{"id":154528,"date":"2026-10-09T14:15:18","date_gmt":"2026-10-09T12:15:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=154528"},"modified":"2026-10-09T14:26:22","modified_gmt":"2026-10-09T12:26:22","slug":"sudan","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/sudan\/","title":{"rendered":"Sudan"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Global\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/\">Global<\/a>\u00a0\u00a0&gt;<a title=\"Afrika\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/\">Afrika<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/entwicklungshilfe\/\">Entwicklungshilfe<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-geschichte\/\">Afrika-Geschichte<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/nigeria\/\">Nigeria<\/a> &gt;Sudan<\/p>\n<div id=\"attachment_71612\" style=\"width: 648px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/buchenbach-kreuzberg201903pan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-71612\" class=\"size-full wp-image-71612\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/buchenbach-kreuzberg201903pan.jpg\" alt=\"\" width=\"638\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/buchenbach-kreuzberg201903pan.jpg 638w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/buchenbach-kreuzberg201903pan-180x83.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-71612\" class=\"wp-caption-text\">Buchenbach bei Freiburg im Schwarzwald im M\u00e4rz 2019 &#8211; Kreuzberg<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: <span style=\"text-decoration: underline;\">Entweder anklicken<\/span> oder nach unten scrollen\u00a0<\/em><\/li>\n<li>CSI: Verfolgung und Versklavung von Christen in Sudan und Nigeria (9.10.2026)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/christentum\/\">Christentum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/christen-afd\/\">Christen in der AfD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/christenverfolgung\/\">Christenverfolgung<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Zwei Staaten:<br \/>\nSudan im Norden ist mehrheitlich <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islam-liberal\/\">muslimisch<\/a>, mit christlichen Minderheiten in den Nuba-Bergen,<br \/>\nS\u00fcdsudan ist mehrheitlich <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/christentum\/\">christlich<\/a>, mit naturreligi\u00f6sen Minderheiten<br \/>\n==============================================================<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>CSI: Verfolgung und Versklavung von Christen in Sudan und Nigeria<\/strong><br \/>\n<strong>Christenverfolgung in Afrika: \u201eDie Verfolger m\u00fcssen klar benannt werden\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Christen werden verschleppt, versklavt, zwangsverheiratet und ermordet \u2013 doch in Politik und Medien wird der religi\u00f6se Hintergrund der Gewalt nach Einsch\u00e4tzung von Christian Solidarity International (CSI) immer wieder heruntergespielt. Im gro\u00dfen PP-Interview spricht Pfarrer Peter Fuchs, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von CSI in M\u00fcnchen, \u00fcber die dramatische Lage der Christen in Nigeria und im Sudan, \u00fcber dschihadistische Gewalt und moderne Sklaverei \u2013 und dar\u00fcber, warum der Westen die religi\u00f6sen Ursachen der Verfolgung so ungern beim Namen nennt.<\/p>\n<p>Fuchs wei\u00df dabei nicht nur aus Berichten, wovon er spricht: CSI arbeitet seit Jahrzehnten mit Opfern religi\u00f6ser Verfolgung und befreit seit 1995 Christen und Animisten aus der Sklaverei im Sudan. Im Gespr\u00e4ch schildert der Geistliche ersch\u00fctternde Einzelschicksale, widerspricht verbreiteten Deutungen der Gewalt in Nigeria als blo\u00dfen \u201eHirten-Bauern-Konflikt\u201c und fordert, T\u00e4ter und Hinterm\u00e4nner offen zu benennen. Zugleich nimmt er die Kirchen in Europa in die Pflicht und \u00e4u\u00dfert sich zu <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/katholisch\/leo\/\">Papst Leo XIV.<\/a>: Dessen ungew\u00f6hnlich deutliche Verurteilung der religi\u00f6s motivierten Gewalt in Nigeria wertet Fuchs als wichtigen Akzent und als \u201esanfte Korrektur\u201c fr\u00fcherer vatikanischer Stellungnahmen.<\/p>\n<p>Der 1977 in Tegernsee geborene Fuchs studierte Theologie in Regensburg, Rom und Wigratzbad, wurde 2002 f\u00fcr die Erzdi\u00f6zese Vaduz zum Priester geweiht und erwarb sp\u00e4ter in Stra\u00dfburg das Lizenziat im Kirchenrecht. Seit 2016 leitet er die M\u00fcnchner Arbeit von CSI; daneben wirkt er als Kirchenanwalt und Ehebandverteidiger am Bisch\u00f6flichen Offizialat Eichst\u00e4tt. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Christenverfolgung, Islamismus, das Schweigen des Westens \u2013 und dar\u00fcber, warum Solidarit\u00e4t mit verfolgten Christen mehr verlangt als humanit\u00e4re Hilfe.<br \/>\n.<\/p>\n<p>PP: CSI widerspricht der Bundesregierung ausdr\u00fccklich in ihrer Einsch\u00e4tzung der Lage im Sudan und in Nigeria. W\u00e4hrend Berlin vielfach ethnische Konflikte, Ressourcenknappheit oder allgemeine politische Instabilit\u00e4t in den Vordergrund stellt, spricht CSI von religi\u00f6ser Verfolgung und dschihadistischer Gewalt. Wird der religi\u00f6se Faktor von der deutschen Politik systematisch untersch\u00e4tzt?<br \/>\nPfarrer Fuchs CSI: Das Beispiel Nigeria steht hier f\u00fcr einen roten Faden in der deutschen Au\u00dfenpolitik. Nicht nur in Nigeria, sondern auch in anderen L\u00e4ndern klammert die Bundesregierung religi\u00f6se Konflikte als m\u00f6gliche Ursache aus. Die Erkl\u00e4rungsmuster sind meistens \u201estruktureller\u201c Natur. So betrachtet die Bundesregierung auch die Verfolgung der Alawiten in Syrien vornehmlich als \u201epolitisches\u201c und nicht als \u201ereligi\u00f6ses\u201c Problem, obwohl die Alawiten von vielen Sunniten als Ungl\u00e4ubige angesehen werden und es eine historische Verfolgung gibt. Ganz \u00e4hnlich ist es auch bei der Auseinandersetzung zwischen Armenien und Aserbaidschan, bei der die Traditionslinien zwischen dem armenischen V\u00f6lkermord und der ethnischen S\u00e4uberung in Bergkarabach keine Rolle spielen; in beiden F\u00e4llen war die Ausl\u00f6schung des Christentums im S\u00fcdkaukasus und Orient \u2013 auch Assyrer und Aram\u00e4er waren betroffen \u2013 kein \u201eKollateralschaden\u201c, sondern Programm.<\/p>\n<p>PP: Besonders drastisch erscheint die Diskrepanz im Sudan: Die Bundesregierung erkl\u00e4rt, \u00fcber keine entsprechenden Erkenntnisse zu Zwangsarbeit und Sklaverei zu verf\u00fcgen, w\u00e4hrend CSI seit Jahrzehnten mit der Befreiung und Unterst\u00fctzung versklavter Menschen befasst ist. Wie ist es m\u00f6glich, dass die Wahrnehmung einer westlichen Regierung und die Erfahrungen einer seit Jahrzehnten vor Ort t\u00e4tigen Hilfsorganisation derart weit auseinanderliegen?<br \/>\nCSI: <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/christen-afd\/\">Die Anfrage der AfD<\/a>, aus der diese Antwort hervorgeht, besteht aus 17 Einzelfragen, aber es war diese eine Antwort, die aufhorchen lie\u00df. Sie zeigte, dass die Bundesregierung zwar \u00fcber ein breites Wissen hinsichtlich der au\u00dfenpolitischen Verflechtungen und Statistiken verf\u00fcgt, aber offenbar den Sudan \u2013 wie andere L\u00e4nder auch \u2013 als eine Art \u201eBlackbox\u201c ansieht. Alle Staaten, so hat man den Eindruck, sind prinzipiell gleich. Die verschiedenen Determinanten \u2013 Ethnien, Religionen, Traditionen, Geschichte \u2013 spielen lediglich eine nachgeordnete Rolle. Im S\u00fcden des heutigen Sudans und im S\u00fcdsudan sind zahlreiche Menschen, die \u00fcber Jahrhunderte der Islamisierung und Arabisierung die Stirn boten, ab dem 19. Jahrhundert zum Christentum konvertiert. Bis heute gibt es eine christliche Enklave in den Nuba-Bergen des Sudans.<br \/>\nNach Ende der britischen Kolonialherrschaft bestand das erkl\u00e4rte Ziel der neuen, muslimisch dominierten Regierung in Khartum darin, den Islam und die arabische Kultur in nicht-islamischen Gebieten des Sudans zu verbreiten. So sollte eine islamische kulturelle Einheit erreicht werden. Von einheimischen Christen erwartete die neue herrschende Elite des Sudans, dass sie die politischen und sozialen Benachteiligungen als Dhimmis hinnehmen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Diese Konfliktlinien haben das Land mehrfach in den B\u00fcrgerkrieg geworfen und 2011 schlie\u00dflich zur Unabh\u00e4ngigkeit des S\u00fcdsudans gef\u00fchrt. CSI befreit seit 1995 Christen und Animisten aus der Sklaverei im Sudan und f\u00fchrt sie in den S\u00fcdsudan zur\u00fcck und prangert das \u00dcbel der Sklaverei \u00f6ffentlich an \u2013 die UN hat bis 1999 nicht zugeben wollen, dass Kinder und M\u00fctter versklavt wurden. Die Bundesregierung steht offenbar in einer \u00e4hnlichen Tradition. \u00dcber die Motive will ich nicht spekulieren.<\/p>\n<p>PP: In Nigeria werden Massaker an christlichen D\u00f6rfern h\u00e4ufig als Folge von Landkonflikten, Klimawandel, ethnischen Spannungen oder Auseinandersetzungen zwischen Hirten und Bauern dargestellt. CSI h\u00e4lt eine solche Erkl\u00e4rung f\u00fcr unzureichend und verweist auf die dschihadistische Ideologie der T\u00e4ter. Woran l\u00e4sst sich konkret erkennen, dass Christen nicht lediglich zuf\u00e4llige Opfer allgemeiner Gewalt sind, sondern gerade wegen ihres Glaubens angegriffen werden?<br \/>\nCSI: Man muss sich in diesem Fall beide Seiten anschauen: die Urheber der Gewalt und die Opfer der Gewalt. Sie lesen immer wieder in den Medien von \u201emilitanten Fulanis\u201c oder \u201eislamistischen Fulani-Milizen\u201c, die christliche D\u00f6rfer \u00fcberfallen. Die Fulani sind jene \u201eNomaden\u201c bzw. \u201eHirten\u201c, die man aber kaum von ihrer Geschichte und Religion trennen kann. Bis 1903 beherrschten sie das gr\u00f6\u00dfte und m\u00e4chtigste Reich in Westafrika, n\u00e4mlich das Sokoto-Kalifat \u2013 es wurde danach von den Kolonialm\u00e4chten Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten K\u00f6nigreich aufgeteilt. Gr\u00fcnder des Kalifats war Usman dan Fodio, der sein Reich durch einen Dschihad gegen nicht-muslimische Nachbarst\u00e4mme gr\u00fcndete. \u00dcber mehr als ein Jahrhundert breitete sich dieses Kalifat durch Heilige Kriege aus. Raubz\u00fcge im Namen Allahs gegen \u201eUngl\u00e4ubige\u201c geh\u00f6rten zur Tagesordnung. Die heutigen \u00dcberf\u00e4lle stehen in dieser Tradition: Die Fulani wollen den Christen das Land entrei\u00dfen, das sie traditionell als islamisches Land betrachten.<\/p>\n<p>Betrachten wir nun die Opfer. Ja, es stimmt, dass auch Muslime Opfer der Gewalt in Nigeria sind. Am 21. August erfolgte ein koordinierter Angriff auf f\u00fcnf Ortschaften im Verwaltungsbezirk Borgu. Bewaffnete M\u00e4nner st\u00fcrmten w\u00e4hrend des Freitagsgebets Moscheen und entf\u00fchrten Hunderte Gl\u00e4ubige. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Sie als Christ in Nigeria Opfer von Gewalt werden, ist rund 8,7-mal h\u00f6her als f\u00fcr einen Muslim. Zentrale Angriffsziele der T\u00e4ter sind christliche Schulen, Kirchen an christlichen Feiertagen, Geistliche oder christliche Dorfvorsteher. Die muslimischen Angreifer sind mit AK-47-Gewehren bewaffnet und \u00fcberfallen die D\u00f6rfer mit Motorr\u00e4dern. Die christlichen Bewohner sind dagegen so gut wie nie bewaffnet. Die T\u00e4ter bleiben h\u00e4ufig straflos, was auf eine stille Kooperation mit lokalen Beh\u00f6rden schlie\u00dfen l\u00e4sst. Insbesondere die Sicherheitskr\u00e4fte sind von Fulani dominiert. Man braucht viel Fantasie, um bei dieser Sachlage den \u201ereligi\u00f6sen Faktor\u201c als blo\u00dfe Nebensache zu verorten.<\/p>\n<p>PP: Robert Kardinal Sarah hat als Afrikaner immer wieder sehr deutlich zwischen einem friedlichen Zusammenleben von Christen und Muslimen und einem politisch-dschihadistischen Islam unterschieden. Nach der Ermordung von elf Christen in Nigeria bezeichnete er die Get\u00f6teten ausdr\u00fccklich als \u201eM\u00e4rtyrer\u201c. Zugleich warnte er davor, dass ein Islam, der sich als politische Ordnung versteht und universalen Herrschaftsanspruch erhebt, nicht nur f\u00fcr Afrika eine Bedrohung darstellt. Deckt sich diese Diagnose mit den Erfahrungen von CSI? Und fehlt der Kirche in Europa heute mitunter der Mut zu einer \u00e4hnlich klaren Unterscheidung und Sprache?<br \/>\nCSI: Das ist definitiv der Fall. In vielen L\u00e4ndern l\u00e4sst sich der \u201eTrend\u201c zu einer Homogenisierung beobachten. Angestammte Minderheiten, religi\u00f6s wie ethnisch, werden als Problem angesehen. Das gilt aber nicht nur f\u00fcr islamische Staaten: In Indien etwa \u00fcben die Hindu-Nationalisten gewaltigen Druck auf christliche und muslimische Minderheiten aus \u2013 dort haben in der Vergangenheit christenfeindliche Mobs gew\u00fctet. Was den Nahen Osten angeht, muss man jedoch auch kritisch anmerken, dass eine postchristliche Politik des Westens gro\u00dfe Schuld an der anhaltenden Schw\u00e4chung des orientalischen Christentums hat. Den Irak-Krieg hat Papst Johannes Paul II. noch zu verhindern gesucht und sich mit dem irakischen Au\u00dfenminister Tarik Aziz getroffen \u2013 einem chald\u00e4ischen Christen im s\u00e4kularen Regime von Saddam Hussein. Von den knapp 2 Millionen Christen leben heute noch vielleicht 200.000 im Irak. Bei der syrischen Christenheit sieht es \u00e4hnlich aus: vor dem Krieg lebten dort gut 2 Millionen Christen, heute sind es 300.000. Kirche und Politik haben daher die Aufgabe, sich gegen die zunehmende Destabilisierung dieser Regionen einzusetzen. Mittlerweile h\u00e4ngt das \u00dcberleben des Christentums in seiner Wiege davon ab. Dass aber gerade in Syrien ein Dschihadist als Pr\u00e4sident hofiert wird, \u00fcber dessen gegenw\u00e4rtiges politisches Programm \u2013 die Errichtung einer Islamischen Republik Syrien \u2013 freundlich hinweggesehen wird, zeigt leider, dass es noch Handlungsbedarf gibt. Viele L\u00fccken, in die der radikale Islam st\u00f6\u00dft, hat der Westen selbst aufgerissen. Das Problem finden Sie also nicht erst in Afrika, sondern bereits vor der europ\u00e4ischen Haust\u00fcre.<\/p>\n<p>PP: Besonders ersch\u00fctternd ist die Situation christlicher Frauen und M\u00e4dchen, die entf\u00fchrt, sexuell missbraucht, zwangsverheiratet oder zur Konversion gezwungen werden. Begegnet Ihnen bei Ihrer Arbeit der Eindruck, dass diese Opfer in der westlichen Menschenrechtsdebatte weniger Aufmerksamkeit erhalten, weil die religi\u00f6se beziehungsweise islamistische Dimension ihrer Verfolgung politisch unbequem ist?<\/p>\n<p>CSI: Es ist in der Tat erschreckend, wie wenig Widerhall die F\u00e4lle von entf\u00fchrten, versklavten und zwangsverheirateten Frauen finden. Die fr\u00fchere Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock hat eine \u201efeministische Au\u00dfenpolitik\u201c zum Programm erhoben, aber an der Situation von christlichen und andersgl\u00e4ubigen Frauen hat sich in den islamischen L\u00e4ndern nichts ge\u00e4ndert.<br \/>\nBei CSI bearbeiten wir dazu seit Jahren F\u00e4lle \u2013 k\u00fcrzlich etwa das Schicksal von Neha, einer 18-j\u00e4hrigen Christin aus Pakistan. Ihre Eltern, die als Schuldsklaven in einer Ziegelei arbeiteten, wollten ihr ein besseres Leben erm\u00f6glichen und meldeten sie in einem N\u00e4hkurs an. Sie verschwand kurze Zeit darauf; die Familie wurde bei Nachforschungen eingesch\u00fcchtert. Man fand Neha in einer islamischen Schule wieder, wo sie zwangskonvertiert worden war. Bis heute versucht CSI, Neha endlich wieder zu ihrer Familie zur\u00fcckzubringen.<br \/>\nIm Sudan werden Frauen in die Sklaverei hineingeboren \u2013 so etwa im Fall Agul. Ihre Eltern waren aus dem S\u00fcdsudan in den Sudan verschleppt worden; Agul wurde sp\u00e4ter von ihrem \u201eBesitzer\u201c an einen Araber verkauft. Dieser lie\u00df sie schwer schuften, schlug und vergewaltigte sie. Agul brachte drei Kinder zur Welt, von denen ihr zwei abgenommen und zur Mutter des Besitzers gebracht wurden. Er drohte ihr mehrmals an, dass sie \u201ewie ein Hund\u201c sterben w\u00fcrde, wenn sie ihm nicht gehorchte; sie durfte nicht einmal zum Arzt gehen, wenn sie krank war. Agul wurde gl\u00fccklicherweise von CSI im Oktober 2025 befreit.<br \/>\nDass diese Geschichten so wenig Aufmerksamkeit in Europa finden, liegt nicht zuletzt an der postchristlichen Gesellschaft: Christen stehen nicht mehr mit Christen zusammen und sehen sich f\u00fcr ihre Glaubensgeschwister nicht mehr verantwortlich.<\/p>\n<p>PP: Es wird immer wieder der Vorwurf erhoben, Papst Leo XIV. habe angesichts der dramatischen Christenverfolgung in Afrika seine Stimme nicht oder jedenfalls nicht deutlich genug erhoben. Trifft dieser Vorwurf aus Ihrer Sicht zu? Wie beurteilt CSI die bisherigen \u00c4u\u00dferungen und Initiativen des Papstes \u2013 gerade auch seine Stellungnahmen zur Situation der Christen in Nigeria?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hat Papst Leo uns im Januar 2026 in dieser Frage \u00fcberrascht: Denn er hatte anl\u00e4sslich der Neujahrsansprache die weltweite Christenverfolgung ungew\u00f6hnlich scharf verurteilt. Explizit benannte er auch die \u201ereligi\u00f6s motivierte Gewalt\u201c in Nigeria. Das war deswegen au\u00dfergew\u00f6hnlich, weil kurz zuvor noch renommierte Vertreter des Heiligen Stuhls das Narrativ des \u201eHirten-Bauern\u201c-Konfliktes wiederholt hatten. Insofern musste man das als \u201esanfte Korrektur\u201c seiner Vorsprecher verstehen. Das geschah in einer Zeit, als Donald Trump Milit\u00e4rschl\u00e4ge gegen Nigeria wegen der Christenverfolgung angedroht hatte, und Medien wie Politik sich bem\u00fchten, m\u00f6glichst politisch korrekt von einer \u201evermeintlichen Christenverfolgung\u201c in Nigeria zu sprechen, um nicht den Anschein zu erwecken, der US-Pr\u00e4sident k\u00f6nnte mit seiner Behauptung Recht haben. Da wollten sich \u2013 wie so h\u00e4ufig \u2013 auch ein paar Kirchenleute profilieren. Insofern hat Leo in der angespannten Lage einen wichtigen Akzent gesetzt.<\/p>\n<p>PP: Kardinal Sarah hat einmal \u00fcber die verfolgten Christen gesagt, sie ben\u00f6tigten nicht in erster Linie unser Geld und unsere humanit\u00e4re Hilfe, sondern die Erfahrung der Verbundenheit im gemeinsamen Glauben. Was erwarten die verfolgten Christen Afrikas tats\u00e4chlich von den Katholiken Europas \u2013 materielle Hilfe und politischen Druck oder ebenso eine Kirche, die ihre Verfolgung \u00f6ffentlich beim Namen nennt und sich unmissverst\u00e4ndlich zu ihren bedr\u00e4ngten Glaubensgeschwistern bekennt?<\/p>\n<p>Viele Kirchenf\u00fchrer k\u00f6nnen in ihren eigenen L\u00e4ndern die Probleme nicht so laut anprangern, weil sie sich selbst und ihre Gemeinden damit in Gefahr bringen. Das ist ein Faktor, den man h\u00e4ufig \u00fcbersieht. F\u00fcr den Vatikan ist die klassische Geheimdiplomatie effizienter als das Poltern mit gro\u00dfen Worten \u2013 bedenken Sie, dass die Christen in Nigeria zuerst gejubelt haben, als Donald Trump den Milit\u00e4reinsatz ank\u00fcndigte, der ihre Angreifer ausschalten sollte, und wie entt\u00e4uscht sie nun sind, weil die US-Truppen bereits nach einem halben Jahr abziehen, obwohl das Gemetzel weitergeht.<br \/>\nChristliche Menschenrechtsorganisationen wie CSI haben hier eine wichtige Aufgabe zu leisten. Wir dokumentieren das Leid der weltweit verfolgten Christen und geben ihnen eine Stimme, deren Ziel es ist, die Gesellschaften des Westens, Medienvertreter und politische Entscheidungstr\u00e4ger f\u00fcr sie einzunehmen. Sicher ist es auch weiterhin wichtig, der verfolgten Kirche, unseren Glaubensgeschwistern, durch humanit\u00e4re Hilfe beizustehen. Um Christenverfolgung aber zu beenden, ist es wesentlich, die Verfolger und ihre Hinterm\u00e4nner klar zu benennen. Nur wenn wir die Verfolger blo\u00dfstellen und ihre Gewalttaten an unschuldigen M\u00e4nnern, Frauen und Kindern bekannt machen, werden wir den gesellschaftlichen Aufschrei erreichen, der z. B. im England des 18. und 19. Jahrhunderts zum Verbot der Sklaverei gef\u00fchrt hat. In Bezug auf die Sklaverei im britischen Empire erkl\u00e4rt der Historiker J\u00fcrgen Osterhammel in seinem Werk Sklaverei und die Zivilisation des Westens: \u201eDie Sklaverei war in jenem Moment dem Untergang geweiht, als mit jedem L\u00f6ffelgriff in die Zuckerdose das Seufzen der fernen unsichtbaren Sklaven zu ert\u00f6nen schien.\u201c Diese Strategie m\u00fcssen wir auch zur Beendigung der weltweiten Christenverfolgung anwenden.<br \/>\nHier geht es zur Internetpr\u00e4senz von CSI. Dort auch die M\u00f6glichkeit die wichtige Arbeit f\u00fcr die verfolgten Christenfinanziell zu unterst\u00fctzen! https:\/\/csi-de.de\/<br \/>\n&#8230; Alles vom 9.10.2026 bitte lesen auf<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"oKAffDJlRz\"><p><a href=\"https:\/\/philosophia-perennis.com\/2026\/10\/09\/christenverfolgung-in-afrika-die-verfolger-muessen-klar-benannt-werden\/\">Christenverfolgung in Afrika: &#8222;Die Verfolger m\u00fcssen klar benannt werden&#8220;<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201eChristenverfolgung in Afrika: \u201eDie Verfolger m\u00fcssen klar benannt werden\u201c\u201c \u2013 Philosophia Perennis\" src=\"https:\/\/philosophia-perennis.com\/2026\/10\/09\/christenverfolgung-in-afrika-die-verfolger-muessen-klar-benannt-werden\/embed\/#?secret=E35wc6jwJv#?secret=oKAffDJlRz\" data-secret=\"oKAffDJlRz\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Global\u00a0\u00a0&gt;Afrika\u00a0&gt;Entwicklungshilfe &gt;Afrika-Geschichte &gt;Nigeria &gt;Sudan Listenauswahl eines Beitrags: Entweder anklicken oder nach unten scrollen\u00a0 CSI: Verfolgung und Versklavung von Christen in Sudan und Nigeria (9.10.2026) Christentum Christen in der AfD Christenverfolgung Zwei Staaten: Sudan im Norden ist mehrheitlich muslimisch, mit christlichen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/sudan\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":27,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-154528","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/154528","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=154528"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/154528\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":154535,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/154528\/revisions\/154535"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/27"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=154528"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}