{"id":52497,"date":"2015-01-06T17:25:43","date_gmt":"2015-01-06T16:25:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=52497"},"modified":"2026-05-18T10:02:59","modified_gmt":"2026-05-18T08:02:59","slug":"kleinbauern","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/kleinbauern\/","title":{"rendered":"Kleinbauern"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Natur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/\">Natur<\/a> &gt;<a title=\"Landwirt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/\">Landwirt<\/a> &gt;Kleinbauern<\/p>\n<div id=\"attachment_25249\" style=\"width: 646px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/aitern\/aitern19ort-pan130316\/\" rel=\"attachment wp-att-25249\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-25249\" class=\"size-full wp-image-25249\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/aitern19ort-pan130316.jpg\" alt=\"Blick nach Westen \u00fcber Aitern und Holzinshaus (links) zum Belchen am 16.3.2013\" width=\"636\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/aitern19ort-pan130316.jpg 636w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/aitern19ort-pan130316-180x67.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 636px) 100vw, 636px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-25249\" class=\"wp-caption-text\">Blick nach Westen \u00fcber Aitern und Holzinshaus (links) zum Belchen am 16.3.2013<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: Bitte\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">anklicken<\/span>\u00a0oder runterscrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/abl\/\">Zwei junge Gem\u00fcseg\u00e4rterinnen aus dem Breisgau engagieren sich f\u00fcr faire L\u00f6hne in der Landwirtschaft<\/a>\u00a0(17.5.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/huehner\/\">Volker Kempf: Auf der Suche nach Wirklichkeit in der Mensch-Nutztier-Beziehung<\/a>\u00a0(18.12.202)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/schwarzwaldbauern\/\">Siegfried J\u00e4ckle am 8.8.2025 im Alter von 80 Jahren verstorben<\/a>\u00a0(22.8.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/katholische-kirche-vs-bauern\/\">Katholische Kirche vs. Bauern<\/a>\u00a0(26.10.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/schwarzwaldbauern-offener-brief\/\">Schwarzwaldbauern: Offener Brief<\/a> (21.2.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bauernproteste-gegen-ampel\/\">Bauernproteste gegen Ampel<\/a>\u00a0(2.2.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bauern-demo-auf-muensterplatz\/\">Bauern-Demo auf M\u00fcnsterplatz<\/a>\u00a0(12.1.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bauern-rechts\/\">Nat\u00fcrlich sind Bauern rechts, was denn sonst?<\/a>\u00a0(6.1.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bauern-protest\/berlin8jan2024\/\">Prof. Schwab: Wer sind im Sinne des Bauernverbands \u201eSchwachk\u00f6pfe\u201c und \u201eSpinner\u201c?<\/a>\u00a0(27.12.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/erntedank-schwarzwaldbauern\/\">Erntedank Schwarzwaldbauern<\/a>\u00a0(15.9.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wasser\/trockenheit\/\">Weidetieren in der Region rund um Freiburg geht das Futter aus<\/a>\u00a0(16.8.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/niederlande\/\">Bauernproteste in den Niederlanden<\/a>\u00a0(29.7.2022)<\/li>\n<li><a title=\"Bauern-Protest\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bauern-protest\/\">Land schafft Verbindung: Bauernprotest in Berlin<\/a>\u00a0(29.11.2019)<\/li>\n<li><a title=\"Bauern-Protest\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bauern-protest\/\">S\u00fcdbadische Landwirte protestieren am M\u00fcnsterplatz in Freiburg<\/a>\u00a0(22.10.2019)<\/li>\n<li>Schwarzw\u00e4lder Bergbauern zwischen Agrar-Weltmarkt und Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t (24.12.2014)<\/li>\n<li>B\u00e4uerliche Landwirtschaft als eigene Wirtschaftsform anerkennen (1.2004)<\/li>\n<li>Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t der Kleinbauern statt Freihandelsdigma<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/abl\/\">AbL &#8211; Arbeitsgemeinschaft b\u00e4uerliche Landwirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Bauern-Protest\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bauern-protest\/\">Bauern-Protest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bauern-rechts\/\">Bauern-rechts<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Bergbauern\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bergbauern\/\">Bergbauern<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Schwarzwaldbauern\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/schwarzwaldbauern\/\">Forum Pro Schwarzwaldbauern<\/a> &gt;Schwarzwaldbauern<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wasser\/trockenheit\/\">Trockenheit<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t der Kleinbauern statt Freihandelsdogma<br \/>\n<\/strong>&#8222;B\u00e4uerinnen und Bauern auf Klein- und Kleinstbetrieben bauen 90 % aller weltweit produzierten Lebensmittel an. Damit sie auch in Zukunft die Welt gesund ern\u00e4hren k\u00f6nnen, mit die Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t an die Stelle des Agrar-Freihandelsdogmas treten.&#8220; Irmi Salzer, Kleinb\u00e4uerin bei \u00d6BV, <a href=\"https:\/\/www.viacampesina.at%20\">www.viacampesina.at<\/a><br \/>\n====================================================<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schwarzw\u00e4lder Bergbauern zwischen Agrar-Weltmarkt und Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p><strong>Berg- und Kleinbauern dienen als Idylle<\/strong><b> zur Legitimation der Gemeinsamen Agrarpolitik,<br \/>\n<\/b>die die Wettbewerbsf\u00e4higen unterst\u00fctzt und Berg- wie Kleinbauern in Gunstlagen zu Verlierern macht. \u00a0Vorspannmechanismus nennt der Gr\u00fcnder der \u00d6BV und Konfliktforscher Franz Rohrmoser (<a title=\"Vorspann\" href=\"https:\/\/www.bauernkonflikte.at\/\"><span style=\"color: #00963c;\">www.bauernkonflikte.at<\/span><\/a>)\u00a0diese Taktik.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Kleine Gemischtbetriebe sind flexibler als spezialisierte Gro\u00dfbetriebe<\/strong><br \/>\nAuch eine\u00a0Studie des Leibnitz-Institut Halle in Polen best\u00e4tigt,\u00a0dass die b\u00e4uerliche Familienwirtschaft anpassungsf\u00e4higer als der gro\u00dfe Agrarbetrieb.\u00a0Indirekt best\u00e4tigt diese Studie den Weltagrarbericht, dass Kleinbauern und nicht die industrielle Landwirtschaft die Welt ern\u00e4hren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Nur 10% aller Lebensmittel werden am Agrar-Weltmarkt gehandelt<br \/>\n<\/strong>Obwohl nur 10 % der globalen Lebensmittel am Weltmarkt gehandelt werden, hat er als neuer Fetisch bzw. G\u00f6tze zentrale Bedeutung f\u00fcr die Preisbildung. Die Konsequenz dieses neoliberalen Freihandelsdogma sind Hunger, Verlust an Biodiversit\u00e4t, Klimawandel und Peak Soil, Marktkonzentration, Abh\u00e4ngigkeit von Subventionen und Bauernsterben. Ans\u00e4tze f\u00fcr einen Wandel liegen in seinen Skandalen, den Futtermittelimporten und der Landflucht in die Metropolen.<\/p>\n<p><strong>Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t<br \/>\n<\/strong>Das Gegenkonzept Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t\u00a0wurde 1996 von der Internationalen Kleinbauernbewegung Via Campesina in Rom vorgestellt. Es ist kein Rezept, sondern die Forderung das Menschen, Nationen und Staatengemeinschaften wieder das Recht bekommen, ihre Ern\u00e4hrungs- und Agrarpolitik selbst zu bestimmen. Als Recht aller Menschen auf gutes und kulturell angepasstes Essen, mittels nachhaltiger Erzeugung. Aber auch als Verpflichtung, die Landwirtschaft anderer L\u00e4nder nicht durch Exporte zu beeintr\u00e4chtigen. Grundlage der Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t sind lokale Erzeugung in regionalen \u2013 \u00fcberschaubaren \u2013 \u00a0Wertsch\u00f6pfungsketten. Diesem Konzept haben sich \u00fcber 400 Wissenschaftler im Weltagrarbericht angeschlossen. Die Transformation (Wandel \u2013 Umgestaltung) beginnt aber nicht in der Politik, sondern an der b\u00e4uerlichen Basis wie die Ny\u00e9l\u00e9nibewegung<br \/>\nInt. Workshop im Herbst 2013 in St.Trudpert\/M\u00fcnstertal im Schwarzwald<br \/>\nDazu: Siegfried J\u00e4ckle, 24.12.2014, <a href=\"https:\/\/www.sForum.eu%20\">www.sForum.eu <\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anadatas &#8211; die, die Essen geben &#8211; sind unsichtbar geworden<\/strong><br \/>\nF\u00fcr mich sind die Fragen der Landwirtschaft und der Ern\u00e4hrung mit der Sorge um die Millionen von Bodenorganismen verbunden aber ebenso mit den Bauern und B\u00e4uerinnen, die in Hitze und K\u00e4lte, im Regen und w\u00e4hrend der D\u00fcrre Lebensmittel produzieren. Wir haben in unserer Sprache einen wunderbaren Ausdruck f\u00fcr diese Menschen. Wir nennen sie \u201eAnadatas&#8220; &#8211; die, die Essen geben &#8211; sie sind f\u00fcr die meisten Menschen unsichtbar geworden.<\/p>\n<p>Mir geht es um Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t, aber das bedeutet nicht, Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t auf der Ebene der Gemeinden zu zerst\u00f6ren, um Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t auf der nationalen Ebene zu verwirklichen. Sie k\u00f6nnen eine nationale Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t nie erreichen, solange die Menschen nicht dar\u00fcber verf\u00fcgen. Es geht um den ganzen Planeten. Der Kampf f\u00fcr eine andere Landwirtschaft als die globalisierte industrielle Landwirtschaft ist f\u00fcr mich ein Imperativ, der sich aus der Klimaproblematik ergibt.<br \/>\n&#8230;..<br \/>\nAls ich vor ein paar Monaten mit Al Gore gemeinsam einen Vortrag hielt, fragte ich ihn \u00fcber die Rolle der Landwirtschaft, denn bei einem Gipfeltreffen hatte ich mit ihm \u00fcber GVO gestritten. Er war total f\u00fcr GVO, total f\u00fcr Biotechnologie, er hat die Biotechnologie wirklich gepusht. Die meisten Leute, die sich wegen des Klimawandels Sorgen machen, denken nicht \u00fcber die Landwirtschaft nach. Sie realisieren nicht, dass das dominante Agrarmodell f\u00fcr 40-50% des Klimawandels verantwortlich ist, und dass ein kleinr\u00e4umiges \u00f6kologisches System mit 40-50% zur L\u00f6sung des Klimaproblems beitragen k\u00f6nnte. Ich gehe also von all diesen Gedanken aus, ich habe nicht nur einen einzigen Ausgangspunkt. Ich mache diese Arbeit, weil es um das Leben geht und Leben hat nicht nur eine einzige Dimension.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nWir hatten vor kurzem ein gr\u00f6\u00dferes nationales Treffen \u00fcber Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t, bei dem ein fr\u00fcherer Premierminister dabei war. Dieser Mann &#8211; sein Name ist V:P. Singh &#8211; verbringt seine Tage nun damit, sich um die Probleme der Armen und der l\u00e4ndlichen Gemeinden zu k\u00fcmmern. Au\u00dferdem war unser Botschafter der Uruguay-Runde, S.P. Shukla bei dem Treffen anwesend. F\u00fcr uns ist Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t zuerst und vor allem, Bauern und B\u00e4uerinnen ihr Land zu lassen. Denn die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr die Landwirtschaft und die Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t in der Dritten Welt ist heute die Enteignung von Land, unter anderem f\u00fcr den Export landwirtschaftlicher Produkte vom S\u00fcden in den Norden. Es gibt viele entwicklungspolitischen Organisationen, die sagen: &#8222;Wenn \u00d6sterreich das Prinzip der Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t verwirklicht, wird das die Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t in Indien oder Kenia unterwandern.&#8220; Das kann nur jemand sagen, der die b\u00e4uerliche Landwirtschaft nicht versteht. Das k\u00f6nnen nur Menschen sagen, die nicht realisieren, dass Bauern und B\u00e4uerinnen bereits entwurzelt worden sind und Land in die H\u00e4nde der Konzerne gelangt ist, wenn gr\u00fcne Bohnen aus dem S\u00fcden in die Wal-Mart-Filialen reisen. Konzerne exportieren, B\u00e4uerInnen nicht; speziell, was Gem\u00fcse betrifft.<\/p>\n<p>Der internationale Handel mit Gem\u00fcse ist f\u00fcr mich der Bereich, der die b\u00e4uerliche Landwirtschaft und die Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t weltweit am meisten zerst\u00f6rt. Gem\u00fcse kann \u00fcberall produziert werden. Es ist absolut falsch, tropische L\u00e4nder, die bei der Produktion von Gem\u00fcse keinen komparativen Vorteil haben, dahingehend zu transformieren, dass sie bl\u00f6dsinnige Baby-Maisk\u00f6lbchen und dumme Kohlsprossen f\u00fcr die europ\u00e4ischen M\u00e4rkte produzieren. Das passiert aber! Es verursacht Hunger, es verursacht Enteignungen, es verursacht Landk\u00e4mpfe im S\u00fcden. Land ist also der erste und wichtigste Aspekt im Konzept der Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p>Der zweite Aspekt der Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t ist die Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber das Saatgut. Diesem Kampf habe ich mein ganzes Leben gewidmet. Deshalb habe ich \u201eNavdanya&#8220; gegr\u00fcndet, die Bewegung f\u00fcr den Erhalt des Saatguts. Wir k\u00f6nnen Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t nicht verwirklichen, wenn Bauern und B\u00e4uerinnen keinen Zugang zu ihrem eigenen Saatgut haben. Wenn Sie gerade jetzt nach Indien blicken, dann sehen Sie, dass die gr\u00f6\u00dfte Anzahl an Selbstmorden von B\u00e4uerInnen dort geschehen, wo Bauern und B\u00e4uerinnen die Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber Saatgut verloren haben, wo Monsanto die Versorgung mit Saatgut kontrolliert, also ein Monopol \u00fcber das Saatgut etabliert hat, vor allem in der Gegend, in der Baumwolle angebaut wird.<\/p>\n<p>Der dritte Aspekt der Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t ist f\u00fcr uns, in der Lage zu sein, Lebensmittel zu produzieren, die die Erde nicht beeintr\u00e4chtigen und keine Schulden und Abh\u00e4ngigkeiten f\u00fcr B\u00e4uerInnen hervorbringen. Pestizide und teures Saatgut, patentiertes Saatgut und GVO zwingen Bauern und B\u00e4uerinnen in die Verschuldung, sch\u00e4digen die Umwelt und die Gesundheit. \u00d6kologische Landwirtschaft muss ein Bestandteil der Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t sein.<\/p>\n<p>Ein weiteres Element der Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t ist, den Markt zu bestimmen. Heutzutage st\u00f6\u00dft die globalisierte Wirtschaft Bauern und B\u00e4uerinnen weltweit in eine tiefe Krise, indem sie die Preise in den Keller treibt. Nicht, dass der Wert der Lebensmittel abgenommen h\u00e4tte, Essen ist einfach notwendig. Aber diejenigen, die das Essen produzieren, bekommen ihren fairen Anteil nicht. Gleichzeitig steigen die Preise f\u00fcr Lebensmittel, vor allem in den L\u00e4ndern des S\u00fcdens. In Bezug auf Indien kann ich Ihnen sagen, dass die B\u00e4uerInnen ein Drittel dessen verdienen, was sie zehn Jahre vor der WTO verdient haben. Was die Leute aber f\u00fcr Lebensmittel bezahlen, hat sich seitdem vervierfacht.<\/p>\n<p>Die Lebensmittelpreise werden die politische Bew\u00e4hrungsprobe f\u00fcr alle Parteien in unserem Teil der Welt darstellen. Deshalb erhalten wir in &#8222;Navdanya&#8220; unser Saatgut, deshalb betreiben wir \u00f6kologische Landwirtschaft aber auch Direktvermarktung, von den Feldern geradewegs zu denen, die essen m\u00fcssen. Weil jetzt Giganten wie Wal-Mart und andere Einzelhandelsketten nach Indien kommen wollen, haben die Frage der Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t und auch die Frage der Marktkontrolle eine neue Bewegung geschaffen. Wir haben diese Bewegung zusammengetrommelt, koordiniert und vorangetrieben, eine Bewegung f\u00fcr einen \u201edemokratischen Einzelhandel&#8220;. Ein neues Wort, das entstanden ist! Ich bin sehr gl\u00fccklich dar\u00fcber, dass wir in den drei Monaten seit der Entstehung dieser Bewegung bereits einiges gegen die Bedrohung seitens der Handelskonzerne tun konnten: In sechs Bundesstaaten haben wir es geschafft, Riesenkonzerne zu verbieten, nur durch gesellschaftliche Mobilisierung.<br \/>\n10.2011, Vandana Shiva<\/p>\n<p><em>Vandana Shiva, indische \u00d6kofeministin und Tr\u00e4gerin des Alternativen Nobelpreises, war im Oktober 2011 in Wien. Dies ist ein Ausschnitt aus einem Interview, das Karin Okonkwo-Klampfer vom \u00d6BV mit ihr f\u00fchrte.<\/em><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.campesina.at\">www.campesina.at<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>B\u00e4uerliche Landwirtschaft als eigene Wirtschaftsform anerkennen<\/strong><\/p>\n<p>Die b\u00e4uerliche Landwirtschaft ist das Gegenst\u00fcck zur produktivistischen Landwirtschaft, welche Teil des agroindustriellen Wirtschaftssektors ist. Agroindustrielle Massenproduktion, die auf immer weniger Landwirte und auf immer mehr Subventionen angewiesen ist, gelangt zunehmend an ihre Grenzen. Landwirtschaftliche Produktionsformen, die sich nur am Gewinn orientieren, bergen schwerwiegende Konsequenzen f\u00fcr die Zukunft unseres Planeten (Wasserverknappung, Ver\u00f6dung, Umweltzerst\u00f6rung).<br \/>\nDie b\u00e4uerliche Landwirtschaft ist heute in ganz Europa durch den Verdr\u00e4ngungswettbewerb bedroht. Unangemessene Hygienevorschriften, die EU-Forderung nach Standardprodukten, eine Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), die nach wie vor die Gro\u00dfbetriebe beg\u00fcnstigt, sinkende Erzeugerpreise und das ungehinderte Wachsen der H\u00f6fe sind die gr\u00f6\u00dften Gefahren f\u00fcr unsere Produktionsweise.<br \/>\nKleine und mittelgro\u00dfe Bauernh\u00f6fe machen jedoch weltweit die Mehrzahl der Betriebe aus. Sie schaffen Arbeitspl\u00e4tze im l\u00e4ndlichen Raum und wirtschaften erwiesenerma\u00dfen effektiver und umweltfreundlicher als die industrielle Landwirtschaft.<br \/>\nAuch in geographisch und klimatisch schwierigen Gebieten spielt die b\u00e4uerliche Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Sie erm\u00f6glicht einer gro\u00dfen Zahl von Kleinbauern und -b\u00e4uerinnen zu \u00fcberleben, erh\u00e4lt so soziale Netze auf dem Land und sichert eine kultivierte Landschaft.<br \/>\nDie VerbraucherInnen sind zunehmend verunsichert und wollen wissen, was sie essen. Sie wollen die Herkunft, die Qualit\u00e4t und Herstellungsweise ihrer Lebensmittel kennen. Die europ\u00e4ischen B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen w\u00fcnschen sich mehr denn je gesunde Lebensmittel aus regionaler Erzeugung. In b\u00e4uerlicher Landwirtschaft produzieren wir Qualit\u00e4tsprodukte f\u00fcr den lokalen Markt, nicht Massenware f\u00fcr den Weltmarkt. Wir verwenden Produktionsmethoden, die den nat\u00fcrlichen Jahresrhythmus der Tiere und Pflanzen respektieren und die Bodenfruchtbarkeit erhalten. B\u00e4uerliche Landwirtschaft erzeugt das Futter f\u00fcr die Tiere zum gro\u00dfen Teil am eigenen Hof und verzichtet auf Importfuttermittel, die lange Transportwege hinter sich haben. Unsere landwirtschaftlichen Produkte verarbeiten wir h\u00e4ufig auch auf unseren H\u00f6fen und stehen \u00fcber die Direktvermarktung in Verbindung zu unseren Kunden. Mit unserer Art zu wirtschaften leisten wir einen Beitrag, um das \u00dcberleben auf der Erde langfristig zu sichern. B\u00e4uerliche Landwirtschaft ist nicht auf der Jagd nach schnellen Profiten.<\/p>\n<p>Wir fordern die Anerkennung der b\u00e4uerlichen Landwirtschaft als eigene Wirtschaftsform. Dies ist eine Vorraussetzung f\u00fcr das \u00dcberleben der kleinen und mittleren Bauernh\u00f6fe und somit des Lebens in unseren D\u00f6rfern.<br \/>\nWir fordern eine Agrarpolitik, die einer m\u00f6glichst gro\u00dfen Zahl von B\u00e4uerinnen und Bauern ein angemessenes Einkommen aus dem Verkauf ihrer Produkte erm\u00f6glicht und die Niederlassung von neuen LandwirtInnen beg\u00fcnstigt.<br \/>\nWir fordern eine GAP, die sich zum Ziel macht, in ganz Europa m\u00f6glichst viele H\u00f6fe zu erhalten &#8211; vor allem auch in den L\u00e4ndern, die im Jahr 2004 der EU beigetreten sind oder demn\u00e4chst beitreten werden&#8230;.<br \/>\nAlles von Heike Schiebeck vom Januar 2004 bitte lesen auf <a href=\"https:\/\/www.agrarbuendnis.at%20\">www.agrarbuendnis.at <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Natur &gt;Landwirt &gt;Kleinbauern &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags: Bitte\u00a0anklicken\u00a0oder runterscrollen Zwei junge Gem\u00fcseg\u00e4rterinnen aus dem Breisgau engagieren sich f\u00fcr faire L\u00f6hne in der Landwirtschaft\u00a0(17.5.2026) Volker Kempf: Auf der Suche nach Wirklichkeit in der Mensch-Nutztier-Beziehung\u00a0(18.12.202) Siegfried J\u00e4ckle am 8.8.2025 im Alter &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/kleinbauern\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":1014,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-52497","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/52497","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=52497"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/52497\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":149236,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/52497\/revisions\/149236"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52497"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}