{"id":50336,"date":"2014-08-27T13:36:05","date_gmt":"2014-08-27T11:36:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=50336"},"modified":"2025-09-26T16:56:43","modified_gmt":"2025-09-26T14:56:43","slug":"tarodunum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/heimat\/ausgrabungen\/tarodunum\/","title":{"rendered":"Tarodunum"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a> &gt;<a title=\"Regio\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/\">Regio<\/a> &gt;<a title=\"Heimat\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/heimat\/\">Heimat<\/a> &gt;<a title=\"Ausgrabungen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/heimat\/ausgrabungen\/\">Ausgrabungen<\/a> &gt;Tarodunum<\/p>\n<div id=\"attachment_350\" style=\"width: 606px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/kirchzarten\/breitehof4a-pan076021\/\" rel=\"attachment wp-att-350\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-350\" class=\"size-full wp-image-350\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/breitehof4a-pan076021.jpg\" alt=\"Blick nach Osten vom Breitehof \u00fcbers Dreisamtal und Kirchzarten zum Hinterwaldkopf am 21.6.2007 - ist das nicht sch\u00f6n?\" width=\"596\" height=\"171\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/breitehof4a-pan076021.jpg 596w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/breitehof4a-pan076021-180x51.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 596px) 100vw, 596px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-350\" class=\"wp-caption-text\">Blick nach Osten vom Breitehof \u00fcbers Dreisamtal und Kirchzarten zum Hinterwaldkopf am 21.6.2007 &#8211; ist das nicht sch\u00f6n?<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): <span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span> oder scrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/buchenbach\/wiesneck\/\">Das Tarodonum und die Geschichte der Burg Wiesneck (Kurzfassung)<\/a>\u00a0(25.9.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/dreisamtalautoren-schlossebnet\/\">Dreisamtalautoren SchlossEbnet<\/a>\u00a0(15.12.2023)<\/li>\n<li>Name des Oppidums Tarodunum anhand astronomischer \u00dcberlegungen (26.8.2014)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/tarodunum.htm\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/tarodunum.htm<\/a> &gt;Archivseite Tarodunum<\/strong><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freibrug-schwarzwald.de\/kelten.htm\">www.freibrug-schwarzwald.de\/kelten.htm<\/a> &gt;Archivseite Kelten<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/tarodunum.htm#Tadodunum auf Kirchzartener Gemarkung\">Tarodunum auf\u00a0Kirchzartener Gemarkung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/tarodunum.htm#Tarodunum-Rundweg\">Tarodunum-Rundweg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/tarodunum.htm#Bilder vom Heidengraben\">Bilder\u00a0vom Heidengraben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/titisee2.htm#Schalenstein am Hirschb\u00fchl -Wanderung von der Realschule aus\">Schalenstein am Hirschb\u00fchl -Wanderung von der Realschule aus<\/a> &gt;Titisee2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (4.10.2007)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/dreisamtal-870.htm#Tarodunum - eine mit einem Wall gesicherte Keltensiedlung\">Tarodunum &#8211; eine mit einem Wall gesicherte Keltensiedlung<\/a>\u00a0&gt;Dreisamtal-870<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/tarodunum.htm#Die Kelten hinterlie\u00dfen wenig Spuren\">Die Kelten\u00a0\u00a0hinterlie\u00dfen wenig Spuren<\/a> (20.1.2007)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/tarodunum.htm#Ausstellung Talvogtei: Goldm\u00fcnzen, Scherben, Glas\">Ausstellung Talvogtei: Goldm\u00fcnzen, Scherben, Glas<\/a> (13.1.2007)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/zarten1.htm#Kulturhistorische Ortsteilwanderung durch Zarten\">Kulturhistorische Ortsteilwanderung durch Zarten<\/a> &gt;Zarten1 (9.11.2006)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/tarodunum.htm#Tarodunum - Ausgrabungen im Westen von Zarten\">Tarodunum &#8211; Ausgrabungen im Westen von Zarten<\/a>\u00a0\u00a0(31.8.2005)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/tarodunum.htm#Tarodunum - Keltenstadt im Dreisamtal\">Tarodunum &#8211; Keltenstadt im Dreisamtal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/lehrpfad.htm#Dreisamtal - Tarodunum-Rundweg\">Tarodunum-Rundweg<\/a> &gt;Lehrpfad (24.3.2004)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/tarodunum.htm#Funde aus der Lat\u00e8ne-Zeit in der Gemeinde Stegen\">Tarodunum &#8211; Funde aus der Lat\u00e8ne-Zeit in der Gemeinde Stegen<\/a>\u00a0(2002)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/wiesneck.htm\">Wiesneck &#8211; Ruine und Verein<\/a> &gt;Wiesneck<\/span><\/li>\n<li><a title=\"Wiesneck\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/buchenbach\/wiesneck\/\">Wiesneck<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Name des Oppidums Tarodunum anhand astronomischer \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Das 200 Hektar gro\u00dfe Oppidum erstreckt sich auf einer Hochfl\u00e4che Beginn des Dreisambeckens auf Gemarkung der Gemeinden Kirchzarten und Buchenbach. Erstmals wird es im Jahr 765. n.Chr. in einer Urkunde in St. Gallen als Zarduna bezeichnet. Ebenso wie das Oppidum Heidengraben oder Ruisavia war die Gemarkung bereits in Antikel bekannt, wo sie der Geograph Claudius Ptolem\u00e4us unter dem Namen Tarodunum in seinem Atlas erw\u00e4hnt. Lange Zeit war es ungewiss, ob sich auf dieser Hochfl\u00e4che tats\u00e4chlich die von Ptolem\u00e4us erw\u00e4hnte Siedlung befunden hatte. Hier gab nur wenige Lesefunde die keine stichhaltigen Beweise lieferten und vereinzelte Grabungen zeigten, dass w\u00e4hrend der Besiedelung auch ein Verteidigungswall nicht vollst\u00e4ndig beendet wurde. Erst das Forschungsprojekt &#8218;Tarodunum&#8216; der Universit\u00e4t T\u00fcbingen erbrachte neue Erkenntnisse. Anhand von M\u00fcnzfunden konnte nachgewiesen werden, dass in der Siedlung eine M\u00fcnzpr\u00e4gung stattfand. Funde von Eisenschlacken die aus Renn\u00f6fen stammten, waren Indizien f\u00fcr einen Wohlstand innerhalb der Siedlung, der durch die Gewinnung und der Weiterverarbeitung von Eisenerz entstanden sein musste. Diese Annahme unterst\u00fctzen auch mehrere Funde von Schmiedewerkzeugen. Die \u00fcberregionale Bedeutung als Handelszentrum an einem Weg der sp\u00e4ter auch von R\u00f6mern benutzt wurde war wahrscheinlich mit ein Grund weshalb Ptolem\u00e4us dieses Oppidium in sein Werk aufnahm. Unklarheit herrscht aber weiterhin \u00fcber die Urspr\u00fcnge des Namens &#8218;Tarodunum&#8216;. W\u00e4hrend der Pr\u00e4historiker Rolf Nierhaus vermutet dass `Tara\u00b4 ein Eigenname sei, sah die Namensforscherin Ilse Haenel den Namen `Taradunum\u00b4 als Summe einzelner Eigenschaften des Ortes. Die Silben tar- o \u2013 dun \u00fcbersetzte sie in Anlehnung an die keltischirische Sprache als Passstrasse bei einer Festung. Heute wird die Existenz einer befestigten r\u00f6mischen Stra\u00dfe, die von von `Tarodunum\u00b4 nach `Brigobanne\u00b4, dem jetzigen H\u00fcfingen, durch den s\u00fcdlichen Schwarzwald f\u00fchrte. \u00dcber diesen Verkehrsweg berichtete Johannes Humpert erstmals seinem Artikel `Eine r\u00f6mische Stra\u00dfe\u00b4 in den Arch\u00e4ologischen Nachrichten aus Baden.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Angesichts ihrer \u00fcberregionalen Bedeutung kann der Ort bei Kirchzarten wohl kaum den wenig pr\u00e4gnante Namen `Passtrasse bei einer Festung\u00b4 getragen haben. Eine\u00a0schl\u00fcssigere Erkl\u00e4rung bietet der Wortstamm `taro\u00b4, der eine Verwandtschaft zur keltischen Bezeichnung des Stieres aufweist. Hier existieren gleich mehrere Schreibweisen, die von `tarwo\u00b4, dem irischen `tarbh\u00b4, bis zu dem `kymrischen` tarwo\u00b4 reichen. Doch in den unterschiedlichen Bezeichnungen sieht der Historiker Bernhard Meier dennoch eine Entwicklung hin zur Schreibweise taro. Doch nur noch im Norden existiert diese Schreibweise, da sie durch die in der indogermanischen wie in der griechischen Sprache \u00e4hnliche Bezeichnung `ta\u00fbros\u00b4verdr\u00e4ngt wurde. Zusammen mit der lateinischen Endung `unum\u00b4, da frei \u00fcbersetzt bedeutet, `aus vieles eines\u00b4, w\u00e4re der Name folgerichtig aus einer Reihe von Stieren abgeleitet die eine Einheit ergaben. Die Geradlinigkeit der einstigen Grenzen Tarodunums unterscheidet sich von zahlreichen anderen Oppida, die oft konzentrische, oder ovale Grundrisse besitzen. Auch in dieser spezifischen Geometrie zeigt sich eine N\u00e4he zum Sternbild des Tauros, das sehr geradlinig verl\u00e4uft. Dabei zeigt ein Vergleich mit den Grenzen Tarodunums, dass zwei unterschiedliche Positionen des Sternbildes am Tag der Wintersonnenwende das Grundger\u00fcst f\u00fcr den umriss bildeten. Einen Teil des Umrisses bestimmte die Lage des Sternbildes w\u00e4hrend der Kulmination um Mitternacht, wie sie um 800 v. Chr. beim Blick nach S\u00fcden zu sehen war. Der zweite Teil war wenige Stunden sp\u00e4ter zu sehen als das Sternbild beim blick nach Westen knapp \u00fcber dem Horizont stand. Die beiden Bilder Kulmination und Untergang des Stieres vereinten sich so zu einem Bild das der \u00dcbersetzung `aus vieles eines\u00b4 gerecht w\u00fcrde. Zu dieser Zeit blickte die mythologische Verehrung des Stieres bereits auf eine knapp 4000 j\u00e4hrige Geschichte zur\u00fcck. Sie begann mit der Verlagerung des Fr\u00fchlingspunktes vom Sternbild Zwilling im Jahr 4460 v. Chr. zum Sternbild des Stieres. Bereits im 9. Jahrtausend v. Chr. geh\u00f6rten die aus dem indoeurop\u00e4ischen Auerochsen gez\u00fcchteten Hausrinder in Europa zum Alltag der b\u00e4uerlichen Kultur. Zu dieser Zeit waren sie aber weniger die Milch- und Fleischlieferanten wie wir sie heute kennen, sondern der Stier wurde haupts\u00e4chlich wegen seiner Arbeitskraft gesch\u00e4tzt.<br \/>\nDer Wandel innerhalb der Viehwirtschaft wird auch in der Sage des Herakles thematisiert, wo er in seiner f\u00fcnften Arbeit von K\u00f6nig Eurystheus den Auftrag erhielt, die St\u00e4lle des K\u00f6nigs Augias auszumisten. Auch in der Zeit des r\u00f6mischen Reiches war die Viehwirtschaft im Wesentlichen immer noch auf die Aufzucht von Ochsen beschr\u00e4nkt, den kastrierten m\u00e4nnlichen Tieren. Gerade auf Grund ihrer Ausdauer und Sanftmut wurden sie vor allem als Zugtiere benutzt, wogegen K\u00fche auf Grund ihrer geringen Leistungsf\u00e4higkeit weit weniger gesch\u00e4tzt wurden. Dagegen dienten unkastrierte Stiere damals haupts\u00e4chlich als Zuchtbullen oder Opfertiere. Verglichen mit dem heutigen Milchverbrauch spielte die Kuhmilch eine untergeordnete Rolle bei der Ern\u00e4hrung der Bev\u00f6lkerung, denn deren Versorgung wurde haupts\u00e4chlich durch Ziegenmilch gew\u00e4hrleistet. Entsprechend verhielt es sich mit dem Fleischverbrauch, wo nur Kalbfleisch eine h\u00f6here Wertsch\u00e4tzung genoss. Doch der Stier lieferte nicht nur die Arbeitskraft, sondern seine Exkremente dienten als Baumaterial und D\u00fcnger zugleich. Selbst die Abf\u00e4lle aus Schlachtungen wurden auf vielf\u00e4ltige Weise verwertet. Aus seinem Fell wurde Leder gefertigt und aus dem Darm konnte die H\u00fclle f\u00fcr W\u00fcrste oder eine d\u00fcnne Haut f\u00fcr regenfeste Bekleidung hergestellt werden. Selbst die Knochen wurden zu Werkzeugen, Waffen, Ger\u00e4tegriffen, oder auch zu Schmuck verarbeitet.<br \/>\nBekannt sind heute noch die H\u00f6rner des Stieres aus den Troph\u00e4en oder Trinkgef\u00e4\u00dfe entstanden. Sie bildeten auch den oberen Teil des Symbols das f\u00fcr das Sternbild Stier steht. Er taucht zum ersten mal im Gilgamesch Epos auf, das im 2. Jahrtausend v. Chr. Entstand. Nach den sumerischen \u00dcberlieferung war Gilgamesch K\u00f6nig der sumerischen Stadt Uruk, und zu einem Drittel menschlich, aber zu zwei Dritteln g\u00f6ttlich. Sein Name bedeutet `der Ahne war ein Held ebenso wie der Nachkomme. Dieses Epos erz\u00e4hlt von den Heldentaten des jungen K\u00f6nigs, die er zusammen mit seinem Gef\u00e4hrten, dem menschen\u00e4hnlichen Wesen Enkidu auf der Suche nach der Unsterblichkeit erlebte. Zum eigentlichen Kampf kam es als Gilgamesch einen Heiratsantrag der Himmelsg\u00f6ttin Ischtar ablehnte, die daraufhin den Himmelsstier ausschickte, der Gilgamesch t\u00f6ten sollte. Auf Grund von Beschreibungen des Stieres, der nur am \u00f6stlichen Horizont grasen k\u00f6nne, wo er er zu dieser Zeit am Fr\u00fchlingsbeginn zusammen mit der Sonne aufging, deuten auf eine Einbettung des Epos in den Lauf der Gestirne. Auch Dr. Werner Papke deutet den Text so. Er sieht im Satz, `Ischtar f\u00fchrt den Himmelsstier an einem Nasenseil nach Uruk\u00b4, die Himmelsk\u00f6nigin in der Gestalt des Sternbildes Jungfrau die den Stier bis zu seinem Untergang am westlichen Horizont f\u00fchrt. Gilgameschs` Kampf mit dem Himmelsstier bildet also eine Szene am Sternenhimmel ab, die in der Aufgang und Untergang zweier Sternbilder eng miteinander verkn\u00fcpft sind. Nach Papkes Auffassung k\u00f6nnen auch weitere Figuren aus dem Epos, wie dem \u00b4wahren Himmelshirten\u00b4 oder den \u00b4Lohnarbeitern mit den Sternbildern Orion und Widder in Zusammenhang gebracht werden. Somit scheint die Interpretation Papkes zuzutreffen, dass der Mythos des Helden Gilgamesch auf volkst\u00fcmliche Weise die Wanderung der Sternenkonstellation zum n Herbstzeitpunkt erkl\u00e4rte. Da der Stier als wuchtiges Signal f\u00fcr die Kalenderrechnung war bescherte ihm dies seine mythologischen Funktion in vielen weiteren Legenden die dem Gilgamesch Epos folgten. Aus diesem Grund finden sich seit dem fr\u00fchen Neolithikum im gesamten Bereich Vorderasiens und S\u00fcdosteuropas.Bildnisse von Stieren oder auch Hornsymbole.<br \/>\nErst mit dem Beginn der Bronzezeit werden sie auf Grund der Wanderung des Fr\u00fchlingspunktes in das Sternbild des Widders von dessen Symbol abgel\u00f6st. Seit den Ausgrabungen des britischen Arch\u00e4ologen Arthur Evans in Knossos, werden deshalb hornf\u00f6rmige Objekte auch als \u00b4horns of consecration\u00b4, als rituelle Kultobjekte bezeichnet.\u00a0Sp\u00e4ter erweiterte die Arch\u00e4ologin Ute M. Gimbutas diesen Begriff, denn sie h\u00e4lt das schematisierte Stiersymbol f\u00fcr eine elementare philosophische Idee und Grundlage der alteurop\u00e4ischen Religionen. In dieser Idee soll sich nach ihrer Meinung der Glaube an eine Stierg\u00f6ttin manifestiert haben, die als Symbol der Transformation und Regeneration des Lebens galt. Bis heute gilt deshalb die Region des fruchtbaren Halbmondes als die Keimzelle dieser Religion. Nach der Erw\u00e4hnung im Atlas des Ptolem\u00e4us taucht der Name des Ortes am Eingang des Dreisamtales erst wieder im Jahr 765 in einer Urkunde auf. Doch jetzt fehlt das T, das durch ein Z ausgetauscht wurde. Sprachwissenschaftler erkl\u00e4ren die \u00c4nderung mit einer Lautverschiebung, die w\u00e4hrend des Wechsels zur althochdeutschen Sprache\u00a0stattfand. Doch diese Erkl\u00e4rung zu kurz, denn verschleiert nicht nur den Kern des Namens Tarodunum, sondern auch ein Kapitel blutiger Geschichte der Alemannen. Mit dem Beginn des 5. Jahrhunderts konnten sich die R\u00f6mer dem verst\u00e4rkten Ansturm der Alemannen nicht mehr erwehren und zogen sich hinter den Rhein zur\u00fcck. Der Frankenk\u00f6nig Chlodwig der mit politischem Geschick dieses entstandene Machtvakuum f\u00fcllte, verhinderte mit der Schlacht bei Z\u00fclpich die Entstehung eines Alemnannenstaates und f\u00f6rderte in der Folge mit Hilfe irischer Missionare die Christianisierung des S\u00fcdwestens. Einer der ersten ist Trudpert, der zusammen mit den anderen, sp\u00e4ter heilig gesprochen Missionaren Fridolin, Pirminius, Gallus, Othmar, Columban von Luxeuil und Landolin im Gebiet des Schwarzwaldes missionierten. Sie legten die Grundstein f\u00fcr die sp\u00e4teren Kl\u00f6ster. Um den immer wider aufflammenden Widerstand der Alemannen endg\u00fcltig zu brechen griff der merowingisches Hausmeier Karlmann im Jahr 746 zu einer List. Er berief die alamannischen Herz\u00f6ge und Adligen zu einer Versammlung nach Cannstatt ein, wo er ein gro\u00dfen Teil von ihnen hinrichten lie\u00df. Nach dem sp\u00e4ter als Blutgericht von Cannstatt bezeichneten Ereignis, war das bis dahin existierende Herzogtum der Alemannen f\u00fchrungslos geworden und fiel in die H\u00e4nde der Merowinger. Sals wenige Jahre sp\u00e4ter Tarodunum in einer Urkunde als Zarodunum wieder auftaucht, kann auch dies als geschickter Schachzug gedeutet werden um das Vergessen der alten Machtstrukturen zu f\u00f6rdern. In der zur gleichen Zeit entstehenden althochdeutschen Sprache wurde auch das r\u00f6mische Wort C\u00e4sar, das Kaiser bedeutet zu Kaizar abgewandelt. Allein die zweite Silbe `Zar\u00b4, die sp\u00e4ter im slawischen Sprachraum mit dem Wort Zar die r\u00f6mische Bedeutung wieder aufleben lie\u00df, gen\u00fcgte um in einem Vexierspiel den Wechsel von alt zu neu durchzuf\u00fchren. Durch den Austausch der Buchstaben lebte zwar der vertraute Klang des Namens fort, aber die Stadt schien damit schon immer eine Stadt des Kaisers gewesen zu sein. Dies spiegelt sich der Rolle der \u00c4bte des Patronatsklosters in St.Gallen wieder. Sie waren bis 1798 Reichsf\u00fcrsten, die Sitz und Stimme im Reichstag des Heiligen R\u00f6mischen Reiches ausgestattet waren.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Obiger Text ist ein Auszug aus dem in K\u00fcrze erscheinenden Buch `Himmel der Kelten\u00b4, in dem\u00a0der Name des Oppidums Tarodunum anhand astronomischer \u00dcberlegungen erkl\u00e4rt wird.<br \/>\n26.8.2014, Reinhard Gunst<br \/>\nFreier Architekt,\u00a0Stuttgart , <a href=\"mailto:vektor04@online.de\">vektor04@online.de<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<strong>Arch\u00e4astronomie<\/strong><br \/>\nDie Studie zum `Himmel der Kelten\u00b4 begann beim Magdalenenberg in Villingen. Da stellte sich die Frage, ob dies ein einmaliges Werk war, oder die Kenntnis eventuell \u00f6fters zur Anwendung kam. Anschlie\u00dfend wurden mehrere<br \/>\nkeltische H\u00fcgelgrabfelder und Ansiedlungen aufgesucht, um deren Geometrie, sowie die Namensentwicklung auf eine m\u00f6gliche Anwendung astronomischer Gedanken zu untersuchen. Darunter auch das Oppidium Tarodunum zwischen Stegen und Kirchzarten im Dreisamtal. Die im Buch erl\u00e4uterten Gedanken \u00fcber den Zusammenhang von Geometrie und Sternbildern von fr\u00fchgeschichtlichen Ansiedlungen sind neu und werden dieses Jahr zum ersten mal auf dem Kongress der Arch\u00e4astronomen vorgestellt.<\/p>\n<p>Reinhard Gunst: &#8222;Der Himmel der Kelten&#8220;<br \/>\nISBN 978-3-95544-020-6, August 2014<br \/>\nVerlag Manuela Kinzel, Hohenstaufen,\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.manuela-kinzel-verlag.de\">www.manuela-kinzel-verlag.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Regio &gt;Heimat &gt;Ausgrabungen &gt;Tarodunum &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): Klicken oder scrollen Das Tarodonum und die Geschichte der Burg Wiesneck (Kurzfassung)\u00a0(25.9.2025) Dreisamtalautoren SchlossEbnet\u00a0(15.12.2023) Name des Oppidums Tarodunum anhand astronomischer \u00dcberlegungen (26.8.2014) https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/tarodunum.htm &gt;Archivseite Tarodunum www.freibrug-schwarzwald.de\/kelten.htm &gt;Archivseite Kelten Tarodunum &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/heimat\/ausgrabungen\/tarodunum\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":11089,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-50336","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/50336","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50336"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/50336\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":139400,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/50336\/revisions\/139400"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/11089"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50336"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}