{"id":49479,"date":"2014-07-23T14:41:06","date_gmt":"2014-07-23T12:41:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=49479"},"modified":"2026-02-28T12:46:34","modified_gmt":"2026-02-28T11:46:34","slug":"professor","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/professor\/","title":{"rendered":"Professor"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a> &gt;<a title=\"Bildung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/\">Bildung<\/a> &gt;<a title=\"Hochschulen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/\">Hochschulen<\/a> &gt;<a title=\"Universitaet\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/\">Universitaet<\/a> &gt;Professor<\/p>\n<div id=\"attachment_49310\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/italien\/rom\/liguria12mittelmeer-pan140710\/\" rel=\"attachment wp-att-49310\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-49310\" class=\"size-full wp-image-49310\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/liguria12mittelmeer-pan140710.jpg\" alt=\"An der K\u00fcste von Ligurien 40 km \u00f6stlich von Genua am 10.7.2014\" width=\"639\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/liguria12mittelmeer-pan140710.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/liguria12mittelmeer-pan140710-180x67.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-49310\" class=\"wp-caption-text\">An der K\u00fcste von Ligurien 40 km \u00f6stlich von Genua am 10.7.2014<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: Bitte <span style=\"text-decoration: underline;\">anklicken<\/span> oder runterscrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/informatik\/\">Informatik-Prof Hannah Bast: Meine neue Kollegin, die KI<\/a>\u00a0(28.2.2026)<\/li>\n<li>Alexander Wendt: Achtung, gef\u00e4hrlicher Professor \u2013 Der Ausgeschlossene (25.4.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/abwaerts-immer-aufwaerts-nimmer\/\">Anfrage der CDU zu NGOs: Die unfassbare Unf\u00e4higkeit deutscher Professoren<\/a> (.3.2025)<\/li>\n<li>Mobbing von Professoren: Wissenschaft unter Druck (7.2.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/mathematik\/\">Mathematiker und Bildungskritiker unerw\u00fcnscht \u2013 Prof Bernhard Kr\u00f6tz<\/a>\u00a0(18.12.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/hochschulen-definitionsmacht\/\">Hochschulen haben die Definitionsmacht<\/a>\u00a0(30.4.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/michael-esfeld-land-ohne-mut\/\">Michael Esfeld: Land ohne Mut<\/a>\u00a0(25.2.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/guerot\/\">AfD, Medien und Meta-Krise: Das Parallax-Interview mit Professor Ulrike Gu\u00e9rot<\/a>\u00a0(25.1.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/wissenschaft-krieg\/\">Philosophie und Wissenschaft als Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln?<\/a>\u00a0(17.1.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ki-ai-will-never-rule-the-world\/\">KI: \u201eAI will never rule the world\u201c<\/a>\u00a0(15.1.2023)<\/li>\n<li>Warum ich kein Professor an der Uni Toronto mehr bin (29.1.2022)<\/li>\n<li>&#8222;Klima der Unfreiheit&#8220; an Universit\u00e4ten (28.1.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/wissenschaft-staat\/\">Die Krise der f\u00fcnften Gewalt \u2013 Wissenschaft und Staat<\/a>\u00a0(19.9.2021)<\/li>\n<li>Uni heute: Denken unerw\u00fcnscht &#8211; am Beispiel einer Promotion (29.8.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/abitur-ungleich-hochschulreife\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/abitur-ungleich-hochschulreife\/<\/a>\u00a0(18.12.2018)<\/li>\n<li>Das Elend der Wissenschaftskarriere \u2013 Von Job zu Job (17.7.2014)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/literatur\/sachbuch\/esfeld\/\">Michael Esfeld: Land ohne Mut, Und die Freiheit?<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Forschung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/forschung\/\">Forschungsinstitute \u2013 Forschung<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Frias\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/frias\/\">Frias \u2013 Freiburg Institute for Advanced Studies<\/a>\u00a0&gt;FRIAS<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/guerot\/\">Guerot, Ulrike<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/arbeit\/rente\/\">Raffelh\u00fcschen, Bernd<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/sinn\/\">Sinn, Hans Werner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/wissenschaft-krieg\/\">Wissenschaft-Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/wissenschaft-staat\/\">Wissenschaft-Staat<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201eDer Philosophieprofessor ist an die Universit\u00e4t angepasst wie der Pinguin an die Antarktis.\u201c<br \/>\nPeter Sloterdijk<br \/>\n=============================================================<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Alexander Wendt: Achtung, gef\u00e4hrlicher Professor \u2013 Der Ausgeschlossene<\/strong><br \/>\nDeutschlands Politiker und Medien sorgen sich um die akademische Freiheit \u2013 aber in den USA, nicht vor ihrer Haust\u00fcr. Hierzulande kann wissenschaftliche Freiheit sehr abrupt enden, wenn Hochschullehrer legale, aber unwillkommene Ansichten vertreten. Eine Sonderrolle spielt dabei der Verfassungsschutz. TE dokumentiert drei F\u00e4lle<br \/>\n&#8230;<br \/>\nF\u00fcr den Politikwissenschaftler Martin Wagener bedeutet das vorl\u00e4ufig ein Ende seiner T\u00e4tigkeit, obwohl ihn niemand von seiner Professur an der Hochschule des Bundes f\u00fcr \u00f6ffentliche Verwaltung entfernte, und obwohl es bisher keine rechtskr\u00e4ftige Disziplinarma\u00dfnahme gegen ihn gibt. Und zwar, weil er ein Buch verfasste. In \u201eKulturkampf um das Volk. Der Verfassungsschutz und die nationale Identit\u00e4t der Deutschen\u201c, erschienen 2021, befasst sich der Wissenschaftler mit der Frage: Auf welche Weise ver\u00e4ndert sich das Land, wenn durch eine forcierte Einwanderung vor allem aus islamischen L\u00e4ndern immer mehr Menschen in der Bundesrepublik leben, die ihre Identit\u00e4t aus anderen Quellen als aus einer pers\u00f6nlichen Bindung an deutsche Kultur und Geschichte beziehen? Nationale Identit\u00e4t, so seine Argumentation, beschr\u00e4nke sich nicht auf die Staatsb\u00fcrgerschaft; sie entwickle sich in einem langen historischen Prozess, und sie k\u00f6nnte unter bestimmten Umst\u00e4nden auch wieder zerfallen.<\/p>\n<p>Die zentrale These von \u201eKulturkampf um das Volk\u201c lautet, mit Angela Merkel als Kanzlerin habe die Umwandlung der deutschen Kulturnation in eine multikulturelle Willensnation begonnen \u2013 und das gegen den Mehrheitswillen der angestammten B\u00fcrger. Zum zweiten kritisiert Wagener die Auslegung des Volksbegriffs durch den Verfassungsschutz. Der Inlandsgeheimdienst, argumentiert der Politikwissenschaftler, sehe schon in jedem, der \u201eVolk\u201c in Zusammenhang mit einer historisch hergeleiteten, also gewachsenen Kultur stellt, einen Verfassungsfeind. F\u00fcr beides finden sich Belege, auch ganz unabh\u00e4ngig von Wageners Buch.<br \/>\nAuf dem Landesparteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommern im Februar 2017 etwa sagte Merkel den Schl\u00fcsselsatz: \u201eDas Volk ist jeder, der in diesem Lande lebt.\u201c Genau das bestimmt schon das Grundgesetz in Artikel 116 anders \u2013 und zwar bis heute. Abgesehen von der Definition des Staatsvolks durch die Staatsangeh\u00f6rigkeit ignorieren auch die wenigsten im realen Leben, dass es Unterschiede zwischen alteingesessenen B\u00fcrgern und neu dazugekommenen gibt. Wenn die Antidiskriminierungsbeauftragte der Bundesregierung Ferda Ataman von \u2018Kartoffeln\u2018 sprach, meinte sie nicht sich, obwohl sie auch den deutschen Pass besitzt, sondern, um einen anderen Ausdruck zu bem\u00fchen, \u2018Biodeutsche\u2018.<\/p>\n<p>Von dem gleichen Teil der Gesellschaft, zu dem sie sich selbst nicht z\u00e4hlen, sprechen auch viele T\u00fcrken und Araber mit deutscher Staatsb\u00fcrgerschaft, wenn sie die Wendung Almans benutzen. Dass der Besitz der Staatsb\u00fcrgerschaft f\u00fcr Zuwanderer kulturelle Bindung bedeuten kann, aber eben nicht muss, zeigte das Beispiel einer eingeb\u00fcrgerten t\u00fcrkischen Frau, die Bundeskanzler Olaf Scholz im Wahlkampf besuchte: Sie sprach und verstand trotz jahrzehntelangem Aufenthalt in Almanya praktisch kein Wort Deutsch.<\/p>\n<p>Genau dieser Problemstellung widmet sich Wagener: Was bedeutet es, wenn immer mehr Menschen in diesem Land leben, die sich nicht als Almans betrachten, und es auch nicht werden wollen? Weder verlangt der Autor, dass Migranten die deutsche Kultur adaptieren m\u00fcssen, noch fordert er in irgendeiner Weise die Schlechterstellung von Eingewanderten mit deutschem Pass gegen\u00fcber Alteingesessenen. Sondern er befasst sich mit der Ver\u00e4nderung des Landes durch die Migration, aber auch durch eine Gesellschaftspolitik, wie Merkel sie pr\u00e4gte.<br \/>\nNach Ansicht des Bundesamtes f\u00fcr Verfassungsschutz erf\u00fcllt der Professor schon damit die Kriterien des Extremismus.<br \/>\n&#8230; Alles vom 25.4.2025 von Alexander Wendt bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/meinungen\/achtung-gefaehrlicher-professor-teil-1-der-ausgeschlossene\/\">https:\/\/www.tichyseinblick.de\/meinungen\/achtung-gefaehrlicher-professor-teil-1-der-ausgeschlossene\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mobbing von Professoren: Wissenschaft unter Druck<\/strong><br \/>\n<em>Immer \u00f6fter erleben Professoren Mobbing und Machtmissbrauch an der eigenen Universit\u00e4t. Auf diese Weise soll wissenschaftlicher Konformit\u00e4tsdruck erzeugt werden. Hier berichtet ein Betroffener, mit welchen Methoden die Wissenschaftsfreiheit unter Druck gesetzt wird.<\/em><br \/>\nOrdentliche Professoren sind in Deutschland in der Regel Staatsbeamte und damit unbefristet besch\u00e4ftigt. Ihre Entlassung erfordert besonders starke Gr\u00fcnde und setzt im Regelfall gestufte Disziplinarma\u00dfnahmen und eine gerichtliche Entscheidung voraus. Diese Sicherung des Professors gilt als eine institutionelle Gew\u00e4hr f\u00fcr die Wissenschaftsfreiheit <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/themen\/wissenschaftsfreiheit\">https:\/\/www.cicero.de\/themen\/wissenschaftsfreiheit<\/a> , die, obzwar grundrechtlich verankert, sonst in der Praxis der Gefahr einer Aush\u00f6hlung aus verschiedensten Gr\u00fcnden, etwa politischer, ideologischer, \u00f6konomischer oder pers\u00f6nlicher Art, ausgesetzt werden k\u00f6nnte. Entsprechend schreibt der Verfassungsrechtler Christoph M\u00f6llers: \u201eDie erste Bedingung des Schutzes der Wissenschaftsfreiheit ist die Verstaatlichung des Wissenschaftssystems.\u201c (S.35 <a href=\"https:\/\/www.bbaw.de\/files-bbaw\/user_upload\/publikationen\/Broschuere-WiD_14_PDF-A-1b.pdf\">https:\/\/www.bbaw.de\/files-bbaw\/user_upload\/publikationen\/Broschuere-WiD_14_PDF-A-1b.pdf<\/a> ).<\/p>\n<p>Diese Sicherung funktioniert, so zeigt der Index der Wissenschaftsfreiheit (Academic Freedom Index, AFI), in Deutschland auch tats\u00e4chlich hervorragend \u2013 es geh\u00f6rte Ende 2023 zur ersten Kategorie, wenngleich an elfter Stelle und deutlich hinter den Spitzenreitern Tschechien, Estland, Belgien und Argentinien. \u00d6sterreich nimmt den letzten Platz von 18 in der zweiten Kategorie, die Schweiz in der dritten Kategorie den achten Platz von 19 ein.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/academic-freedom-index.net\/research\/Academic_Freedom_Index_Update_2024.pdf\">https:\/\/academic-freedom-index.net\/research\/Academic_Freedom_Index_Update_2024.pdf<\/a> Ungeachtet dieser Abstufung befinden sich alle drei L\u00e4nder nach dem AFI im \u201egr\u00fcnen\u201c Bereich und k\u00f6nnen als Musterbeispiele im weltweiten Vergleich gelten.<\/p>\n<p>Diese gl\u00e4nzende Oberfl\u00e4che ist jedoch nicht die volle Wahrheit. Sie verbirgt Tr\u00fcbungen.<br \/>\nDoch welcher Professor w\u00fcrde \u00f6ffentlich \u00fcber seine Erfahrungen mit Mobbing und Machtmissbrauch universit\u00e4rer Hierarchien zur Aus\u00fcbung von wissenschaftlichem Konformit\u00e4tsdruck berichten wollen? Er l\u00e4uft Gefahr, sich selbst und seine eigene Hochschule zu besch\u00e4digen. Und dennoch gibt es in der universit\u00e4ren Praxis eine Vielzahl von Eingriffen in die Wissenschafts- und Lehrfreiheit, deren Spektrum von invasiven Ma\u00dfnahmen zur Verhinderung bestimmter Lehr- und Forschungsaktivit\u00e4ten bis hin zu deren indirekter Lenkung durch Installation mentaler Vorzensur reicht, wodurch Benachteiligungen oder Konflikte sowie auch umgekehrt die Nutzung von Vorteilen beg\u00fcnstigt werden. Auch Auftritte im au\u00dferakademischen Raum und damit die Meinungsfreiheit k\u00f6nnen betroffen sein.-<\/p>\n<p>Wie sich akademische Cancel-Culture wegzaubern l\u00e4sst<br \/>\nIn diesem Artikel soll ein Blick auf universit\u00e4re Tr\u00fcbungen der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit geworfen werden, und zwar von einem Betroffenen, der seit mehr als 20 Jahren ordentlicher Professor an einer deutschen Universit\u00e4t ist. Solche Tr\u00fcbungen weichen nur, wenn das Licht der \u00d6ffentlichkeit sie durchdringt.<br \/>\nUm weder der Hochschule noch sich selbst zu schaden, wird dieser Artikel anonym verfasst. Die Fallbeschreibung wird auf der Basis von Tatsachen, die der Verfasser selbst erlebt hat, geschildert und zwecks Verhinderung einer Zuordnung zu F\u00e4chern, Hochschulen und Personen fiktionalisiert.<br \/>\nDer Autor ist der Redaktion bekannt. Der Artikel wurde von der Rechtsberatung, die den Fall des Autors begleitet, gepr\u00fcft<\/p>\n<p>Erosion der Wissenschaftsfreiheit<br \/>\nHochgradig irritierend und wie aus einem anderen Land und einer anderen Zeit wirkt auf den ersten Blick der Buchtitel einer Neuerscheinung: \u201eWer st\u00f6rt, muss weg! Die Entfernung kritischer Professoren aus Universit\u00e4ten\u201c (2024) von Heike Egner und Anke Uhlenwinkel <a href=\"https:\/\/westendverlag.de\/Wer-stoert-muss-weg\/2198\">https:\/\/westendverlag.de\/Wer-stoert-muss-weg\/2198<\/a> . Das Buch arbeitet Techniken heraus, die f\u00fcr Entlassungen und Degradierungen von Professoren in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz in den letzten Jahren eingesetzt wurden. Die Fallanzahl der Studien ist zwar auf den ersten Blick \u00fcberschaubar (60, S. 19), aber stieg seit 2018 (S.19) sprunghaft an, und es k\u00f6nnte eine Dunkelziffer geben. Au\u00dferdem d\u00fcrfte es sich in wohl den meisten F\u00e4llen um Angestelltenverh\u00e4ltnisse, zumal befristete, gehandelt haben \u2013 hierzu enth\u00e4lt das Buch keine Angaben. Im Unterschied zu verbeamteten Professoren ist im Angestelltenverh\u00e4ltnis, zumal dem befristeten, die Schwelle zu Entlassung und Degradierung um ein Vielfaches niedriger. Bedenklich stimmt, dass neben einem disziplinarisch relevanten Vorwurf wie F\u00fchrungsfehlverhalten auch \u201eideologische Unbotm\u00e4\u00dfigkeit\u201c, die \u201eim \u00f6ffentlichen Diskurs\u201c (S.50) gezeigt wird, angef\u00fchrt wird. Auch \u201eKontaktschuld\u201c wurde in Deutschland in einem Fall sogar disziplinarisch wirksam gemacht und der Professor von der Universit\u00e4t an den Verfassungsschutz gemeldet (S. 51).<\/p>\n<p>Degradierung und Entlassung geht oft Mobbing voraus, sei es durch Studenten, den AStA, Kollegen, Amtstr\u00e4ger (Dekane, Beh\u00f6rdenleiter) oder B\u00fcrger. Hinzu komme, so Egner und Uhlenwinkel, die \u201eSkandalisierung der \u00c4u\u00dferungen eines Professors\u201c (S.51), die durch Medien unter Bezugnahme \u201eauf eine medial verbreitete Mehrheitsmeinung\u201c (ebd.) erfolge. Hochschulleitungen k\u00f6nnen auf einen solchen medial ausge\u00fcbten Konformit\u00e4tsdruck einseitig sensibel reagieren und die Sorge um ihren Ruf \u00fcber die Wissenschaftsfreiheit stellen. Es besteht die Gefahr, dass Mobbing sowie Medienkampagnen von einer Hochschulleitung auch selbst inszeniert oder zumindest angeheizt werden k\u00f6nnen, um unliebsame Professoren einzusch\u00fcchtern oder loszuwerden.<\/p>\n<p>Auch wenn dies im D-A-CH-Paradies der Wissenschaftsfreiheit schier undenkbar erscheinen mag, ist mir ein solcher Fall aus der Schweiz pers\u00f6nlich bekannt. Rechtlich lag kein nachgewiesener Tatbestand vor, aber Mobbingvorw\u00fcrfe wurden von der Hochschulleitung ungepr\u00fcft \u00fcbernommen und in den Medien hochgespielt, ohne dass der betroffene Professor selbst sich aus dienstrechtlichen Gr\u00fcnden in den Medien \u00f6ffentlich h\u00e4tte verteidigen d\u00fcrfen. Medien k\u00f6nnen gezielt als Zersetzungstechnik zur Entfernung wissenschaftlicher St\u00f6renfriede auch und gerade politisch gewollter Narrative eingesetzt werden. Um weiterer psychischer Zerm\u00fcrbung und jahrelangen Prozessen vorzubeugen, unterschrieb dieser Professor nach 25 Jahren Ordinariat einen Aufl\u00f6sungsvertrag. Au\u00dferdem durfte er seinen Professorentitel nicht behalten.<br \/>\nKein Rauch ohne Feuer \u2013 im Februar 2021 gr\u00fcndete sich ein Netzwerk Wissenschaftsfreiheit e.V. <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/politik\/wissenschaftler-gruenden-netzwerk-wissenschafts-freiheit-3457\">https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/politik\/wissenschaftler-gruenden-netzwerk-wissenschafts-freiheit-3457<\/a> , das mit rund 70 Personen begann und heute \u00fcber 750 Mitglieder verzeichnet. In seinem Gr\u00fcndungsmanifest hei\u00dft es, Hochschulangeh\u00f6rige w\u00fcrden \u201eerheblichem Druck ausgesetzt, sich bei der Wahrnehmung ihrer Forschungs- und Lehrfreiheit moralischen, politischen und ideologischen Beschr\u00e4nkungen und Vorgaben zu unterwerfen\u201c. <a href=\"https:\/\/www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de\/ueber-uns\/manifest\/\">https:\/\/www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de\/ueber-uns\/manifest\/<\/a> \u00c4hnlich beklagte im August 2021 eine andere Wissenschaftlergruppe \u201eeine Reduktion von Wissenschaft als konstruktiv-kritischem Diskurs aus unterschiedlichen Perspektiven auf das Bereitstellen von Expertise, die dazu dienen soll, politische Ma\u00dfnahmen daraus abzuleiten und zu rechtfertigen\u201c (S. 648).<\/p>\n<p>Eingriffe in die Lehr- und Forschungsfreiheit, auch in Verbindung mit au\u00dferuniversit\u00e4ren T\u00e4tigkeiten der Professoren, k\u00f6nnten weiter verbreitet sein, als aus dem AFI abzuleiten ist, und auch verbeamtete Professoren betreffen. Hierauf deutet eine von der Zeit-Stiftung Bucerius finanzierte Studie zur \u201eAkademischen Redefreiheit. Kurzbericht zu einer empirischen Studie an deutschen Hochschulen\u201c (2024) hin. Sie kommt zwar f\u00fcr \u201edie gro\u00dfe Mehrheit der Wissenschaftler:innen\u201c \u201ewenig \u00fcberraschend zu einer positiven Einsch\u00e4tzung der Autonomie und Freiheit im deutschen Wissenschaftssystem\u201c, aber hebt dennoch hervor, \u201edass erfahrene bzw. selbst vorgenommene Einschr\u00e4nkungen der akademischen Redefreiheit nicht nur auf Einzelf\u00e4lle beschr\u00e4nkt sind\u201c (S. 32). Immerhin wollen \u201e21 Prozent der Professor:innen, aber 27 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen\u201c \u201ein den letzten zwei Jahren ein- oder mehrmals\u201c \u201einhaltliche Kritik ihrer Forschung erfahren\u201c haben, \u201edie als unangemessene Einschr\u00e4nkung empfunden\u201c wurde (S.16).<\/p>\n<p>Ich hatte an dieser Befragung teilgenommen und geh\u00f6re zu diesen \u201e21 Prozent der Professor:innen\u201c. Wie eine solche \u201eunangemessene Einschr\u00e4nkung\u201c aussehen kann, schildere ich im Folgenden.<\/p>\n<p>Meine Fallgeschichte \u2013 fiktionalisiert<br \/>\nMeine \u2013 verk\u00fcrzt und fiktionalisiert dargestellte \u2013 Fallgeschichte ist ein Beispiel f\u00fcr Mobbing und indirekte Disziplinierung verbeamteter Professoren. Die im Folgenden beschriebene \u201eKollegin A\u201c gibt es in der vorgestellten Form so nicht, und die dem Fallbeispiel zugrundeliegenden tats\u00e4chlichen Vorf\u00e4lle hatten nichts mit Klimaforschung zu tun. Sie haben sich aber ziemlich genau in dieser Weise in den letzten circa drei Jahren in Deutschland ereignet.<br \/>\nDie national wie international \u00fcber Fachgrenzen hinaus renommierte Kollegin A (Professorinnen insbesondere ab 50 aufw\u00e4rts sind tendenziell h\u00e4ufiger betroffen, so Egner und Uhlenwinkel, S.6), die f\u00fcr ihren Fachschwerpunkt in der Soziologie bis vor wenigen Jahren viele Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben hatte, befasst sich neuerdings mit der gesellschaftlichen Auswirkung von Studien zum Klimawandel. Sie r\u00fcckt dabei den Fokus auf kritische Forschung, welche Referenzstudien zum menschengemachten Klimawandel entkr\u00e4ftet, auf denen u.a. die Agenda 2030 mit den Nachhaltigkeitszielen und der Emissionshandel aufbauen. Die Bezweiflung dieser Annahme wird von den Vereinten Nationen als zu bek\u00e4mpfende Desinformation eingestuft (vgl. zu \u201eBackgrounds\u201c).<\/p>\n<p>Die Kollegin A veranstaltet auf einer interdisziplin\u00e4ren Konferenz im Ausland ein Panel, in welchem Professoren sehr unterschiedlicher F\u00e4cher, darunter neben Klimatologen Sozial- und Geisteswissenschaftler, sich kritisch, aber ohne Bezugnahme auf die Politik und rein sachlich aus verschiedenen Perspektiven mit dem gemeinsamen Thema auseinandersetzen. Au\u00dferdem schreibt die Professorin A zusammen mit Klimatologen wissenschaftspublizistische Artikel in Zeitungen und Zeitschriften. Es gelingt der Autorengruppen, Artikel sichtbar in Mainstream-Medien zu platzieren und auch ins Fernsehen zu kommen. Einer dieser Artikel geht viral und wird zum \u201emeistgelesenen\u201c eines Monats, und Interviews zweier ihrer Kollegen aus der Klimatologie l\u00f6sen einen medialen Entr\u00fcstungssturm aus. Die Artikel der Autorengruppe werden jetzt zum Opfer von Faktencheckern, die harte Verrisse \u2013 jedoch ihrerseits ohne hinreichende fachliche Grundlage \u2013 schreiben, und auch eine der Fernsehsendungen, in der ihre Kollegin B aus der Klimatologie spricht, wird zeitnah gel\u00f6scht.<\/p>\n<p>Und dann geht es los<br \/>\nInvasive Eingriffe in die Wissenschaftsfreiheit erfolgen, so meine Erfahrung im eigenen Fall und anderen mir bekannten, wenn der Professor ein politisch gest\u00fctztes Mainstreamnarrativ zu einem der \u201ehei\u00dfen\u201c Themen mit harten Argumenten angreift, die nicht gut widerlegt werden k\u00f6nnen, und jenseits des engeren wissenschaftlichen Fachzirkels mit seiner Abweichlerposition eine gewisse gesellschaftliche Sichtbarkeit in den Medien gewinnt, die ggf. politischen Entscheidungstr\u00e4gern und Beh\u00f6rden, die bisher das Mainstreamnarrativ nutzen, schaden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4tsleitung bestellt die \u201eumstrittene\u201c Professorin A zum Gespr\u00e4ch ein. Ihr werden Vorhaltungen gemacht, die Universit\u00e4t in schlechtes Licht zu r\u00fccken, es \u201eherrsche best\u00e4ndiger Verkehr mit Beschwerden\u201c, \u201edies m\u00fcsse unbedingt sofort aufh\u00f6ren\u201c. Auf die Nachfrage, wer denn Beschwerden vorbringen w\u00fcrde, erf\u00e4hrt die Kollegin, dies seien \u201eKolleg:innen, Student:innen, B\u00fcrger:innen, alle m\u00f6glichen Leute\u201c. Der Kollegin A wird ferner vorgehalten, ihren Professorentitel zur Legitimierung von Aussagen, die sie fachlich gar nicht einsch\u00e4tzen k\u00f6nne, zu missbrauchen und als sogenannte \u201eKlimaleugnerin\u201c zu agitieren. Solche \u00c4u\u00dferungen seien nicht von der Wissenschaftsfreiheit gesch\u00fctzt. Sie m\u00f6ge daher bitte zuk\u00fcnftig bei \u00f6ffentlichen Auftritten und Zeitungspublikationen ihren Titel nicht mehr angeben und vor allen Dingen nicht, an welcher Universit\u00e4t und in welchem Fach sie als Professorin t\u00e4tig sei. Sie m\u00f6ge bitte Abstand davon nehmen, Wissenschaft zu politischen Zwecken zu instrumentalisieren. Aber nat\u00fcrlich bleibe ansonsten ihre Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit unangetastet.<br \/>\nZu Vorladungen solcher Art bemerkte treffend Professor Michael Hartmer, Rechtsanwalt und bis 2021 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Hochschulverbandes (DHV): \u201eObwohl es schon zu allen Zeiten nicht klug war, dem Ochsen, der drischt, das Maul zu verbinden, hat es sogar in der j\u00fcngeren Universit\u00e4tsgeschichte nicht an Versuchen gefehlt, unliebsame Meinungen zu verbieten und zu unterbinden. Soweit in der Universit\u00e4t versucht wird, diesen Maulkorb auf die Dienstvorgesetzteneigenschaft des Pr\u00e4sidenten oder Rektors zu st\u00fctzen, ist dies rechtlich irrelevant und hochschulpolitisch nicht selten peinlich. Es gibt in der Universit\u00e4t gegen\u00fcber Professoren kein Weisungsrecht des Dienstvorgesetzten, das ihnen den Mund verbieten k\u00f6nnte.\u201c <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/recht\/was-darf-ein-hochschullehrer-oeffentlich-aeussern-198\">https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/recht\/was-darf-ein-hochschullehrer-oeffentlich-aeussern-198<\/a><\/p>\n<p>Eine solche Maulkorb-Bitte durch die Hochschulleitung ist keine Weisung, sie ist rechtlich irrelevant, aber sie besch\u00e4digt als indirekte Disziplinierung die betroffene Person nicht nur psychisch, sondern zieht auch Beschr\u00e4nkungen in ihrem T\u00e4tigkeitsfeld an der Hochschule nach sich, da sie sich der Unterst\u00fctzung ihrer Aktivit\u00e4ten durch die Hochschule von nun an nicht mehr sicher sein kann.<\/p>\n<p>Und wie erging es den anderen beteiligten Kollegen an ihren Universit\u00e4ten? Die Klimaforscherin Kollegin B, deren Fernsehauftritt gel\u00f6scht und die besonders heftig in den Medien angegriffen wurde, erh\u00e4lt erst deutlich sp\u00e4ter eine Gespr\u00e4chseinladung der Hochschulleitung. Diese fragt sie freundlich nur, ob sie nicht ihre Beurlaubung nochmal verl\u00e4ngern wolle. Ein anderer Kollege C, der zwar kein Klimatologe im engeren Sinne ist, aber u.a. Statistik als fachliches Teilgebiet vertritt, wird ebenfalls in sein Rektorat einbestellt. Der Rektor erkl\u00e4rt ihm, der stellvertretende Direktor einer Bundesbeh\u00f6rde sei mit der Bitte vorstellig geworden, dem Kollegen C nahezulegen, sich nicht mehr zu solchen Themen in den Medien zu \u00e4u\u00dfern. Der Rektor erkundigt sich bei dem Professor C, worum es eigentlich ging, und l\u00e4sst den Kollegen C Stellung nehmen. Der Rektor befindet alles f\u00fcr in bester Ordnung. Der Kollege C hatte von nun an Ruhe. Die anderen Kollegen dieser Gruppe blieben ungeachtet ihrer medialen Auftritte unbehelligt.<\/p>\n<p>Stornierung von Kosten<br \/>\nIn der Fallgeschichte unserer Kollegin A ging der Eingriff noch weiter: Die Hochschulleitung l\u00e4sst die Kostenerstattungen f\u00fcr die Vortr\u00e4ge einiger Kollegen des Panels auf der internationalen Fachkonferenz im Ausland stornieren, da angeblich deren Themen nicht zum Konferenzthema und \u00fcberhaupt die Fachgebiete nicht zu dem der Professorin A passen w\u00fcrden, sie selbst m\u00f6ge sich bitte in dienstlicher Forschung auf ihr Fachgebiet der Soziologie beschr\u00e4nken. Auch ihr eigener Vortrag zu gesellschaftlichen Auswirkungen der Klimawandelfrage, den sie auf der Konferenz gehalten hat, k\u00f6nne nicht als Zweck einer Dienstreise anerkannt werden, und die Kosten w\u00fcrden nicht erstattet. Einen Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit sah die Hochschulleitung darin nicht. Die Nachfrage ergab, die Bewertung der Vortr\u00e4ge als fachlich ungeeignet sei anhand der Themenformulierung im Programm und anhand von Abstracts (die es gar nicht \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich gab!) vorgenommen worden, und zwar durch die Hochschulleitung selbst, die weder f\u00fcr Soziologie noch f\u00fcr Klimatologie Expertise aufwies. Die Stornierung der Vortr\u00e4ge erfolgte direkt nach dem Medienskandal der Autorengruppe. Unter den Personen, deren Kostenerstattungen storniert wurde, befanden sich die beiden oben erw\u00e4hnten, auch einzeln besonders stark in den Medien aufgefallenen Kollegen B und C.<\/p>\n<p>Der Professorin A erm\u00f6glichte ihre Hochschulleitung keine Anh\u00f6rung, weder zu den gegen sie vorgebrachten Vorw\u00fcrfen noch zur Stornierung der Panelabrechnung. Dass die Professorin A sich niemals fachfremd alleine, sondern zu klimatologischen Fragen im engeren Sinne stets zusammen mit entsprechenden Fachkollegen ge\u00e4u\u00dfert hat und dass alles, wor\u00fcber sie in besagtem Panel vorgetragen hat, sehr wohl in ihre fachliche Expertise f\u00e4llt, hat die Hochschulleitung nicht zur Kenntnis genommen.<\/p>\n<p>Die Professorin A f\u00fcgt sich dem Konformit\u00e4tsdruck nicht und publiziert weiter, ausschlie\u00dflich sachlich, exakt quellenbasiert und argumentativ auch im popul\u00e4ren Raum und bei \u00dcberschreitung ihrer Fachexpertise nur zusammen mit entsprechenden Kollegen.<\/p>\n<p>Es mehren sich Anrufe und Mails von Kollegen mit dem Tenor: \u201eWie kannst du nur deinen guten Ruf durch ein Interview mit einer rechtspopulistischen Zeitschrift ruinieren! Und auch noch mit dem hart umstrittenen Herrn Mustermann an einer Podiumsdiskussion teilnehmen!\u201c Eine andere Kollegin mailt: \u201eMit Verwunderung und Sorge nehme ich deine politischen Aktivit\u00e4ten wahr, auf die mich Kolleg:innen aufmerksam gemacht haben. Ich habe mich dazu etwas im Internet umgetan. Ich finde es problematisch, dass du politische Meinungen im Rahmen akademischer Veranstaltungen \u00e4u\u00dferst und au\u00dferdem zu Fragen schreibst und sprichst, die weit \u00fcber deine Fachkompetenz hinausreichen.\u201c<\/p>\n<p>Die Professorin A wird mit dieser Mail von einer Konferenz ausgeladen, denn sie k\u00f6nne dem Ruf der Veranstalterin und ihrem Forschungsprojekt schaden; und die Mitarbeiterin werde ihren Aufsatz aus einer Tagungspublikation der Professorin A zur\u00fcckziehen. Auf die Nachfrage, wo die Professorin A sich denn jemals \u201eim Rahmen akademischer Veranstaltungen\u201c politisch ge\u00e4u\u00dfert habe und in welcher Publikation sie \u201eweit \u00fcber die eigene fachliche Expertise\u201c hinausgegangen sei, bekommt sie \u2013 keine Antwort. Dass beide Vorw\u00fcrfe einer sachlichen Grundlage entbehren, interessiert die cancelnde Kollegin nicht.<\/p>\n<p>Und die Eskalationsspirale dreht sich nochmals weiter. Nun greift die Hochschulleitung direkt in ihr T\u00e4tigkeitsfeld negativ ein: Unsere Kollegin A erh\u00e4lt die K\u00fcndigung \u00fcber den Betrieb ihrer erfolgreichen internationalen Fachzeitschrift mit mehrfachem Double-Blind-Peer-Review, die bisher als Pilot- und Vorzeigeprojekt ihrer Universit\u00e4t galt. Gr\u00fcnde werden ihr nicht genannt. Ein Gespr\u00e4ch wird ihr von der Hochschulleitung verweigert. Via \u201eFlurfunk\u201c erf\u00e4hrt sie, gewisse Kollegen, darunter die Dekanin, seien in der Hochschulleitung mit Bedenken vorstellig geworden, sie k\u00f6nne die angesehene Zeitschrift politisch missbrauchen. Genau diese Kollegen hatte sie selbst, und zwar aufgrund von langj\u00e4hriger mangelnder Beteiligung, kurz zuvor aus dem Herausgeberteam auf rechtm\u00e4\u00dfige Weise entfernt. Sie wollte als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin ein neues, arbeitsf\u00e4higes Team aufstellen. Die Hochschulleitung teilt die K\u00fcndigung der Zeitschrift ehemaligen Herausgebern, die bereits unbeteiligte Dritte waren, eigenm\u00e4chtig per Mail mit. Die F\u00fcrsorgepflicht f\u00fcr ihre Professorin A sieht die Hochschulleitung durch solchen einen Freibrief zum Rufmord offenbar nicht verletzt.<\/p>\n<p>Ungeahnte Folgen<br \/>\nWird sich die Eskalationsspirale noch weiterdrehen? In der nationalen Academia k\u00f6nnte sich alsbald wie ein Lauffeuer herumsprechen, wo besser nicht mehr publiziert werden sollte, wer nicht mehr einzuladen ist, die Doktoranden k\u00f6nnten schwinden, der H\u00f6rsaal sich leeren, in Sitzungen und in der Mensa die Kollegin A gemieden werden, ihre neuen Vorhaben f\u00fcr Universit\u00e4tspartnerschaften, die Gr\u00fcndung eines internationalen Soziologie-Zentrums, eines internationalen, drittmittelbasierten Studiengangs, die Einwerbung einer Stiftungsprofessur usw. durch Dekanin und Hochschulleitung blockiert werden mit Begr\u00fcndungen, wie zum Beispiel, es gebe ja keine Overheadmittel daf\u00fcr und die Vorhaben w\u00fcrden Ressourcen der Universit\u00e4t beanspruchen. Stellen im Fach der Kollegin A k\u00f6nnten abgebaut werden. Au\u00dferdem wird die Kollegin A wahrscheinlich in ein kleineres Dienstzimmer wechseln und studentische Mitarbeiter und Lehrbeauftragte des Fachs ihr B\u00fcro aufgeben m\u00fcssen. Dies deutete unl\u00e4ngst die zust\u00e4ndige Person aus der Verwaltung an: Die Universit\u00e4t wolle 30 Prozent B\u00fcrofl\u00e4che bis 2030 zwecks Erreichung der Klimaziele einsparen. Die freigewordene B\u00fcrofl\u00e4che werde vermietet, und die R\u00e4ume der Kollegin A und ihrer Mitarbeiter w\u00e4ren besonders gut geeignet.<\/p>\n<p>In einem vertrauten Gespr\u00e4ch er\u00f6ffnet ein unbeteiligter Kollege der Professorin A, dass er sie bewundere, aber \u00f6ffentlich k\u00f6nne er das an dieser Universit\u00e4t nicht zeigen. Auch kommen anerkennende Briefe, neue Kontaktaufnahmen sowie Vortragseinladungen. Im Ausland wird sie, Gott sei Dank, auch weiterhin zu ehrenvollen Plenarvortr\u00e4gen eingeladen. Dort bekommt niemand von dem deutschen Theater etwas mit, und wenn doch, dann wundert er sich.<\/p>\n<p>Ob die Kollegin A in den Fr\u00fchruhestand gehen oder bis zur Pensionierung in Deutschland Spie\u00dfruten laufen wird? Die Hochschulleitung w\u00fcrde die Stelle gern neu besetzen. Denn sie will mit Unterst\u00fctzung des Ministeriums ein Zentrum f\u00fcr Klimaforschung einrichten, f\u00fcr welches erhebliche Zusch\u00fcsse winken.<br \/>\nOffenbar gab es also im Fall dieser Kollegin A einen politisch eingebetteten Interessenkonflikt der Hochschulleitung, vielleicht sogar des zust\u00e4ndigen Ministeriums, weshalb gerade sie im Unterschied zu anderen Kollegen ihrer interdisziplin\u00e4ren Forschungsgruppe Einschr\u00e4nkungen in ihrer akademischen Redefreiheit erfahren hat.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Gegenma\u00dfnahmen unter Druck gesetzter Professoren<br \/>\nWie k\u00f6nnen sich Professoren gegen solche Besch\u00e4digungen von Ruf und beruflichem T\u00e4tigkeitsfeld durch indirekte Disziplinierung, Mobbing und Cancel Culture seitens ihrer Hochschulleitung zur Wehr setzen? Welche Optionen stehen Professorin A offen?<\/p>\n<p>Es gibt den Deutschen Hochschulverband (DHV), bei dem die Kollegin A als Mitglied Rechtsberatung einholen kann. Der Anwalt f\u00fcr Beamten- und Disziplinarrecht informiert sie bez\u00fcglich der unbegr\u00fcndeten K\u00fcndigung des Vertrags \u00fcber den Betrieb der Fachzeitschrift, dass die Hochschule als Teil der \u00f6ffentlichen Verwaltung auch in einem solchen Rechtsverh\u00e4ltnis einer Verpflichtung zur Begr\u00fcndung ihres Handelns unterliege. Allerdings gebe es keine gefestigte Rechtsprechung, wie weit die Begr\u00fcndungspflicht reiche. Ein entsprechender Rechtsstreit w\u00e4re langwierig und w\u00fcrde m\u00f6glicherweise durch mehrere Instanzen gehen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem stehe die M\u00f6glichkeit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Hochschulleitung bei den Dienstvorgesetzten im entsprechenden Landesministerium und eines anwaltlichen Schreibens mit Forderung nach Unterlassung im Raum. Aber hier gelte, dass vielleicht in einem Ministerium, welches die Einrichtung eines neuen Zentrums f\u00fcr Klimaforschung begr\u00fc\u00dft, nicht mit viel Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Professorin A zu rechnen sei. Und au\u00dferdem will die Professorin A ihrerseits der Hochschulleitung nicht schaden.<br \/>\nDer Anwalt f\u00fcr Beamten- und Disziplinarrecht sieht am Ende nur eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr sie: den disziplinarischen Selbstreinigungsantrag, welcher die Hochschulleitung zwingen w\u00fcrde, sie von den Vorw\u00fcrfen zu reinigen, die gegen sie im Raum stehen. Ein solches Verfahren zwinge die Hochschulleitung, die Berechtigung ihrer Vorw\u00fcrfe aufzukl\u00e4ren. Dies k\u00f6nne dazu f\u00fchren, dass zuk\u00fcnftig kein weiterer Druck ausge\u00fcbt werde. Aber auch ein solches Verfahren gehe mit Belastungen f\u00fcr die Professorin einher.<\/p>\n<p>Universit\u00e4tsintern gibt es auch eine M\u00f6glichkeit zur Unterst\u00fctzung durch die Ombudspersonen. Kollegin A wird dort vorstellig. Sie erf\u00e4hrt, dass in solchen F\u00e4llen eigentlich nichts getan werden kann. Ein Gespr\u00e4ch mit der Hochschulleitung k\u00f6nne vermittelt werden, aber erfahrungsgem\u00e4\u00df bringe das nichts. Wirkungsvoller w\u00e4re es, die Forschungskommission einzuschalten, welcher dann beide Seiten ihre Sichtweise zur Frage einer Verletzung von Wissenschaftsfreiheit im gegebenen Fall vortragen m\u00fcssten. Das k\u00f6nne f\u00fcr die Hochschulleitung unangenehm sein. Allerdings k\u00f6nne die Kollegin A mit ihrer Abweichlerposition in der Forschungskommission nicht mit viel Sympathie rechnen, zumal ja das neue Zentrum f\u00fcr Klimaforschung kommen solle &#8230;<\/p>\n<p>Die Professorin A hat einen anderen Weg gew\u00e4hlt: in die \u00d6ffentlichkeit, aber unter dem Schutz von Fiktion und Anonymit\u00e4t. Denn nicht nur ich allein d\u00fcrfte solche Erfahrungen machen. Solche Erfahrungen d\u00fcrfen nicht sein.<\/p>\n<p>Transparenz beendigt Machtmissbrauch<br \/>\nDie fiktionalisierte Fallgeschichte offenbart ein strukturelles Defizit der Universit\u00e4t. Die Annahme, dass die Freiheit in Forschung und Lehre durch Entfristung und Verbeamtung institutionell hinreichend gesichert sei, stimmt nicht. Die institutionelle St\u00e4rkung von Verwaltung und Hochschulleitung einerseits und andererseits die \u00d6konomisierung der Hochschulen zugunsten kompetitiven Wettbewerbs haben die Sicherheit vor Eingriffen in die Wissenschaftsfreiheit unterh\u00f6hlt. \u00c4hnlich wie im Robert-Koch-Institut Wissenschaft politischer Weisung unterstellt ist und bei politischen \u00dcbergriffen zur Coronazeit keine Remonstration erfolgte, wie der Fall der sogenannten \u201eRKI Files\u201c zeigt https:\/\/vk.com\/video346629438_456240644 , besteht auch in Hochschulen die M\u00f6glichkeit f\u00fcr politische Steuerung, die \u00fcber Anreizformen durch Programme hinaus auch mit Druckaus\u00fcbung arbeitet.<br \/>\nEs gibt ein weites Feld direkten und indirekten Konformit\u00e4tsdrucks, das auch Professoren \u201ezu einer freiwilligen Unterwerfung und zu stillschweigender Zustimmung\u201c (Rainer Mausfeld, S.30) bringen kann, wenn sie Besch\u00e4digungen vermeiden und vielmehr ihre Karriere voranbringen wollen. \u201eEine Verst\u00e4ndigung \u00fcber die Offenheit des Diskursraums Hochschule und die Bereitschaft, sich von anderen Positionen herausfordern zu lassen\u201c (S. 32), um erneut die Studie der Zeit-Stiftung Bucerius zur Akademischen Redefreiheit zu zitieren, erscheint heute mehr als angebracht.<\/p>\n<p>Innovation, auf welche Forschung zielt, braucht keinen Kampf ums \u00dcberleben des St\u00e4rkeren und Anpassung der Mittelm\u00e4\u00dfigen, sondern vielmehr Freiraum f\u00fcr Dissens und gerade f\u00fcr das, was sich den Forderungen von Markt und Politik widersetzt, sie korrigiert, sich ihnen entzieht und ihnen gerade deshalb vielleicht meilenweit voraus sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Um die Freiheit in Forschung und Lehre vollumf\u00e4nglich zu gew\u00e4hrleisten und sich der direkten wie indirekten Lenkung durch wissenschaftsfremde Interessen aus Politik, Markt und Gesellschaft zu entziehen, br\u00e4uchte das Hochschulsystem eine grundlegende Reform. Einen Beginn zur Verbesserung der Situation f\u00fcr ihre Mitglieder k\u00f6nnte aber jede Hochschule heute schon machen: eine unabh\u00e4ngige Anlaufstelle f\u00fcr Mobbing und Cancel Culture einrichten sowie vor allem die Hochschulleitung und alle hierarchischen Machtzentren (Dekanate, Verwaltung) regelm\u00e4\u00dfigen Audits unterziehen, an welchen alle Mitglieder der Hochschule auf gesch\u00fctzte Weise, damit keine Nachteile f\u00fcr sie entstehen, beteiligt werden.<\/p>\n<p>Machtmissbrauch endet, wenn er \u00f6ffentlich sichtbar gemacht wird. Transparenz beugt ihm vor.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt aber muss der freie Geist in allen Hochschulmitgliedern wehen, denn erst durch uns selbst wird hierarchischer Machtmissbrauch m\u00f6glich und durch eine akademische Atmosph\u00e4re mit Anpassungsdruck gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen: Diesen Geist k\u00f6nnen nur wir selbst wiederbeleben. Hierf\u00fcr braucht es den unbedingten Willen zu Wahrheit und Ehrlichkeit, Interesse, Offenheit und Diskussionsbereitschaft und nicht zuletzt ein hohes Ma\u00df an Mut auf der einen und an Toleranz auf der anderen Seite.<\/p>\n<p>Mit der Toleranz aber steht es leider, zumindest was \u201ehei\u00dfe politische Themen\u201c angeht, heute in der deutschen Academia nicht gut: \u201eDie Bestreitung des Klimawandels halten 31 Prozent der Befragten f\u00fcr zul\u00e4ssig gegen\u00fcber 64 Prozent, die meinen, das sollte nicht erlaubt sein.\u201c (S.25) <a href=\"https:\/\/read.zeit-stiftung.com\/report_akademischeredefreiheit\/\">https:\/\/read.zeit-stiftung.com\/report_akademischeredefreiheit\/<\/a><\/p>\n<p>Es wird Zeit, dass eine Bewegung #metooWissenschaftunterDruck entsteht.<\/p>\n<p><em>Zuschriften sind willkommen \u2013 auch anonym \u2013 unter der Mailadresse Wissenschaftunterdruck@posteo.de. Dr. Wolfgang St\u00f6lzle, selbst Betroffener und bekannt mit dem anonym bleibenden Verfasser dieses Artikels, steht zusammen mit dem Autor f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Austausch zur Verf\u00fcgung.<br \/>\n<\/em><br \/>\n&#8230; Alles vom 7.2.2025 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/mobbing-von-professoren-wissenschaftler-unter-druck\">https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/mobbing-von-professoren-wissenschaftler-unter-druck<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Warum ich kein Professor an der Uni Toronto mehr bin<\/strong><br \/>\n<em>An alle Professoren, die sich den Diversity-Richtlinien unterwerfen: Ihr verharrt feige in Heuchelei und Schweigen. Ihr lehrt eure Studenten, sich zu verstellen und zu l\u00fcgen. Um weiterzukommen. Vor Kurzem bin ich von meiner Position als ordentlicher Professor an der Universit\u00e4t Toronto zur\u00fcckgetreten.<\/em><br \/>\n&#8230;.<br \/>\nErstens haben meine qualifizierten und hervorragend ausgebildeten heterosexuellen wei\u00dfen m\u00e4nnlichen Doktoranden (und ich hatte \u00fcbrigens noch viele andere) kaum eine Chance, trotz hervorragender wissenschaftlicher Dossiers eine Forschungsstelle an einer Universit\u00e4t zu bekommen. Das liegt zum Teil an den Vorgaben f\u00fcr Vielfalt, Inklusivit\u00e4t und Gerechtigkeit (diversity, inclusivity, equity; mein bevorzugtes Akronym daf\u00fcr: \u201eDIE\u201c, im Englischen \u201esterben\u201c). Diese wurden in der akademischen Welt allgemein eingef\u00fchrt, obwohl die Einstellungsaussch\u00fcsse der Universit\u00e4ten in all den Jahren meiner Laufbahn alles getan hatten, um sicherzustellen, dass keine qualifizierten Kandidaten aus \u201eMinderheiten\u201c \u00fcbersehen wurden.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus gelten meine Studenten als teilweise inakzeptabel, eben weil sie meine Studenten sind. Ich bin eine akademische Persona non grata, weil meine philosophischen Positionen inakzeptabel sind. Und das ist nicht nur eine Unannehmlichkeit. Diese Tatsachen machen meinen Job moralisch unhaltbar. Wie kann ich angehende Forscher mit gutem Gewissen annehmen und ausbilden, wenn ich wei\u00df, dass ihre Besch\u00e4ftigungsaussichten minimal sind?<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nDer zweite Grund: Dies ist eines von vielen Problemen einer entsetzlichen Ideologie, die derzeit die Universit\u00e4ten und, nachgelagert, die allgemeine Kultur demoliert. Nicht zuletzt, weil es einfach nicht genug qualifizierte BIPOC-Leute in der Pipeline gibt, um die Diversit\u00e4tsziele schnell genug zu erreichen (BIPOC: Schwarze, Indigene und People of Color, f\u00fcr diejenigen unter Ihnen, die es nicht wissen). Dies ist jedem halbwegs ehrlichen Akademiker, der in den letzten drei Jahrzehnten in einem Einstellungsausschuss sa\u00df, bekannt. Das bedeutet, dass wir dabei sind, eine Generation von Forschern hervorzubringen, die f\u00fcr diese Aufgabe v\u00f6llig unqualifiziert ist<br \/>\n&#8230; Alles vom 29.1.2022 von Jordan B. Peterson bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/warum_ich_kein_professor_an_der_uni_toronto_mehr_bin\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/warum_ich_kein_professor_an_der_uni_toronto_mehr_bin<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Jordan B. Peterson, geb. 1962, ist Psychologie-Professor an der Universit\u00e4t von Toronto. Im Jahr 2016 widersetzte er sich einem kanadischen Gesetz, das die B\u00fcrger unter anderem dazu zwingen will genderneutrale Pronomen zu verwenden (Bill C-16), weil es nach seiner Auffassung die Redefreiheit verletzt. Mit seiner Kritik an den damit verbundenen Ideologien erreicht Peterson auf seinen Youtube-Kan\u00e4len inzwischen ein Millionenpublikum.<\/em><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/c\/jordanpetersonvideos\">https:\/\/www.youtube.com\/c\/jordanpetersonvideos<\/a><\/em><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/jordanbpeterson.com\/\">https:\/\/jordanbpeterson.com\/<\/a><\/em><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jordan_Peterson\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jordan_Peterson<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Klima der Unfreiheit&#8220; an Universit\u00e4ten<\/strong><br \/>\n<strong>Forschung am Leitseil der Ideologie: Wissenschaftsfeinde mehren ihren Einflu\u00df an deutschen Universit\u00e4ten<\/strong><br \/>\n<strong>Agendawissenschaften &#8211; Im intellektuellen Lockdown<\/strong><br \/>\nWolfgang M\u00fcller<\/p>\n<p>F\u00fcr die absolute Mehrheit der deutschen Hochschullehrer ist die Wissenschaftsfreiheit hierzulande nicht einmal im Ansatz gef\u00e4hrdet. Die USA und Gro\u00dfbritannien mit ihrer \u201ezivilgesellschaftlich\u201c von unten organisierten, erhebliche Aggressionspotentiale entbindenden \u201eCancel Culture\u201c scheinen f\u00fcr sie so weit weg zu sein wie China oder die T\u00fcrkei mit ihren von oben ausge\u00fcbten staatlichen Zensurpraktiken.<br \/>\nDeutsche Professoren sehen, wie 2020 eine Allensbacher Umfrage ergab, ungleich gr\u00f6\u00dfere Hemmnisse in der fehlenden Mu\u00dfe zum Forschen, verursacht durch Publikationszwang, Aufwand f\u00fcr die Drittmitteleinwerbung oder zu starke Belastung durch Lehrverpflichtungen. Die R\u00fccksichtnahme auf politische Korrektheit einfordernde Dozenten oder Studenten stellte hingegen nur f\u00fcr dreizehn Prozent der Befragten eine ernstliche Einschr\u00e4nkung ihrer grundgesetzlich verb\u00fcrgten Lehr- und Forschungsfreiheit dar.<\/p>\n<p>Auch die Philosophin Elif \u00d6zmen (Gie\u00dfen) skizziert im Themenheft \u201eWissenschaftsfreiheit\u201c der Zeitschrift der Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung (Aus Politik und Zeitgeschichte, 46\/2021) gr\u00f6\u00dfere Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit als die, die von der Moralisierung und Politisierung des Studienplans ausgehen, wie sie sektiererische Verfechter von Gender, Antirassismus und \u201eKritischer Wei\u00dfseins-Forschung\u201c forcieren. Die \u201egaloppierende \u00d6konomisierung\u201c, der Zwang zur \u201eMarktkonformit\u00e4t\u201c, die seit der Bologna-Reform den Hochschulalltag bestimmen, sowie die damit parallel laufende, Humboldts Ideal \u201eEinsamkeit und Freiheit\u201c geradezu verh\u00f6hnende B\u00fcrokratisierung des \u201eBetriebs\u201c von Wissenschaft w\u00fcrden den Universit\u00e4ten viel eher die Luft zum Atmen nehmen.<\/p>\n<p>An den Universit\u00e4ten hat sich ein \u201eKlima der Unfreiheit\u201c ausgebreitet<br \/>\nTats\u00e4chlich, so korrigiert Sandra Kostner (P\u00e4dagogische Hochschule Schw\u00e4bisch-Gm\u00fcnd) ihre Kollegin \u00d6zmen, laufen aber nicht nur solche externen, mehr indirekt die Wissenschaftsfreiheit einengenden Faktoren \u201eunterhalb des Radars der \u00d6ffentlichkeit\u201c ab. <em><strong>Entgegen der in der Allensbach-Umfrage abgebildeten Wahrnehmung habe sich l\u00e4ngst auch im Innern der Institution Universit\u00e4t ein \u201eKlima der Unfreiheit\u201c ausgebreitet.<\/strong><\/em> Kostner, die zu den Initiatoren des im Februar 2021 ins Leben gerufenen \u201eNetzwerks Wissenschaftsfreiheit\u201c z\u00e4hlt, macht daf\u00fcr den vor allem in den Kultur- und Sozialwissenschaften seit zwei Jahrzehnten dominierenden Typus des \u201eAgendawissenschaftlers\u201c verantwortlich. F\u00fcr den sei Wissenschaft keine rational kontrollierte, ergebnisoffene Suche nach objektivierbarer Erkenntnis und Wahrheit. Ihn leite vielmehr die Frage: \u201eWie lassen sich Forschung und Lehre nutzen, um die Gesellschaft gem\u00e4\u00df der eigenen, am identit\u00e4tspolitischen Paradigma ausgerichteten Agenda zu formen?\u201c<\/p>\n<p>Bei diesem Typus handle es sich also gar nicht um einen Wissenschaftler, der dem an Max Weber orientierten \u201eEthos epistemischer Rationalit\u00e4t\u201c gehorche, an das \u00d6zmen erinnert, wenn sie f\u00fcr seri\u00f6se Forschung auf Widerspruchsfreiheit, innere Koh\u00e4renz, Klarheit, Genauigkeit und \u00dcberpr\u00fcfbarkeit pocht, sondern um einen ordin\u00e4ren Ideologen alten 68er-Schlages. Dieser sei stets bem\u00fcht, \u201eForschung\u201c nur in den Bahnen weltanschaulich gesetzter Normen zu treiben. Bei ihrem \u201eMarsch durch die Institutionen\u201c h\u00e4tten diese \u201eakademischen Diskursw\u00e4chter\u201c mittlerweile fl\u00e4chendeckend Lehrst\u00fchle in allen ideologisch f\u00fcr sie relevanten Disziplinen besetzt. Ihr Ziel sei wie ehedem ein \u201eBewu\u00dftseinswandel\u201c, der \u2013 diesmal unter \u201emultikulturellen\u201c Vorzeichen \u2013 eine \u201egro\u00dfe Transformation\u201c hin zur \u201eGesellschaft der Gleichen\u201c ausl\u00f6sen soll. Geistige Unfreiheit bis hin zum \u201eintellektuellen Lockdown\u201c, werde daf\u00fcr nicht nur in Kauf genommen, sondern \u201egezielt bef\u00f6rdert\u201c.<\/p>\n<p>Als Anw\u00e4ltin des fast gleichnamigen, jedoch dezidiert linken \u201enetzwerk-wissenschaftsfreiheit.org\u201c formuliert Jir\u00e9 Emine G\u00f6zen eine extreme Gegenposition zu Kostner. An Michel Foucault geschult, betet die an der privaten University of Europe for Applied Sciences in Hamburg Medientheorie lehrende Professorin dessen Katechismus des \u201eDekonstruktivismus\u201c herunter, der, wenig originell, nur Karl Marx\u2019 Axiom vom Sein, das das Bewu\u00dftsein bestimmt, variiert. Dementsprechend ist f\u00fcr G\u00f6zen \u201eWissenschaftsfreiheit\u201c ein soziales, nicht sch\u00fctzenswertes Konstrukt privilegierter Wei\u00dfer. Was sie \u201edie\u201c Wahrheit nennen, sei \u201eobjektiv wissenschaftlich\u201c gar nicht zu ermitteln, weil sie, wie Marx und in seinem Schlepptau Foucault behauptet, stets \u201eklassenbedingt\u201c ist. Denn alle wissenschaftlichen Praktiken und Vorstellungen st\u00fcnden in engem Zusammenhang mit der politisch-\u00f6konomischen Verfa\u00dftheit der jeweiligen Kultur. Wissenschaftliches Denken und Erkennen sei somit \u201ehochgradig von dem Kontext, in dem sie entstehen\u201c abh\u00e4ngig, repetiert G\u00f6zen \u2013 davon nichts ahnend, weil allein auf Foucault fixiert \u2013 fast hundert Jahre alte Einsichten der deutschen Wissenssoziologie der Zwischenkriegszeit.<\/p>\n<p>Den Begriff \u201eMenschenw\u00fcrde\u201c neu definieren<br \/>\nInteressant ist jedoch, in welche Abgr\u00fcnde diese Relativierung des als \u201euniversalistisch maskiert\u201c angegriffenen \u201eeurozentrischen\u201c Standardmodells von Wissenschaft und Rationalit\u00e4t f\u00fchrt \u2013 in die des \u201eTrans- und Posthumanismus\u201c. Wirkt doch G\u00f6zen mit am 2017 gegr\u00fcndeten Journal of Posthumanism, das der an einem US-Pr\u00e4rie-College lehrende deutsche \u201eMetahumanist\u201c Stefan Lorenz Sorgner herausgibt. Sorgner gilt heute als \u201ef\u00fchrender post- und transnationaler Philosoph\u201c, der \u2013 ankn\u00fcpfend an Nietzsches Ideal vom \u201e\u00dcbermenschen\u201c \u2013 den Begriff der \u201eMenschenw\u00fcrde\u201c unter Einbeziehung von Cyborgs und Androiden neu zu definieren versucht. Dazu wiederum inspirierte ihn sein Lehrer Gianteresio Vattimo, ein italienischer Nietzscheaner des Jahrgangs 1936, der sich als \u201eschwuler Atheist und Nihilist\u201c zu inszenieren liebt. Und der einem hedonistischen Existentialismus huldigt, der jedwede Tradition verachtet und Entwurzelung als \u201eChance\u201c predigt, um mit seiner \u201eOntologie des Aktuellen\u201c den Menschen vom \u201eBallast\u201c religi\u00f6s-transzendentaler und historisch-kultureller \u201eHintergr\u00fcnde\u201c (J\u00fcrgen Habermas) zu \u201ebefreien\u201c.<\/p>\n<p>Wie kurz dabei der posthumanistische Weg vom \u00dcbermenschen zum Unmenschen sein kann, beweist Vattimos judenfeindliches politisches Engagement. Der Alt-Marxist sa\u00df f\u00fcr die schwinds\u00fcchtige KP Italiens im EU-Parlament und profilierte sich dort als lautstarker Sympathisant der pal\u00e4stinensischen Terrortruppe Hamas. Israel als zionistischer, \u201eBlut und Boden\u201c gegen die \u201eunterdr\u00fcckten\u201c Pal\u00e4stinenser verteidigender Staat sei ein auszul\u00f6schender \u201eNazi-Staat\u201c, lie\u00df sich Vattimo vernehmen, als \u201ePazifist\u201c zugleich bedauernd, nicht in Gaza mitk\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen. Vattimo, Sorgner und G\u00f6zen eint der posthumanistische Traum vom \u2013 wie die ewig pubertierende Medientheoretikerin schw\u00e4rmt \u2013 \u201eradikalen Umbruch der Welt, wie wir sie bisher zu verstehen gelernt haben\u201c.<\/p>\n<p>Da\u00df ausgerechnet die Gehaltsempf\u00e4ngerin eines elit\u00e4ren Privatkollegs, das zu einem weltweit operierenden Konzern geh\u00f6rt, der \u201eBildung\u201c in neoliberaler Manier nur hinter der Bezahlschranke vermittelt, das bestehende staatliche, weitgehend ohne Studiengeb\u00fchren auskommende \u201ewei\u00dfe System Wissenschaft\u201c abr\u00e4umen will, weil dessen \u201eFunktionieren\u201c angeblich auf \u201eDiskriminierung, Prekarisierung und Ausschlu\u00df beruht\u201c, ist zwar nicht ohne den Unterhaltungswert einer Realsatire. Was aber eintritt, wenn der \u201eradikale Umbruch\u201c einer daf\u00fcr trommelnden \u201eposthumanen\u201c n\u00fctzlichen Idiotin wirklich stattf\u00e4nde, hat der von der marxistischen Gleichheitsutopie erst sp\u00e4t kurierte polnische Philosoph Leszek Kolakowski 1970 k\u00fchl prognostiziert: \u201eH\u00e4tten nicht immer neue Generationen unaufh\u00f6rlich gegen die ererbte Tradition revoltiert, w\u00fcrden wir noch heute in H\u00f6hlen leben. Wenn aber die Revolte gegen die ererbte Tradition einmal universell werden sollte, werden wir uns wieder in den H\u00f6hlen befinden.\u201c<\/p>\n<p>&#8230; Alles vom 28.1.2022 bitte lesen in der JF 5\/22, Seite 14<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bpb.de\">https:\/\/www.bpb.de<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de\">https:\/\/www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Uni heute: Denken unerw\u00fcnscht &#8211; am Beispiel einer Promotion<\/strong><br \/>\n<em>\u201eWir folgen der Wissenschaft\u201c \u2013 Diese Phrase aus der bleiernen Merkel-Zeit wird sicherlich in die Geschichte eingehen. Es war eine dreiste L\u00fcge, denn das Gegenteil ist der Fall. Es ist die Wissenschaft, welche der Politik folgen muss. Sie darf nur solche Ergebnisse liefern, welche die Agenda der M\u00e4chtigen rechtfertigen. Hier ein erschreckendes Beispiel.<\/em><br \/>\nDie Tempel der Wissenschaft, die Universit\u00e4ten, sind Forschung und Lehre verpflichtet, d.h. sie m\u00fcssen neue Erkenntnisse erarbeiten und gleichzeitig ihre Studenten zu Fachleuten ausbilden. Diese Ausbildung hat Etappen, etwa das \u201eDiplom\u201c, das f\u00fcr eine entsprechende Arbeit verliehen wird. Falls dann noch Interesse an weiterer wissenschaftlicher T\u00e4tigkeit besteht, so kann das im Rahmen einer Doktorarbeit geschehen, die etwa zum Dr. Ing. f\u00fchrt.<br \/>\nUnser Doktorand ist Diplomingenieur, mit Zusatzstudium in Mess- und Regeltechnik und mit vielen Jahren Berufserfahrung, speziell auch in Fehlerstatistik. Er kam nun auf die Idee, diese Methodik auf ein naturwissenschaftliches Ph\u00e4nomen anzuwenden, welches von \u00f6ffentlichem Interesse ist. Das sollte seine Doktorarbeit werden, und es gelang ihm, einen Doktorvater an einer mitteldeutschen Universit\u00e4t daf\u00fcr zu gewinnen.<br \/>\nMit ihm vereinbarte er das Thema: \u201eAnalyse zur Bewertung und Fehlerabsch\u00e4tzung globaler Daten und deren Bestimmungsprobleme\u201c. Aufbauend auf seine beruflichen Erfahrungen fertigte er in zw\u00f6lf Monaten seine Doktorarbeit an und reichte sie bei der Universit\u00e4t ein, welche den Empfang ordnungsgem\u00e4\u00df best\u00e4tigte.<br \/>\nDoch dann passierte lange nichts. Erst nach viel Hin- und Her wurde ihm mitgeteilt, dass seine Arbeit nicht akzeptiert w\u00fcrde. Die Tonart der Kommunikation mit dem Doktoranden h\u00e4tte dabei eher auf den Hinterhof eines Gebrauchtwagenh\u00e4ndlers gepasst, als in den elfenbeinernen Turm einer im Jahre 1409 gegr\u00fcndeten, ehrw\u00fcrdigen deutschen Universit\u00e4t.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nUnerw\u00fcnschte Erkenntnisse<br \/>\nEs handelte sich also um eine Analyse der Messwerte, welche Grundlage f\u00fcr die Theorie von Global Warming sind. Dabei kam heraus, dass die von Satelliten seit etwa 1980 gemessenen Werte f\u00fcr Temperatur und Meeresspiegel pr\u00e4zise genug waren, um die von IPCC etc. angestellten Berechnungen zur globalen Erw\u00e4rmung m\u00f6glich zu machen.<br \/>\n\u00c4ltere Messungen mit traditionellen Instrumenten aber waren daf\u00fcr ungeeignet. Deren Unsicherheit war \u00e4hnlich gro\u00df, oder gr\u00f6\u00dfer als die angeblich gefundenen Zunahmen von Temperatur und Meeresspiegel. Damit war ein Vergleich heutiger Klimadaten mit den historischen irrelevant \u2013 aber gerade der stellt einen wesentlichen Teil des aktuellen Klima-Narratives dar.<br \/>\nDieses Ergebnis hat Doktorand und Doktorvater nicht \u00fcberrascht, denn etwas anderes war, aufgrund der abgeschlossenen Vergangenheit, nicht zu erwarten. Die Temperaturen von 1850 konnte man ja nicht gerade mal mit heutigen Satelliten genauer nachmessen. Man hoffte nun, dass sich diese, in einer wissenschaftlich objektiven Arbeit gewonnene Erkenntnis in der akademischen Welt und dann in die \u00d6ffentlichkeit verbreiten w\u00fcrde.<br \/>\nDas w\u00e4re nat\u00fcrlich eine Revolution. Der Dekan der Fakult\u00e4t, unter deren Dach die Arbeit entstanden war, hatte jetzt eine Bombe im Haus und geriet in Panik, und mit ihm noch ein paar Professoren, welche die Arbeit gelesen hatten.<br \/>\nDiese Bombe musste entsch\u00e4rft werden \u2013 oder entsorgt!<br \/>\nEntsch\u00e4rfen oder entsorgen?<br \/>\nNun war es gut m\u00f6glich, dass der Doktorand Fehler gemacht hatte, dass also die finale Aussage seiner Arbeit nicht stimmte. Die Suche nach solchen Fehlern w\u00e4re die eigentliche Aufgabe der Gutachter gewesen, aber die wollten sich nicht so recht an die Arbeit machen. Vielleicht waren sie fachlich \u00fcberfordert, vielleicht war ihnen das Eisen zu hei\u00df. Auf jeden Fall fand sich niemand, der in der Lage gewesen w\u00e4re, die \u201eBombe zu entsch\u00e4rfen\u201c.<br \/>\nNun k\u00fcmmerte sich der Dekan der Fakult\u00e4t um die Entsorgung der Bombe. Er suchte im deutschen Klimawandel-Milieu nach willigen Schergen, die Gutachten schreiben sollten, mit deren Hilfe man sich die eingereichte Doktorarbeit als insgesamt \u201einakzeptabel\u201c Halse schaffen konnte, ohne auf ihren fachlichen Inhalt eingehen zu m\u00fcssen.<br \/>\nSo geschah es. Dank der bestellten Gef\u00e4lligkeitsgutachten entsorgte man die Bombe schlie\u00dflich, nachdem es nicht gelungen war, sie zu entsch\u00e4rfen. Der Doktorand wurde um das Recht betrogen, seinen akademischen Titel zu erwerben.<\/p>\n<p>Keine Sternstunde<br \/>\nEr gab sich damit jedoch nicht zufrieden. Er klagte auf sein Recht zur Einsicht der detaillierten Beurteilungen, die zur Ablehnung gef\u00fchrt hatten. Daraufhin musste ihm die Universit\u00e4t die Kopien seiner Arbeit aush\u00e4ndigen, die mit den handschriftlichen Kommentaren der Gutachter versehenen waren.<br \/>\nEs war offensichtlich, dass die beiden bestellten Experten weder die Absicht, noch die Fachkenntnis hatten, um die wissenschaftlichen Aspekte der Arbeit nachzuvollziehen und gegebenenfalls sachliche Fehler zu finden. Ihre Kommentare beschr\u00e4nkten sich auf den Anfang der 130-seitigen Schrift, wo noch keine Formeln und Gleichungen standen.<br \/>\nDa aber zeigten die Herren Gutachter ihre ganze fachliche Expertise und ihre akademische Bildung. Sie hatten handschriftlich, am Rande der Seiten, ihr qualifiziertes Urteil hinterlassen: \u201eHat keine Ahnung\u201c, \u201eBullshit\u201c, \u201eSchei*e\u201c.<br \/>\nIch vermute, dass diese ehrw\u00fcrdige Alma Mater in ihrer 600-j\u00e4hrigen Geschichte schon bessere Zeiten gesehen hat. Eine Institution, die Verstand, Wissen und Moral f\u00f6rdern soll, verbietet jetzt deren Einsatz.<\/p>\n<p>Diese skandal\u00f6se Begebenheit liegt zehn Jahre zur\u00fcck, die Abschaffung von akademischer Freiheit und Ethik hat in Deutschland also schon vor Corona eingesetzt.<br \/>\n&#8230; Alles vom 29.8.2021 von bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/think-again.org\/denken-unerwunscht\/\">https:\/\/think-again.org\/denken-unerwunscht\/<\/a><\/p>\n<p><em>Hans Hofmann-Reinecke: GR\u00dcN UND DUMM forever <\/em><br \/>\n<em>&#8211; Wenn Panik das Denken ersetzt<\/em><br \/>\n<em>Juni 2021, Taschenbuch, 24,61\u20ac<\/em><br \/>\n.<br \/>\nKommentar:<br \/>\n<strong>&#8230; die Drittmittel gef\u00e4hrdet ?<\/strong><br \/>\nDas Traurige ist: Gerade diese Leute sind unk\u00fcndbar und v\u00f6llig unabh\u00e4ngig. Aber der Status f\u00e4llt und steigt eben auch mit Drittmitteln, und der Zahl der damit einzustellenden Mitarbeiter, die dann als Doktoranden den Ruhm des Doktorvaters mehren. Der beschriebene Fall einer von ausserhab kommenden Doktorarbeit ist heikel, wenn dadurch die Drittmittel gef\u00e4hrdet werden. Und die meisten Drittmittel haben heute mit sog. Klimaschutz zu tun. Da ist man bei den staatlichen Geldgebern vernagelt.<br \/>\n3.9.2021, RMP<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Elend der Wissenschaftskarriere \u2013 Von Job zu Job<br \/>\n<\/strong>Die Universit\u00e4ten werden in wesentlichen Bereichen getragen von jungen Menschen, die wenig verdienen und trotzdem nicht wissen, ob es ihren Job n\u00e4chstes Jahr noch gibt. Vor allem haben sie kaum Chancen, durch ihre Knechtsarbeit an Lehrst\u00fchlen und Instituten wirklich die akademische Karriere zu absolvieren, f\u00fcr die sie doch all das auf sich nehmen. &#8230;.\u00a0\u00a0 Alles\u00a0von\u00a0Wulf R\u00fcskamp vom 17. Juli 2014 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/kommentare-1\/leitartikel-von-job-zu-job--87591984.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/kommentare-1\/leitartikel-von-job-zu-job&#8211;87591984.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Es fehlt ihnen nicht an klaren Worten, sondern es fehlt an Geld<\/strong><br \/>\nDie Situation von Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen an deutschen Universit\u00e4ten und Forschungseinrichtungen ist in der Tat katastrophal. Sie ist eine Zumutung f\u00fcr die betroffenen Frauen und M\u00e4nner, und sie ist verantwortungslos gegen\u00fcber der Zukunft unserer Gesellschaft, f\u00fcr die bekanntlich Bildung und Wissenschaft die wichtigsten Garanten sind. Neu ist das alles nicht. Die Stellungnahmen von Wissenschaftlern und Wissenschaftsmanagern, die diesen Notstand anprangern und nach Abhilfe rufen, lassen sich kaum noch z\u00e4hlen.<br \/>\nDie Folgerung, die R\u00fcskamp aus seiner Beschreibung zieht, entt\u00e4uscht. Die Universit\u00e4ten sollen ihrem Nachwuchs &#8222;klar sagen&#8220;, wie es um dessen Karrierechancen steht? Als ob diese Hochqualifizierten nicht selbst genau w\u00fcssten, auf was sie sich einlassen. R\u00fcskamps Rat ist von der gleichen wirkungslosen Hilflosigkeit wie die bisherigen Reaktionen aus dem akademischen Bereich. Reden statt handeln, sich mit der Situation abfinden, statt politische Wege zu ihrer Ver\u00e4nderung gehen.<br \/>\nNicht an klaren Worten fehlt es unseren Universit\u00e4ten. Es fehlt ihnen an Geld. Geld ist zwar in unserer Gesellschaft genug da. Aber seine Verteilung ist eine Frage der Macht, und die Universit\u00e4ten sind offenbar au\u00dfer Stande, die symbolische Macht, die sie haben, zu nutzen und vom Staat das Geld, das sie brauchen, nicht zu erbitten, sondern zu fordern und zu erstreiten.\u00a0Die Lehrsituation in vielen F\u00e4chern ist nicht mehr zumutbar: Warum zeigen die Rektoren und Dekane das nicht der \u00d6ffentlichkeit und stellen ihre Lehre ein \u2013 anstatt deren L\u00f6cher st\u00e4ndig zu stopfen? Die Personalsituation in vielen Instituten ist l\u00e4ngst unhaltbar: Warum schlie\u00dfen die Direktoren nicht ihre Institute \u2013 anstatt deren Betrieb durch die Ausbeutung des Nachwuchses technisch aufrechtzuerhalten?<br \/>\nAber zu einem Streit mit dem Staat sind meine Kollegen und Kolleginnen nicht zu bewegen, Beamte und Staatsangestellte in pers\u00f6nlich gut dotierten Stellen. Und ein \u00f6ffentlicher Streit mit dem Staat w\u00fcrde Unruhe und Unannehmlichkeiten mit sich bringen. Und die betroffenen Nachwuchswissenschaftler? Sie sind abh\u00e4ngig von ihren Professoren. Und die t\u00e4gliche Arbeit plus das Schreiben an der Habilitation ist mehr als genug. Zudem: Universit\u00e4tskarrieren individualisieren, trimmen auf Konkurrenz. Wo sollen da Antrieb und Kraft herkommen, sich zu solidarisieren und bundesweite Aktionen und Streiks zu organisieren?<br \/>\nSo werden die Universit\u00e4ten weiterhin Not leiden. Wie unser gesamtes Bildungssystem. Eine Gesellschaft verspielt ihre Zukunft.<br \/>\n23.7.2014, Prof. Dr. Hans Peter Herrmann, Freiburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Bildung &gt;Hochschulen &gt;Universitaet &gt;Professor &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags: Bitte anklicken oder runterscrollen Informatik-Prof Hannah Bast: Meine neue Kollegin, die KI\u00a0(28.2.2026) Alexander Wendt: Achtung, gef\u00e4hrlicher Professor \u2013 Der Ausgeschlossene (25.4.2025) Anfrage der CDU zu NGOs: Die unfassbare Unf\u00e4higkeit deutscher Professoren &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/professor\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":4809,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-49479","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/49479","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=49479"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/49479\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":146326,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/49479\/revisions\/146326"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=49479"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}