{"id":150408,"date":"2026-06-14T08:59:15","date_gmt":"2026-06-14T06:59:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=150408"},"modified":"2026-06-14T09:10:21","modified_gmt":"2026-06-14T07:10:21","slug":"drohnenkrieg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/drohnenkrieg\/","title":{"rendered":"Drohnenkrieg"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a> &gt;<a title=\"Krieg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/\">Krieg<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/bundeswehr\/\">Bundeswehr<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/verteidigung\/\">Verteidigung<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/wehrhaftigkeit\/\">Wehrhaftigkeit<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/kriegstuechtig\/\">kriegst\u00fcchtig<\/a> &gt;Drohnenkrieg<\/p>\n<div id=\"attachment_130229\" style=\"width: 651px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/lalonde-argentiere5-pan241221.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-130229\" class=\"size-full wp-image-130229\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/lalonde-argentiere5-pan241221.jpg\" alt=\"\" width=\"641\" height=\"352\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/lalonde-argentiere5-pan241221.jpg 641w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/lalonde-argentiere5-pan241221-180x99.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 641px) 100vw, 641px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-130229\" class=\"wp-caption-text\">Sonnenuntergang am 21.12.2024 am Mittelmeer bei Hyeres\/Toulon<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): <span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span> oder scrollen<\/em><\/li>\n<li>Drohnentechnologie als geopolitischer Machtfaktor (12.6.2026)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/waffen\/drohnen\/\">Drohnen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Drohnentechnologie als geopolitischer Machtfaktor<\/strong><br \/>\nDas Schlachtfeld der Zukunft<br \/>\nElliot Neaman<\/p>\n<p>Im Jahr 1991 f\u00fchrten die Vereinigten Staaten eine Form der Kriegsf\u00fchrung vor, die das Schlachtfeld der Zukunft einzul\u00e4uten schien. Satelliten, Tarnkappenbomber, Marschflugk\u00f6rper und Flugzeugtr\u00e4gerkampfgruppen verhie\u00dfen eine Welt, in der eine einzige Supermacht, ausgestattet mit erlesener Technologie, jedes Schlachtfeld der Erde beherrschen konnte. Drei Jahrzehnte sp\u00e4ter begraben billige Drohnen, die \u00fcber den Sch\u00fctzengr\u00e4ben der Ostukraine schweben, auf \u00d6lraffinerien in Russland zust\u00fcrzen und die Schiffahrtswege im Golf durchschw\u00e4rmen, diese Vision still und leise. <em><strong>Das Zeitalter des Gro\u00dfen, Gl\u00e4nzenden und Seltenen wird vom Zeitalter des Billigen, Klugen und Massenhaften herausgefordert.<\/strong><\/em> In dieser neuen \u00c4ra sind Drohnen kein blo\u00dfer Zusatz zu bestehenden Streitkr\u00e4ftestrukturen. Sie ver\u00e4ndern die \u00d6konomie, die Geometrie und die Politik des Krieges. Diese Verwandlung untergr\u00e4bt die traditionelle Dominanz der Gro\u00dfm\u00e4chte, st\u00e4rkt regionale Akteure und dr\u00e4ngt die Vereinigten Staaten in die unbequeme Rolle einer ungebundenen Supermacht, deren Pr\u00e4ferenzen weniger z\u00e4hlen als zuvor und deren hochkomplexe Arsenale f\u00fcr die entscheidenden Konflikte zunehmend ungeeignet sind.<\/p>\n<p>Der russisch-ukrainische Krieg ist das wichtigste Laboratorium der Drohnenkriegsf\u00fchrung. Er bietet einen Echtzeitblick auf die entstehende taktische Struktur k\u00fcnftiger Kriege. Im Gegensatz zu den Sch\u00fctzenl\u00f6chern des Ersten Weltkriegs sind die Gr\u00e4ben von heute oft leer \u2013 nicht weil der Krieg weniger t\u00f6dlich w\u00e4re, sondern weil das Schlachtfeld von oben nahezu vollst\u00e4ndig transparent geworden ist. Beide Seiten setzen inzwischen Millionen kleiner, \u00fcber Videobrillen gesteuerte FPV-Drohnen ein. Viele sind \u00fcber Glasfaserkabel mit ihren Bedienern verbunden, die sich \u00fcber 20 bis 30 Kilometer erstrecken. Anders als Funkverbindungen k\u00f6nnen diese Leitungen nicht durch elektronische Kampff\u00fchrung gest\u00f6rt werden. Das Ergebnis ist eine schwarze Zone oder Todeszone entlang gro\u00dfer Teile der Front: ein Raum, in dem jeder ungesch\u00fctzte Mensch und jedes Fahrzeug rasch entdeckt und vernichtet wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr das geopolitische Argument ist nicht nur entscheidend, dass Drohnen funktionieren, sondern dass sie billig funktionieren. Eine kleine FPV-Drohne mag einige hundert Dollar kosten, w\u00e4hrend der Panzer oder die Selbstfahrlafette, die sie zerst\u00f6rt, Hunderttausende oder Millionen kostet. Ein hochwertiges Raketensystem wie das amerikanische Patriot-System kann pro Schuss mehrere Millionen Dollar kosten und wird doch wom\u00f6glich eingesetzt, um eine Drohne abzufangen, die aus kommerziellen Bauteilen und chinesischer Elektronik zusammengesetzt wurde. Diese Umkehrung der Kostenkurve untergr\u00e4bt das Fundament des milit\u00e4rischen und strategischen Denkens des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Der Ukraine-Krieg hat auch gezeigt, dass gro\u00dfe, hochentwickelte Drohnen in umk\u00e4mpftem Luftraum nicht \u00fcberlebensf\u00e4higer sind als bemannte Flugzeuge. Als russische Luftabwehr und elektronische Kampff\u00fchrung wirksam integriert waren, verschwanden die t\u00fcrkischen Bayraktar-TB2-Drohnen nahezu vollst\u00e4ndig vom Schlachtfeld. Die Lehre daraus ist eindeutig. Westliche Streitkr\u00e4fte haben \u00fcber Jahrzehnte in \u201eerlesene\u201c Plattformen investiert \u2013 Tarnkappenflugzeuge, schwer gesch\u00fctzte Kampfpanzer, komplexe \u00dcberwasserschiffe \u2013, in der Annahme, dass bessere Sensoren, Vernetzung und Pr\u00e4zision es ihnen erlauben w\u00fcrden, billigere Systeme zu dominieren. In einer von Drohnen ges\u00e4ttigten Umgebung bricht diese Annahme zusammen.<\/p>\n<p>Wir bewegen uns auf eine Welt zu, in der alles Gro\u00dfe, Langsame und Teure nahe der Front zur Belastung wird. Das gilt nicht nur f\u00fcr Drohnen, sondern ebenso f\u00fcr bemannte Flugzeuge, f\u00fcr gro\u00dfe \u00dcberwasserschiffe in engen Meeren und f\u00fcr Panzerkolonnen, die sich weder zerstreuen noch vor permanenter Drohnenaufkl\u00e4rung verbergen k\u00f6nnen. Der Aufstieg billiger robotischer Systeme ist keine blo\u00dfe taktische Neuerung; er stellt eine existentielle Herausforderung f\u00fcr die \u00fcberkommenen Beschaffungsmodelle in Washington, Moskau und Berlin dar.<\/p>\n<p>In Europas gr\u00f6\u00dfter Volkswirtschaft l\u00f6st dieser Wandel bereits einen industriellen und politischen Machtkampf aus. Die traditionellen deutschen R\u00fcstungschampions, im Kalten Krieg geformt und auf Panzer, Artillerie und gro\u00dfe bemannte Plattformen ausgerichtet, stehen einer neuen Generation von Technologieunternehmen gegen\u00fcber, die kleine, KI-gest\u00fctzte Aufkl\u00e4rungsdrohnen, Loitering Munition und widerstandsf\u00e4hige Kommunikationssysteme entwickelt.<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist eine wachsende L\u00fccke zwischen den Waffen, f\u00fcr die Europas Finanzministerien bezahlen, und den Werkzeugen, deren Wirksamkeit der Krieg tats\u00e4chlich best\u00e4tigt. Wer am alten Modell gro\u00dfer, langsamer und technisch perfektionierter Plattformen festh\u00e4lt, l\u00e4uft Gefahr, zur Pferdez\u00fcchteraristokratie der n\u00e4chsten Generation am Vorabend des mechanisierten Krieges zu werden.<\/p>\n<p>Wenn die Ukraine zeigt, wie Drohnen den konventionellen Landkrieg umgestalten k\u00f6nnen, dann veranschaulicht der Iran, wie sie asymmetrische Konflikte und die regionale Geopolitik ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Seit Jahren investiert Teheran in vergleichsweise kosteng\u00fcnstige Drohnen und Raketen, anstatt zu versuchen, mit amerikanischen Flugzeugtr\u00e4gerverb\u00e4nden oder modernen Kampfflugzeugen gleichzuziehen. Diese Waffen verursachen selbst deutlich wohlhabenderen Gegnern reale Kosten und k\u00f6nnen trotz Sanktionen in gro\u00dfer Zahl bereitgestellt werden.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten k\u00f6nnen anfliegende Drohnen und Raketen abschie\u00dfen. Doch sie k\u00f6nnen dies weder billig noch unbegrenzt tun. Die Best\u00e4nde der Luftverteidigung sind endlich. Hochwertige Abfangraketen sind teuer. Der Iran hingegen kann weiterhin gro\u00dfe Mengen vergleichsweise einfacher Drohnen herstellen. In diesem Sinne ist der Iran ein Lehrst\u00fcck daf\u00fcr, wie eine mittlere Macht unter dem Schutzschirm billiger Pr\u00e4zisionswaffen \u00fcberleben und ihren regionalen Einfluss sogar ausweiten kann. Die \u00d6konomie ist dabei ausschlaggebend. <em><strong>Eine Drohne im Wert von wenigen tausend Dollar mit einer Millionen-Dollar-Abfangrakete zu bek\u00e4mpfen, ist in einem langen Krieg ein Verlustgesch\u00e4ft.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Das R\u00fcckgrat dieser billigen Drohnenrevolution befindet sich weder in der Ukraine noch in Russland oder im Iran. Es befindet sich in China. Chinesische Unternehmen produzieren den Gro\u00dfteil der weltweit verwendeten kommerziellen und dual nutzbaren Drohnenkomponenten. Analysten sch\u00e4tzen, dass rund drei Viertel oder mehr der entscheidenden Bauteile vieler FPV-Systeme an der Front chinesischen Ursprungs sind. Sowohl Kiew als auch Moskau verwandeln diese zivilen Komponenten in t\u00f6dliche Waffensysteme.<\/p>\n<p>Jeder westliche Versuch, technologische Dominanz allein durch die Hortung hochentwickelter Systeme aufrechtzuerhalten, d\u00fcrfte daher zum Scheitern verurteilt sein. Sanktionen k\u00f6nnen die Verbreitung einfacher Robotik verlangsamen, aber nicht verhindern. Das Wissen ist vergleichsweise leicht zug\u00e4nglich, und ein gro\u00dfer Teil der Hardware unterscheidet sich kaum von gew\u00f6hnlicher Unterhaltungselektronik.<\/p>\n<p>Die billige Drohnenrevolution nivelliert das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis nicht nur zwischen einer Gro\u00dfmacht und ihren kleineren Gegnern. Sie verteilt Macht horizontal auf zahlreiche Staaten und nichtstaatliche Akteure. Niemand besitzt mehr ein Monopol auf Letalit\u00e4t.<\/p>\n<p>F\u00fcr Europa hat die Trump-\u00c4ra einen bereits l\u00e4nger andauernden Erosionsprozess amerikanischer Glaubw\u00fcrdigkeit beschleunigt. Gleichzeitig machte der Krieg in der Ukraine deutlich, wie sehr Europas eigene R\u00fcstungsindustrie durch jahrzehntelange Abh\u00e4ngigkeit von amerikanischer Macht geschw\u00e4cht worden war. Das Zusammentreffen eines neuen, drohnengepr\u00e4gten Schlachtfeldes mit einem zunehmend unzuverl\u00e4ssigen Amerika zwang die europ\u00e4ischen Eliten zu einer grundlegenden Neubewertung.<\/p>\n<p>Europa beginnt, sich zunehmend als Produzent von Sicherheit zu begreifen und nicht mehr lediglich als deren Konsument. Die treibende Kraft bildet dabei immer st\u00e4rker ein mittel- und nordeurop\u00e4ischer Kern: Polen, die baltischen Staaten, die nordischen L\u00e4nder und die Ukraine selbst. Diese Staaten wissen, dass Russland eine langfristige Bedrohung darstellt. Zugleich betrachten sie die Ukraine nicht als Hilfsempf\u00e4nger, sondern als Frontstaat und Verb\u00fcndeten mit der kampferfahrensten Armee Europas und einer Verteidigungsindustrie, die sich in bemerkenswerter Geschwindigkeit weiterentwickelt.<\/p>\n<p>Der Schwerpunkt der Nato verschiebt sich nach Osten. Im Mittelpunkt stehen zunehmend die Landes- und Luftverteidigung gegen Russland sowie die Munitionsproduktion, die Entwicklung von Drohnentechnologien und der Aufbau wirksamer Drohnenabwehr.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten bleiben wichtig, sind jedoch nicht mehr der alleinige Mittelpunkt. Die amerikanische finanzielle und milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der Ukraine bleibt von zentraler Bedeutung, doch die t\u00e4glichen Dynamiken des Krieges werden zunehmend von europ\u00e4ischen und ukrainischen Akteuren gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Abschreckung ist heute schwieriger und un\u00fcbersichtlicher als w\u00e4hrend des Kalten Krieges. Damals beruhte das strategische Gleichgewicht im wesentlichen auf nuklearen Arsenalen und einer begrenzten Zahl gro\u00dfer stehender Armeen. Heute k\u00f6nnen weit mehr Akteure mit vergleichsweise geringem Aufwand hochwertige Ziele bedrohen. Die Grenzen zwischen Krieg und Frieden verschwimmen, wenn eine Handvoll Drohnen gen\u00fcgt, um eine Meerenge zu blockieren oder ein Stromnetz f\u00fcr mehrere Tage lahmzulegen.<\/p>\n<p>Russlands Besitz von Atomwaffen hat eine direkte milit\u00e4rische Intervention des Westens in der Ukraine verhindert. Andere Staaten werden daraus die naheliegende Lehre ziehen: Wer einen \u00e4u\u00dferen Angriff oder einen Regimewechsel f\u00fcrchtet, erh\u00e4lt durch eine minimale nukleare Abschreckungsf\u00e4higkeit in Verbindung mit einer leistungsf\u00e4higen Drohnen- und Raketenstreitmacht eine \u00e4u\u00dferst wirksame Versicherung.<\/p>\n<p>Doch die tiefere Lehre aus der Ukraine und dem Iran lautet, dass niemand die globale Gewaltordnung k\u00fcnftig so beherrschen wird, wie die Vereinigten Staaten dies f\u00fcr kurze Zeit nach 1991 taten. <em><strong>Sobald Letalit\u00e4t billig wird, Pr\u00e4zisionswaffen weit verbreitet sind und industrielles Know-how sich global ausbreitet, zerf\u00e4llt die Vorstellung eines wohlwollenden Hegemons, der von oben Ordnung durchsetzt.<\/strong> <\/em>An ihre Stelle tritt eine umk\u00e4mpfte Landschaft regionaler M\u00e4chte, wechselnder Koalitionen, Stellvertreterkriege und technologischer Wettl\u00e4ufe um billige Robotik und Raketentechnik.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten bleiben ein bedeutender Akteur \u2013 vorerst sogar der bedeutendste. Doch sie k\u00f6nnten schon bald nur noch einer unter vielen sein: mit begrenzterem Einfluss und weniger moralischer Autorit\u00e4t, als sie einst f\u00fcr sich beanspruchten. In diesem Sinne ver\u00e4ndert die Drohnenkriegsf\u00fchrung nicht nur die Taktik des Krieges. Sie legt eine tiefere Wahrheit \u00fcber die Geopolitik des 21. Jahrhunderts offen.<\/p>\n<p>Superm\u00e4chte, deren Macht auf kostspieliger und hochkomplexer Technologie beruht, sind in Wirklichkeit verletzlicher, als sie erscheinen. Regionale M\u00e4chte hingegen, die auf g\u00fcnstige, anpassungsf\u00e4hige Drohnen und Raketen setzen, verf\u00fcgen \u00fcber eine bemerkenswerte Widerstandsf\u00e4higkeit. Die Kriegskunst verlagert sich vom konzentrierten Schlag der gepanzerten Faust zu den unabl\u00e4ssigen Stichen des robotischen Schwarms. Die drohnenerf\u00fcllten Himmel der Ukraine und die asymmetrischen Angriffe des Iran sind keine Ausnahmen. Sie sind fr\u00fche Momentaufnahmen der Zukunft.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten und China werden noch lange als klassische Industriesuperm\u00e4chte miteinander konkurrieren. Unterhalb dieser vertrauten Rivalit\u00e4t der Gro\u00dfm\u00e4chte entsteht jedoch bereits eine neue Realit\u00e4t: ein dicht bev\u00f6lkerter, von Drohnen durchdrungener Gefechtsraum, in dem zahlreiche Regionalm\u00e4chte und sogar nichtstaatliche Akteure kosteng\u00fcnstig jene Ziele bedrohen k\u00f6nnen, die einst ausschlie\u00dflich im Machtbereich der Gro\u00dfm\u00e4chte lagen. In einer solchen Welt wird Dominanz fl\u00fcchtig. Verwundbarkeit wird zu einer allgemeinen Erfahrung. Sicherheit h\u00e4ngt weniger von gigantischen Arsenalen ab als von der Frage, wie klug und wie verantwortungsvoll Staaten einen dauerhaften Wettbewerb um Vorteile in einem stets umk\u00e4mpften Raum organisieren.<br \/>\nDie Zukunft des Krieges spielt sich nicht mehr nur in den H\u00f6hen strategischer Bomberverb\u00e4nde oder in den Tiefen nuklearer Abschreckung ab. Sie summt in geringer H\u00f6he \u00fcber Sch\u00fctzengr\u00e4ben, Raffinerien und H\u00e4fen \u2013 und k\u00fcndigt eine Welt an, in der Macht breiter verteilt, Gewalt leichter verf\u00fcgbar und Ordnung schwerer durchzusetzen sein wird.<br \/>\n&#8230; Alles vom 12.6.2026 von Elliot Neaman bitte lesen in der JF 25\/26, Seite 18<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.junge-freiheit.de\">https:\/\/www.junge-freiheit.de<\/a><\/p>\n<p><em>Prof. Dr. Elliot Neaman, Jahrgang 1957, Historiker, studierte in Vancouver, Berkeley und Berlin bei Ernst Nolte, promovierte 1992 \u00fcber Ernst J\u00fcnger und lehrt seit 1993 an der University of San Francisco.<\/em><\/p>\n<p>Fett wurde oben nachtr\u00e4glich hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Krieg\u00a0&gt;Bundeswehr\u00a0&gt;Verteidigung\u00a0&gt;Wehrhaftigkeit &gt;kriegst\u00fcchtig &gt;Drohnenkrieg Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): Klicken oder scrollen Drohnentechnologie als geopolitischer Machtfaktor (12.6.2026) Drohnen &nbsp; Drohnentechnologie als geopolitischer Machtfaktor Das Schlachtfeld der Zukunft Elliot Neaman Im Jahr 1991 f\u00fchrten die Vereinigten Staaten eine Form der Kriegsf\u00fchrung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/drohnenkrieg\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":18096,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-150408","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/150408","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=150408"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/150408\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":150414,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/150408\/revisions\/150414"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/18096"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=150408"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}