{"id":22994,"date":"2013-02-24T18:45:05","date_gmt":"2013-02-24T17:45:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=22994"},"modified":"2021-07-03T18:56:57","modified_gmt":"2021-07-03T16:56:57","slug":"kulturhauptstadt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturhauptstadt\/","title":{"rendered":"Kulturhauptstadt"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Kultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/\">Kultur<\/a> &gt;<a title=\"Freiburg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/\">Freiburg<\/a> &gt;Kulturhauptstadt<\/p>\n<div id=\"attachment_22393\" style=\"width: 651px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/kanonenplatz\/schlossberg10muenster-pan130214\/\" rel=\"attachment wp-att-22393\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-22393\" class=\"size-full wp-image-22393\" title=\"schlossberg10muenster-pan130214\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/schlossberg10muenster-pan130214.jpg\" alt=\"\" width=\"641\" height=\"241\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/schlossberg10muenster-pan130214.jpg 641w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/schlossberg10muenster-pan130214-180x67.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/schlossberg10muenster-pan130214-640x240.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 641px) 100vw, 641px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-22393\" class=\"wp-caption-text\">Blick vom Schlossberg nach Westen auf das verschneite Freiburg mit dem M\u00fcnster am 14.2.2014<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kunst\/loretta\/\">Ertr\u00e4gt das kulturelle Freiburg keine Kunstfreiheit?<\/a> (3.7.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fessenheim-novelle-von-lodemann\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fessenheim-novelle-von-lodemann\/<\/a>\u00a0(24.2.2013)<\/li>\n<li>Von Kirchbach ist weiterhin f\u00fcr die Kulturhauptstadt Freiburg &gt;Kulturhauptstadt (19.8.2011)<\/li>\n<li>J\u00fcrgen Lodemann: Eigensinn als Leitidee zur Kulturhauptstadt\u00a0 &gt;Kulturhauptstadt (23.7.)<\/li>\n<li>Kulturhauptstadt Freiburg \u2013 ohne OB Salomon &gt;Kulturhauptstadt (7.7.2011)<\/li>\n<li>Ratlosigkeit und Tatendrang nach Experten-Anh\u00f6rung&gt;Kulturhauptstadt (9.6.2011)<\/li>\n<li>Wichtig ist die Einbindung der B\u00fcrger&gt;Kulturhauptstadt (23.3.2011)<\/li>\n<li>Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt 2020: Soll sich Freiburg bewerben? &gt;KulturHauptstadt (17.3.2011)<\/li>\n<li>KulturJoker April 2010: Kosten, Basel, Strasbourg, Meinungen &gt;Kulturhauptstadt (3.4.2010)<\/li>\n<li>KulturJoker Februar 2010: Was kostet die Bewerbung? &gt;Kulturhauptstadt (6.2.2010)<\/li>\n<li>Ruhr2010 \u2013 das Programm der Kulturhauptstadt Essen\u00a0 &gt;Kulturhauptstadt (14.1.2010)<\/li>\n<li>Freiburg im Plus: Argumente auf dem Weg zur Bewerbung &gt;Kulturhauptstadt (25.12.2009)<\/li>\n<li>Linz 2009 \u2013 eine Kulturhauptstadt im Zwischenfazit (6.11.2009)<\/li>\n<li>Atai Keller \u00fcber eine Kulturhauptstadt in der Provinz &gt;Kulturhauptstadt (11.10.2008)<\/li>\n<li>Bobbele-Ich: Eine Stadt auf dem Weg zu sich selbst? &gt;Kulturhauptstadt (10.10.2009)<\/li>\n<li>Vision oder nur Fiktion? Kulturhauptstadt-Optionen 2020 &gt;Kulturhauptstadt (4.10.2008)<\/li>\n<li>Pro Kulturhauptstadt Freiburg &#8211; B\u00fcrgerinitiative<\/li>\n<li><a title=\"Ebneter-Kultursommer\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/ebneter-kultursommer\/\">Ebneter-Kultursommer<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pro Kulturhauptstadt Freiburg &#8211; B\u00fcrgerinitiative<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Das Hauptziel der B\u00fcrgerinitiative ist es, einen positiven Beschluss des Gemeinderats zum Eintritt in das Bewerbungsverfahren um den Titel \u201cEurop\u00e4ische Kulturhauptstadt\u201d zu bef\u00f6rdern und die Bev\u00f6lkerung Freiburgs und der Region von dieser Idee zu begeistern. Denn wir sind davon \u00fcberzeugt: Das Projekt bietet allergr\u00f6\u00dfte Chancen f\u00fcr eine positive Stadtentwicklung in Freiburg insgesamt.&#8220;<\/p>\n<p>B\u00fcrgerinitiative &#8222;Pro Kulturhauptstadt Freiburg&#8220;, \u00fcber 340 Mitglieder im\u00a0Februar 2013<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.prokulturhauptstadt-freiburg.de\/\">www.prokulturhauptstadt-freiburg.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Von Kirchbach ist weiterhin f\u00fcr die Kulturhauptstadt<\/strong><\/p>\n<p>BZ: Wie sieht Ihre Wunschvorstellung aus, um nicht zu stolpern?<br \/>\nKirchbach: Klar ist, dass es gen\u00fcgend Akteure gibt, von der Gr\u00fcndung der B\u00fcrgerinitiative Pro Kulturhauptstadt \u00fcber viele andere, die mit ihren Ideen in die Fraktionen gehen und \u00d6ffentlichkeitsarbeit betreiben. Es steht also ein Diskussionsprozess in den kommenden Wochen an \u2013 \u00f6ffentlich und halb\u00f6ffentlich. Wichtig ist, dass man mit Ressourcen haush\u00e4lt und nicht ohne einen politischen Konsens weitere Zeit investiert. Und dann ist es auch richtig, irgendwann einen Schlusspunkt zu setzen, sich daf\u00fcr oder dagegen zu entscheiden. Aber es sind auch einfach unterschiedliche Herangehensweisen, ob man sagt: Ich gehe nur in ein Rennen, wenn ich wei\u00df, dass ich gewinne, oder ob ich sage, allein der Weg ist lohnend und wichtig f\u00fcr die Stadt.<br \/>\nAlles vom 19.8.2011 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/kultur-sonstige\/kulturhauptstadt-2020-von-kirchbach-glaubt-weiter-dran\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/kultur-sonstige\/kulturhauptstadt-2020-von-kirchbach-glaubt-weiter-dran<\/a><\/p>\n<p><strong>J\u00fcrgen Lodemann: Eigensinn als Leitidee zur Kulturhauptstatt <\/strong><\/p>\n<p>Seit Freiburgs Oberb\u00fcrgermeister die Kulturhauptstadt 2020 nicht mittragen will, weil es &#8222;keine Leitidee&#8220; gebe, ist das ein Signal: Ohne Gunst von oben gelangen B\u00fcrger nun frei zur Einsicht, wie sinnvoll die Bewerbung w\u00e4re. Zum Expertentreff kam aus Essen Oliver Scheytt, der mit Fritz Pleitgen die Br\u00fcsseler Jury dazu brachte, ausgerechnet Essen und das Ruhrgebiet zur Kulturhauptstadt Europas auszurufen. Nach &#8222;Ruhr 2010&#8220; ist klar, das Revier ist weder gesichts- noch geschichtslos. Scheytt gab Freiburg den Rat: Wer Br\u00fcssel \u00fcberzeugen will, muss eine Geschichte erz\u00e4hlen mit einer Leitidee f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p>Eine solche Geschichte muss Freiburg nicht erfinden, die ist vorhanden, hei\u00dft <strong>Eigensinn<\/strong> und erz\u00e4hlt von Alternativen und Freiheiten. Ausgerechnet ein erzkatholischer Ort praktiziert fast tausend Jahre Querdenken und zeigt auch der Gegenwart Wege nach vorn, in sozialem Geist. Schon der 113 Meter hohe gotische Turm, der alle Erdbeben, Kriege und Bomben m\u00e4rchenhaft \u00fcberstand, ein Turm, der nun sichtbar zu leiden hat unterm Missbrauch des Weltklimas, schon er war nicht etwa die Idee eines F\u00fcrsten, wurde auch nicht von der Kirche gestiftet, sondern war eine Tat der Bewohner, war Deutschlands erste gro\u00dfe B\u00fcrgerkirche, gebaut von Leuten, denen das Frei-Sein von denen da oben offenkundig sehr wichtig war. &#8222;Frei-Burg&#8220; h\u00e4tte auch ein Vatikan n\u00f6rdlich der Alpen werden k\u00f6nnen, aber das lief anders, das Qu\u00e4len und Ermorden so vieler eigensinniger Frauen (&#8222;Hexen&#8220;) wurde hier keineswegs &#8222;nachhaltig&#8220;, sondern: &#8222;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/wyhl.htm\">Nai, h\u00e4mmer gsait<\/a>&#8222;.<br \/>\nSchon mit seinem fabelhaften Namen bekundete Freiburg, dass man mit Oberen wenig zu tun haben wollte. Im westlichsten Winkel des katholischen \u00d6sterreich gelang durch 500 Jahre relatives Frei-Sein; Rom und Wien waren weit weg, im Verein mit Basel und Stra\u00dfburg konnten hier Humanisten neues Miteinander vorausdenken. 1848 wurde das so lebhaft, dass der von Napoleon eingesetzte Landesf\u00fcrst gegen seine eigenen Untertanen die Preu\u00dfen zur Hilfe holen musste.<br \/>\nDie kamen mit der neuen Eisenbahn reichlich. Das Truppenholen hat im S\u00fcdwesten Tradition, noch 2010 am 30. September, als Polizei aus Bayern auf Stuttgarts besonnene B\u00fcrger einschlug, die gegen den Irrsinn protestierten, f\u00fcr Milliarden Schulden-Euro einen funktionierenden Kopfbahnhof zu vergraben. Als aktuellste Pointe der Geschichte vom <strong>Eigensinn<\/strong> namens Frei-Burg wird nun die altmeisterliche Katholikenstadt zum Europasignal. Nachdem zum AKW in Wyhl gleichfalls &#8222;Nai&#8220; gesagt wurde, nach Aktionen von Land- und Stadtleuten, und nachdem der Liberale Dahrendorf sehr zu diskutieren hatte mit einem wie Dutschke, da wurde ausgerechnet das sch\u00f6ne Traditionsnest hinterm Schwarzwald zum Ursprungsgel\u00e4nde des Neuen, des Gr\u00fcnen, wird Freiburg als &#8222;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/greencity\/index.htm\">Green City<\/a>&#8220; wegweisend, wo immer der Planet nun dringend andere Methoden braucht, wenn Leben noch eine Chance haben soll. Ausgerechnet die einstige &#8222;Schlageter-Kaserne&#8220; wurde zum Vorzeigeviertel Deutschlands mit den wenigsten Autos und meisten Kindern.<br \/>\nDa studieren nun von weither Besucher, wie es gelingt, zukunftsf\u00e4hige Energien zu gewinnen und zu sparen und wie da neue Wohnformen und Lebensweisen wachsen, etwa im einzigartigen &#8222;Sonnenhof&#8220; beim Leben mit Demenzkranken oder in Mietsh\u00e4usersyndikaten. Modelle gibt\u2019s auch im Rieselfeld oder im drehenden Wohnhaus und &#8222;Sonnenschiff&#8220; der Gruppe Disch oder im ged\u00e4mmten Hochhaus oder im Fraunhofer-Institut f\u00fcr solare Energiesysteme oder, oder \u2013 das geschichtsschwere Freiburg wurde Pionierstadt, hat just jenen Dollpunkt, den Professor Scheytt forderte, wenn man in Br\u00fcssel Erfolg haben will.<br \/>\nSp\u00e4testens seit der letzten Wahl steht ausgerechnet das liebe und hoch musikalische Freiburg an der Spitze einer weltweiten Wertewende, ins \u00d6kologische, ins Dezentralisierte, was die Regierung der klugen Protestantin im Osten nun meint, nachmachen zu m\u00fcssen. &#8222;Frei Burg&#8220; hei\u00dft der Dollpunkt: Eigensinn als Geschichte und Leitidee. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/freiburg.htm\">Diese Stadt<\/a> bietet nicht nur hellwaches Theater, nicht nur Praktisch-Faktisches, sondern auch hohen Symbolwert wie diesen Weltwunderturm. Nehmen wir\u2019s als Zeichen, wie es trotz allem weiter gehen k\u00f6nnte, lebens- und liebenswert. Aber ohne F\u00fcrst Salomon? Ach, nun erst recht! Einst hatte der \u00fcber 1848 \u00f6ffentlich zu improvisieren. \u00dcberzeugend. Dieter Salomon hat das Zeug. 2020 sehe ich ihn in der ersten Reihe.<br \/>\n23.7.2011, J\u00fcrgen Lodemann, Gastbeitrag in <a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/\">www.badische-zeitung.de<\/a><\/p>\n<p>Der Autor, Jahrgang 1936, lebt in Freiburg, ist Schriftsteller und Gr\u00fcndungsmitglied der B\u00fcrgerinitiative &#8222;Pro Kulturhauptstadt Freiburg&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kulturhauptstadt Freiburg \u2013 ohne OB Salomon<\/strong><\/p>\n<p>Dieter Salomon stellt die Bem\u00fchungen ein \/ Kritik von SPD und CDU \/ Neue B\u00fcrgerinitiative setzt sich f\u00fcr eine Bewerbung ein.<br \/>\nAlles vom 7.7.2011 auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/kulturhauptstadt-ohne-ob--47190408.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/kulturhauptstadt-ohne-ob&#8211;47190408.html<\/a><\/p>\n<p>Salomons Schlusspunkt<br \/>\nDie Situation ist ziemlich verfahren. Und es ist unrealistisch, gegen den erkl\u00e4rten Willen des Oberb\u00fcrgermeisters ein solches Millionenprojekt zu stemmen. Wenn nicht alles t\u00e4uscht, sind die Tr\u00e4ume geplatzt. Mehr von Uwe Mauch vom 7.7.2011 auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/muenstereck-salomons-schlusspunkt--47194685.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/muenstereck-salomons-schlusspunkt&#8211;47194685.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ratlosigkeit und Tatendrang nach Experten-Anh\u00f6rung<\/strong><\/p>\n<p>Gemeinderat: Bisheriges Papier zum Thema Kulturhauptstadt tr\u00e4gt nicht \/ Gr\u00fcne starten Prozess, Kulturliste gr\u00fcndet Initiative. Todessto\u00df oder Auftrieb? Weit auseinander liegen die R\u00fcckschl\u00fcsse, die Stadtr\u00e4te aus der Anh\u00f6rung externer Experten zu einer Bewerbung Freiburgs als Kulturhauptstadt ziehen. Nun soll eine Gespr\u00e4chsrunde mit Oberb\u00fcrgermeister Dieter Salomon (Gr\u00fcne) und Vertretern der Fraktionen im Gemeinderat nach einer Linie und einer Mehrheit suchen. &#8230;.. Alles vom 9.6.2011 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/ratlosigkeit-und-tatendrang-nach-experten-anhoerung--46230587.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/ratlosigkeit-und-tatendrang-nach-experten-anhoerung&#8211;46230587.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wichtig ist die Einbindung der B\u00fcrger<\/strong><\/p>\n<p>Mehrfach hat der Gemeinderat die Chancen und M\u00f6glichkeiten, die eine Bewerbung Freiburgs zur Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2020 bieten, er\u00f6rtert. Die Basis zu diesen Diskussionen, an denen sich von Anfang an die CDU-Stadtratsfraktion intensiv beteiligte, waren von einer Expertengruppe entwickelte Ideen. Nach diesem Meinungsaustausch steht die CDU einer Bewerbung positiv gegen\u00fcber. Allerdings halten wir es f\u00fcr wichtig, die Diskussion auf eine breitere Basis zu stellen. Die gesamte Stadtkultur mit allen Kulturschaffenden und -aus\u00fcbenden sollte sich jetzt zusammen mit den B\u00fcrgern Freiburgs an der Debatte beteiligen. Denn alle Anstrengungen, die unternommen werden, die Freiburger Kultur zur Geltung zu bringen, werden die Stadt bereichern. Vor dem Hintergrund des 900-j\u00e4hrigen Stadtjubil\u00e4ums Freiburgs im Jahr 2020 k\u00f6nnte das <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/ehrenamt.htm\">Engagement<\/a> f\u00fcr die Freiburger Kultur, bei den Bestrebungen Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt zu werden, so angelegt werden, dass sie Teil der ohnehin notwendigen Vorbereitungen f\u00fcr unser Stadtjubil\u00e4um w\u00fcrden. In der aktuellen Phase der Bewerbung ist es wichtig, mit St\u00e4dten, die in j\u00fcngster Zeit Erfahrungen mit \u00e4hnlichen Projekten gemacht haben, in Kontakt zu treten. Deshalb begr\u00fc\u00dfen wir, dass die Stadt Freiburg zu einer Experten-Anh\u00f6rung im Mai dieses Jahres eingeladen hat. Bei dieser Veranstaltung werden neben Fachleuten auch Vertreter aus Hamburg und Basel anwesend sein, die mit der Durchf\u00fchrung und Planung der internationalen Bauausstellungen (IBA) dieser St\u00e4dte betraut sind. Dadurch k\u00f6nnen mit Sicherheit weitere n\u00fctzliche Erfahrungswerte in den Bewerbungsprozess Freiburgs mit einflie\u00dfen.<br \/>\nUns als CDU ist es dar\u00fcber hinaus wichtig, neben einer inhaltlichen Betrachtung auch finanzielle Aspekte in den Fokus zu nehmen. Neben dem unumstrittenen Imagegewinn, der mit einer erfolgreichen Bewerbung erreicht werden kann, werden immer wieder die Folgekosten, die auf die ausrichtenden Kommunen zukommen, kritisiert. Vor diesem Hintergrund haben wir mehrere Fragen an die Verwaltung der Stadt Freiburg erarbeitet. In diesen geht es uns darum, eine Kosten-Nutzen-Rechnung zu erhalten. Wir erhoffen uns, durch die Beantwortung die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen f\u00fcr unsere Stadt besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nBereits im Juni 2010 machte die CDU-Fraktion den Vorschlag, zu pr\u00fcfen, ob die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH&amp;Co. KG (FWTM) sowie die Freiburg Management und Marketing International GmbH (FMMI) im Rahmen ihrer Gesellschaftszwecke die Finanzierung der Bewerbung zur Kulturhauptstadt \u00fcbernehmen k\u00f6nnten. Zum einen w\u00fcrde damit der st\u00e4dtische Haushalt durch die Bewerbung nicht belastet und zum anderen eine enge Einbindung der FWTM und FMMI von Anfang an sichergestellt. Im Falle der Wahl w\u00e4ren beide st\u00e4dtischen Gesellschaften ohnehin notwendig, da sie bei der Einwerbung von Sponsorenfeldern und als Scharnier zur Wirtschaft auch bei der Vermarktung eine zentrale Rolle spielen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Grundsatzentscheidung f\u00fcr eine Bewerbung zur Kulturhauptstadt wird die CDU-Fraktion dann treffen, wenn die Europ\u00e4ische Union ihre zentralen Kriterien benannt und die Verwaltung unsere Anfrage ausreichend beantwortet hat. Hierzu m\u00fcssen alle Bewerbungsmodalit\u00e4ten vorliegen und klar sein, wann Deutschland wieder eine Kulturhauptstadt stellen darf. Wichtig auf dem Weg zu dieser Entscheidung ist uns, dass die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger Freiburgs mit eingebunden werden, dass sie ihre Meinungen und Ideen einbringen. Wenn die Vision &#8222;Freiburg EU Kulturhaupt&#8220; von der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung getragen wird, k\u00f6nnen wir Freiburger, unsere Stadt und die gesamte Region einen gro\u00dfen Gewinn daraus ziehen.<br \/>\n23.3.2011, \u00a0Ellen Breckwoldt , CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzende<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt 2020: Soll sich Freiburg bewerben? <\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2005 haben sich die Stadt, die Universit\u00e4t und die \u00fcbrigen Freiburger Hochschulen und wissenschaftlichen Institute, Kammern und Wirtschaftsverb\u00e4nde, Kulturgruppen und -initiativen und viele weitere Akteure zusammengefunden, um die Bewerbung im Wettbewerb &#8222;Stadt der Wissenschaft&#8220; 2007 vorzubereiten. Das Ergebnis ist bekannt: Das Freiburger Konzept kam zwar ins Finale, aber nicht auf den erhofften ersten Platz.<br \/>\nDie Zusammenarbeit \u00fcber mehr als ein Jahr war dennoch nicht vergebens. Sie hat ein Netzwerk f\u00fcr Freiburg als Stadt des Wissens geschaffen und zu einem Miteinander gef\u00fchrt, das es in dieser Intensit\u00e4t und Kreativit\u00e4t vorher nicht gab und ohne den gemeinsamen Diskussionsprozess auch niemals gegeben h\u00e4tte. Sie hat Wissenschaft als Standortfaktor neu definiert und mit vielen gemeinsamen Projekten bewusstgemacht. Wir zehren nachhaltig bis heute davon, auch ohne den Titel einer &#8222;Stadt der Wissenschaft&#8220;. Was hat dies mit einer m\u00f6glichen Bewerbung als Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt zu tun? Sehr viel. Denn lange vor der Entscheidung des Gemeinderats und lange vor Festlegung der &#8222;Spielregeln&#8220; der EU ist mit der Erarbeitung einer ersten Ideensammlung \u00fcber m\u00f6gliche Inhalte und Ziele einer Freiburger Bewerbung bereits jetzt ein \u00e4hnlicher Effekt feststellbar wie beim Wettbewerb &#8222;Stadt der Wissenschaft&#8220;. Und: Viele der damals bereits diskutierten Themen sind auch Themen einer Europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt.<br \/>\nIn den letzten zwei Jahren haben Akteure weit \u00fcber die engere Kulturszene hinaus die Leitidee einer m\u00f6glichen Bewerbung entwickelt. Sie ist nicht nur als Interpretation von Stadtkultur und als Ideensammlung zu dem vordergr\u00fcndig wortspielerischen Motto &#8222;Kultur der Stadt \u2013 Stadt der Kultur&#8220; bemerkenswert. Sie ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil daran sehr unterschiedliche (und h\u00e4ufig auch konkurrierende) Institutionen mitgewirkt haben, mit h\u00f6chst verschiedenen Auffassungen und Interpretationen des Begriffs &#8222;Stadtkultur&#8220;. Deshalb war es richtig, von Beginn an dem Diskurs \u00fcber das herk\u00f6mmliche Verst\u00e4ndnis von Kultur hinaus Raum zu geben und darin auch \u00d6konomie wie \u00d6kologie, Soziales, Forschung und Lehre, Architektur, urbane Lebendigkeit und Lebensart oder historische Herkunft einzubeziehen (um nur einige der vielen Faktoren zu nennen, die Urbanit\u00e4t ausmachen). Somit hat dieser Prozess \u00fcber die inhaltlichen Ergebnisse hinaus auch ein kreatives Netzwerk geschaffen. Dieses weit gef\u00e4cherte Potenzial zu b\u00fcndeln und weiter f\u00fcr Stadtentwicklung nutzen zu k\u00f6nnen, ist bereits ein Wert an sich.<br \/>\nWo stehen wir heute? Was jetzt in Gestalt der Leitidee vorliegt, ist eine lesenswerte Analyse dessen, was Freiburg an Eigenem und Gewachsenem in diesen Diskurs einbringen kann. Der Entwurf entwickelt daraus die (noch wenig konkrete) Idee, die Begriffe &#8222;Stadt der Kultur&#8220; mit &#8222;Kultur der Stadt&#8220; zu einer Symbiose zu verbinden, n\u00e4mlich zu dem, was eigentlich das Besondere von Stadt ausmacht. Es ist ein im wahrsten Sinne des Wortes anspruchsvolles Vorhaben, dieses Leitbild am Beispiel Freiburg sichtbar und zu einem Vorbild f\u00fcr andere zu machen.<br \/>\nDas ist der Anspruch, den wir f\u00fcr eine Bewerbung zur Europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt erf\u00fcllen m\u00fcssen. Davon sind wir noch weit entfernt, aber auf einem guten Weg. Wie geht es weiter? Unerl\u00e4sslich wird ein n\u00fcchterner Blick von au\u00dfen sein, der die bisherige Arbeit in den Vergleich zu potenziellen Mitbewerbern setzt und die Freiburger Chancen beurteilt. Dazu rechne ich auch die f\u00fcr 2020 in Basel geplante Internationale Bauausstellung, die einer m\u00f6glichen Freiburger Bewerbung zus\u00e4tzliche Dynamik geben und symbolhaft f\u00fcr unsere Lage im Schnittpunkt dreier Grenzen mitten in Europa sein kann. Dieser Blick von au\u00dfen ersetzt nicht die eigene Entscheidung des Gemeinderats. Aber er soll und muss Hinweise zur Position Freiburgs im Wettbewerb geben, denn auch andere St\u00e4dte haben etwas vorzuweisen und feilen an der eigenen kulturellen Identit\u00e4t als Standort- und Wettbewerbsfaktor. Deshalb kann dieser Blick von au\u00dfen das eigene Selbstbewusstsein best\u00e4rken und vor der Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung warnen. Gewinnen zu wollen, ist ein ehrenwertes, aber nicht ausreichendes Motiv einer Bewerbung. Gewinnen zu k\u00f6nnen, geh\u00f6rt untrennbar dazu. Wenn die Vorgaben des Programms &#8222;Kulturhauptstadt Europas&#8220; voraussichtlich bis zum Jahresende 2011 definiert werden, wird es Sache des Gemeinderats sein, bei seiner Grundsatzentscheidung \u00fcber eine Freiburger Bewerbung die Chancen und Risiken sorgsam abzuw\u00e4gen.<br \/>\nDieter Salomon, 17.3.2011<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>KulturJoker April 2010: Kosten, Basel, Strasbourg, Meinungen<\/strong><\/p>\n<p>Was kostet die Kulturhauptstadt-Bewerbung?<br \/>\nBei einigen St\u00e4dten, die sich (wie Essen) um den Titel der Kulturhauptstadt 2010 beworben hatten, fragten wir nach: Was hat das Ganze gekostet? Ist ein bleibender Mehrwert f\u00fcr das kulturelle Leben in der Stadt erzielt worden, obwohl die Bewerbung nicht erfolgreich war? Der Blick auf die Budget\u00fcbersicht zeigt zun\u00e4chst deutliche Unterschiede. Bei manchen St\u00e4dten blieben die Aufwendungen deshalb geringer, weil der Beschluss zur Bewerbung sp\u00e4t, zum Teil erst wenige Monate vor dem Abgabetermin gef\u00e4llt wurde. Andernorts schlug sich ein langfristiger Anlauf in mehreren kommunalen Jahreshaushalten nieder. Ber\u00fccksichtigt man dies sowie Kostensteigerungen und andere Faktoren, wird f\u00fcr die Freiburger Bewerbung ein j\u00e4hrlicher Ansatz von 500.000,- Euro erforderlich sein. Ab sofort darf kreativ nachgedacht werden, wie die Finanzierung zu erreichen ist.<br \/>\nKommunale Profilierung: \u201eDie Bewerbung war ein gro\u00dfer und nachhaltiger Gewinn f\u00fcr Karlsruhe, auch wenn die Kulturhauptstadtbewerbung erfolglos blieb. Die Karlsruher Kulturszene ist durch das gemeinsame Bewerbungsziel enger zusammenger\u00fcckt. Die Kulturhauptstadtbewerbung hat dar\u00fcber hinaus zu einer wesentlichen Profilierung der Stadt beigetragen. Karlsruhe hat sich als eine Stadt des Rechts &#8222;gefunden&#8220; und dies als Chance und Aufgabe angenommen. Es entwickelte sich (\u2026) eine Stadt, die sich ihrer historischen und gegenw\u00e4rtigen Bedeutung hinsichtlich der Entwicklung von Recht und Demokratie in\u00a0 Deutschland und Europa bewusst geworden ist und dies auch als einen gesellschaftlich-kulturellen Auftrag versteht.\u201c (Claus Temps, Leiter Kulturb\u00fcro der Stadt Karlsruhe).<\/p>\n<p>\u201eDie Bewerbung zielte auf Kultur und nachhaltige Stadtumbauprozesse in Halle ab. Beide Themen sind heute aktueller denn je. Seit der Bewerbung wird an der Positionierung Halles als kreative Kulturstadt gearbeitet.\u201c (Stefan Vo\u00df, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stadtmarketing Halle GmbH).<br \/>\nEtats Bewerberst\u00e4dte 2010 im Vergleich in Tausend Euro<\/p>\n<p>Kommune\u00a0\u00a0Sachkosten\u00a0\u00a0Personal\u00a0 Drittmittel\/\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Summe<br \/>\nSponsorings<\/p>\n<p>Augsburg\u00a0\u00a0 \u00a0 560,6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 479,9\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0 80,7\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0 434,7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 995,3<br \/>\n2003-2004)<\/p>\n<p>Bremen<\/p>\n<p>Halle\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 200\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 200<br \/>\n2004)<\/p>\n<p>Karlsruhe\u00a0 2.615,9\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2.347,6\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 268,3\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0 &#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a02.615,9<br \/>\n2001-2006)<\/p>\n<p>L\u00fcbeck \u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 460\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0 160\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 300\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 350\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 810<br \/>\n(2003-2004)<br \/>\nQuelle: Selbstauskunft der Bewerberst\u00e4dte<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Meinungen<br \/>\n<\/strong><br \/>\n\u201eWer sich nicht mutig neue anspruchsvolle Ziele setzt, bleibt stehen. Es ist f\u00fcr mich nicht die Frage ob, sondern wie bewerben wir uns und was machen wir, um erfolgreich zu sein. Ich glaube wir haben eine Chance, wenn es uns gelingt die ganze Breite und den Reichtum der Kultur und Kunst hier in Freiburg und der Region deutlich zu machen. Dazu geh\u00f6ren f\u00fcr mich ganz nat\u00fcrlich auch Ess- und Trinkkultur, unsere Kulturlandschaft, Lebenskunst usw. Wenn es dann noch gelingt, mit Partnern in der Schweiz und Frankreich unsere Region als\u00a0 d i e\u00a0 Kultur-Region im Herzen Europas zu pr\u00e4sentieren, haben wir gute Chancen. Also, packen wir`s an!\u201c<br \/>\n(Maximilian Erlmeier, Unternehmensberater, Vors. der Freiburger Denkfabrik)<\/p>\n<p>\u201eDas Projekt bietet f\u00fcr Freiburg eine gro\u00dfe Chance, weil das Erleben von Kultur im engen Zusammenhang mit Baukultur steht. Die st\u00e4dtebaulichen Anstrengungen d\u00fcrfen nicht mit popul\u00e4ren Prestigeobjekten wie Rieselfeld\u00a0 und Vauban zu Ende sein. Eine Kulturhauptstadt\u00a0 kann den erforderlichen Anschub f\u00fcr wegweisende Stadtbaukultur schaffen. Die Bewerbung durch eine \u00dcbernachtungsabgabe der Freiburger Hotels zu finanzieren, finde ich sinnvoll. Im Falle einer erfolgreichen Bewerbung entst\u00fcnde eine klassische Win-win-Situation, mit gro\u00dfen Vorteilen f\u00fcr die Stadt Freiburg, die Hotels und die G\u00e4ste.\u201c<br \/>\n(Silke Stocker-Dewes, freie Architektin in Freiburg)<\/p>\n<p>\u201eMeine Heimatstadt Istanbul hat dieses Jahr den Titel \u201aEurop\u00e4ische Kulturhauptstadt\u2018 bekommen, worauf ich sehr stolz bin. Ich w\u00fcrde mich nat\u00fcrlich freuen, wenn meine zweite Heimatstadt, Freiburg, denselben Titel erhielte. Bis dahin muss jedoch noch das Eine oder Andere getan werden, wenn ich Freiburg mit anderen Kulturhauptst\u00e4dten vergleiche. Aber es ist ja noch Zeit \u2013 toi, toi, toi!\u201c<br \/>\n(Zehra Aky\u00fcrek, Einzelhandelskauffrau, Lebensmittelgesch\u00e4ft Anadolu in Freiburg)<\/p>\n<p>\u201eKulturhauptstadt zu werden, w\u00e4re wunderbar \u2013 aber Kulturhauptstadt als Etikett zu wenig: kulturelle Aufbruchsstimmung und Qualit\u00e4tssteigerung m\u00fcssen die Ziele sein. Unsere Region ist zweifellos schon heute attraktiv \u2013 aber vielleicht ein wenig zu \u201egem\u00fctlich\u201c. Kunst und Kultur d\u00fcrfen gern Motor f\u00fcr einen Kreativit\u00e4tsschub werden, der die gesamte Region vorw\u00e4rts bringt. Daf\u00fcr kann der (insbesondere auch der junge) B\u00fcrger der Region B\u00fcrger sicherlich begeistert werden. Begeisterung f\u00fcr die Idee der Kulturhauptstadt ist ein Erfolgsfaktor, ein anderer ist die sorgf\u00e4ltige Vorbereitung auf die Bewerbung. Hier muss professionell und mit ad\u00e4quatem Mitteleinsatz vorgegangen werden. Einen breiten Konsens daf\u00fcr herzustellen, ist die erste Nagelprobe f\u00fcr dieses anspruchsvolle Projekt. Ich w\u00fcnsche uns allen, dass es gelingt.\u201c<br \/>\n(Anne-Kathrin Deutrich, Aufsichtsratsvorsitzende der Testo AG, Lenzkirch \/ 2002 bis 2006 Vorstandsvorsitzende der Sick AG, Waldkirch)<\/p>\n<p>Brief aus Basel: Dreiecksbeziehungen mit der Imprimerie Basel<br \/>\nLiebe Leser. Liebe Leserinnen. Aus Basel \u00fcber Strasbourg an Freiburg zu schreiben, klingt komplexer, als es ist. Sicher gibt der Rhein daf\u00fcr ein geeignetes Medium, ebenso wie die Druckereien und Verlagsh\u00e4user einer so genannt humanistischen Periode, die sich heute immer virtueller zeigt und in deren Folge wir entwickeln, wer wir werden. Die Imprimerie Basel \u2013 eine Druckerei im Jahre 1500 wie auch im 20. Jahrhundert \u2013 ist heute eine Kulturwerkst\u00e4tte, ein Ort, wo sich K\u00fcnste, Wissenschaften und Techniken differenzieren und verbinden. Sie entwickelt Impulse f\u00fcr bekannte Kulturformen und -orte und f\u00f6rdert durch versch\u00e4rfte Nachbarschaften den Austausch unter lebendigen K\u00fcnsten sowie der K\u00fcnste mit den Geistes- und Naturwissenschaften. Sie ist eigene Brutst\u00e4tte, Kooperationspartner und Gastspielhaus zugleich. Eigenproduktionen: Die Imprimerie Basel will f\u00fcr das Dreil\u00e4ndereck eine relevante Werkst\u00e4tte f\u00fcr K\u00fcnste und Wissenschaften entwickeln. Das heisst, entsprechende G\u00e4ste nach Basel einzuladen sowie Engagements aus Basel in die Welt zu tragen. Das Ensemble der Imprimerie Basel ermutigt andere Orte, Menschen und Projekte zu unmittelbarem Umgang mit bestehenden Institutionen, Disziplinen und Kulturen. Das Ensemble widmet sich der Pflege ihrer Geschichten: von Johannes Petri und den Druckk\u00fcnsten \u00fcber Dieter Roth zu den Peripherien der K\u00fcnste und Wissenschaften. Kooperationen: Die Imprimerie er\u00f6ffnet Personen und Institutionen die M\u00f6glichkeit, kulturelle Projekte in Kooperation zu realisieren. Gastproduktionen: Die Imprimerie bietet R\u00e4ume, Personal, Infrastruktur und Erfahrungen zur Realisierung externer Projekte. Im Vordergrund steht eine k\u00fcnstlerisch-wissenschaftliche Nutzung. In Basel erfahre ich, wie fruchtbar die Bez\u00fcge wirken: ob damit die politisch-geografische Lage mit der Schweiz, Frankreich und Deutschland anregt, oder indem ich mich in einer ehemaligen Druckereihalle aufhalte, in der sowohl \u00d6dipus auf Kolonos seine Repliken probt als auch Kost\u00fcme gen\u00e4ht werden zwischen Stimm\u00fcbungen \u2013 und ich mich im Anschluss an die Vorstellung frage: War ich nun Spieler, Zuschauer oder Zeitzeuge? So ermutigt die Initiative aus Freiburg zu einer kulturellen Region, die sich auch \u00fcber Dreiecksbeziehungen beschreibt. Geografisch, inhaltlich und metaphorisch.<br \/>\nMartin Burr, 3.4.2010 <a href=\"mailto:martin.burr@imprimerie-basel.ch\">martin.burr@imprimerie-basel.ch<\/a> , Verein Imprimerie Basel<\/p>\n<p>Brief aus Strasbourg: ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Sinnergie<br \/>\nAlte Tabakmanufaktur in der Krutenau als Pr\u00fcfstein<br \/>\nHallo, hier, Wir. \u201aJedem sein Kulturverst\u00e4ndnis!\u2018 \u2013 das w\u00e4re eine gar zu einfache Art sich aus einer existentiellen, gegenseitig Mehrwert versprechenden Aff\u00e4re zu ziehen. Wer einen Anspruch an Zukunft und sich selber hat, konfrontiert sich dem Prozess einer ko-kreativen Identit\u00e4ts-Weiterentwicklung mit wonnigem Wohlwollen. Und der genannte Mehrwert, im Sinne des \u201egewissen Etwas\u201c, sollte unsere Lebensfreude tagt\u00e4glich anspornen. Es gilt doch, (ohne die Frage nach dem Wo) die M\u00f6glichkeiten der Verbesserungen in allen Lebensbereichen aufzust\u00f6bern und dem menschlichem Schaffen sein gr\u00f6\u00dftes Potenzial herauszukitzeln. Geben wir das Wort Kultur wieder frei. Sehen Wir es nicht nur als eine Synergie, sondern Sinnergie der Lebensumst\u00e4nde: Sprache, Literatur, Geschichte, Ethik, K\u00fcnste,\u00a0 Wissenschaft, Rechtsprechung, Wirtschaft \u2013 Tradition und Neues. Erweitern Wir unsere Vorstellungsrahmen. Nichts ist unvorstellbar! Das Wesentliche f\u00fcr eine Metropole? Nicht die Gr\u00f6\u00dfe, nein: Lebensqualit\u00e4t, Ambiente, Flair. Zukunft unser Aller Ding. Stadtplanung und \u00f6ffentlicher Raum mit und f\u00fcr die Br\u00fcger denken. Eine Chance f\u00fcr ein Modell der Zukunft bietet das historische Industrieareal der Strasbourger Tabakmanufaktur, gegr\u00fcndet 1849, im zentral gelegenen Quartier Krutenau. Im Juni 2010 wird das riesige Geb\u00e4ude (22.000 qm nutzbare Fl\u00e4che auf 1,4 Hektar gro\u00dfem Areal) frei. Ein Verein ist in Gr\u00fcndung, um die Manufaktur zu sch\u00fctzen vor den einseitigen Interessen einer nicht-pluralistischen Wirtschaftsorientierung, der so Vieles in den letzten Jahrzehnten zum Opfer gefallen ist. Eine juristische Struktur ist in Planung, um die Finanzierung f\u00fcr den Kauf zu erm\u00f6glichen. F\u00fcr eine vielseitige Nutzung mit einer Einschr\u00e4nkung: alles im Rahmen \u201ekonstruktiver Zukunftsentwicklung\u201c, ein Drehpunkt, ein\u00a0 Forschungs- und Aktivit\u00e4tszentrum f\u00fcr berufs\u00fcbergreifende Interaktion und Dialog,&#8230; Trialog, Multilog. Konzentrieren wir unsere Aufmerksamkeit auf neue L\u00f6sungsprozesse, auf die Entfaltung neuer Aktivit\u00e4tsbereiche und schaffen die \u201eAber\u201c ab. Multiplizieren wir unsere Tr\u00fcmpfe: Europ\u00e4ische Hauptstadt + Kulturhauptstadt hoch 3 mal X = ? \u2013 finden SIE die L\u00f6sung der Dreiecksland-Gleichung f\u00fcr eine nachhaltige Kulturentwicklung!<br \/>\nAndrea Kik \/ <a href=\"mailto:kikda@gmx.de\">kikda@gmx.de<\/a> (Quartiersrat, Verein Tabakmanufaktur in Gr\u00fcndung)<\/p>\n<p>Dr. Martin Flashar, 6.2.2010, <a href=\"https:\/\/www.kulturjoker.de\/\">www.kulturJoker.de<\/a><\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0KulturJoker Februar 2010: Finanzkrise und Kulturhauptstadt-Bewerbung: Was kostet der \u201eSpa\u00df\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Die Finanzmarkt- und die gleichzeitige Wirtschaftskrise beuteln Bund, L\u00e4nder und Kommunen. Das Ende der Talsohle zeichnet sich ab, aber noch \u00fcberwiegen Skepsis und Zur\u00fcckhaltung, jedenfalls bei seri\u00f6sen Haushaltspolitikern. Das ist nur zu gut verst\u00e4ndlich. Bekanntlich bleibt die industrieschwache Freiburger Region von solchen Einbr\u00fcchen eher minder betroffen. Gleichwohl: Wer jetzt die vermeintlich teure Bewerbung zur Europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt ausruft und damit f\u00fcr zus\u00e4tzliche Ausgaben in Kultur, Bildung und Infrastruktur pl\u00e4diert, muss sich mit dem kritischen Einwand auseinandersetzen: \u201aDas k\u00f6nnen wir uns nicht leisten! Das ist doch verr\u00fcckt! Andere Dinge sind wichtiger!\u2018 Es lohnt daher ein Blick auf die Etats bisheriger Kulturmetropolen. Was haben die Kommunen selbst jeweils f\u00fcr das Jubeljahr aufbringen m\u00fcssen? In welcher H\u00f6he kamen andere Zusch\u00fcsse und Einwerbungen bei Wirtschaft und privater Hand hinzu? Die Zusammenstellung der Budgets aus Vergangenheit und Gegenwart er\u00f6ffnet manch \u00fcberraschende Erkenntnis. Es wird vor allem deutlich, dass sich der Einsatz lohnt. Die Stadt Essen musste nur knapp 10 Prozent des Gesamtetats aufbringen. Aber selbst dort, wo etwa Sponsoren in geringerem Umfang gewonnen wurden, blieb der st\u00e4dtische Anteil stets unter einem Drittel des schlie\u00dflich bereit stehenden Etats (Graz: 32,8 % \/ Linz: 27,6 %). Anders ausgedr\u00fcckt: Eine andere kommunale Investition, die eine Rendite von mindestens 300 und bis zu 1000 % erzielt, m\u00fcsste man erst einmal erfinden. Ein Sonderfall bleibt Istanbul, ebenfalls 2010 Kulturhauptstadt. Am Bosporus konnte man bereits 2008 und 2009 \u00fcber einen Etat von zusammen 80\u00a0Mio. Euro verf\u00fcgen. Insgesamt werden bei dem EU-Aspiranten angeblich 400 Mio. Euro investiert, mehr als die H\u00e4lfte davon in den Erhalt von Bausubstanz und Infrastruktur. Nach dem letzten Stand (Ende 2009) belief sich der privat finanzierte Anteil (Sponsoren) auf lediglich 250.000\u00a0Euro. Die f\u00fcr die n\u00e4here Zukunft in Freiburg entscheidende Frage lautet: Was kostet die Bewerbungsphase? Ist das Geld schlecht investiert, wenn der Titel am Ende verfehlt wird? Die Antwort darauf gibt es in der n\u00e4chsten Ausgabe.<\/p>\n<p>Nimmt Basel einen neuen Bewerbungsanlauf? Kommt es zu einer Kooperation mit Freiburg?<br \/>\nDer Gro\u00dfe Rat des Kantons Basel-Stadt hat am 18.\u00a0November 2009 mit 39 zu 12 Stimmen daf\u00fcr votiert, einen Pr\u00fcfungsauftrag an die Regierung zu geben, ob die Stadt nach der erfolglosen Bem\u00fchung 2001 einen erneuten Anlauf unternehmen und sich (als Nicht-EU-Mitglied) ebenfalls f\u00fcr den Titel der Europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt bewerben solle. Und zwar f\u00fcr 2020! Der \u201eVorstoss \u2026 mit Verweis auf die historische Basler Altstadt und das Kulturangebot\u201c, so die Basler Zeitung, zeugt noch nicht von einer wirklichen Konzeptidee. Christine Heuss, Basler Ratsmitglied und Pr\u00e4sidentin der Bildungs- und Kulturkommission brachte die Initiative ein. Im Gespr\u00e4ch mit dem KulturJoker zeigte sie sich begeistert von dem Gedanken, mit Freiburg eine gemeinsame Bewerbung anzustrengen \u2013 ein erstes positives Signal, das unbedingt aufgegriffen werden sollte. Und wer die Eidgenossen in unserer Nachbarstadt und ihren Willen zu b\u00fcrgerschaftlichem Engagement kennt, wei\u00df, was Sie (auch finanziell) auf die Beine zu stellen verm\u00f6gen.<\/p>\n<p>Freiburgs Bewerbungsabsicht zieht Kreise<br \/>\nAllm\u00e4hlich sickert die Idee durch, die Vision verbreitet sich. K\u00fcrzlich meldete sich eine Studentin des Studiengangs Kulturmanagement an der Universit\u00e4t Basel, die eine Seminarabschlussarbeit zum Thema \u201eBewerbung Freiburgs zur Europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt 2020\u201c anfertigt. Durch eine Umfrage unter Freiburger Kulturschaffenden will sie die Akzeptanz der Bewerbungsabsicht erkunden. Wir werden \u00fcber die Ergebnisse berichten.<\/p>\n<p>Etats der Kulturhauptst\u00e4dte im Vergleich in Mio. Euro<\/p>\n<p>Essen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Linz\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Graz\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Rotterdam\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 Weimar<br \/>\n2010\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2009\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2003\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2001\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1999<\/p>\n<p>EU\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1,5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1,5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 0,5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 0,5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 0,85<br \/>\nStaat \/ Bund\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 17\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 20\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 14,6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 7,7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 14,6<br \/>\nBundesland\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 12\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 20\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 19\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 22,5<br \/>\nKommune\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 20\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 18,2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 7,7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 0,35<br \/>\n\u00f6ffentliche Gelder,\u00a0\u00a0sonst\u00a0 12\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 3,4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2013<br \/>\nSponsoren\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 17\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 11\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 3,2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 11,4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 7,65<br \/>\nprivate Gelder,\u00a0sonst\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00b4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 3,4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2013<br \/>\nSumme\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 65,5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 72,5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 55,5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 34,1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 45,95<\/p>\n<p>Ihre Meinung? \u2013 B\u00fcrger sprechen mit<br \/>\nWir fragen: \u201eSoll die Stadt Freiburg sich um den Titel \u201eEurop\u00e4ische Kulturhauptstadt 2020\u201c bewerben?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch pers\u00f6nlich bin der festen \u00dcberzeugung, dass wir mit dem Projekt Freiburg 2020: Kulturhauptstadt Europas einen Ansatz gefunden haben, eine neue Dynamik im Kulturbereich zu entwickeln. Wir m\u00fcssen diese Chance nutzen, um die kulturelle Stadtentwicklung in einen anderen Kontext, auch in einen regionalen Kontext zu stellen. Wir m\u00fcssen den Anspruch haben, eine nachhaltige Vision der kulturellen Stadtentwicklung zu erarbeiten. Dies muss die Leitidee einer Bewerbung sein. Wenn dies gelingt, wird die Stadt und die gesamte Region davon profitieren.\u201c<br \/>\n(Ulrich von Kirchbach, Kultur- und Sozialb\u00fcrgermeister der Stadt Freiburg)<\/p>\n<p>\u201eEs w\u00e4re eine gro\u00dfartige Chance, wenn Freiburg tats\u00e4chlich 2020 Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt werden k\u00f6nnte. Ob Freiburg sich bewirbt, werden wir bis zum Ende dieses Jahres zu entscheiden haben. In jedem Fall w\u00e4re es ein historisch bedeutsames Datum, n\u00e4mlich der 900. Jahrestag der Stadtgr\u00fcndung. Und wenn wir tats\u00e4chlich die Zusammenarbeit mit Basel, Mulhouse, Colmar und Stra\u00dfburg f\u00fcr eine regionale, grenz\u00fcberschreitende Bewerbung schaffen, dann w\u00e4re das ein neuer Schub f\u00fcr die Kulturregion am Oberrhein, mit nachhaltigen Wirkungen f\u00fcr alle beteiligten St\u00e4dte.\u201c<br \/>\n(Dr. Dieter Salomon, Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Freiburg, Neujahrsansprache am 8.\u00a0Januar 2010)<\/p>\n<p>\u201eDas Engagement ist aller Ehren wert. Ich f\u00fcrchte nur, dass solche Pl\u00e4ne in Freiburg an der immer gleichen K\u00e4seglockenmentalit\u00e4t und Selbstzufriedenheit scheitern. Was Freiburg auch noch fehlt, ist Drive. Der sogenannte Regio-Gedanke hat einen grunds\u00e4tzlichen Fehler: Er hat die Menschen nie erreicht und f\u00fcr Kulturbewusstsein braucht man die Basis von unten nach oben und nicht umgekehrt.<br \/>\nIch\u00a0hoffe trotzdem, dass ein solcher Schwarzseher wie ich, L\u00fcgen gestraft wird, denn der Titel Kulturhauptstadt w\u00fcrde nicht geahnte Kr\u00e4fte freisetzen.\u201c<br \/>\n(Manfred Claassens, Unternehmensberater)<\/p>\n<p>\u201eNicht mit der Illusion, es zu sein, wohl aber unter der Pr\u00e4misse, es werden zu wollen!<br \/>\nHeraus aus aller provinziellen Selbstgef\u00e4lligkeit, aus kultureller Vereinsmeierei! Kulturhauptstadt m\u00fcsste ein Organismus sein, nicht Organisation allein! &#8218;Hauptstadt&#8216; schlie\u00dft nichts und niemanden aus. &#8218;Hauptstadt&#8216; f\u00fchrt! Mit\u00a0 dieser Vision und dem Willen zu gemeinsamem Handeln: Willkommen in der werdenden Kulturhauptstadt Freiburg!\u201c<br \/>\n(Wilfried Post, Galerist)<\/p>\n<p>Forum Kulturhauptstadt 2020<br \/>\nDie beiden Stadtr\u00e4te der \u201eKulturliste Freiburg\u201c Michael Wiedemann und Atai Keller laden die Freiburger \u00d6ffentlichkeit zu einem Gespr\u00e4chskreis ein. Zum &#8222;Forum Kulturhauptstadt 2020&#8220; trifft man sich ab sofort an jedem letzten Donnerstag im Monat im Gasthaus \u201eSchwabent\u00f6rle\u201c. Freiburgs Kulturschaffende und alle interessierten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sind herzlich willkommen. Gesondert eingeladene \u201eExperten\u201c sollen die Runde bereichern. Das n\u00e4chste Forum ist am Donnerstag, 25. Februar, um 19 Uhr.<\/p>\n<p>Dr. Martin Flashar, 6.2.2010, <a href=\"https:\/\/www.kulturjoker.de\/\">www.kulturJoker.de<\/a><\/p>\n<h3><\/h3>\n<p><strong>Ruhr2010 \u2013 das Programm der Kulturhauptstadt Essen <\/strong><\/p>\n<p>Es ist soweit: Essen und das Ruhrgebiet sind \u201cEurop\u00e4ische Kulturhauptstadt 2010\u201c. Der offizielle Startschuss f\u00e4llt mit der zweit\u00e4gigen Er\u00f6ffnungsfeier am 9. (live im ZDF, 15.30 Uhr) und 10. Januar.\u00a0 Mehr als 100.000 Besucher werden zum Auftakt erwartet. Im Zusammenschluss von 53 Kommunen gerinnt eine ganze Region zum Thema: Der Mythos Ruhrgebiet, das Ende der Montanindustrie, der Strukturwandel \u2013 das sind die Themen. Ein imposantes Programmbuch informiert \u00fcber die vielz\u00e4hligen Veranstaltungen (siehe auch: <a href=\"https:\/\/www.ruhr2010.de\/\">www.ruhr2010.de<\/a> ). Wir befragten den Kulturpolitiker Prof. Dr. Oliver Scheytt, der gemeinsam mit dem ehemaligen ARD-Vorsitzenden Fritz Pleitgen als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer die Ruhr 2010 GmbH anf\u00fchrt.<\/p>\n<p>KJ: Lieber Herr Scheytt, sind Sie aufgeregt, so kurz vor Beginn des Kulturhauptstadtjahres? Sind Sie im Zeitplan? Steht die Finanzierung?<br \/>\nScheytt: Voller Spannung und Vorfreude erwarten wir den Beginn des Kulturhauptstadtjahres und der offiziellen Er\u00f6ffnung. Sicherlich wird es am Ende immer etwas hektisch, wir sind aber zuversichtlich, die anstehenden Aufgaben bis zur Er\u00f6ffnung zu meistern. Unser Programm ist weitgehend finanziert, hier und da sind noch kleinere L\u00f6cher zu stopfen.<\/p>\n<p>KJ: K\u00f6nnen Sie beispielhaft Aspekte des Konzepts und einzelne Programmpunkte hervorheben?<br \/>\nScheytt: Gem\u00e4\u00df unserem Motto \u201eWandel durch Kultur, Kultur durch Wandel\u201c sieht sich die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 als Teil der Entwicklung von der Kohle zur Kultur, von der Industrie- zur Kulturgesellschaft. Das Ruhrgebiet hat in den letzten 20 Jahren eine erstaunliche Strecke auf dem Weg des Strukturwandels zur\u00fcckgelegt. Diese Entwicklung wird deutlich an unseren Programmclustern \u201eMythos begreifen\u201c, \u201eMetropole gestalten\u201c und \u201eEuropa bewegen\u201c. Das Ruhrgebiet befindet sich auf dem Weg zu einer neuen Metropole in Europa. Mit unserem Programm zeigen wir diesen Wandel und schreiben ihn weiter fort, beispielsweise mit dem Projekt \u201eRuhrAtoll\u201c, das sich in k\u00fcnstlerischer Art und Weise mit Fragen von Klima und Energie auseinandersetzt. Das \u201eRuhrAtoll\u201c besteht aus mehreren Inseln, die auf dem Baldeneysee in Essen installiert werden. Eine der Inseln zeigt einen Eisberg als Symbol f\u00fcr den Klimawandel. Damit signalisieren wir, dass sich Kunst und Kultur auch den Herausforderungen der heutigen Zeit stellen und zu ihrer L\u00f6sung beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>KJ: Auff\u00e4llig ist die Programmlinie \u201eKreativwirtschaft st\u00e4rken\u201c. Was verbirgt sich dahinter?<br \/>\nScheytt: Mit den Projekten im Bereich Kreativwirtschaft machen wir deutlich, dass es auch um diejenigen Formen der Kultur geht, die, nicht subventioniert und deshalb den Rahmenbedingungen des Marktes unterworfen, ein Transformationsmotor f\u00fcr den Wandel durch Kultur sind. Mit Hilfe der Initiativen in diesem Bereich m\u00f6chten wir einen Beitrag zur wirtschaftlichen Stimulierung der Region und ihrer Infrastruktur leisten und so die Metropole Ruhr als einen attraktiven Raum zum Leben und Arbeiten etablieren. Denken Sie nur an das \u201eDortmunder U\u201c, in dem auf 80.000 Quadratmetern Deutschlands erstes Zentrum f\u00fcr Kunst und Kreativit\u00e4t entsteht.<\/p>\n<p>KJ: Was bleibt nach 2010? K\u00f6nnen Sie Prognosen wagen?<br \/>\nScheytt: Wir legen gro\u00dfen Wert auf Nachhaltigkeit. Wir wollen kein Strohfeuer sein. Neben den Investitionen im baulichen Bereich zeichnet sich ab, dass es mit Hilfe der Kulturhauptstadt gelungen ist, das Ruhrgebiet vom l\u00e4ngst \u00fcberkommenen Image der schmutzigen Kohleregion zu befreien. Ohne den Kulturhauptstadttitel w\u00e4re das Ruhrgebiet nie Partnerregion der Internationalen Tourismusb\u00f6rse 2009 geworden. Durch diesen Auftritt haben wir viele Menschen in Deutschland und Europa mit dem neuen Bild der Metropole Ruhr konfrontiert.<br \/>\nZweitens hoffen wir auf einen nachhaltigen Effekt im Innenverh\u00e4ltnis: Das Erfolgsrezept der RUHR.2010 besteht in ihrer regionalen Kooperation. 53 St\u00e4dte und Gemeinden haben gelernt, ihr Kirchturmdenken zu \u00fcberwinden. Die Erfahrung des Miteinanders hat das Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl der Region gest\u00e4rkt und, so hoffen wir, eine Kultur kommunaler Kooperation etabliert.<\/p>\n<p>KJ: Erstmals binden Sie die seinerzeit gegen Essen unterlegenen deutschen Bewerberst\u00e4dte mit ein. Wie geschieht das? Wie profitieren die anderen Kommunen?<br \/>\nScheytt: Ja, als erste Kulturhauptstadt in der Geschichte Europas realisiert RUHR.2010 mit elf Bewerberst\u00e4dten das Projekt \u201eNational Heroes \u2013 Deutsche Kulturst\u00e4dte\u201c. Im Rahmen dieser Kooperation wird jede Kulturstadt bis zu zwei Projekte im RUHR.2010-Programm durchf\u00fchren. So werden ehemalige Konkurrenten im Kampf um den begehrten Titel zu Partnern mit einer gemeinsamen Idee. Als verbindendes Element wird ein historischer Privilegienbrief der Stadt Karlsruhe aus dem Jahr 1715 zu einem Europ\u00e4ischen Stadtbrief aus heutiger Sicht von allen St\u00e4dten weitergeschrieben. Hier setzen sich die Teilnehmer mit aktuellen Themen und Herausforderungen in ihren St\u00e4dten auseinander und diskutieren die Frage, welchen Beitrag Kultur dazu leisten kann. Neben dem Netzwerk deutscher St\u00e4dte ist auch eine Ausweitung auf die ungarischen Bewerber zusammen mit P\u00e9cs 2010 geplant.<\/p>\n<p>KJ: K\u00f6nnen Sie Freiburg Erfahrungen mit auf den Weg geben? Welche Argumente sollten f\u00fcr den hiesigen Gemeinderat ausschlaggebend sein?<br \/>\nScheytt: Der Kulturhauptstadttitel ist eine einmalige Chance, die man auf jeden Fall ergreifen sollte! Neben dem Imagegewinn auf regionaler und nationaler Ebene ist die M\u00f6glichkeit der internationalen Positionierung von Bedeutung. Au\u00dferdem hat der Titel in unserem Fall zus\u00e4tzliche Investitionen bewirkt. Neue Kooperationsmodelle werden erfolgreich erprobt und die regionale Infrastruktur gest\u00e4rkt. Durch die strukturellen Innovationen und Synergieeffekte m\u00f6chten wir auch neue Arbeitspl\u00e4tze schaffen.<br \/>\nKJ: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p><strong>Ihre Meinung? \u2013 B\u00fcrger sprechen mit<\/strong><\/p>\n<p>Wir fragen: \u201eSoll die Stadt Freiburg sich um den Titel \u201eEurop\u00e4ische Kulturhauptstadt 2020\u201c bewerben? Was meinen Sie?\u201c Spontan antworten Menschen aus Freiburg und der Region.<\/p>\n<p>\u201eDer Weg ist das Ziel! Bei solch einer Bewerbung geht es um Zukunft, um Visionen; hier sehe ich die Chance f\u00fcr Freiburg w\u00e4hrend der Bewerbungsperiode. Wohin wollen wir als Stadt? Was macht unsere Stadt aus? Mit einer Bewerbung zur Kulturhauptstadt h\u00e4tten wir die Chance, aufs Neue die Freiburger Identit\u00e4t zu erforschen und weiterzuentwickeln. Nur so bleibt Freiburg lebendig und am Puls der Zeit.\u201c<br \/>\n(Albrecht Vorster, Student im Fach Biologie)<\/p>\n<p>\u201eIch sehe die Zukunft Freiburgs als Kulturhauptstadt in enger Verbindung mit dem Leben und den Angeboten der evangelischen Kirche! Die kulturellen Wirkungen des reformatorischen Christentums\u00a0 sind insbesondere im Bereich der Sprache und der Musik unverkennbar.\u00a0 Die kulturpr\u00e4gende Kraft des Protestantismus kann auf dieses Ziel hin, weiter gefasst f\u00fcr alle gesellschaftlichen Bereiche, wieder neu\u00a0 entdeckt und gesellschaftlich umgesetzt werden.\u00a0 Eine wichtige Vision f\u00fcr Kirche und Stadt!\u201c<br \/>\n(Pfarrerin B\u00e4rbel Sch\u00e4fer, Evangelische Pfarrgemeinde Nord; ab Februar 2010 Dekanin des Kirchenbezirks Markgr\u00e4flerland )<\/p>\n<p>\u201eFreiburg als Kulturhauptstadt, das ist ein Ansporn, die herausragenden Potenziale von Stadt und Region zu nutzen: Mit \u201eKultur der Nachhaltigkeit\u201c ist der Ansatz genau richtig: Klimaschutz braucht mehr als neue Technik, n\u00e4mlich neue Lebensstile, realisierbare Visionen, Mobilisierung der lokalen Wirtschaft und einen Konsens, wie man ihn nur \u201evon unten\u201c, mit den B\u00fcrgern, herstellen kann.\u201c<br \/>\n(Rolf Disch, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/solar.htm\">SolarArchitekt<\/a>)<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich bin ich f\u00fcr eine Bewerbung zur Kulturhauptstadt. Aus dieser Haltung heraus haben wir als Eigeninitiative eine Kultur-Kampagne gestartet: <a href=\"https:\/\/www.kultur-braucht-kultur.de\/\">www.kultur-braucht-kultur.de<\/a>. National werden Qualit\u00e4t und Vielfalt der Freiburger Kultur (inklusive der Oberrhein-Region) total untersch\u00e4tzt. Wir sitzen in der bequemen Schublade: sch\u00f6nes Wetter, guter Wein, SC, B\u00e4chle, Solar, M\u00fcnster. Aber das reicht eben nicht, denn nur wer Kultur hat, der hat Kultur. Das ist nicht nur Sache der Politik: wir alle m\u00fcssen uns engagieren.\u201c<br \/>\n(Margot Hug-Unm\u00fc\u00dfig, Inhaberin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Agentur MEDIRATA)<\/p>\n<p>Dr. Martin Flashar, 14.1.2010, <a href=\"https:\/\/www.kulturjoker.de\/\">www.kulturJoker.de<\/a><\/p>\n<h3><\/h3>\n<p><strong>Freiburg im Plus: Argumente auf dem Weg zur Bewerbung <\/strong><\/p>\n<p>Was sind die Pluspunkte, die Freiburg schon vor dem (m\u00f6glichen) Start in eine Kulturhauptstadt-Bewerbung vorweisen kann, wo besteht noch Nachholbedarf? Ein Zwischenfazit in Stichworten:<br \/>\nZu den positiven strukturellen Voraussetzungen z\u00e4hlt das Image, das die Stadt ohnehin besitzt oder sich bislang erarbeitet hat. Das Profil der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/greencity\/index.htm\">\u201egreen city\u201c<\/a> ist rund um den Globus bekannt, von Rio bis Shanghai. Die Aufgabe wird sein, das auch in einem Antragskonzept plausibel zu machen: Wo liegen die Schnittmengen zwischen \u00d6ko- und Kulturthemen?<\/p>\n<p>Die geographische Lage im Dreil\u00e4ndereck ist zwar kein Alleinstellungsmerkmal, aber doch etwas Besonderes, sie wird gleichsam wie selbstverst\u00e4ndlich auch von au\u00dfen wahrgenommen. Daraus gilt es f\u00fcr ein Bewerberprofil Vorteile zu sch\u00f6pfen. Auch hier also: Daumen rauf!<\/p>\n<p>Es existiert ein anspruchsvolles \u201eKulturkonzept Freiburg\u201c, das vor einigen Jahren von der Kulturverwaltung unter Beteiligung von B\u00fcrgern und Experten erarbeitet wurde. Der Gemeinderat nahm das zur Kenntnis, in den n\u00e4chsten Jahren muss die Umsetzung mit Ernst (und Geld) betrieben werden.<\/p>\n<p>Als eine Stadt der Musik kann man Freiburg durchaus bezeichnen. \u201eLeuchtt\u00fcrme\u201c sind die Musikhochschule, das SWR-Sinfonieorchester, das Ensemble Recherche und das Barockorchester, auch die Jazz und Rock Schulen und das ZMF. Die Etablierung eines Pop-B\u00fcros w\u00e4re w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p>Trotz der umf\u00e4nglichen Sanierung des Augustinermuseums liegt Manches im Argen: die wegen der Bedeutung der Exponate und angesichts ihrer Multikulturalit\u00e4t so gewichtige V\u00f6lkerkunde-Sammlung bleibt verschlossen. Ein positiver Markstein ist das j\u00fcngst beschlossene zentrale Kunstdepot. Auch hier jedoch die deutliche Einschr\u00e4nkung: Das Depot wird \u00fcber den Status des gut gepackten Umzugskartons nur hinauskommen, wenn die Best\u00e4nde wenigstens partiell in einem rotierenden System in ein Schaulager \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Nur zug\u00e4ngliche Best\u00e4nde animieren zu Leihnahmen, zum wissenschaftlichen- und Publikumsinteresse von au\u00dfen. Daf\u00fcr muss die vorhandene 1.700 qm gro\u00dfe Erweiterungsfl\u00e4che des Hochdorfer Areals genutzt werden. Trotz Kunstverein und neuer Ausstellungsfl\u00e4che im Augustinermuseum fehlt Raum f\u00fcr gewichtige, gr\u00f6\u00dfere Sonderausstellungen von Kunst und Geschichte.<\/p>\n<p>Die Initiative f\u00fcr eine Kunsthalle Freiburg hatte sich zwar vor wenigen Jahren mit ihrem Ortsvorschlag eines Neubaus am Platz der alten Synagoge nicht durchgesetzt, der Fehlbedarf besteht aber weiterhin.<\/p>\n<p>Die Aufteilung der B\u00fcrgermeisterdezernate erwies sich wiederholt schon als ung\u00fcnstig: \u201eEs wird die Trennung der Politikbereiche <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/kultur.htm\">Kultur<\/a> und Bildung als grunds\u00e4tzliche problematisch angesehen\u201c, so hei\u00dft es auch im st\u00e4dtischen Kulturkonzept. Obwohl man jetzt den mit einer Auszeichnung des Stadtplanungsamtes verbundenen neuen Titel \u201cEuropean City of the Year 2010\u201c hochhalten kann, fehlt eine starke und fachkompetente Leitung an der Spitze der Baubeh\u00f6rden. F\u00fcr Wahlkampf und parteipolitisches Posten-Gerangel erscheint die Beseitigung beider Defizite als zu wichtig.<\/p>\n<p>Skulpturen im \u00f6ffentlichen Raum hat Freiburg reichlich aufzuweisen, zum Teil von internationalem Rang (Skulpturen von Henry Moore und Claes Oldenburg bis Ulrich R\u00fcckriem und Dennis Oppenheim). Das ist ein Pfund, mit dem sich wuchern l\u00e4sst. Die \u201eKunst am Bau\u201c wurde nahezu ausschlie\u00dflich im Zuge entsprechender Landesf\u00f6rderung installiert, die Stadt hielt sich vornehm zur\u00fcck (im Vauban und Rieselfeld g\u00e4be es Nachholbedarf) \u2013 dies die Einschr\u00e4nkung. Durch eine erh\u00f6hte F\u00fcrsorge um die \u201ageschenkte\u2018 Kunst, etwa ihre angemessene Bewahrung und Pr\u00e4sentation im st\u00e4dtischen Raum (ohne wuchernde Caf\u00e9landschaften) kann die Kommune ihren Beitrag leisten.<\/p>\n<p>Der Kulturpass. Nein, den gibt es nicht in Freiburg.\u00a0\u201eWir haben das Kulturpass genannt, um den Begriff Sozialpass zu vermeiden\u201c erl\u00e4utert der zust\u00e4ndige Beamte im Sozialamt von Aschaffenburg, wo man das Ticket vor wenigen Jahren eingef\u00fchrt hat. Die Erfahrungen sind durchweg positiv, es beteiligen sich auch nicht-st\u00e4dtische Kulturveranstalter. An der Dreisam wurde aus dem Projekt \u201eSozialticket\u201c der \u201eFreiburg Pass\u201c, die kulturellen Angebote bleiben deutlich ausbauf\u00e4hig, bisweilen die Erm\u00e4\u00dfigungen zu gering (die Nutzung der Stadtbibliothek sollte kostenfrei gew\u00e4hrt werden). Im st\u00e4dtischen Kulturkonzept ist der \u201eder chancengleiche Zugang zu Kunst und Kultur f\u00fcr unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und soziale Milieus\u201c denn auch als \u201ezentrales Anliegen\u201c formuliert.<\/p>\n<p>Das st\u00e4dtische Kulturamt arbeitet seit Fr\u00fchjahr 2009 an einem Vor-Konzept der m\u00f6glichen Bewerbung. Im November erhielt der Kulturausschuss einen Sachstandsbericht. Um die Nachhaltigkeit des Vorhabens deutlich zu machen, steuert man eine \u201eKonzeption trinationale Kulturregion 2025\u201c an. So weit, so gut. F\u00fcr 2010 stehen nun die Formulierung (und Publikation) einer tragf\u00e4higen inhaltlichen Leit-Idee mit Visionscharakter sowie konkrete Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine transparente, auf vielf\u00e4ltige Teilhabe gerichtete Organisationsstruktur w\u00e4hrend der Bewerbungsphase an.<\/p>\n<p>Unter der \u00dcberschrift VISION 2020 f\u00fchrt der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/zeitung.htm#Kulturjoker - Kultur und Veranstaltungen in Freiburg\">KULTURJOKER<\/a> die Kulturhauptstadt-Seite. Wir informieren \u00fcber Hintergr\u00fcnde der Planung, berichten aus anderen Kulturhauptmetropolen und m\u00f6chten den Meinungsbildungsprozess in Freiburg positiv beeinflussen. Denn: VISION 2020 \u2013 das ist ein Gewinn f\u00fcr Freiburg! Diese Seite wird redaktionell betreut von Dr. Martin Flashar, Arch\u00e4ologe, Ausstellungskurator und Kulturberater<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ihre Meinung? \u2013 B\u00fcrger sprechen mit<\/strong><\/p>\n<p>Wir fragen: \u201eSoll die Stadt Freiburg sich um den Titel \u201eEurop\u00e4ische Kulturhauptstadt 2020\u201c bewerben? Was meinen Sie?\u201c Spontan antworten Menschen aus Freiburg.<\/p>\n<p>\u201eUnbedingt sollte sich Freiburg bewerben. Das w\u00e4re f\u00fcr die Kultur- und Bildungseinrichtungen, die vielf\u00e4ltigen Kulturformen im Dreieckland, die Identit\u00e4t der Stadt und die grunds\u00e4tzliche Auseinandersetzung mit unserem Kulturbegriff wichtig \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob Freiburg den Titel gewinnt oder nicht.\u201c<br \/>\n(Kerstin Botsch, Doktorandin im Fach Soziologie an der Universit\u00e4t Freiburg.)<\/p>\n<p>\u201eAls selbstst\u00e4ndiger Gewerbetreibender an der Habsburgerstra\u00dfe bin ich mir der Notwendigkeit von Investitionen in die st\u00e4dtische Infrastruktur bewusst. Aber bitte nicht in Konkurrenz zur F\u00f6rderung von Bildung und Kultur! Ich pl\u00e4diere f\u00fcr die Hauptstadtbewerbung, von der Freiburg einen gro\u00dfen Mehrwert haben kann.\u201c<br \/>\n(Andreas B\u00f6ser, Parkhaus und Kiosk am Z\u00e4hringer Tor)<\/p>\n<p>\u201e2020 wird Freiburg sein 900j\u00e4hriges Gr\u00fcndungsjubil\u00e4um feiern. K\u00e4me der Titel \u201eEurop\u00e4ische Kulturhauptstadt\u201c noch hinzu, w\u00fcrde die Stadt eine gro\u00dfe Anziehungskraft f\u00fcr Touristen aus Nah und Fern aus\u00fcben. Insofern kann hier die Kultur die Wirtschaft bef\u00f6rdern \u2013 und umgekehrt. Ein sch\u00f6nes Geburtstagsgeschenk!\u201c<br \/>\n(Dr. Corinna Zimber, Verlegerin, Audiobuch Verlag)<\/p>\n<p>\u201eDer Bau des Freiburger M\u00fcnsters zeugte schon in der Vergangenheit vom hohen kulturellen Engagement der Freiburger B\u00fcrger. Neben diesem und weiteren bedeutsamen Baudenkm\u00e4lern bietet unsere Stadt heute ein vielf\u00e4ltiges und reiches Kulturleben. Eine Bewerbung zur \u201eEurop\u00e4ischen Kulturhauptstadt 2020\u201c wird dieses Engagement f\u00f6rdern und hierzu auch neue, wichtige Impulse geben.\u201c<br \/>\n(G\u00fcnter Ebi, ehem. Verleger, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter von Freiburg Kultour)<\/p>\n<p>Dr. Martin Flashar, 25.12.2009, <a href=\"https:\/\/www.kulturjoker.de\/\">www.kulturJoker.de<\/a><\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Linz 2009 \u2013 eine Kulturhauptstadt im Zwischenfazit<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Jahr sind Vilnius (Litauen) und das \u00f6sterreichische Linz die beiden Europ\u00e4ischen Kulturhauptst\u00e4dte. Wir sprachen mit Ulrich Fuchs, dem Leiter der Projektentwicklung und stellvertretenden Intendanten von Linz 2009.<\/p>\n<p>KJ: Sehr geehrter Herr Fuchs, erinnern Sie sich noch an die Anf\u00e4nge Ihrer T\u00e4tigkeit in Linz?<br \/>\nFuchs: Ja, nat\u00fcrlich. Im Mai 2005 habe ich mich aus Bremen kommend zum ersten Mal in Linz umgesehen, um f\u00fcr mich zu pr\u00fcfen, ob ich mir vorstellen kann, in dieser Stadt zu leben und zu arbeiten. Im Dezember 2005 habe ich dann offiziell bei Linz09 angefangen.<br \/>\nKJ: Gab es eigentlich in der Bewerbungsphase einen \u201ePlan B\u201c f\u00fcr den Fall, dass Linz nicht als Sieger aus dem Rennen gegangen w\u00e4re? Was w\u00e4re dann passiert?<br \/>\nFuchs: Die Bewerbung von Linz als Kulturhauptstadt Europas wurde von Linz Kultur (der Kulturbeh\u00f6rde der Stadt) verantwortet. Die jetzige Intendanz von Linz09 spielte dabei\u00a0 keine Rolle. Aber ich bin sicher, dass es f\u00fcr die Verantwortlichen einen Plan B gab \u2013 und das ist auch notwendig.<br \/>\nKJ: Gelegentlich h\u00f6rte man Kritik an der Arbeit der Linz 2009 GmbH. Von Kommunikationsproblemen, fehlender Anbindung an die \u00f6rtliche Kulturszene und Intransparenz der Entscheidungsabl\u00e4ufe war da die Rede. Wie stehen Sie dazu?<br \/>\nFuchs: Linz09 ist sicherlich nicht \u201efehlerfrei\u201c verlaufen \u2013 etwas anderes w\u00e4re ja auch sehr ungew\u00f6hnlich. Es war immer klar, dass die Programmentscheidungen bei der k\u00fcnstlerischen Leitung liegen. Eine Garantie f\u00fcr die lokale Szene, dass alle in der Programmatik vertreten sind, gab es nicht. Das w\u00fcrde auch nicht dem Anspruch einer Kulturhauptstadt Europas gerecht werden. Es gab einen Wettbewerb der Projektideen. \u00dcber 2000 Projekte wurden eingereicht. Im Programm haben wir 220 Projekte. Dass nicht alle mit allen Entscheidungen einverstanden waren, geh\u00f6rt bei einem solchen Projekt zu den Selbstverst\u00e4ndlichkeiten.<br \/>\nKJ: Welches ist f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich der wichtigste und innovativste Aspekt des Programms? Wo war bis jetzt der Publikumszuspruch am gr\u00f6\u00dften?<br \/>\nFuchs: Den meisten Publikumszuspruch hat die Ausstellung H\u00d6HENRAUSCH \u2013 Gegenwartskunst auf den D\u00e4chern von Linz. Wir hatten mit ca. 60.000 BesucherInnen gerechnet. Am 27.10.2009, vier Tage vor Ausstellungsschluss, lag die Zahl bei 265.000 BesucherInnen. Es g\u00e4be viele innovative Projekte, die ich gerne nennen w\u00fcrde. Ich beschr\u00e4nke mich auf ein Beispiel: den Kepler Salon, ein \u00f6ffentliches Wissenschaftslabor im ehemaligen Wohnhaus des ber\u00fchmten Naturforschers Johannes Kepler \u2013 siehe <a href=\"https:\/\/www.kepler-salon.at\/\">www.kepler-salon.at<\/a> .<br \/>\nKJ: Das eigentliche Hauptstadt-Jahr ist nun schon beinahe wieder vorbei. Wie geht es weiter? Haben Sie Konzepte f\u00fcr eine nachhaltige Stadtentwicklung durchsetzen k\u00f6nnen?<br \/>\nFuchs: F\u00fcr einige Vorhaben l\u00e4sst sich diese Frage bereits bejahen. Das Projekt H\u00d6RSTADT wird zum bleibenden Element der k\u00fcnftigen Entwicklung von Linz. Hier hat sich der Gemeinderat mit der \u201eLinzer Charta\u201c bereits festgelegt. Akustische Forschungsergebnisse werden in der k\u00fcnftigen Stadtplanung ber\u00fccksichtigt. Auch das AKUSTIKON wird es aller Voraussicht nach weiter hin geben. An weiteren Konzepten der Nachhaltigkeit arbeiten wir derzeit. Daf\u00fcr haben wir auch noch bis Ende April 2010 Gelegenheit, weil die Linz 2009 GmbH mindestens bis zu diesem Zeitpunkt auch inhaltlich weiterarbeiten kann.<br \/>\nKJ: Abschlie\u00dfend eine Frage zu den Finanzen: Wie hoch ist der Etat f\u00fcr 2009, und welchen Anteil hat davon die Kommune getragen? Wie hoch war der Etat in der Bewerbungsphase?<br \/>\nFuchs: F\u00fcr die Bewerbungsphase stand Linz nur ein kleiner Etat zur Verf\u00fcgung (200.000.-). Allerdings hatte Linz damals auch keine relevanten nationalen Mitbewerber. In Bremen stand f\u00fcr die Bewerbungsphase f\u00fcr 2010 ein Etat von 2 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung und diese Ausstattung halte ich auch f\u00fcr notwendig. Das Programm-Gesamtbudget von Linz09 (ohne Investitionen in kulturelle Infrastruktur) bel\u00e4uft sich auf 20 Millionen durch die Republik \u00d6sterreich, 20 Millionen durch das Land Ober\u00f6sterreich, 20 Millionen durch die Stadt Linz, 1,5 Millionen durch die EU und 11 Millionen durch private Sponsoren.<br \/>\nKJ: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<br \/>\nDr. Martin Flashar, 6.11.2009, <a href=\"https:\/\/www.kulturjoker.de\/\">www.kulturJoker.de<\/a><\/p>\n<p>Ihre Meinung? \u2013 B\u00fcrger sprechen mit<br \/>\nUnter dieser \u00dcberschrift werden von nun an regelm\u00e4\u00dfig Menschen aus Freiburg und der Region ihre spontane Meinung zur m\u00f6glichen Kulturhauptstadt-Bewerbung Freiburgs \u00e4u\u00dfern. Die Rubrik l\u00e4sst Frauen und M\u00e4nner, Kulturtreibende, Vertreter des Einzelhandels und der Wirtschaft, Politiker und auch ganz \u201anormale\u2018 Leute zu Worte kommen. Wir fragten: \u201eSoll die Stadt Freiburg sich um den Titel \u201eEurop\u00e4ische Kulturhauptstadt 2020\u201c bewerben? Was k\u00f6nnten\/w\u00fcrden Sie pers\u00f6nlich zu dem Projekt beitragen?\u201c<br \/>\n\u201eFreiburg &#8211; Kulturhauptstadt \u2013 ich kann heute nicht sagen, ob ja oder nein. Ich denke, dass dies zun\u00e4chst sachlich und ernsthaft gepr\u00fcft werden muss, ob unsere Stadt bei einer solchen Bewerbung \u00fcberhaupt Chancen hat.\u201c<br \/>\n(Eric Lassiaille ist Eigent\u00fcmer des Panorama Hotel Mercure in Freiburg.)<\/p>\n<p>\u201eEine Bewerbung von Freiburg als Kulturhauptstadt finde ich gut, weil das unserer Stadt die Chance gibt, ihre vielf\u00e4ltigen kulturellen Sch\u00e4tze und F\u00e4higkeiten auszubauen und weltweit bekannt zu machen. Und dem Tourismus n\u00fctzt das sowieso!\u201c<br \/>\n(Astrid Sp\u00e4th ist gemeinsam mit ihrem Mann Bertram Sp\u00e4th Inhaberin der Hotels Victoria in der Eisenbahnstra\u00dfe.)<\/p>\n<p>\u201eDavon halte ich sehr viel! Freiburg w\u00e4re f\u00fcr eine solche Bewerbung gleich mehrfach pr\u00e4destiniert, weil es fast alle Kriterien hierf\u00fcr \u201eaus dem Stand\u201c erf\u00fcllen kann. F\u00fcr die (noch) Kleinm\u00fctigen in der Stadt: Allein 10 Jahre Bewerberstatus sind unbezahlbares Stadt-Marketing auf Europ\u00e4ischer Ebene.\u201c<br \/>\n(Wolfgang Meier-Rudolph ist Rechtsanwalt in Freiburg, au\u00dferdem beim Zelt-Musikfestival als Vorsitzender des F\u00f6rderkreises engagiert.)<\/p>\n<p>\u201eUnbedingt sollte sich Freiburg bewerben. Das w\u00e4re f\u00fcr die Kultur- und Bildungseinrichtungen, die vielf\u00e4ltigen Kulturformen im Dreieckland, die Identit\u00e4t der Stadt und die grunds\u00e4tzliche Auseinandersetzung mit unserem Kulturbegriff wichtig \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob Freiburg den Titel gewinnt oder nicht.\u201c<br \/>\n(Kerstin Botsch, M. A., ist Doktorandin im Fach Soziologie an der Universit\u00e4t Freiburg.)<\/p>\n<p>Dr. Martin Flashar, 6.11.2009, <a href=\"https:\/\/www.kulturjoker.de\/\">www.kulturJoker.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Atai Keller \u00fcber eine Kulturhauptstadt in der Provinz<\/strong><\/p>\n<p>Hans Albrecht (&#8222;Atai&#8220; ) Keller ist einer von zwei Stadtr\u00e4ten der Kulturliste Freiburg im Gemeinderat und derzeit Vorsitzender der Fraktionsgemeinschaft Unabh\u00e4ngige Listen (sechs Sitze). Der 55-J\u00e4hrige war 20 Jahre lang Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitskreises Alternative Kultur (AAK) und arbeitet nun als Kulturberater und freier Veranstalter, unter anderem in Stuttgart und Baden-Baden. BZ-Redakteur Thomas J\u00e4ger sprach mit ihm \u00fcber Freiburgs kulturelle H\u00f6he- und Tiefpunkte.<\/p>\n<p>BZ: Vergangenes Jahr haben Sie erst geklagt, dass Freiburg mit den anstehenden Kulturk\u00fcrzungen endg\u00fcltig in die Provinzialit\u00e4t abrutschen w\u00fcrde und wenig sp\u00e4ter vorgeschlagen, dass die Stadt sich als europ\u00e4ische Kulturhauptstadt bewerben soll. Wie passt denn das zusammen?<br \/>\nAtai Keller: Die K\u00fcrzungen tun immer noch sehr weh. Wir haben das Theaterfestival verloren, das gerade im Sinne einer europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt ein Aush\u00e4ngeschild h\u00e4tte werden k\u00f6nnen. Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass da noch eine Nachbesserung kommt. Vielleicht gibt es bald ein neues gro\u00dfes kombiniertes Tanz- und Theaterfestival. Der Kunstverein hat 11000 Euro verloren &#8211; \u00fcber ein Zehntel seines Zuschusses. Das F\u00fchrungsteam ist inzwischen komplett ausgewechselt. Die CDU hatte dar\u00fcber hinaus allen Ernstes vorgeschlagen, die Tanzsparte des Theaters zu schlie\u00dfen und den Zuschuss f\u00fcr das Kommunale Kino auf Null zu fahren. Das ist zum Gl\u00fcck nicht so gekommen. Das kreative Potenzial in Freiburg ist nach wie vor beeindruckend. Die Idee einer Bewerbung zur Kulturhauptstadt soll die ganze Stadt neu aufstellen und wird inzwischen von allen Fraktionen unterst\u00fctzt. Es gibt bald einen ersten Gemeinderatsbeschluss dazu. Das stimmt mich hoffnungsvoll.<br \/>\nBZ: Jetzt ist der Kulturkampf doch vorbei, oder? Die Gr\u00fcnen retten das Tanzfestival, die CDU will ein Literaturhaus &amp;<br \/>\nKeller: Sch\u00f6n w\u00e4r\u2019s! Aber: Erst haben die Gr\u00fcnen das Tanzfestival mit ihren Sparforderungen bis kurz vor den Abgrund gef\u00fchrt. Jetzt wird daf\u00fcr beim Kulturamt gek\u00fcrzt. Das ist kein Grund f\u00fcr Lob. Die CDU-Initiative f\u00fcr ein Literaturhaus ist begr\u00fc\u00dfenswert, aber geklaut. Man muss sagen: Die Unabh\u00e4ngigen Listen und die SPD haben immer wieder den Finger in die Wunde gelegt und auf die indiskutablen K\u00fcrzungsvorschl\u00e4ge hingewiesen. Die CDU hat nun gemerkt, dass sie etwas tun muss, um nicht als Kulturvernichter dazustehen. Kommunalwahl und Oberb\u00fcrgermeisterwahl stehen bevor. Die Blockbildung von Schwarz-Gr\u00fcn im Gemeinderat muss durchbrochen werden.<br \/>\nBZ: Sie fordern eine professionelle Finanzausstattung f\u00fcr professionelle Kulturarbeit. Und dann stellen Sie seit 2005 mit Partnern den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/ebneter-kultursommer.htm\">Ebneter Kultursommer<\/a> auf die Beine, der mit Minimalbudget und ohne Zusch\u00fcsse diesmal 81 Veranstaltungen umfasste. Es geht also auch anders.<br \/>\nKeller: Der Kultursommer ist kein Modellbeispiel. Wir hatten eine besonders gl\u00fcckliche personelle Konstellation. Das geht so nicht weiter. Wenn dieses Jahr kein Zuschussantrag gestellt wird, kann der Kultursommer in der bisherigen Form nicht wieder stattfinden. Freiburg muss begreifen, dass es in der Kultur viel mehr investierten muss. Dann kommt das Geld eines Tages wieder zur\u00fcck. Kunst und Kultur sind Freiburgs St\u00e4rke. \u00dcber die alternative Kultur sind in den vergangenen 20 Jahren viele Einrichtungen entstanden, die mittlerweile etabliert sind und angemessen unterst\u00fctzt werden m\u00fcssen. Kommunales Kino, Fabrik, E-Werk, Kinder- und Jugendtheater: Die sind nicht mehr wegzudenken aus der Stadt. Obendrein muss Platz sein f\u00fcr Neues.<br \/>\n11.10.2008, BZ<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bobbele-Ich: Eine Stadt auf dem Weg zu sich selbst?<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcberlegungen zur Kulturhauptstadt-Idee Freiburg 2020<br \/>\nAls \u201eVision Freiburg 2020\u201c zieht die Idee immer gr\u00f6\u00dfere Kreise: Wird sich Freiburg auf den Titel Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt 2020 bewerben oder nicht? Das sollten sich nicht nur Freiburgs Politiker und Kulturschaffende fragen, sondern alle Freiburger B\u00fcrger, denn eine Bewerbung h\u00e4tte enorme Konsequenzen f\u00fcr ihre Stadt. Zum derzeitigen Stand des Verfahrens einige \u00dcberlegungen.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Jahr feiert die Einrichtung (Europ\u00e4ische) Kulturhauptstadt ihr 25-j\u00e4hriges Bestehen. Anl\u00e4sslich des Jubil\u00e4ums wird ein internationales Symposium \u00fcber Vergangenheit und Zukunft der Kulturhauptstadt-Idee stattfinden. Das Buch mit den Ergebnissen dieses Prozesses wird sicherlich einige Antworten auf die Freiburger Bewerbung \u2013 ja oder nein? \u2013 bereit halten. Doch m\u00fcssen vorher schon vom Gemeinderat Entscheidungen getroffen werden. Offen bleibt vorerst auch die L\u00e4nderfolge ab 2019. Der bisherige Elf-Jahres-Rhythmus, in dem deutsche St\u00e4dte zum Zuge gekommen waren, ist eher dem Zufall als einer Regel zuzuschreiben. Noch steht nicht fest, welches Land die Kulturhauptstadt 2020 stellen wird, doch man kann davon auszugehen, dass Deutschland in zehn bis zw\u00f6lf Jahren wieder an der Reihe ist. Auch andere deutsche St\u00e4dte wappnen sich f\u00fcr diesen Fall. Unsere baden-w\u00fcrttembergischen Konkurrenten Mannheim und Ulm arbeiten l\u00e4ngst an ihrer Bewerbung. In diesen St\u00e4dten stellt sich die Frage nach dem Wunsch l\u00e4ngst nicht mehr.<\/p>\n<p>Im Freiburger Gemeinderat hatte die Idee zun\u00e4chst kontroverse Diskussionen hervorgerufen. Neben Atai Keller (Kulturliste) sah vor allem Kultur- und Sozialb\u00fcrgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD) in der Bewerbung eine Riesenchance f\u00fcr Freiburg. Mittlerweile teilen die meisten Ratsmitglieder diese Einsch\u00e4tzung, weshalb es zu einem ersten Beschluss kam. Dieser sieht ein Konzept vor, auf dessen Grundlage sp\u00e4testens Ende 2010 die endg\u00fcltige Entscheidung getroffen werden soll. Kulturamtsleiter Achim K\u00f6nneke wird mit Unterst\u00fctzung von Claudia D\u00fcrr hierzu eine Leitidee entwickeln und ab Herbst in Form von Werkst\u00e4tten, Workshops und \u00f6ffentlichen Veranstaltungen in die Bev\u00f6lkerung tragen. F\u00fcr diese Phase wurden in den Doppelhaushalt 2009\/10 60.000,-Euro eingestellt. Die Erhebungen f\u00fcr eine m\u00f6gliche Bewerbungsgrundlage laufen beim Kulturamt bereits auf Hochtouren. Damit steht Freiburg zeitlich gut da. Laut bisheriger EU-Richtlinien m\u00fcssten die Bewerbungen bis Anfang 2014 beim jeweiligen Land eingereicht werden. Daraus wird eine Vorauswahl an das Ausw\u00e4rtige Amt bzw. den Bundesrat gemeldet. Eine Expertenjury trifft daraus wiederum eine Vorentscheidung. Am Ende werden dem Bundesrat eine oder zwei St\u00e4dte empfohlen, die er an die EU-Gremien weitervermittelt. 2016 erfolgt die Nominierung zur Kulturhauptstadt 2020. Es bleiben somit vier Jahre zur Umsetzung.<\/p>\n<p>Die Kulturhauptst\u00e4dte k\u00f6nnen hier viel voneinander lernen. Um m\u00f6gliche Chancen gegen eventuelle Hindernisse abw\u00e4gen zu k\u00f6nnen, hatte am 19. Mai 2009 die Kulturliste kult zur Veranstaltung \u201eEurop\u00e4ische Kulturhauptstadt: ein Gewinn f\u00fcr Freiburg!\u201c mit anschlie\u00dfender Publikumsdiskussion ins Morat-Institut geladen. Der Tenor der Veranstaltung lautete: Allein schon das Nachdenken \u00fcber eine Bewerbung Freiburgs als Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt k\u00f6nnte die Stadt ganz neu aufstellen. Denn, wie schon Atai Keller in seiner Haushaltsrede vom 16.12.2008 um seine Kulturhauptstadt-Idee warb, \u201ewas kann einer Stadt Besseres passieren, dass ihre B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sich in einem gemeinsamen Prozess eine Vision von Stadt und Stadtgemeinschaft vorstellen und diese dann in einem kreativen Ablauf versuchen umzusetzen?\u201c Angesichts der vergangenen Kulturdebatten, mit denen sich Freiburg bundesweit einen eher zweifelhaften Ruf eingehandelt hat, erscheint eine gemeinsame Kulturinitiative momentan schwer vorstellbar. Und dennoch: Es ist m\u00f6glich, da sich im Falle einer solchen Bewerbung die ungl\u00fcckselige Polarisierung zwischen Kunstschaffenden und Politik einfach in Luft aufl\u00f6sen k\u00f6nnte \u2013 Kultur als zentraler Identit\u00e4tsfaktor. In der Tat ist die Identifikation der Bev\u00f6lkerung mit der Idee Voraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche Bewerbung. Das Projekt Kulturhauptstadt muss in alle gesellschaftlichen Kreise von Stadt, Universit\u00e4t und B\u00fcrgerschaft kommuniziert werden. Die Glocken m\u00fcssen es uns vom M\u00fcnsterturm herab verk\u00fcnden, s\u00e4mtliche Freiburger B\u00e4chle m\u00fcssen es uns zufl\u00fcstern: Wir haben eine Vision! Um diese mehr und mehr konkretisieren zu k\u00f6nnen, versammelte das Kulturamt bereits im Juni eine Konzeptgruppe, die sich am 5. Oktober erneut treffen soll. S\u00e4mtliche \u00c4mter der Stadt wurden gebeten, Ideen zu formulieren, die momentan ausgewertet werden. Dasselbe soll nun auf der Ebene der Kulturschaffenden geschehen. Hierbei gilt es laut EU-Vorgaben immer die Kernfrage im Blick zu behalten: Was h\u00e4tte Europa von einer Kulturhauptstadt Freiburg \u2013 und nicht umgekehrt: Was h\u00e4tte Freiburg von dieser Bewerbung? Einige Kritiker der Kulturhauptstadt-Idee bangen um die kulturelle Einzigartigkeit von Stadt und Region. Andere f\u00fcrchten das drohende Aus der Bobbele-Beschaulichkeit in ihrem St\u00e4dtle. Deshalb muss man die Frage nach dem Nutzen einer Bewerbung f\u00fcr Freiburg der Entwicklung eines europarelevanten Konzepts voranstellen, will man die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die Idee gewinnen.<br \/>\nEines ist schon mal sicher: Eine Stadt, die geschlossen hinter einer gemeinsamen Vision steht, gewinnt in jedem Fall \u2013 auch im Falle ihres Scheiterns. Dies lehrt uns wiederum der Blick auf andere Bewerberst\u00e4dte. Von der Ausstattung von Kultureinrichtungen, der Versch\u00f6nerung des Stadtbildes und der damit einhergehenden Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t profitierten die Bewerberst\u00e4dte noch viele Jahre sp\u00e4ter. Die Wirtschaftsunternehmen \u00fcbernahmen eine aktivere Rolle in der Gesellschaft. Wirtschaft und Kultur gingen eine wechselseitige Symbiose ein, denn die kulturelle Vitalit\u00e4t einer Region f\u00f6rderte zugleich deren Attraktivit\u00e4t als wirtschaftlicher Standort. Aus diesem Grund ist eine Einsch\u00e4tzung der Kosten, die eine solche Bewerbung verursachen w\u00fcrde, schwer zu leisten, denn aufgrund geringer EU-Zusch\u00fcsse finanziert sich der gr\u00f6\u00dfte Anteil durch Sponsorengelder. Die Schere der finanziellen Aufwendungen klafft bei den verschiedenen St\u00e4dten weit auseinander. Auch wird ein Vergleich der Etats dadurch erschwert, dass die einzelnen Kulturhauptst\u00e4dte ihre Ausgaben sehr unterschiedlich berechneten und Projekte, Organisations- und Werbekosten durch \u00f6ffentliche und private Mittel teilweise direkt finanziert wurden, ohne dass diese Ausgaben im Etat aufgetaucht w\u00e4ren. So bleibt festzuhalten, dass eine Stadt mit einer klugen Bewerbungsstrategie im Schulterschluss mit der Wirtschaft bereits in der Bewerbungsphase deutliche positive Impulse f\u00fcr eine nachhaltige kulturelle Stadtentwicklung zu verbuchen hat. In unserem Fall k\u00f6nnten die bereits 2007 im Kulturkonzept festgelegten st\u00e4dtebaulichen Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Bewerbung \u201einstrumentalisiert\u201c werden, wie etwa der Umbau des Augustinermuseums, der Schlossbergnase und des Platzes der Synagoge. Durch den Anstieg der \u00f6ffentlichen Aufmerksamkeit w\u00e4ren f\u00fcr diese Projekte zus\u00e4tzliche Gelder zu erwarten.<\/p>\n<p>Welche europ\u00e4ische Dimension k\u00f6nnte unsere Bewerbung beinhalten? Welches sind Freiburgs Alleinstellungsmerkmale im europ\u00e4ischen Kontext? Schon nach kurzer Betrachtung k\u00f6nnen wir mit Stolz behaupten: Unsere M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein individuelles und zugleich europarelevantes Bewerberprofil sind ungleich reicher als die vieler anderer St\u00e4dte. Wir blicken auf eine bewegte und ereignisreiche Geschichte zur\u00fcck \u2013 2020 feiert die Z\u00e4hringerstadt Freiburg ihr 900-j\u00e4hriges Bestehen. Die Beziehungen zu den zehn Partnerst\u00e4dten bieten viele Optionen f\u00fcr interkulturelle Veranstaltungen. Als Bildungsstadt haben wir Weltruf. Unsere Musikszene genie\u00dft internationales Ansehen. Die Freiburger Theaterlandschaft ist in ihrer Vielfalt einzigartig. Das Augustinermuseum mausert sich durch den Um- und Ausbau gegenw\u00e4rtig zu einer national beachteten Kunstsammlung. Solcher Beispiele g\u00e4be es noch mehrere. Und nicht nur der kulturelle, auch der landschaftliche Segen stimmt durchaus hoffnungsfroh.<\/p>\n<p>Zudem kann eine Bewerbung, wie im Fall Ruhr 2010 geschehen, eine ganze Region mit einbeziehen. Alt-Oberb\u00fcrgermeister Rolf B\u00f6hme richtete diesbez\u00fcglich bereits den Fokus auf die gemeinsame humanistische Tradition am Oberrhein, mittels derer sich Freiburg mit Basel, Stra\u00dfburg und Karlsruhe zu einer <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/trirhena.htm\">Trinationalen Metropolregion Oberrhein<\/a> zusammenschlie\u00dfen k\u00f6nne. Diese St\u00e4dte befinden sich mit Freiburg bereits im Gespr\u00e4ch und zeigen sich bisher der Idee gegen\u00fcber aufgeschlossen, zumal sie von der Bewerbung entsprechende Synergie-Effekte zu erwarten h\u00e4tten. Was indes viele nicht wissen: Unter dem Namen Trinationale Europ\u00e4ische Metropolregion Oberrhein existiert bereits seit 2006 ein Zusammenschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dieses Gebiet umfasst mit dem Jura, den Vogesen, dem Schwarzwald und dem Pf\u00e4lzer Wald einen einheitlichen Kultur- und Lebensraum mit einer jahrhundertelangen gemeinsamen Geschichte. Aus der verst\u00e4rkten Vernetzung in Wissenschaft, Forschung und Bildung und deren Verbindung zur Wirtschaft sowie unter Einbeziehung der Bev\u00f6lkerung in ein gro\u00dfes gemeinsames Ganzes (Sprache, Ideen etc.) soll ein einheitlicher Wirtschaftsraum entstehen, der sich so auch nach au\u00dfen repr\u00e4sentiert. Ziel ist die Schaffung eines polyzentrischen St\u00e4dtenetzes, in dem alle Akteure in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und B\u00fcrgergesellschaft an einem Strang ziehen, um die Region zu einem Motor der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklung zu machen. Der Oberrhein ist die erste Trinationale Metropolregion in Europa. Also k\u00f6nnte auch hier im Fall einer Bewerbung bereits Begonnenes eine Initialz\u00fcndung erfahren. Allerdings ist noch nicht klar, wie weit diese Region gefasst werden sollte. Zu viele beteiligte St\u00e4dte k\u00f6nnten die Einheitlichkeit des Profils beeintr\u00e4chtigen. Andererseits darf man den Kulturbegriff nicht zu eng fassen. Kultur ist mehr als Architektur, Musik, Tanz, Malerei, Literatur und Theater. Kultur ist vielmehr der Oberbegriff f\u00fcr die Gesamtheit der geistigen und k\u00fcnstlerischen Lebens\u00e4u\u00dferungen einer Gemeinschaft oder eines Volkes. Dazu geh\u00f6rt auch der \u00f6kologische Aspekt, den sich Freiburg l\u00e4ngst auf die Fahnen geschrieben hat \u2013 mit den erneuerbaren Energien, dem Fraunhofer-Institut, der Solarsiedlung und dem \u00d6koinstitut. Wenn es gel\u00e4nge, Kunst und \u00d6kologie innerhalb des Dreil\u00e4nderecks zu b\u00fcndeln und zu vernetzen, so bedeutete dies vor der europ\u00e4ischen Kommission das Alleinstellungsmerkmal Freiburgs schlechthin. Eine solche Bewerbungskonzeption st\u00fcnde vermutlich deutschlandweit au\u00dfer Konkurrenz. Folglich findet diese Bewerbungsvariante momentan die gr\u00f6\u00dfte Zustimmung. Auch k\u00f6nnte die Verlinkung von Wirtschaft und Kultur einen finanziell gangbaren Weg aufzeigen. Die Vision eines Kulturwandels, wie sie f\u00fcr den Erfolg Ruhr 2010 ausschlaggebend war, ist f\u00fcr Freiburg weniger relevant. Unsere Chance liegt vielmehr in einer grundlegenden Bewusstseinsver\u00e4nderung und Besinnung auf das, was wir an kultureller Vielfalt und historischem Erbe haben, was wir dar\u00fcber hinaus weiterentwickeln k\u00f6nnten, wie in Zukunft unser Leben hier aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Dass die Freiburger einer solchen Entwicklung grunds\u00e4tzlich offen gegen\u00fcber stehen, zeigte sich bereits beim gemeinsam mit den B\u00fcrgern erarbeiteten Kulturkonzept. Doch wie steht es damit am Oberrhein? Sind die Einwohner von Karlsruhe bis Basel reif f\u00fcr eine gemeinsame Identit\u00e4t in der Metropolregion? In der Praxis scheiterte europ\u00e4isches Denken h\u00e4ufig an Sprachbarrieren oder nationalem Egoismus. Eine intensive Zusammenarbeit mit der Bev\u00f6lkerung haben bereits die Sportverb\u00e4nde der drei L\u00e4nder begonnen. Hier sind alleine zwei Millionen Mitglieder organisiert. Was den Sportverb\u00e4nden gelang, sollte auch im kulturellen Bereich m\u00f6glich sein, zumal eine gemeinsame Kultur keine nationalen Grenzen kennt.<br \/>\nFreiburg \u201eist die Stadt der B\u00fcrgerbeteiligungen. In allen Entwicklungsprozessen der letzten Jahre hat sich gezeigt, dass die B\u00fcrgerschaft ein enormes Interesse hat, mit zu gestalten\u201c, hielt Atai Keller in erw\u00e4hnter Haushaltsrede daf\u00fcr. Von hier aus muss der Funke verspr\u00fcht werden. Wohlan Freiburg! Welche Chance! Wir haben nicht nur st\u00e4dtebaulich, kulturell, landschaftlich und regional beste Voraussetzungen, wir haben auch noch das entsprechende V\u00f6lkchen. Also raus aus der Beschaulichkeit! Wir wollen doch nicht immer nur Bobbele bleiben? Freiburg muss sich zun\u00e4chst bei sich selbst bewerben, denn bereits das Nachdenken \u00fcber sich selbst wird diese Stadt auf einen guten Weg bringen.<br \/>\nFriederike Zimmermann, 10.10.2009, <a href=\"https:\/\/www.kulturjoker.de\/\">www.kulturJoker.de<\/a><br \/>\nDie Autorin ist Kunstwissenschaftlerin (MA) und promovierte Germanistin. Sie arbeitet als freie Kunstvermittlerin und Kulturjournalistin und ist u. a. an der VHS Freiburg und der JMS S\u00fcdl. Breisgau t\u00e4tig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vision oder nur Fiktion? Kulturhauptstadt-Optionen 2020<\/strong><\/p>\n<p>Gefeiert werden soll allemal im Jahr 2020 in Freiburg &#8211; jedenfalls nach dem derzeitigen Erkenntnisstand. 900 Jahre w\u00e4re es dann her, dass die Z\u00e4hringer das Markt- und Stadtrecht an Freiburg verliehen. Nach dem derzeitigen, nicht unumstrittenen Erkenntnisstand. Und phantastisch f\u00e4nden es gar manche, wenn dieses Jahr des Stadtjubil\u00e4ums mit einer anderen Auszeichnung verbunden werden k\u00f6nnte: Freiburg \u2014 europ\u00e4ische Kulturhauptstadt 2020. Ob es dazu freilich kommen wird, ist noch schwer abzusch\u00e4tzen \u2014 nach dem gegenw\u00e4rtigen Erkenntnisstand.<\/p>\n<p>Neu ist die Idee nicht. Schon \u00fcber eine Bewerbung f\u00fcr das Kulturhauptstadtjahr 2010 hatte man seinerzeit laut nachgedacht. Aber eben nur nachgedacht. Jetzt soll das anders werden. Seit Stadtrat Atai Keller (Kulturliste) im Oktober 2007 mit einem Schreiben an die Rathausspitze eine Initiative f\u00fcr eine Kulturhauptstadtbewerbung forderte, ist das Thema in Freiburg virulent \u2014 man kann sagen: positiv virulent. Was gleichwohl noch lange nicht hei\u00dft, dass eine Bewerbung Freiburgs nur eine Frage der Zeit ist. Die Faktenlage ist bislang eher d\u00fcrr. Die Idee ist geboren, die Geburtshelfer stehen bereit. Neben Keller ist das namentlich Freiburgs Kultur- und Sozialb\u00fcrgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD), der in einer Bewerbung eine gute Chance s\u00e4he, das &#8222;Selbstverst\u00e4ndnis und das Potenzial dieser Stadt wieder&#8220; zusammenzubringen, wie es Kirchbach bei einem Vortrag bei der Friedrich-Ebert-Stiftung im Juni formuliert hat (wir berichteten). Der Passus &#8222;wieder&#8220; ist mit Bedacht gew\u00e4hlt, Stichwort: Wundenlecken. Kirchbach wei\u00df als Vertrauter der in den vergangenen Jahren durch Haushaltsmittelk\u00fcrzungen und \u00f6ffentliche Debatten stark angegriffenen Kulturszene um die Notwendigkeit einer Kulturagenda: &#8222;Visionen aber brauchen Fixpunkte, um nicht Fiktionen zu werden.&#8220; Und diese Fixpunkte sind bislang noch sehr vage. Im laufenden Jahr soll der Gemeinderat noch \u00fcber eine Drucksache von der Notwendigkeit einer fr\u00fchzeitigen Positionierung \u00fcberzeugen werden. Nahziel: Freiburg soll in das Bewerbungsverfahren eintreten. Zu wenig f\u00fcr Gemeinderat Keller: &#8222;Das ist eine wachsweiche Beschlussvorlage.&#8220; Direkt daran jedoch schlie\u00dfen sich die entscheidenden \u2014 inhaltlichen und finanziellen \u2014 Fragen an: Welches Profil soll eine Bewerbung bekommen, und wie ist sie zu finanzieren (einschlie\u00dflich der Vorbereitungsphase).<\/p>\n<p>Die Humanistenst\u00e4dte am Oberrhein im Schulterschluss<br \/>\nAm interessantesten erscheint derzeit vielen der Vorschlag einer Bewerbung, in der sich die Region vernetzt zeigt. Altb\u00fcrgermeister Rolf B\u00f6hme hatte angeregt, die gro\u00dfe humanistische Tradition am Oberrhein in den Mittelpunkt der Agenda zu stellen. Die Kulturstadt Freiburg im Schulterschluss mit den Humanistenst\u00e4dten <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/basel.htm\">Basel<\/a> und Stra\u00dfburg \u2014 eine solche, trinationale Bewerbung h\u00e4tte enormen Charme. Zumal bei einer Beteiligung der Nachbarstadt Basel ein Br\u00fcckenschlag \u00fcber die EU-Au\u00dfengrenze gel\u00e4nge. Das freilich setzte voraus, dass das reichere Basel als eine der bedeutendsten St\u00e4dte der Schweiz bereit w\u00e4re, sich einer Freiburger F\u00fchrung unterzuordnen. Nicht wenige sehen darin ein un\u00fcberwindbares Hindernis. Ulrich von Kirchbach zufolge sind jedoch erste Sondierungsgespr\u00e4che mit dem Basler Stadtpr\u00e4sidium sehr erfolgversprechend verlaufen. Auch im Falle <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/elsass.htm\">Stra\u00dfburgs<\/a> herrscht Zuversicht, weil Freiburg vor wenigen Jahren eine national gescheiterte franz\u00f6sische Bewerbung der Europastadt unterst\u00fctzt hatte. Doch selbst im Falle inhaltlicher Kongruenz wird entscheidend sein, wie weit Freiburg bereit w\u00e4re, seiner Initiative auch finanziell nachhaltigen Ausdruck zu verleihen. F\u00fcr den Kulturb\u00fcrgermeister ist klar: &#8222;Im n\u00e4chsten Doppelhaushalt m\u00fcssen Zeichen gesetzt werden.&#8220; Wie die aussehen k\u00f6nnten, zeigen erste interne Vorschl\u00e4ge. Darin ist f\u00fcr 2009 ein Sachkostenetat in H\u00f6he von 30 000 Euro postuliert, der sich 2010 verdoppeln k\u00f6nnte. Au\u00dferdem k\u00f6nnte schon 2009 eine Stelle in der Verwaltung f\u00fcr die Vorbereitungsphase geschaffen werden &#8211; zum Beispiel durch Umschichtung oder Freistellung. Kirchbach wei\u00df, dass eine ernsthafte Freiburger Bewerbung &#8222;keine Mogelpackung&#8220; sein darf und veranschlagt grob ein finanzielles Volumen f\u00fcr die Bewerbungsphase zwischen 250 000 und zwei Millionen Euro.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngige Kulturhauptstadt-GmbH<br \/>\nAber noch sind das alles Konjunktive. Atai Keller, der Vater der Freiburger Kulturhauptstadt-Idee, zeigt neben allem Optimismus auch Skepsis. Er bef\u00fcrchtet, das Projekt k\u00f6nnte ins politische R\u00e4derwerk der bevorstehenden Kommunal- und B\u00fcrgermeister-Neuwahlen geraten. Besser w\u00e4re es, sagt er, wenn ein Konsens vor den Wahlen hergestellt werden k\u00f6nnte \u2014 und zwar in ausreichendem Abstand dazu. Keller: &#8222;Vonn\u00f6ten w\u00e4re ein Kulturpakt. Und irgendwann wird man sicher auch nicht um eine unabh\u00e4ngige Kulturhauptstadt-GmbH herumkommen.&#8220; Mit dem Pakt meint er Politik, Kultur und die Bev\u00f6lkerung gleicherma\u00dfen. Letztere ist durch die wenigen \u00f6ffentlichen Veranstaltungen dazu bislang nur in Ma\u00dfen mobilisiert \u2014 2020 ist noch fern. So hofft die Kulturszene nach all den R\u00fcckschl\u00e4gen und dem Vertrauensverlust der letzten Jahre erst einmal auf ein kulturfreundlicheres Klima in jener Stadt, die sich paradoxerweise gerade durch die Vielzahl ihrer bedeutenden kulturellen Einrichtungen ein Profil gegeben hat.<br \/>\nFreiburg Einwohnerzahl: 220 000 Gesamthaushalt (2007): 796 Mio Kultur: 26,4 Mio (Theater, Museen, freie Gruppen, Verwaltung) Die Bem\u00fchungen um eine <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/trirhena.htm\">trinationale Metropolregion Oberrhein<\/a> (Basel, Freiburg, Stra\u00dfburg, Karlsruhe) finden fr\u00fchestens in zwei Jahren einen positiven Abschluss.<\/p>\n<p><strong>Ganz oder gar nicht \u00a0&#8211; M\u00fcnstereck<\/strong><\/p>\n<p>Noch knapp elf Jahre bis 2020: Es mag schon \u00fcberraschen, dass gleich in drei Kommunen des Landes so intensiv \u00fcber eine Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas nachgedacht wird, und zudem so fr\u00fchzeitig. Doch der gro\u00dfe zeitliche Vorlauf tut Not, davon k\u00f6nnen gescheiterte wie erfolgreiche Bewerber ein Lied singen. Wer gleichwohl mit der Lupe auf die drei Aspiranten aus dem L\u00e4ndle schaut, wird feststellen, dass keineswegs Waffengleichheit herrscht. Sowohl in Ulm als auch Mannheim haben die Aktivit\u00e4ten in Richtung Bewerbung einen bereits offizielleren Anstrich als in Freiburg. Vor allem aber: In beiden St\u00e4dten haben sie die Oberb\u00fcrgermeister zu ihrer Angelegenheit gemacht, was den Aufbau der entsprechenden Infrastruktur (B\u00fcros, Etat, Veranstaltungen etc.) enorm erleichtert. Nicht dass Freiburg hier hoffnungslos abgeschlagen w\u00e4re. M\u00f6glich ist noch alles, einschlie\u00dflich der Chefsache. Aber mit Blick auf vergangene Kulturdebatten ist die Gefahr eines Scheiterns, noch vor Beginn einer ernsthaften Pr\u00fcfungsphase, nicht gering. Die Gefahr, dass das Thema zerredet wird oder ins R\u00e4derwerk der bevorstehenden Wahlk\u00e4mpfe geraten k\u00f6nnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Zumal es f\u00fcr Freiburg, unabh\u00e4ngig davon, ob eine bi- oder trinationale Bewerbung am Oberrhein realisierbar ist, um eine ganz grunds\u00e4tzliche Weichenstellung geht, n\u00e4mlich jene, ob man der Kultur zutraut, zum image-, nein mehr: zukunftsbestimmenden Faktor im kommenden Jahrzehnt zu werden. Womit, um Missverst\u00e4ndnissen vorzubeugen, nicht die \u2014 lobenswerte \u2014 Stadtteilkultur im Gemeindezentrum um die Ecke, die nix kosten darf, gemeint sein kann. Woraus folgt: Hier geht es um Investitionen, \u00fcber deren Notwendigkeit man sich einig sein muss. Diesen Diskussionsprozess scheint man in Ulm und Mannheim schon hinter sich zu haben. In Freiburg sollte er schnell nachgeholt werden. Mit klaren und ehrlichen Bekenntnissen. Denn f\u00fcr eine Kulturhauptstadtbewerbung gibt es nur zwei M\u00f6glichkeiten: ganz oder gar nicht. \u00dcber deren inhaltliche Perspektiven ist damit noch gar nichts gesagt. Nur so viel: Im besten Fall k\u00f6nnte die Region Oberrhein &#8222;konkurrenzf\u00e4higer&#8220; zu Donau und Rhein-Neckar-Dreieck sein, als den Verantwortlichen dort lieb ist.<\/p>\n<p>Alexander Dick, 4.10.2008, <a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/\">www.badische-zeitung.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Kultur &gt;Freiburg &gt;Kulturhauptstadt Ertr\u00e4gt das kulturelle Freiburg keine Kunstfreiheit? (3.7.2021) https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fessenheim-novelle-von-lodemann\/\u00a0(24.2.2013) Von Kirchbach ist weiterhin f\u00fcr die Kulturhauptstadt Freiburg &gt;Kulturhauptstadt (19.8.2011) J\u00fcrgen Lodemann: Eigensinn als Leitidee zur Kulturhauptstadt\u00a0 &gt;Kulturhauptstadt (23.7.) Kulturhauptstadt Freiburg \u2013 ohne OB Salomon &gt;Kulturhauptstadt (7.7.2011) Ratlosigkeit &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturhauptstadt\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":30,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-22994","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22994","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22994"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22994\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":92203,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22994\/revisions\/92203"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/30"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22994"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}