{"id":5162,"date":"2012-06-18T06:15:03","date_gmt":"2012-06-18T06:15:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=5162"},"modified":"2026-03-21T20:28:14","modified_gmt":"2026-03-21T19:28:14","slug":"emissionshandel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/emissionshandel\/","title":{"rendered":"Emissionshandel"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Natur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/\">Natur<\/a> &gt;<a title=\"Klima\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/\">Klima<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/co2\/\">CO2<\/a> &gt;Emissionshandel<\/p>\n<div id=\"attachment_4785\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/tal\/dreisamtal\/kornblumen1pan120608\/\" rel=\"attachment wp-att-4785\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4785\" class=\"size-full wp-image-4785\" title=\"kornblumen1pan120608\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/kornblumen1pan120608.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/kornblumen1pan120608.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/kornblumen1pan120608-180x54.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4785\" class=\"wp-caption-text\">Blick nach Osten im Dreisamtal zwischen Ebnet und Zarten am 10.6.2012<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): <span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span> oder scrollen<\/em><\/li>\n<li>Streit und Chaos beim Emissionshandel: EHS1, EHS2, nEHS (21.3.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bverfg-klagen-co2-klimaziele\/\">BVerfG Klagen CO2-Klimaziele<\/a>\u00a0(16.1.2026)<\/li>\n<li>Industrieallianz verlangt kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten (24.10.2025)<\/li>\n<li>Klimaaktivisten verstehen den Emissionshandel nicht (21.1.2023)<\/li>\n<li>Klimapolitik: Nur der Handel mit Emissionsrechten ist zielsicher (22.8.2020)<\/li>\n<li><a title=\"Airport\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/verkehr\/airport\/\">Flugreisen, CO2 und Emmissionsrechtehandel<\/a>\u00a0(16.8.2019)<\/li>\n<li>Emissionshandel gescheitert (10.1.2015)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/emissionshandel.htm#Zertifikate auch f\u00fcr Fluggesellschaften: Europa riskiert Handelskrieg\">Zertifikate auch f\u00fcr Fluggesellschaften: Europa riskiert Handelskrieg <\/a>&gt;Emissionshandel (23.12)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/klima3.htm#Gleichnis: 2 von 10 in der W\u00fcste haben die H\u00e4lfte des Wassers verbraucht\">Gleichnis: 2 von 10 in der W\u00fcste haben die H\u00e4lfte des Wassers verbraucht<\/a> &gt;Klima3 (6.12.2009)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/emissionshandel.htm#Das Dilemma der europ\u00e4ischen Umweltpolitik\">Das Dilemma der europ\u00e4ischen Umweltpolitik<\/a> &gt;Emissionshandel (25.10.2008)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/klima1.htm#Moraltheologe Schockenhoff \u00fcber Klimas\u00fcnden, Wahrnehmungsblockaden\">Moraltheologe Schockenhoff \u00fcber Klimas\u00fcnden, Wahrnehmungsblockaden<\/a> &gt;Klima1 (8.12.07)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/emissionshandel.htm#Emissionshandel: CO-Verschmutzungsrechte handeln\">Emissionshandel: CO-Verschmutzungsrechte handeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/kapitalanlage.htm#Baum-Invest - Holz in Costa Rica\">Baum-Invest &#8211; Holz in Costa Rica<\/a>&gt;Kapitalanlage<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/klima.htm#CO2-Fu\u00dfabdruck\">CO2-Fu\u00dfabdruck &#8211; Carbon Footprint CF<\/a>&gt;Klima<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/emissionshandel.htm#Manfred Vohrer aus dem M\u00fcnstertal - Global Woods AG\">Global Woods AG &#8211; Manfred Vohrer aus dem M\u00fcnstertal<\/a> (10.9.2004)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a title=\"Airport\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/verkehr\/airport\/\">Airport<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Klimapolitik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klimapolitik\/\">Klimapolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/emissionshandel.htm#PulsMinus - Emissionshandel\">PlusMinus &#8211; Emissionshandel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/emissionshandel.htm#Links\">Links<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Streit und Chaos beim Emissionshandel: EHS1, EHS2, nEHS<\/strong><br \/>\nUnsere Klima- und Energiepolitik ist ein Scherbenhaufen. Neben dem R\u00fcckw\u00e4rtsgang beim Verbrenner-Aus und bei der Kernkraft wird das Chaos beim Emissionshandelssystem f\u00fcr Verkehr und Geb\u00e4ude, dem EHS 2, bislang kaum bemerkt. Der Emissionshandel, und nur er, reduziert die CO2-Emissionen verl\u00e4sslich und zugleich kostenminimal: Das Reduktionsziel kann nicht verfehlt werden, denn das zul\u00e4ssige Emissionsvolumen wird festgelegt und kontinuierlich abgesenkt. Es wird auf Emissionsrechte aufgeteilt, die an der B\u00f6rse versteigert werden. Emittenten, f\u00fcr die die CO2-Vermeidung am teuersten ist, bieten den h\u00f6chsten Preis und erhalten die Rechte; die anderen m\u00fcssen umr\u00fcsten.<br \/>\n.<br \/>\nDie EU hat dieses System, als EHS 1, vor vielen Jahren f\u00fcr die energieintensiven Industriezweige eingef\u00fchrt. F\u00fcr den Autoverkehr und die Geb\u00e4udebeheizung hatte sie dagegen Effizienzvorschriften erlassen. Sie ist damit krachend gescheitert: Die CO2-Ziele wurden Jahr f\u00fcr Jahr verfehlt. Daher hat die EU inzwischen auch f\u00fcr diese Bereiche ein Emissionshandelssystem ab 2027 beschlossen, das EHS 2. Um die Verbraucher langsam daran zu gew\u00f6hnen und einen pl\u00f6tzlichen Preissprung bei Benzin, Heiz\u00f6l und Gas zu vermeiden, sollten die Preise f\u00fcr Emissionsrechte im EHS 2 anfangs auf 60 Euro pro Tonne CO2 gedeckelt werden. Doch Ende 2025 wurde die EHS-2-Einf\u00fchrung auf 2028 verschoben.<br \/>\nNun gibt es in Deutschland f\u00fcr Verkehr und Geb\u00e4ude bereits ein nationales Emissionshandelssystem, das nEHS. In ihm sind die Preise derzeit bei 65 Euro gedeckelt \u2013 befristet bis Ende 2026, denn ab 2027 sollte ja das EU-weite EHS 2 kommen. Die deutsche Ministerialb\u00fcrokratie arbeitet gr\u00fcndlich und l\u00e4sst keine Eventualit\u00e4t unreguliert. Im nEHG-Gesetz hat sie daher auch f\u00fcr den Fall vorgesorgt, dass 2027 kein EU-weiter Preisdeckel kommt: Dann ist ab 2027 auch f\u00fcr Verkehr und Geb\u00e4ude der Emissionsrechtepreis des EHS 1 zu zahlen. Der ist nicht gedeckelt, sondern bildet sich frei. Er betrug Anfang 2026 \u00fcber 90 Euro, ist wegen der miserablen wirtschaftlichen Lage derzeit eingebrochen, d\u00fcrfte aber bis 2027 auf einen Betrag zwischen 80 und 90 Euro steigen. Bei Benzin, Heiz\u00f6l und Gas droht also eine Achterbahnfahrt: Anfang 2027 ein Preisschock mit einem Sprung von 65 Euro auf \u00fcber 80 Euro und 2028 ein Preissturz auf den EU-weiten Deckel von 60 Euro.<br \/>\nSeit Monaten dringt das Bundeswirtschaftsministerium darauf, dass in Deutschland 2027 der urspr\u00fcnglich geplante EU-Deckel von 60 Euro eingef\u00fchrt, wenigstens aber der deutsche Deckel von 65 Euro fortgeschrieben wird. Das Bundesumweltministerium weigert sich aus klimapolitischen Gr\u00fcnden.<br \/>\nNoch h\u00e4rter ist aber der Widerstand des Bundesfinanzministeriums: Es hat in seiner Haushaltsplanung f\u00fcr 2027 die Einnahmen aus dem nEHS mit 85 Euro pro Tonne fest einkalkuliert. Ein Preisdeckel von 60 oder 65 Euro w\u00fcrde zu Mindereinnahmen von mehreren Milliarden Euro f\u00fchren. Das w\u00fcrde die ohnehin sehr klamme Finanzlage noch einmal versch\u00e4rfen. Da schr\u00f6pft man lieber ein Jahr lang die Autofahrer und Mieter.<br \/>\n&#8230; Alles vom 21.3.2026 von L\u00fcder Gerken bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/streit-und-chaos-beim-emissionshandel\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/streit-und-chaos-beim-emissionshandel<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Industrieallianz verlangt kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten<\/strong><br \/>\n<strong>Der CO2-Irrsinn mit Methode<\/strong><br \/>\nJ\u00f6rg Fischer<\/p>\n<p>F\u00fcr Marktwirtschaftler, die sich mehr vor dem Klimawandel als vor der Deindustrialisierung f\u00fcrchten, ist das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) das Nonplusultra der Dekarbonisierung. Die Union pries im Wahlprogramm die ETS-Verteuerung und die staatliche Willk\u00fcr, f\u00fcr jede CO\u2082-Emission Zertifikate zu kaufen, als \u201edas richtige Instrument\u201c an, um \u201edas Klima bestm\u00f6glich zu sch\u00fctzen\u201c. So k\u00f6nne der Markt \u201eentscheiden, wo und wie Emissionen vermieden werden\u201c.<\/p>\n<p>Der Weltmarkt hat sich tats\u00e4chlich l\u00e4ngst entschieden: Die Produktionsverlagerung ist in vollem Gange \u2013 China, Indien, die T\u00fcrkei oder die USA freuen sich. Eine Allianz von 79 Industriebetrieben, angef\u00fchrt vom Linzer Stahlkonzern Voestalpine und von der BASF \u00fcber Dupont und Schott bis hin zum unterfr\u00e4nkischen Ziegelwerk Englert, wollen aber bei der Deindustrialisierung nicht apathisch zusehen. Sie fordern in einem offenen Brief an die EU-Kommission, den Rat der 27 Staats- und Regierungschefs und \u201ehochrangige europ\u00e4ische Politiker:innen\u201c (ja, sie gendern selbst im Untergang!) Ausnahmen f\u00fcr ihre energieintensiven Industrien \u2013 sprich: kostenlose ETS-Zertifikate. \u201eDer Zeitpunkt des Auslaufens der Freizuteilung 2026 bis 2034 ist unrealistisch, zumal bis dahin die Voraussetzungen f\u00fcr die grundlegende Technologieumstellung \u2013 wie ausreichende Verf\u00fcgbarkeit von gr\u00fcnem Strom oder Wasserstoff zu wettbewerbsf\u00e4higen Preisen inklusive Infrastruktur \u2013 nicht gegeben sind\u201c, argumentiert Voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner. Derzeit zahle man 200 Millionen f\u00fcr CO\u2082-Zertifikate, bis 2030 k\u00e4men ein bis zwei Milliarden Euro hinzu. Diese Zusatzbelastung gef\u00e4hrde 23.300 Arbeitspl\u00e4tze, acht Milliarden Euro Wertsch\u00f6pfung und 2,4 Milliarden an Steuern und Sozialbeitr\u00e4gen pro Jahr.<\/p>\n<p>Auch in den Branchen, wo die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie aktiv ist, geht es um die nackte Existenz. Deswegen unterst\u00fctzt die IG BCE als einziges DGB-Mitglied den Voestalpine-Brandbrief. Doch der Green Deal der EU und das Ziel der Klimaneutralit\u00e4t (K\u00f6ln: 2035; Hamburg: 2040; Deutschland: 2045; EU\/\u00d6sterreich: 2050) sind sakrosankt. Und im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD wurde sogar angedroht, den ETS-Irrsinn international voranzubringen und weitere L\u00e4nder f\u00fcr eine CO\u2082-Bepreisung zu gewinnen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 24.10.2025 von J\u00f6rg Fischer bitte lesen in der JF 44\/25, Seite 10<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.junge-freiheit.de\">https:\/\/www.junge-freiheit.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Klimaaktivisten verstehen den Emissionshandel nicht<\/strong><br \/>\n<strong>Die Verstromung von L\u00fctzi-Kohle ist klimaneutral<\/strong><br \/>\nL\u00fcder Gerken zeigt, dass die Verstromung von Kohle klimaneutral ist; daf\u00fcr sorgen unsere Klimaschutzvorschriften. Die Klimaaktivisten sind seiner Meinung nach nicht mehr f\u00fcr Sachargumente erreichbar.<br \/>\nL\u00fctzerath \u2013 von Aktivsten liebevoll L\u00fctzi genannt \u2013 ist trotz heftigster Proteste ger\u00e4umt, damit der Energiekonzern RWE mit dem Abbau der dortigen Kohle zur Stromerzeugung beginnen kann. Unsere Politiker, zumal jene der Gr\u00fcnen, versuchen krampfhaft, die R\u00e4umung zu rechtfertigen: Gerichte h\u00e4tten RWE den Abbau gestattet; da k\u00f6nne man nichts machen. Und: Man habe mit RWE doch einen tollen Kompromiss ausgehandelt; RWE werde nur eines von sechs D\u00f6rfern abrei\u00dfen und aus der Kohleverstromung bereits 2030 statt 2038 aussteigen.<\/p>\n<p>Den Meinungsf\u00fchrern der Klimaaktivisten ist das egal. Luisa Neubauer sagte: &#8222;Bei L\u00fctzerath geht es um Millionen Tonnen CO2, die im Boden bleiben m\u00fcssen; das ist wichtig f\u00fcr die Einhaltung unserer Klimaziele.&#8220; Und Greta Thunberg t\u00f6nte: &#8222;RWE gef\u00e4hrdet die Leben von unz\u00e4hligen Menschen auf der ganzen Welt.&#8220; Mit Verlaub: Beides ist blanker Unsinn. Denn ob L\u00fctzi-Kohle verstromt wird oder nicht, ver\u00e4ndert die Menge der CO2-Emissionen in Europa nicht um ein einziges Gramm, es ist klimaneutral. Warum?<br \/>\nDie Stromerzeugung aus Kohle f\u00fchrt zwar zu hohen CO2-Emissionen. Aber sie unterliegt dem Emissionsrechtehandel der Europ\u00e4ischen Union, dem EU-EHS (Emissionshandelssystem). Bei ihm ist die Gesamtmenge an CO2, die die Industrie emittieren darf, gedeckelt. Sie wird auf Emissionsrechte f\u00fcr je eine Tonne CO2 verteilt, die an der B\u00f6rse versteigert werden. Wer CO2 emittieren will, muss mitbieten. Durch Angebot und Nachfrage bildet sich ein Marktpreis, bei dem alle Emissionsrechte verkauft werden. Die Unternehmen, die mindestens den B\u00f6rsenpreis bieten, erhalten den Zuschlag. Die anderen gehen leer aus; sie d\u00fcrfen kein CO2 emittieren.<br \/>\nAll das gilt auch f\u00fcr RWE, wenn es mit Kohle Strom erzeugen will. Wenn nun RWE die L\u00fctzi-Kohle nicht verstromt, verringert das die Nachfrage nach Emissionsrechten an der B\u00f6rse. Bei einem Nachfrager\u00fcckgang sinkt, wie auf anderen M\u00e4rkten auch, der Preis, so dass Unternehmen, die andernfalls wegen eines etwas zu niedrigen Preisgebots leer ausgehen w\u00fcrden, jetzt zum Zuge kommen. Wiederum werden alle Emissionsrechte verkauft. Die Gesamtemissionen in der EU bleiben also konstant auf dem EU-weit erlaubten Niveau. Die gleiche Menge, die RWE weniger emittiert, emittieren andere mehr. Effekt f\u00fcr das Klima, wenn die L\u00fctzi-Kohle im Boden bleibt: null.<\/p>\n<p>Die Klimaschutzbewegung nimmt zunehmend pseudoreligi\u00f6se Ausma\u00dfe an; mit Sachargumenten sind viele Aktivisten nicht mehr zu erreichen. Haben auch ihre Meinungsf\u00fchrer das EU-EHS nicht verstanden? Oder agieren sie wider besseres Wissen? Das w\u00e4re perfide. Merkw\u00fcrdig ist aber auch, dass kein Politiker klargestellt hat, dass die Verstromung von L\u00fctzi-Kohle klimaneutral ist. Haben selbst sie das EU-EHS nicht verstanden?<\/p>\n<p>Damit wir uns nicht missverstehen: Wem der Klimaschutz in Europa nicht reicht, der hat das gute Recht, dagegen zu demonstrieren. Aber Adressat muss sein, wer die Klimaschutz-Vorschriften macht. Das sind das Europ\u00e4ische Parlament und der Ministerrat mit den nationalen Umweltministerien; sie legen die zul\u00e4ssige Emissionsmenge f\u00fcr das EU-EHS fest. Es ist nicht das Unternehmen RWE, das sich im Rahmen dieser Vorgaben bewegt. Auch als Symbol taugen die Proteste in L\u00fctzerath daher nicht. Man darf nicht den Sack schlagen, wenn man den Esel meint, der dann unbehelligt davonkommt. Im Verkehrsfunk war am Wochenende zudem zu h\u00f6ren, dass die vielen mit Autos anreisenden Aktivisten die Stra\u00dfen im Gro\u00dfraum L\u00fctzerath verstopften. E-Autos d\u00fcrften kaum darunter gewesen sein. Folglich waren die Proteste gegen den \u2013 klimaneutralen \u2013 Kohleabbau selbst nicht klimaneutral. Ein Verzicht auf die Anreise w\u00e4re deshalb ein Beitrag zum Klimaschutz gewesen.<br \/>\n\u00dcberdies h\u00e4tten die Aktivisten sogar doppelt Gutes tun k\u00f6nnen: Eine Tonne CO2 kostet derzeit etwa 80 Euro, also weniger als eine Tankf\u00fcllung. Die Aktivisten h\u00e4tten f\u00fcr die eingesparten Spritkosten Emissionsrechte kaufen und diese dann ungenutzt zerrei\u00dfen k\u00f6nnen. Damit h\u00e4tten sie den CO2-Aussto\u00df in Europa unter den zul\u00e4ssigen Deckel abgesenkt. Aber damit w\u00fcrden sie ihren angestauten Frust nicht los. Und ihre Meinungsf\u00fchrer k\u00e4men nicht in die Nachrichten und Talkshows.<br \/>\n&#8230; Alles vom 21.1.2023 von L\u00fcder Gerken bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/klimaaktivisten-verstehen-den-emissionshandel-nicht--238317997.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/klimaaktivisten-verstehen-den-emissionshandel-nicht&#8211;238317997.html<\/a><br \/>\n.<br \/>\nKommentar:<br \/>\nDieser informative Artikel (Danke an die BZ f\u00fcrs Ver\u00f6ffentlichen) zeigt, auf welch erb\u00e4rmlich dummem Niveau FridaysForFuture derzeit argumentiert. Schade, dass die jungen Leute das Prinzip des Emissionshandels nicht kapieren bzw. kapieren wollen. Warum nur?<br \/>\n21.1.2023, E.K.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Klimapolitik: Nur der Handel mit Emissionsrechten ist zielsicher<\/strong><br \/>\n<em>L\u00fcder Gerken vergleicht vier Instrumente der Klimapolitik und erkl\u00e4rt, warum die meisten davon nicht wirken<\/em><br \/>\n.<br \/>\nIn Europa will man die Verbrennung von Kohle, Erd\u00f6l und Erdgas drastisch reduzieren, weil dabei das &#8222;Treibhausgas&#8220; CO2 emittiert wird. Es gibt detaillierte Berechnungen von Klimaforschern, wie viel CO2 eingespart werden m\u00fcsse, um die globale Erw\u00e4rmung zu stoppen. Wer Klimaschutz zur Priorit\u00e4t erkl\u00e4rt, muss sicherstellen, dass die geforderte Senkung der CO2-Emissionen jedenfalls erreicht wird. Die Klimapolitik hat vier Instrumente: Gebote und Verbote, Subventionen, CO2-Steuer und Emissionsrechtehandel.<br \/>\nParadebeispiel f\u00fcr Ge- und Verbote sind die EU-Vorschriften f\u00fcr Automobile. Die Autos eines Herstellers, etwa Mercedes, d\u00fcrfen durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. Das ist wenig zielsicher: Ein Autofahrer, dessen Auto 200 Gramm emittiert und der 5000 Kilometer im Jahr f\u00e4hrt, verursacht viel weniger CO2 als einer, dessen Auto 80 Gramm emittiert, der aber 200 000 Kilometer f\u00e4hrt. Subventionen sollen zu CO2-sparendem Verhalten veranlassen. Beispiele sind die Zusch\u00fcsse f\u00fcr Altbausanierungen und die Privilegien, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Erzeugern emissionsneutraler Energien verschafft. Da man nicht wei\u00df, in welchem Umfang die Subventionen genutzt werden, ist auch das nicht zielsicher.<\/p>\n<p>Die CO2-Steuer ist ein Aufschlag auf den Preis von Benzin, Diesel, Heiz\u00f6l und Erdgas. Sie soll den Verbrauch und damit die Emissionen im f\u00fcr n\u00f6tig erachteten Umfang reduzieren. Doch auch das ist nicht zielsicher: Der Preisaufschlag wird gesetzlich festgelegt, aber offen bleibt, ob und wie stark der Verbrauch und damit die Emissionen sinken. Niemand wei\u00df, wie die Nachfrager reagieren. Diese k\u00f6nnen sich rasch an h\u00f6here Preise gew\u00f6hnen und zum alten Verhalten zur\u00fcckkehren. Auch schwankt die Nachfrage je nach Konjunkturlage. Der Steuersatz m\u00fcsste also fortw\u00e4hrend nach Versuch und Irrtum angepasst werden, und selbst dann ist nicht sicher, ob die gewollte CO2-Reduktion erreicht wird.<br \/>\nBeim Emissionsrechtehandel \u2013 etwa dem europ\u00e4ischen EU-EHS \u2013 schlie\u00dflich wird das maximal zul\u00e4ssige Volumen an CO2-Emissionen f\u00fcr die gesamte Volkswirtschaft festgelegt. Um zu bestimmen, wer diese Menge emittieren darf, wird es auf Emissionsrechte verteilt. Diese Rechte werden an einer B\u00f6rse angeboten und gehandelt. Wer CO2 emittieren will, muss ein solches Recht ersteigern. Je h\u00f6her die Nachfrage, desto h\u00f6her der Preis. Es ist also genau anders herum als bei der CO2-Steuer: Die Menge wird gesetzlich festgelegt, die Preisreaktion bleibt offen.<br \/>\nDer Emissionsrechtehandel ist das einzige Instrument, das die f\u00fcr n\u00f6tig erachtete Emissionsreduktion sicher erreichen kann. Der Emissionsrechtehandel minimiert au\u00dferdem volkswirtschaftsweit die Kosten des Klimaschutzes: Jeder Emittent entscheidet selbst, ob er Emissionsrechte ersteigert oder in CO2-Vermeidung investiert. Er wird tun, was f\u00fcr ihn billiger ist. Diejenigen, f\u00fcr die die Umr\u00fcstung auf CO2-arme Technologie am teuersten w\u00e4re, bieten den h\u00f6chsten Preis. So wird CO2 dort eingespart, wo es zu den niedrigsten Kosten m\u00f6glich ist.<br \/>\nDas deutsche EEG mit seiner Subventionierung macht die CO2-Einsparung horrend teuer: Das Institut der deutschen Wirtschaft errechnete 2018, dass die Vermeidung einer Tonne CO2 durch die Erzeugung von Strom aus Photovoltaikanlagen 475 Euro kostet. Der Emissionsrechtehandel EU-EHS schafft das f\u00fcr unter 30 Euro. Lobbyisten und Profiteure der deutschen EEG-Subventionen machen viel Stimmung gegen den Emissionsrechtehandel. Sie behaupten, er funktioniere nicht:<br \/>\nErstens sei der Preis viel zu niedrig. Das ist Unsinn. Denn egal wie niedrig der Preis ist, die festgelegte CO2-Obergrenze wird eingehalten. Wer diese Obergrenze f\u00fcr zu hoch h\u00e4lt, darf nicht den Emissionsrechtehandel verantwortlich machen, sondern muss sich an die Politiker wenden, die die Grenze festgelegt haben.<br \/>\nZweitens wird kritisiert, dass viele EU-Unternehmen Emissionsrechte gratis bek\u00e4men. Das ist n\u00f6tig, solange es keine globale Klimapolitik gibt. Denn das EU-EHS gilt nur f\u00fcr Emittenten in der EU. Der Kauf von Emissionsrechten erh\u00f6ht ihre Produktionskosten gegen\u00fcber Konkurrenten in L\u00e4ndern mit geringerem Klimaschutz. Es besteht daher die Gefahr, dass Produktion aus der EU in diese L\u00e4nder abwandert. Das vernichtet Arbeitspl\u00e4tze in Europa. Und weil an den neuen Standorten der Klimaschutz laxer ist, wird dort sogar mehr zus\u00e4tzlich emittiert, als in der EU eingespart. Die Gratiszuteilung verhindert beides.<br \/>\n&#8230; Alles vom 22.8.2020 von L\u00fcdger Gerken bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/nur-der-handel-mit-emissionsrechten-ist-zielsicher--192497290.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/nur-der-handel-mit-emissionsrechten-ist-zielsicher&#8211;192497290.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Emissionshandel gescheitert<br \/>\n<\/strong>Wirtschaftswissenschaftler L\u00fcder Gerken kritisiert die Klimapolitik von Berlin und Br\u00fcssel als Klimaschutz-Aktionismus. Wer den Beitrag gelesen hat, versteht, warum der Physikerin und Bundeskanzlerin Angela Merkel kaum eine Gruppe von Wissenschaftlern mitunter so auf die Nerven geht wie die \u00d6konomen. Bekanntlich hat die Zunft schon genug Probleme damit, essenzielle Fragestellungen ihres eigenen Fachgebietes zu l\u00f6sen. Man erinnere sich an die Frage der K\u00f6nigin von England, warum keiner der Wirtschaftswissenschaftler die letzte Weltwirtschaftskrise voraussehen konnte?<br \/>\nProblematisch wird es vollends, wenn sich \u00d6konomen auf ein f\u00fcr Sie fremdes Wissensgebiet wagen. So &#8222;verheddert&#8220; sich Gerken hoffnungslos in seiner Kritik an der &#8222;Klimaschutz- und Energiepolitik&#8220;, in dem er bereits bei der Problembeschreibung in den ersten beiden Abs\u00e4tzen Klimaschutzziele sinnfrei aus den politischen Kontext herausl\u00f6st, dann am eigentlichen Problem vorbeianalysiert und Ursache mit Wirkung verwechselt. Ein Problem bestehe darin, dass sich die Vorgabe zur Reduzierung von 22 Millionen Tonnen CO<sub><span style=\"font-size: small;\">2<\/span><\/sub>-Emissionen im &#8222;Aktionsprogramm Klimaschutz 2020&#8220; der Bundesregierung mit dem EU-CO<sub><span style=\"font-size: small;\">2<\/span><\/sub>&#8211; Emissionsrechtesystem EU-ETS &#8222;bei\u00dft&#8220;, dieses teilweise aushebelt und so der deutschen Volkswirtschaft Kosten entstehen, ohne dem Klima zu n\u00fctzen. Das ist Unsinn, denn den von Gerken gepriesenen \u00f6kologisch wie \u00f6konomisch effizienten Emissionshandhandel gibt es in der Praxis bekannterma\u00dfen nicht, weil viel zu viel Emissionszertifikate bei der Einf\u00fchrung des Emissionshandels auf Druck der Industrie ausgegeben wurden und sich aufgrund der Wirtschaftskrise und des Zustroms an internationalen Emissionszuschriften ein gro\u00dfer \u00dcberschuss an Emissionszertifikationen angesammelt hat. Total ineffiziente deutsche Dinosaurier-Kohlekraftwerke (CO<sub><span style=\"font-size: small;\">2<\/span><\/sub>-Dreckschleudern) erzeugen Rekord-Strommengen und klimasch\u00e4dliche Emissionen, weil die Emissionspreise pro Tonne CO<sub><span style=\"font-size: small;\">2<\/span><\/sub><span class=\"Apple-converted-space\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00a0<\/span><\/span>weit unter dem notwendigen Preis gehandelt werden, der f\u00fcr eine CO<sub><span style=\"font-size: small;\">2<\/span><\/sub>-Reduzierung notwendig w\u00e4re (rund 13 Euro statt derzeit f\u00fcnf Euro\/Tonne).<br \/>\nGerade weil das marktwirtschaftliche Instrument Emissionshandel versagt, m\u00fcssen also die nationalen Klimaschutzziele auf anderem Wege erreicht werden. Beim &#8222;Aktionsprogramm Klimaschutz 2020&#8220; handelt es sich um ein &#8222;Notprogramm&#8220;, weil bereits heute klar ist, dass die nationalen Klimaschutzziele bis 2020 nicht auf dem herk\u00f6mmlichen Weg zu erreichen sind. Insgesamt besteht bis 2020 eine Einsparl\u00fccke von 80 bis 100 Millionen Tonnen CO<sub><span style=\"font-size: small;\">2<\/span><\/sub>, davon sollen die Stromversorger rund 22 Millionen Tonnen durch Abschaltung von Uralt-Kohlekraftwerken einsparen. Selbstverst\u00e4ndlich nutzen die Einsparungen dem Klimaschutz, und der Volkswirtschaft entsteht ein dauerhafter Nutzen durch sinnvolle Investitionen in erneuerbare Energien.<br \/>\n\u00dcbrigens, Herr Gerken, Deutschland hat nicht h\u00f6here Klimaschutzziele als die EU, weil wir &#8222;Musterknaben&#8220; sein wollen, sondern weil wir der achtgr\u00f6\u00dfte CO<sub><span style=\"font-size: small;\">2<\/span><\/sub>&#8211; Emittent weltweit sind und historisch an sechster Stelle gemeinsam mit Gro\u00dfbritannien mit je 0,03 Grad zum Klimawandel beitragen. Nach dem Lastenverteilungsprinzip sollen emissionsst\u00e4rkere Nationen in der EU eine Vorreiterrolle \u00fcbernehmen, weshalb es auch keinen Widerspruch zwischen national h\u00f6heren und niedrigeren EU-Klimaschutzzielen bis 2020 gibt.<br \/>\n10.1.2015, Armin Bobsien, Freiburg<\/p>\n<p>Am eigentlichen Problem analysiert er vorbei<br \/>\nZu: &#8222;Deutschlands unn\u00fctzer Klimaschutz-Aktionismus&#8220;, BZ-Gastbeitrag von L\u00fcder Gerken (Politik, 20. Dezember):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/kommentare-1\/deutschlands-unnuetzer-klimaschutz-aktionismus--97422317.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/kommentare-1\/deutschlands-unnuetzer-klimaschutz-aktionismus&#8211;97422317.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zertifikate auch f\u00fcr Fluggesellschaften: Europa riskiert Handelskrieg<\/strong><br \/>\nZwar hat der Europ\u00e4ische Gerichtshof am Mittwoch der EU-Kommission den R\u00fccken gest\u00e4rkt und die Klage von US-<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/airport.htm\">Fluggesellschaften<\/a> gegen den Emissionshandel abgewiesen. Das d\u00fcrfte die Gem\u00fcter aber kaum beruhigen. Die USA und China haben angek\u00fcndigt, das europ\u00e4ische Projekt zu torpedieren. Sie sehen die Souver\u00e4nit\u00e4t ihres Luftraums verletzt. Denn das Gesetz gilt f\u00fcr alle Fl\u00fcge, die in Europa starten oder dorthin gehen, f\u00fcr die gesamte Strecke \u2013 auch au\u00dferhalb Europas.<br \/>\nAlles vom 23.12.2011 auf <a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wirtschaft-3\/europa-riskiert-einen-handelskrieg--53878951.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wirtschaft-3\/europa-riskiert-einen-handelskrieg&#8211;53878951.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Das Dilemma der europ\u00e4ischen Umweltpolitik\u00a0<\/strong><br \/>\nKlimaforscher sagen, die Erderw\u00e4rmung k\u00f6nne nur noch mit drastischen Ma\u00dfnahmen begrenzt werden. Daher hat die EU drastische Ma\u00dfnahmen beschlossen. Als Hauptursache f\u00fcr die Erderw\u00e4rmung wird der menschlich verursachte Aussto\u00df von CO angesehen. Daher soll er in der EU bis 2020 um zwanzig Prozent gesenkt werden. Im Zentrum der EU-Ma\u00dfnahmen steht der Zertifikatehandel.<\/p>\n<p>Die Idee ist einfach und \u00f6konomisch sinnvoll: Die Gesamtmenge an CO, die die europ\u00e4ische Industrie freisetzen darf, wird beschr\u00e4nkt und stetig abgesenkt. Unternehmen, die CO aussto\u00dfen wollen, m\u00fcssen Berechtigungszertifikate ersteigern. Wer am meisten daf\u00fcr bietet, erh\u00e4lt den Zuschlag. Da die Unternehmen ihre Kosten m\u00f6glichst gering halten wollen, werden sie folgendes tun: Sobald die Zertifikate teurer sind als eine Umr\u00fcstung ihrer Produktion auf CO-arme Technologie, r\u00fcsten sie um. Denn das ist dann billiger. Umr\u00fcstung geht nicht \u00fcberall gleich gut. Unternehmen, f\u00fcr die die Umr\u00fcstung sehr teuer w\u00e4re \u2014 die also am meisten auf die Emission von CO angewiesen sind \u2014 , sind daher bereit, h\u00f6here Preise f\u00fcr Zertifikate zu bezahlen. Die Versteigerung hat also einen gro\u00dfen Vorteil: Klimaschutz ist zwar teuer. Aber sie sorgt daf\u00fcr, dass die Anpassung an eine CO-arme Produktion dort vorgenommen wird, wo sie relativ die geringsten Kosten verursacht. Was aber passiert, wenn in Europa eine rigorose CO-Beschr\u00e4nkung eingef\u00fchrt wird und in der \u00fcbrigen Welt nicht? Der Klimawandel ist ein weltweites Problem; eine auf das kleine Europa beschr\u00e4nkte CO-Senkung bringt \u2014 au\u00dfer dass die EU mit gutem Beispiel vorangeht \u2014 kaum etwas. Das ist freilich nicht der heikle Punkt. Viel gravierender ist ein anderes Problem. Nehmen wir als Beispiel die Stahlindustrie. Erster Effekt: Da Zertifikate genauso wie die Umr\u00fcstung auf CO-arme Produktion Geld kosten, produzieren die europ\u00e4ischen Stahlunternehmen teurer als ihre ausl\u00e4ndische Konkurrenz, die diese Kosten nicht hat. Dadurch sind sie weniger wettbewerbsf\u00e4hig. Sie verlieren Marktanteile und stehen vor der Wahl, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern oder das Feld den ausl\u00e4ndischen Konkurrenten zu \u00fcberlassen. Beides vernichtet Arbeitspl\u00e4tze in Europa. Zweiter Effekt: Wenn Stahl nicht mehr in Europa, sondern etwa in Indien produziert wird, verringern sich zwar in der EU die CO-Emissionen. Aber in Indien steigen die CO-Emissionen. Und der Anstieg dort ist sogar noch st\u00e4rker als der R\u00fcckgang in der Europ\u00e4ischen Union, weil indische Stahlwerke meist weniger modern sind und daher pro Tonne Stahl mehr CO aussto\u00dfen als europ\u00e4ische. Mit anderen Worten: Eine auf Europa beschr\u00e4nkte Klimapolitik vernichtet nicht nur Arbeitspl\u00e4tze, sondern verschlimmert sogar noch die Erderw\u00e4rmung. Zwei Nachteile auf einen Schlag ist ein bisschen viel. Aber immerhin: Die Umweltpolitiker, die die Folgen ihrer Politik am Arbeitsmarkt gerne \u00fcbergehen, sitzen in einem Boot mit den Wirtschaftspolitikern, f\u00fcr die umgekehrt der Umweltschutz oft nachrangig ist. Und so plant man jetzt einen &#8222;flexiblen&#8220; Zertifikatehandel: Die unter internationalem Wettbewerbsdruck stehenden Unternehmen sollen Zertifikate gratis erhalten. Dann steigen ihre Kosten nicht, so dass sie wettbewerbsf\u00e4hig bleiben. Dummerweise f\u00fchrt das nun wiederum zu erheblichen Problemen in Europa. Erstens m\u00fcssen dadurch einige Unternehmen bezahlen und andere nicht. Strukturelle Verwerfungen sind auch so die Folge \u2014 nun allerdings auf Kosten der Arbeitspl\u00e4tze in den nicht privilegierten Branchen. Zweitens wird den beg\u00fcnstigten Branchen der Anreiz genommen, auf CO-arme Technologie umzustellen. Drittens steht nahezu jede Branche in einem weltweiten Wettbewerb. Wo zieht man die Grenze? Es droht der Zertifikatehandel insgesamt leerzulaufen. Dies zeigt das Dilemma der europ\u00e4ischen Umweltpolitik: Man will etwas als Vorreiter gegen die Erderw\u00e4rmung tun \u2014 und dies auch mit dem prinzipiell richtigen Mittel. Nur klappt das nicht vern\u00fcnftig, solange es kein weltweit gemeinsames Vorgehen zur Reduzierung von CO gibt. Ein altes Sprichwort sagt: &#8222;Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.&#8220; Das geht bekanntlich nicht. Wenn Europa Vorreiter im Klimaschutz sein will, muss es sich zwischen zwei \u00dcbeln entscheiden. Dann aber wird der Pelz nass, so oder so.<br \/>\nLudger Gerken, 25.10.2008, BZ<\/p>\n<p>Der Autor ist Vorsitzender der Stiftung Ordnungspolitik und des Centrums f\u00fcr Europ\u00e4ische Politik<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a name=\"Manfred Vohrer aus dem M\u00fcnstertal - Global Woods AG\"><\/a><strong>Manfred Vohrer aus dem M\u00fcnstertal &#8211; Global Woods AG<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Die Fotosynthese ist die Rendite\u00a0Aufforstung in \u00dcbersee: Manfred Vohrer will mit der Global Woods AG vom Handel mit Emissionszertifikaten profitieren<\/span><\/p>\n<p><em>M\u00dcNSTERTAL. Holzstiche an der Wand, afrikanische Holzplastiken im Regal, die Decke mit massiven Balken abgest\u00fctzt. Manfred Vohrer wohnt und arbeitet &#8222;in Holz&#8220;. Im <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/muenstertal5.htm#Liesenhof-B\u00e4uerin Elisabeth Franz 90 Jahre alt\">Liesenhof im Ortsteil Stohren<\/a>, einem Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert in luftiger H\u00f6he von 1000 Metern, residiert auch die &#8222;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/finanz.htm#Global Woods AG in M\u00fcnstertal\">Global Woods AG&#8220;<\/a>, Deutschlands wohl innovativste Unternehmensgr\u00fcndung.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_5172\" style=\"width: 190px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/emissionshandel\/stohren2-060609\/\" rel=\"attachment wp-att-5172\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5172\" class=\"size-thumbnail wp-image-5172\" title=\"stohren2-060609\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/stohren2-060609-180x135.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"135\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/stohren2-060609-180x135.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/stohren2-060609.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5172\" class=\"wp-caption-text\">Blick nach Norden zu Stohrenschule, Seppelehof und Liesenhof (von links) am 9.6.2006<\/p><\/div>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: xx-small;\">Blick nach Norden zu Stohrenschule, Seppelehof und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/stohren5.htm#Liesenhof im Stohren\">Liesenhof<\/a> (von links) am 9.6.2006<\/span><\/p>\n<p>Ihr Handelsgut: schlechte Luft. Ihr Kapital: 17 000 Hektar Aufforstungsfl\u00e4che in Uganda, Argentinien und Paraguay. Ihre Rendite: Fotosynthese. Ab n\u00e4chstem Jahr bringt der Stoffwechsel von Pflanzen bares Geld ein. 2005 wird in der EU der Handel mit Rechten an CO-Emissionen anlaufen, 2008 soll er global m\u00f6glich sein. Die EU muss bis 2012 ihren Aussto\u00df an Treibhausgasen gegen\u00fcber 1990 um 8 Prozent reduzieren. Deutschland allein um 21 Prozent, so wurde es im Kyoto-Protokoll beschlossen. Jedes Land hat dann eine bestimmte Quote an dem Klimakiller, die auf die Verursacher, vor allem Industriebetriebe, umgelegt wird. Kommt einer damit nicht aus, kann er Zertifikate von anderen Betrieben kaufen, die ihre Quote nicht aussch\u00f6pfen. Oder er kauft die von &#8222;Global Woods&#8220;, deren W\u00e4lder in \u00dcbersee sich das CO aus der Luft holen und es in Sauerstoff verwandeln.<br \/>\n17 000 Hektar Wald mal 800 Tonnen CO pro Hektar, mal einem Preis von 30 Euro pro Tonne, lautet Vohrers Kalkulation. Zusammen macht das 408 Millionen Euro. Multimillion\u00e4r dank Waldplantagen in \u00dcbersee? Vohrer wehrt ab. &#8222;Es sind bislang nur 4000 Hektar bepflanzt, von den 800 Tonnen kann nur die H\u00e4lfte angerechnet werden und momentan kostet die Tonne noch f\u00fcnf Euro&#8220;.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Aber zumindest ist klar, dass sein Unternehmen Platzhirsch ist auf einem Zukunftsmarkt. Als der fr\u00fchere Bundestags- und Europaabgeordnete es 1998 gr\u00fcndete, war das keineswegs sicher. Selbst Ehefrau Monika und die f\u00fcnf Kinder teilten nicht unbedingt die v\u00e4terliche Zuversicht, dass es was werden muss. Heute geht es Schritt f\u00fcr Schritt in die Richtung, an die der 63-J\u00e4hrige unbeirrbar geglaubt hat. Obwohl es, wie er einr\u00e4umen muss, &#8222;lange nicht in trockenen T\u00fcchern war&#8220;. Denn erst 2003 rangen sich deutsche Politiker zu der Grundsatzentscheidung durch, die CO-Reduzierung \u00fcber das Instrument des Emissionshandels zu managen, anstatt \u00fcber eine freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Knapp 2500 deutsche Unternehmen k\u00f6nnten ab n\u00e4chstem Jahr Vohrers Kunden werden, wenn die EU mit dem europaweiten Emissionshandel beginnt. CO-Zertifikate aus Waldprojekten sind in dieser Phase zwar keine zugelassen. Doch mit Blick auf 2008, wenn diese Ausnahme wahrscheinlich fallen wird, macht Global Woods den 2500 das Angebot: Wenn ihr euch heute schon auf den Kauf von unseren Zertifikaten festlegt, bekommt ihr sie in 4 Jahren f\u00fcr den heutigen Preis, also f\u00fcr 5 Euro pro St\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Ein echtes Schn\u00e4ppchen, denn Vohrer rechnet f\u00fcr 2008 damit, dass die Tonne CO schon mit 10 Euro gehandelt wird. Wenn der Startschuss f\u00fcr den globalen Emissionshandel f\u00e4llt, wird er laut Vohrer entweder \u00fcber eine eigene B\u00f6rse oder im direkten Handel zwischen Unternehmen laufen. Global Woods hat 17 000 Hektar gepachtet, davon 12 000 in Uganda. F\u00fcr Uganda, Argentinien und Paraguay hat Vohrer nach seinem Ausscheiden aus dem Europaparlament 1994 als Berater gearbeitet. Vohrer besch\u00e4ftigt dort inzwischen \u00fcber 200 Leute.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Eine &#8222;Win-win-Situation&#8220; nennt er sein Gesch\u00e4ft. Er selbst gewinnt, weil in den L\u00e4ndern Aufforstung zu einem Bruchteil der Kosten hier zu Lande m\u00f6glich ist und die B\u00e4ume dort dreimal so schnell wachsen. Die Anbaul\u00e4nder gew\u00e4nnen ebenso: nicht nur Jobs, auch \u00f6kologisch. Die Bodenerosion werde gestoppt und der Druck auf die Prim\u00e4rw\u00e4lder nehme ab: weil seine B\u00e4ume als Nebenprodukt auch Holz zum Heizen und Kochen liefern. &#8222;Alle Benefits bleiben im Land&#8220;, sagt der Ex-FDP-Politiker. Es m\u00fcsse sich betriebswirtschaftlich lohnen, umweltgerecht zu handeln. Der Autor des Buches &#8222;\u00d6kologische Markwirtschaft&#8220; hat 11 Jahre Bundes- und 12 Jahre Europapolitik hinter sich. Die Kontakte kann er jetzt nutzen. Unterh\u00e4lt man sich mit Vohrer, dauert es nicht lange und es klingelt das Telefon. Gerade war ein ugandischer Regierungsvertreter dran. &#8222;Die wollen mich als Vorzeige-Investor f\u00fcr ihre Delegation auf der Carbon-Expo in K\u00f6ln&#8220;, sagt der M\u00fcnstert\u00e4ler mit einem Unterton Stolz in der Stimme<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Hans Christoph Wagner am 10.9.2004 auf <a href=\"https:\/\/www.bzol.de\/\">www.bzol.de<\/a>\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a name=\"Emissionshandel: CO-Verschmutzungsrechte handeln\"><\/a>Emissionshandel: CO-Verschmutzungsrechte handeln<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\"><em>Der Emissionshandel in der EU hat seinen Ursprung im 2005 in Kraft getretenen Kyoto-Protokoll. In dem internationalen Klimaschutzabkommen verpflichteten sich 39 Industriestaaten, bis 2012 den Aussto\u00df von Klimagasen um insgesamt f\u00fcnf Prozent gegen\u00fcber 1990 zu senken. Deutschland k\u00fcndigte an, in diesen Zeitraum 21 Prozent weniger Kohlendioxid auszusto\u00dfen. Die Europ\u00e4ische Union als Ganzes will den Aussto\u00df um acht Prozent verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde innerhalb der EU am 1. Januar 2005 der Emissionshandel gestartet.<\/em><\/span><\/p>\n<p>Die Idee ist einfach: Die beteiligten Unternehmen erhalten Verschmutzungsrechte, die sogenannten Zertifikate, die ihnen den Aussto\u00df bestimmter Mengen des klimasch\u00e4dlichen Kohlendioxids (CO) erlauben. St\u00f6\u00dft ein Unternehmen weniger CO aus als ihm zusteht, kann es die \u00fcbrigen Zertifikate an Firmen verkaufen, denen die eigenen Rechte nicht ausreichen.<br \/>\nWer sich also umweltfreundlich verh\u00e4lt, verdient beim Emissionshandel Geld. In Deutschland beteiligten sich 2008 rund 1600 Anlagen wie Stromkraftwerke, Stahlwerke oder Raffinerien an dem System. Sinn ergibt das System aber nur, wenn die Zertifikate knapp sind. In der ersten Emissionshandelsphase von 2005 bis 2007 wurden aber so viele der Papiere kostenlos an die Unternehmen ausgegeben, dass die Rechnung nicht aufging. Das Verschmutzungsrecht f\u00fcr eine Tonne Kohlendioxid kostete fast nichts. Der Anreiz zum Sparen war gering.<br \/>\nF\u00fcr die zweite Phase, die im Jahr 2012 endet, wurde das System daher umgestellt: Im Gegensatz zu ersten Phase wurde die j\u00e4hrliche Gesamtzuteilung von 2008 an um 57 Millionen Tonnen Kohlendioxid auf rund 450 Millionen Tonnen gek\u00fcrzt. Zudem wurden zehn Prozent der Zertifikate nicht mehr verschenkt, sondern wurden zun\u00e4chst verkauft oder versteigert. Seit Jahresbeginn ist ihre Versteigerung vorgeschrieben. In Deutschland passiert dies an der Leipziger Stromb\u00f6rse European Energy Exchange (EEX). F\u00fcr die dritte Handelsphase von 2013 bis 2020 ist eine weitere Verringerung der Emissionsrechte geplant<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a name=\"PulsMinus - Emissionshandel\"><\/a>PulsMinus &#8211; Emissionshandel<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\"><em><span style=\"font-size: x-small;\">Brennholz aus dem eigenen Wald? Nichts ungew\u00f6hnliches f\u00fcr Manfred Vohrer, doch mit Holz aus dem Schwarzwald begn\u00fcgt sich der 63-j\u00e4hrige nicht. Seit f\u00fcnf Jahren pflanzt der Gesch\u00e4ftsmann Abertausende von B\u00e4umen in Argentinien, Paraguay und Uganda &#8211; f\u00fcr den Klimaschutz und den Profit. Zusammen mit seinem Sohn hat er das Ziel, aus guter Luft Geld zu machen. Mit hohem finanziellen Risiko hat er sein ganzes Geld in solche Wald-Projekte gesteckt, die prim\u00e4r wegen der Auswirkung auf das Klima gepflanzt werden. In das klassische S\u00e4geholz w\u00fcrde niemand investieren.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">So ist Manfred Vohrer ein globaler Unternehmer zwischen Argentinien und M\u00fcnstertal, der gute Nerven Atem braucht. Nicht ganz einfach war es f\u00fcr die Familie, als f\u00fcr die Projekte Haus und Hof verpf\u00e4ndet werden mussten. Manfred Vohrer hielt jedoch selbstsicher an der Idee fest. Auf den Gedanken, mit Emissionsrechten zu handeln, ist er in seiner Zeit als Europaabgeordneter der FDP gekommen. Nachdem die Liberalen bei der vergangenen Europawahl den Hut nehmen mussten, suchte sich der ehemalige Abgeordnete eine neue Besch\u00e4ftigung.<br \/>\nDer politische Beschluss, mit Emissionen zu handeln, brachte ihn auf die Idee, mit Aufforstungen Geld zu verdienen. Vor zwei Jahren pachtete er nochmals 11.000 Hektar in Uganda dazu. Der Familienvater ist selbst unterwegs auf Verkaufstour in Deutschland und versucht, Firmen, die zu viel Schadstoffe aussto\u00dfen, Emissionsrechte zu verkaufen. W\u00e4hrenddessen sieht Sohn Moritz in Uganda nach dem Rechten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Einen Flug von zehn Stunden und eine lange Fahrt \u00fcber Lehmpisten hat er hinter sich bringen m\u00fcssen, bis er in Kikonda, dem Waldrevier der Firma, angekommen ist. Der 21-j\u00e4hrige Forststudent arbeitet eng mit dem Revierleiter zusammen. Die beiden besprechen, wo Biotope erhalten bleiben und wo B\u00e4ume gepflanzt werden sollen: Jeder gepflanzte Baum bindet das klimasch\u00e4digende Kohlendioxid und bringt Geld &#8211; denn daf\u00fcr erhalten die Vohrers so genannte Emissions-Rechte, die sie an deutsche Firmen verkaufen k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Auflagen f\u00fcr solche Projekte sind streng. Angerechnet werden nur Gebiete, in denen vor 1990 keine W\u00e4lder standen. Die ans\u00e4ssigen Menschen zerst\u00f6ren die vorhandene Buschlandschaft, indem sie Gestr\u00fcpp und Holz, das sie zum Kochen brauchen, verfeuern. Doch vor allem K\u00f6hler haben in der Vergangenheit Raubbau getrieben, um in ihren Erd\u00f6fen Holzkohle zu produzieren. Lange Zeit k\u00e4mpften deutsche Umweltorganisationen gegen die Idee, Wald-Projekte f\u00fcr den Emissionshandel zuzulassen. Eine Art Ablasshandel auf dem R\u00fccken der Entwicklungsl\u00e4nder hatte man bef\u00fcrchtet, bei dem sich deutsche Firmen billig h\u00e4tten freikaufen k\u00f6nnen.<br \/>\nDoch die Kritik ist weitgehend verstummt, Umweltverb\u00e4nde sitzen in den Kontrollgremien und \u00fcberwachen die Genehmigungsverfahren. Au\u00dferdem d\u00fcrfen deutsche Umweltverschmutzer nur eine eng begrenzte Menge an Emissionsrechten von solchen Wald-Projekten erwerben. <\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Ziel des Emissionshandels ist, ab 2005 den weltweiten Aussto\u00df von Kohlendioxid zu verringern. Statt Gesetze und Verbote sollen dabei wirtschaftliche Anreize helfen. Im Sommer 2004 wird deshalb rund 3.000 Firmen in Deutschland ein Limit gesetzt. Wer die ihm zugestandene Schadstoffmenge \u00fcberschreitet, muss Verschmutzungsrechte einkaufen. Die kann er von Firmen erhalten, die unter dem Limit liegen und damit Rechte freihaben. <\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Auch Waldprojekte wie die der Vohrers d\u00fcrfen solche Rechte verkaufen, zu sehr g\u00fcnstigen Preisen. Der Klimah\u00e4ndler hat die Rechte f\u00fcr 100.000 Tonnen Kohlendioxid-Bindung pro Jahr im Angebot. Sein wichtigster Kunde ist der Verband der Elektrizit\u00e4tswerke. Der ehemalige Politiker muss nicht lange auf Termine warten, seine alten Verbindungen funktionieren bestens und \u00f6ffnen ihm viele T\u00fcren. Verbandschef Eberhard Meller zum Beispiel ist ein alter Bekannter. Seinen K\u00e4ufern kann Manfred Vohrer die Tonne f\u00fcr 5,- Euro anbieten, ein echtes Schn\u00e4ppchen, wie er meint. Die Preise f\u00fcr Emissionsrechte werden anziehen, auf 20,- bis 50,- Euro pro Tonne, so die Sch\u00e4tzungen der Industrie.<br \/>\nF\u00fcr Verbandschef Eberhard Meller eine wichtige Information, denn es sind vor allem die Elektrizit\u00e4tswerke, die unter Druck stehen. Ab 2005 beginnt der Handel, ab dann wird Manfred Vohrer richtig verdienen, bei einer Rendite von 14 Prozent. Aber er kann sich bereits jetzt die H\u00e4nde reiben &#8211; bis andere begriffen haben, dass man damit Geld verdienen kann, ist er schon l\u00e4ngst dabei<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">mehr: <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/plusminus\/beitrag\/04_01_06\/beitrag7.html\">www.swr.de\/plusminus\/beitrag\/04_01_06\/beitrag7.html<\/a>\u00a0<\/span><br \/>\n<strong><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Links<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Arbeitsgruppe Emissionshandel zur Bek\u00e4mpfung des Treibhauseffektes (AGE)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bmu.de\/de\/1024\/js\/sachthemen\/emission\/emission_arbeiten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.bmu.de\/de\/1024\/js\/sachthemen\/emission\/emission_arbeiten<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Emissionshandel Nord<br \/>\nInnovationsstiftung Schleswig-Holstein<br \/>\nLorentzendamm 24, 24103 Kiel, T 0431.9805-856, F 0431.9805-888<br \/>\n<a href=\"mailto:moehring-hueser@i-sh.org\">moehring-hueser@i-sh.org<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.i-sh.org\/\">www.i-sh.org<\/a><\/span><\/p>\n<p>Bioenergie Heidelberg GmbH<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bioenergie-heidelberg.de\/\">www.bioenergie-heidelberg.de<\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: x-small;\">Sonnen-Pellets<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bioenergie-sonnen-pellet.de\/\">www.bioenergie-sonnen-pellet.de<\/a><\/span><\/p>\n<p>fesa GmbH Freiburg mit Angeboten<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/pellets.htm\">mehr <\/a>\u00a0&gt;freiburg-ost.de\/pellets<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Natur &gt;Klima &gt;CO2 &gt;Emissionshandel Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): Klicken oder scrollen Streit und Chaos beim Emissionshandel: EHS1, EHS2, nEHS (21.3.2026) BVerfG Klagen CO2-Klimaziele\u00a0(16.1.2026) Industrieallianz verlangt kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten (24.10.2025) Klimaaktivisten verstehen den Emissionshandel nicht (21.1.2023) Klimapolitik: Nur &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/emissionshandel\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":503,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-5162","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5162","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5162"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5162\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":146985,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5162\/revisions\/146985"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/503"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5162"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}