{"id":15706,"date":"2012-11-17T21:03:52","date_gmt":"2012-11-17T20:03:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=15706"},"modified":"2022-04-23T12:58:17","modified_gmt":"2022-04-23T10:58:17","slug":"hunger","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/hunger\/","title":{"rendered":"Hunger"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Global\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/\">Global<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Ernaehrung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/ernaehrung\/\">Ernaehrung<\/a> &gt;Hunger<\/p>\n<div id=\"attachment_15649\" style=\"width: 647px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/krise\/konflikte\/schauinsland6bergstation-pan121115\/\" rel=\"attachment wp-att-15649\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15649\" class=\"size-full wp-image-15649\" title=\"schauinsland6bergstation-pan121115\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/schauinsland6bergstation-pan121115.jpg\" alt=\"\" width=\"637\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/schauinsland6bergstation-pan121115.jpg 637w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/schauinsland6bergstation-pan121115-180x66.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15649\" class=\"wp-caption-text\">Blick von der Bergstation am Schauinsland nach Westen \u00fcber den Rheintalnebel zu den Vogesen am 15.11.2012<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/mit-oekologie-in-die-hungersnot\/\">Mit \u00d6kologie in die Hungersnot<\/a>\u00a0(23.4.2022)<\/li>\n<li>Das ARD Nachtmagazin und der Hunger auf der Welt (14.7.2020)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/jean-ziegler-hungertod-ist-mord\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/jean-ziegler-hungertod-ist-mord\/<\/a>\u00a0(17.11.2012)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/hunger.htm#H\u00e4nde-weg-vom-Acker-mann.de: foodwatch gegen Nahrungsmittelspekulation\">H\u00e4nde-weg-vom-Acker-mann.de: foodwatch gegen Nahrungsmittelspekulation<\/a> &gt;Hunger (22.10.11)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/hunger#Bernhard Walter von Brot f\u00fcr die Welt: Hunger ist menschengemacht\">Bernhard Walter von Brot f\u00fcr die Welt: Hunger ist menschengemacht<\/a> &gt;Hunger (15.10.11)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/hunger.htm#Hunger - Film von Marcus Vetter und Karin Steinberger\">Hunger &#8211; Film von Marcus Vetter und Karin Steinberger<\/a> &gt;Hunger (27.10.2010)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/biomasse.htm#Energiehunger im Norden schafft Ern\u00e4hrungsprobleme im S\u00fcden\">Energiehunger im Norden schafft Ern\u00e4hrungsprobleme im S\u00fcden<\/a> &gt;Biomasse (10.3.2010)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/einewelt5.htm#Land-Kauf der Industriestaaten in Peru und Brasilien erzeugt Hunger\">Land-Kauf der Industriestaaten in Peru und Brasilien erzeugt Hunger<\/a> &gt;Einewelt5 (9.2.2010)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/hunger#Bonner Aufruf f\u00fcr eine andere Entwicklungspolitik\">Bonner Aufruf f\u00fcr eine andere Entwicklungspolitik<\/a> (23.3.2009)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/hunger.htm#Realwirtschaft statt Spekulation - Ursachen und Folgen der Nahrungskrise\">Realwirtschaft statt Spekulation &#8211; Ursachen und Folgen der Nahrungskrise<\/a> &gt;Hunger (18.11.2008)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/hunger#Das Menschenrecht auf Nahrung\">Das Menschenrecht auf Nahrung<\/a> &gt;Hunger (18.11.2008)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/armut.htm#Rettungspaket gegen den Welthunger\">Rettungspaket gegen den Welthunger<\/a> &gt;Armut (15.11.2008)<\/li>\n<li>Jean Ziegler: Wir lassen sie verhungern &#8211; Die Massenvernichtung in der Dritten Welt (11.9.2012)<\/li>\n<li>Hoimar von Ditfurth: Die m\u00f6rderische Konsequenz des Mitleids (13.8.1984)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><a title=\"Bevoelkerungswachstum\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demografie\/bevoelkerungswachstum\/\">Bev\u00f6lkerungswachstum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/kinder.htm#Brotzeit - Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr Schulkinder\">Brotzeit &#8211; Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr Schulkinder<\/a>&gt;Kinder<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/hunger#MENSCHENRECHTE 3000 in Freiburg\">MENSCHENRECHTE 3000 in Freiburg<\/a> &gt;Hunger<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/hunger#Links\">Links<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"1\" width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" bgcolor=\"#e8e8e8\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"100%\">\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial; font-size: xx-small;\">Ganze Weltregionen profitieren nicht von der Globalisierung: Afrika, Mittelamerika, der Mittlere Osten und Teile S\u00fcdasiens.<br \/>\nIn einem Schwellenland wie Indien leben so viele Arme wie noch nie zuvor.<br \/>\nIn China hat sich ein Mittelstand in den gro\u00dfen St\u00e4dten etabliert. Auf dem Land leiden Millionen Menschen Hunger.<br \/>\nWeltweit leben knapp drei Milliarden Menschen von weniger als zwei Dollar am Tag.<br \/>\nJede Kuh in der Europ\u00e4ischen Union wird h\u00f6her subventioniert.<br \/>\nDie <a title=\"EU-Banken\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/eu-banken\/\">Finanzkrise<\/a> wird die Armut vergr\u00f6\u00dfern \u2013 darin sind sich alle Experten einig<span style=\"font-family: Arial; font-size: xx-small;\"><br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das ARD Nachtmagazin und der Hunger auf der Welt<\/strong><br \/>\nDie linksextreme Tagesschau-Redaktion bejammert gerade im Nachtmagazin bejammert gerade, dass der Hunger stark ansteigert, wieder mehr Menschen auf der Welt \u2013 vor allem Afrika \u2013 nicht ordentlich ern\u00e4hrt w\u00fcrden. W\u00fcrde man aber, so meinen sie, alle Lebensmittel, die produziert werden, \u201egerecht\u201d verteilen, so k\u00f6nnte man 12 Milliarden Menschen ern\u00e4hren. Moment mal.<br \/>\nHei\u00dft es nicht st\u00e4ndig, wir m\u00fcssten das Wachstum aufgeben, die Industrie reduzieren, weniger Transport, weniger Reisen, um die Erde zu retten? Und jetzt sollen wir industriell und logistisch aufr\u00fcsten, um 12 Milliarden Menschen zu ern\u00e4hren? Wozu soll das gut sein?<br \/>\nEs ist v\u00f6llig egal, wieviel Milliarden man ern\u00e4hren kann, weil sie sich auf jeden Fall soweit vermehren werden, bis der Hunger die Grenze setzt. Wenn wir bei jetzt 7 bis 8 Milliarden Menschen daf\u00fcr sorgen, dass wir k\u00fcnftig 12 Milliarden ern\u00e4hren k\u00f6nnen, werden wir in k\u00fcrzester Zeit dann 15 Milliarden Menschen haben und noch viel mehr hungern als jetzt.<br \/>\nAnders gesagt: Mit jedem hungernden Menschen, den man jetzt satt macht, werden irgendwann drei oder f\u00fcnf oder sieben Hungernde \u2013 weil man ihn satt macht. Menschen, die jetzt lokal schon nicht ern\u00e4hrt werden k\u00f6nnen, durch \u201eUmverteilen\u201d (also weltweiten Transport, den man eben noch abschaffen wollte) k\u00fcnstlich am Leben zu erhalten, ist im Prinzip Massenmord, indem der M\u00f6rder sich seine Mordopfer erst z\u00fcchtet um sie dann verhungern zu lassen.<br \/>\nEs kann \u00fcberhaupt nicht funktionieren, Leute durch Nahrungsmittelimport am Leben zu halten, die jetzt schon nicht lokal selbst \u00fcberlebensf\u00e4hig sind, sich aber vermehren wie bekloppt, um die Sache immer schlimmer zu machen.<br \/>\nNormalerweise w\u00fcrde man aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden sagen, dass Hunger die nat\u00fcrliche Grenze der Bev\u00f6lkerungsdichte unter nat\u00fcrlichen Bedingungen ist.<br \/>\nAus irgendwelchen Gr\u00fcnden aber will man unbedingt, dass man Lebensmittel in gro\u00dfen Mengen um die Welt schippert, als h\u00e4tte es die Klimadiskussion nie gegeben.<br \/>\n&#8230; Alles vom 14.7.2020 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.danisch.de\/blog\/2020\/07\/14\/das-ard-nachtmagazin-und-der-hunger-auf-der-welt\/\">https:\/\/www.danisch.de\/blog\/2020\/07\/14\/das-ard-nachtmagazin-und-der-hunger-auf-der-welt\/<br \/>\n(<\/a>siehe Artikel\u00a0von Hoimar von Ditfurth ganz unten)<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<div><strong>Jean Ziegler: Wir lassen sie verhungern &#8211; Die Massenvernichtung in der Dritten Welt<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div id=\"14664\">\n<p>Es sind gewohnt starke Worte, die Jean Ziegler gleich in der Einleitung seines neuen Buches <em>Wir lassen sie verhungern<\/em> verwendet. Als &#8222;Skandal unseres Jahrhunderts&#8220; bezeichnet den Hungertod von Millionen von Menschen im Jahr, als &#8222;Mord&#8220; gar den Hungertod von Kindern unter zehn Jahren, den es seinen Berechnungen nach alle f\u00fcnf Sekunden gibt. Man mag das allzu kraftmeierisch und alarmistisch finden. Doch bei den Zahlen, die Ziegler vorlegt, so wie er argumentiert und sein Buch \u00fcber die komplexen Zusammenh\u00e4nge des globalen Hungerproblems aufbaut, kann die Wortwahl gar nicht kraftmeierisch und alarmistisch genug sein. Denn das Grundproblem des Ganzen wird leider auch die noch so genaue Lekt\u00fcre dieses Buches nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen: die von Ziegler beklagte &#8222;eiserne Gleichg\u00fcltigkeit&#8220; und &#8222;zerstreute Aufmerksamkeit&#8220; der westlichen Welt. Wo gemordet wird, gibt es auch T\u00e4ter. Und die agieren eben vor allem in der sogenannten Ersten Welt: &#8222;die Kreuzritter des Neoliberalismus&#8220;, die die transkontinentalen Privatkonzerne leiten, die Nestles, BASFs und Bayers beispielsweise, aber auch der Internationale W\u00e4hrungsfonds, die WTO und die Weltbank; dann die Spekulanten an den B\u00f6rsen, die mit Grundnahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen handeln und dadurch die Lebensmittelpreise in die H\u00f6he treiben; und nicht zuletzt die &#8222;Geier des gr\u00fcnen Golds&#8220;, wie Ziegler sie nennt, diejenigen, die auf Bioethanol und Biodiesel als Ersatz f\u00fcr fossile Brennstoffe setzen, die Konzerne, die diese sogenannten Agrotreibstoffe produzieren, daf\u00fcr aber viel Nutzfl\u00e4che brauchen und Unmengen von Wasser und anderer Energie ben\u00f6tigen.\u00a0 &#8230;.<br \/>\nGesamte Rezension\u00a0vom 11.9.2012 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kulturradio.de\/rezensionen\/buch\/2012\/jean_ziegler_wir_lassen.html\">https:\/\/www.kulturradio.de\/rezensionen\/buch\/2012\/jean_ziegler_wir_lassen.html<\/a><\/p>\n<p><em>Jean Ziegler ist Vizepr\u00e4sident des Beratenden Ausschusses des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen. Von 2000 bis 2008 war der Schweizer erster UN-Sonderberichterstatter f\u00fcr das Recht auf Nahrung. In seinen B\u00fcchern (u.a. &#8222;Die Schweiz w\u00e4scht wei\u00dfer&#8220;, &#8222;Der Hass auf den Westen&#8220;, &#8222;Das Imperium der Schande&#8220;, &#8222;Die neuen Herrscher der Welt&#8220;) kritisiert der emeritierte Soziologieprofessor der Universit\u00e4t Genf massiv Schweizer Politiker, Gro\u00dfbanken und Finanzakteure. Deshalb wurde er mehrfach verklagt. Seine Schulden aus verlorenen Prozessen belaufen sich auf mehrere Millionen Euro. Zieglers neuestes Buch, &#8222;Wir lassen sie verhungern \u2013 Die Massenvernichtung in der Dritten Welt&#8220;.<\/em><\/p>\n<div id=\"20085\">\n<div>\n<p><em>Jean Ziegler<\/em><br \/>\n<em>&#8222;Wir lassen sie verhungern. Die Massenvernichtung in der Dritten Welt.&#8220;<\/em><br \/>\n<em>Aus dem Franz\u00f6sischen von Hainer Kober<\/em><br \/>\n<em>C. Bertelsmann Verlag, G\u00fctersloh 2012, ISBN 978-3-570-10126-1, Gebunden, 320 Seiten, 19.99 Euro<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>Als UN-Sonderberichterstatter f\u00fcr das Recht auf Nahrung beklagt Jean Ziegler die vielen humanit\u00e4rer Katastrophen, die den Hungertod mit sich bringen:<br \/>\n&#8222;Egal wo auf der Welt \u2013 ob nun in Peru, Bangladesch oder in Somalia \u2013 \u00fcberall sterben die Kinder auf die gleiche Weise. Ohne ausreichend Nahrung gehen sie unter f\u00fcrchterlichen Schmerzen zugrunde. Der K\u00f6rper verbraucht erst die Zucker-, dann die Fettreserven. Das Immunsystem bricht zusammen. Durchf\u00e4lle beschleunigen die Auszehrung. Mundparasiten und Infektionen der Atemwege verursachen schreckliche Schmerzen. Dann werden die Muskeln zerst\u00f6rt. Die Kinder k\u00f6nnen sich nicht mehr auf den Beinen halten. Sie schauen einen aus Greisengesichtern an. Dann folgt ein furchtbarer, schmerzvoller Tod. Solange meine Kraft reicht, will ich deshalb daf\u00fcr k\u00e4mpfen, dass dieser Horror ein Ende findet.&#8220;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>In dem Buch &#8222;Wir lassen sie verhungern&#8220; klagt Jean Ziegler die Industriel\u00e4nder der\u00a0&#8222;Massenvernichtung in der Dritten Welt&#8220; an:<br \/>\n&#8222;Ein Kind, das jetzt, wo wir reden, an Hunger stirbt, wird ermordet. Alle f\u00fcnf Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren an den Folgen des Hungers. Dieser massenhafte Hungertod ist der Skandal unseres Jahrhunderts. Mehr als 37 000 Menschen verhungern jeden Tag, und fast eine Milliarde sind permanent schwerstens unterern\u00e4hrt \u2013 und das, obwohl laut der Weltern\u00e4hrungsorganisation FAO die Weltlandwirtschaft in der Lage w\u00e4re, zw\u00f6lf Milliarden Menschen zu ern\u00e4hren \u2013 also nahezu das Doppelte der Weltbev\u00f6lkerung. Es gibt grenzenlosen \u00dcberfluss und trotzdem sterben jedes Jahr Millionen Menschen an Hunger.&#8220;<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Hoimar von Ditfurth: Die m\u00f6rderische Konsequenz des Mitleids<\/strong><br \/>\n<strong>Der Selbstbetrug bei den Brot-Spenden f\u00fcr die Dritte Welt<\/strong><br \/>\nvon Hoimar von Ditfurth<br \/>\n.<br \/>\nAuch heute werden wieder 40 000 Kinder sterben &#8211; alle zwei Sekunden eines. Sie verhungern. Als kleine Skelette mit faltig-alten Gesichtern werden sie irgendwann im Laufe dieses Tages aufh\u00f6ren weiterzuleben. Tag f\u00fcr Tag, 365 mal in jedem Jahr, das Gott werden l\u00e4\u00dft. Alle 24 Stunden entsteht so, verteilt \u00fcber die L\u00e4nder der sogenannten Dritten Welt, ein Berg von 40 000 verschrumpelten Kinderleichen.<br \/>\nDie m\u00f6rderische Konsequenz des Mitleids<br \/>\nFurchtbar? Viel schlimmer: Wenn diese Kinder nicht st\u00fcrben, wenn sie nicht in den Armen ihrer M\u00fctter verhungerten, die selbst nicht mehr die Kraft haben, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen, wenn sie etwa \u00fcberlebten und gar erwachsen w\u00fcrden, um selbst Kinder zu haben, dann w\u00e4re die Katastrophe noch weitaus gr\u00f6\u00dfer. Es mag zynisch klingen, da\u00df ihr vieltausendfacher lautloser Tod die Erde vor einer Situation bewahrt, die alles heutige Sterben bei weitem \u00fcbertr\u00e4fe. Nur, es ist die logische Konsequenz aus der irrationalen Ungleichung, dem Geburten\u00fcberschu\u00df aus der Dritten Welt durch Geburtenkontrolle nicht vorzubeugen aus der heuchlerischen Achtung vor ungeborenem Leben, das &#8211; erst einmal geboren &#8211; am Leben nicht erhalten werden kann.<\/p>\n<p>Deshalb ist es an der Zeit, eine B\u00fcrgerinitiative ins Leben zu rufen mit dem Ziel, den verh\u00e4ngnisvollen Unfug anzuprangern, der mit jenen kleinen Zeitungsanzeigen getrieben wird, aus deren Bildern einem ein dunkelh\u00e4utiges Kind mit gro\u00dfen Hungeraugen entgegenblickt. Eine Initiative verantwortungsbewu\u00dfter Mitb\u00fcrger, die nicht l\u00e4nger hinzunehmen bereit sind, da\u00df mit den Methoden moderner Werbestrategien zielbewu\u00dft ein Mitleid kultiviert wird, dessen Konsequenzen t\u00f6dlich sind.<\/p>\n<p>Denn f\u00fcr jedes einzelne Kind, das heute durch die Aktivit\u00e4ten solcher Organisationen gerettet wird, wird es in der n\u00e4chsten Generation vier oder f\u00fcnf oder sechs Kinder geben. Und dazu, auch diese wieder vor einem elenden Hungertod bewahren zu k\u00f6nnen, werden dann selbst die vereinigten Anstrengungen von &#8222;Misereor&#8220; und &#8222;Brot f\u00fcr die Welt&#8220; und all die vielen Patenschaften nicht mehr ausreichen.<br \/>\nWer nicht zu feige ist, hinzusehen, kommt an der Einsicht nicht vorbei, da\u00df jeder, der sich darauf beschr\u00e4nkt, die heute hungernden Kinder zu s\u00e4ttigen, statt dem unvermeidlichen Sterben durch Geburtenkontrolle vorzubeugen, unmittelbar und urs\u00e4chlich dazu beitr\u00e4gt, die Leichenberge, denen sich die morgige Generation gegen\u00fcbersehen wird, auf noch gr\u00f6\u00dfere H\u00f6hen anwachsen zu lassen.<\/p>\n<p>Warum ist es eigentlich so schwer, dieser simplen Erkenntnis zu allgemeiner Anerkennung zu verhelfen? Die Antwort liegt auf der Hand: Weil sie einhergeht mit dem Eingest\u00e4ndnis eines unr\u00fchmlichen Selbstbetrugs.<br \/>\nDer gleiche Augenblick, in dem ich mir \u00fcber die m\u00f6rderischen Konsequenzen des Mitleids klarwerde, an das hier appelliert wird, verschafft mir auch die peinliche Entdeckung, da\u00df die Hilfsbereitschaft, welche die bewu\u00dften Anzeigen in mir mobilisieren, gar nicht dem hungernden Kind gilt, sondern in Wahrheit mir selbst, n\u00e4mlich meinem eigenen Seelenfrieden. Einzig und allein zur Bes\u00e4nftigung des eigenen Gewissens kann ein &#8222;Mitleid&#8220; taugen, das objektiv nur dazu beitr\u00e4gt, das Elend der Menschen, denen es angeblich dient, in Zukunft entsetzlich zu vermehren. Jede andere Behauptung w\u00e4re unfrommer Selbstbetrug oder pure Heuchelei.<br \/>\nAn dieser Stelle mu\u00df ein naheliegendes Mi\u00dfverst\u00e4ndnis abgewehrt werden. Selbstverst\u00e4ndlich geht es hier nicht darum, einer Einstellung der Hilfeleistungen f\u00fcr die 40 Millionen Menschen das Wort zu reden, die nach Auskunft der Uno j\u00e4hrlich an Hunger oder den direkten Folgen chronischer Unterern\u00e4hrung sterben. Es geht einzig darum, die Heuchelei blo\u00dfzulegen, mit der alle Beteiligten sich in der Art einer konspirativen Kumpanei wechselseitiger moralischer Freisprechung weiszumachen versuchen, wir k\u00f6nnten uns unsere Verantwortung auf so billige Weise vom Hals schaffen.<br \/>\nAnla\u00df zur Emp\u00f6rung ist die Tatsache, da\u00df die \u00fcblichen Aktivit\u00e4ten der kirchlichen, weltlichen und kommerziellen Hilfsorganisationen gedankenlos und damit schuldhaft jener moralischen Dr\u00fcckebergerei Vorschub leisten, in der befangen wir uns nur allzu bereitwillig einreden lassen, da\u00df eine kleine Spende dann und wann uns von der Schuld befreien k\u00f6nnte, die wir angesichts des Massensterbens au\u00dferhalb unserer Wohlstandsgrenzen zu tragen haben.<\/p>\n<p>Noch aus einem zweiten Grunde sind daher alle diese &#8222;Brot f\u00fcr die Welt&#8220;- und Patenschafts-Kampagnen kritikw\u00fcrdig: Dadurch, da\u00df sie uns die begierig ergriffene Gelegenheit verschaffen, unser Gewissen zu bet\u00e4uben, beseitigen sie den psychologischen Druck, der allein uns dazu bewegen k\u00f6nnte, \u00fcber sinnvolle, urs\u00e4chlich wirksame Methoden zur Beendigung des Massensterbens nachzudenken.<br \/>\nWeltweit j\u00e4hrlich 40 Millionen Hungertote. Ein nur noch in Megatonnen ausdr\u00fcckbares Produktionsvolumen an menschlichem Aas. Solche Gr\u00f6\u00dfenordnungen haben selbst Hitler und Stalin gemeinsam nicht zuwegegebracht. Das ist die Proportion, um die es sich handelt. Das ist die Rechnung, mit der wir konfrontiert sind. Da\u00df sie durch Spendenaktionen zu begleichen sei, kann nur ein Narr behaupten, und da\u00df sie uns nichts anginge, nur ein Zyniker.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil dieser Megatode ist n\u00e4mlich unter anderem eine Folge des Umstands, da\u00df die satte H\u00e4lfte der Menschheit einen entsprechend hohen Anteil ihres \u00dcberflusses &#8211; und seit neuerem wohl auch noch etwas mehr als das &#8211; f\u00fcr eine immer ma\u00dfloser werdende Aufr\u00fcstung verpulvert. Und ihr folgen immer mehr Drittweltl\u00e4nder, die, kaum da\u00df sie \u00fcber den Tellerrand schauen, ihre Selbstbest\u00e4tigung in Waffenkauf und Minir\u00fcstung suchen.<\/p>\n<p>Gerade dann, wenn man davon \u00fcberzeugt ist, da\u00df die christlichen Kirchen ein Erbe bewahren, ohne das diese Welt noch unertr\u00e4glicher w\u00e4re, gerade dann ger\u00e4t die Verbitterung um so gr\u00f6\u00dfer, wenn man sich vor Augen h\u00e4lt, wie tief auch sie in diese Komplicenschaft wechselseitiger Gewissens-Salvierung verstrickt sind. Das gilt, wie nicht bestritten werden kann, vor allem f\u00fcr die katholische Kirche. Was soll man von einer Instanz halten, die uns zur Rettung verhungernder Kinder aufruft, w\u00e4hrend sie gleichzeitig mit dem ganzen Gewicht ihres weltweiten Ansehens dazu beitr\u00e4gt, die Zahl dieser Kinder \u00fcber jedes rettbare Ma\u00df hinaus zu vergr\u00f6\u00dfern?<\/p>\n<p>Was ist von der Moral einer sich moralisch verstehenden Institution zu halten, die offensichtlich das Nicht-Geborenwerden f\u00fcr ein entschieden gr\u00f6\u00dferes \u00dcbel h\u00e4lt als die Unerfreulichkeit, an Unterern\u00e4hrung zu verrecken? Hier wird, wohlgemerkt, nicht etwa auf Abtreibungsl\u00f6sungen angespielt, sondern allein auf die M\u00f6glichkeiten der Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung (ein Zusatz, der schon deshalb notwendig erscheint, weil die Kirche in der Diskussion beides \u00e4rgerlicherweise st\u00e4ndig zu vermengen trachtet).<\/p>\n<p>Die Erde hat nach den offiziellen Statistiken in den letzten beiden Jahren die gr\u00f6\u00dfte Bev\u00f6lkerungsexplosion ihrer Geschichte erlebt. Einige Autoren haben sich dessenungeachtet dazu verstiegen, die Tatsache als &#8222;Erfolg&#8220; auszugeben, da\u00df die ver\u00f6ffentlichten Zahlen hinter den urspr\u00fcnglichen Prognosen um einige Prozent zur\u00fcckgeblieben sind. Wie auch immer, das Endresultat ist furchteinfl\u00f6\u00dfend: 1950 gab es auf der Erde 2,5 Milliarden Menschen. Heute sind es bereits 4,8 Milliarden. Im Jahre 2000 werden es mindestens sechs Milliarden sein.<br \/>\nMan braucht keinen Computer, um ermessen zu k\u00f6nnen, was das f\u00fcr die Probleme bedeutet, die heute schon so gut wie unl\u00f6sbar sind: Wohnungen, Energieversorgung, Abfallerzeugung, Arbeitspl\u00e4tze, Rohstoffbedarf &#8211; es geht ja keineswegs nur, wie mancher zu glauben scheint, um die Ern\u00e4hrung dieser Menschenmassen. Wenn nicht sehr bald etwas Entscheidendes geschieht, dann treiben wir einer Katastrophe entgegen, f\u00fcr die es in der bisherigen menschlichen Geschichte kein Beispiel und keinen Vergleich gibt.<br \/>\nVom Himmel wird die Rettung nicht fallen &#8211; wenn es noch eine gibt. Vielleicht w\u00e4ren wir heute noch imstande, den Zug aufzuhalten, der uns dem Abgrund t\u00e4glich ein St\u00fcck n\u00e4herbringt. Eine ungeheure gemeinsame Anstrengung w\u00e4re vonn\u00f6ten. Warum nur rafft sich niemand zu ihr auf?<br \/>\nZu den Faktoren, die diese feige Verdr\u00e4ngungsneigung beg\u00fcnstigen, geh\u00f6ren jene Anzeigen mit den Bildern abgemagerter und verhungernder Kinder. Selbstverst\u00e4ndlich sind wir moralisch verpflichtet, den Hungertod auch durch Spenden zu bek\u00e4mpfen. Wer der Suggestion dieser Anzeigen jedoch in der Weise erliegt, da\u00df er sich einreden l\u00e4\u00dft, er k\u00f6nne mit einer blo\u00dfen Spende davonkommen, der verstrickt sich erst endg\u00fcltig in Schuld.<\/p>\n<p>Alles vom 13.08.1984 von Hoimar v. Ditfurth bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-13508565.html\">https:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-13508565.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Global\u00a0&gt;Ernaehrung &gt;Hunger Mit \u00d6kologie in die Hungersnot\u00a0(23.4.2022) Das ARD Nachtmagazin und der Hunger auf der Welt (14.7.2020) https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/jean-ziegler-hungertod-ist-mord\/\u00a0(17.11.2012) H\u00e4nde-weg-vom-Acker-mann.de: foodwatch gegen Nahrungsmittelspekulation &gt;Hunger (22.10.11) Bernhard Walter von Brot f\u00fcr die Welt: Hunger ist menschengemacht &gt;Hunger (15.10.11) Hunger &#8211; Film &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/hunger\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":27,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-15706","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/15706","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15706"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/15706\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100406,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/15706\/revisions\/100406"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/27"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15706"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}