2018-08-19T18:14:32","date_gmt":"2018-08-19T16:14:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=67910"},"modified":"2023-05-24T21:14:19","modified_gmt":"2023-05-24T19:14:19","slug":"weide","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/weide\/","title":{"rendered":"Weide"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Natur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/\">Natur<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Landwirt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/\">Landwirt<\/a>\u00a0&gt;Weide<\/p>\n<div id=\"attachment_67767\" style=\"width: 648px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/faschismus\/dreisam-hitze-baden-pan20180720\/\" rel=\"attachment wp-att-67767\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-67767\" class=\"size-full wp-image-67767\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/dreisam-hitze-baden-pan20180720.jpg\" alt=\"Sommerhitze Juli 2018 - Wenig Wasser zum Baden in der Dreisam\" width=\"638\" height=\"272\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/dreisam-hitze-baden-pan20180720.jpg 638w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/dreisam-hitze-baden-pan20180720-180x76.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-67767\" class=\"wp-caption-text\">Sommerhitze Juli 2018 &#8211; Wenig Wasser zum Baden in der Dreisam<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tourismus\/gastro\/huetten\/kaelbelescheuer\/\">K\u00e4lbelescheuer \u2013 Historische Rinderweide oberhalb M\u00fcnstertal<\/a>\u00a0(21.5.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wasser\/trockenheit\/\">Weidetieren in der Region rund um Freiburg geht das Futter aus<\/a>\u00a0(16.8.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/milch\/\">Christenmartinshof: Michviehwirtschaft \u2013 Laufstall \u2013 Geschichte<\/a>\u00a0(27.11.2021)<\/li>\n<li>Allmende &#8211; Weiden, die keinem und allen geh\u00f6ren (14.8.2021)<\/li>\n<li>Wilde Wald-Weiden am Taubergie\u00dfen \u2013 innovativer Waldnaturschutz? (16.12.2018)<\/li>\n<li>Weide 4.0<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><a title=\"Bergbauern\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bergbauern\/\">Bergbauern und Landwirtschaft<\/a>\u00a0&gt;Bergbauern<\/li>\n<li><a title=\"Erntehelfer\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/erntehelfer\/\">Ernten und Erntehelfer<\/a>\u00a0&gt;Erntehelfer<\/li>\n<li><a title=\"Erzeugergemeinschaft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/erzeugergemeinschaft\/\">Erzeugergemeinschaft<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Schwarzwaldbauern\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/schwarzwaldbauern\/\">Forum Pro Schwarzwaldbauern<\/a>\u00a0&gt;Schwarzwaldbauern<\/li>\n<li><a title=\"Gaertnerei\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/gaertnerei\/\">G\u00e4rtnereien<\/a>\u00a0&gt;Gaertnerei<\/li>\n<li><a title=\"Garten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/garten\/\">Garten<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Getreide\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/ernaehrung\/getreide\/\">Getreide \u2013 Getreidebau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tourismus\/gastro\/huetten\/kaelbelescheuer\/\">K\u00e4lbelescheuer M\u00fcnstertal<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Kleinbauern\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/kleinbauern\/\">Kleinbauern<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Laendlicher-Raum\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/laendlicher-raum\/\">L\u00e4ndlicher Raum<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Landfrauen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/landfrauen\/\">Landfrauen \u2013 Dorfhelferinnen<\/a>\u00a0&gt;Landfrauen<\/li>\n<li><a title=\"Landgrabbing\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/landgrabbing\/\">Landgrabbing<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Landschaft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landschaft\/\">Landschaft<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Milch\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/milch\/\">Milch<\/a><\/li>\n<li><a title=\"NSG\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/naturschutz\/nsg\/\">NSG<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Schwarzwaldbauern\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/schwarzwaldbauern\/\">Pro Schwarzwaldbauern<\/a>\u00a0&gt;Schwarzwaldbauern<\/li>\n<li><a title=\"Rinder\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/rinder\/\">Rinder<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Schwarzwaldbauern\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/schwarzwaldbauern\/\">Schwarzwaldbauern<\/a>\u00a0&gt;Schwarzwaldbauern<\/li>\n<li><a title=\"Permakultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/permakultur\/\">SoLaWi \u2013 Solidarische Landwirtschaft\u00a0<\/a>&gt;Permakultur<\/li>\n<li><a title=\"SolaWi\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/solawi\/\">Solawi<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Sonnenblumen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/flora\/sonnenblumen\/\">Sonnenblumen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wasser\/trockenheit\/\">Trockenheit<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Wiese\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/wiese\/\">Wiese<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Wiesenblumen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/flora\/wiesenblumen\/\">Wiesenblumen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/wyhl.htm\">Wyhl<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Allmende &#8211; Weiden, die keinem und allen geh\u00f6ren<\/strong><br \/>\nEs ist ein Begriff, der nicht in die vom Besitzdenken bestimmte Gegenwart zu passen scheint: Allmende. So nennt man Fl\u00e4chen, die niemandem privat geh\u00f6ren, sondern allen in der Gemeinde. Alle d\u00fcrfen dort ihr Jungvieh weiden lassen, mancherorts gab es auch das Recht, Ackerbau zu treiben. Allmende ist ein Wort aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet Gemeindeflur oder Gemeinbesitz. Ohne solche Allmenden h\u00e4tten gro\u00dfe Teile der \u00e4rmeren Landbev\u00f6lkerung nicht \u00fcberleben k\u00f6nnen.<br \/>\nAn der Allmende interessiert heute freilich die wenigsten Menschen deren Geschichte. Sie nehmen vielmehr diese gro\u00dfen Weidefl\u00e4chen auf den H\u00f6henlagen des S\u00fcdschwarzwalds als zauberhafte offene Landschaft wahr, durch die man, sobald man aus dem Wald heraustritt, einen freien Blick \u00fcber T\u00e4ler und Berge rundum genie\u00dfen kann. Auf <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/muenstertal\/\">M\u00fcnstert\u00e4ler<\/a> Gemarkung finden sich mit<br \/>\nSonnhaldeberg, Sittener Berg, Brandenberg,<br \/>\nKinschbrunnen, K\u00f6pfle, K\u00e4lbelescheuer-Sirnitz<br \/>\nund Teilen des Belchen<br \/>\ngleich mehrere dieser pr\u00e4gnanten Hochwiesen, die im Vergleich zum eher d\u00fcsteren Nordschwarzwald den besonderen Reiz dieser Gebirgszone ausmachen.<\/p>\n<p>Magerrasen und Strauchheiden bieten gesch\u00fctzten Arten Lebensraum<br \/>\nDiese nur von kleinen Einzelgeh\u00f6lzen unterbrochenen Wiesen bieten auch im Detail Attraktionen, \u00fcber die Natursch\u00fctzer leicht ins Schw\u00e4rmen kommen: Weil sie nur extensiv bewirtschaftet werden als Sommerweide, insbesondere f\u00fcr das Schwarzw\u00e4lder Hinterw\u00e4lder-Rind, bieten ihre Magerrasen und Strauchheiden Lebensr\u00e4ume f\u00fcr eine Flora und Fauna, die unter Schutz steht, etwa f\u00fcr diverse Schmetterlings- und Bienenarten oder V\u00f6gel wie den Neunt\u00f6ter. Diese Fl\u00e4chen offenzuhalten, dazu bedarf es einer lebensf\u00e4higen Landwirtschaft \u2013 oder gro\u00dfen Einsatzes von Landschaftspflegern. Denn sonst holt sich der Wald sie wieder zur\u00fcck \u2013 was Gemeinden wie M\u00fcnstertal schon allein wegen der touristischen Bedeutung zu verhindern suchen.<\/p>\n<p>Aber es w\u00fcrde zu kurz greifen, den Erhalt dieser Landschaft nur wegen ihres Erlebniswertes f\u00fcr Wanderer zu betreiben. Denn die Allmendweiden sind Teil der Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des Schwarzwaldes. Entstanden sind sie im Hochmittelalter, als wegen eines starken Bev\u00f6lkerungswachstums auch weniger ertragreiche Lagen in den T\u00e4lern und H\u00f6hen des Schwarzwaldes unter Bewirtschaftung genommen wurden. Dazu schuf man nicht private Besitzrechte, sondern reklamierte diese Fl\u00e4chen als Besitz der Gemeinde und damit ihrer B\u00fcrger. Die meist steilen, oft mit Felsen durchsetzten H\u00e4nge wurden als &#8222;Weidberg&#8220; gemeinsam genutzt \u2013 womit auch jene Bauernfamilien, die unten im Tal nicht zuletzt wegen der Realerbteilung (gleiche Erbanteile f\u00fcr jeden Nachkommen des Erblassers) nur wenige Wiesen und \u00c4cker besa\u00dfen, zumindest im Sommer ihr Vieh, zusammen beaufsichtigt von einigen Hirten, weiden lassen konnten: So war auch f\u00fcr sie ein halbwegs ausk\u00f6mmliches Wirtschaften auf ihrem kleinen Hof gesichert.<\/p>\n<p>Das Wegenetz ist d\u00fcnn<br \/>\nDiese Wiesennutzung pr\u00e4gte in der Folge die Landschaft: Es entstanden gro\u00dfe offene Fl\u00e4chen hoch oben am Berg, auf denen Spr\u00f6sslinge der Waldb\u00e4ume gegen die grasenden K\u00fche oder Ziegen keine Chance hatten und die bis heute nur durch Weidemauern und Steinriegel etwas gegliedert sind. Entsprechend d\u00fcnn ist das Wegenetz, das die Allmende erschlie\u00dft \u2013 man braucht ja nicht mehr f\u00fcr deren Nutzung. Zeitweilig machte die Allmende 40 Prozent der Gemarkungsfl\u00e4che einer Schwarzwaldgemeinde aus. Dass man dies im Nordschwarzwald nicht findet, hat mit der dort seit dem 17. Jahrhundert \u00fcblichen Erbregelung zu tun, die bewirkte, dass der Hof ungeteilt an einen Erben \u00fcberging \u2013 und Privatbesitz wichtiger war als Gemeindebesitz, weil es kaum Kleinbauern zu versorgen gab.<\/p>\n<p>Viele Allmenden wurden privatisiert<br \/>\nVersch\u00e4rfte \u00f6konomische Bedingungen f\u00fcr die Landwirtschaft waren Ursache f\u00fcr eine verst\u00e4rkte Privatisierung der Allmende, die damit in ihrer Nutzung dem Willen der Gemeinde wie dem Gemeinwohl entzogen war. Heute gibt es nur noch rund 10\u2005000 Hektar Allmendefl\u00e4chen im S\u00fcdschwarzwald, wobei die Weiden im M\u00fcnstertal gro\u00dfteils immer noch in Gemeindebesitz sind. Doch auch dort sp\u00fcrt man den wirtschaftlichen Druck, der zu Verpachtungen von Wiesen an einzelne Landwirte gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Doch selbst deren Situation wird schwieriger, weil mit der R\u00fcckkehr des Wolfs f\u00fcr sie ein neues, nur teuer zu l\u00f6sendes Problem entstanden ist. Denn nun werden, um das Vieh zu sch\u00fctzen, aufw\u00e4ndige Z\u00e4une n\u00f6tig: f\u00fcr die Landwirte eine Investition, die sich wenig bezahlt macht. Zugleich ver\u00e4ndert die Einz\u00e4unung die Landschaft, die zunehmend, weil immer weniger K\u00fche oder Ziegen dort weiden, durch teure Pflegearbeiten vorm Verwalden gesch\u00fctzt werden muss. Fachleute sehen deshalb die Landschaftsform Allmende bedroht. Und zwar nicht nur als Natur-, sondern auch als eine vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft.<br \/>\n&#8230; Alles vom 16.8.2021 von Wulf R\u00fcskamp bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/allmendweiden-sind-flaechen-die-keinem-und-allen-gehoeren--204117447.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/allmendweiden-sind-flaechen-die-keinem-und-allen-gehoeren&#8211;204117447.html<\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><b>Wilde Wald-Weiden am Taubergie\u00dfen \u2013 innovativer Waldnaturschutz?<br \/>\n<\/b><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Vor kurzem wurde von der Gemeinde Kappel-Grafenhausen (Naturschutzgebiet Taubergie\u00dfen) ein am Oberrhein bislang einzigartiges Projekt gestartet: Wilde-Wald-Weiden.\u00a0<\/span>Ziel ist die Wiederherstellung einer extensiven Weidelandschaft, die offenes Grasland ebenso einbezieht wie lichte, von der Eiche gepr\u00e4gte Weidew\u00e4lder.<\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Seit 2017 weiden halbwilde 30 Salers-Rinder mit ausladenden H\u00f6rnern, eine alte Rasse aus der Auvergne, die schon \u00e4hnlich in den dortigen H\u00f6hlenmalereien auftaucht sowie mehrere Konik-Pferde (alte Steppenponyrasse aus Polen) ganzj\u00e4hrig auf den nassen \u201eElzwiesen\u201c und im angrenzenden Wald.\u00a0<\/span>Die Offenlandweide umfasst 30 Hektar. Hinzu kommen 60 ha Waldweide im Schonwald \u201eLichter Wald\u201c.<br \/>\nDer Schonwald dient insbesondere der Erhaltung, Pflege und Wiederherstellung von gro\u00dffl\u00e4chigen, lichten Waldstrukturen, in denen vor allem Eichen und Ulmen wachsen. Dabei wird die Waldweide bewusst als Pflegemassnahme zur Schaffung lichter W\u00e4lder eingesetzt, da die Salers-Rinder den sehr dichten Unterwuchs, vor allem Haselgew\u00e4chse, als Futter sch\u00e4tzen und auslichten.<\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die Weidetiere sollen in Verbindung mit \u00dcberflutungen im k\u00fcnftigen Polder \u201cElzm\u00fcndung\u201c Strukturen schaffen, die u.a. bestmmte Insektenarten zur Vermehrung oder f\u00fcr die Ern\u00e4hrung ben\u00f6tigen. Bodenverwundungen durch Huftritt erm\u00f6glichen au\u00dferdem die Keimung bestimmter lichtbed\u00fcrftiger Planzensamen.<br \/>\n<\/span>Au\u00dferhalb des Waldes soll das Projekt die Extensivweiden durch Beweidung dauerhaft offen halten und in eine naturnahe Weidelandschaft r\u00fcck\u00fcberf\u00fchren. Alte Gewannnamen wie Sau- und Rappenkopf, G\u00e4nsweid oder K\u00e4lberschollen zeugen von einer vor dem Beginn der gro\u00dfen Rheinkorrekturen noch h\u00e4ufig anzutreffenden kraftvollen Landschaftsgestaltung durch Weidetiere.<br \/>\nAuf den Wilden-Wald-Weiden in Kappel-Grafenhausen k\u00f6nnen so im gro\u00dffl\u00e4chigen Weideverbund gesch\u00fctzte Pflanzen- und Tierarten erhalten und die Biodiversit\u00e4t gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Ein weiteres sch\u00f6nes Ausflugsziel, vor allem f\u00fcr Familien, zumal Rinder wie auch Ponys freundlich und wenig scheu sind. Die urig aussehenden Weidetiere sind ein Besuchermagnet, der das Angebot f\u00fcr Naherholung und Tourismus \u201eauch ohne Seilbahn!\u201c im Naturschutzgebiet Taubergie\u00dfen positiv bereichert.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">16.12.2018, Hans-E. Homlicher, Freiburg<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Weide 4.0<\/b><\/p>\n<p>Weidende K\u00fche werben auf immer mehr Milchpackungen in den Supermarktregalen, wie auch in Tourismusprospekten. Schafe, Ziegen, Lamas, Yacks usw. scheinen Konjunktur in der Landschafts-pflege zu haben. Die Agrarpolitik gew\u00e4hrt sogar Weidepr\u00e4mien. Doch wenn man mit offenen Augen durchs Land f\u00e4hrt, fallen weidende Tiere immer seltener auf, wohl aber gro\u00dfe neue St\u00e4lle. Wandert man durch den Schwarzwald trifft man Weidevieh in der Regel an steilen H\u00e4ngen, wo sie aber \u00f6fter auch von Mulchger\u00e4ten oder bald auch von M\u00e4hrobotern ersetzt werden. Weide also Marktingmode, Auslaufmodell oder doch mehr?<\/p>\n<p><b>Weide ist die \u00e4lteste Landnutzugsform <\/b><\/p>\n<p>Eigentlich hat die Geschichte der Landnutzung mit der Weide begonnen. Dabei ist offen, ob das Gras oder die Weidetiere als Graser zuerst da waren. Denn sie sind eine Lebensgemeinschaft, die die besten B\u00f6den der Welt, die Steppen und Pr\u00e4rien mit ihren Schwarzerdeb\u00f6den hervorgebracht hat. Weil die Graser den Wuchs des Grases durch Abbei\u00dfen f\u00f6rdern und damit das Wachsen seiner Wurzeln, die zusammen mit den Exkrementen der Graser die Basis f\u00fcr den Humus sind. Deshalb waren diese steppenartigen Landschaften auch der Lebensraum f\u00fcr die ersten Menschen als J\u00e4ger und Sammler. \u00dcberall dort aber, wo der Boden zu karg und das Klima f\u00fcr diese Lebensgemeinschaft zu rau war, entwickelte sich Wald.<\/p>\n<p><b>Weide als Rodungsfolger <\/b><\/p>\n<p>Als die Menschen sesshaft wurden, rodeten sie Wald f\u00fcr den Ackerbau und als Bau- und Brennmaterial. F\u00fcr ihre Viehzucht dienten die noch nicht gerodeten W\u00e4lder und das wieder aufgegebene Brachland als Weide. Damit begann in fast allen Kulturen ein Prozess, der sp\u00e4ter als Schicksal der Allmende beschriebenen wurde. Weil zum \u00dcberleben immer mehr Tiere gehalten wurden, vor allem Ziegen, die die entwaldeten Berge kahl fra\u00dfen und durch \u00dcbernutzung den Humusaufbau der Weide in die Verkarstung verkehrt haben.<\/p>\n<p>Dem Schwarzwald als Sp\u00e4tsiedelgebiet ist diese Entwicklung erspart geblieben, obwohl auch er vor 250 Jahren beinahe entwaldet war. Ob die Wiederbewaldung eine Folge der Gesetze zur nachhaltigen Waldnutzung oder der Entdeckung der Kohle als Alternative zum Holz ist, ist unklar. Klar ist, dass das Verh\u00e4ltnis zwischen Weide und Wald seither gest\u00f6rt ist, obwohl Wald zum nat\u00fcrlichen Lebensraum fast aller Weidetiere geh\u00f6rt hat. Dennoch sind nicht wieder Mischw\u00e4lder entstanden, weil die Jagdlust Hirsche und Rehe hegte. Dienten zuvor Z\u00e4une nur dem Schutz von G\u00e4rten und \u00c4ckern vor den Weidetieren, begann jetzt die Einz\u00e4unung der Weiden. Nur in den Hochgebirgen konnten die Viehherden weiter dem Graswuchs nachwandern.<\/p>\n<p><b>Die Weide als Verlierer in der landwirtschaftlichen Revolution. <\/b><\/p>\n<p>Mit der Industrialisierung stieg der Nahrungsmittelbedarf in den St\u00e4dten. Im Zentrum standen das Brot und damit die Intensivierung des Ackerbaues. Die Viehhaltung musste dazu Mist als D\u00fcnger liefern, weshalb man zur ganzj\u00e4hrigen Stallhaltung \u00fcberging. Mit dem eisernen Pflug konnten Weiden leichter umgebrochen werden. Als Futter f\u00fcr das Vieh und zur F\u00f6rderung der Boden-fruchtbarkeit wurde auf dem Acker im Fruchtwechsel Klee angebaut. In niederschlagsreichen Regionen wie dem Schwarzwald war diese Intensivierung des Ackerbaues durch den Unkrautdruck nicht m\u00f6glich. Hier entstand die Feldgraswirtschaft, die den aufgebauten Humus der Weiden nutze, um ein paar Jahre Getreide und Kartoffeln anzubauen um die Brache dann wieder der Selbstberasung zu \u00fcberlassen. Wenn nach einem Jahrzehnt die Weide den Humus wieder aufgebaut hatte, konnte man darauf wieder ein paar Jahre Ackerbau treiben.<br \/>\nMit der Eisenbahn verlor die lokale Versorgung mit Getreide ihre Bedeutung. Aber erst die Not der beiden Weltkriege lenkte den Blick wieder auf die Weiden, die in den Katastern oft als \u00d6d- oder Unland gef\u00fchrt wurden. Im Focus der Ern\u00e4hrungssicherung wurde nun auch eine gezielte Beweidung dieser Restfl\u00e4chen mit Jungvieh oder Schafen angestrebt. W\u00e4hrend in den sehr grasw\u00fcchsigen K\u00fcstengebieten und im Alpenvorland Kuhweiden in Form der Koppelwirtschaft entstanden, galt in den anderen Gebieten die Stallf\u00fctterung weiter als effizienter als die Weide. Erst mit dem elektrischen Weidezaun wurde das rationierte Weiden wieder aktuell. Doch mit dem wirtschaftlichen Druck zu gr\u00f6\u00dferen Kuhzahlen wurden die Weidefl\u00e4chen um den Hof zum kappen Faktor. Deshalb wurde mit der immer schlagkr\u00e4ftigeren Mechanisierung in den letzten Jahrzehnten die ganzj\u00e4hrige F\u00fctterung mit Silage zum Standard der Milch- und Rindfleischerzeugung.<\/p>\n<p><b>Weide als Weg zu einer nachhaltigen Agrarkultur<br \/>\n<\/b>Hinter den weidenden K\u00fchen auf immer mehr Milchpackungen stehen zwei Einsichten. Die eine ist, dass Weide billiger als konserviertes Futter ist und mit den Bildern diese Milch am Markt platziert werden soll. Die andere Erkenntnis ist, dass Milch und Fleisch von der Weide f\u00fcr unsere Gesundheit eine g\u00fcnstigere Zusammensetzung an lebensnotwenigen Fetts\u00e4uren haben. Da direkte Werbung mit Gesundheitsaspekten nicht zul\u00e4ssig ist, nutzt man dazu Bilder. Bemerkenswert zu diesem Marketing der Weide ist die Reaktion des klassischen Weidelandes Irland. Auf ihrer Homepage versuchen sie sich mit folgenden Weidewahrheiten abzuheben: 1. Wir machen keine halben Sachen, darum sind gleich 2\/3 Irlands gr\u00fcn. 2. Unsere K\u00fche verbringen fast 24 Stunden t\u00e4glich, 7 Tage die Woche und fast 300 Tage im Jahr auf der Weide.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann und darf man Irland nicht mit dem Schwarzwald vergleichen, aber die irischen Weidewahrheiten sollte man ernst nehmen. Denn mit dem Tierwohltrend werden wohl mehr K\u00fche f\u00fcr ein paar Stunden in den Sommermonaten rausgelassen, ern\u00e4hren tun sie sich aber \u00fcberwiegend im Stall. Diese Siestaweide k\u00f6nnte die zu kleinen Weidefl\u00e4chen \u00fcbernutzen und den Weidetrend zum Strohfeuer machen. Zumal mit den zunehmenden Trockenperioden durch die Klimaerw\u00e4rmung der Nachwuchs der Weiden unregelm\u00e4\u00dfiger und unsicherer wird.<\/p>\n<p>Dennoch wird die Bedeutung der Weide im Blick auf eine nachhaltige Zukunft zunehmen. Denn die moderne Landwirtschaft verbraucht ein Mehrfaches an Kalorien an Energie als sie als Nahrung erzeugt und ist so kaum nachhaltig. Weiden dagegen erzeugen in Verbindung mit Wiederk\u00e4uern mehr Kalorien Nahrung als daf\u00fcr an Energie eingesetzt werden m\u00fcssen. Hinzu kommt ihr Humusaufbau, der hilft das klimasch\u00e4digende CO2 zu binden. Weide ist aber eine interdisziplin\u00e4re Kunst, n\u00e4mlich den Bedarf der Tiere mit dem nat\u00fcrlichen Graswuchs in Einklang zu bringen, was in unserer arbeitsteiligen Zeit schwerf\u00e4llt. Denn in Wissenschaft und Lehre sind Gras und Graser getrennt. Es war die Kunst der Hirten, die lateinisch und niederdeutsch Pastor hei\u00dfen. Weiden als \u00f6kologisches System zu verstehen ist die gro\u00dfe Herausforderung in der Transformation in eine nachhaltige Zukunft. Dabei wird es weniger um Pflege und Offenhaltung der Landschaft gehen, sondern mehr um die Zusammenh\u00e4nge wie wir wirtschaften und leben. Auf dem Weg zur Weide 4.0 werden aber weniger digitale Karten und Weidejournale eine Hilfe sein, sondern die Beobachtungs-gabe der Hirten. Pastoren also vielleicht neuer Beruf werden.<\/p>\n<p>19.8.2018, Siegfried\u00a0 J\u00e4ckle, <a href=\"mailto:info@forumproschwarzwaldbauern.de\">info@forumproschwarzwaldbauern.de<\/a><br \/>\nErschienen\u00a0auch in &#8222;<a title=\"Schwarzwaldverein\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/wandervereine\/schwarzwaldverein\/\">Der Schwarzwald<\/a>&#8222;, 3\/2018, Seite 14f., , <a href=\"https:\/\/www.Schwarzwaldverein.org\">https:\/\/www.Schwarzwaldverein.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Natur\u00a0&gt;Landwirt\u00a0&gt;Weide K\u00e4lbelescheuer \u2013 Historische Rinderweide oberhalb M\u00fcnstertal\u00a0(21.5.2023) Weidetieren in der Region rund um Freiburg geht das Futter aus\u00a0(16.8.2022) Christenmartinshof: Michviehwirtschaft \u2013 Laufstall \u2013 Geschichte\u00a0(27.11.2021) Allmende &#8211; Weiden, die keinem und allen geh\u00f6ren (14.8.2021) Wilde Wald-Weiden am Taubergie\u00dfen \u2013 innovativer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/weide\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":1014,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-67910","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/67910","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67910"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/67910\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":112544,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/67910\/revisions\/112544"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67910"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}