{"id":32189,"date":"2013-06-06T08:20:17","date_gmt":"2013-06-06T06:20:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=32189"},"modified":"2013-12-06T22:01:01","modified_gmt":"2013-12-06T21:01:01","slug":"bundschuh-eiche","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kunst\/thomas-rees\/bundschuh-eiche\/","title":{"rendered":"Bundschuh-Eiche"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Regio\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/\">Regio<\/a> &gt;<a title=\"Orte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/\">Orte<\/a> &gt;<a title=\"Freiburg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/\">Freiburg<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Lehen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/lehen\/\">Lehen<\/a> &gt;<a title=\"Thomas-Rees\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kunst\/thomas-rees\/\">Thomas-Rees<\/a> &gt;Bundschuh-Eiche<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Bundschuhfest in Freiburg-Lehen &#8211; Erinnerung an den Bauernaufstand von 1513 (9\/2013)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/jos-fritz-bundschuh-500-jahre\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/jos-fritz-bundschuh-500-jahre\/<\/a>\u00a0(15.8.2013)<\/li>\n<li>Bundschuh-Zeichen fand schon seit 1096 als Schlachtruf &#8222;puntschuech&#8220; Verwendung (4.7.2013)<\/li>\n<li>Eine Eiche f\u00fcr die Freiheit (9.6.2013)<\/li>\n<li>Bundschuheiche und Bundschuhpfad am 5.6.2013 eingeweiht<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bundschuhfest in Freiburg-Lehen &#8211; Erinnerung an den Bauernaufstand von 1513<\/strong><\/p>\n<p>Die &#8222;Bundschuheiche&#8220; des Holzbildhauers Thomas Rees erz\u00e4hlt vom Aufbruch in die Neuzeit<\/p>\n<p><em>15000 Besucher aus dem Freiburger Umfeld feierten mit den tradtionsbewu\u00dften Lehener B\u00fcrgern das 500ste Jubil\u00e4um des\u00a0 Aufstandes\u00a0 von Jos Fritz gegen die weltlichen und kirchlichen\u00a0 Obrigkeiten. Mittelalterliches Leben auf dem Dorf war angesagt und kein Besucher wurde entt\u00e4uscht. Der Kappler Holzschitzk\u00fcnstler Thomas Rees hatte aus einer vom Blitz getroffenen Eiche rundum den Stamm die religi\u00f6sen, wirtschaftlichen und politischen Probleme der Umbruchzeit vom \u00dcbergang zur Renaissance herausgearbeitet . Die 6 m hohe S\u00e4\u00fcle wurde zur Er\u00f6ffnung des Festes im Beisein der heutigen Obrigkeit der \u00d6ffentlichkeit \u00fcbergeben. Eine meisterhafte und nachhaltige Darstellung der Bundschuhereignisse.<\/em><br \/>\n\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<br \/>\nEin gro\u00dfes Fest anl\u00e4sslich des Bauernaufstandes in Lehen vor 500 Jahren erinnerte Mitte Juni 2013 an die Erhebung der von Adel und Geistlichkeit geknechteten Bauern des kleinen Dorfes vor den Toren Freiburgs. Mehr als 15000 begeisterte und traditionsbewusste Zuschauer nahmen an dem mehrt\u00e4gigen Trubel teil und versp\u00fcrten zusammen mit dem wiederbegr\u00fcndeten &#8222;Bundschuhverein&#8220; mittelalterliches Leben und Treiben, wie es denn in guten Zeiten gewesen sein mag.<br \/>\n\u00a0\u00a0<br \/>\n<em>Vor 500 Jahren: die Wirklichkeit<\/em><br \/>\nGanz anders stellte Thomas Rees, der \u00fcber die Region hinaus bekannte Holzschnittk\u00fcnstler aus Freiburg-Kappel, die Situation und Lebensumst\u00e4nde der Menschen um 1513 auf seiner &#8222;Bundschuheiche&#8220; dar. Er hatte sich die Aufgabe gestellt, in einen 6m hohen umgest\u00fcrzten Eichenstamm das damalige Geschehen der M\u00e4nner um Jos Fritz, den revolution\u00e4ren Anf\u00fchrer aus Untergrombach (bei Bruchsal), einzuarbeiten, vor allem aber wollte er auch die damaligen sozialen, politischen und religi\u00f6sen Wirklichkeiten und Spannungen realistisch im Stamm anschaulich machen. Sein rundum zu besichtigender Eichbaumstamm ist ein modernes Kunstwerk, das allseitige Anerkennung fand, weil es Geschichte lebendig macht.<br \/>\nThomas Rees (eigentlich:Informatiker) hat sich bei seinen historischen Vorarbeiten gr\u00fcndlich mit den Zeitumst\u00e4nden des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Renaissance auseinandergesetzt. Intuitiv oder spontan spielt er in seinen Gestalten und Motiven darauf an. So gibt der Untertitel zur &#8222;Bundschuheiche&#8220; hintergr\u00fcndig bereits ein Thema vor: &#8222;Von Pfr\u00fcndefressern und verbotenen Gedanken&#8220;.<br \/>\n\u00a0\u00a0\u00a0<br \/>\n<em>Aufbruch in die Neuzeit<\/em><br \/>\nUn\u00fcbersehbarer Mittelpunkt seiner Arbeit bleibt f\u00fcr Rees der an der ungerechten Situation und dem Widerspruch zu seiner Friedensbotschaft leidende \u00fcberlebensgro\u00dfe Christus, denn auf dessen Kreuzbalken sitzen rechts und links Adel und Geistlichkeit, die mit ihren Forderungen nach Abgaben oder den Drohungen mit der H\u00f6lle die Bauern zu erw\u00fcrgen drohen. Rees spielt mit seinen Motiven beim Rundgang um die S\u00e4ule immer wieder auf die Angst der Menschen vor der schwarzen Pest und den t\u00e4glichen Kampf ums \u00dcberleben an und trifft in den ausdrucksvollen Gesichtern der Bauern eine reale Beschreibung der damaligen Wirklichkeit. Mit dem dargestellten Handwerkszeug der Bauern oder einem gro\u00dfen am &#8222;Lehener Bergle&#8220; gefundenen Ammoniten erreicht er &#8222;naturnah&#8220; eine Identifikation der heutigen Generation mit ihren Vorfahren. Aber dann sind da auch Gelehrte mit B\u00fcchern in den H\u00e4nden, Humanisten, Philosophen und Theologen, K\u00fcnstler und Naturwissenschaftler, die um das Jahr 1500 mit ihren Zweifeln an dieser so genannten &#8222;gottgewollten Ordnung&#8220; und mit ihren neuen Erkenntnissen ein Tor zu einer gr\u00f6\u00dferen und ver\u00e4nderten Welt aufsto\u00dfen und eine neue Zeit ank\u00fcndigen. Szenen und Motive oder Symbole weisen an der &#8222;Bundschuheiche&#8220; immer wieder auf diese Umbruchzeit zum 16. Jahrhundert, dem Beginn der Renaissance, hin.<br \/>\n\u00a0\u00a0\u00a0<br \/>\n<em>Der &#8222;Revoluzzer&#8220; Jos Fritz und seine M\u00e4nner in Freiburg-Lehen<\/em><br \/>\nEine Kenntnis von dieser Umbruchstimmung und eine Ahnung von dieser Sehnsucht nach mehr Gerechtigkeit und Umverteilung der G\u00fcter haben, so stellt es Thomas Rees dar, offensichtlich auch Jos Fritz und seine Bundschuhmannen aus Lehen gehabt. Sie drohen, aus Not umsturzbereit, der Obrigkeit mit zum Schwur erhobener Faust und fordern Aufhebung der Fronarbeit und Gerechtigkeit f\u00fcr den verarmten &#8222;dritten Stand&#8220;. Adel und Klerus bezeichnen diesen Aufruhr und die Infragestellung der hergebrachten Ordnung als &#8222;Teufelswerk&#8220; und die Revoluzzer als &#8222;Satanspack&#8220;. Thomas Rees deutet diese Gedanken hintergr\u00fcndig mit der Fratze des Teufels an. Der Bauernaufstand in Lehen wurde &#8211; wie in andern Teilen Deutschlands auch- anno 1513 von der Obrigkeit niedergeschlagen, die Aufr\u00fchrer bezahlten ihr Aufbegehren meist mit dem Tod. Dennoch halfen sie &#8211; wenn auch in bescheidener Weise mit-\u00a0 das Tor zu einer neuen Gesellschaftsordnung in Europa aufzusto\u00dfen. Viele ihrer Forderungen fanden sp\u00e4ter Aufnahme in unser heutiges Grundgesetz. Auch daran wollte Thomas Rees erinnern und hat deswegen die 12 Sterne, die ein neues Europa (und das Christentum = Maria im Sternenmantel!!) verk\u00f6rpern, in seine &#8222;Bundschuhskulptur&#8220; mit aufgenommen.<br \/>\n\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<br \/>\nDie r\u00fchrige Gemeinde Freiburg-Lehen enth\u00fcllte die alte, vom Blitz getroffene Eiche auf dem Bundschuhplatz durch den Lehener Ortsvorsteher Bernhard Sch\u00e4tzle und die Freiburger Bildungsb\u00fcrgermeisterin Gerda Stuchlik und lud zu einer kleinen Wanderung auf einem neuen, aus 14 Stationen bestehenden &#8222;Bundschuhpfad&#8220; am Lehener Bergle ein, auf dem die Ereignisse von 1513 in chronologischer Reihenfolge dargestellt und erkl\u00e4rt werden.<br \/>\nHermann Althaus, Kirchzarten<br \/>\nmehr auf: Badische Heimat, Freiburg-Heft September 2013, S. 644f, ISSN 0930-7001, 11.50 Euro<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-heimat.de\">www.badische-heimat.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bundschuh-Zeichen fand schon seit 1096 als Schlachtruf &#8222;puntschuech&#8220; Verwendung<\/strong><\/p>\n<p>Seit Lehen und Betzenhausen Jo\u00df Fritz\u2019 und des Bauernaufstands von 1513 mit vielerlei Aktivit\u00e4ten gedenken, ist in diesem Zusammenhang auch der Begriff des Bundschuhs als Symbol f\u00fcr die Erhebung des gemeinen Volkes ab und an gefallen. Es scheint allerdings nicht allgemein bekannt zu sein, dass dieses Zeichen schon lange zuvor Verwendung fand.<br \/>\nDie fr\u00fcheste Nachricht dar\u00fcber vermittelt uns die Bayerische Chronik des Johannes Turmair, genannt Aventinus (1477 bis 1534). Er berichtete davon, dass die Teilnehmer des sogenannten Volks- oder Bauernkreuzzugs im Jahr 1096 als Schlachtruf &#8222;puntschuech&#8220; angestimmt h\u00e4tten.<br \/>\nEinen ersten urkundlichen Beleg aus unserer Gegend liefert eine kleine Bemerkung in einer Rechnung des bisch\u00f6flichen Sch\u00fcrhofs in Basel, wonach es bereits vor dem 28. April 1430 zu Bundschuh-Aktionen gekommen war. Diese Ereignisse fanden allerdings linksrheinisch, in oder um Bergheim im Elsass statt. N\u00e4heres ist dar\u00fcber nicht bekannt. Mehr wissen wir \u00fcber die Vorf\u00e4lle, die sich im Fr\u00fchjahr 1443 in Schliengen, im heutigen Markgr\u00e4flerland, abspielten. Dort hatte sich die Bev\u00f6lkerung wegen einer als ungerechtfertigt empfundenen Sondersteuer emp\u00f6rt, die ihr von ihrer Herrschaft, dem amtierenden Bischof Friedrich zu Rhein vom Hochstift Basel, aufgedr\u00fcckt worden war. Im Gegensatz zu den ebenso betroffenen Ortschaften Mauchen, Steinenstadt, Istein und Huttingen, widersetzten sich die Schliengener mit deutlichen Worten gegen das Ansinnen des Bischofs und sammelten sich um einen Bundschuh, den einer von ihnen &#8222;offenlich an einer stangen vffgeworffen&#8220; hatte, um somit ein Zeichen als Ausdruck ihres Widerstands zu setzen.<br \/>\nDer Aufruhr endete, wie so oft, zu Ungunsten der b\u00e4uerlichen Bev\u00f6lkerung. Eines Tages sandte Bischof Friedrich seine bewaffnete Macht ins Dorf. Die nahm einige der Aufr\u00fchrer gefangen und verschleppte sie nach Basel ins Gef\u00e4ngnis. Es bedurfte einiger M\u00fchen, um die Gefangenen wieder frei zu bekommen. Strafen an Leib und Gut blieben ihnen jedoch nicht erspart. In einem Vertrag vom 4. Mai 1443 mussten sie f\u00fcrderhin Unterwerfung geloben. Doch im Herbst 1473 erlaubten sie sich eine erneute Widersetzlichkeit \u2013 aber dieses Mal erfolgreicher.<br \/>\n4.7.2013, G\u00fcnther Klugermann, Oberau<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Eine Eiche f\u00fcr die Freiheit<\/strong><\/p>\n<p>Der Freiburger Ortsteil Lehen ist im Bundschuh-Fieber: 500 Jahre nachdem der legend\u00e4re Bauernf\u00fchrer Jos Fritz in den Breisgau kam, wird an \u201eLehens wichtigstenMoment in der Geschichte\u201c \u2013 so Ortsvorsteher Bernhard Sch\u00e4tzle \u2013 erinnert: mit Bundschuh-Eiche und Bundschuh-Pfad.\u00a0<br \/>\nDer Blick zur\u00fcck in die Geschichte hat Bedeutung f\u00fcr die Gegenwart: \u201eVieles, was die Aufst\u00e4ndischen 1513 forderten\u201c, betonte der fr\u00fchere CDU-Landtagsabgeordnete Sch\u00e4tzle am Mittwoch bei der Enth\u00fcllung der Eiche vor der Bundschuhhalle, \u201ebildet die Basis des Grundgesetzes.\u201c Zwischen Bauernaufstand und Bundesrepublik liegt freilich ein langer Weg, aufdem\u201edie Grundbotschaft Gerechtigkeit\u201c, wie Schulb\u00fcrgermeisterin Gerda Stuchlik (Gr\u00fcne) das Erbe des Bundschuhs charakterisierte, mehr als einmal auf der Strecke blieb. Mit diesem Weg besch\u00e4ftigt sich auch das kunstvolle Schnitzwerk, das Thomas Rees (53), Holzbildhauer aus Freiburg-Kappel, von Anfang M\u00e4rz bis Ende Mai unter freiem Himmel bei Wind und Wetter geschaffen hat. Der sechs Meter lange und f\u00fcnf Tonnen schwere Eichenstamm lag, vom Blitz gef\u00e4llt, jahrelang im Mooswald, sein Alter wird auf 180 Jahre gesch\u00e4tzt. \u201eIch hatte von dem Thema Bundschuh keine Ahnung\u201c r\u00e4umt Rees ein. Der historische Schnellkurs hat ihn dazu inspiriert, den Baumstamm verkehrt herum aufzustellen,\u00a0 weil die Gesellschaft damals auf dem Kopf stand\u201c. Oben eine kleine Schicht von F\u00fcrsten und Kirchenf\u00fcrsten, unten das rechtlose Volk. Verbunden durch die christliche Religion als Herrschaftsideologie einerseits und den Glauben an die Gerechtigkeit andererseits.\u00a0An den teilweise zerkl\u00fcfteten Eichenstamm mei\u00dfelte Thomas Rees mit Figuren und Symbolen die Kontinuit\u00e4t des Kampfes um Menschenw\u00fcrde. Er deutet an, dass die Gerechtigkeit auch in der Europ\u00e4ischen Union noch eine ungel\u00f6ste Aufgabe darstellt. Dass man wegen einer Skulptur auch heute noch \u00c4rger mit der Obrigkeit bekommen kann, hat Rees vor einigen Jahren selbst erlebt: Seine laszive und nackte<a href=\"https:\/\/www.freiburg-dreisamtal.de\/regenfrau\"> \u201eRegenfrau<\/a>\u201c aus Eichenholz musste vom st\u00e4dtischem Grund verschwinden, weil ein empfindsames Wesen sich sittlich gest\u00f6rt sah. Die Vertreibung der Nackten, die in einem <a title=\"Kartaus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/garten\/kartaus\/\">Klostergarten<\/a> Asyl fand, hatte ausgerechnet B\u00fcrgermeisterin Gerda Stuchlik angeordnet, die jetzt dem Sch\u00f6pfer der Bundschuh-Eiche ihre Referenz erwies. Die Bundschuh-Eiche ist Start und Zielpunkt eines neuen Pfades auf den Spuren des von Jos Fritz geplanten und am Ende durch Verrat gescheiterten Aufstands gegen die weltlichen und kirchlichen Autorit\u00e4ten. \u201eHier, Kinder, aufgepasst, hier ist der wichtigste Platz\u201c, forderte Thomas Adam, Politologe und Kulturamtsleiter in Bruchsal, die Sch\u00fcler der Johannes-Schwarz- Schule aus Lehen am\u201eGescheidsteg\u201c zur Aufmerksamkeit auf. Denn auf der \u201eHartmatte\u201c trafen sich der aus dem nordbadischen Untergrombach stammende Jos Fritz und seine Anh\u00e4nger. Dort legten sie denheiligen Eid auf ihre Forderungen ab. Von einer Matte ist nichts mehr zu sehen, der Platz liegt direkt\u00a0 ber der vierspurigen Padua-Allee. Viele andere der 14 mit Schautafeln versehenen Stationen des 3,4 Kilometer langen Bundschuh-Pfades entlang historischer St\u00e4tten durch Lehen und \u00fcber das Lehener Bergle sind ruhigerund beschaulicher. Materielle Zeitzeugnisse sind nicht erhalten, dieses Manko muss die Vorstellungskraft ausgleichen. Oder ein \u00fcberaus engagierter F\u00fchrer wie Thomas Adam, der als geb\u00fcrtiger Untergrombacher fraglos der geeignete Mann daf\u00fcr war, die bislang einzige Jos-Fritz-Biografie zu schreiben.<br \/>\n9.6.20\u00df13, Heinz Siebold, <a href=\"https:\/\/www.der-sonntag.de\">www.der-sonntag.de<\/a><\/p>\n<p align=\"left\">Bundschuh-Mittelalterfest<br \/>\nAm n\u00e4chsten Wochenende, von Freitagabend bis Sonntag, 14. bis 16. Juni, findet rund um die Bundschuhhalle in Freiburg-Lehen ein Mittelaltermarkt statt. Infos: <a href=\"https:\/\/www.bundschuh-zu-lehen.de\">www.bundschuh-zu-lehen.de<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bundschuheiche und Bundschuhpfad am 5.6.2013 eingeweiht<\/strong><\/p>\n<p>Zur Erinnerung an den Bauernaufstand sind in Lehen Bundschuheiche und -pfad eingeweiht worden.<br \/>\nHolzk\u00fcnstler Thomas Rees (links) und Lehens Ortsvorsteher Bernhard Sch\u00e4tzle enth\u00fcllten die Skulptur. Unter den rund 200 G\u00e4sten \u2013 und damit weit mehr als erwartet \u2013 wollten sich gestern vor der Bundschuhhalle die Enth\u00fcllung der geschnitzten Bundschuheiche und die anschlie\u00dfende erste F\u00fchrung entlang der 14 Stationen des neuen Bundschuhpfades nicht entgehen lassen. Beides erinnert an den 500. Jahrestag des 1513 gescheiterten Bundschuhaufstandes in Lehen und Betzenhausen unter der F\u00fchrung des Revolution\u00e4res Jos Fritz. Richtig gro\u00df gefeiert wird das Jubil\u00e4um dann vom 14. bis 16.\u2005Juni mit einem Mittelaltermarkt.<br \/>\nDie Obrigkeit, die der aus Untergrombach stammende Jos Fritz so kritisch gesehen hatte, war diesmal hochwillkommen: Lehens Ortsvorsteher Bernhard Sch\u00e4tzle begr\u00fc\u00dfte als Ehreng\u00e4ste unter anderem Bildungsb\u00fcrgermeisterin Gerda Stuchlik sowie den Stadtrat und Moosw\u00e4lder B\u00fcrgervereinsvorsitzenden Horst Bergamelli, zudem die vielen &#8222;Bundschuher&#8220; aus Lehen und Betzenhausen und eine Abordnung aus Untergrombach. Lehen habe sich, so f\u00fchrte Sch\u00e4tzle aus, \u00fcber die Jahrhunderte eine gewisse Eigenst\u00e4ndigkeit und viel Gemeinschaftssinn aus der Bundschuhzeit bewahrt. Sie zeige sich im Zusammenhalt bei der Organisation von Festen, aber auch in der gro\u00dfen Spendenbereitschaft f\u00fcr all die im Jubil\u00e4umsjahr anstehenden Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<div>\n<div id=\"zoneAdserverMrec\">\n<div id=\"helperAdserverMrec\">Auch B\u00fcrgermeisterin Stuchlik, die sich vom Kunstwerk des Kappler K\u00fcnstlers Thomas Rees sehr beeindruckt zeigte, stellte heraus, eine Botschaft der Bundschuhbewegung (die \u00fcbrigens nach einem b\u00e4uerlichen Kleidungsst\u00fcck benannt worden war, das als Erkennungszeichen diente) sei das eigenst\u00e4ndige Denken der Bauern gewesen. Diese wollten sich von der Willk\u00fcr \u00f6rtlicher oder regionaler Adliger, aber auch der Pfarrer und Bisch\u00f6fe befreien. Gerade f\u00fcr die damalige Bev\u00f6lkerung, die zu 80 bis 85 Prozent aus Bauern und Handwerkern bestanden habe, habe die Forderung nach Gerechtigkeit Vorrang gehabt. In Lehen h\u00e4tten die Planer des Jubil\u00e4ums mit Bundschuheiche und Bundschuhpfad nun Nachhaltiges auch f\u00fcr nachfolgende Generationen geschaffen. Die Bundschuhbewegung sei damals von den st\u00e4dtischen Beh\u00f6rden Freiburgs als ein Werk des Teufels bezeichnet worden. Entsprechend seien nach dem Scheitern des geplanten Aufstandes durch Verrat die gefangenen Bauern auf grausamste Weise get\u00f6tet worden.<br \/>\nThomas Rees schilderte dann seine Gedanken und Hintergedanken bei der Arbeit an der Bundschuheiche und lobte die Zusammenarbeit mit den Organisatoren des Jubil\u00e4ums. Die gut 6 Meter hohe und 5 Tonnen schwere Eiche, die er als bereits gef\u00e4llten Baum im Wald entdeckt habe, zeige mit ihren vielen Szenen aus der Bundschuhzeit die damals herrschende Klasse ebenso wie die unterdr\u00fcckten, in jeder Hinsicht benachteiligten Bauern.<br \/>\nF\u00fcr den richtigen revolution\u00e4ren Ton zwischen den einzelnen Redebeitr\u00e4gen sorgten mit ihren hellen Stimmen die &#8222;Johannes-Schwartz-Kehlchen&#8220;, der Chor der Lehener Grundschule unter der Leitung von Anita Hirth. So gab es gleich zu Beginn das Lied: &#8222;500 Jahre Bundschuh, das ist gut\u2026&#8220;.<br \/>\nUlrike Sutter als Sprecherin der &#8222;AG \u00d6ffentlichkeitsarbeit&#8220; informierte dann \u00fcber die Entstehung des Bundschuhpfades, mit dem man an 14 Stationen historische St\u00e4tten der Bundschuhzeit sichtbar gemacht und mit Infotafeln versehen habe. Der Pfad werde zur weiteren Betreuung an den neu gegr\u00fcndeten Verein &#8222;Bundschuh zu Lehen&#8220; \u00fcbergeben. Abschlie\u00dfend machten sich die rund 200 Menschen mit dem Bundschuhkenner und Buchautor Thomas Adam in einer fast endlosen Schlange auf den Weg zu den Stationen<br \/>\n6.6.2013, Harald Albiker<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/lehen\/bundschuh-eiche130504\/\" rel=\"attachment wp-att-28724\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-28724\" title=\"bundschuh-eiche130504\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/bundschuh-eiche130504-180x123.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"123\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/bundschuh-eiche130504-180x123.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/bundschuh-eiche130504.jpg 590w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a><br \/>\n(1) Arbeiten an der Eiche 4.5.2013<\/div>\n<div>\n<p><strong><br \/>\nEiche und Pfad erinnern an Bauernaufstand<br \/>\n<\/strong>F\u00fcr\u00a0Mittwoch, 5.6.2013 laden die Ortsverwaltung Lehen und der neu gegr\u00fcndete Verein &#8222;Bundschuh zu Lehen&#8220; ab 9.30 Uhr alle historisch Interessierten vor die Bundschuhhalle, Lindenstra\u00dfe 4, ein. Dort wird zun\u00e4chst die &#8222;Bundschuh-Eiche&#8220; des Kappler Holzk\u00fcnstlers Thomas Rees enth\u00fcllt und danach der ebenfalls neue &#8222;Bundschuh-Pfad&#8220; mit einem gemeinsamen Rundgang offiziell eingeweiht. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung ist Teil der Feierlichkeiten zu &#8222;500 Jahre Bundschuh&#8220; mit denen des gescheiterten Bauernaufstands von 1513 gedacht wird. Nach Gru\u00dfworten von Ortsvorsteher Bernhard Sch\u00e4tzle und Bildungsb\u00fcrgermeisterin Gerda Stuchlik erl\u00e4utert Thomas Rees die von ihm aus dem m\u00e4chtigen Stamm herausgearbeiteten Szenen aus der Bundschuhzeit. Ulrike Sutter und ihr Team der &#8222;AG \u00d6ffentlichkeitsarbeit&#8220; informieren \u00fcber den 3,4 Kilometer langen Bundschuhpfad mit 14 Stationen samt Informationstafeln zum Bundschuh. F\u00fcr Musik sorgen die &#8222;Johannes-Schwartz-Kehlchen&#8220;, der Chor der Lehener Grundschule. Anschlie\u00dfend leitet Thomas Adam, Buchautor und Bundschuhkenner, eine F\u00fchrung entlang des Bundschuhpfades, die bis etwa 12 Uhr dauern wird.<br \/>\n4.6.2013<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Regio &gt;Orte &gt;Freiburg\u00a0&gt;Lehen &gt;Thomas-Rees &gt;Bundschuh-Eiche &nbsp; Bundschuhfest in Freiburg-Lehen &#8211; Erinnerung an den Bauernaufstand von 1513 (9\/2013) https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/jos-fritz-bundschuh-500-jahre\/\u00a0(15.8.2013) Bundschuh-Zeichen fand schon seit 1096 als Schlachtruf &#8222;puntschuech&#8220; Verwendung (4.7.2013) Eine Eiche f\u00fcr die Freiheit (9.6.2013) Bundschuheiche und Bundschuhpfad am 5.6.2013 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kunst\/thomas-rees\/bundschuh-eiche\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":12920,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-32189","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/32189","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32189"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/32189\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/12920"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32189"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}