{"id":15170,"date":"2012-11-12T08:37:57","date_gmt":"2012-11-12T07:37:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=15170"},"modified":"2025-08-12T09:55:26","modified_gmt":"2025-08-12T07:55:26","slug":"strassennamen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/heimat\/geschichte\/strassennamen\/","title":{"rendered":"Strassennamen"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Regio\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/\">Regio<\/a> &gt;<a title=\"Heimat\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/heimat\/\">Heimat <\/a>&gt;<a title=\"Geschichte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/heimat\/geschichte\/\">Geschichte<\/a> &gt;Strassennamen<\/p>\n<div id=\"attachment_14737\" style=\"width: 608px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/blaue-bruecke\/wiwili-bruecke2pan-110108\/\" rel=\"attachment wp-att-14737\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14737\" class=\"size-full wp-image-14737\" title=\"wiwili-bruecke2pan-110108\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/wiwili-bruecke2pan-110108.jpg\" alt=\"\" width=\"598\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/wiwili-bruecke2pan-110108.jpg 598w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/wiwili-bruecke2pan-110108-180x66.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 598px) 100vw, 598px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14737\" class=\"wp-caption-text\">Blick nach Westen \u00fcber die Wiwili-Br\u00fccke (Blaue Br\u00fccke) am 8.1.2011 zur St\u00fchlinger-Kirche: M\u00fcll-Mahnmal von Franz<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):<span style=\"text-decoration: underline;\"> Klicken<\/span> oder scrollen\u00a0<\/em><\/li>\n<li>Adolf Reichwein hat gegen Hitler gek\u00e4mpft &#8211; Umbebennung? (12.8.2025)<\/li>\n<li>Umbebennung von Schulen: Adolf-Reichwein, Emil-G\u00f6tt (5.8.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/strassen-schulen-umbenennen\/\">Strassen Schulen umbenennen<\/a>\u00a0(5.12.2020)<\/li>\n<li>FG-Sch\u00fcler schlagen neuen Namen f\u00fcr den Ludwig-Aschoff-Platz in Herdern vor (8.1.2020)<\/li>\n<li>Strassennamen als Stolpersteine nutzen (18.3.2018)<\/li>\n<li>Anma\u00dfende \u00dcberheblichkeit: Staudinger als Forscher (23.4.2017)<\/li>\n<li>51% der Freiburger lehnen Umbenennungen ab (19.12.2016)<\/li>\n<li>Strassennamen \u00e4ndern in FR: Es gibt auch andere Beurteilungskriterien als Antisemitismus (21.10.2016)<\/li>\n<li><a title=\"Vergangenheit vergeht nicht\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vergangenheit-vergeht-nicht\/\">Geschichte vergeht nicht<\/a> (16.10.2016)<\/li>\n<li>Hindenburgstrasse wegen Scholl-Gymnasium Waldkirch umbenennen (22.11.2012)<\/li>\n<li>Stadt\u00a0 Freiburg pr\u00fcft 1300 Stra\u00dfennamen und diskutiert Umbenennungen (6.11.2012)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/stolpersteine\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/stolpersteine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/heidegger\/\">Martin Heidegger<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Adolf Reichwein hat gegen Hitler gek\u00e4mpft &#8211; Umbebennung?<\/strong><br \/>\nEs gibt \u00dcberlegungen, dem &#8222;Adolf Reichwein-Bildungshaus&#8220; einen neuen Namen zu geben, damit diese Schule in der \u00d6ffentlichkeit nicht l\u00e4nger als &#8222;die Adolf&#8220; benannt werden kann. Man fasst es nicht! Adolf Reichwein ist f\u00fcr seinen Kampf gegen Adolf Hitler in den Tod gegangen. Soll er mit dem Entzug seines Namens, der ja gerade an sein mutiges Handeln erinnern soll, nun gleichsam ein zweites Mal hingerichtet werden, weil er, so das &#8222;gesunde Volksempfinden&#8220;, den falschen Vornamen tr\u00e4gt? Das darf ja wohl nicht wahr sein! Sollte es dazu kommen, dass man Adolf Reichweins Namen streicht, dann sollten die Verantwortlichen dieser Schule auch gleich die Triftigkeit ihres &#8222;F\u00f6rderschwerpunktes emotionale und soziale Entwicklung&#8220; \u00fcberdenken!<br \/>\n12.8.2025, Christoph Studt &amp; stv. Vorsitzender der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 , BZ<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Umbebennung von Schulen: Adolf-Reichwein, Emil-G\u00f6tt<\/strong><br \/>\n<strong>Seien wir froh, dass es ganz andere Adolfe gab!<\/strong><br \/>\nDer auf L\u00f6schen von Geschichte statt auf Aufkl\u00e4rung zielende Umbenennungseifer in Freiburg und anderswo w\u00e4hlt sich hier ein falsches Objekt. Besonders grotesk wird es bei den \u00dcberlegungen zur Adolf-Reichwein-Schule. Dass diese sich &#8222;z\u00e4h&#8220; gestalten und sich Widerstand formiert, liegt hoffentlich an der Schulleitung, dem Kollegium und an einer geschichtsbewussten Elternschaft. Wir m\u00f6chten uns hier auf ein einziges Argument gegen eine Umbenennung beschr\u00e4nken: Adolf Reichwein schrieb 1937 (!) in &#8222;Schaffendes Schulvolk&#8220;, seinem p\u00e4dagogischen Hauptwerk: &#8222;Jedem Kind soll er [der Erzieher] gem\u00e4\u00df sein, und sein einziger Ma\u00dfstab ist dessen Bed\u00fcrftigkeit. Wert und Wirksamkeit jeder Erziehungsgemeinschaft ist untr\u00fcglich am Stande ihrer Sorgenkinder abzulesen &#8230; Es darf &#8230; kein Kind vernachl\u00e4ssigt oder gar, angeblich &#8218;minderen Anspruchs&#8216;, aus der Nachbarschaft offen oder insgeheim ausgeschieden werden.&#8220;<br \/>\nUnd nun gibt es \u00dcberlegungen, den Namen desjenigen aus dem Ged\u00e4chtnis und aus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung zu tilgen, der solche Gedanken ausgerechnet in der vom Aussondern angeblich minderen Lebens vergifteten NS-Zeit formuliert hat. Welcher Frevel!<br \/>\nDie Witwe des 1944 in Pl\u00f6tzensee hingerichteten Widerstandsk\u00e4mpfers Adolf Reichwein, Rosemarie Reichwein, die mit ihren erwachsenen Kindern die Adolf-Reichwein-Schule in den 90er-Jahren besucht hat, w\u00fcrde sich wohl im Grab umdrehen. Christoph Studt, Historiker und stellvertretender Vorsitzender der &#8222;Forschungsgemeinschaft 20. Juli&#8220;, mit der wir vor kurzem in Kreisau\/Polen weilten, fragte an, was denn in Freiburg los sei. Zuletzt noch eine Bemerkung zu &#8222;die Adolf&#8220;: Seien wir doch froh, dass es vor und w\u00e4hrend der NS-Zeit ganz andere Adolfe gab!<br \/>\n5.8.2025, Ekkehard und Gertrud Geiger, Freiburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/seien-wir-froh-dass-es-ganz-andere-adolfe-gab\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/seien-wir-froh-dass-es-ganz-andere-adolfe-gab<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<strong>Freiburger Emil-Thoma-Realschule soll in Sternwaldschule umbenannt werden<\/strong><br \/>\nDie Tage der Emil-Thoma-Realschule d\u00fcrften gez\u00e4hlt sein. Sie soll k\u00fcnftig Sternwaldschule hei\u00dfen. Auch das Adolf-Reichwein-Bildungshaus \u2013 &#8222;die Adolf&#8220; \u2013 w\u00fcnscht sich einen neuen Namen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 13.7.2025 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburger-emil-thoma-realschule-soll-in-sternwaldschule-umbenannt-werden\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburger-emil-thoma-realschule-soll-in-sternwaldschule-umbenannt-werden<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<strong>Mehrgenerationenhaus FR-Weingarten: &#8222;Spannende und lohnende Aufgabe&#8220;<\/strong><br \/>\nDie Badische Zeitung berichtete mehrfach ausf\u00fchrlich \u00fcber die neuen Aufgaben, mit denen sich die Erwachsenenbegegnungsst\u00e4tte Weingarten (EBW) zum Mehrgenerationenhaus (MGH) Freiburg weitet. Dabei konnte der Eindruck entstehen, dass es keine EBW mehr geben w\u00fcrde. Aber gerade die bisherigen guten Erfahrungen vielf\u00e4ltiger M\u00f6glichkeiten der Begegnung und des interkulturellen Austauschs machten die EBW zu einem Ort gesellschaftspolitischer Bildung im umfassenden Sinne, wo nach Antworten auf die gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen unserer Zeit gesucht wird. Dass das auch in Zukunft so bleiben soll, machte eine weitere Veranstaltung zur Er\u00f6ffnung des Mehrgenerationenhauses deutlich:<br \/>\nEkkehard Geiger von der P\u00e4dagogischen Hochschule Freiburg vermittelte in seinem Vortrag &#8222;Wir sind die lebendige Br\u00fccke von gestern zu morgen&#8220; Leben und Wirken des p\u00e4dagogisch und politisch denkenden und handelnden Reformp\u00e4dagogen und Widerstandsk\u00e4mpfers, Volkshochschulleiters, Hochschullehrers und Bildungspolitikers Adolf Reichwein (1898 bis 1944). Die anschlie\u00dfende lebhafte Diskussion zeigte, wie sehr es solcher Besch\u00e4ftigung mit unserer Vergangenheit im Blick auf die Gestaltung der Zukunft braucht. Die EBW\/das MGH im Gemeindehaus und in der Tr\u00e4gerschaft der St. Andreas-Gemeinde in Freiburg-Weingarten \u2013 eine spannende und lohnende Aufgabe und ein Ort zum miteinander Lernen f\u00fcr das Leben in der Gesellschaft von morgen.<br \/>\n15.4.2009, Marianne Holm, Weingarten, BZ-Leserbrief<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FG-Sch\u00fcler schlagen neuen Namen f\u00fcr den Ludwig-Aschoff-Platz in Herdern vor<\/strong><br \/>\nDer Opfer gedenken statt die T\u00e4ter zu ehren: Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des Friedrich-Gymnasium schlagen der Stadt vor, den Ludwig-Aschoff-Platz in Heinrich-Rosenberg-Platz umzubenennen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 8.1.2020 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/fg-schueler-schlagen-neuen-namen-fuer-den-ludwig-aschoff-platz-in-herdern-vor--181162665.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/fg-schueler-schlagen-neuen-namen-fuer-den-ludwig-aschoff-platz-in-herdern-vor&#8211;181162665.html<br \/>\n<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Tribunal, das wehrlosen Angeklagten (wie Aschoff) weder Verteidiger noch Zeugen gew\u00e4hrte<\/strong><br \/>\nDas Urteil der Stra\u00dfennamen-Reinigungskommission \u00fcber Aschoff, Staudinger, Weismann, Linn\u00e9 erinnert an ein Tribunal, das wehrlosen Angeklagten weder Verteidiger noch Zeugen gew\u00e4hrte. Ein j\u00fcdischer Zeitzeuge sagt aus: Sir Hans Adolf Krebs (Medizin-Nobelpreis 1953), Aschoff-Ged\u00e4chtnisvorlesung, Freiburger Medizinische Gesellschaft, 5.7.1955:<br \/>\n<em>&#8222;Am Ende meiner Freiburger Zeit hatte ich ein Erlebnis, das ein Licht auf seine (Aschoffs) Pers\u00f6nlichkeit wirft und das f\u00fcr mich von ungew\u00f6hnlicher Bedeutung war. Es war in den ersten Monaten des Dritten Reiches. Am Vormittag des 1. Mai 1933 fand in Freiburg ein gro\u00dfer Nazi-Aufmarsch statt. Unter anderen mussten alle Universit\u00e4tslehrer und Assistenten teilnehmen, mit Ausnahme nat\u00fcrlich der Juden und Nichtarier. Am Abend vorher telefonierte mich Aschoffs Tochter, Frl. Eva Aschoff, an und fragte mich, ob ich mit ihr am Vormittag des ersten Mai w\u00e4hrend des Aufmarsches spazieren gehen w\u00fcrde. Wir kannten uns nur fl\u00fcchtig, aber es war mir nat\u00fcrlich sofort klar, was sie zum Ausdruck bringen wollte, und n\u00e4chsten Morgen gingen wir gemeinsam in Richtung J\u00e4gerh\u00e4usle und Rosskopf w\u00e4hrend der Aufmarsch stattfand. Viele Jahre sp\u00e4ter habe ich erfahren, dass alle erwachsenen Mitglieder der Familie Aschoff am 1. Mai sich in \u00e4hnlicher Weise j\u00fcdischen Kollegen und Freunden gegen\u00fcber verhalten haben, um gegen die Nazipolitik zu demonstrieren.<\/em><br \/>\n<em>Sieben Wochen nach dem Spaziergang musste ich auswandern, und meine pers\u00f6nlichen Verbindungen mit Freiburg verloren sich. Als ich dann im Jahre 1951 zum ersten Mal nach Freiburg zur\u00fcckkehrte, war das Haus Jakobistra\u00dfe 29 das einzige, das ich aufsuchte.&#8220; Er sagte dem v\u00f6llig \u00fcberraschten Frl. Aschoff, &#8222;dass ich wegen dieses Spazierganges jetzt vor ihr st\u00fcnde; dass ihre damalige Haltung zu den wenigen pers\u00f6nlichen Erfahrungen geh\u00f6rt, die mir den Glauben an die Deutschen wachgehalten haben&#8230; Sie werden sich vorstellen k\u00f6nnen, was mir ihre Einladung unter diesen pers\u00f6nlichen Umst\u00e4nden bedeutet, und dass es mir ein ganz besonderes Bed\u00fcrfnis ist, meiner Bewunderung f\u00fcr Aschoffs menschliche Haltung Ausdruck zu geben. Er vereinigte in seiner Pers\u00f6nlichkeit ungew\u00f6hnliche Qualit\u00e4ten als Lehrer, Forscher und Mensch. Ich w\u00fcnschte Freiburg und den Deutschen Universit\u00e4ten viele solche Lehrer.&#8220;<\/em><br \/>\n.<br \/>\nDas Urteil \u00fcber die Glaubw\u00fcrdigkeit, wissenschaftliche und menschliche Gr\u00f6\u00dfe des Zeugen und der Aschoff-Ankl\u00e4ger \u00fcberlassen wir der Zeit.<br \/>\n24.2.2020, Georg Fuchs, Heitersheim; Heiko Heerklotz, Freiburg; Michael M\u00fcller, Gundelfingen; Victor Vanberg, Pfaffenweiler und 18 weitere Unterzeichner (Namen der Redaktion bekannt)<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Aschoff zu einem T\u00e4ter-S\u00fcndenbock hochstilisieren, ist absurd und unredlich<\/strong><br \/>\nAls Historiker wei\u00df Herr Martin nat\u00fcrlich, dass nicht Forscherpers\u00f6nlichkeiten wie Aschoff am Anfang der T\u00e4ter-Kausalkette standen, sondern Bismarck und der preu\u00dfisch-deutsche Nationalismus. Der f\u00fchrte direkt von den drei provozierten &#8222;Blut-und-Boden-Kriegen&#8220; Bismarcks zwischen 1862 und 1871 (D\u00fcbbeln, K\u00f6nigsgr\u00e4tz, Sedan) zu einem 1. Versailler Diktat mit der Annexion von Elsass-Lothringen (gegen die Mehrheit der Els\u00e4sser und der deutschen Linken). General Foche hat diesen Friedensvertrag nie anerkannt, sondern darin nur einen Waffenstillstand gesehen. Der alternde Bismarck hat sich eingestanden, dass es ein Fehler war, Frankreich mit Gebietsannexionen zu dem\u00fctigen. Der Erste Weltkrieg war die logische Konsequenz mit einem f\u00fcr Deutschland sehr bitteren 2. Versailler Diktat und den bekannten Folgen des aufkommenden Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und Auschwitz. Bismarck erfreut sich im ganzen Land nach wie vor Sympathien und bleibt Namensgeber f\u00fcr Stra\u00dfen, Schulen und T\u00fcrme nie in Frage gestellt, so auch in Freiburg.<br \/>\nAnders verh\u00e4lt es sich mit dem Pathologen Ludwig Aschoff (1866 bis 1942): Obgleich als Wissenschaftler international h\u00f6chst angesehen und f\u00fcr Freiburg und seine Medizinische Fakult\u00e4t bis heute ein Aush\u00e4ngeschild, ist er als Namensgeber f\u00fcr einen \u00f6ffentlichen Platz laut der Stra\u00dfenschilder-Kommission nicht mehr tragbar, da er ein politischer Sympathisant des Nationalsozialismus war, wie \u00fcbrigens 90 Prozent der damaligen Deutschen. Ihn zu einem T\u00e4ter-S\u00fcndenbock f\u00fcr die Nazi-Gr\u00e4uel hochzustilisieren, mutet wie eine psychologische \u00dcbersprungreaktion an, ist abstrus und unredlich. Durch die Unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit erzeugt der Beschluss eine weitere Polarisierung der B\u00fcrger, die dem ehrenden Gedenken des Sch\u00fclers Heinrich Rosenberg eher schadet.<br \/>\n18.2.2020, Hans-Hartmut Peter, Freiburg, BZ<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Der KZ-Mord am Sch\u00fcler Heinrich Rosenberg wird instrumentalisiert<\/strong><br \/>\nDas Motto des BZ-Artikels t\u00e4uscht dar\u00fcber hinweg, dass der beabsichtigten Tilgung des Namens Ludwig Aschoff eine schier endlose lokalpolitische Debatte zur Umbenennung von Stra\u00dfennamen vorausgegangen ist, die mit weithin abstrusen Argumenten den auch heute noch international hoch geachteten Forscher zu diffamieren trachtet.<br \/>\nWelche &#8222;Taten&#8220; sind tats\u00e4chlich mit Aschoffs Pers\u00f6nlichkeit verbunden? Der angeblich v\u00f6lkisch-rassistische Ideologe hatte im Pathologischen Institut der Universit\u00e4t Freiburg vor und nach dem Ersten Weltkrieg eine elit\u00e4re Gemeinschaft von Wissenschaftlern aus aller Herren L\u00e4nder und &#8222;Rassen&#8220; versammelt, deren Forschungsergebnisse heute noch hohe Beachtung finden. Wer sich zu Aschoffs Haltung zum aufkeimenden Nationalsozialismus und Judentum informieren m\u00f6chte, dem sei die Lekt\u00fcre der Lebenserinnerungen des Nobelpreistr\u00e4gers Sir Hans Adolf Krebs (Reminiscences and Reflections) oder von Nachrufen britischer Autoren empfohlen, die 1943, also mitten im Zweiten Weltkrieg, zum Tode von Aschoff (J. Path. Bact. 55: 229-236) ver\u00f6ffentlicht worden sind. \u00dcbrigens scheinen dem Leiter der st\u00e4dtischen Kommission zur Umbenennung von Stra\u00dfennamen die Quellen solcher Zeitzeugen verborgen geblieben zu sein. Dies trifft leider auch f\u00fcr seine 2018 ver\u00f6ffentlichte Monographie (B. Martin: Die Freiburger Pathologie in Kriegs- und Nachkriegszeiten) zu.<br \/>\nSo hoch die Zur\u00fcckverfolgung von NS-Verbrechen an einem Sch\u00fcler des FG anzuerkennen ist, verwundert doch, dass diese Form der Vergangenheitsbew\u00e4ltigung sehr sp\u00e4t auf Vorschlag der Kommission, also nicht spontan, sondern eher als Mittel zum Zweck erfolgt ist. Leider kann nicht \u00fcbersehen werden, dass der KZ-Mord am Sch\u00fcler Heinrich Rosenberg instrumentalisiert wird zur Verfolgung lokalpolitischer Gruppeninteressen.<br \/>\n27.1.2020, Prof. Dr. Hans-Eckart Schaefer, Merzhausen, BZ<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/der-kz-mord-am-schueler-heinrich-rosenberg-wird-instrumentalisiert--182112838.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/der-kz-mord-am-schueler-heinrich-rosenberg-wird-instrumentalisiert&#8211;182112838.html<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Familie Aschoff steht f\u00fcr das &#8222;Gute Deutschland&#8220;<\/strong><br \/>\nEin pers\u00f6nliches Erlebnis als Erg\u00e4nzung. Zum Leserbrief von 22 BZ-Lesern vom 24. Februar in Sachen &#8222;Aschoff&#8220; f\u00fcge ich ein pers\u00f6nliches Erlebnis aus dem Jahre 1962 hinzu: Als junger Student machte ich ein Praktikum im Max-Planck-Institut (MPI) f\u00fcr Verhaltensforschung in Seewiesen bei Konrad Lorenz und Erich von Holst. Dieses MPI hatte eine Au\u00dfenstelle im Andechser Schloss, das vom dritten Direktor dieses MPI geleitet wurde, von Professor Aschoff, dem Sohn unseres Freiburger Nobelpreistr\u00e4gers.<br \/>\nDort war auch der ehemalige Freiburger und Nobelpreistr\u00e4ger (1953) Sir Hans Adolf Krebs zu Gast, der ein enger Freund der Familie Aschoff war. Von Antisemitismus keine Spur. Im Gegenteil. Die Familie Aschoff steht f\u00fcr das &#8222;Gute Deutschland&#8220;. Die 22 Leserbriefschreiber kritisieren mit Recht die Freiburger &#8222;Stra\u00dfennamen-Reinigungs-Kommission&#8220;, die den Namen Aschoff aus dem Freiburger Stadtbild tilgen lie\u00dfen.<br \/>\n2.3.2020, Nikolaus von Gayling-Westphal, Freiburg<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Nachdenken empfohlen: Zur geplanten Umbenennung des Aschoff-Platzes<\/strong><br \/>\nNachhaltige Immunit\u00e4t gegen Vorurteile, Diffamierung und Rassismus gelingt nur durch dauernde Bildung, Toleranz und Vers\u00f6hnungswille. Ein gelungenes Beispiel hierf\u00fcr ist der deutsch-franz\u00f6sische Vers\u00f6hnungsgottesdienst am 8. Juli 1962 in der Kathedrale von Reims, als Kardinal Marty General Charles de Gaulle und Konrad Adenauer mit folgenden Worten begr\u00fc\u00dfte: Sich die &#8222;Hand geben ist gut, sich das Herz geben ist besser, die wahre Vers\u00f6hnung gelingt nur im Labor der Liebe, deren Ingredienzien sind Gerechtigkeit und Barmherzigkeit&#8220;. Die Geste war Beginn einer 60-j\u00e4hrigen Freundschaft.<br \/>\n\u00c4hnlich wegweisende Worte f\u00fcr den inneren Frieden in unserem Land fand der fr\u00fchere Bundespr\u00e4sident Richard von Weizs\u00e4cker in seiner ber\u00fchmten Rede vom 8. Mai 1985: &#8222;Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaften und Hass zu sch\u00fcren. Die Bitte an die jungen Menschen lautet: Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass, gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder gegen T\u00fcrken, gegen Alternative oder gegen Konservative, gegen Schwarz oder gegen Wei\u00df. Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.&#8220; Leider ist diese Botschaft in unserem Land kein Teil der angeborenen Immunit\u00e4t, sondern braucht st\u00e4ndig Auffrischungsimpfungen.<br \/>\nUm &#8222;Impfkomplikationen&#8220; bei der Umbenennung des Ludwig-Aschoff-Platzes in Heinrich- Rosenberg-Platz zu vermeiden, empfehlen wir ein Nachdenken \u00fcber die beiden folgenden Punkte und eine Neubesinnung bei der Namensgebung: Mit dem Namen Rosenberg assoziieren viele \u00e4ltere Menschen den Nazi-Chefideologen Alfred Rosenberg, was einer Entehrung des ermordeten Sch\u00fclers Heinrich Rosenberg gleichk\u00e4me. Bei aller national-konservativen Gesinnung war Ludwig Aschoff ein weltweit hochgeachteter Wissenschaftler, kein NSDAP-Mitglied und kein Judenhasser. Er verhalf seinem gesch\u00e4tzten j\u00fcdischen Sch\u00fcler Rudolf Sch\u00f6nheimer, den er 1934 nicht mehr im Institut halten konnte, zu einem guten Neustart an der Columbia University in New York. Nicht verhindern konnte er, dass sich bei dem heimatentwurzelten Sch\u00f6nheimer eine Depression entwickelte, die ihn 1941 in den Suizid trieb. Schon unter Aschoffs Arteriosklerose-Forschungsprogramm hatte Sch\u00f6nheimer die Grundprinzipien des Cholesterinstoffwechsels entdeckt. Seit 1998 verleiht daher die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Arteriosklerose-Forschung j\u00e4hrlich eine Rudolf-Sch\u00f6nheimer-Medaille und das Institut f\u00fcr Biochemie der Universit\u00e4t Leipzig tr\u00e4gt seinen Namen. Unser Vorschlag: Umbenennung des Aschoff-Platzes in Aschoff\/Sch\u00f6nheimer-Platz und Aufstellung eines Gedenksteines f\u00fcr den ermordeten Sch\u00fcler Heinrich Rosenberg an geeigneter Stelle vor dem Friedrich-Gymnasium. Nur so wird man der Ambivalenz und Tragik, die sich hinter diesen drei deutschen Schicksalen verbergen, ann\u00e4hernd gerecht.<br \/>\n2.3.3030, Hans-Hartmut Peter, Freiburg; Hans-Eckart Schaefer, Merzhausen<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Strassennamen als Stolpersteine nutzen<\/strong><br \/>\nZu den zahlreichen Artikeln, die sich mit der Umbenennung Freiburger Stra\u00dfen, darunter der Lexerstra\u00dfe, befasst haben. Nach langj\u00e4hriger \u00dcberpr\u00fcfung historisch belasteter Namensgeber von Stra\u00dfen empfahl die Kommission der Stadt Freiburg eine Umbenennung von insgesamt zw\u00f6lf Stra\u00dfen. Es erfolgen nun peu \u00e0 peu Anh\u00f6rungen mit den Anwohnern der betroffenen Stra\u00dfen, danach stimmt der Gemeinderat einzeln dar\u00fcber ab. Nun kann man als Anwohner genervt und ver\u00e4rgert \u00fcber die entstehenden Kosten und den dazugeh\u00f6renden Zeitaufwand sein. Aber im Grunde steckt noch mehr dahinter! Es ist auch die Entt\u00e4uschung dar\u00fcber, wie heutzutage geschichtlich mit einer misslungenen Stra\u00dfenbenennung umgegangen wird. Im Falle der recht &#8222;jungen&#8220; Lexerstra\u00dfe (seit 1972) ist zu sehen, dass die Aufarbeitung der NS-Zeit in den 70er Jahren noch l\u00e4ngst nicht vollzogen war. Damit nun alles wieder geschichtlich im besten Licht steht, &#8222;s\u00e4ubert&#8220; man nun und tauscht das Stra\u00dfenschild mit einem unbedenklichen Namen aus. Und zwar mit einem Zusatzschild, was den Tausch begr\u00fcnden soll \u2013 frei nach dem Motto: Hauptsache, der neue Stra\u00dfenname hat eine wei\u00dfe Weste! Und dies nur, weil Stra\u00dfenschilder sich auf &#8222;Ehrungen&#8220; reduzieren sollen?<br \/>\n<strong><em>Eingebaute &#8222;<a title=\"Stolpersteine\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/stolpersteine\/\">Stolpersteine<\/a>&#8220; in der Stadt sind Zeugnisse der Vergangenheit, die als Mahnmal umso wichtiger sind, da die Generation der Zeitzeugen ausstirbt! Weshalb k\u00f6nnen Stra\u00dfenschilder mit einem zus\u00e4tzlichen Hinweis nicht ebenso dazu dienen?<\/em> <\/strong><br \/>\nIm Falle Lexer k\u00f6nnte man so die herausragenden medizinischen Leistungen anerkennen und zugleich auf sein absolut ethisches Fehlverhalten in der NS-Zeit hinweisen.<br \/>\n18.3.2018, Anja Schulte-Roller, Freiburg, BZO<\/p>\n<div><\/div>\n<div>\u00a0.<\/div>\n<div><\/div>\n<p><strong>Anma\u00dfende \u00dcberheblichkeit: Staudinger als Forscher<\/strong><br \/>\nHistoriker Bernd Martin, der Kommissionsvorsitzende und sich im Selbstverst\u00e4ndnis offensichtlich als besonders elit\u00e4r f\u00fchlender Gr\u00e4ber nach NS-Vergangenheiten namhafter B\u00fcrger, sollte sich einmal selbst kritisch fragen, wie er sich wohl in den 30er und beginnenden 40er Jahren verhalten h\u00e4tte, wenn er in jener politisch schwierigen Zeit seinen Beruf, gerade als Historiker, h\u00e4tte aus\u00fcben wollen. Erwartet man heute r\u00fcckblickend von Hermann Staudinger, einem herausragenden Forscher, dass er seine Arbeit wegen der nationalsozialistischen Administration h\u00e4tte niederlegen sollen?<br \/>\nEin kleines pers\u00f6nliches Beispiel dazu f\u00fcr diejenigen, welche heute so erhaben \u00fcber l\u00e4ngst verstorbene Menschen, die sich nicht mehr erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, zu Gericht sitzen, wobei sie gerade in Sachen Staudinger zugeben m\u00fcssen, &#8222;leider&#8220; immer wieder auf Aporien (Ratlosigkeiten) zu sto\u00dfen.<br \/>\nDer Vater des Unterzeichners hatte wahrhaftig keine Sympathie f\u00fcr die NSDAP, wurde jedoch im Jahre 1944 von seinem Arbeitgeber, der Firma Siemens, vor die Alternative gestellt, entweder Eintritt in die Partei oder Entlassung. Wie h\u00e4tte er mit Frau und zwei kleinen Kindern entscheiden sollen? W\u00e4re er ein ber\u00fchmter Mann gewesen, nach dem eine Stra\u00dfe oder Schule benannt worden w\u00e4re, h\u00e4tten ihm die vorgenannten Herrschaften wohl auch im Nachhinein einen Nazi-Stempel aufgedr\u00fcckt. H\u00f6rt endlich auf, mit anma\u00dfender \u00dcberheblichkeit \u00fcber Tote zu richten.<br \/>\n23.4.2017, Hans Frieder Huber, Kirchzarten\/Freiburg<br \/>\nZum Bericht \u00fcber einen Themenabend an der Staudinger-Gesamtschule \u00fcber den Namensgeber der Schule (&#8222;Pazifist, Nazi, Judenbesch\u00fctzer, Antisemit?&#8220;, BZ vom 7. April):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/hermann-staudinger-pazifist-nazi-judenbeschuetzer-antisemit--135423527.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/hermann-staudinger-pazifist-nazi-judenbeschuetzer-antisemit&#8211;135423527.html<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<strong>Bin ich ein Antisemit? Ein Nazi?<\/strong><br \/>\nIch bin kein Antisemit, lese sehr gerne im Alten Testament die Psalmen und Propheten, bewundere den Durchhaltewillen der Juden \u00fcber die vielen Jahrhunderte hindurch und steh hinter den Sicherheitsinteressen des Staates Israels, lehne aber die menschenverachtende \u201eBlut und Bodenpolitik\u201c dieses Staates gegen\u00fcber seinen arabischen Mitb\u00fcrger ab. Bin ich jetzt auch ein Antisemit?<br \/>\nIch liebe mein Volk, seine Sprache, Kultur, unsere soziale Marktwirtschaft und unsere demokratische Grundordnung. Zumindest im 1.Weltkrieg w\u00e4re ich als B\u00fcrger dieses Landes voll hinter meiner Regierung gestanden, weil ich glaube unsere Gr\u00fcnde waren genauso gut oder schlecht wie der der anderen. Bin ich jetzt auch ein Nazi?<br \/>\n19.4.2017, Clemens Sch\u00e4chtele<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>51% der Freiburger lehnen Umbenennungen ab<\/strong><br \/>\n<em>Im Vorfeld der Abstimmung \u00fcber die Umbenennung von Stra\u00dfennamen hatte das Leipziger Institut f\u00fcr Marktforschung im Auftrag der BZ eine repr\u00e4sentative Umfrage erhoben (die BZ berichtete mehrfach). Derzufolge lehnten 51 Prozent Umbenennungen ab, 33 Prozent waren daf\u00fcr.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/freiburger-wollen-umstrittene-strassennamen-behalten--129706942.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/freiburger-wollen-umstrittene-strassennamen-behalten&#8211;129706942.html<\/a><br \/>\n<\/em>\u00a0.<br \/>\nEs macht mich unendlich traurig und nachdenklich, mit welcher Ignoranz sich der Gemeinderat dem Rat einer Handvoll sogenannter Experten (die sicher nicht repr\u00e4sentativ dem Bev\u00f6lkerungsdurchschnitt und sicher als Besserverdienende bezeichnet werden k\u00f6nnen) angeschlossen hat. Der Wille der B\u00fcrger (51 Prozent Gegenstimmen und 26 Prozent egal) wurde nicht zur Kenntnis genommen. Das ist wieder einmal gelebte Demokratie, die der B\u00fcrger vermisst und die den sogenannten etablierten Parteien in Zukunft immer mehr auf die F\u00fc\u00dfe fallen wird. Sinnvolles h\u00e4tte mit den daf\u00fcr anfallenden Kosten (f\u00fcr Adress\u00e4nderungen, Navi-Updates, Schilderkosten, Benachrichtigung der Adressaten&#8230;) im Sinne der B\u00fcrger gestaltet werden k\u00f6nnen, man denke nur an den Renovierungsstau in Schulen oder die hungernden Menschen.<br \/>\n19.12.2016, Horst Scheuble, Waldkirch<br \/>\n.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Es gibt auch andere Beurteilungskriterien als Antisemitismus<\/strong><br \/>\nNeben dem aktuellen, weniger wichtigen, aber doch richtigen Diskurs um die geschichtliche, moralische und charakterliche Einordnung von Personen, die in der Vergangenheit besondere Wertsch\u00e4tzung und Anerkennung erfuhren, stellen sich \u2013 \u00fcber die verhandelten Einzelf\u00e4lle hinaus \u2013 einige ganz grunds\u00e4tzliche Fragen. <strong>Stellt heute der Antisemitismus das einzige oder zumindest wichtigste Kriterium zur Beurteilung des Denkens und Handelns von Menschen dar?<\/strong><br \/>\nIn der Vergangenheit haben diese ihre Sozialisation unter ganz anderen Verh\u00e4ltnissen erfahren, sie hatten auch keinen Zugang zu den heute verf\u00fcgbaren Informationen. Verhindert die fokussierte Stigmatisierung einer religi\u00f6s aufgeladenen und pseudowissenschaftlich verbr\u00e4mten Ideologie eines verh\u00e4ngnisvollen Antisemitismus eine differenziertere Auseinandersetzung mit diesem Problem? Sind wir in der Lage Widerspr\u00fcche, Irrt\u00fcmer, Unwissenheit und Dummheit in Rechnung zu stellen, zuzulassen und auszuhalten?<br \/>\nDeutschland hat hinsichtlich der nationalsozialistischen Verbrechen seine untilgbare Schuld beispielhaft aufgearbeitet und im Rahmen der Wiedergutmachung und dar\u00fcber hinaus versucht, die Opfer zu entsch\u00e4digen, und die neue Heimstatt der Juden mit Milliarden unterst\u00fctzt. Bleibt die Frage, ob als Lehre aus der Geschichte nicht auch eine kritischere Haltung gegen\u00fcber der v\u00f6lkerrechtswidrigen israelischen Verdr\u00e4ngungs- und Besatzungspolitik geboten w\u00e4re?<br \/>\nGleiches gilt f\u00fcr die Einordnung westlicher Interventionskriegs- und Repressionspolitik. Es geht und ging dabei weniger um den Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung, die Befreiung vom Kopftuch oder die Menschenrechte, sondern in Wahrheit um die Durchsetzung nicht unbedingt nationaler Interessen. Diese spezifischen Gruppeninteressen der Global Player bestimmen h\u00e4ufig nicht nur zentrale politische Entscheidungen. Es sind ihre Namen, Logos und Geb\u00e4ude, die heute den \u00f6ffentlichen Raum pr\u00e4gen und die \u00fcber ihre Stiftungen, Zuwendungen und Finanztransaktionen das soziale Klima, unser \u00d6kosystem, die Medienlandschaft, den Kulturbetrieb und das allgemeine Bewusstsein formen. An Wirkung \u00fcbertreffen sie bei weitem die Institutionen und Personen, \u00fcber deren segensreiches oder verh\u00e4ngnisvolles Tun sich die Gem\u00fcter erhitzen. So wichtig die kritische Betrachtung der Vergangenheit ist \u2013 prim\u00e4r auf diesem Kampfplatz der Gegenwart wird \u00fcber die Zukunft der Demokratie und der zu bewahrenden Werte entschieden.<br \/>\nUmstrittene Personen d\u00fcrfen keine Namenspatrone sein, postuliert Frank Zimmermann in seinem Leitartikel. M\u00fcssten im Zuge der aktuellen Demontagen und Aufr\u00e4umungsarbeiten dann konsequenterweise nicht auch die W\u00fcrdigung von Martin Luther unterbunden und die Denkm\u00e4ler Richard Wagners abger\u00e4umt werden? Ob der gro\u00dfe Reformator, das Musikgenie des 19. Jahrhunderts oder Hitler \u2013 alle sch\u00f6pften in vollen Z\u00fcgen aus dem Antisemitismus.<br \/>\nBlenden wir 70 Jahre weiter. Unsere Kinder und Enkel beschlie\u00dfen: Alle bekannten oder geheimen Macher kommen auf den Pr\u00fcfstand. Mal sehen, wer heil wieder runterkommt. Ich bleibe ganz cool.<br \/>\n21.10.2016, Karin Hamacher, L\u00f6rrach<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Avenida Hindenburg in Paraguay<\/strong><br \/>\nVoll und ganz kann ich mich der Zuschrift von Karin Hamacher anschlie\u00dfen. Antisemitismus, Rassismus, Faschismus k\u00f6nnen doch nicht die einzigen Ausschlusskriterien sein. Wenn schon, denn schon! Das Kriterium m\u00fcsste allgemein &#8222;Inhumanit\u00e4t&#8220; sein. Wer bliebe dann \u00fcbrig?<br \/>\nKlebt nicht an den H\u00e4nden von Maria Theresia, Kaiser Joseph und Bismarck auch Blut? Wieso hat die Historikerkommission nicht auch Moltke- und Sedanstra\u00dfe unter die Lupe genommen? Ich halte von politischer Korrektheit gar nichts. Sie ist immer sehr zeitgebunden und dem jeweils herrschenden Trend unterworfen, so wie jene antisemitischen \u00c4u\u00dferungen der inkriminierten Pers\u00f6nlichkeiten auch. Geschichtsbewusstsein hei\u00dft nicht, das F\u00e4hnchen immer schnell nach dem Wind zu h\u00e4ngen, sondern sich unserer gesamten Vergangenheit kritisch zu erinnern. Es liegt hier wohl ein typisch deutsches Verhalten vor. Die Franzosen haben in Paris eine Avenue d\u2019Idna (Sieg in Jena \u00fcber Preu\u00dfen und Verb\u00fcndete). Sie und das dort beheimatete Goethe-Institut m\u00fcssen und k\u00f6nnen das aushalten!<br \/>\nDerzeit lebe ich in Filadelfia\/Paraguay. Hier hei\u00dft die Hauptstra\u00dfe voll dankbarer Erinnerung &#8222;Avenida Hindenburg&#8220;, weil der umstrittene zweite Reichspr\u00e4sident den von Stalin verfolgten Mennoniten 1929 die Flucht erm\u00f6glicht hat. Lassen wir Hindenburg und andere unsere kritische Erinnerung als Namensgeber f\u00fcr Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze sein! Wenn das politisch korrekte Gewissen allzu sehr plagt, kann man es ja mit Erg\u00e4nzungstafeln beruhigen<br \/>\n28.10.2016, Michael Seeger, Filadelfia\/Paraguay<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Turenne und Vauban &#8211; Schwerkriegsverbrecher<\/strong><br \/>\nBei den Personennamen sind jetzt alle diejenigen ins Blickfeld geraten, die irgendwie mit den Nazis oder der Reichswehr in Verbindung gebracht werden k\u00f6nnen. Bei Ausl\u00e4ndern kennt man diese Kriterien nicht. So existieren in Freiburg noch die Namen von &#8222;Turenne&#8220; und &#8222;Vauban&#8220; zweier Helfer Ludwig XIV., der nach heutigen Kriterien eindeutig als Schwerkriegsverbrecher einzustufen ist.<br \/>\nDer erstere hat sich ger\u00fchmt, die Menschen rechts des Rheines so ausgepresst zu haben, dass sie keine Tr\u00e4nen mehr h\u00e4tten, ihren Jammer zu beweinen. Vauban hat gro\u00dfe Teile des mittelalterlichen Freiburg vernichtet, um die Eroberungspl\u00e4ne des Despoten zu unterst\u00fctzen. Vor Abzug der Franzosen lie\u00df er die Festungsanlagen wieder schleifen. Dennoch sind diese Namen immer noch in Freiburg pr\u00e4sent, was einer Verniedlichung der Schwerkriegsverbrechen gleichkommt. Kann man moralische Grunds\u00e4tze au\u00dfer Acht lassen, so k\u00f6nnte es auch eine &#8222;Thilostra\u00dfe&#8220; (Thilo, Generalstabsoffizier im II. Weltkrieg auf dem Balkan) oder &#8222;Albert-Speer-Stra\u00dfe&#8220; (Generalbauinspektor f\u00fcr die Reichshauptstadt und R\u00fcstungsminister Hitlers) geben. Au\u00dferdem steht es einem republikanischen Rechtsstaat nicht an, Personen und Nachkommen der &#8222;Mittelalterlichen Mafia&#8220; (frei nach einem Biografen eines Minnes\u00e4ngers), dem sogenannten Adel, durch Namen f\u00fcr \u00f6ffentliche Einrichtungen zu ehren. Es gibt sicher noch mehr Gr\u00fcnde als nur die politische Beurteilung f\u00fcr eine sinnvolle Namengebung. Bei Personennamen bleibt die Wahl immer problematisch, weil die tagespolitischen Anschauungen sich \u00e4ndern k\u00f6nnen. Bei lebenden Personen ist nicht garantiert, dass ihr weiterer Lebensweg, die Wahl noch rechtfertigt. Unbedenklich w\u00e4re es Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze nach vergangenen Geschlechter zu benennen, die ehemals dort wohnten. Bei der Wahl von Tier- und Pflanzenarten k\u00f6nnte man an bedrohte oder verschwundene Arten in diesem Gebiet erinnern.<br \/>\n30.10.2016, Karl Hauger, Heitersheim<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Heilmeyer und Aschoff &#8211; Jan Ullrich und Angela Merkel<\/strong><br \/>\nDas ist Freiburg wie es leibt und lebt, da werden ehrw\u00fcrdigste Mediziner, darunter Ludwig Aschoff und Ludwig Heilmeyer durch Verbindung ihrer Person mit Nationalsozialismus und Rassismus diskreditiert, schon durch die \u00dcberschrift, an der Grenze zur Strafbarkeit stehend.<br \/>\nLudwig Heilmeyer: H\u00e4matologe von Weltruf, begeisterter Naturwissenschaftler (&#8222;die Medizin sei Naturwissenschaft oder sie sei nicht&#8220;), Entdecker vieler pathophysiologischer Zusammenh\u00e4nge internistischer Erkrankungen (Eisenmangelan\u00e4mie, Eisenstoffwechsel, H\u00e4mo- lytische An\u00e4mien, Ikterus), der Natrium-Kalium-Hom\u00f6ostase, Erstbeschreiber der chronischen Erythroblastose (M. Heilmeyer-Sch\u00f6ner), heute eine sehr seltene erythrozyt\u00e4re Reifungsst\u00f6rung. Weiter ist eine Intensivstation der Medizinischen Klinik nach ihm benannt sowie das weltber\u00fchmte Freiburger Tumorzentrum (CCCF)! Es gibt den Ludwig-Heilmeyer-Preis f\u00fcr die begabtesten Freiburger Mediziner, Heilmeyer war Gr\u00fcndungsrektor der Universit\u00e4t Ulm.<br \/>\nSeine Verbrechen: \u00dcberhaupt keine! Heilmeyer war Mitglied beim Stahlhelm, die NSDAP hielt ihn f\u00fcr politisch unzuverl\u00e4ssig; um seine Professur weiter behalten zu k\u00f6nnen wurde er sp\u00e4ter doch Mitglied der NSDAP. Weiter hat er in einem Gutachten einen KZ-Arzt entlastet. Beide Dinge sind absolut nicht ungew\u00f6hnlich, der Korpsgeist bei der Erstellung von Sachverst\u00e4ndigengutachten besteht bis heute. Seine Haltung zum Nationalsozialismus war allenfalls ambivalent. Man werfe also die gro\u00dfen Verdienste Heilmeyers in eine Waagschale, die kleinen Ungeschicklichkeiten in die andere und sehe, was wiegt schwerer?<br \/>\n.<br \/>\nLudwig Aschoff war ein Pathologe von Weltruf, er gilt nach Rudolf Virchow als bedeutendster Pathologe; die Aschoff-Kn\u00f6tchen (histologische Herzver\u00e4nderungen bei Myokarditis im Rahmen des Rheumatischen Fiebers) sowie der mit seinem japanischen Sch\u00fcler Tawara entdeckte Aschoff-Tawara-Knoten, auch als AV-Knoten bezeichnet, sind nach ihm benannt. Aschoff war Gr\u00fcndungsmitglied der verehrungsw\u00fcrdigsten Freiburger Medizinischen Gesellschaft, es gibt die Aschoff-Medaille, bei der Aschoff-Vorlesung wird sie hochkar\u00e4tigsten Medizinern verliehen!Seine Verbrechen: Nihil! Allenfalls ein wenig Patriotismus. Man f\u00fclle also wie bei Heilmeyer wieder die Schalen und w\u00e4ge ab.<br \/>\nWeiter bedenke man, was die von der Freiburger Stadtverwaltung bestellte, aus Sozialwissenschatlern bestehende, ehrenamtliche Kommission hochbegabten Medizinern antut, die nach den beiden Koryph\u00e4en benannte Preise erhalten haben.<br \/>\nNota bene! 77 Prozent ehemalige NSDAP-Mitglieder gab es nach dem Krieg im Bundesjustizministerium (S\u00fcddeutsche Zeitung, 10. Oktober). Weiter ist zu bedenken, ob die Stra\u00dfennamen \u00fcberhaupt ernst zu nehmen sind: Gibt es doch sowohl Stra\u00dfe wie Platz, die den Namen eines wegen Doping, Steuerstraftaten, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Trunkenheit am Steuer vorbestraften Sportlers: Jan Ullrich.<br \/>\nUnd der Badischen Zeitung st\u00fcnde es gut, erlauchteste Wissenschaftler nicht als &#8222;Nazis, Rassisten und Hexenj\u00e4ger&#8220; zu bezeichnen.<br \/>\nDie Bundeskanzlerin war schlie\u00dflich als SED-Mitglied f\u00fcr Agitation und Propaganda zust\u00e4ndig; inwieweit sie jetzt Schaden von unserem Land abgewendet hat entzieht sich meiner Kenntnis. Also: Die Moschee bitte im Dorf lassen.<br \/>\n30.10.2016, Hans G. Hanagarth, Freiburg<\/p>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong>Stadt\u00a0 Freiburg pr\u00fcft 1300 Stra\u00dfennamen und diskutiert Umbenennungen<\/strong><!-- RSPEAK_STOP --><!-- RSPEAK_START --><\/div>\n<p>Hindenburg, Admiral Spee, Alban Stolz: Nach ihnen wurden in Freiburg Stra\u00dfen benannt \u2013 doch sie sind umstritten. Jetzt kommen die Stra\u00dfennamen der Stadt auf den Pr\u00fcfstand, und zwar alle 1300. &#8230;<br \/>\nAlles vom 6.11.2012 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/stadt-prueft-1300-strassennamen-und-diskutiert-umbenennungen--65380319.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/stadt-prueft-1300-strassennamen-und-diskutiert-umbenennungen&#8211;65380319.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vauban &#8211; der Milit\u00e4rarchitekt und kriegsl\u00fcsterne Feldmarschall<\/strong><br \/>\nJa klar, die eigene Geschichte will man am besten aus dem Ged\u00e4chtnis tilgen, aber gleich einen ganzen Stadtteil nach einem fr\u00e4nz\u00f6sischen Milit\u00e4rarchitekten und kriegsl\u00fcsternen Feldmarschall zu benennen (Vauban) das ist wiederum okay.<br \/>\nRobin B\u00fchler, 6.11.2012<\/p>\n<p><strong>In FR das amerikanische Blocksystem mit 1.Strasse Ost &#8230; einf\u00fchren<\/strong><br \/>\nSchaffen Sie in Frankreich dann auch die Rue Napoleons oder die Rue Fochs ab? Und wird dann in London das Denkmal f\u00fcr Bomber-Harris (der 10000e unschuldige Deutsche in den Tod gebombt hat) geschleift?<br \/>\nDieses ganze Strassennamen-Ged\u00f6ns geh\u00f6rt sowieso abgeschafft, und wo m\u00f6glich das amerikanische Blocksystem mit 1.Strasse Ost , 2. Strasse Ost, West , S\u00fcd Nord usw eingef\u00fchrt, dann entfallen solche Kontroversen.<br \/>\n6.11.2012, Florian Engels<\/p>\n<p><strong>Kurz m\u00fcssen die Strassennamen sein<\/strong><br \/>\nSchlimmer als die Stra\u00dfen nach umstrittenen Pers\u00f6nlichkeiten zu benennen, sind diese uns\u00e4glich langen, unverst\u00e4ndlichen und von Bindestrichen wimmelnden Stra\u00dfennamen, wie beispielsweise die Jean-Monnet-Stra\u00dfe in Rieselfeld. Jeder, der in so einer Stra\u00dfe wohnt, wei\u00df wie nervig es ist, die Adresse jedesmal umst\u00e4ndlich Buchstaben f\u00fcr Buchstaben buchstabieren zu m\u00fcssen. Da wohnt man doch allemal lieber in einer Hindenburgstra\u00dfe.<br \/>\n6.11.2012, Kevon Arnold<\/p>\n<p><strong>Alle existierenden Dokumente der gegenw\u00e4rtigen Parteilinie anpassen (George Orwell)<\/strong><br \/>\nGeorge Orwell hat es in seinem Roman &#8222;1984&#8220; vorausgesehen. &#8222;Ein elementares Konzept der Partei zur Kontrolle der Gedanken ist die Kontrolle der Vergangenheit. Deshalb wird im Ministerium f\u00fcr Wahrheit ein gigantischer Aufwand betrieben, alle existierenden Dokumente der gegenw\u00e4rtigen Parteilinie anzupassen.&#8220; (Wikipedia) Zu den Dokumenten der Vergangenheit geh\u00f6rten nat\u00fcrlich auch die Stra\u00dfennamen. Und das gr\u00fcne Freiburg scheint Vorreiter sein zu wollen. Oder ist aus einer anderen Stadt bekannt, dass ALLE Stra\u00dfennamen auf den Pr\u00fcfstand sollen?<br \/>\n6.11.2012, Martin Mattm\u00fcller<\/p>\n<p><strong>Dieter-Salomon-Strasse und Barak-Obama-River<\/strong><br \/>\n\u00d6zdemir-Str. statt Hindenburgstra\u00dfe, Trittin-Stra\u00dfe statt Alban-Stolz-Str. oder Claudia-Roth-Str. statt Admiral-Spee-Str.? Aber nein! Es sollten schon Freiburger sein, wie z.B. Dieter Salomon, Kerstin Andrae, Rolf B\u00f6hme usw.<br \/>\nDie gro\u00dfen Namen wie Trittin, Roth und Steinbr\u00fcck sollten nur f\u00fcr gro\u00dfe Stra\u00dfen reserviert sein, also f\u00fcr die Kaiser-Joseph-Stra\u00dfe, die jetzt noch nach einem Feudalherrn benannt ist oder die Berthold-Stra\u00dfe, die nach einem mittelalterlichen Herzog (= der vor dem Heer herzog) benannt ist. Feudalismus und Militarismus wollen wir doch auch nicht mehr! Bei der Dreisam, an der einst die Hitlerjugend Bockspringen machte und der BDM Uniformblusen wusch, bei der Dreisam, die nicht nur Freiburg, sondern auch CDU-beherrschte Ortschaften tangiert, sollte ein \u00fcbergeordneter Name gefunden werden, ich denke etwa an Barak-Obama-River.&#8216;<br \/>\n7.11.2012, hans-Joachim Burghart<\/p>\n<p><strong>Das tr\u00e4gt Z\u00fcge einer Vertuschung<\/strong><br \/>\nAuch wenn wir die Namensgeber (die umstrittenen Stra\u00dfennamen beziehen sich sicherlich vor allem auf historische Personen) heute nicht mehr auf diese Weise w\u00fcrdigen w\u00fcrden, sollten wir bedenken, dass es offensichtlich eine Zeit gab, in der diese Personen so hohes Ansehen genossen, dass Stra\u00dfen nach ihnen benannt wurden. Die Stra\u00dfenschilder sind Zeugnisse dieser uns m\u00f6glicherweise schon sehr fremden Zeit. Aber Freiburgs Stra\u00dfen sind \u00e4lter als die aktuellen Bewohner, \u00e4lter als der vorherrschende Zeitgeist. Deshalb sollten wir diese Zeugnisse nicht vernichten, nur weil sie uns sauer aufsto\u00dfen. Das tr\u00e4gt f\u00fcr mich Z\u00fcge einer Vertuschung.<br \/>\n12.11.2012, Mathis Habedank, Stegen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hindenburgstrasse wegen Scholl-Gymnasium Waldkirch umbenennen<\/strong><br \/>\nVor 25 Jahren wurde das Waldkircher Gymnasium auf den bedeutungsvollen Namen der Geschwister Scholl getauft, dem die Schule mit den p\u00e4dagogisch sehr wertvollen &#8222;Geschwister-Scholl-Tagen&#8220; und anderen Aktivit\u00e4ten durchaus gerecht wird. Doch dass die Postadresse des Geschwister-Scholl-Gymnasiums immer noch Hindenburgstra\u00dfe 2 hei\u00dft, ist der Ideenwerkstatt &#8222;Waldkirch in der Nazizeit&#8220; ein Dorn im Auge. Die Initiative regt daher eine Umbenennung an. &#8230;. Alles vom 22.11.2012 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/initiative-will-wegen-des-scholl-gymnasiums-die-hindenburgstrasse-umbenennen\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/initiative-will-wegen-des-scholl-gymnasiums-die-hindenburgstrasse-umbenennen<\/a><\/p>\n<p><strong>Kombinaton Hindenburg\/Scholl zum Geschichtslenrnen<\/strong><br \/>\nIch sehe in Stra\u00dfennamen historischer Personen nicht immer &#8222;Verehrung&#8220;, sondern auch oft eine Erinnerung daran, wer oder was unsere Geschichte beeinflusst hat.\u00a0 Hindenburg geh\u00f6rt f\u00fcr mich zu einer der interessantesten Figuren der ersten H\u00e4lfte des letzten Jahrhunderts. Einfach aufgrund der vielen Ereignisse, in denen er eine Schl\u00fcsselrolle gespielt hat. Ich sehe gerade in der Kombination Hindenburg\/Scholl eine gute M\u00f6glichkeit, die Komplexit\u00e4t des dunkelsten Kapitels unser Geschichte klar zu machen!\u00a0 Wir machen uns doch komplett l\u00e4cherlich, wenn wir unsere eigene Geschichte leugnen! Nehmen wir mal die T\u00fcrken: Unz\u00e4hlige Moscheen sind nach dem Eroberer des damaligen Konstantinopel, Mehmet II., benannt. N\u00e4mlich Fatih (der Eroberer). Das ist auch ein \u00fcblicher Vorname unter T\u00fcrken. Dass diese Eroberung nicht friedlich und ohne Blutvergie\u00dfen abgelaufen ist, brauche ich sicher nicht zu betonen.<br \/>\n22.11.2012, Johannes Schweizer<\/p>\n<p><strong>Mainstream &#8211; Stra\u00dfennummern-System statt Namen<\/strong><br \/>\nDie Geschwister Scholl haben etwas riskiert und waren in ihrer Zeit alles andere als politisch korrekt. Es hat sie das Leben gekostet. Die Ideenwerkstatt &#8222;Waldkirch in der Nazizeit&#8220; liegt dagegen im heutigen mainstream und ihr Widerstand kommt ein dreiviertel Jahrhundert zu sp\u00e4t. &#8230;&#8230;<br \/>\nHindenburg erhielt 1925 bei der Reichspr\u00e4sidentenwahl 48,3 % der Stimmen und damit die meisten, 1932 sogar 53,1 %. Er kandidierte 1932 gegen den Nationalsozialisten Hitler und den Kommunisten Th\u00e4lmann. Er bekam die Stimmen des ganzen demokratischen Lagers, auch die SPD hatte zu seiner Wahl aufgerufen. Wenn wir auf unseren Stra\u00dfenschildern M\u00e4nner und Frauen haben wollen, die gar keinen Dreck am Kittel haben, m\u00fcssen wir tats\u00e4chlich zu einem Stra\u00dfennummern-System \u00fcbergehen. Dann muss auch die Scholl-Schule umbenannt werden; mir ist zwar keine Schw\u00e4che der Geschwister bekannt, ich wei\u00df aber, dass jeder Mensch fehlbar ist und jeder gefehlt hat, sobald er l\u00e4ngere Zeit politische Verantwortung bekam. Beispiel, wie das Leben so spielt: Erich Honnecker sa\u00df w\u00e4hrend der NS-Zeit im KZ und danach im Kommunismus auf dem Stuhl des Diktators.<br \/>\n22.11.2012, Martin Mattm\u00fcller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Regio &gt;Heimat &gt;Geschichte &gt;Strassennamen Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): Klicken oder scrollen\u00a0 Adolf Reichwein hat gegen Hitler gek\u00e4mpft &#8211; Umbebennung? 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