{"id":45102,"date":"2014-02-08T14:29:07","date_gmt":"2014-02-08T13:29:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=45102"},"modified":"2025-11-05T09:46:47","modified_gmt":"2025-11-05T08:46:47","slug":"ezb","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/ezb\/","title":{"rendered":"EZB"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Global\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/\">Global<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"EU\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/\">EU<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Finanzsystem\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/finanzsystem\/\">Finanzsystem<\/a>\u00a0&gt;EZB<\/p>\n<div id=\"attachment_45107\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/ezb\/hofsgrund25feldberg-pan140131\/\" rel=\"attachment wp-att-45107\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-45107\" class=\"size-full wp-image-45107\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/hofsgrund25feldberg-pan140131.jpg\" alt=\"Blick vom Schauinsland nach Osten \u00fcber Hofsgrund zum Feldberg am 31.1.2014\" width=\"639\" height=\"231\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/hofsgrund25feldberg-pan140131.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/hofsgrund25feldberg-pan140131-180x65.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-45107\" class=\"wp-caption-text\">Blick vom Schauinsland nach Osten \u00fcber Hofsgrund zum Feldberg am 31.1.2014<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: Bitte <span style=\"text-decoration: underline;\">anklicken<\/span> oder runterscrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bargeld-ja-digitaler-euro-nein\/\">Bargeld ja \u2013 Digitale Euro nein<\/a>\u00a0(2.11.2025)<\/li>\n<li>EZB-Stabilit\u00e4tsreport sieht Konjunkturrisiken und Marktturbulenzen (30.5.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/finanzsystem\/staatsanleihen\/\">Staatsanleihen: Eine grenzenlose Verschuldungsorgie?<\/a> (14.3.2025)<\/li>\n<li>Bernd Lucke: Die EZB l\u00f6scht einen Brand mit Zunder (16.6.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/inflationsrate-steigt-auf-53\/\">Inflationsrate steigt auf 5,3 %<\/a> (19.1.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/banken\/inflation\/\">Die B\u00e4ndigung der Geldflut<\/a>\u00a0(13.1.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/digital-finanzieller-komplex\/\">Digital-finanzieller Komplex<\/a>\u00a0(7.1.2022)<\/li>\n<li>EZB als Staatsfinanzierer macht nun auch Klimapolitik (21.8.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ezb-endlose-geldvermehrung\/\">EZB: Endlose Geldvermehrung<\/a>\u00a0(11.12.2020)<\/li>\n<li><a title=\"750 Mrd neu EU-Schuldenunion\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/750-mrd-neu-eu-schuldenunion\/\">750 Euro neue Corona-Kredite \u2013 EU-Schuldenunion<\/a>\u00a0(23.7.2020)<\/li>\n<li><a title=\"Verfassungsgericht\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/verfassungsgericht\/\">EZB-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes: Winds of Change?<\/a>\u00a0(7.5.2020)<\/li>\n<li><a title=\"EU-Solidarit\u00e4t: Bonds \u2013 Target\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/eu-solidaritaet-bonds-target\/\">EU-Solidarit\u00e4t: Euro-Bonds und Target-Schulden<\/a>\u00a0(11.4.2020)<\/li>\n<li>EZB-Nullzins: Ein Angriff auf das deutsche Grundgesetz? &#8211; Legalisierter Raub (13.9.2019)<\/li>\n<li>Bernd Lucke:Staatsfinanzierung durch die EZB (4.4.2019)<\/li>\n<li>Sinn: Deutsche verlieren wegen Niedrigzinspolitik 50 Mrd Euro im Jahr (3.3.2016)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ezb-flutet-die-eu-mit-1-bio-euro\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ezb-flutet-die-eu-mit-1-bio-euro<\/a>\/ (31.3.2015)<\/li>\n<li><span style=\"font-family: Verdana;\"><span style=\"font-family: Verdana;\"><span style=\"color: #000000;\"><span class=\"headline-intro\">Kritik an Euro- und EZB-Politik:<\/span><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><span class=\"headline\">CSU-Politiker Gauweiler tritt zur\u00fcck<\/span><\/span><\/span> (31.3.2015)<\/li>\n<li>EZB druckt Geld, damit s\u00fcdeurop\u00e4ische Staatsanleihen bezahlbar bleiben (27.12.2014)<\/li>\n<li>Niedrigzinspolitik der EZB kommt einer Enteignung der Sparer gleich (4.6.2014)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/private-sparer-werden-enteignet\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/private-sparer-werden-enteignet\/<\/a>\u00a0(25.4.2014)<\/li>\n<li>Verfassungsgericht gegen Staatsanleihenaufkaufprogramm der EZB (7.2.2014)<\/li>\n<li>EZB &#8211; Nehmerl\u00e4nder dominieren Geberl\u00e4nder (2.2.2014)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a title=\"EU-Banken\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/eu-banken\/\">EU-Banken<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Banken\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/banken\/\">Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/finanzsystem\/bargeld\/\">Bargeld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/banken\/inflation\/\">Inflation<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Sparen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/sparen\/\">Sparen &#8211; Einlagensicherung der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/finanzsystem\/staatsanleihen\/\">Staatsanleihen<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Verfassungsgericht\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/verfassungsgericht\/\">Verfassungsgericht BVerfG<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>EZB-Stabilit\u00e4tsreport sieht Konjunkturrisiken und Marktturbulenzen<\/strong><br \/>\n<strong>Ein bedrohliches Szenario<\/strong><br \/>\nvon Thorsten Polleit<br \/>\nDie EZB hat in ihrem j\u00fcngsten Stabilit\u00e4tsreport darauf hingewiesen, da\u00df die \u00f6ffentliche Schuldenquote im Euroraum \u2013 also die Kreditmarktverschuldung relativ zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) \u2013 mit 88,2 Prozent weiter \u00fcber dem langfristigen Durchschnitt verharrt. Die geplante Neuverschuldung zur Finanzierung von Infrastruktur und R\u00fcstung werde die Haushaltslage sogar verschlechtern, denn die gestiegenen Zinsen erh\u00f6hen die Kreditkosten. Das sei um so problematischer, weil die Produktivit\u00e4tszuw\u00e4chse und damit das Wachstum in vielen Euro-L\u00e4ndern sehr gering sind \u2013 und daher k\u00f6nnten neue Zweifel an der Nachhaltigkeit der Staatsschulden aufkommen.<\/p>\n<p>Die Warnung der EZB ist gerechtfertigt: So lag das Haushaltsdefizit aller Euro-Staaten in den vergangenen f\u00fcnf Jahren im Schnitt bei f\u00fcnf Prozent des BIP. Auch wenn die Defizitquote 2024 auf 3,1 Prozent zur\u00fcckging, lag sie damit weit \u00fcber der langfristig erzielbaren BIP-Wachstumsrate im Euroraum von ungef\u00e4hr 1,2 Prozent. Da die Euro-Staaten schon vor Begleichung ihrer Zinsrechnung mehr ausgeben, als sie einnehmen (Prim\u00e4rdefizit), steigt die Staatsverschuldung im Trendverlauf unerbittlich weiter an. Daher ist das Vorhaben, neue Staatsschulden im Euroraum aufzuh\u00e4ufen, so brisant. Schon jetzt werden f\u00e4llige Schulden, die in Zeiten extrem niedriger Zinsen aufgenommen wurden, mit neuen Schulden, die einen deutlich erh\u00f6hten Zins tragen, erneuert. Nun noch zus\u00e4tzliche Schulden aufzuh\u00e4ufen, verteuert die Kreditkosten gewaltig. Und wenn die Staaten nicht ihre Ausgaben einschr\u00e4nken und\/oder Einnahmen erh\u00f6hen, dann schwillt das Defizit weiter an, verschlechtert sich die Schuldentragf\u00e4higkeit der Euro-Staaten.<\/p>\n<p>Vor allem die von der Merz-Regierung geplante Neuverschuldung im Billionenbereich besitzt eine gef\u00e4hrliche Sprengkraft. Sie w\u00fcrde Deutschlands \u00f6ffentliche Schuldenquote von derzeit 62,5 Prozent in Richtung 90 Prozent katapultieren, eine seit 1948 nie dagewesene Schuldenlast. Die Zinsen f\u00fcr deutsche Schulden w\u00fcrden zudem absehbar steigen, damit auch die Kreditkosten f\u00fcr alle anderen Euro-Staaten in die H\u00f6he bef\u00f6rdern. Zudem w\u00e4re es wohl auch vorbei mit der Zur\u00fcckhaltung anderer Euro-Staaten: Sie h\u00e4tten fortan einen besonders gro\u00dfen Anreiz, ihre Neuverschuldung stark auszuweiten; zumal gleichzeitig auch die EU noch neue Schulden in H\u00f6he von 800 Milliarden Euro aufnehmen will \u2013 zu schultern ebenfalls von den Steuerzahlern in den Euro-L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die Warnung der EZB m\u00fc\u00dfte weitaus entschiedener ausfallen. Es geht nicht nur um steigende Zinsen als Folge aus dem Ruder geratener Schulden. Denn wenn die offenen Rechnungen, die die anschwellende Staatsverschuldung heraufbeschw\u00f6ren, zu hoch werden, steigt der politische Druck auf die EZB: Sie solle doch bitte die Zinsen herunterdr\u00fccken, um im Krisenfall strauchelnde Staaten und\/oder eine einknickende Wirtschaft mit neu geschaffenem Geld \u00fcber Wasser zu halten. Unsolide Staatsfinanzen enden \u2013 und ein Blick in die leidvolle W\u00e4hrungsgeschichte zeigt das unumwunden \u2013 nur allzu h\u00e4ufig in einer Inflationspolitik, die die Kaufkraft des Geldes herabsetzt oder ganz zerst\u00f6rt. Das ist es, was die anschwellenden Euro-Staatsschulden so besonders bedrohlich macht.<br \/>\n&#8230; Alles vom 30.5.2025 von Thorsten Polleit bitte lesen in der JF 23\/25, Seite 10<\/p>\n<p><em>Prof. Dr. Thorsten Polleit ist Volkswirt und Herausgeber des \u201eBoom &amp; Bust Report\u201c.<\/em><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/www.boombustreport.com\">https:\/\/www.boombustreport.com<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Lucke: Die EZB l\u00f6scht einen Brand mit Zunder<\/strong><br \/>\nDroht die R\u00fcckkehr der Euro-Krise? Die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) trommelte eilig eine Notsitzung zusammen, weil das \u00fcberschuldete Italien Probleme an den Finanzm\u00e4rkten hat. Man fand eine L\u00f6sung. Doch diese f\u00fchrt mittelfristig zu einer Versch\u00e4rfung des Problems. Die EZB wird mehr und mehr zum Gl\u00e4ubiger von Staaten, die bei normalen Zinsen ihre Schulden nicht mehr bedienen k\u00f6nnten.<br \/>\nDie Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) ist die Notenbank der Eurozone. Nachdem sie am heutigen Mittwoch zu einer Notsitzung zusammengekommen war, konnte man statt Notenbank wohl auch Notbank schreiben. Denn in der Eurozone knirscht es wieder gewaltig und Erinnerungen an die Staatsschulden- und Eurokrise der Jahre 2010 bis 2013 werden wach.<br \/>\nErinnern wir uns: Etliche, vor allem s\u00fcdeurop\u00e4ische L\u00e4nder waren 2010 so stark verschuldet, dass Staatsinsolvenzen bef\u00fcrchtet wurden. Private Anleger trennten sich deshalb von den Staatsanleihen der (\u00fcberwiegend s\u00fcdeurop\u00e4ischen) Krisenstaaten<br \/>\nVerk\u00e4ufer gab es viele, Kaufwillige viel weniger. Also sanken die Preise und die Zinsen stiegen. Steigende Zinsen aber verschlimmerten die Situation der Krisenstaaten, weil damit ihre Kosten f\u00fcr Neuverschuldung anstiegen. In den solideren Eurostaaten hingegen war die Situation genau umgekehrt, denn ein guter Teil des fl\u00fcchtenden Kapitals wurde in sichere deutsche oder holl\u00e4ndische Papiere investiert. Eine \u00e4hnliche Situation zeichnet sich heute ab.<\/p>\n<p>Hastig gekn\u00fcpfte Rettungsschirme<br \/>\nDamals konnten auch einige hastig gekn\u00fcpfte Rettungsschirme der Situation nicht Herr werden: Die Eurozone driftete auseinander. Bis die EZB im Jahr 2015 entschied, dass sie die Anleihen kaufen w\u00fcrde, f\u00fcr die sich sonst kein K\u00e4ufer fand. Mehr noch: Weil es problematisch w\u00e4re, wenn die EZB selektiv einzelne Staaten sch\u00fctzt, entschied sie, dass sie nicht nur in den Krisenstaaten, sondern fl\u00e4chendeckend \u00fcberall in der Eurozone in noch nie dagewesenem Umfang Staatsanleihen kaufen w\u00fcrde. So viel, dass die Zinsen \u00fcberall sanken, teilweise bis in den negativen Bereich.<br \/>\nStand heute hat die EZB f\u00fcr mehr als 4.400 Milliarden Euro Staatsanleihen aufgekauft. Das ist weit mehr als das Doppelte des gesamten Schuldenberges, der seit 1949 von allen Bundeshaushalten aufget\u00fcrmt wurde. Und der Clou ist: Die EZB kann sich das Geld f\u00fcr diese K\u00e4ufe selber drucken. Je mehr sie kauft, desto mehr Geld bringt sie in Umlauf.<\/p>\n<p>Schulden der Mittelmeerstaaten sind weiter gestiegen<br \/>\nWo liegt das Problem? Es sind eigentlich zwei Probleme. Das erste hei\u00dft Inflation \u2013 mehr dazu sp\u00e4ter. Das zweite hei\u00dft Schulden. Die \u00dcberschuldung der s\u00fcdlichen Eurostaaten wurde durch die EZB nur scheinbar entsch\u00e4rft. Tats\u00e4chlich sind die Schulden der Mittelmeerstaaten (und manch anderer in der Eurozone) heute h\u00f6her (!) als zu Beginn der Staatsschuldenkrise \u2013 sowohl absolut als auch relativ zum Bruttoinlandsprodukt.<br \/>\nDa muss man sich nicht wundern: Die EZB hat die \u00fcberschuldeten Staaten gerettet. Sie glaubte, sie retten zu m\u00fcssen, weil sonst der Euro gef\u00e4hrdet w\u00e4re. Damit aber hat die EZB zugleich eine Einladung ausgesprochen, neue Schulden aufzunehmen: Denn je h\u00f6her die Schulden der Krisenstaaten, desto gef\u00e4hrdeter ist demnach der Euro. Desto sicherer also k\u00f6nnen die Schuldner darauf rechnen, erneut gerettet zu werden.<\/p>\n<p>Wer das nicht glaubt, der h\u00f6re auf EZB-Direktorin Isabel Schnabel. Letzten Dienstag sprach sie in Paris \u00fcber die neuen Krisenerscheinungen: Das Engagement der EZB f\u00fcr den Euro kenne keine Grenzen. Ganz offensichtlich echot sie hier Mario Draghis \u201eWhatever it takes\u2026\u201c. Man musste also gar nicht auf die heutige Notsitzung der EZB warten, um zu wissen, wo die Reise hingehen wird: Die EZB wird noch mehr Schuldtitel der Krisenstaaten aufkaufen.<\/p>\n<p>2015 lag die Inflation bei null Prozent<br \/>\nDie Sache hat aber einen Haken: Inzwischen haben wir acht Prozent Inflation. Das war 2015 anders. Damals lag die Inflation bei null Prozent. Naive Gem\u00fcter nennen dies Preisstabilit\u00e4t, aber die EZB, die H\u00fcterin der Preisstabilit\u00e4t, strebte knappe zwei Prozent Inflation an. 2015 hatte der massive Aufkauf von Staatsanleihen also noch einen angenehmen Nebeneffekt: Denn die EZB wollte ohnehin die Inflationsrate erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Allerdings hat dies zun\u00e4chst nicht so recht geklappt. Trotz der Flut an frisch gedrucktem Geld lag die Inflation in der Eurozone mehrere Jahre lang weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Und als sie schlie\u00dflich stieg, k\u00fcmmerte sie sich um das Zwei-Prozent-Ziel der EZB ziemlich wenig.<\/p>\n<p>So haben wir heute acht Prozent Inflation und deshalb sollte die EZB die Geldmenge nicht noch weiter durch Wertpapierk\u00e4ufe aufbl\u00e4hen. Andererseits will die EZB gerne s\u00fcdeurop\u00e4ische Staatsanleihen kaufen, um die dortigen Zinsanstiege zu d\u00e4mpfen. Was tun?<\/p>\n<p>Notsitzung der EZB<br \/>\nDaf\u00fcr war die heutige Notsitzung da. Beschlossen wurde ein Spagat. Die EZB hat ja schon reichlich Staatsanleihen und regelm\u00e4\u00dfig erreichen einige Anleihen ihre F\u00e4lligkeit: Sie werden zur\u00fcckgezahlt. Das will die EZB nutzen, um von deutschen Staatsanleihen in italienische Papiere umzuschichten.<br \/>\nIm Prinzip geht das so: Wenn k\u00fcnftig die Bundesrepublik Deutschland eine deutsche Anleihe tilgt, wird die EZB f\u00fcr das Geld eine italienische Staatsanleihe kaufen. Die Geldmenge bleibt also gleich, aber die Zinsen steigen in Deutschland und sinken in Italien. F\u00fcr Deutschland wird die Staatsverschuldung teurer und f\u00fcr Italien wird sie billiger. Immer im Vergleich zu einer Situation ohne EZB-Interventionen.<\/p>\n<p>Italien wird die Verschuldung erleichtert<br \/>\nDas mutet absurd an. Italien ist hoch verschuldet, Deutschland nicht. Dennoch erleichtert die heutige EZB-Entscheidung Italien die Verschuldung \u2013 und erschwert sie f\u00fcr Deutschland. Und je h\u00f6her Italien verschuldet ist, desto erpressbarer ist die EZB. Denn wenn Italien seine Schulden nicht mehr bedienen kann, dann k\u00f6nnte der Euro scheitern. Aber da \u2013 laut Frau Schnabel \u2013 das Engagement der EZB f\u00fcr den Euro keine Grenzen kennt, wei\u00df Italien, dass es unbegrenzt gerettet werden wird. Also muss es keine Schulden scheuen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens ist diese Umschichtung innerhalb der 4.400 Milliarden Euro an Staatsanleihen offenbar keineswegs ausreichend. Jedenfalls nicht in den Augen der EZB. Denn die EZB hat heute auch beschlossen, \u201edie Fertigstellung eines neuen Kriseninstruments zu beschleunigen\u201c. Eile scheint angesagt bei unserer Notbank. Was sie genau im Sinn hat, wei\u00df man noch nicht, aber es kann wohl nur darauf hinauslaufen, dass die EZB die Staatsanleihen der s\u00fcdeurop\u00e4ischen Staaten in noch viel gr\u00f6\u00dferem Umfang kaufen wird.<\/p>\n<p>EZB vernachl\u00e4ssigt ihren eigentlichen Auftrag<br \/>\nDie EZB verliert so ihre Unabh\u00e4ngigkeit; Genauer: Sie hat sie bereits verloren. Sie wird mehr und mehr zum Gl\u00e4ubiger von Staaten, die bei normalen Zinsen ihre Staatsschulden nicht mehr bedienen k\u00f6nnten. Deshalb muss die EZB die Zinsen dieser Staaten k\u00fcnstlich verbilligen. Doch so l\u00f6scht die EZB einen Brand mit Zunder. Die Schuldenkrise wird mittelfristig nur versch\u00e4rft. Und mit dem eigentlichen Auftrag der EZB, der Wahrung der Preisstabilit\u00e4t, hat das alles herzlich wenig zu tun.<br \/>\n&#8230; Alles vom 16.6.2022 von Bernd Luke bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/wirtschaft\/notsitzung-europaische-zentralbank-ezb-italien-schulden-euro\">https:\/\/www.cicero.de\/wirtschaft\/notsitzung-europaische-zentralbank-ezb-italien-schulden-euro<\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>EZB als Staatsfinanzierer macht nun auch Klimapolitik<\/strong><br \/>\n\u201eWenn die EZB neben der Preisstabilit\u00e4t auch Klimaschutz betreibt, besteht die Gefahr eines Zielkonfliktes. Der l\u00e4\u00dft sich nur schwer l\u00f6sen. Mit dem Kauf von Staatsanleihen hat sich die Notenbank in den vergangenen Jahren in die H\u00e4nde der Finanzminister begeben. Wenn sie jetzt auch noch Klimapolitik betreibt, wird sie noch mehr zum Gefangenen der Politik.<br \/>\nAnders als die US-Notenbank hat die EZB keine \u00dcberlegungen angestellt, wie sie aus der Rolle des Staatsfinanziers wieder herauskommt. Eine umsichtige Geldpolitik aber h\u00e4tte schon beim Einstieg in solche Ma\u00dfnahmen den Ausstieg mitbedacht.\u201c<br \/>\nJ\u00fcrgen Stark, ab 1998 Vizepr\u00e4sident der Bundesbank und bis 2012 Chefvolkswirt der EZB, in der \u201eWirtschaftswoche online\u201c am 21. August 2021<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>EZB-Nullzins: Ein Angriff auf das deutsche Grundgesetz? &#8211; Legalisierter Raub<\/strong><br \/>\nDirk Meyer<br \/>\nDie \u201eau\u00dfergew\u00f6hnliche Geldpolitik\u201c der EZB wirkt sich gem\u00e4\u00df verschiedener Studien mit minus 0,4 bis minus 1,3 Prozentpunkten kaum auf den Kapitalmarktzins der Eurozone aus. F\u00fcr Paul Kirchhof scheint die Sache trotzdem klar: Der EZB-Nullzins schr\u00e4nkt das grundgesetzlich garantierte Freiheits- und Eigentumsrecht ein. Durch ihre T\u00e4tigkeit greife die EZB \u201ein einen Kernbereich der Eigentumsgarantie \u2013 die Nutzbarkeit des Eigentums \u2013 ein\u201c, so der Ex-Bundesverfassungsrichter in der Welt. Doch auch in anderen Bereichen beeinflu\u00dft der Staat Preise und Renditen, etwa durch Mieterschutz, Mindestl\u00f6hne und Umweltauflagen.<br \/>\nKirchhof r\u00e4umt ein, da\u00df die Eigent\u00fcmerfreiheit die Freiheit zur Nutzung des Eigentums, nicht aber einen bestimmten Nutzungserfolg garantiert. Hinsichtlich der offiziellen Geldwertstabilit\u00e4t kann die EZB eine positive Bilanz vorlegen. F\u00fcr Deutschland lag die Inflationsrate seit Einf\u00fchrung des Euro 1999 in nur vier Jahren \u00fcber zwei Prozent. Damit waren Euro-Sparer einer historisch niedrigen Geldentwertung ausgesetzt \u2013 das Geldeigentum blieb gesch\u00fctzt. Gleiches gilt f\u00fcr die Freiheit der Kapitalanlage. Allerdings ist mit dieser Freiheit auch das Risiko von Gewinn und Verlust untrennbar verkn\u00fcpft. So waren die Realzinsen von Spareinlagen mit dreimonatiger K\u00fcndigungsfrist, also der Rendite unter Ber\u00fccksichtigung der Inflation, seit 2010 negativ \u2013 \u00e4hnlich wie zu D-Mark-Zeiten 1972 bis 1982 und 1991 bis 1994. Wurde das Verm\u00f6gen hingegen in Aktien oder Immobilien angelegt, konnte der Anleger unter Ber\u00fccksichtigung der Verm\u00f6genspreissteigerung hohe Renditen erzielen. Zudem gewannen Kreditschuldner (Firmen, H\u00e4uslebauer, Ratenzahler und der Staat\/Steuerzahler) Vorteile aus niedrigen Zinsen. Laut DZ Bank verloren deutsche Sparer von 2010 bis 2019 zwar 648 Milliarden Euro an Zinsen \u2013 verglichen mit einem \u201eNormalzins\u201c aus 2007. Dem stehen jedoch Einsparungen bei Schuldnern von 290 Milliarden Euro gegen\u00fcber.<br \/>\nVerfassungsrechtliche Relevanz haben zwei Fragestellungen: Da die negativen Realzinsen ertragswirksam besteuert werden, k\u00f6nnte dies im wirtschaftlichen Sinne gegen die Eigentumsgarantie versto\u00dfen. Gem\u00e4\u00df einer Entscheidung aus dem Jahr 1978 h\u00e4lt das Bundesverfassungsgericht jedoch am zahlenm\u00e4\u00dfig-nominellen Wert fest.<br \/>\nUnd auch die bei kleineren Geldbetr\u00e4gen drohenden Negativzinsen auf Girokonten sind als \u201eVerwahrentgelte\u201c einkommenssteuerlich nicht abzugsf\u00e4hig \u2013 Besteuerung bleibt legalisierter Raub. Sodann entscheidet das Bundesverfassungsgericht demn\u00e4chst \u00fcber die Frage, ob die zinssenkenden Ank\u00e4ufe von Staatsanleihen gegen die Unabh\u00e4ngigkeit der EZB und gegen das Verbot der monet\u00e4ren Staatsfinanzierung versto\u00dfen. Die Hoffnung stirbt nie!<br \/>\n.<br \/>\n13.9.2019, Junge Freiheit, Seite 10<br \/>\n<em>Prof. Dr. Dirk Meyer lehrt \u00d6konomie an der Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t Hamburg.<\/em><br \/>\n.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Lucke:Staatsfinanzierung durch die EZB<\/strong><br \/>\n<em>Die unheimliche Macht der Europ\u00e4ischen Zentralbank &#8211; Der gro\u00dfe Gl\u00e4ubiger <\/em><br \/>\n<em>von Bernd Lucke<br \/>\n<\/em>\u00a0.<br \/>\nF\u00fcr 2,1 Billionen Euro h\u00e4lt das Eurosystem mittlerweile Staatsanleihen. Das ist eine dreizehnstellige Zahl. Sie entspricht 62 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung und fast 22 Prozent der gesamten Staatsverschuldung der Eurozone. Es sind Summen, die kaum fa\u00dfbar sind.<br \/>\nSeit Anfang 2015 hat das Eurosystem unter F\u00fchrung der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) diese Anleihen gekauft. Seit Januar 2019 kommen zwar keine neuen Anleihen mehr dazu. Aber die auslaufenden Anleihen werden nach wie vor vollst\u00e4ndig durch Neuerwerbungen ersetzt.<br \/>\nOffiziell begr\u00fcndet hat die EZB die Anleihek\u00e4ufe mit einer zu niedrigen Inflationsrate und dem Ziel, sie auf knapp unterhalb von zwei Prozent anzuheben. Das ist ein legitimes geldpolitisches Ziel. Nicht legitim sind aber die Mittel, die die EZB daf\u00fcr nutzt. Denn der Ankauf von Staatsanleihen verst\u00f6\u00dft gegen Artikel 123 des Vertrags \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union (AEUV).<br \/>\nAuf den Wortlaut von Artikel 123 komme ich noch zu sprechen. Der unbestrittene Sinn von Artikel 123 besteht darin, die monet\u00e4re Staatsfinanzierung zu untersagen. Monet\u00e4re Staatsfinanzierung bedeutet anschaulich gesprochen, da\u00df die Zentralbank dem Staat das Geld druckt, das er zur Finanzierung seiner Aufgaben ben\u00f6tigt.<br \/>\n.<br \/>\nEs ist zun\u00e4chst wichtig zu verstehen, weshalb die monet\u00e4re Staatsfinanzierung zu Recht im AEUV verboten wird:<br \/>\nNormalerweise finanziert sich ein Staat aus den Steuern, die er seinen B\u00fcrgern auferlegt. Steuern sind ein Eingriff in das Eigentum der B\u00fcrger und bed\u00fcrfen deshalb ihrer Zustimmung. Diese Zustimmung wird durch das gew\u00e4hlte Parlament als demokratisches Kontroll\u00adorgan der B\u00fcrger gew\u00e4hrt \u2013 oder auch nicht.<br \/>\nDie monet\u00e4re Staatsfinanzierung kommt scheinbar ohne Steuern aus. Das Geld wird einfach gedruckt. Aber das Gelddrucken f\u00fchrt normalerweise zu steigenden Preisen, also zur Inflation. Durch die Inflation haben L\u00f6hne, Geh\u00e4lter und Geldverm\u00f6gen der B\u00fcrger eine geringere Kaufkraft. Wenn die Kaufkraft der B\u00fcrger gemindert wird, wird ihnen auch ein Teil ihres Einkommens genommen. De facto ist die Inflation also ebenfalls eine Steuer. In Fachkreisen spricht man von der \u201eInflationssteuer\u201c.<br \/>\nIm Unterschied zur normalen Steuer wird die Inflationssteuer aber durch kein Parlament bewilligt. Sie ist der demokratischen Kontrolle v\u00f6llig entzogen, weil die Inflation auf geldpolitische Entscheidungen der Zentralbank, hier: die EZB, zur\u00fcckgeht.<br \/>\nDie EZB ist im AEUV bewu\u00dft als eine unabh\u00e4ngige, keinerlei Weisungen unterworfene Institution geschaffen worden. Aber sie wird verpflichtet, f\u00fcr Preisstabilit\u00e4t zu sorgen, und folglich ist<strong><em> ihr die monet\u00e4re Staatsfinanzierung untersagt<\/em><\/strong>. Die V\u00e4ter der Europ\u00e4ischen Vertr\u00e4ge wollten sicherstellen, da\u00df die au\u00dferhalb der demokratischen Kontrolle stehende EZB keine Eingriffe in das Eigentum der B\u00fcrger vornehmen kann.<br \/>\n.<br \/>\nGenau das geschieht aber. Das Geldverm\u00f6gen der privaten Haushalte in Deutschland (unter Einschlu\u00df des Geldes, das man als Lohn oder Gehalt erh\u00e4lt) betr\u00e4gt rund 6.000 Milliarden Euro. Eine Inflationsrate von zwei Prozent entspricht also einer Inflationssteuer von 120 Milliarden Euro. Damit ist die Inflationssteuer die drittgr\u00f6\u00dfte Steuerart in Deutschland, nach der Lohnsteuer mit 195 Milliarden Euro und der Mehrwertsteuer mit 170 Milliarden Euro. Die K\u00f6rperschaftssteuer betr\u00e4gt nur 30 Milliarden Euro.<br \/>\nVermutlich ist die Inflationssteuer aber noch deutlich h\u00f6her. Denn ohne die Ausweitung der Geldmenge w\u00fcrden die meisten Preise vermutlich sinken, weil technischer Fortschritt, das Internet und die Globalisierung es erm\u00f6glichen, da\u00df Waren derselben Qualit\u00e4t immer billiger produziert werden k\u00f6nnen. Das gilt f\u00fcr Nahrungsmittel genauso wie f\u00fcr Unterhaltungselektronik. Die nat\u00fcrliche Inflationsrate ist also negativ, und damit liegt die wahre Inflationssteuer weit \u00fcber 120 Milliarden Euro.<br \/>\n.<br \/>\nWegen des Anleihekaufprogramms der EZB habe ich im September 2015 mit einigen Mitkl\u00e4gern Verfassungsbeschwerde erhoben. Das Bundesverfassungsgericht lie\u00df sich Zeit. Aber am 18. Juli 2017 legte es dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof (EuGH) f\u00fcnf Fragen vor, weil es \u201egewichtige Anhaltspunkte\u201c daf\u00fcr gebe, da\u00df die EZB mit dem Programm ihr Mandat \u00fcbertrete.<br \/>\nDer EuGH hat vier von diesen Fragen im Sinne der EZB beantwortet. Die f\u00fcnfte lie\u00df er unbeantwortet, weil er sie f\u00fcr hypothetisch hielt. In K\u00fcrze wird das Bundesverfassungsgericht entscheiden m\u00fcssen, ob es der Rechtsauffassung des EuGH folgt.<br \/>\nDas sollte es lieber nicht tun.<br \/>\n<strong><em>.<br \/>\nDenn der EuGH hat die eigentlichen Rechtsfragen ignoriert. Zum Beispiel die nach dem Verbot der monet\u00e4ren Staatsfinanzierung.<\/em><\/strong><br \/>\nDer Wortlaut von Artikel 123 spricht nicht von monet\u00e4rer Staatsfinanzierung. Statt dessen verbietet er den \u201eunmittelbaren Erwerb\u201c von Staatsanleihen durch die Europ\u00e4ische Zentralbank. Denn bei monet\u00e4rer Staatsfinanzierung l\u00e4uft die Versorgung des Staates mit frisch gedrucktem Geld so ab, da\u00df die Zentralbank dem Staat Staatsanleihen abkauft. Staatsanleihen sind im wesentlichen Papier, auf das der Staat ein R\u00fcckzahlungsversprechen gedruckt hat.<br \/>\nWenn aber die Zentralbank f\u00fcr Anleihen, deren R\u00fcckzahlung f\u00e4llig wird, immer gleich eine neue Anleihe kauft \u2013 und genau das tut die EZB seit Januar 2019 \u2013, dann ist der Staat dauerhaft im Besitz von Geld, und die EZB ist dauerhaft im Besitz von bedrucktem Papier. Dann wird der Staat durch Gelddrucken finanziert.<br \/>\nNun kauft das Eurosystem die Staatsanleihen nicht beim Staat. Es kauft sie bei gro\u00dfen Banken, und die gro\u00dfen Banken kaufen sie beim Staat. Das ist ein Umweggesch\u00e4ft, und die EZB behauptet, da\u00df dies dann kein \u201eunmittelbarer Erwerb\u201c sei.<br \/>\nDas wollte noch nicht einmal der EuGH so hinnehmen. In einem fr\u00fcheren Urteil (das sogenannte OMT-Urteil vom 16. Juni 2015) hatte der EuGH geschrieben, da\u00df die EZB Staatsanleihen auch nicht \u00fcber den Umweg der Banken erwerben darf, wenn dies \u201ein der Praxis\u201c dieselbe Wirkung h\u00e4tte wie ein unmittelbarer Erwerb. Banken d\u00fcrften nicht \u201efaktisch als Mittelspersonen\u201c der EZB die Anleihen vom Staat kaufen und dann an die EZB weiterverkaufen.<br \/>\nGenau das ist aber doch von 2015 bis 2018 in dem gro\u00dfen Anleihekaufprogramm geschehen. Die EZB hat dem privaten Bankensystem Staatsanleihen im Wert von 2.100 Milliarden Euro abgekauft. Ein solch riesiger Betrag lag nicht zuf\u00e4llig ein wenig nutzlos im Wertpapierportfolio herum, so da\u00df die Banken sich entschlossen, ihn eben zu verkaufen. Tats\u00e4chlich wu\u00dften die Banken, welche Mengen an Staatsanleihen die EZB kaufen wollte, und sie wu\u00dften, da\u00df die EZB bei ihnen kaufen wollte. Deshalb haben die Banken dem Staat 2.100 Milliarden Euro mehr an Staatsanleihen abgekauft als sie selber ben\u00f6tigten. Und dann haben sie sie an die EZB weiterverkauft. Eben wie ein Mittelsmann.<br \/>\nDer EuGH fand das pl\u00f6tzlich nicht mehr anst\u00f6\u00dfig. Denn keine Bank habe die Gewi\u00dfheit gehabt, da\u00df sie eine ganz bestimmte Staatsanleihe auch an die EZB weiterverkaufen k\u00f6nne. Aber darauf kommt es \u00fcberhaupt nicht an. Banken kaufen gro\u00dfe Mengen unterschiedlicher Staatsanleihen vom Staat. Es ist ihnen v\u00f6llig egal, welche konkreten Anleihen sie an die Europ\u00e4ische Zentralbank weiterverkaufen. Wichtig ist ihnen nur, wie viele Anleihen sie an die EZB verkaufen k\u00f6nnen. Um genau diese Menge erh\u00f6hen sie ihre Nachfrage beim Staat.<br \/>\n.<br \/>\nWenn das Bundesverfassungsgericht diese laxe Haltung des EuGH nicht noch korrigiert, k\u00f6nnen die Konsequenzen dieser Entscheidung kaum \u00fcbersch\u00e4tzt werden. Denn dann w\u00e4re es legal, da\u00df die EZB auf Jahrzehnte der mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Gl\u00e4ubiger aller Eurostaaten ist. Und ein gro\u00dfer Gl\u00e4ubiger hat gro\u00dfe Macht. Eine Macht, die nicht demokratisch legitimiert ist und die nicht demokratisch kontrolliert wird.<br \/>\nGro\u00dfe Gl\u00e4ubiger haben gegen\u00fcber ihren Schuldnern enormen Einflu\u00df. Wenn die EZB die Staatsanleihen eines Landes in gro\u00dfem Umfang verkaufen w\u00fcrde, w\u00fcrden dies auch die Privatanleger tun. Denn es hat meist keinen Zweck, gegen eine Zentralbank zu spekulieren. Eine allgemeine Verkaufswelle aber w\u00fcrde dem betroffenen Staat praktisch jede Finanzierungsm\u00f6glichkeit am Kapitalmarkt nehmen und ihn m\u00f6glicherweise in die Staatsinsolvenz treiben.<br \/>\n.<br \/>\nW\u00fcrde die EZB so weit gehen? Der EuGH hat dieses Problem in erfrischender Naivit\u00e4t in seinem Urteil selbst angesprochen. Naiv, weil er offenbar gar kein Problem darin sieht, da\u00df das Eurosystem \u201edie erworbenen Anleihen jederzeit wieder verkaufen (kann). Dies erlaubt ihm, sein Programm nach Ma\u00dfgabe der Haltung des betreffenden Mitgliedsstaates anzupassen\u201c.<br \/>\nEs h\u00e4ngt also von der \u201eHaltung des betreffenden Mitgliedsstaates\u201c ab, ob das Eurosystem die Anleihen dieses Staates h\u00e4lt oder verkauft. Mitgliedsstaaten, die sich wohlverhalten, werden das Wohlwollen der EZB genie\u00dfen. Mitgliedsstaaten, deren demokratisch gew\u00e4hltes Parlament eine Fiskalpolitik beschlie\u00dfen m\u00f6chte, die der Europ\u00e4ischen Zentralbank nicht zusagt, m\u00fcssen damit rechnen, da\u00df die EZB ihren Einflu\u00df geltend machen wird, um diese Entscheidung zu verhindern.<br \/>\nSchon w\u00e4hrend der Eurokrise hatte sich dieser Einflu\u00df abgezeichnet. Die EZB war Teil der Troika und als solches machte sie den Krisenstaaten Auflagen, welche Reformen sie umzusetzen hatten. Rentenk\u00fcrzungen zum Beispiel wurden von der EZB (gemeinsam mit der EU und dem IWF) auferlegt. Mit welchem Recht aber bestimmt eine demokratisch nicht kontrollierte Institution, deren Aufgabe die Wahrung der Preisstabilit\u00e4t ist, \u00fcber Rentenk\u00fcrzungen in Griechenland?<br \/>\nDie Zukunft k\u00f6nnte nun so aussehen: Ein hochverschuldeter Staat will Milliarden in die Infrastruktur stecken, um wettbewerbsf\u00e4higer zu werden. Oder er will massiv in Schulen und Universit\u00e4ten investieren, damit er besser qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte erh\u00e4lt. Oder er will Sozialleistungen erh\u00f6hen, weil er glaubt, da\u00df durch die gesteigerte Kaufkraft die Konjunktur anzieht. Angenommen, all das soll durch Verschuldung finanziert werden.<br \/>\nMan kann \u00fcber den Sinn dieser Ma\u00dfnahmen geteilter Meinung sein. Letztlich sind dies politische und \u00f6konomische Meinungsverschiedenheiten. \u00dcblicherweise werden sie demokratisch im Parlament entschieden. K\u00fcnftig aber wird die EZB sich einmischen und sagen, was sie f\u00fcr vern\u00fcnftig h\u00e4lt. Und jeder wird wissen, da\u00df die Europ\u00e4ische Zentralbank jede Menge Schwierigkeiten machen kann, wenn man nicht auf sie h\u00f6rt.<br \/>\n<strong><em>Die monet\u00e4re Staatsfinanzierung ist gef\u00e4hrlich, weil sie Regierungen von der Zentralbank abh\u00e4ngig werden l\u00e4\u00dft.<\/em> <\/strong>Solange die EZB die Staatsanleihen h\u00e4lt, ist sie der Geldgeber der Regierung. Diese Abh\u00e4ngigkeit ist undemokratisch. Wenn alle Staatsgewalt vom Volk ausgeht, mu\u00df auch die Finanzierung des Staates vom Volk ausgehen. Wir k\u00f6nnen nur hoffen, da\u00df das Bundesverfassungsgericht sich dieser Tatsache bewu\u00dft ist.<br \/>\n4.4.2019, Berd Lucke, JF , Seite 18<br \/>\n.<br \/>\n<em>Prof. Dr. Bernd Lucke, Jahrgang 1962, ist Abgeordneter im Europ\u00e4ischen Parlament f\u00fcr die Partei der Liberal-Konservativen Reformer (LKR), die zur Fraktion der Europ\u00e4ischen Konservativen und Reformer geh\u00f6rt (ECR). Lucke war Mitbegr\u00fcnder der AfD. D<\/em><em>as Beamtenverh\u00e4ltnis als Professor f\u00fcr Volkswirtschaftslehre und \u00d6konometrie an der Universit\u00e4t Hamburg ruht seit 2014. <\/em><br \/>\n<em>Am 15. April 2019erscheint Luckes EU-kritisches Buch\u00a0<\/em><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>ANFA-Geheimabkommen der EZB: Obergrenze?<\/strong><br \/>\nEin Geheimabkommen der EZB erweist sich als immer brisanter. Denn die Dokumente offenbaren, dass die Regeln zur Bankenrettung EU-Recht aushebeln. F\u00fcr den Steuerzahler birgt das teure Gefahren.<br \/>\nInsbesondere die Frage, was das Geheimabkommen f\u00fcr die Bankenrettung im Euro-Raum bedeutet, ist durchaus brisant. Offensichtlich bietet das &#8222;Agreement on Net Financial Assets&#8220;, wie ANFA im Original sperrig hei\u00dft, auch die M\u00f6glichkeit, marode Kreditinstitute mit dem Geld von Zentralbanken zu retten. Zwar legt das Abkommen bestimmte \u2013 und bisher nicht ver\u00f6ffentlichte \u2013 Obergrenzen fest, die die Nationalbanken bei ihren Sondergesch\u00e4ften einhalten m\u00fcssen. Gleichzeitig sieht ANFA aber auch ausdr\u00fccklich Ausnahmen von dieser Regel vor, sogenannte exceptional cases, bei denen die Notenbanken eben doch \u00fcber die festgelegten Grenzen hinaus Geld sch\u00f6pfen und daf\u00fcr Papiere in ihre B\u00fccher nehmen k\u00f6nnen. &#8230;.<br \/>\nAlles vom 30.3.2016 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article153828179\/Die-teuren-Gefahren-der-geheimen-EZB-Dokumente.html\">https:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article153828179\/Die-teuren-Gefahren-der-geheimen-EZB-Dokumente.html<br \/>\n<\/a>\u00a0.<br \/>\n<strong>Sinn: Deutsche verlieren wegen Niedrigzinspolitik 50 Mrd Euro im Jahr<\/strong><br \/>\nDiese Politik (Nullzins) verteilt gewaltig um: Im Vergleich zum Jahr 2007, dem letzten Jahr vor der Krise, verliert Deutschland, Staat und Private zusammen, derzeit wegen der niedrigen Zinsen pro Jahr etwa 50 Milliarden Euro, wobei nicht klar ist, was davon durch die EZB und was durch die Krise an verursacht ist. Die Null- und Negativzinspolitik f\u00fchrt au\u00dferdem dazu, das der Wert von Immobilien und Aktien k\u00fcnstlich aufgeblasen wird, weil die Anleger aus den reinen Finanzanlagen in reale Objekte fliehen. &#8230;<br \/>\nAlles von Hans-Werner Sinn zu &#8222;Es ist Aufgabe der Kanzlerin, Staatsgebiet zu sch\u00fctzen&#8220; in DIE WELT vom 3.3.2016 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article152864656\/Es-ist-Aufgabe-der-Kanzlerin-Staatsgebiet-zu-schuetzen.html\">https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article152864656\/Es-ist-Aufgabe-der-Kanzlerin-Staatsgebiet-zu-schuetzen.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Verdana;\"><span style=\"color: #000000;\"><span class=\"headline-intro\">Kritik an Euro- und EZB-Politik:<\/span><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><span class=\"headline\">CSU-Politiker Gauweiler tritt zur\u00fcck<br \/>\n<\/span><\/span><\/strong>Der CSU-Politiker Peter Gauweiler tritt von seinem Amt als Parteivize zur\u00fcck &#8211; auch sein Bundestagsmandat will er niederlegen. Als Grund gibt er seine Kritik am Euro-Kurs der Bundesregierung an. Hier die vier Kritikpunkte aus seiner R\u00fccktrittserkl\u00e4rung vom 31.3.2015:<\/p>\n<ul>\n<li>Die CSU sagt in ihren Programmen, es d\u00fcrfe keine Vergemeinschaftung von Staatsschulden, keine \u201eEurobonds\u201c, geben. Jetzt f\u00fchrt die EZB mit ihrem neuen Staatsanleihenankaufprogramm de facto Eurobonds ein \u2013 eine direkte Vergemeinschaftung von Staatsschulden in H\u00f6he von 20% des Ankaufsvolumens, eine indirekte, verschleierte Vergemeinschaftung in H\u00f6he der restlichen 80%.<\/li>\n<li>\u201eDie Finanzierung von Krisenstaaten \u00fcber die Notenpresse lehnen wir ab\u201c (Europaplan der CSU vom 10. Mai 2014). Genau das macht die EZB aber jetzt, zum einen mit dem Staatsanleihenankaufprogramm, zum anderen mit den ELA-Krediten an griechische Banken.<\/li>\n<li>\u201eEinen stabilen Euro kann es dauerhaft nur geben, wenn alle L\u00e4nder eine konsequente Haushaltsdisziplin einhalten\u201c (Bayernplan der CSU vom 19. Juli 2013). Die EZB aber nimmt mit ihrer Politik, die Zinsen f\u00fcr Staatsanleihen auf Null Prozent zu dr\u00fccken, den Eurostaaten jeden Anreiz zur Haushaltsdisziplin.<\/li>\n<li>Und jetzt zu Griechenland, unserem aktuellen Streitpunkt: \u201eKrisenstaaten d\u00fcrfen auch k\u00fcnftig nur Hilfen bekommen, wenn sie im Gegenzug Reformen durchf\u00fchren und ihre Verschuldung bek\u00e4mpfen. Wenn ein Staat den Auflagen nicht nachkommt, m\u00fcssen die Hilfen entsprechend gek\u00fcrzt oder ganz gestrichen werden.\u201c \u201eF\u00fcr \u00fcberschuldete Staaten soll eine geordnete Staateninsolvenz m\u00f6glich sein. Dazu soll auch die M\u00f6glichkeit geh\u00f6ren, die Eurozone vor\u00fcbergehend zu verlassen und wieder eine eigene W\u00e4hrung einzuf\u00fchren. Dieser Prozess soll durch gezielte Wirtschaftshilfe und die M\u00f6glichkeit zum Wiedereintritt in die Eurozone begleitet werden\u201c (Europaplan der CSU vom 10. Mai 2014). Die Staatsverschuldung Griechenlands ist, wie der griechische Ministerpr\u00e4sident und der neue Finanzminister ehrlicherweise erkl\u00e4rt haben, nicht tragf\u00e4hig. Griechenland \u2013 so beide ausdr\u00fccklich \u2013 \u201eist seit 2010 ein bankrotter Staat.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.peter-gauweiler.de\/\">https:\/\/www.peter-gauweiler.de\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>EZB druckt Geld, damit s\u00fcdeurop\u00e4ische Staatsanleihen bezahlbar bleiben<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Spekulationsblasen auf dem Immobilienmarkt und bei Aktien sind un\u00fcbersehbar.&#8220; (Wolfgang Kessler, 27.12.2014, <a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wohin-mit-dem-vielen-geld-x1x\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wohin-mit-dem-vielen-geld-x1x<\/a>)<br \/>\nDie eigentliche Spekulationsblase \u00fcbersieht Kessler. Sie liegt bei Bundesanleihen. Auch s\u00fcdeurop\u00e4ische Staatsanleihen sind angesichts der prek\u00e4ren Schuldenlage dieser L\u00e4nder viel zu teuer. Ursache dieser Blase ist ein ma\u00dfloser Staat, der sich vor allem im S\u00fcden \u00fcber alle Vernunft verschuldet hat, um immer neue auch von Kessler geforderte Wohltaten zu finanzieren. Da die Schulden l\u00e4ngst nicht mehr bezahlbar sind, druckt die EZB \u00fcberm\u00e4\u00dfig Geld, um die Zinsen k\u00fcnstlich soweit zu dr\u00fccken, dass sie von den Krisenstaaten noch bezahlt werden k\u00f6nnen, ohne den sofortigen finanziellen Kollaps zu verursachen.<br \/>\nJetzt meint Kessler, dass sein ganz besonderes Steckenpferd n\u00e4mlich eine Verm\u00f6genssteuer dieses Problem l\u00f6sen k\u00f6nnte. Kann sie aber nicht. Denn wenn er an die Kapitalr\u00fccklagen der gro\u00dfen Konzerne will, dann muss er ihnen diese Verm\u00f6genssteuer aufdr\u00fccken. Damit wird aber der Standort zumindest f\u00fcr die Konzernzentrale unattraktiv, so dass die Unternehmen einfach ihren juristischen Sitz verlegen. Damit diese Steuer nicht auf Maschinen und Fabrikhallen in Deutschland bezahlt werden muss, verschiebt man dieses Verm\u00f6gen in ausl\u00e4ndische Leasing- und Vermietungsgesellschaften, und entzieht sie damit ebenfalls dem Zugriff des Herrn Kessler und seiner Freunde. Klar ist nat\u00fcrlich auch, dass eine solche Steuer auf Investitionen das Gegenteil dessen bewirkt, was Kessler eigentlich will. Es wird in Deutschland zuk\u00fcnftig weniger investiert werden, weil andere L\u00e4nder den Besitz von Fabriken nicht bestrafen.<br \/>\nKesslers Traum vom marktwirtschaftlichen Sozialismus steht kurz vor dem Platzen. Genau wie die Protagonisten des Superkeynesianismus versucht er das Unvermeidliche mit noch mehr sozialistischem Unfug namens Staatsschulden und Umverteilung ein wenig hinaus zu z\u00f6gern.<br \/>\nDie Zukunft liegt in einem ma\u00dfvollen Staat, der seine B\u00fcrgern gegen die Risiken des Lebens absichert, und dabei nicht so tut, als sei das Leben selbst ein Risiko, vor dem der B\u00fcrger durch umfassende \u00f6konomische Entm\u00fcndigung gesch\u00fctzt werden m\u00fcsste. Wir sollten uns daher alle freuen, wenn die Protagonisten des Wohlfahrtsstaates ihren ideologischen Bankrott erkl\u00e4rt haben. Denn danach wird unsere Zukunft wieder gut.<br \/>\n\u00dcbrigens bin ich nicht dagegen, den privaten Sektor f\u00fcr diese \u00dcberschuldung durch die Sozialisten bezahlen zu lassen. Schlie\u00dflich h\u00e4tte diese Schuldenorgie ohne die Banken nie stattfinden k\u00f6nnen. Daher sollte der Bankrott der Sozialisten auch den Bankrott ihrer Finanziers aus der Hochfinanz nach sich ziehen. Nur dann wird uns diese Misswirtschaft f\u00fcr einige Zeit eine heilsame Lehre sein.<br \/>\nDie Finanzkrise ist genauso durch \u00dcberschuldung zustande gekommen wie die Eurokrise. Denn die Ausgabe von Hypothekenkrediten mit immer schlechterer Bonit\u00e4t in den USA wurde von der damaligen Regierung Bush massiv gef\u00f6rdert. Damit wurde ein gewaltiger Bauboom ausgel\u00f6st, der erst einmal sehr viele Arbeitspl\u00e4tze schuf, und die Wirtschaft damit wundersam florieren lie\u00df. Aber irgendwann ist dieses Spielchen mit Wirtschaftswachstum auf Pump vorbei, und die Rechnung muss bezahlt werden. Genau das gleiche ist in Spanien und Irland passiert. Bei Ihrer These von der Alleinschuld der Banken vergessen Sie au\u00dferdem, dass es Politiker waren, die diese Banken auf Staatskosten gerettet haben, und damit Politiker ihre Staatshaushalte ruinierten. Warum wohl? Weil n\u00e4mlich diese Politiker auf die Banken solange angewiesen sind, wie sie selbst eine unsolide Politik auf Pump betreiben. Denn kreditfinanzierte Staatshaushalte kann man nur dann umsetzen, wenn es auch jemanden gibt, der einem diese Kredite gibt. Daher w\u00e4re mit der massenhaften Pleite von Banken, die eine so unsolide Politik finanzieren, auch ein Ende dieser riskanten Kreditvergabe verbunden. Politiker k\u00f6nnten sich ihre W\u00e4hler nicht mehr durch schuldenfinanzierte Wohltaten kaufen, sondern m\u00fcssten sich um eine nachhaltig solide Wirtschaftspolitik bem\u00fchen, die das Gegenteil dessen ist, was Sozialisten und Superkeynesianer propagieren.<br \/>\n\u00dcbrigens hat Griechenland seine B\u00fccher seit dem Eurobeschluss so kr\u00e4ftig frisiert, dass jeder Hinweis auf die angeblich konstant gebliebene Schuldenquote des Landes blau\u00e4ugig ist. Sie sind offenbar der Letzte, der noch immer an die Seriosit\u00e4t der griechischen Finanzenpolitiker glaubt.<br \/>\n27.12.2014, Rainer Brombach<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Niedrigzinspolitik der EZB kommt einer Enteignung der Sparer gleich<\/strong><br \/>\nSparkassen-Pr\u00e4sident\u00a0Georg Fahrenschon\u00a0kritisiert die lockere Geldpolitik der EZB: &#8222;Dauerhaft immer niedrigere Zinsen &#8211; das besch\u00e4digt die Sparkultur und vernichtet Verm\u00f6genswerte&#8220;, die W\u00e4hrungsh\u00fcter rissen durch die niedrigen Zinsen ein Loch in die Altervorsorge der Sparer, dies treffe nicht nur die deutschen, sondern alle europ\u00e4ischen Sparer.\u00a0Auf die Frage, ob die Niedrigzinspolitik von EZB-Pr\u00e4sident\u00a0Mario Draghi\u00a0eine schrittweise Enteignung der B\u00fcrger sei, antwortete er: &#8222;Ja, ganz klar.&#8220; Allein den deutschen Sparern entgingen allj\u00e4hrlich ca 15 Mrd Euro an Zinseinnahmen, also rund 200 Euro pro Kopf.<br \/>\nKomplettes Interview vom 4,6,2014 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/europaeische-zentralbank-fahrenschon-es-trifft-alle-sparer.694.de.html?dram:article_id=288200\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/europaeische-zentralbank-fahrenschon-es-trifft-alle-sparer.694.de.html?dram:article_id=288200<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verfassungsgericht gegen Staatsanleihenaufkaufprogramm der EZB<\/strong><\/p>\n<p>Am 7.2.2014 hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass das Programm des unbegrenzten Aufkaufens von Staatsanleihen maroder EU-Staaten mit unserem demokratischen Mitwirkungsrecht unvereinbar ist. Die EZB hat also die demokratischen B\u00fcrgerrechte von uns Deutschen massiv verletzt hat. Doch diesen in unserer Demokratie beispiellosen Eingriff in die B\u00fcrgerrechte der Deutschen hat das Verfassungsgericht wn den Europ\u00e4ischen Gerichtshof EuG zur Entscheidung weitergeleitet.<\/p>\n<p><strong>EZB &#8211; Nehmerl\u00e4nder dominieren Geberl\u00e4nder<\/strong><\/p>\n<p>Der EZB-Rat, der die Richtlinien der Geldpolitik und die H\u00f6he der Leitzinsen festlegt, trifft die Entscheidungen mit einfacher Mehrheit. Jens Weidmann als Pr\u00e4sident der Deutschen Bundesbank, die f\u00fcr \u00fcber 18% der Anzteile der EZB geradesteht, hat nicht mehr Einfluss auf die Entscheidungen als der Pr\u00e4sident der Zentralbank von Malta, die 0.06 % vertritt.<br \/>\nDas Stimmengewicht der EZB ist so absurd verteilt, dass sie zum Selbstbedienungsladen der Schuldner- bzw. Nehmerl\u00e4nder geworden ist.<br \/>\nWenn Jens Weidmann als &#8222;Herr Nein&#8220; verspottet wird (Der sture W\u00e4hrungsw\u00e4chter Weidmann, DER SPIEGEL, 4\/2014), dann ist dies ungerecht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Global\u00a0&gt;EU\u00a0&gt;Finanzsystem\u00a0&gt;EZB &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags: Bitte anklicken oder runterscrollen Bargeld ja \u2013 Digitale Euro nein\u00a0(2.11.2025) EZB-Stabilit\u00e4tsreport sieht Konjunkturrisiken und Marktturbulenzen (30.5.2025) Staatsanleihen: Eine grenzenlose Verschuldungsorgie? (14.3.2025) Bernd Lucke: Die EZB l\u00f6scht einen Brand mit Zunder (16.6.2022) Inflationsrate steigt auf 5,3 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/ezb\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":2859,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-45102","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/45102","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45102"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/45102\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":141147,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/45102\/revisions\/141147"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2859"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}