{"id":17303,"date":"2012-12-08T19:54:36","date_gmt":"2012-12-08T18:54:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=17303"},"modified":"2022-09-24T18:21:37","modified_gmt":"2022-09-24T16:21:37","slug":"milch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/milch\/","title":{"rendered":"Milch"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Natur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/\">Natur<\/a> &gt;<a title=\"Landwirt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/\">Landwirt<\/a> &gt;Milch<\/p>\n<div id=\"attachment_16605\" style=\"width: 647px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/immobilien\/denkmal\/burg-hoefen1pan121115\/\" rel=\"attachment wp-att-16605\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-16605\" class=\"size-full wp-image-16605\" title=\"burg-hoefen1pan121115\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/burg-hoefen1pan121115.jpg\" alt=\"\" width=\"637\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/burg-hoefen1pan121115.jpg 637w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/burg-hoefen1pan121115-180x64.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-16605\" class=\"wp-caption-text\">Blick nach Osten in Burg-H\u00f6fen zwischen Kirchzarten und Himmelreich am 15.11.2012 &#8211; Thomashof, Herbstfarben<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bauern-protest\/\">Bauernproteste: Milchb\u00e4uerin Skrolly und Bauernfr\u00fchst\u00fcck<\/a> (22.9.2022)<\/li>\n<li>Christenmartinshof: Michviehwirtschaft &#8211; Laufstall &#8211; Geschichte (27.11.2021)<\/li>\n<li>Anbindehaltung in der Kritik (27.11.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/rinder\/\">Abschied von Anbindehaltung bringt kleine Bauern im Schwarzwald in Not<\/a> (5.8.2021)<\/li>\n<li>Schwarzwaldmilch &#8211; K\u00e4se in Bayern und Milch nach China (6.12.2014)<\/li>\n<li>Schwarzwaldmilch kaufen (8.12.2012)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch2.htm\">Aktuelle Infos zur Milch-Seite ab 14.6.2008<\/a> &gt;Milch2<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch1.htm\">Aktuelle Infos zur Milch-Seite ab Mai 2006<\/a> &gt;Milch1<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/landwirt4.htm#Mutterkuh-Interview: Ich bin Rosi und lebe in Buchenbach\">Mutterkuh-Interview: Ich bin Rosi und lebe in Buchenbach<\/a> &gt;Landwirt4 (19.4.2006)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#mmer mehr H\u00f6fe sind in ihrer Existenz bedroht\">Immer mehr H\u00f6fe sind in ihrer Existenz bedroht<\/a> (4.4.2006)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#Milchbauern im Hochschwarzwald k\u00e4mpfen f\u00fcr 40 Cent\/Liter\">Milchbauern im Hochschwarzwald k\u00e4mpfen f\u00fcr 40 Cent\/Liter<\/a> (6.3.2006)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#Milch produzieren - aber garantiert ohne Gentechnik\">Milch produzieren &#8211; aber garantiert ohne Gentechnik<\/a> (10.2.2006)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#Breisgau-Milch senkt Verg\u00fctung - Gestehungskosten nicht mehr gedeckt\">Breisgau-Milch senkt Verg\u00fctung &#8211; Gestehungskosten nicht mehr gedeckt<\/a> (28.1.2006)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#Milchpreis - Weitermachen oder aufh\u00f6ren\">Milchpreis &#8211; Weitermachen oder aufh\u00f6ren?<\/a> (23.1.2006)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#Milch-Tankstelle beim Bernethansenhof im Oberglottertal\">Milch-Tankstelle beim Bernethansenhof im Oberglottertal<\/a> (27.8.2005)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#H\u00f6henlandwirtschaft im M\u00fcnstertal - Milch hat ihre Bedeutung eingeb\u00fc\u00dft\">H\u00f6henlandwirtschaft im M\u00fcnstertal &#8211; Milch hat ihre Bedeutung eingeb\u00fc\u00dft<\/a>\u00a0(26.8.2005)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#Landfrauen Titisee-Neustadt rufen zu Milchschlemmerwochen auf\">Landfrauen Titisee-Neustadt rufen zu Milchschlemmerwochen auf<\/a> (24.8.2005)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#Milchschlemmerwochen im September 2002\">Milchschlemmerwochen<\/a> (20.9.2002)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/hinterzarten1.htm#Lust auf Milch - Erstes Milchfest des Hochschwarzwald am 9.6.2002\">Milchfest im Schwarzwald<\/a> &gt;Hinterzarten1 (9.6.2002)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#Bund Deutscher Milcherzeuger - BDM\">Bund Deutscher Milcherzeuger &#8211; BDM<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/ernaehrung.htm\">Ern\u00e4hrung und Nahrungsmittel<\/a> &gt;freiburg-dreisamtal.de\/ernaehrung.htm<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#Frischmilch - ESL-Milch - H-Milch: Alles Milch, oder was\">Frischmilch &#8211; ESL-Milch &#8211; H-Milch: Alles Milch, oder was?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/meine-landwirtschaft.htm\">Meine-Landwirtschaft &#8211; Kampagne<\/a> &gt;Meine-Landwirtschaft<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/rinder\/\">Milchvieh<\/a> bzw. Rinder<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/tiere.htm#Milchk\u00fche im Schwarzwald - Breisgaumilch\">Milchk\u00fche<\/a> &gt;Tiere<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/erzeugergemeinschaft.htm#Schwarzw\u00e4lder Milchstrasse - von Hof zu Hof fahren\">Milchstrasse &#8211; im Schwarzwald von Hof zu Hof<\/a> &gt;Erzeugergemeinschaft<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#Breisgaumilch Freiburg\">Schwarzwaldmilch &#8211; Breisgaumilch Freiburg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/milch#Was macht die Molkerei\">Was macht die Molkerei?\u00a0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/verbraucher.htm\">Verbraucher und Verbraucherschutz<\/a> &gt;Verbraucher<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/wein.htm\">Wein und Weinbau<\/a> &gt;Wein<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/heilkraeuter.htm\">Heilkr\u00e4uter<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Weide\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/weide\/\">Weide<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<table border=\"1\" width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" bgcolor=\"#c0c0c0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"100%\">\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: xx-small;\"><br \/>\n<\/span>Allein in Uganda m\u00fcssen t\u00e4glich \u00fcber 100 000 Liter Milch vernichtet werden, um den Milch-Weltmarktpreis in Balance zu halten. Versteh das doch endlich!<\/p>\n<p align=\"center\">Bei Herstellung von 1 Liter Milch werden 900 Gram CO2 frei und 1000 l Wasser (=5 volle Badewannen) verbraucht<span style=\"font-family: Arial; font-size: xx-small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christenmartinshof: Michviehwirtschaft &#8211; Laufstall &#8211; Geschichte<\/strong><br \/>\n<em>Die Milchviehwirtschaft im Schwarzwald hat sich seit den 1940er Jahren rasant entwickelt \u2013 zwei Seniorlandwirte berichten.<\/em><br \/>\nEinen Laufstall bauen oder nicht? Diese Investitionsentscheidung besch\u00e4ftigt derzeit viele Milchbauern und Rinderz\u00fcchter im Schwarzwald. Grund sind die gestiegenen Tierwohl-Anforderungen des Handels. Dass sich die K\u00fche im Stall frei bewegen k\u00f6nnen und nicht angebunden sind, ist dabei ein wichtiges Kriterium. Oskar Faller hat schon 1975 einen Laufstall gebaut. Der Landwirt vom Christenmartinshof in St. M\u00e4rgen geh\u00f6rte damit zu den Pionieren im Schwarzwald. Das Tierwohl stand damals allerdings nicht im Vordergrund, sagt der 79-J\u00e4hrige.<br \/>\nOskar Faller ist mit seinem Bruder Josef und f\u00fcnf weiteren Geschwistern auf dem Christenmartinshof in St. M\u00e4rgen aufgewachsen. Es ist ein klassischer Schwarzwaldhof auf etwa 1000 Metern H\u00f6he, umgeben von gr\u00fcnen Weiden und dunklem Wald, benannt nach Christian Martin, einem Vorfahren der Familie aus dem 17. Jahrhundert. 1912 wurde der Hof nach einem Brand in seiner heutigen Form wiederaufgebaut. &#8222;In meiner Kindheit waren wir fast ausschlie\u00dflich Selbstversorger&#8220;, sagt Oskar Faller und z\u00e4hlt auf: K\u00fche, Jungvieh, Schweine, Schafe, Pferde und H\u00fchner, Getreide, Kartoffeln, Gem\u00fcse, Beeren und Streuobst. Solche Vielseitigkeit war aber bald nicht mehr gefragt.<\/p>\n<p>1969 \u00fcbernahm Oskar Faller nach Abschluss seiner landwirtschaftlichen Ausbildung den Hof von den Eltern. 1975 spezialisierte er den Betrieb auf Gr\u00fcnlandwirtschaft mit Milchproduktion. Den Ackerbau gab der junge Landwirt auf, &#8222;die Mechanisierung wurde nur f\u00fcr die Milchviehwirtschaft vollzogen, alles andere w\u00e4re nicht zu finanzieren gewesen&#8220;, sagt Faller r\u00fcckblickend. Mit der Spezialisierung einher ging der Abschied von der Anbindehaltung. Faller baute f\u00fcr seine etwa 40 K\u00fche einen Boxenlaufstall. &#8222;Wir geh\u00f6rten zu den Vorreitern. Aber andere waren noch fr\u00fcher dran. Von ihren Erfahrungen konnten wir lernen.&#8220;<\/p>\n<p>Der Laufstall sei damals noch ein Experiment gewesen, &#8222;niemand wusste so recht, wie es richtig geht&#8220;. So mussten die rund 40 K\u00fche, um im neuen Stall in den Melkstand zu kommen, mehrere Treppenstufen \u00fcberwinden. &#8222;Dabei gab\u2019s st\u00e4ndig Probleme, das haben wir sp\u00e4ter ge\u00e4ndert&#8220;, sagt Faller.<\/p>\n<p>Vor dem Laufstall war im Schwarzwald die Anbindehaltung die Regel gewesen: Im Sommer kamen die K\u00fche auf die Weide, in tieferen Lagen sogar Tag und Nacht. &#8222;Vom Herbst bis Mitte Mai war aber jedes Tier, ob Kalb, Kuh, Stier oder Bulle, im Stall an einer Kette um den Hals Tag f\u00fcr Tag festgezurrt&#8220;, berichtet Josef Faller. Der 73-j\u00e4hrige Bruder von Oskar Faller war fast 30 Jahre lang Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der landwirtschaftlichen Genossenschaft ZG Raiffeisen Kaiserstuhl und Breisgau. Die beiden Br\u00fcder haben die rasante Entwicklung der Landwirtschaft im Schwarzwald \u00fcber bald acht Jahrzehnte miterlebt. Gemeinsam sortieren sie derzeit ihre Lebenserinnerungen und haben ein Buch \u00fcber die 1950er und 1960er Jahre im Hochschwarzwald verfasst.<\/p>\n<p>In seiner Jugend sei es &#8222;fast in jedem Stall relativ dunkel und schlecht bel\u00fcftet&#8220; gewesen, erz\u00e4hlt Josef Faller. &#8222;Durch das Anbinden war die Bewegungsfreiheit der Tiere sehr stark eingeschr\u00e4nkt.&#8220; Um eine Arbeitsentlastung f\u00fcr die Bauern und ihre M\u00e4gde oder Knechte zu erreichen, seien zwischen 1955 und 1960 die ersten Selbsttr\u00e4nkebecken eingef\u00fchrt worden. Bis dahin sei das Vieh im Winter morgens und abends immer losgebunden und an den Wassertrog getrieben worden, erz\u00e4hlt Oskar Faller. Mit den neuen Tr\u00e4nken konnte es an seinem Standplatz trinken, was den Menschen zumindest einen Teil ihrer harten Arbeit auf dem Hof ersparte. Die K\u00fche wurden jedoch um das letzte Bisschen Bewegung gebracht. &#8222;Mit dem heutigen Thema Tierwohl hatte das alles sehr wenig zu tun&#8220;, sagt Faller.<\/p>\n<p>Zwischen 1950 und 1970 schritt die technische Entwicklung auf dem Christenmartinshof mit Riesenschritten voran: Auf die erste elektrische Melkmaschine folgten der erste elektrische Weidezaun, dann Schlepper, Motors\u00e4gen und M\u00e4hdrescher \u2013 alles sparte Muskelkraft. Manchmal nutzten solche Arbeitserleichterungen auch den Tieren: So wurden zum Beispiel die Ketten um den Hals der K\u00fche durch sogenannte Halsrahmen aus Metall ersetzt. Dadurch &#8222;hatten die Tiere die M\u00f6glichkeit, t\u00e4glich \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum, ohne Hektik, viel mehr Futter aufzunehmen&#8220;, erl\u00e4utert Josef Faller. In der Folge gaben sie mehr Milch. Ein weiterer Vorteil f\u00fcr den Bauern war, dass er die Halsrahmen mit einem Hebel alle auf einmal \u00f6ffnen konnte und nicht mehr jede Kuh einzeln losketten musste.<\/p>\n<p>Andere Vorteile f\u00fcr den Landwirt waren f\u00fcr die Tiere hingegen eine Qual. Dazu geh\u00f6rte der sogenannte Kuhtrainer, ein \u00fcber dem Widerrist der Kuh angebrachter Elektrozaun. Stemmte sich die Kuh aus dem Liegen hoch und machte dabei ihren \u00fcblichen Buckel, bekam sie einen leichten Stromschlag, woraufhin sie einen Schritt zur\u00fccktrat, sodass ihr Kot nicht mehr auf, sondern hinter ihren Liegeplatz fiel. Dadurch hatte der Bauer weniger zu putzen. &#8222;Das hat eine saubere Kuh geschaffen&#8220;, sagt Faller. &#8222;An das Wohlbefinden der Tiere wurde damals nicht gedacht. Auch der Gedanke, dass zufriedene K\u00fche mehr Leistung bringen k\u00f6nnten, spielte kaum eine Rolle.&#8220;<br \/>\n.<br \/>\nDie entscheidende Wende habe, darin sind sich die Br\u00fcder einig, der Besuch des Vizepr\u00e4sidenten der EWG-Kommission Sicco Mansholt im Schwarzwald 1970 gebracht. Mansholt gilt als Begr\u00fcnder der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, die EWG-Kommission war die Vorg\u00e4ngerin der heutigen EU-Kommission. Bei seinem Besuch soll der niederl\u00e4ndische Politiker gesagt haben: Im Jahr 2000 werde es im Schwarzwald keine Landwirtschaft mehr geben, weil sie im Gemeinsamen Markt nicht konkurrenzf\u00e4hig sei. &#8222;Das hat alle wachger\u00fcttelt, nicht nur die Politiker, und war im Nachhinein ein Gl\u00fccksfall&#8220;, ist Oskar Faller \u00fcberzeugt.<br \/>\nOhne Landwirte w\u00fcrde der Schwarzwald alsbald zuwuchern. Nicht nur die landwirtschaftlichen Produkte fehlten, sondern auch die Attraktivit\u00e4t als Touristenziel. Nach Mansholts Weckruf habe das Land Baden-W\u00fcrttemberg deshalb ein F\u00f6rderprogramm geschaffen, erinnert sich Oskar Faller. Dazu geh\u00f6rte ein Zuschuss f\u00fcr seinen 300 000 D-Mark teuren Stallneubau. &#8222;Bis der Laufstall auf dem heutigen Stand war, hat es aber gedauert&#8220;, betont der Seniorlandwirt. So habe es anfangs keine Buchten f\u00fcr kranke oder kalbende Tiere gegeben. &#8222;Wir mussten viel ausprobieren. Aber es hat sich gelohnt.&#8220; L\u00e4ngst hat sein Sohn Joachim Faller den Hof \u00fcbernommen und 2009 auf Biolandwirtschaft umgestellt. Daf\u00fcr wurde der Stall wieder umgebaut, &#8222;die K\u00fche haben jetzt doppelt so viel Platz&#8220;. Die Weiterentwicklung endet eben nie.<br \/>\n&#8230; Alles vom 27.11.2021 von Barbara Schmidt bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/nicht-immer-zum-wohl-der-tiere--206801499.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/nicht-immer-zum-wohl-der-tiere&#8211;206801499.html<\/a><\/p>\n<p>Christenmartinshof in St.M\u00e4rgen-Schweigh\u00f6fe<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/schweighoefe5.htm#Christenmartinshof\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/schweighoefe5.htm#Christenmartinshof<\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anbindehaltung in der Kritik<\/strong><br \/>\nTierwohl ist derzeit in aller Munde. Vor allem der Lebensmittelhandel treibt die Debatte voran, wohingegen die bisherige Bundesregierung an einem staatlichen Tierwohllabel gescheitert ist. Etliche Handelsketten haben eigene Tierwohlkennzeichnungen eingef\u00fchrt und angek\u00fcndigt, bald nur noch Fleisch aus artgerechterer Tierhaltung verkaufen zu wollen. Bei Milch ist ein zentrales Kriterium, ob die K\u00fche im Stall angebunden werden oder nicht. Der Discounter Lidl etwa versieht Frischmilch seiner Eigenmarke bereits mit dem Hinweis &#8222;Keine Anbindehaltung&#8220;. Erste Molkereien zahlen Bauern f\u00fcr Milch aus ganzj\u00e4hriger Anbindehaltung weniger. Die Freiburger Schwarzwaldmilch wird von 2030 an keine Milch mehr annehmen von K\u00fchen, die das ganze Jahr \u00fcber angebunden im Stall stehen. Als L\u00f6sung gilt der Laufstall, in dem die lauffreudigen Paarhufer mehr Platz haben und sich frei bewegen k\u00f6nnen.<br \/>\nIm Schwarzwald wurden die ersten Laufst\u00e4lle Anfang der 1970er Jahre gebaut. Damals sei es weniger um Tierwohl als um arbeitswirtschaftliche Verbesserungen gegangen, sagt Herbert Pohlmann, Stallbauberater im Regierungsbezirk Freiburg. Letzteres sei auch heute noch ein Aspekt: &#8222;Ich kann im Laufstall immer etwas Arbeit sparen.&#8220; Vor allem jedoch sei die Arbeitsqualit\u00e4t eine bessere, erl\u00e4utert Pohlmann. Beispielsweise m\u00fcsse der Landwirt zum Melken nicht mehr zwischen den K\u00fchen knien, sondern die Tiere gehen selbstst\u00e4ndig in den Melkstand oder ein Roboter erledigt das Melken. Und wie ist es um das Wohlbefinden der Tiere im Laufstall bestellt? Die gr\u00f6\u00dfere Bewegungsfreiheit komme den K\u00fchen sehr entgegen, sagt Pohlmann, der seit 1997 Landwirte ber\u00e4t. &#8222;Aber grunds\u00e4tzlich ist das Tierwohl mehr vom Tierhalter als vom Stallsystem abh\u00e4ngig. Wenn ich mich nicht k\u00fcmmere, kann ich im Laufstall eine genauso schlechte Tierhaltung betreiben wie im Anbindestall.&#8220;<br \/>\nF\u00fcr den Schwarzwald mit seinen \u2013 im Vergleich zu Nord- und Ostdeutschland \u2013 kleinen Milchviehbetrieben war bisher eine Kombination aus Weide- und Anbindehaltung typisch: Von Fr\u00fchjahr bis Herbst sind die K\u00fche auf der Weide, im Winter stehen sie angebunden im Stall. Von den fast 1000 Schwarzwaldmilch-Bauern handhabt das noch knapp die H\u00e4lfte so. Nach den Tierwohlkriterien des Handels z\u00e4hlt Weidegang aber vergleichsweise wenig. So erreicht die Weide-Anbinde-Kombi bei Milchk\u00fchen maximal Haltungsformstufe 2, bei Rindern sogar nur die schlechteste Stufe 1. In Baden-W\u00fcrttemberg ist der Laufstall bei Milchk\u00fchen und Rindern mit 83 Prozent inzwischen die vorherrschende Haltungsform.<br \/>\n27.11.2021, Barbara Schmidt, badische Zeitung<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Es ist einfach, der Landwirtschaft die Schuld zu geben<br \/>\n<\/strong>Dieser Leserbrief (&#8222;Resistenz durch die Milch vom Landwirt&#8220;, Frank Hiepe, 8.4.2015) kann nicht unkommentiert bleiben. Er vermittelt dem Leser eine v\u00f6llig falsche Sicht auf die Milcherzeugung. Die Milch ist eines der Lebensmittel, die am besten kontrolliert werden.<br \/>\nBei der Milch wird die ganze Tankf\u00fcllung bei jeder Abholung kontrolliert, also jeder Milliliter und demnach jede Kuh, die Milch liefert. Wenn Antibiotika in der Milch sind, wird keine Molkerei diese Milch verarbeiten, denn dann funktioniert keine K\u00e4se- oder Joghurt-Herstellung. Daher kann der Verbraucher sicher sein, dass jedes Milchprodukt zu 100 Prozent antibiotikafrei ist.<br \/>\nEs ist immer am einfachsten, der Landwirtschaft die Schuld in die Schuhe zu schieben. Das lesen wir zur Gen\u00fcge jeden Tag in den verschiedensten Zeitungen. Ich habe es satt!<br \/>\n18.4.2015, Susanne Weber, Milchb\u00e4uerin, St. Peter<\/p>\n<p><strong>Schwarzwaldmilch &#8211; K\u00e4se in Bayern und Milch nach China<\/strong><br \/>\nDie Freiburger Schwarzwaldmilch-Molkerei will ins K\u00e4segesch\u00e4ft einsteigen. Badische Milch soll in Bayern zu Bio-K\u00e4se werden. Milch wird nach China exportiert. Die Gr\u00fcnde erl\u00e4utert Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Andreas Schneider im Interview. &#8230;<br \/>\nAlles vom 6.12.2014 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/interview-warum-die-schwarzwaldmilch-ins-kaesegeschaeft-einsteigt\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/interview-warum-die-schwarzwaldmilch-ins-kaesegeschaeft-einsteigt<\/a><\/p>\n<p><strong>&#8230; das ist nicht Bio<\/strong><br \/>\nF\u00fcr mich ist &#8222;Bio&#8220; nicht vereinbar mit t\u00e4glichen LKW-Transporten nach Bayern und als K\u00e4selaib wieder zur\u00fcck. Aber ich sehe auch, dass die Schwarzwaldmilch ihre Milch als Produkt irgendwie an den Kunden bringen muss. Wahrscheinlich werde ich diesen K\u00e4se nicht kaufen, dann lieber den K\u00e4se der kleinen K\u00e4sereien die es tats\u00e4chlich hier im Schwarzwald gibt, das ist K\u00e4se von Experten ohne Transportwege. F\u00fcr mich geht der Trend immer mehr weg von Supermarkt.<br \/>\n6.12.2014, Marianne Schulz<\/p>\n<p><strong>Die Logistikbranche freut sich<\/strong><br \/>\nRosen nach Athen und Milch nach China &#8230; Ja weiter so, unsere Verkehrswege sind noch nicht \u00fcberlastet genug. Ganz gelinde gesagt, was f\u00fcr ein Schwachsinn. genauso das mit dem K\u00e4semachen. erinnert an Krappenpulen in Marokko. Oder der Joghurtbecher, der einmal die Welt umrundet, ist das gr\u00fcn, ist das nachhaltig? Da schreit niemand und die Logistiklobby freut sich. Ja, ja, wenn kein LKW mehr f\u00e4hrt, dann bleibt der K\u00fchlschrank leer. Weihenstephan in Baden, Schwarzwaldmilch in Bayern.<br \/>\n6.12.2014, Andreas Jenne<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schwarzwaldmilch kaufen<\/strong><\/p>\n<p>Konsumenten k\u00f6nnen Einfluss nehmen, indem sie hochwertige Produkte kaufen. In Br\u00fcssel haben Milchbauern f\u00fcr Marktregelungen demonstriert, damit sich die Milchproduktion st\u00e4rker am Bedarf orientieren kann. Die EU-Agrarpolitik steuert bis heute in die entgegengesetzte Richtung. Unter dem Schlagwort &#8222;Liberalisierung der M\u00e4rkte&#8220; soll die bisherige Milchmengenregelung ab 2015 abgeschafft werden. Als \u00dcbergang in diese neue &#8222;Milchproduktionsfreiheit&#8220; wurden in den letzten Jahren die Milchkontingente der Bauernh\u00f6fe um jeweils ein Prozent pro Jahr aufgestockt. Eine Folge davon war die Milchschwemme 2009. Um dieser \u00dcberproduktion Herr zu werden, nahm die EU Steuermittel zur Hand und exportierte \u00fcbersch\u00fcssige Milch zu Dumpingpreisen nach Afrika. Dort mussten viele Kleinbauern aufgeben, und dass in Kamerun die gr\u00f6\u00dfte Molkerei dicht machte, war sogar in der BZ zu lesen.<br \/>\nViele Milcherzeuger interpretieren aus diesen Bedingungen den Zwang, weiter zu wachsen. Fit sein f\u00fcr die Zeit nach 2015, lautet die Devise. So werden derzeit Rinderst\u00e4lle f\u00fcr bis zu 250 K\u00fche gebaut und bezuschusst. Mit b\u00e4uerlicher Landwirtschaft hat dies sehr wenig zu tun, und die Bauernh\u00f6fe, die man zu unterst\u00fctzen glaubt, bleiben auf der Strecke. Auch die Verbraucher profitieren nicht von der billigen Milch ab 2015. Quantit\u00e4t bedeutet sehr selten auch Qualit\u00e4t und ebenso selten zeichnet sich Kostenf\u00fchrerschaft durch Qualit\u00e4tsprodukte aus.<\/p>\n<p>Milchk\u00fche aus solchen Agrarfabriken werden nicht mehr auf die Weide gelassen, weil so viele Tiere zu viel Schaden anrichten w\u00fcrden. Solche K\u00fche geben keine Weidemilch mit gesunden Omega-3-Fetts\u00e4uren. Sie m\u00fcssen ihr (kurzes) Leben im Stall fristen mit Futterkonserven und Gensoja aus \u00dcbersee. Diese K\u00fche m\u00fcssen auch Turbo-Milchleistungen \u00fcber 10 000 Liter pro Jahr erbringen, damit sich der neue Stall rechnet. Ach ja, und es bedarf keiner Erw\u00e4hnung, dass solche Industrielandwirtschaft nicht mehr im Schwarzwald betrieben werden kann, sondern im Flachland mit zus\u00e4tzlicher Ausbeutung der B\u00f6den. Die Landschaft im Schwarzwald wird anderweitig offen gehalten. Mit was? Mit Steuergeldern, nat\u00fcrlich.<br \/>\nDie Konsumenten haben eine M\u00f6glichkeit, sich zu solidarisieren \u2013 mit dem Einkauf in regionalen Superm\u00e4rkten, wo es hochwertige Milchprodukte mit dem Namen &#8222;Schwarzwaldmilch&#8220; gibt. Dort gibt es noch die Milch von gl\u00fccklichen K\u00fchen, die frisches Gras fressen und die Sonne sehen. Und das f\u00fcr Nahrung ausgegebene Geld bleibt in der Region. Auch das freut den Steuerzahler.<br \/>\n8.12.2012, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/rinder\/\">Rainer Bank<\/a>, Kirchzarten<\/p>\n<p>&#8222;Traktorfahrt f\u00fcr h\u00f6heren Milchpreis&#8220; vom 27.11.2012 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wirtschaft-3\/milchbauern--66127755.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wirtschaft-3\/milchbauern&#8211;66127755.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Natur &gt;Landwirt &gt;Milch Bauernproteste: Milchb\u00e4uerin Skrolly und Bauernfr\u00fchst\u00fcck (22.9.2022) Christenmartinshof: Michviehwirtschaft &#8211; Laufstall &#8211; Geschichte (27.11.2021) Anbindehaltung in der Kritik (27.11.2021) Abschied von Anbindehaltung bringt kleine Bauern im Schwarzwald in Not (5.8.2021) Schwarzwaldmilch &#8211; K\u00e4se in Bayern und Milch &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/milch\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":1014,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-17303","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17303","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17303"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17303\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104677,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17303\/revisions\/104677"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}