{"id":56309,"date":"2015-09-04T18:44:56","date_gmt":"2015-09-04T16:44:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=56309"},"modified":"2015-09-04T20:28:06","modified_gmt":"2015-09-04T18:28:06","slug":"doktorand","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/doktorand\/","title":{"rendered":"Doktorand"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a> &gt;<a title=\"Bildung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/\">Bildung<\/a> &gt;<a title=\"Hochschulen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/\">Hochschulen<\/a> &gt;<a title=\"Universitaet\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/\">Universitaet<\/a> &gt;Doktorand<\/p>\n<div id=\"attachment_55788\" style=\"width: 648px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/indonesien\/drohne2muenster-pan150725\/\" rel=\"attachment wp-att-55788\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-55788\" class=\"size-full wp-image-55788\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/drohne2muenster-pan150725.jpg\" alt=\"Drohne auf dem Freiburger M\u00fcnsterplatz gelandet am 25.7.2015\" width=\"638\" height=\"310\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/drohne2muenster-pan150725.jpg 638w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/drohne2muenster-pan150725-180x87.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-55788\" class=\"wp-caption-text\">Drohne auf dem Freiburger M\u00fcnsterplatz gelandet am 25.7.2015<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Promotionszeit l\u00e4nger als Vertragslaufzeit (4.9.2015)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/universitaet.htm#Promovierendeninitiative ProDoc: Doktoranden an Uni FR reden mit\">Promovierendeninitiative ProDoc: Doktoranden an Uni FR reden mit<\/a> &gt;Uni (3.3.2012)<\/li>\n<li><a title=\"Professor\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/professor\/\">Professor<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Promotionszeit l\u00e4nger als Vertragslaufzeit<\/strong><br \/>\nDie Promotionszeit liegt deutlich bei \u00fcber vier Jahren. Da Stipendien und Vertragslaufzeiten bei maximal drei Jahren enden, stehen Doktoranden unter Druck. Dasselbe gilt f\u00fcr PostDocs: Vertr\u00e4ge sind zu kurz, um die Forschungen zu Ende f\u00fchren.<br \/>\nEin Professor betreut zwischen zwei und dreissig Doktoranden.<br \/>\nZuviel ist von Doktorvater bzw. Doktormutter nicht zu erwarten, da die Dissertation ihren Charakter als eigenst\u00e4ndige wissenschaftliche Leistung erhalten mu\u00df.<br \/>\nBefristete Vertr\u00e4ge sind die beste Antibabypille &#8211; so der Doktorandenverein Thesis. <a href=\"https:\/\/www.thesis.de\">www.thesis.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Doktoranden-Umfrage von DIE ZEIT ab 3.9.2015<\/strong><br \/>\nWer in der Wissenschaft Karriere machen will, dem drohen viel Arbeit, wenig Geld und eine unsichere Zukunft. Wir wollen von Doktoranden und Postdocs wissen: Wie sieht die Situation wirklich aus?<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2015\/36\/doktoranden-karriere-wissenschaft-zukunft\">https:\/\/www.zeit.de\/2015\/36\/doktoranden-karriere-wissenschaft-zukunft<\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<div class=\"subject\"><strong>In vielen F\u00e4chern wird inzwischen die Promotion verlangt<br \/>\n<\/strong>&#8230;und zwar dank der Bologna-Reform. Wo fr\u00fcher ein Diplom ausreichte (z.B. in den MINT-F\u00e4chern), reicht der Master auch in der Privatwirtschaft nicht mehr aus. Daraus ergibt sich:<br \/>\n6 Semester Studium bis zum Bachelor<br \/>\n4 bis 6 Semester Studium bis zum Master<br \/>\n10 bis 12 Semester bis zur Promotion.<br \/>\nMacht eine Studienzeit von 20 (!) Semestern, bis ein viele Firmen zufriedenstellender Abschluss erreicht ist. Das Diplom gab&#8217;s nach 9 bis 12 Semestern. Und wie war das noch? Sollte Bologna nicht die Studienzeiten deutlich verk\u00fcrzen? War das nicht eine Forderung, die lautstark von den Wirtschaftsverb\u00e4nden kam? Jetzt dauert ein Studium doppelt so lange, wie vorher.<\/p>\n<div class=\"subject\">Es gibt unbestritten seit Umsetzung von Bologna schwere Qualit\u00e4tsverluste. Ich treffe auf Absolventen, die ihren Stoff nicht mehr richtig beherrschen, weil nur Auswendiggelerntes abgefragt wird. Der Schwerpunkt des Lernens liegt nicht mehr im Erlernen des wissenschaftlichen Handwerkszeugs. Viele der Bachelor- und Masterabsolventen haben nicht gelernt, eigenst\u00e4ndig zu recherchieren, Rechercheergebnisse aufzuarbeiten und eigene Forschungen zu betreiben. Dazu muss man aber in der Lage sein, formal wissenschaftlich korrekt zu reflektieren. Bologna setzte auf &#8222;Vergleichbarkeit&#8220; der Leistungen. Der Vergleich findet aber letztendlich \u00fcber irgendwelche von Betriebs- und Verwaltungswirten und Juristen entwickelte theoretische Standards, die mittels Excel-Tabelle \u00fcberpr\u00fcft werden. Das Studium heute ist ein hochgradig b\u00fcrokratischer Prozess geworden &#8211; und genau das hat es komplett entwertet. Hat das Diplom noch als Nachweis ausgereicht, dass der Bewerber intellektuell und handwerklich in der Lage ist, wissenschaftlich korrekt zu arbeiten, so leistet dies der Master heute nicht mehr.<\/div>\n<p>4.9.2015, N. See<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"subject\"><\/div>\n<div class=\"subject\">\n<p>Die Hauptprobleme aus meiner Sicht:<br \/>\n1. Das Abitur ist keine &#8222;allgemeine Studienbef\u00e4higung&#8220; mehr. Fatalerweise hat sich die Uni darauf mit gesenkten Leistungsstandards eingestellt (BA und Auswendig-Lernen).<br \/>\n2. Das Studium ist qua BA kein Studium, sondern eine Grundausbildung, in die auch noch das Studieren-K\u00f6nnen selbst integriert werden muss. Gerade f\u00fcr die GW ist das problematisch &#8211; die meisten Studis ahnen nicht mal, was sie nicht wissen.<br \/>\n3. Es gibt zu wenige Stellen, vor allem und gerade im Mittelbau (Akademische R\u00e4te!) Damit gibt es keine Perspektive. Ist seit Jahren bekannt, es \u00e4ndert sich nichts.<br \/>\n4. Das Studium ist nach Bologna eine Hochbeschleunigungszeit zur Erlangung eines ersten qualifizierenden Abschlusses. Damit fehlt alles, was ein Studium, verstanden als Prop\u00e4deutikum zur anschlie\u00dfenden wissenschaftlichen Bet\u00e4tigung, notwendig ausmacht. Vor allem fehlt Zeit.<br \/>\n5. Die \u00dcberakademisierung f\u00fchrt zur Entwertung von Bildungsabschl\u00fcssen und zur Produktion von junk knowledge. Wissenschaftlicher Fortschritt wird damit ebenso gehemmt, wie das erhoffte individuelle Fortkommen. Eine Promotion verschafft schon lange keinen Distinktionsgewinn mehr.<br \/>\n6. Es ist einfach nicht wahr, dass 50 % eines Jahrganges studierf\u00e4hig sind (sondern max. 10 %).<br \/>\nNein, nicht jede\/r kann bis zum Abi gelangen. Und nein, nicht jede\/r, sondern nur Wenige, n\u00e4mlich die Besten, k\u00f6nnen studieren. Es gibt derzeit aber knapp 50 % Beste, jedes Jahr. Das ist gelogen, wird aber praktiziert.<br \/>\n4.9.2015, D.Barbar<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Ein kleiner Moment der Freiheit<br \/>\n<\/strong>Promovieren ist wunderbar, wenn man es f\u00fcr sich selbst macht. Es ist ein Luxus, Geld daf\u00fcr zu bekommen, eine Frage zu finden und dieser nachzugehen. Ja klar, man ist arm in dieser Zeit und auch die Aussicht auf die Zukunft ist im besten Fall nebul\u00f6s. Jedem muss klar sein, dass eine Zukunft in der Wissenschaft h\u00f6chst unwahrscheinlich ist. Es ist die Zeit, in der man sich Freiheit und Autonomie erarbeitet. Man muss sich von den eigenen Erwartungen an die Zukunft, den Doktorv\u00e4tern und -m\u00fcttern, den Eltern und den Kollegen emanzipieren. Alleine denken, das ist das Ziel. Keinen anderen Nutzen hat eine Doktorarbeit f\u00fcr deren Autorin. Die Promotionsbedingungen zu verbessern ist wichtig. Aber es ist m\u00fc\u00dfig darauf zu warten, dass sie f\u00fcr den einzelnen perfekt gestaltet werden. Man kann sehr wohl in drei Jahren einen eigenen Gedanken formulieren, man darf sich in dieser Zeit nur nicht st\u00e4ndig davon abbringen lassen.<br \/>\n4.9.2015, S. Murph<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Dr als Einstieg in Wissenschaft und Forschung<\/strong><br \/>\nZum Einen &#8211; ein Doktortitel ist eigentlich keine Berufsqualifikation, sondern eine f\u00fcr eine wissenschaftliche Laufbahn. Es gibt sicherlich F\u00e4cher, in denen ein Doktortitel f\u00fcr den Berufsweg hilfreich ist (Bio? Chemie?Medizin?) Dort sind die Promotionszeiten aber vergleichsweise kurz.<br \/>\nIn den meisten geisteswissenschaftlichen F\u00e4chern kann ich mir kaum vorstellen, dass man seine Berufsperspektive ausserhalb des Wissenschaftskosmos mit einem Doktortitel verbessert. In den Ingenieurwissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften auch nicht. Mir scheint, dass die Promotionen hier h\u00e4ufig Verlegenheitsl\u00f6sungen sind, um erstmal etwas sinnvolles zu machen, weil der Einstieg ins Arbeitsleben nicht nahtlos klappt&#8230;. Dass dabei aber relativ lange Promotionszeiten entstehen und au\u00dferdem die Energie widerum nicht voll auf die Integration in den Arbeitsmarkt gerichtet wird, erzeugt ja einen sich selbst verst\u00e4rkenden Effekt von &#8222;prek\u00e4rer&#8220; Arbeitssituation und langer Promotionszeit.<br \/>\nVieleicht sollte man wirklich wieder etwas dahin zur\u00fcckfinden, dass ein Doktor ein Einstieg in die Welt der Wissenschaft und der Forschung ist, aber nicht ein nettes upgrade f\u00fcr die Berufswelt. Dann w\u00fcrden sich die Ressourcen auf weniger Doktoranden verteilen, deren Situation liesse sich verbessern und allen w\u00e4re geholfen.<br \/>\n4.9.2015, M.Brot<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Bildung &gt;Hochschulen &gt;Universitaet &gt;Doktorand &nbsp; Promotionszeit l\u00e4nger als Vertragslaufzeit (4.9.2015) Promovierendeninitiative ProDoc: Doktoranden an Uni FR reden mit &gt;Uni (3.3.2012) Professor &nbsp; Promotionszeit l\u00e4nger als Vertragslaufzeit Die Promotionszeit liegt deutlich bei \u00fcber vier Jahren. 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