{"id":154858,"date":"2026-10-17T19:17:20","date_gmt":"2026-10-17T17:17:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=154858"},"modified":"2026-10-17T19:43:22","modified_gmt":"2026-10-17T17:43:22","slug":"namibia","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/namibia\/","title":{"rendered":"Namibia"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Global\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/\">Global<\/a>\u00a0\u00a0&gt;<a title=\"Afrika\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/\">Afrika<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Afrika-Migration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-migration\/\">Afrika-Migration<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-zukunft\/\">Afrika-Zukunft<\/a> &gt;Namibia<\/p>\n<div id=\"attachment_151472\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/getreide-geerntet-pan260710.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-151472\" class=\"size-full wp-image-151472\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/getreide-geerntet-pan260710.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"367\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/getreide-geerntet-pan260710.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/getreide-geerntet-pan260710-180x103.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-151472\" class=\"wp-caption-text\">Getreidefeld nach der Ernte am 10. Juli 2026 bei Freiburg<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: <span style=\"text-decoration: underline;\">anklicken (falls unterstrichen)<\/span> oder scrollen\u00a0<\/em><\/li>\n<li>Michael Klonovsky zur Bundestagsdebatte 14.10.2026: Namibia, V\u00f6lkermord (15.10.2026)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/genozid\/\">Genozid<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/kolonialismus\/\">Kolonialismus<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/afrika-D-US-CN-IND.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-68933\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/afrika-D-US-CN-IND.jpg\" alt=\"\" width=\"498\" height=\"633\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/afrika-D-US-CN-IND.jpg 498w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/afrika-D-US-CN-IND-141x180.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px\" \/><\/a><br \/>\nGr\u00fcn=USA, gelb=China und Orange=Indien<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Michael Klonovsky zur Bundestagsdebatte 14.10.2026: Namibia, V\u00f6lkermord<\/strong><br \/>\nDebatte 101. Sitzung Bundestag am 14.10.2026 (ab 8,00,21 &#8211; 8.37,55)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ANwVQVFbS0I\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ANwVQVFbS0I<\/a><\/p>\n<p>Behandelt wurde gestern Abend im Bundestag ein Antrag der Linken des Titels: \u201eVollumf\u00e4ngliche Anerkennung der deutschen V\u00f6lkermorde an den OvaHerero und Nama fu\u0308r wiedergutmachende Gerechtigkeit\u201d. Das hei\u00dft, die von einem SED-Historiker erfundene Interpretation der Ereignisse 1904 ff. in Deutsch-S\u00fcdwest bzw. der \u201eVerbrechen, die das Deutschen Kaiserreich verbrochen hat\u201d (so dessen sp\u00e4te Genossin Charlotte Antonia Neuh\u00e4user gestern im Parlament) kam endlich \u00fcber die SED im Bundestag an. Applaus, Applaus!<br \/>\nIch zitiere aus dem Antrag: \u201eSch\u00e4tzungsweise 100.000 Menschen, also 80 Prozent der damaligen OvaHerero- und 50 Prozent der damaligen Nama, wurden Opfer dieser beiden V\u00f6lkermorde, der durch gezielte Gewalt und die ausdru\u0308ckliche Absicht zur Vernichtung dieser Bev\u00f6lkerungsgruppen gekennzeichnet war. Sie wurden in die Omaheke-Wu\u0308ste getrieben, wo sie verdursteten, oder starben in den ersten Konzentrationslagern Deutschlands, darunter die beru\u0308chtigten Lager auf Shark Island und in Swakopmund.\u201d<br \/>\nF\u00fcr mitlesende Esel*:innen r\u00fccke ich ein, dass die deutsche Schutztruppe als Reaktion auf den Aufstand der Herero, bei dem etwa 130 Farmer massakriert wurden, mit brutaler H\u00e4rte reagierte. Regelm\u00e4\u00dfige Besucher des Kleinen Eckladens wissen indes, dass ich erhebliche Zweifel an der Behauptung hege, es habe sich um einen V\u00f6lkermord gehandelt (dazu gleich noch einmal). Einen solchen V\u00f6lkermord zu unterstellen, den deutschen Steuerzahler daf\u00fcr zur Kasse zu bitten und mit keinem Wort auf die Argumente einzugehen, die dagegen sprechen, ist jedenfalls unredlich, wenngleich typisch f\u00fcr das regierende masopatriotische Einheitsparteienkonglomerat.<\/p>\n<p>Eine der Hauptbestrebungen der Gr\u00fcnroten besteht darin, deutsches Geld ins Ausland zu \u00fcberweisen und sich f\u00fcr die deutsche Geschichte zu sch\u00e4men, idealerweise beides zugleich und miteinander verbunden, um sich vom Fortschrittsmilieu daf\u00fcr feiern zu lassen. Beispielhaft daf\u00fcr war Joseph \u201eJoschka\u201d Fischers Entschuldigung f\u00fcr Deutschlands \u201e(Mit-)Schuld an der Sklaverei und am Kolonialismus\u201d, die er am 1. September 2001 auf der UN-Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban (S\u00fcdafrika) in der ihm eigenen Schamlosigkeit aussprach, obwohl nun gerade Deutschland am welthistorischen Skandal der Sklaverei \u00fcberhaupt keinen Anteil hatte \u2013 die Deutschen haben ganz im Gegenteil in ihren Kolonien die Sklaverei abgeschafft. Es kommt den Gr\u00fcnroten nicht in den Sinn, sich f\u00fcr ihr eigenes Land einzusetzen. Sie betrachten die kaiserlichen Truppen, \u00fcberhaupt die Bewohner fr\u00fcherer Deutschl\u00e4nder nicht als Landsleute, sondern als Feinde, sie stehen automatisch auf der Seite des Auslands, also in diesem Falle der Herero und Nama, ohne Wenn und Aber und mit nationalmasochistischem Furor. Entlastungszeugen lassen sie nicht zu bzw. denunzieren sie als Nazis, Rassisten und was sich an dergleichen Kosetiteln noch in ihrem Repertoire befindet.<br \/>\nAn der historischen Wahrheit sind sie nicht interessiert. Das waren Linke \u00fcbrigens nie.<br \/>\nDie braven tumben Deutschen wiederum w\u00e4hlen in ihrem von den Posaunen der Schuld umdr\u00f6hnten Bockshorn beharrlich Parteien, die ein F\u00fchrungspersonal hervorbringen, welches verl\u00e4sslich die Interessen des Auslands, der Amerikaner, der EU, der Dritten Welt oder der Menschheit \u00fcber jene der Deutschen stellt, angefangen mit dem erw\u00e4hnten Herrn Fischer \u00fcber Merkel bis Merz \u2013 es ist inzwischen egal, auch die Unionsparteien geh\u00f6ren zum Kartell der fremdbestimmten Selbstpreisgeber, wie sich in der Namibia-Debatte einmal mehr zeigte.<br \/>\nH\u00f6ren wir den Hauptredner der Schwefelpartei. Achten Sie auf die Zwischenrufe.<br \/>\nDr. Alexander Wolf (AfD)<\/p>\n<p>&#8230;.<\/p>\n<p>Sehr viel war aufseiten der Guten und Edlen die Rede von \u201eAnstand\u201d und \u201eWahrheit\u201d. So erkl\u00e4rte etwa Thomas Rachel (CDU\/CSU): \u201eDie Fakten sind bekannt. Etwa 50.000 bis 70.000 Herero und Nama wurden von den kaiserlichen Kolonialtruppen brutal ermordet.\u201d<br \/>\nAlso wenn eines unbekannt ist, dann die Zahl der Herero und Nama. Und ebenso unbekannt ist die Zahl derer, denen die Durchquerung der Omaheke-Trockensavanne \u2013 von den Linken beharrlich \u201eW\u00fcste\u201d genannt \u2013 gelang. Mit welcher Selbstgef\u00e4lligkeit dieses Leute ihre L\u00fcgen und Halbwahrheiten verbreiten, ist mindestens bizarr. In anderen L\u00e4ndern gilt die Regel Right or wrong, my country. In Deutschland hei\u00dft es: \u201eMacht erh\u00e4lt nur, wer an der Verstetigung der deutschen Ohnmacht arbeitet\u201d (G\u00fcnter Maschke). Applaus bekommt, wer seine Vorfahren grunds\u00e4tzlich bezichtigt und auf sie spuckt. Das ist abwechslungshalber ein wirklicher deutscher Sonderweg.<\/p>\n<p>Ich sehe mich gezwungen, die hier bereits vor vier Jahren ver\u00f6ffentlichten \u2013 und in diesem Buch zuletzt zusammengefassten \u2013 Argumente gegen die V\u00f6lkermordthese zu wiederholen. Wer sie schon kennt, kann an dieser Stelle aussteigen.<br \/>\nLothar von Trotha, Generalleutnant aus dem alten, im Saalekreis beheimateten Adelgeschlecht, gilt Progressisten als ein typischer Vertreter des preu\u00dfischen Militarismus, obendrein als Massen- oder gar V\u00f6lkerm\u00f6rder. Die Wikipedia stellt ihn mit einer, wie ich inzwischen zu wissen meine, Mythe vor, n\u00e4mlich: \u201eSein \u201aVernichtungsbefehl\u2019 gilt als Grundlage f\u00fcr den V\u00f6lkermord an den Herero und Nama.\u201d Wikipedia h\u00e4lt \u00fcbrigens auch fest, dass sein Erlass im Dezember 1904 auf Bitten der Reichsleitung von Kaiser Wilhelm aufgehoben wurde: \u201eIm Reichstag und der deutschen \u00d6ffentlichkeit war es zu starken Protesten gekommen.\u201d Hier folgt also der Blitz dem Donner; von Trothas Proklamation kam erst am 25. Mai 1905 im Reichstag zur Sprache, das hei\u00dft acht Monate, nachdem sie erlassen, und f\u00fcnf Monate, nachdem sie annulliert worden war; zuvor war sie der \u00d6ffentlichkeit unbekannt. Soviel zum Grad der Seriosit\u00e4t, wie er uns bei diesem Thema auf Schritt und Tritt begegnen wird.<\/p>\n<p>Der General, der den moderaten, liberalen und eingeborenenfreundlichen Theodor Leutwein als Chef der Schutztruppe abl\u00f6ste, um den Aufstand der Herero niederzuschlagen, hatte sich in Deutsch-Ostafrika und w\u00e4hrend des Boxeraufstands den Ruf eines gnadenlosen \u201eharten Hunds\u201d erworben. Ich fand es interessant, dass dieser auch optisch so grobschl\u00e4chtig wirkende Mensch naturwissenschaftlich interessiert war und in Afrika f\u00fcr deutsche Museen V\u00f6gel, Pflanzen und Mineralien sammelte \u2013 bei den dortigen Transportverh\u00e4ltnissen ein zumindest unpraktisches Gesch\u00e4ft \u2013, dass er sich zudem als Geograph bet\u00e4tigte und die sehr unvollst\u00e4ndigen Karten der Truppe korrigierte; zudem war er auch noch ein leidenschaftlicher Photograph.<\/p>\n<p>Das Bild, das sich die deutsche \u00d6ffentlichkeit vom Feldzug gegen die Herero anno 1904 macht, beruht zun\u00e4chst einmal auf dem Zusammenwirken von antikapitalistischer SED-Geschichtsschreibung und antideutscher britischer Kriegspropaganda, worauf der Schwefelpartei-Redner Alexander Wolf ja hinwies. Das bedeutet zwar nicht automatisch, dass dieses Bild falsch ist, aber doch mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest tendenzi\u00f6s verzerrt. Die Briten fabrizierten ein sogenanntes \u201eBlaubuch\u201d, um den Deutschen in Versailles sozusagen die moralische Reife als Kolonialmacht abzusprechen und sich Deutsch-S\u00fcdwest selbst unter den Nagel zu rei\u00dfen; die Propagandaschrift mit Zeugnissen auf dem Level der angeblichen \u201eBelgiengreuel\u201d des Deutschen Heers anno 1914 wurde vor dem Ende des Ersten Weltkriegs in wenigen Monaten zusammengeschustert. Nachdem es seinen Zweck erf\u00fcllt hatte, stampften die Briten das Machwerk schamvoll ein. Es blieb dem SED-Historiker Horst Drechsler vorbehalten, die antideutsche \u2013 bzw., wie es im Duktus des roten Imperiums hie\u00df, antiimperialistische \u2013 Propaganda fortzusetzen. Er lieferte dem Zonenregime mit seiner Habilitationsschrift \u201eDer Kampf der Herero und Nama gegen den deutschen Imperialismus\u201d die gew\u00fcnschte Kontinuit\u00e4tsthese \u2013 also die Behauptung einer vom Kaiserreich \u00fcber die NS-Diktatur in die BRD f\u00fchrenden Traditionslinie.<\/p>\n<p>Auch hier ist die Schrottsammelstelle im Bilde und wie immer, wenn es um Linke geht, v\u00f6llig unkritisch: \u201eDrechsler z\u00e4hlte in der DDR zu den profiliertesten Forschern auf dem Gebiet der deutschen Kolonialgeschichte. Auch international war er ein anerkannter Fachmann. Seine Habilitationsschrift wurde auf Initiative der Vereinten Nationen in den 1980er Jahren in englischer, franz\u00f6sischer, russischer und spanischer Sprache publiziert. Davon ging die Einsch\u00e4tzung der deutschen Aktion gegen die Herero und Nama als V\u00f6lkermord aus, die in der Bundesrepublik zuerst Helmut Bley und J\u00fcrgen Zimmerer aufgegriffen haben.\u201d Man sieht, auch Teile der BRD-Geschichtsschreibung haben \u201egeistige Wegbereiter\u201d und \u201eSteigb\u00fcgelhalter\u201d. Drechsler genoss das Privileg, dass er viele Akten des Kaiserreichs zu den Kolonien selektiv auswerten durfte, die sich in Ostberliner Archiven befanden, wobei er keineswegs nur dem Reich, sondern auch der Bundesrepublik den politischen Prozess zu machen suchte.<\/p>\n<p>Schreiten wir in medias res, also zum \u2013 angeblichen \u2013 V\u00f6lkermord an den Herero. Die offizielle Version lautet (ich w\u00e4hle als Exempel Horst Gr\u00fcnder, \u201eGeschichte der deutschen Kolonien\u201d, Paderborn 2018): \u201eSchlie\u00dflich gelang es der Strategie Leutweins, dass sich die Hauptmasse der Herero am Waterberg festsetzte, wo sie nach dem Kommandowechsel im Oberbefehl der Schutztruppe von Generalleutnant von Trotha in einer Kesselschlacht am 11. 8. 1904 vernichtet bzw. an der Durchbruchstelle in die wasserarme Omaheke getrieben wurde.\u201d Als Beleg folgt ein Zitat aus dem Generalstabswerk (dessen Verfasser in Berlin sa\u00dfen, nicht am Waterberg): \u201eKeine M\u00fchen, keine Entbehrungen wurden gescheut, um dem Feind den letzten Rest seiner Widerstandskraft zu rauben; wie ein halb zu Tode gehetztes Wild war er von Wasserstelle zu Wasserstelle gescheucht, bis er schlie\u00dflich willenlos ein Opfer der Natur seines eigenen Landes wurde. Die wasserlose Omaheke sollte vollenden, was die deutschen Waffen begonnen hatten: Die Vernichtung des Hererovolkes.\u201d<br \/>\nIch hatte immer meine Zweifel, ob eine Gesellschaft wie das Kaiserreich einen lupenreinen V\u00f6lkermord hinbekommt. Bei meiner Besprechung von Bruce Gilleys Buch \u201eVerteidigung des deutschen Kolonialismus\u201d anno 2022 unkte ich stattdessen von einem \u201eMassaker\u201d. Daraufhin sandte mir ein freundlicher Mensch zur Belehrung ein paar B\u00fccher zu, nach deren Lekt\u00fcre und einigen Folgelekt\u00fcren ich einigerma\u00dfen sprachlos war. Dazu geh\u00f6rte der Bericht von Maximilian Bayer, Hauptmann unter Leutwein und von Trotha, \u201eMit dem Hauptquartier in S\u00fcdwestafrika\u201d (Berlin 1909), eine detaillierte Schilderung des Feldzugs, den Bayer an vorderster Front bestritten hatte, bevor er in den Stab von Trothas berufen wurde. Ich zitiere drei Passagen, die vom objektiven Charakter seines tagebuchartigen Berichts zeugen m\u00f6gen:<br \/>\n\u201eIch kroch auch in einen Pontock (eine H\u00fctte in einem eroberten Hererodorf \u2013 M. K.) und blieb darin so lange, als ich es ohne einzuatmen aushalten konnte, denn alle Wohnungen der Hereros stinken so intensiv und widerlich nach ranzigem Fett, \u00fcbers\u00e4uerter Milch und ungegerbten H\u00e4uten, da\u00df uns Europ\u00e4ern ein Schaudern ankommt. Derselbe durchdringende Geruch haftet auch an jedem Gegenstand, der den Eingeborenen geh\u00f6rt, und schlie\u00dflich auch an den Hereros selbst, ohne Unterschied des Alters und Geschlechts. Beil\u00e4ufig bemerkt, behaupten die Hereros ganz dasselbe von uns und lieben es durchaus nicht, da\u00df Wei\u00dfe ihre H\u00fctten betreten, weil die schlechte Ausd\u00fcnstung der Europ\u00e4er sich im Pontock festsetze!\u201c \u2013<br \/>\n\u201ePl\u00f6tzlich sah er sich einer langen Verschanzung des Feindes gegen\u00fcber; ein heftiges Gewehrfeuer schlug der kleinen Abteilung entgegen; rasch entwickelte sich die erste Feldkompagnie. Gleichzeitig brachen die Hereros schon hervor; sie verlie\u00dfen den sicheren Dornenverhau und die Sch\u00fctzengr\u00e4ben und liefen heran; doch nicht als eine wilde, dichte Masse, wie die Derwische bei Omdurman, sondern in langer Sch\u00fctzenlinie, geduckt und in Spr\u00fcngen, mit gro\u00dfer Geschicklichkeit und unter Ausnutzung jeder Deckung. Schlie\u00dflich st\u00fcrmten sie mit Hurra!, voran ein Herero mit gezogenem Degen und in deutscher Offiziersuniform. Hinter der Sch\u00fctzenlinie schrien und tanzten die Hereroweiber und feuerten die Krieger zum Kampf an.\u201c \u2013<br \/>\n\u201eDabei wurden dem Gegner schwere Verluste zugef\u00fcgt, zumal dieser mit einer Tapferkeit vorst\u00fcrmte, die uns Achtung und Bewunderung einfl\u00f6\u00dfte. Man sage \u00fcber die Hereros, was man will, aber mutig waren sie, und sie wu\u00dften zu sterben.\u201c \u2013<br \/>\nIch komme noch auf den Hauptmann zur\u00fcck.<br \/>\n.<br \/>\n<em>Kolonialforschung: Gab es wirklich einen V\u00f6lkermord ab den Herrero<\/em><br \/>\n<em>In der Armenien-Debatte hat der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident erdogan den Deutschen vorgeworfen, sie verdr\u00e4ngten den V\u00f6lkermord a deb Herero in S\u00fcdwestafrika.<\/em><br \/>\n<em>Neue Forschungen wecken aber Zweifel, das es einen Genozid gab. von Batholom\u00e4us Grill<\/em><br \/>\n<em>30.6.2016. 08:44 uhr<\/em><br \/>\n.<br \/>\nSodann las ich die Aufsatzsammlung \u201eDer Wahrheit eine Gasse\u201d von Hinrich R. Schneider-Waterberg (Swakomund, Namibia, 2018), eines deutschst\u00e4mmigen Farmers, Politikers und Historikers aus Namibia, der 2022 leider verstorben ist. Er spielt \u00fcbrigens die Hauptrolle in einem erstaunlich neutralen Artikel des Spiegel-S\u00fcdafrikakorrespondenten Bartholom\u00e4us Grill aus dem Jahre 2016 (dem selbstredend Wiedergutmachungsartikel mit der DDR- und Wikipedia-Tendenz gefolgt sind).<\/p>\n<p>Schneider-Waterbergs Rekonstruktion der Ereignisse lautet zusammengefasst wir folgt: Was die Deutschen \u201eSchlacht am Waterberg\u201d und die Herero \u201eK\u00e4mpfe von Hamakari\u201d nennen, war keine Schlacht, sondern eine Abfolge zerstreuter Gefechte, vor allem keine Kesselschlacht \u2013 der deutsche \u201eKessel\u201d war bei 1400 Mann, davon ein Gutteil krank und\/oder unterversorgt, sowie 40 Kilometern Gesamtfrontl\u00e4nge inmitten eines von stacheldrahtartigen Dornb\u00fcschen durchzogenen Gebietes, das die Herero sehr gut und die Deutschen \u00fcberhaupt nicht kannten, ohnehin eine Wunschvorstellung \u2013, und es war auch kein deutscher Sieg. Die Herero seien keineswegs geschlagen worden. Vielmehr habe die strategische Initiative bis zuletzt bei den Herero gelegen, sie seien der Schutztruppe stets einen Zug voraus gewesen, und ihr Abzug durch die Omahake-Trockensavanne sei nicht unmittelbar von den deutschen Verfolgern erzwungen worden; vielmehr habe sich das Volk, vor die Wahl zwischen Unterwerfung und Freiheit mit dem Risiko des Verdurstens gestellt, f\u00fcr die Freiheit entschieden, wobei s\u00e4mtliche heute kursierenden Opferangaben Phantasiezahlen seien.<\/p>\n<p>Fachhistoriker k\u00f6nnten einwenden, dass Schneider-Waterberg gar nicht vom Fache gewesen sei. Daf\u00fcr war er eminent ortskundig, sein Anwesen befindet sich quasi in Sichtweite des Schlachtfeldes, was gerade f\u00fcr das Verstehen dieses Krieges wegen der dort herrschenden extremen klimatischen, geographischen, vegetationsspezifischen Bedinungen und deren Einfluss auf die menschliche Gesundheit bedeutend ist; au\u00dferdem sprach er die Sprache der Herero und stand von kleinauf an mit Angeh\u00f6rigen dieses Volkes auf vertrautem Fu\u00dfe; nicht zuletzt erschloss er bislang unbekannte Quellen, w\u00e4hrend der 0815-Fachhistoriker die Quellen in der Regel nur von anderen Historikern abschreibt und nebenher auch allen m\u00f6glichen Unsinn verstetigt.<br \/>\nZum Beispiel wertete Schneider-Waterberg das bis dato unver\u00f6ffentlichte Kriegstagebuch von Trothas aus. Im photographischen Nachlass des Generals machte er den vorhin angedeuteten Fund, n\u00e4mlich die Aufnahme eines an der Seite eines Schutztruppenmajors reitenden englischen Offiziers, den er als Oberst F. J. A. Trench identifizierte, der als britischer Attach\u00e9 1904 und 1905 beobachtend bei der Truppe weilte und regelm\u00e4\u00dfige Berichte nach London sandte.<br \/>\nSchneider-Waterberg trieb auch diese als \u201evertraulich\u201d eingestuften Berichte im Public Record Office in London auf und ver\u00f6ffentlichte sie auszugsweise (sie sind im Hinblick auf die sp\u00e4ter errichteten deutschen Lager f\u00fcr die \u00fcberlebenden Herero bedeutsam, indem sie sowohl schlechte als auch gute Zust\u00e4nde dort bezeugen, was jedenfalls die These eines intendierten Gefangenensterbens widerlegt).<br \/>\nBereits zwei Tage nach den K\u00e4mpfen von Hamakari, schreibt Schneider-Waterberg, am 13.\/14. August, sei die deutsche Verfolgung zusammengebrochen, weil sich das zweite Feldregiment unter Oberst Deimling bei seinem Vorsto\u00df nicht verproviantisiert hatte und vor dem Verhungern beziehungsweise Verdursten stand; hunderte von Pferden und Zugtieren waren eingegangen. W\u00e4hrenddessen setzten die Herero das Steppengras in Brand, vergifteten die Wasserstellen mit Viehkadavern und vergr\u00f6\u00dferten ihren Vorsprung ins Unerreichbare. In seinem Kriegstagebuch fragte von Trotha am 19. September: \u201eWo sind die Herero geblieben?\u201c Am 30. September notierte er: \u201eVerfolgen tue ich nicht mehr. Basta!\u201c Der Gegner, den er mit letzten Kr\u00e4ften zur Entscheidungsschlacht stellen wollte, war \u2013 verschwunden.<br \/>\nAm 1. Oktober hatten die Deutschen alle Vorr\u00e4te aufgebraucht, Typhus und Ruhr dezimierten die Truppe immer mehr, an diesem Tag starb der 27. Offizier im Verlaufe des Feldzugs. Pferde und Zugochsen gingen massenhaft ein, die Nachschubversorgung funktionierte kaum noch. An ein Weitermarschieren war nicht mehr zu denken. In dieser Lage erst fabrizierte von Trotha seine ber\u00fcchtigte \u201eProklamation an das Volk der Herero\u201d! Mit Hilfe zweier Dolmetscher wurde sie \u00fcbersetzt, sodann vervielf\u00e4ltigt, am 2. Oktober von ihm selbst der Truppe vorgelesen. Am 3. Oktober lie\u00df von Trotha ungef\u00e4hr 30 Alte, Frauen und Kinder mit Kopien der Proklamation aus dem Lager in die Omaheke treiben, auf dass sie ihr Volk informierten \u2013 niemand wei\u00df, ob einer dieser Todgeweihten \u00fcberlebte \u2013; danach brach er mit Stab und Truppe zum R\u00fcckzug nach Windhoek auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Anf\u00fchrer der Herero, Samuel Maherero, die Trockensavanne l\u00e4ngst durchquert und befand sich, wie Schneider-Waterberg recherchiert hat, bereits seit Tagen in Britisch-Betschuanaland, 300 Kilometer weiter nord\u00f6stlich.<\/p>\n<p>Um der Lesefreundlichkeit willen folgen nun drei Punkte.<\/p>\n<p>***<br \/>\nDa ich nicht wei\u00df, ob Sie die Proklamation parat haben, sei sie hier einger\u00fcckt.<br \/>\n\u201eIch, der gro\u00dfe General der deutschen Soldaten, sende diesen Brief an das Volk der Herero. Die Hereros sind nicht mehr deutsche Untertanen. Sie haben gemordet und gestohlen, haben verwundeten Soldaten Ohren und Nasen und andere K\u00f6rperteile abgeschnitten, und wollen jetzt aus Feigheit nicht mehr k\u00e4mpfen. Ich sage dem Volk: Jeder der einen der Kapit\u00e4ne an eine meiner Stationen als Gefangenen abliefert, erh\u00e4lt 1000 Mark, wer Samuel Maharero bringt, erh\u00e4lt 5000 Mark. Das Volk der Herero mu\u00df jedoch das Land verlassen. Wenn das Volk dies nicht tut, so werde ich es mit dem Groot Rohr dazu zwingen. Innerhalb der Deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zur\u00fcck oder lasse auf sie schie\u00dfen. Dies sind meine Worte an das Volk der Hereros.<br \/>\nDer gro\u00dfe General des m\u00e4chtigen deutschen Kaisers.<br \/>\nDieser Erla\u00df ist bei den Appells der Truppen mitzuteilen mit dem Hinzuf\u00fcgen, da\u00df auch der Truppe, die einen der Kapit\u00e4nen f\u00e4ngt, die entsprechende Belohnung zuteil wird und das Schie\u00dfen auf Weiber und Kinder so zu verstehen ist, da\u00df \u00fcber sie hinweggeschossen wird, um sie zum Laufen zu zwingen. Ich nehme mit Bestimmtheit an, da\u00df dieser Erla\u00df dazu f\u00fchren wird, keine m\u00e4nnlichen Gefangenen mehr zu machen, aber nicht zu Grausamkeiten gegen Weiber und Kinder ausartet. Diese werden schon fortlaufen, wenn zweimal \u00fcber sie hinweggeschossen wird. Die Truppe wird sich des guten Rufes des Deutschen Soldaten bewu\u00dft bleiben.\u201c<\/p>\n<p>Die Proklamation war der Theaterdonner vor dem Abzug, wilhelministischer Pomp \u2013 von Trotha wollte sein Scheitern in Berlin als einen Sieg verkaufen. Es gibt \u00c4u\u00dferungen des Generals, die darauf hindeuten, dass er tats\u00e4chlich \u00fcber das rein Milit\u00e4rische hinaus zur Vernichtung m\u00f6glichst vieler Herero bereit gewesen w\u00e4re, er besa\u00df, wie der Chef des Generalstabes, Alfred von Schlieffen, in einem Schreiben an Reichkanzler Bernhard von B\u00fclow feststellte, \u201enur nicht die Macht, sie durchzuf\u00fchren\u201d.<\/p>\n<p>Vom Waterberg bis nach Ozombo zo Vindimba, wo von Trotha seine heute ber\u00fcchtigte, aber v\u00f6llig wirkungslose Verk\u00fcndigung ausgab, sind es etwa 220 Kilometer. Als die Schutztruppe fast zwei Monate nach den Gefechten dort ankam, hatten sich Hererotrupps auf einem riesigen Gebiet verteilt. Weder konnten noch wollten sie \u00fcberhaupt zur\u00fcckfluten. Auch eine \u201eAbsperrung\u201d des Sandfelds \u2013 \u201eWochenlang wurde die W\u00fcste abgeriegelt, jeder R\u00fcckweg blockiert\u201c (Spiegel vom 11. Januar 2004) \u2013 war logistisch und nach Lage der Kr\u00e4fte vollkommen unm\u00f6glich. Die Omaheke ist ungef\u00e4hr doppelt so gro\u00df wie die Schweiz, und die Truppe bestand am Ende nur noch aus ein paar hundert kampff\u00e4higen M\u00e4nnern. Vor allem kann niemand ein Gebiet absperren, der sich daraus zur\u00fcckzieht.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr viele der traditionsbewussten alten Herero, die zum Teil noch mit \u201adabei gewesen\u2019 waren, war der Krieg mit den Deutschen nach ihrem Abzug von Hamakari und dem Dursttrecks vom Sandfeldrand zu Ende gegangen. \u00dcber einen General von Trotha und einen V\u00f6lkermord hatten sie erst zwei Generationen sp\u00e4ter von R\u00fcckkehrern oder Einwanderern geh\u00f6rt, die im Ausland diese Geschichtskenntnisse erworben hatten\u201d, notiert Schneider-Waterberg.<\/p>\n<p>Ein Kapitel in seinem Buch ist ein Gastbeitrag der Historikerin Brigitte Lau, Jahrgang 1955, die an der Universit\u00e4t Kapstadt Afrikanische Geschichte studierte und 1982 Forschungsbeauftragte im Nationalarchiv von Windhoek wurde, das sie von 1991 bis zu ihrem fr\u00fchen Tod durch einen Autounfall im Jahre 1996 leitete. Dieser Text \u2013 \u201eUngewisse Gewissheiten: der Herero-deutsche Krieg von 1904\u201d \u2013 ist in seinem Wahrhaftigkeitsfuror und seiner hererofreundlichen Brachialit\u00e4t von erregender Wirkung. Er erschien erstmals 1989.<\/p>\n<p>\u201eVon den deutschen Kolonisten zu behaupten, dass sie das Hererovolk mit Erfolg nahezu vernichteten und die \u00fcbriggebliebenen versklavten, bedeutet, sie zu \u00fcberlegenden Strategen und eiskalten Mordmaschinen zu stilisieren, die, bereits 1904, Ausrottungsstrategien verfolgten \u00e4hnlich jenen, vor denen sich die ganze Welt 1939 \u2013 zu recht \u2013 f\u00fcrchtete, sie zu \u00dcbermenschen r\u00f6mischen Ausma\u00dfes zu machen, die unerbittlich mit todbringenden Armeen in fremder Ferne operierten\u201d, schreibt Lau. \u201eDie Herero und Nama erscheinen in der Rolle hilfloser Opfer solcher \u00dcbermenschen.\u201d<\/p>\n<p>Und weiter: \u201eDie mystifizierende Verwandlung einer komplexen Reihe von Abl\u00e4ufen, die einige Hererotraditionen stolz als Siege verk\u00fcnden, in ein Schreckbild einer die Herero zermalmenden, kaltbl\u00fctigen und supert\u00fcchtigen Arierkriegsmaschine muss einer ganzen Generation unkritischer Wissenschaftler und Schriftsteller \u2013 viele von ihnen Westdeutsche \u2013 zur Last gelegt werden.\u201d<\/p>\n<p>Die Zeitgenossen der Schutztruppe im Kaiserreich h\u00e4tten noch versucht, \u201eeine verwirrte, belanglose und teure milit\u00e4rische Situation zu rechtfertigen\u201d. Ihr Drang, Kriegshelden zu erschaffen, denen die Herero zum Opfer fielen, sei \u201egeschichtlicher Unsinn\u201d, doch \u201eeinen Genozid daraus zu machen ein umso gr\u00f6\u00dferer\u201d. Die Historiker, die dies taten, seien fast nie Namibianer und bes\u00e4\u00dfen keine Vorstellung von den nat\u00fcrlichen Gegebenheiten dortzulande (der Feldzug fiel auf den namibischen Winter, die nahezu niederschlagsfreie Trockenzeit, mit Temperaturen von 25 Grad am Tage und null Grad in der Nacht).<\/p>\n<p>Die Idee, die Omaheke \u201eabzuriegeln\u201d, sei erstmals bereits gegen Ende des amtlichen Kriegsberichts des Generalstabs aufgetaucht. Dieser Bericht demonstriere aber lediglich die \u201eAbsicht, die Tatsache zu besch\u00f6nigen, dass sich die Truppe nach den Schlachten von Hamakari in vollkommener Unordnung und Verwirrung befand und noch nicht eingesehen hatte, dass der Hererokrieg eigentlich vor\u00fcber war\u201d. Nach den unentschieden ausgegangenen Gefechten habe die Schutztruppe \u201enicht die leiseste Ahnung davon\u201d besessen, \u201edass die Herero abermals die Initiative ergriffen hatten und als Nation einen Exodus ins Exil und in den Tod gew\u00e4hlt hatten, anstatt den Krieg fortzusetzen mit der letztendlichen Aussicht auf ein \u00dcberleben unter kolonialer Unterdr\u00fcckung\u201d.<br \/>\nIm \u00dcbrigen, f\u00e4hrt Lau fort, sei es \u201eunwahrscheinlich\u201d, dass die Deutschen jemals genozidartige Ma\u00dfnahmen geplant hatten, \u201edenn zu jenem Zeitpunkt waren die deutschen Soldaten von Krankheiten zerm\u00fcrbt und starben in gro\u00dfer Anzahl an Wassermangel oder unhygienischen Bedingungen, Typhus, Malaria, Gelbsucht, durch Selbstmord und, scheinbar dem schlimmsten M\u00f6rder, an chronischer Dysenterie (i.e. Ruhr \u2013 M. K.)\u201d. Von den insgesamt 20.867 deutschen Kriegsteilnehmern in S\u00fcdwestafrika zwischen 1904 und 1907 \u201everlie\u00dfen\u201d dem Sanit\u00e4tsbericht zufolge 13.029 die Truppe; \u00fcber 10.000 davon wurden verwundet oder krank nach Hause geschickt, der Rest sind wohl die Toten. Das deckt sich mit einer Bemerkung von Hauptmann Bayer: \u201eSchon Anfang Juni waren 10 Prozent unserer Abteilung krank, das war so viel, wie die Verluste eines schweren Gefechts!<br \/>\nAm 12. Juni betrug unsere St\u00e4rke an Wei\u00dfen und nur noch 29 Offiziere, 528 Unteroffiziere und Reiter, vier \u00c4rzte, zwei Veterin\u00e4re und zwei Postbeamte. Zu dieser Zeit lagen bereits 83 Mann im Lazarett, davon 61 Typhuskranke.\u201d<br \/>\nDie Gesamtzahl der direkt im Feldzug gegen die Herero eingesetzten Soldaten betrug Lau zufolge maximal 4700 Mann, \u201evon diesen sind 2000 oder 3000 gestorben\u201d. General von Trotha h\u00e4tte ein deutscher General Custer werden k\u00f6nnen.<br \/>\n\u201eDie Verfolgung der Herero, die sich entschlossen hatten, kolonialer Unterdr\u00fcckung zu entfliehen, indem sie als Volk in Richtung Botswana auswanderten, wobei Tausende entsetzlich in der W\u00fcste umkamen\u201d, f\u00e4hrt Lau fort, \u201edauerte zehn Monate und bestand meist aus ergebnislosen Kundschaftsz\u00fcgen und dauernder Suche nach Wasser und Schutz vor der Sonne, auf den Spuren von Leichen und trockenen oder vergifteten Wasserl\u00f6chern.\u201d<\/p>\n<p>Der Sanit\u00e4tsbericht zeige \u201enicht die Geschichte einer gewaltigen Kriegsmaschine aus kaltbl\u00fctigen Killern, sondern ein (\u2026) Bild des Elends, der Unf\u00e4higkeit, des Leidens und der Schw\u00e4che. Es ist einfach nicht wahr, dass, sobald der Morgen des 12. August bei Hamakari graute, die deutsche Truppe aufbrach, um die entflohenen Herero ins Sandfeld zu treiben, damit sie dort umk\u00e4men, wie es die gegenw\u00e4rtige Mythe angibt.\u201d<br \/>\nHauptmann Bayer erlag wohl im Stab einer nachtr\u00e4glichen Autosuggestion, als er schrieb: \u201eDie deutschen Kolonnen zogen derart ostw\u00e4rts, dass die Fl\u00fcgel vorgebogen waren, um dadurch dem Feind ein Ausbrechen nach Norden und S\u00fcden zu verwehren und ihn in das wasserlose Sandfeld zu dr\u00fccken. Wir erwarteten nicht, dass die Hereros ohne energische Gegenwehr die letzten Wasserstellen am Rande der Omaheke r\u00e4umen w\u00fcrden, sondern rechneten mit einem Verzweiflungskampf des untergehenden Volkes hart am Rande der W\u00fcstensteppe, bevor es in dieser seinen Untergang finden musste.\u201c Freilich: Der Kampf blieb aus. Zu Gesicht bekommen hat er den Feind nicht mehr, lediglich sein zur\u00fcckgelassenens, verendendes Vieh. Die Herero waren l\u00e4ngst aufgebrochen, teils in die Freiheit, teils in den Untergang.<\/p>\n<p>Ludwig von Estorff, der damals im Range eines Majors in der Schutztruppe diente \u2013 er wurde 1907 ihr Kommandeur und brachte es sp\u00e4ter noch zum General \u2013, erhielt den Befehl, den Fliehenden weiter nachzusetzen und sie von den Wasserstellen tiefer in die Omaheke zu vertreiben. Er traf nur noch auf versprengte Reste des Volkes und war schockiert angesichts dessen, was er an Leiden und Tod von Mensch und Vieh zu sehen bekam, doch \u201eseine Entr\u00fcstung \u00fcber von Trothas unnachgiebige Haltung\u201d, konstatiert Lau mit der K\u00fchle eines Thukydides, bezeuge lediglich \u201eden tragischen Exodus einer stolzen Nation, kennzeichnet sie aber nicht als passives Opfer eines Genozids\u201d.<br \/>\nIn einem Postscriptum erkl\u00e4rte Brigitte Lau, sie habe auf ihren Artikel zwei extreme Arten von Reaktionen erhalten. Die erste kam von Seiten der Herero, \u201evon Menschen, die wirklich interessiert und in zwei F\u00e4llen tief ger\u00fchrt waren\u201d. Darunter ein Brief von einem sehr alten Herero, \u201ein dem die schrecklichsten Details dieser Flucht wiedergegeben wurden: von Frauen, die ihre S\u00e4uglinge t\u00f6teten, um ihren M\u00e4nnern die Milch ihrer Br\u00fcste zu \u00fcberlassen, von M\u00e4nnern, die das Blut toter Rinder tranken, von Menschen, die selbst das Blut anderer Menschen, die gerade verhungert oder verdurstet waren, nicht verschm\u00e4hten.<br \/>\nEs war, als ob der Artikel bei namibischen Lesern Schleusen ge\u00f6ffnet h\u00e4tte. Westdeutsche Leser hingegen waren emp\u00f6rt \u00fcber die Anfechtung der \u201awahren Lehre\u2019, die gewisserma\u00dfen auf dem Image des allm\u00e4chtigen deutschen kaiserlichen Milit\u00e4rs beruhte, das die Herero wie Ungeziefer vernichtet habe.\u201d<br \/>\nDas nenne ich mal eine Volte: Gerade die Aufrechterhaltung der V\u00f6lkermordthese entspringt dem rassistischen, postkolonialen Blick auf ein schwarzes Volk, das sich entschieden hat, lieber in der Omaheke zu verdursten, als sich zu unterwerfen. Die einen sind stolz darauf, dass ihre Vorfahren Freiheit oder Tod gew\u00e4hlt haben, die anderen setzen ihren perversen Stolz dagegen, von Massenm\u00f6rdern abzustammen, und das soll ihnen jetzt kein Bimbo streitig machen. Leider und logischerweise sind die Nachfahren der Herero auf diesen Zug aufgesprungen; die in Aussicht stehenden deutschen Entsch\u00e4digungssummen sind einfach zu verlockend hoch.<\/p>\n<p>***<br \/>\nEine elementare Frage, die die Leiterin des namibischen Nationalarchivs ebenfalls aufwarf, ist die nach der Zahl der Opfer. Laus Antwort lautete: \u201eDie Bev\u00f6lkerungszahl der Herero vor dem Krieg ist einfach nicht bekannt.\u201d Deshalb sei sowohl eine Auskunft \u00fcber die Verluste als auch \u00fcber die Zahl der \u00dcberlebenden unm\u00f6glich. Das verf\u00fcgbare dokumentierte Beweismaterial sei \u201eerschreckend unvollst\u00e4ndig\u201d, was von heutigen Historikern indes selten eingestanden werde. Gro\u00dfe Mengen amtlicher Papiere seien von s\u00fcdafrikanischen Truppen w\u00e4hrend der Besatzungszeit von 1915 bis 1919 vernichtet worden, darunter auch Archive der Schutztruppe, was umso bedauerlicher sei, als die Duplikate viele dieser Unterlagen im Deutschen Milit\u00e4rzentralarchiv zu Berlin \u201emit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit\u201d einem Bombenangriff w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges im Februar 1945 zum Opfer fielen.<\/p>\n<p>Stabshauptmann Bayer spricht in seinen Erinnerungen von 60.000 Herero, davon 6000 Kriegern, die sich um den Waterberg versammelt h\u00e4tten. Diese Zahl, die nat\u00fcrlich eine reine Vermutung war, ist inzwischen angezweifelt worden. Der russische, nach Namibia ausgewanderte Historiker Nikolai Mossolow (1901\u20131988) berichtete, er habe sich 1960 \u201emit dem alten Waterbergk\u00e4mpfer W. Lorang auf der Farm Okawaha (Klein Waterberg)\u201d unterhalten und ihn gefragt, ob er glauben k\u00f6nne, dass damals 60.000 Herero versammelt waren. Dessen Antwort war, dass \u201ef\u00fcr eine so kolossale Menschen- und Viehansammlung das Wasser niemals gereicht h\u00e4tte\u201d. Bei den Weideverh\u00e4ltnissen und den vorhandenen Wasserstellen h\u00e4tten \u201edort h\u00f6chstens 30.000 Menschen mit ungef\u00e4hr 10\u201312.000 Kopf Gro\u00dfvieh Platz finden\u201d k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Damit w\u00e4re ich bei meinem vierten und letzten Gew\u00e4hrsmann, Klaus Lorenz, Oberstleutnant der Bundeswehr, der mit seiner Magisterarbeit \u201eDie Rolle der Kaiserlichen Schutztruppe als Herrschaftsinstrument in S\u00fcdwestafrika\u201c, eingereicht und mit \u201eSehr gut\u201d benotet im Jahre 1999 an der Universit\u00e4t Hamburg, alles bislang hier Vorgetragene quellensatt best\u00e4tigt (wer will, kann sich die Arbeit hier f\u00fcr 1,49 Euro herunterladen). Auch Lorenz, der \u00fcbrigens 2001 verstarb, war der Ansicht, die Zahl der Herero und damit auch der Toten m\u00fcsse deutlich niedriger angesetzt werden \u2013 es seien \u201ekeinesfalls 50\u201360.000 Herero am Waterberg versammelt\u201d gewesen \u2013; schon vor 1904 seien \u201egro\u00dfe Teile in die unkontrollierbaren Weiten des s\u00fcdlichen Afrikas\u201d ausgewichen. Afrikanische Forscher haben inzwischen festgestellt, dass den Herero Routen durch die Kalahariw\u00fcste zwischen Namibia und Botswana bekannt waren und auch seit Jahrhunderten benutzt wurden.<\/p>\n<p>Lorenz wiederum hat recherchiert, dass zumindest die Herero-F\u00fchrer um Samuel Maherero einen m\u00f6glichen Exodus nach Osten schon vor dem Aufstand ins Auge gefasst und mit den Engl\u00e4ndern Kontakt aufgenommen hatten. Ein Indiz daf\u00fcr sei, dass bei der Massakrierung von Wei\u00dfen Briten und Buren gezielt verschont wurden: \u201eDiese Kampff\u00fchrung geh\u00f6rte zum milit\u00e4rischen Plan zur Durchquerung der Omaheke mit dem Ziel, Asyl in British Betschuanaland zu erhalten, welchen die Herero f\u00fcr den Fall zu gro\u00dfen Drucks durch die Schutztruppe politisch vorbereitet und abgesichert hatten.\u201d<\/p>\n<p>Die Route durch die Omaheke zum Ngamisee in das britische Betschuanaland, f\u00e4hrt Lorenz fort, \u201ewurde nach den Quellen schon vor 1903 au\u00dferhalb der Regenzeit von Hererogruppen unbekannter St\u00e4rke genutzt, um ebenso wie die H\u00e4ndler mit ihren Herden durch die wasser- und weidearmen Gebiete der Omaheke in das fruchtbare Land am Ngamisee zu gelangen; benutzt wurden die Trockenflussbette des Epukiro und des Eiseb\u201d. Von Historikern ausgewertete britische und s\u00fcdafrikanische Quellen h\u00e4tten \u201eweitere Wege von Hererogruppen auf britisches Gebiet\u201d ergeben. Das bedeute: \u201eEs m\u00fcssen mehr Wasserstellen und begrenzt auch mehr Weidegr\u00fcnde als angenommen in der Omaheke vorhanden gewesen sein, so da\u00df f\u00fcr eine begrenzte Zahl von Menschen und Tieren \u00dcberlebensm\u00f6glichkeiten gegeben waren.\u201d<br \/>\nLorenz spricht vom \u201eEnde der Omaheke-Legende\u201d. Das war vor mehr als einem Vierteljahrhundert.<\/p>\n<p>Theoretisch w\u00e4re damals schon ein Historikerstreit f\u00e4llig gewesen; er ist es heute noch mehr. Ich f\u00fcrchte nur, da gibt es wenig zu streiten; deshalb muss weiterhin damit gerechnet werden, dass Verleumdungen, Stigmatisierungen, Ausladungen und all die anderen bew\u00e4hrten Instrumente der Cancel Culture gegen jene \u201eV\u00f6lkermord-Leugner\u201d zum Einsatz kommen, die blo\u00df nach Beweisen verlangen und Argumente vortragen.<\/p>\n<p>***<br \/>\nDie Konzentrationslager, die in Deutsch-S\u00fcdwest nach dem kaiserlichen Gnadenerlass f\u00fcr die Herero errichtet wurden, hatten ihr Vorbild in den britischen Konzentrationslagern im Burenkrieg. Der Begriff ist durch die Nationalsozialisten im Nachhinein so belastet worden, dass sich sofort falsche Assoziationen einstellen. Konzentrationslager hei\u00dft zun\u00e4chst nichts anderes als Sammellager. Die Frage, was die Deutschen mit den ungef\u00e4hr 15.000 Herero h\u00e4tten tun sollen, die versprengt und ihrer Herden beraubt durchs Land zogen, als sie in provisorischen Lagern zu sammeln, ist von niemandem schl\u00fcssig beantwortet worden.<br \/>\nW\u00e4hrend die Zust\u00e4nde in manchen Lagern, zum Beispiel auf der Haifischinsel in der L\u00fcderitzbucht, zum Teil dantesk war, vor allem wegen der Seuchen, berichtete der erw\u00e4hnte britische Beobachter Oberst Trench \u00fcber \u201e920 Gefangene, die H\u00e4lfte davon M\u00e4nner\u201d, Ende 1905 in Swakopmund, die \u201estark und gesund und sehr verschieden von den ungl\u00fccklichen Menschen in der L\u00fcderitzbucht\u201d, zum Teil auch \u201esehr gut angezogen\u201d seien und tags\u00fcber in dem St\u00e4dtchen arbeiteten. Die Ursache der hohen Sterblichkeit in den Lagern war in jedem zweiten Fall Skorbut, verbunden mit einseitiger Ern\u00e4hrung; allerdings ging es, wie wir gesehen haben, der Schutztruppe nicht besser; es stand kein Mutwille dahinter.<br \/>\n***<br \/>\nImmer noch zum Vorigen.<br \/>\nEin Telegramm aus dem Sandfeld, per Heliograph \u2013 denken Sie an die Leuchtfeuer im Film \u201eDer Herr der Ringe\u201d, Teil III \u2013 \u00fcbermittelt, dauerte eine Woche bis zur Kabelstation Okahandja und von dort nochmals ein bis zwei Tage nach Berlin. Ein amtliches Schreiben brauchte sieben Wochen.<\/p>\n<p>Der Chef des Gro\u00dfen Generalstabs erfuhr von der Proklamation von Trothas durch ein Schreiben des Generals, das dieser Anfang Oktober abgesetzt hatte und das irgendwann im November in Berlin eintraf. Reichskanzler von B\u00fclow und Seine Majest\u00e4t wurden am 24. November unterrichtet. Der Kaiser weilte im Harz und konnte von B\u00fclow erst am 29. November antworten, es kam zu einem Notenwechsel zwischen Kanzler und Kaiser. Die Entscheidung f\u00fcr die R\u00fccknahme des Befehls mit dem entsprechenden Telegramm fiel am 9. Dezember. Der \u201eWeg der Gnade\u201d wurde beschritten, von Trotha gema\u00dfregelt und schlie\u00dflich abberufen.<\/p>\n<p>Dass es unter von Trotha zu Gefangenenhinrichtungen und \u00dcbergriffen kam, ist unstrittig.<br \/>\nDie Herero waren ihrerseits \u00fcbrigens nicht zimperlich. \u201eBei einem Patrouillenritt\u201d, erinnerte sich Hauptmann Bayer, \u201ewurde ein Leutnant mit acht Mann nach kurzer Gegenwehr get\u00f6tet. Nur zwei Mann waren, verwundet, entkommen. Die Hereros hatten die Leichen der Gefallenen viehisch verst\u00fcmmelt, ihnen die Augen ausgestochen, die H\u00e4nde abgehackt, den Hals bis zum Wirbel durchschnitten!\u201d<\/p>\n<p>***<br \/>\nZum innerschwarzen Rassismus, von dem ich weiter oben sprach, berichtet Hauptmann Bayer: \u201eAls ein gefangener Schwarzer erz\u00e4hlte, dass die Hereros alle Bergdamaras und Buschleute, die sie jetzt fingen, als Sklaven behandelten, hungern lie\u00dfen, nachts anb\u00e4nden, um ihr Entlaufen zu verhindern, und viele totschl\u00fcgen, war Barnabas au\u00dfer sich: \u201aHereros immer Kaffern totmachen, Hereros Feinde, aber Hereros zu stark.\u2018\u201d<\/p>\n<p>Die Hereros waren Viehnomaden, auch sie waren in das Land eingewandert und hatten die dort Ans\u00e4ssigen \u2013 San, Bantus \u2013 vertrieben oder umgebracht, weil sie f\u00fcr ihre riesigen Rinderherden Weidefl\u00e4chen brauchten; Status und Rang eines Hereros bema\u00dfen sich an der Zahl seiner Rinder. Jedenfalls waren sie nicht die Besitzer des Landes, das vom deutschen Kaiserreich damals als Schutzgebiet verwaltet wurde.<br \/>\nEnde der Durchsage.<br \/>\n***<br \/>\nPS: \u201eRespekt f\u00fcr die ausf\u00fchrliche und fundierte Darstellung zum historischen Dauerbrenner in Namibia. Dennoch gibt es einen Aspekt, dem regelm\u00e4\u00dfig nur wenig Bedeutung geschenkt wird, wenn es um historische Berichte geht: \u00dcbertreibungen und Propaganda. Nat\u00fcrlich will das von der Presse aufgeheizte deutsche Volk lesen, dass man den Hereros, die Unschuldige grausam ermordet hatten, das Handwerk gelegt hat. Das ist jedoch nicht so leicht, wenn sie in der Nacht abgehauen sind und man sie leider nicht mehr einholen konnte. Es bot sich daher an, eine glaubhafte Geschichte zu erz\u00e4hlen, wie es ihnen in der Omatheke ergangen sein k\u00f6nnte. Dass es ein Gro\u00dfteil nach Botswana geschafft hat, wo sie von den Briten Asyl bekamen, blendet man aus\u201d, schreibt Leser ***.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich war es 1943 bei der Panzerschlacht in Kursk. Was hat man da nicht alles f\u00fcr Panzermassen gesehen. Die Russen berichteten von einem unglaublich starken Gegner, die Deutschen von einer gewaltigen feindlichen \u00dcbermacht. Mittlerweile wei\u00df man, dass die Berichte beider Seiten massive \u00dcbertreibungen enthalten. Kurzer Sprung in die Gegenwart: Die Anzahl der Russen, die t\u00e4glich von den unsterblichen Ukrainern get\u00f6tet werden, d\u00fcrften auch nicht ganz der Realit\u00e4t entsprechen. Umgekehrt ist es mit Sicherheit genauso. Beide Seiten l\u00fcgen, was das Zeug h\u00e4lt, und man kann ihnen daf\u00fcr noch nicht mal einen Vorwurf machen. Das geh\u00f6rt schlichtweg dazu. Auf Basis solcher L\u00fcgen jedoch 120 Jahre sp\u00e4ter Reparationsforderungen zu stellen, ist schlichtweg l\u00e4cherlich. Bei Propaganda kann man sich den Vortrag des Klagegegners eben nicht zu eigen machen, weil er gelogen ist.\u201d<\/p>\n<p>Ende von:<br \/>\nMichael Klonovsky zur Bundestagsdebatte 14.10.2026: Namibia, V\u00f6lkermord<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Global\u00a0\u00a0&gt;Afrika\u00a0&gt;Afrika-Migration &gt;Afrika-Zukunft &gt;Namibia Listenauswahl eines Beitrags: anklicken (falls unterstrichen) oder scrollen\u00a0 Michael Klonovsky zur Bundestagsdebatte 14.10.2026: Namibia, V\u00f6lkermord (15.10.2026) Genozid Kolonialismus Gr\u00fcn=USA, gelb=China und Orange=Indien &nbsp; Michael Klonovsky zur Bundestagsdebatte 14.10.2026: Namibia, V\u00f6lkermord Debatte 101. Sitzung Bundestag am 14.10.2026 (ab &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/namibia\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":27,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-154858","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/154858","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=154858"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/154858\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":154878,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/154858\/revisions\/154878"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/27"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=154858"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}