{"id":153154,"date":"2026-08-26T21:07:40","date_gmt":"2026-08-26T19:07:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=153154"},"modified":"2026-08-26T21:38:08","modified_gmt":"2026-08-26T19:38:08","slug":"wald-wasserspeicher","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wald\/wald-wasserspeicher\/","title":{"rendered":"Wald-Wasserspeicher"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Natur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/\">Natur<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Wald\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wald\/\">Wald<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wald\/forst\/\">Forst<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/wind\/windkraft\/\">Windkraft<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wald\/wald-windkraft\/\">Wald-Windkraft<\/a> &gt;Wald-Wasserspeicher<\/p>\n<div id=\"attachment_148470\" style=\"width: 651px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/windrad-storch-acker-pan260429.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-148470\" class=\"size-full wp-image-148470\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/windrad-storch-acker-pan260429.jpg\" alt=\"\" width=\"641\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/windrad-storch-acker-pan260429.jpg 641w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/windrad-storch-acker-pan260429-180x112.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 641px) 100vw, 641px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-148470\" class=\"wp-caption-text\">Windrad &#8211; Storch &#8211; Acker &#8211; Landwirt 29.4.2026 bei Freiburg<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: <span style=\"text-decoration: underline;\">anklicken (falls unterstrichen)<\/span> oder scrollen\u00a0<\/em><\/li>\n<li>Freiburger Forstwissenschaftler pl\u00e4diert daf\u00fcr, alles zu tun, um Regenwasser im Wald zu halten (25.8.2026)<\/li>\n<li>Adrian Kempf: Wald &#8211; Waldwege &#8211; Wasserspeicher &#8211; D\u00fcrre &#8211; Windkraft &#8211; Genehmigung (25.8.2026)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><a title=\"Baum\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wald\/baum\/\">Baum \u2013 Baumdenkmale<\/a>\u00a0&gt;Baum<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/boden\/\">Boden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/stegen\/brombeerkopf\/\">Brombeerkopf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/forst.htm\">Forstbetriebe, Waldarbeiten<\/a>\u00a0&gt;Forst<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/pellets.htm\">Holzenergie und Pellets<\/a>\u00a0&gt;Pellets<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/holz.htm\">Holz und seine energetische Nutzung<\/a>\u00a0&gt;Holz<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wald\/forst\/\">Forst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/friedwald.htm\">Friedw\u00e4lder<\/a>\u00a0&gt;Friedwald<\/li>\n<li><a title=\"Klimawandel-natuerlich\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klimawandel-natuerlich\/\">Klimawandel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wald\/regenwald\/\">Regenwald<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/rosskopf\/\">Rosskopf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wald\/saegemaennle\/\">S\u00e4gem\u00e4nnle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wald\/wald-wasserspeicher\/\">Wald-Wasserspeicher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wald\/wald-windkraft\/\">Wald-Windkraft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/wind\/windkraft\/\">Windkraft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/wald#Links\">Links<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Freiburger Forstwissenschaftler pl\u00e4diert daf\u00fcr, alles zu tun, um Regenwasser im Wald zu halten<\/strong><br \/>\nAuch die W\u00e4lder in S\u00fcddeutschland sind in diesem Sommer von der gro\u00dfen D\u00fcrre betroffen. Ein Gespr\u00e4ch mit Ulrich Schraml, Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W\u00fcrttemberg<br \/>\n.<br \/>\nBZ: Herr Schraml, wie dramatisch ist die Situation der W\u00e4lder?<br \/>\nF\u00fcr uns galt schon der trockene Sommer 2018 als Ausrei\u00dfer, doch der Sommer 2026 ist noch extremer. Dieses Jahr sind wir im Juni schon mit Hitzerekorden und einer D\u00fcrre gestartet, die sich immer weiter zuspitzt. Jetzt werfen einige Laubb\u00e4ume bereits ihre Bl\u00e4tter ab \u2013 die W\u00e4lder leiden erheblich.<br \/>\nBZ: Sind die B\u00e4ume damit dauerhaft gesch\u00e4digt, oder werden sie sich regenerieren k\u00f6nnen?<br \/>\nDas werden wir erst im kommenden Fr\u00fchjahr wissen. Die Laubb\u00e4ume versuchen sich zu sch\u00fctzen, indem sie ihre Bl\u00e4tter abwerfen, weil sie auf diese Weise ihre Verdunstung reduzieren. Deswegen sind auch nicht alle B\u00e4ume, deren Bl\u00e4tter jetzt braun werden, verloren. Ob ein Baum \u00fcberlebt, h\u00e4ngt vor allem auch von anderen Organismen ab. Zumeist sterben die B\u00e4ume ja nicht unmittelbar aufgrund des Wassermangels, sondern, weil der Trockenstress ihre Abwehr schw\u00e4cht. Dann haben Borkenk\u00e4fer, die durchaus auch die Buche angreifen k\u00f6nnen, oder Pilze \u2013 wie die Wei\u00dff\u00e4ule \u2013 leichtes Spiel. Es ist immer eine Kette von Ereignissen, die einem Baum zum Verh\u00e4ngnis wird. Von daher ist derzeit schwer zu prognostizieren, welche Sch\u00e4den in den W\u00e4ldern mittelfristig entstehen.<\/p>\n<p>BZ: Haben wenigstens die j\u00fcngsten Regenf\u00e4lle etwas Entspannung gebracht?<br \/>\nNat\u00fcrlich ist jeder Regen willkommen, vor allem da, wo die B\u00f6den flachgr\u00fcndig und jetzt v\u00f6llig ausgetrocknet sind. Geringe Niederschlagsmengen feuchten zumindest die Humusauflage oder auch den Oberboden an und helfen so wenigstens der Bodenvegetation und der Naturverj\u00fcngung. Bis von dem aktuellen Regen aber auch etwas im Wurzelraum ankommt, w\u00e4ren l\u00e4ngere Landregen mit 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter n\u00f6tig. Um die B\u00f6den wieder aufzuf\u00fcllen, fehlen uns etwa 120 Liter. Die B\u00e4ume, die schon jetzt keine Bl\u00e4tter mehr haben, profitieren davon aber leider nicht mehr.<br \/>\n.<br \/>\nBZ: Hat dieser Sommer der Forstwirtschaft neue Erkenntnisse gebracht, oder allein die Best\u00e4tigung geliefert, dass der Wald trocken- und hitzeresistenter werden muss?<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich wissen wir, in welche Richtung der Wald sich ver\u00e4ndern muss, entsprechend l\u00e4uft der Umbau seit Jahrzehnten. Wir kennen die Eignung verschiedener Baumarten bei Hitze und Trockenheit heute recht gut. Die Fichte leidet oft zuerst, aber auch hochgewachsene Tannen schaffen es bei D\u00fcrre nicht mehr, genug Wasser bis an ihre Spitze zu bringen. Unter den Nadelb\u00e4umen hat die Schwarzkiefer als Art mit s\u00fcdeurop\u00e4ischer Herkunft eine gute Prognose. Bei der Buche haben wir gelernt, dass sie mit der Trockenheit doch mehr Probleme hat, als lange angenommen. Sie ist an regenreiche Sommer angepasst und verliert viel Wasser \u00fcber ihre Bl\u00e4tter. Die Eiche ist da effizienter. Bei Buchen kann es dann passieren, dass bei Trockenheit der Wasserfaden in einem Trieb abrei\u00dft. Wenn dann Luft in die Leitbahnen kommt, ist das wie eine Embolie. Der Baum stirbt dann von oben nach unten ab.<\/p>\n<p>BZ: Aber irgendwelche Schl\u00fcsse werden Sie aus diesem Sommer ziehen?<br \/>\nDie wichtigsten Antworten auf diesen Sommer liegen zun\u00e4chst abseits der Forstwirtschaft. Wir m\u00fcssen an erster Stelle den Klimaschutz verbessern. Auch andere Fragen, die sich stellen, betreffen die Gesellschaft in ihrer Breite; zum Beispiel, wie gut wir aufgestellt sind, um Waldbr\u00e4nde zu vermeiden. Dieser Sommer zeigt uns, dass die Bedrohung durch Waldbr\u00e4nde auch bei uns zunimmt.<\/p>\n<p>BZ: Die Zusammensetzung der Baumarten in den W\u00e4ldern muss man nach diesem Extremsommer also nicht neu bewerten ?<br \/>\nDie Suche nach dem vermeintlichen &#8222;Superbaum&#8220; sollten wir nicht in den Mittelpunkt stellen \u2013 zumal neun von zehn jungen B\u00e4umen in den W\u00e4ldern aus Naturverj\u00fcngung kommen, also gar nicht gepflanzt werden. Idealerweise unterst\u00fctzt der Forstbetrieb dann den Aufwuchs der Mischbaumarten, die vielleicht in der Jugend wenig konkurrenzkr\u00e4ftig sind, aber eine gute Zukunftsprognose haben. W\u00e4hrend die \u00f6ffentliche Debatte sich oft sehr um die Baumarten dreht, geht zugleich unter, dass es noch ganz andere Aspekte gibt, die die Resilienz der W\u00e4lder unterst\u00fctzen. Die Art des Wegebaus im Forstbetrieb ist zum Beispiel ein wichtiger Faktor. Die Anlage der Infrastruktur entscheidet n\u00e4mlich dar\u00fcber, ob Wasser schnell in die B\u00e4che abflie\u00dft, oder aber dem Waldboden zugef\u00fchrt wird. Da der Waldboden nur zu wenigen Zeiten mit Wasser ges\u00e4ttigt ist, sollten wir alles tun, um m\u00f6glichst viel Regenwasser im Wald zu halten. Da k\u00f6nnen Versickerungsgruben oder kleine T\u00fcmpel helfen. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Stadtb\u00e4ume: Wir brauchen mehr Fl\u00e4chen, auf denen Regenwasser versickern kann. Die gute Durchfeuchtung der B\u00f6den ist das Beste, was wir den B\u00e4umen bieten k\u00f6nnen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 25. August 2026 von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energiewende-humor-ews-frank-sauer-bernward-janzing\/\">Bernward Janzing<\/a> bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburger-forstwissenschaftler-plaediert-dafuer-alles-zu-tun-um-regenwasser-im-wald-zu-halten\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburger-forstwissenschaftler-plaediert-dafuer-alles-zu-tun-um-regenwasser-im-wald-zu-halten<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Ulrich Schraml ist habilitierter Forstwissenschaftler und seit 2019 Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/wind\/windkraft-schwarzwald\/\">FVA<\/a>) Baden-W\u00fcrttemberg in Freiburg. Er lebt mit seiner Familie und zwei Jagdhunden in Sexau.<br \/>\n.<\/em><\/p>\n<p><strong>Adrian Kempf: Wald &#8211; Waldwege &#8211; Wasserspeicher &#8211; D\u00fcrre &#8211; Windkraft &#8211; Genehmigung<\/strong><br \/>\nDiesen Leserbrief versende ich offen, weil die darin gestellte Frage \u00fcber die Zeitung hinausreicht. Sie betrifft alle, die derzeit \u00fcber Windenergiestandorte im Schwarzwald entscheiden oder von ihnen betroffen sind.<br \/>\nZun\u00e4chst ein Dank: Ihr Interview mit Ulrich Schraml, dem Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W\u00fcrttemberg, ist ein gr\u00fcndlicher Beitrag, und er enth\u00e4lt einen Satz, der in der Debatte \u00fcber Wald und Trockenheit sonst nicht vorkommt. Schraml sagt dort:<br \/>\n\u201eDie Art des Wegebaus im Forstbetrieb ist zum Beispiel ein wichtiger Faktor. Die Anlage der Infrastruktur entscheidet n\u00e4mlich dar\u00fcber, ob Wasser schnell in die B\u00e4che abflie\u00dft, oder aber dem Waldboden zugef\u00fchrt wird. Da der Waldboden nur zu wenigen Zeiten mit Wasser ges\u00e4ttigt ist, sollten wir alles tun, um m\u00f6glichst viel Regenwasser im Wald zu halten.&#8220;<br \/>\nBevor jemand versucht, diesen Satz einzuordnen: Ulrich Schraml ist kein Windkraftgegner. Im selben Interview stellt er ausdr\u00fccklich fest, man m\u00fcsse an erster Stelle den Klimaschutz verbessern. Er beziffert das Wasserdefizit der B\u00f6den mit rund 120 Litern pro Quadratmeter, und er warnt, die Bedrohung durch Waldbr\u00e4nde nehme auch bei uns zu. Das ist der Leiter der Landesanstalt, die den Wald in Baden-W\u00fcrttemberg wissenschaftlich begleitet.<br \/>\nZwanzig Kilometer \u00f6stlich Ihrer Redaktion geschieht derzeit das Gegenteil dessen, was er empfiehlt.<br \/>\n. <a style=\"font-weight: bold; background-color: #f1f1f1; font-size: 12px; text-align: center;\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/brombeerkopf-rodung-windkraft-pan260726.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-153170\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/brombeerkopf-rodung-windkraft-pan260726.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"349\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/brombeerkopf-rodung-windkraft-pan260726.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/brombeerkopf-rodung-windkraft-pan260726-180x98.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Brombeerkopf &#8211; Rodung f\u00fcr Windkraftanlage am 26.7.2026 &#8211; Bild: Adrian KempfAuf dem Brombeerkopf bei Stegen entsteht seit dem Fr\u00fchjahr die Zuwegung f\u00fcr zwei Windenergieanlagen. Ich war Ende Juli oben und habe dokumentiert, was dort gebaut wird: eine 1,2 Kilometer lange Trasse mit stellenweise bis zu 35 Prozent Steigung \u2014 fast das Doppelte dessen, was forstliche Richtwerte im Ausnahmefall zulassen. Verdichtet, geschottert, in Schwerlastbreite, dauerhaft. \u00dcber einen Hektar bisher unber\u00fchrter Waldboden ist beseitigt. Die Wurzelst\u00f6cke wurden nicht wie bei forstlicher Holzernte im Boden belassen, sondern mitsamt dem Wurzelwerk aus dem Hang gerissen und am Trassenrand aufget\u00fcrmt. Der Humus ist abgeschoben, darunter liegt blanker Hangschutt.<br \/>\nDas ist forstlich bedeutsamer, als es aussieht. Die Forstwirtschaft kennt den Begriff der Stockachselpflanzung: Nach einer Endnutzung wird die Jungpflanze bewusst unmittelbar neben den verbliebenen Stubben gesetzt, weil die verrottenden Wurzeln des Vorbestandes \u00fcber Jahre ein R\u00f6hrensystem hinterlassen, das den Boden bis in tiefe Horizonte erschlie\u00dft und Niederschlagswasser dorthin leitet, wo es gespeichert wird. Eine Stockrodung vernichtet genau diese Funktion. Zur\u00fcck bleibt verdichtetes Mineralmaterial ohne R\u00f6hrensystem, ohne Humus, ohne Infiltrationsleistung \u2014 und darunter, im Hang, liegen die Quellfassungen zweier H\u00f6fe, die nicht ans \u00f6ffentliche Netz angeschlossen sind.<br \/>\nDie Genehmigung vom 29. Oktober 2024 h\u00e4lt dazu ausdr\u00fccklich fest: \u201eEine Beeintr\u00e4chtigung der Wasserversorgung Hintereschbach 26 muss unterbleiben.&#8220;<br \/>\nBesonders bemerkenswert ist die Rolle der FVA selbst.<br \/>\nDieselbe Anstalt, deren Direktor in Ihrem Interview \u00fcber Regenwasserr\u00fcckhalt spricht, betreibt unter dem Titel \u201eWasserspeicher Wald&#8220; eigene Forschung zu genau dieser Funktion. Und dieselbe Anstalt hat in ihrer Planungsgrundlage \u201eWindenergie und Auerhuhn&#8220; vom August 2023 den Brombeerkopf als Bereich mit Ausschlussempfehlung eingestuft \u2014 sehr hoher Raumwiderstand im Populationsverbund. Der Regionalverband S\u00fcdlicher Oberrhein hat den Standort daraufhin aus seiner aktuellen Suchraumkulisse genommen.<br \/>\nDie Genehmigungsbeh\u00f6rde wusste das. Sie h\u00e4lt es im Bescheid sogar ausdr\u00fccklich fest. Genehmigt wurde dennoch, mit der Begr\u00fcndung, der Antrag sei noch auf Basis des \u00e4lteren, formal fortgeltenden Vorranggebiets gestellt worden. Hinzu kommt: Die untere Naturschutzbeh\u00f6rde des Landratsamts hatte das Vorhaben sieben Wochen zuvor schriftlich f\u00fcr nicht genehmigungsf\u00e4hig erkl\u00e4rt, der Fachbereich Bodenschutz massive Bedenken erhoben und die eingereichten Unterlagen f\u00fcr mangelhaft befunden, der Gemeinderat Stegen zweimal das Einvernehmen verweigert.<\/p>\n<p>Zum Waldbrandrisiko, das Schraml anspricht: Am Brombeerkopf ist eine L\u00f6schwasserversorgung nicht vorgesehen. Die Genehmigung antwortet auf die Nachfrage der Gemeinde, das Risiko sei \u201einsgesamt als niedrig einzustufen&#8220;, Br\u00e4nde w\u00fcrden \u201eeinsatztaktisch defensiv bek\u00e4mpft&#8220;, schwere Feuerwehrfahrzeuge dienten nur als \u201eDepot&#8220; am Taleingang. Auf 879 Metern H\u00f6he, neben einem Bannwald mit \u00fcberdurchschnittlichem Totholzanteil, erreichbar \u00fcber die genannte Zufahrt.<\/p>\n<p>Und damit zu meiner eigentlichen Bitte an Ihre Redaktion.<br \/>\nIch habe an anderer Stelle geschrieben, die lokale Presse berichte nicht \u00fcber die M\u00e4ngel dieses Genehmigungsverfahrens. Ihr Interview zwingt mich zu einer Pr\u00e4zisierung, und ich nehme sie gerne vor: Die Badische Zeitung berichtet \u00fcber die D\u00fcrre, gr\u00fcndlich und mit dem richtigen Fachmann. Das Problem ist nicht fehlende Berichterstattung. Das Problem ist, dass die Verbindung nicht hergestellt wird. Die D\u00fcrre steht im Wirtschaftsteil, die Windparkgenehmigung im Lokalteil, und zwischen beiden verl\u00e4uft eine Ressortgrenze, die offenbar undurchl\u00e4ssiger ist als jede Ausschlussempfehlung.<br \/>\nDiese Verbindung herzustellen w\u00e4re eine origin\u00e4r journalistische Aufgabe \u2014 und sie ist dringlich, weil die Entscheidungen jetzt fallen. Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald laufen 13 weitere Genehmigungsverfahren f\u00fcr 43 Windenergieanlagen. In Freiburg wird derzeit \u00fcber Vorranggebiete am Prangenkopf und am Ochsenberg entschieden, in der Fortschreibung der regionalen Suchraumkulisse und in der \u00c4nderung des Teilfl\u00e4chennutzungsplans. Dort, und nicht erst im sp\u00e4teren Genehmigungsverfahren, f\u00e4llt die Vorentscheidung. Der Brombeerkopf zeigt, was danach passiert: Eine einmal erfolgte Ausweisung \u00fcberdauert neue fachliche Erkenntnisse \u2014 sogar die der eigenen Landesanstalt.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche hier zitierten Unterlagen habe ich \u00fcber Akteneinsicht nach \u00a7 29 VwVfG beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald angefordert und vollst\u00e4ndig erhalten. Sie sind dort f\u00fcr jedermann einsehbar, auch f\u00fcr Redaktionen. Ich stelle meine Auswertung jederzeit zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die ausf\u00fchrliche Fassung dieses Leserbriefs mit allen Fundstellen und der Fotodokumentation der Bauarbeiten vom 26. Juli 2026 finden Sie hier:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/adrian-kempf.de\/der-direktor-und-der-bagger\/\">https:\/\/adrian-kempf.de\/der-direktor-und-der-bagger\/<\/a><\/p>\n<p>Ulrich Schraml hat recht: Wir sollten alles tun, um m\u00f6glichst viel Regenwasser im Wald zu halten. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn jemand auf ihn h\u00f6rte \u2014 und wenn Ihre Zeitung die Frage stellte, warum niemand es tut.<br \/>\n25.8.2026, Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen Adrian Kempf<\/p>\n<p><em>Adrian Kempf, Natursch\u00fctzer und freier Publizist f\u00fcr Natur-, Umwelt-, Gesellschafts- und Politikthemen<\/em><br \/>\n<em>\u00a9 Adrian Kempf, Kirchzarten im Dreisamtal<\/em><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/adrian-kempf.de\">https:\/\/adrian-kempf.de<\/a><\/em><br \/>\n<em><a href=\"http:\/\/t.me\/adriankempf\">http:\/\/t.me\/adriankempf<\/a><\/em><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/AdrianKempfDE\/\">https:\/\/www.facebook.com\/AdrianKempfDE\/<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Natur\u00a0&gt;Wald &gt;Forst\u00a0&gt;Windkraft &gt;Wald-Windkraft &gt;Wald-Wasserspeicher &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags: anklicken (falls unterstrichen) oder scrollen\u00a0 Freiburger Forstwissenschaftler pl\u00e4diert daf\u00fcr, alles zu tun, um Regenwasser im Wald zu halten (25.8.2026) Adrian Kempf: Wald &#8211; Waldwege &#8211; Wasserspeicher &#8211; D\u00fcrre &#8211; Windkraft &#8211; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wald\/wald-wasserspeicher\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":1543,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-153154","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/153154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=153154"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/153154\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":153172,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/153154\/revisions\/153172"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=153154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}