{"id":37418,"date":"2013-09-04T21:23:30","date_gmt":"2013-09-04T19:23:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=37418"},"modified":"2023-01-22T14:33:20","modified_gmt":"2023-01-22T13:33:20","slug":"fukushima","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/japan\/fukushima\/","title":{"rendered":"Fukushima"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Global\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/\">Global<\/a> &gt;<a title=\"Japan\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/japan\/\">Japan<\/a> &gt;Fukushima<\/p>\n<div id=\"attachment_39232\" style=\"width: 648px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/kirchen\/muenster\/muensterturm\/kerzen-muenster-pan131003\/\" rel=\"attachment wp-att-39232\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-39232\" class=\"size-full wp-image-39232\" title=\"kerzen-muenster-pan131003\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/kerzen-muenster-pan131003.jpg\" alt=\"\" width=\"638\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/kerzen-muenster-pan131003.jpg 638w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/kerzen-muenster-pan131003-180x51.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-39232\" class=\"wp-caption-text\">Kerzen am Marienaltar im Freiburger M\u00fcnster am 3.10.2013<\/p><\/div>\n<ul>\n<li>Fake-Nuss: von 18500 Fukushima-Toten in der ARD und anderen M\u00e4rchen (22.1.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zeitenwende-wieder-eine\/\">Zeitenwende \u2013 wieder eine?<\/a>\u00a0(28.5.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/manipulation\/\">10 Jahre dem Tsunami \u2013 deutsche Medien haben nichts dazu gelernt<\/a>\u00a0(19.3.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fukushima-beben-tsunami-akw\/\">Fukushima Seebeben Tsunami AKW<\/a> (12.3.2021)<\/li>\n<li><a title=\"Anthropodizee\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/philosophie\/anthropodizee\/\">Mythos Mensch. Eine Anthropodizee\u201d von Franz Lisson\u00a0<\/a>(7.9.2020)<\/li>\n<li><a title=\"Fukushima 9 Jahre \u2013 Gedenktag\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fukushima-9-jahre-gedenktag\/\">Fukushima 9 Jahre &#8211; Gedenktag<\/a> (14.1.2020)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/afd-breisach-demo-fukushima\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/afd-breisach-demo-fukushima\/<\/a> (22.2.2016)<\/li>\n<li>Akiko Yoshida von FoEJ Japan sprach \u00fcber die Lage in Fukushima (20.3.2014)<\/li>\n<li>Naoto Matsumura &#8222;Der letzte Mensch von Fukushima&#8220; bei els\u00e4ssischen Sch\u00fclern<strong>\u00a0<\/strong>(14.3.2014)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fukushima-3-jahre-fessenheim\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fukushima-3-jahre-fessenheim\/<\/a>\u00a0(25.2.2014)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fukushima-luege-brief-an-un\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fukushima-luege-brief-an-un\/<\/a>\u00a0(8.10.2013)<\/li>\n<li>.<\/li>\n<li><a title=\"Anthropodizee\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/philosophie\/anthropodizee\/\">Anthropodizee<\/a><\/li>\n<li>Fukushima-Atomunfall in Zahlen<\/li>\n<li><a title=\"AKW\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/akw\/\">AKW<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/fake-news\/\">Fake-News\u00a0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/luegenpresse\/\">L\u00fcgenpresse<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Dreifachkatastrophe Seebeben &#8211; Tsunami &#8211; Reaktorunfall<\/strong><br \/>\nIn der Schweiz (BAZ, NZZ) und in Frankreich (\u201eDernieres Nouvelles d\u2019Alsace, Le Monde, Le Figaro) gehen die 18.500 Toten der Dreifachkatastrophe von Fukushima unisono auf das Konto von Seebeben und Tsunami, also der Naturkatastrophe. Diese Wahrheit liest der B\u00fcrger in CH und F, die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fukushima-luege-brief-an-un\/\">L\u00fcge<\/a> hingegen in D:<br \/>\nHier werden alle Toten dem Nuklearunfall zugeschoben, obwohl an den Folgen des Atomunfalls selbst laut <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fukushima-beben-tsunami-akw\/\">UN-Bericht<\/a> &#8222;nur&#8220; zwischen 1 und 5 Personen gestorben sind (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fukushima-luege-brief-an-un\/\">Fukushima-L\u00fcge<\/a>).<br \/>\nWas bezweckt dieses <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/angst\/angstmachen\/\">Angstmachen<\/a>\u00a0durch die deutschen Medien?<br \/>\n===========================================================<br \/>\n.<\/p>\n<div>\n<div id=\"zoneAdserverMrec\">\n<div id=\"helperAdserverMrec\">\n<p><strong>Fake-Nuss: von 18500 Fukushima-Toten in der ARD und anderen M\u00e4rchen<\/strong><br \/>\nBei der Tagesschau fallen entscheidende Worte weg, ein Meteorologe agitiert mit absurden Argumenten gegen Kernkraftwerke, eine Gr\u00fcnen-Aktivistin erfindet Schwerverletzte. Offenbar gilt beim dem Senderverbund das Motto: Warum nicht, wenn\u2019s der Sache dient<br \/>\nAm 13. Januar platzierte die Tagesschau auf ihrer Online-Seite eine aus mehreren Gr\u00fcnden bemerkenswerte Meldung: \u201eDas am Meer gelegene Atomkraftwerk Fukushima war kurz nach einem schweren Erdbeben am 11. M\u00e4rz 2011 von einem fast 15 Meter hohen Tsunami getroffen worden. Das K\u00fchlsystem des Kraftwerks fiel aus, in drei der sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze. Es war das schlimmste Atomungl\u00fcck seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986, etwa 18.500 Menschen kamen ums Leben.\u201c<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDas Besondere dieser Meldung liegt in gleich drei Punkten: <em><strong>Erstens ist sie falsch \u2013 im M\u00e4rz 2011 im Zusammenhang mit dem Atomunfall in Fukushima starben nicht 18 500 Menschen, sondern \u00fcberhaupt keiner.<\/strong> <\/em>Bei der Explosion von Knallgas am 11. M\u00e4rz gab es mehrere Verletzte, aber keine Todesopfer. Bis heute liegt die Zahl der Strahlentoten durch Fukushima nach der Statistik der Internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde bei exakt einem mutma\u00dflichen Opfer, das 2018 an Krebs starb. Zweitens kehrt die Wanderlegende von den tausenden Fukushima-Toten seit Jahren wieder. Die Redaktion der wichtigsten ARD-Nachrichtensendung, die sich k\u00fcrzlich zum 70. Jahrestag des Sendeformats als \u201eBollwerk gegen Fake news\u201c lobte, h\u00e4tte sie eigentlich kennen m\u00fcssen. Und drittens sendete die Tagesschau auf ihrer Webseite erst Ende 2022 eine besonders groteske Schwindelgeschichte: die M\u00e4r von dem angeblichen Erfinder Maxwell Chikumbutso,<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.publicomag.com\/2022\/10\/mit-dem-tagesschau-grubenhund-durch-den-mythenwald\/\">https:\/\/www.publicomag.com\/2022\/10\/mit-dem-tagesschau-grubenhund-durch-den-mythenwald\/<\/a><br \/>\nder dem begeisterten Bericht der S\u00fcdafrika-Korrespondentin einen stromerzeugenden Wunderfernseher konstruiert.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nFazit: Wenn es bei der ARD zu Fehlern, merkw\u00fcrdigen K\u00fcrzungen, Leichtgl\u00e4ubigkeit oder schlichter <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/propaganda\/\">Propaganda<\/a> beim Thema Energie, Klima und Aktivismus kommt, dann weisen sie alle in die gleiche Richtung.<br \/>\n&#8230; Alles vom 22.1.2023 von Alexander Wendt bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.publicomag.com\/2023\/01\/fake-nuss-von-18500-fukushima-toten-in-der-ard-und-anderen-maerchen\/\">https:\/\/www.publicomag.com\/2023\/01\/fake-nuss-von-18500-fukushima-toten-in-der-ard-und-anderen-maerchen\/<\/a><\/p>\n<div><\/div>\n<div>\n<p><strong>Akiko Yoshida von FoEJ Japan sprach \u00fcber die Lage in Fukushima<\/strong><\/p>\n<p>U-AStA und Anti-Atom-Gruppe hatten eingeladen: Aus eigener Anschauung berichtete die Japanerin Akiko Yoshida am Montag Abend 17.3.2014 \u00fcber die aktuelle Lage in der Pr\u00e4fektur Fukushima und den angrenzenden radioaktiv kontaminierten Gebieten. Wegen der unzureichenden Nachrichtenlage, die wegen der intransparenten Informationspolitik der japanischen Regierung und des Betreiberkonzerns TEPCO auch drei Jahre nach Beginn des Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi noch in Europa herrscht, war der Vortrag von Frau Yoshida in einem H\u00f6rsaal der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t gut besucht. Veranstalter waren neben U-AStA und Anti-Atom-Gruppe Freiburg auch der Deutsch-Japanische Kulturverein, BUND, ECOtrinova, attac und das Friedensforum Freiburg.<\/p>\n<p>Frau Yoshida arbeitet in Japan f\u00fcr die BUND-Partnerorganisation Friends of the Earth Japan (FoEJ) und half bei der Betreuung der vor der radioaktiven Verseuchung fl\u00fcchtenden Bev\u00f6lkerung. Dabei stellten Mitarbeiter ihrer Organisation durch eine Vielzahl eigener Messungen fest, da\u00df die von den Beh\u00f6rden und vom Betreiber-Konzern TEPCO ver\u00f6ffentlichten Radioaktivit\u00e4tswerte in aller Regel um mehr als 30 Prozent unter den tats\u00e4chlichen Werten vor Ort lagen. Nicht nur FoEJ sondern auch die \u00f6rtlichen B\u00fcrgerinitiativen kritisierten zudem heftig den von Beh\u00f6rdenseite festgelegten Grenzwert von 20 mSv\/a, der von den Betroffenen inklusive der Kinder zu tolerieren sei.<\/p>\n<p>Auf Grund von Wortmeldungen und Fragen des Publikums wurde deutlich, da\u00df in Deutschland kaum bekannt<br \/>\nist, wo sich radioaktiv belastete Gebiete nordwestlich und s\u00fcdlich des AKW-Standorts befinden. Anhand von Karten zeigte Yoshida auf, da\u00df sich die von Abluftfahnen und Niederschl\u00e4gen verursachten radioaktiven Gebiete keineswegs durch mit dem Zirkel auf der Landkarte eingezeichnete Kreise eingrenzen lassen. Offenbar ist in Europa zudem nach wie vor die Falschinformation weit verbreitet, durch die Windverh\u00e4ltnisse, die in den Monaten nach dem 11. M\u00e4rz 2011 einen gro\u00dfen Teil des radioaktiven Inventars aufs offene Meer bliesen, seien die Einwohner verschont worden. Yoshida kritisierte die japanischen Beh\u00f6rden, die offenbar allein deshalb die Evakuierung von St\u00e4dten wie<br \/>\nFukushima und Koriyama verweigerten, weil die Evakuierung von St\u00e4dten mit jeweils rund 300.000 Einwohnern sehr aufwendig und teuer w\u00e4ren. Erst im Dezember 2011 wurden nach anhaltenden Protesten der Bev\u00f6lkerung die Evakuierungszonen teilweise entsprechend den Forderungen ausgeweitet.<br \/>\nFoEJ initiierte wegen der anhaltenden unverantwortlichen Belastung der Kinder in der Pr\u00e4fektur Fukushima das &#8222;Poka-Poka-Projekt&#8220;, das mit Unterst\u00fctzung aus ganz Japan ab Januar 2012 Kindern dazu verhalf, die radioaktiv kontaminierten Gebiete wenigstens zeitweise zu verlassen. Yoshida zeigte Video-Aufnahmen mit Stellungnahmen der betroffenen Bev\u00f6lkerung, Szenen aus \u00f6ffentlichen Anh\u00f6rungen und die anr\u00fchrenden Aussagen eines Vaters, der wegen erh\u00f6hter Radioaktivit\u00e4tswerte in der oberen Etage seines Hauses das Kinderzimmer in den Keller verlegt hatte. F\u00fcr viele im Publikum war es ersch\u00fctternd zu sehen, da\u00df die sogenannte Dekontamination in der Region um Fukushima vielfach darin besteht, Berge von schwarzen Plastiks\u00e4cken, die mit radioaktiv belasteter Erde gef\u00fcllt sind, offen am Stra\u00dfenrand abzulagern. Yoshida zeigte auch Bilder von Hinterh\u00f6fen, in denen radioaktiv belastetes Erdreich abgelagert und mit blauer Plastikplane abgedeckt wurde. In der an den Vortrag anschlie\u00dfenden Fragerunde wurde deutlich, da\u00df die ver\u00f6ffentlichten Werte der Strahlenmessungen wenig aussagekr\u00e4ftig sind, da lediglich die weitreichende Strahlung, jedoch nicht Alpha-Strahler wie etwa Plutonium, hierbei erfa\u00dft wird. Dabei ist nachweislich gerade der Anteil der Radioaktivit\u00e4t, die etwa \u00fcber Atmung und Essen aufgenommen wird, f\u00fcr die ab 2015 zu erwartende Zunahme der Krebsf\u00e4lle relevant. Wie die Erfahrungen nach dem Super-GAU von Tschernobyl gezeigt<br \/>\nhatten, ist &#8211; zun\u00e4chst bei Kindern &#8211; mit einem ersten deutlichen Anstieg der Krebserkrankungen ab dem vierten Jahr nach der Katastrophe zu rechnen. Nach weiteren Fragen wurde deutlich, da\u00df in Deutschland auch kaum bekannt ist, da\u00df die Demonstrationen in Tokio und vielen anderen japanischen St\u00e4dten gegen den von der Regierung unter<br \/>\nMinisterpr\u00e4sident Shinzo Abe geplanten Wiedereinstieg in die Atomenergie unvermindert anhalten.<br \/>\n20.3.2014, Thomas Rosa, <a href=\"https:\/\/www.antiatomfreiburg.de\/\">www.antiatomfreiburg.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<p><strong>Naoto Matsumura &#8222;Der letzte Mensch von Fukushima&#8220; bei els\u00e4ssischen Sch\u00fclern<br \/>\n<\/strong>Er ist kein Intellektueller, kein \u00d6ko-Aktivist. Naoto Matsumura ist nur in seinem Haus geblieben, als Japans Regierung rund um die geborstenen Atommeiler von Fukushima herum die H\u00e4user r\u00e4umen lie\u00df. Statt wegzugehen, hat er sich um die zur\u00fcckgebliebenen K\u00fche, Hunde, Katzen gek\u00fcmmert. &#8222;Ich ziehe die Tiere keineswegs den Menschen vor&#8220;, sagt er am Donnerstag bei einem Treffen mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern des Lyc\u00e9e Th\u00e9odore Deck im Kino von Guebwiller. &#8222;Ich fand, ich hatte keine Wahl.&#8220;<br \/>\nHinter ihm an der Saalwand prangt die Titelseite der Zeitung Lib\u00e9ration: &#8222;La terre des morts&#8220; \u2013 Das Land der Toten. Gezeigt wird die zerst\u00f6rte Welt von Fukushima. Das Gespr\u00e4ch mit den Sch\u00fclern im Saal l\u00e4uft karg und schwierig \u2013 eine Dolmetscherin ist n\u00f6tig. Doch Matsumuras Botschaft ist einfach. &#8222;Ich glaubte nicht an ein Risiko. Ein Unfall schien ausgeschlossen, jetzt haben wir alles verloren.&#8220;<br \/>\nEine Reportage des franz\u00f6sischen Fotoreporters Antonio Pagnotta und schlie\u00dflich ein Buch machten den &#8222;Eremiten von Fukushima&#8220; in Europa bekannt. Pagnotta ist der Initiator der Reise, die Matsumura drei Jahre nach der Atomkatastrophe nach Paris, ins Elsass und an diesem Wochenende auch nach Freiburg und Weisweil f\u00fchrt. Vergangenen Sonntag stand er beim Protestmarsch gegen das Atomkraftwerk Fessenheim in vorderster Reihe. Vom \u00e4ltesten franz\u00f6sischen Akw trennen Guebwiller 26 Kilometer. Auf das Akw Fukushima-Daiichi \u00fcbertragen, l\u00e4ge die Stadt knapp au\u00dferhalb der Evakuierungszone. Matsumuras verstrahltes Haus liegt zw\u00f6lf Kilometer vom Kraftwerk entfernt. &#8222;Mit dem Erdbeben damals kam die Angst&#8220;, sagt Matsumura, &#8222;ich dachte, jetzt geht die Welt unter&#8220;. Die schlichten S\u00e4tze des 54-J\u00e4hrigen mit dem schlohwei\u00dfen Haar provozieren. &#8222;Ich werde wohl so lange bleiben, bis ich sterbe&#8220;, sagt er und l\u00e4chelt den Schreck im Gesicht einer Sch\u00fclerin weg. In seinem fr\u00fcheren Leben hat er Reis angebaut. Heute f\u00fcttert er die verlassenen Tiere in der Stadt Tomioka. Sein Leben in der Sperrzone ist Wiederholung und Gleichma\u00df. Abends, sagt er, sei er alleine in seinem Ort.<br \/>\nStreng genommen ist Matsumura nicht wirklich &#8222;der letzte Mensch von Fukushima&#8220;, der in der N\u00e4he des Atomkraftwerks lebt, wie es der Titel des Buches, das Pagnotta \u00fcber ihn geschrieben hat, unterstellt. Einen, vielleicht zwei andere gebe es noch, die sich der Evakuierung widersetzt h\u00e4tten, sagt einer der Begleiter. Aber er ist es, der Aufsehen erregt hat. Als es zur Kernschmelze gekommen war und die Regierung mit der R\u00e4umung der Ortschaften begann, berichtet Pagnotta im Kinosaal, h\u00e4tten die Politiker den Menschen erz\u00e4hlt, sie w\u00fcrden in drei Tagen wieder zur\u00fcck sein. Aus drei Tagen wurden drei Jahre \u2013 ohne Aussicht auf R\u00fcckkehr. F\u00fcr die meisten, die gehen mussten, ist es bei einem Leben in Notunterk\u00fcnften geblieben. &#8222;Die politische Elite und der Akw-Betreiber Tepco&#8220;, sagt Pagnotta, &#8222;behaupteten damals wie heute, sie h\u00e4tten alles im Griff&#8220;.<br \/>\nDer stille Naoto Matsumura ist ein Mahnmal dagegen. &#8222;Mir geht es k\u00f6rperlich gut&#8220;, erz\u00e4hlt er. &#8222;Wie es tief drinnen in mir aussieht, wei\u00df ich nicht.&#8220; Die \u00c4rzte h\u00e4tten ihm bei der letzten Untersuchung vor drei Jahren keine Zahl genannt; sie sagten nur, er sei der Mensch mit der h\u00f6chsten Strahlenbelastung, die sie gemessen h\u00e4tten.<br \/>\nNach dem offiziellen Gespr\u00e4ch mischt sich Matsumura unter die Sch\u00fcler. Er wirkt fremd in seinem blauen Anzug, der aussieht wie eine Arbeitsuniform. Drau\u00dfen vor dem Kino in der Sonne umringen ihn die jungen Leute, posieren neben ihm f\u00fcr Fotos. Er steckt sich eine Zigarette an und l\u00e4chelt nur. F\u00fcr Pagnotta, seinen Entdecker, ist Matsumura der Mann, der die Japaner an ihr Versagen erinnert. In Europa bleiben? Nein, entgegnet er, das Essen sei f\u00fcr ihn kaum zu ertragen. Und wer, wenn nicht er, solle sich um die Tiere k\u00fcmmern? Bis er zur\u00fcckkehrt, haben sein Bruder und ein paar Freiwillige seine Aufgabe \u00fcbernommen.<br \/>\nNaoto Matsumura\u00a0besucht am Samstagmittag 15.3.2014 das Freiburger Vauban-Viertel. Sonntags trifft er gegen 10.30 Uhr im Rathaus von Weisweil ein, um 14.45 Uhr h\u00e4lt er in der VHS Freiburg einen Vortrag.<br \/>\n14.3.2014, B\u00e4rbel N\u00fcckles<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fukushima-Atomunfall in Zahlen<br \/>\n<\/strong>Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle f\u00fchrten am 11. M\u00e4rz 2011 in Japan zum Atomunfall von Fukushima.<br \/>\nAm 11. M\u00e4rz 2011 erlebte die drittgr\u00f6\u00dfte Industriemacht Japan\u00a0eine Dreifachkatastrophe:<br \/>\n<strong>&#8211;\u00a0Erdbeben<\/strong> mit der St\u00e4rke 9,0 &#8211; \u00a0das bisher schwerste gemessene in der Geschichte Japans.<br \/>\n&#8211;\u00a0<strong>Tsunami<\/strong>\u00a0 als riesige Meereswelle, die \u00fcber 260 K\u00fcstenst\u00e4dte gro\u00dfenteils zerst\u00f6rt.<br \/>\n<strong>&#8211; AKW-Katastrophe<\/strong> Fukushima<br \/>\nDie Dreifachkatastrophe forderte rund 15 800 Tote und mehr als 3700 Vermisste. Die zivilen Sch\u00e4den betragen ca 160 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Der AtomrReaktor Fukushima hat ein Gebiet verseucht und auf gro\u00dfes Jahrzehnte oder noch l\u00e4nger unbewohnbar gemacht. \u00dcber 100000 Menschen mussten zeitweise ihre Heimat verlassen und Tausende leben nach wie vor in Notunterk\u00fcnften.<\/p>\n<p>\u00dcber 10000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser flossen in den Ozean. 168-mal so viel C\u00e4sium 137 wie bei der Explosion der Hiroshima-Bombe geriet in die Umwelt. Fukushima-Betreiber Tepco rechnet bis zur vollst\u00e4ndigen Sicherung des Kraftwerks \u00fcber 40 Jahren.<\/p>\n<div>\n<div id=\"zoneAdserverMrec\">\n<div id=\"helperAdserverMrec\">\n<div id=\"beacon_9144f877d4\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/w.online-verlag-freiburg.de\/www\/delivery\/lg.php?bannerid=122&amp;campaignid=49&amp;zoneid=7290208&amp;loc=1&amp;referer=http%3A%2F%2Fwww.badische-zeitung.de%2Fnachrichten%2Fausland%2Fhintergrund-x5d3nijqx--74928170.html&amp;cb=9144f877d4\" alt=\"\" width=\"0\" height=\"0\" \/><br \/>\nTausende Helfer arbeiten immer noch t\u00e4glich daran, die Reaktoren unter Kontrolle zu halten. Alle zwei Millionen Bewohner der Katastrophenprovinz Fukushima werden langfristig Gesundheitschecks unterzogen.<br \/>\nJapans Regierung will ab September 2013 zur Bew\u00e4ltigung der noch immer ungel\u00f6sten Probleme umgerechnet 360 Millionen Euro bereitstellen. <!-- RSPEAK_STOP --><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Global &gt;Japan &gt;Fukushima Fake-Nuss: von 18500 Fukushima-Toten in der ARD und anderen M\u00e4rchen (22.1.2023) Zeitenwende \u2013 wieder eine?\u00a0(28.5.2022) 10 Jahre dem Tsunami \u2013 deutsche Medien haben nichts dazu gelernt\u00a0(19.3.2021) Fukushima Seebeben Tsunami AKW (12.3.2021) Mythos Mensch. 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