{"id":149730,"date":"2026-05-29T09:21:42","date_gmt":"2026-05-29T07:21:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=149730"},"modified":"2026-08-16T09:28:39","modified_gmt":"2026-08-16T07:28:39","slug":"opferoekonomie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/sozialstaat\/opferoekonomie\/","title":{"rendered":"Opfer\u00f6konomie"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Selbsthilfe\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/\">Selbsthilfe<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Soziales\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/\">Soziales<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Armut\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/armut\/\">Armut<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/sozialstaat\/\">Sozialstaat<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/sozialausgaben\/\">Sozialausgaben<\/a> &gt;Opfer\u00f6konomie<\/p>\n<div id=\"attachment_149732\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/triathlon-kirchzarten-pan260509.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-149732\" class=\"size-full wp-image-149732\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/triathlon-kirchzarten-pan260509.jpg\" alt=\"Triathlon-Training in Zarten im Dreisamtal 9..5.2026: Die R\u00e4der warten\" width=\"639\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/triathlon-kirchzarten-pan260509.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/triathlon-kirchzarten-pan260509-180x108.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-149732\" class=\"wp-caption-text\">Triathlon-Training in Zarten im Dreisamtal 9.5.2026: Die R\u00e4der warten<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): <span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span> oder scrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nullsumme-zero-sum-mindset\/\">Nullsumme \u2013 Zero Sum Mindset<\/a>\u00a0(5.8.2026)<\/li>\n<li>Opfer\u00f6konomie: Der antisoziale Sozialstaat (25.5.2026)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-helfersyndom\/\">Afrika-Helfersyndrom<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/gesellschaft\/anspruchsgesellschaft\/\">Anspruchsgesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Fluechtlingsbetreuer\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/fluechtlingsbetreuer\/\">Fluechtlingsbetreuer<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Fluechtlingshelfer\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/fluechtlingshelfer\/\">Fluechtlingshelfer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/heimat\/fremdheit\/\">Fremdheit<\/a><\/li>\n<li>Hilfe<\/li>\n<li><a title=\"Idomeni\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/idomeni\/\">Idomeni<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Industrie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/\">Industrie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/migration-nein\/\">Migration-nein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/fluechtlinge-kriminalitaet\/opfer\/\">Opfer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/sozialstaat\/opferoekonomie\/\">Opfer\u00f6konomie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/hochschwarzwald\/schwarzwald-migration\/\">Schwarzwald-Migration<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/talahon\/\">Talahon<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Wir-schaffen-das\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/wir-schaffen-das\/\">Wir-schaffen-das<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Opfer\u00f6konomie: Der antisoziale Sozialstaat<\/strong><br \/>\n<em>Der Sozialstaat beruhte einst auf gegenseitiger Solidarit\u00e4t. Heute ist er ein System, das Opferstatus belohnt, Leistung entwertet und Verantwortung verdr\u00e4ngt. In dieser \u201eOpfer\u00f6konomie\u201c wachsen Helferklassen \u2013 und Leistungstr\u00e4ger werden demoralisiert<\/em>.<\/p>\n<p>Der Sozialstaat geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen zivilisatorischen Errungenschaften westlicher Gesellschaften. Sein urspr\u00fcnglicher Gedanke ist nicht blo\u00dfe Umverteilung, sondern organisierte Solidarit\u00e4t innerhalb eines politischen Gemeinwesens. Er beruht auf der Vorstellung, dass Menschen nach ihren F\u00e4higkeiten, Qualifikationen und M\u00f6glichkeiten zum gemeinsamen Ganzen beitragen \u2013 und im Fall von Krankheit, Alter, Arbeitslosigkeit oder Not auf Unterst\u00fctzung z\u00e4hlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gerade weil Menschen unterschiedlich sind, konnte dieses Modell funktionieren. Nicht Gleichheit war sein tragendes Prinzip, sondern Fairness. Nicht jeder muss dasselbe leisten, aber jeder soll im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten etwas beitragen. In dieser Balance liegt die moralische St\u00e4rke des Sozialstaats: Leistungsf\u00e4higere und Leistungsbereitere akzeptieren zus\u00e4tzliche Lasten, weil sie die Gemeinschaft als die eigene empfinden \u2013 und weil sie davon ausgehen k\u00f6nnen, dass Hilfe, Anspruch und Verantwortung in einem nachvollziehbaren Verh\u00e4ltnis zueinander stehen.<\/p>\n<p>Doch dieses Einverst\u00e4ndnis ist nicht voraussetzungslos. Es h\u00e4lt nur so lange, wie B\u00fcrger das Gef\u00fchl haben, dass Rechte und Pflichten, Beitr\u00e4ge und Anspr\u00fcche, Belastung und Anerkennung noch in einem angemessenen Verh\u00e4ltnis stehen. Menschen vergleichen nicht nur Einkommen. Sie vergleichen auch Pflichten, Freir\u00e4ume, Zumutungen, gesellschaftliche Wertsch\u00e4tzung und die moralische Behandlung unterschiedlicher Gruppen. Wird dieses Verh\u00e4ltnis dauerhaft als ungerecht empfunden, erodiert nicht nur die Zahlungsbereitschaft. Es schwindet auch die emotionale Bindung an das Gemeinwesen selbst.<\/p>\n<p>Wer geh\u00f6rt zur Solidargemeinschaft?<br \/>\nSolidarit\u00e4t ist keine abstrakte Ressource, die sich beliebig ausdehnen l\u00e4sst. Menschen empfinden Verantwortung nicht gegen\u00fcber allen in gleichem Ma\u00dfe. N\u00e4he, Bindung, Loyalit\u00e4t, kulturelle Zugeh\u00f6rigkeit und Identifikation spielen eine reale Rolle. Eltern f\u00fchlen sich ihren eigenen Kindern st\u00e4rker verpflichtet als fremden Kindern. B\u00fcrger empfinden regelm\u00e4\u00dfig eine gr\u00f6\u00dfere Verantwortung f\u00fcr das eigene Gemeinwesen als f\u00fcr beliebige Fremde. Das ist keine moralische Anomalie, sondern anthropologische Normalit\u00e4t \u2013 und Ausdruck sozialer Bindung.<\/p>\n<p>Der klassische Sozialstaat beruhte genau auf dieser Bindung. Er organisierte gegenseitige Unterst\u00fctzung innerhalb einer politischen, rechtlichen und kulturellen Gemeinschaft. Hilfe war an Zugeh\u00f6rigkeit, Mitwirkung, Regelbindung und die Erwartung gekoppelt, dass alle Beteiligten die Ordnung grunds\u00e4tzlich anerkennen, aus der sie Anspr\u00fcche ableiten.<br \/>\nProblematisch wird es, wenn Anspr\u00fcche stetig ausgeweitet werden, w\u00e4hrend Zugeh\u00f6rigkeit, Gegenseitigkeit und Loyalit\u00e4t immer weniger Bedeutung haben sollen. Dann wird die emotionale und moralische Grundlage des Sozialstaats geschw\u00e4cht. Denn warum sollte jemand dauerhaft erhebliche Lasten f\u00fcr Menschen tragen, bei denen unklar bleibt, ob sie Teil derselben Solidargemeinschaft sind? Warum soll eine Gesellschaft immer gr\u00f6\u00dfere Verpflichtungen \u00fcbernehmen, wenn zugleich der Eindruck entsteht, dass Loyalit\u00e4t, Rechtsbindung, kulturelle Integration und Gegenseitigkeit keine Rolle mehr spielen?<\/p>\n<p>Die gegenw\u00e4rtige Politik behandelt Solidarit\u00e4t oft so, als w\u00e4re sie grenzenlos verf\u00fcgbar: kulturunabh\u00e4ngig, voraussetzungslos und von jeder Bindung an Zugeh\u00f6rigkeit befreit. Doch genau damit wird dem Sozialstaat seine psychologische Grundlage entzogen.<\/p>\n<p>Wer ist eigentlich Opfer \u2013 und wer zu schwach, um beizutragen?<br \/>\nModerne Demokratien sind sensibel geworden f\u00fcr Diskriminierung, Ausschluss und Benachteiligung. Das ist zun\u00e4chst ein Fortschritt. Wenn jedoch Aufmerksamkeit vor allem an Verletzbarkeit gekoppelt wird, wenn Leid, Benachteiligung und Schw\u00e4che nicht nur Mitgef\u00fchl, sondern auch gesellschaftliche Aufwertung und Belohnung erzeugen, dann ver\u00e4ndert sich das normative Gef\u00fcge. Der Opferstatus wird attraktiv. Er verleiht Sichtbarkeit, Zuwendung, F\u00fcrsprecher, materielle Anspr\u00fcche und Schonung. Das Problem ist nicht, dass es Opfer gibt. Das Problem ist, dass der Opferstatus bewirtschaftet wird.<\/p>\n<p>Jeder Mensch hat St\u00e4rken und Schw\u00e4chen. Jeder ist in manchen Bereichen leistungsf\u00e4hig, in anderen hilfsbed\u00fcrftig; in manchen erfolgreich, in anderen begrenzt. Insofern ist jeder Mensch auch Opfer. In gesunden Gesellschaften werden diese Seiten miteinander saldiert. Menschen werden als ganze Personen gesehen. In der Opfer\u00f6konomie jedoch wird diese Balance k\u00fcnstlich zerst\u00f6rt. Bei bestimmten Gruppen wird St\u00e4rke ausgeblendet und Schw\u00e4che maximal betont. Aus Schw\u00e4che wird Benachteiligung. Aus Benachteiligung wird ein Anspruch. Aus Anspruch wird ein Recht auf Versorgung.<br \/>\nGleichzeitig geschieht bei den Leistungstr\u00e4gern das Gegenteil. Dort werden nicht die M\u00fchen, Opfer, Verzichte und Lasten gesehen, die Leistung \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machen, sondern nur die Leistungsf\u00e4higkeit. Aus dieser Leistungsf\u00e4higkeit wird dann eine moralische Pflicht abgeleitet, zu tragen, abzugeben und sich zu belasten. Dabei wird ausgeblendet, dass auch der Starke nicht nur stark ist, sondern ebenfalls Schw\u00e4chen hat.<\/p>\n<p>Die Logik der Opfer\u00f6konomie<br \/>\nUnter Opfer\u00f6konomie l\u00e4sst sich ein System verstehen, in dem drei Rollen dauerhaft ineinandergreifen: Opfer, Helfer und Versorger. Die erste Gruppe umfasst jene, die als benachteiligt, diskriminiert, schwach oder schutzbed\u00fcrftig definiert werden. Die zweite Gruppe besteht aus Anw\u00e4lten, Sprechern, Betreuern, Verwaltern, Aktivisten, Funktion\u00e4ren und institutionellen F\u00fcrsprechern \u2013 einer professionellen Helferklasse. Die dritte Gruppe sind jene, die das System finanzieren: die Leistungstr\u00e4ger, die Versorgerklasse.<\/p>\n<p>Die Leistungstr\u00e4ger werden in dieser Ordnung nicht mehr als B\u00fcrger, sondern als Energiequelle wahrgenommen. Sie sind notwendig, aber nicht geachtet. Man braucht sie, aber man respektiert sie nicht. Sie sollen produzieren, zahlen und moralisch stillhalten.<\/p>\n<p>Das Problem der Opfer\u00f6konomie ist, dass ihre grundlegende Dynamik zu einem st\u00e4ndig wachsenden Ressourcenbedarf f\u00fchrt, den sie auf Dauer nicht decken kann, weil die daf\u00fcr bestgeeignete Methode im diametralen Widerspruch zu ihrem zentralen Dogma steht: Sie m\u00fcsste Leistung und Leistungsbereitschaft wertsch\u00e4tzen und belohnen, w\u00e4hrend das Opfernarrativ gleichzeitig das genaue Gegenteil fordert. Damit bleiben nur weniger effiziente und strukturell nicht nachhaltige Methoden. Schuldgef\u00fchle, historische Belastungsnarrative, Dauerappelle an Verantwortung, Umerziehung durch Sprache, Kultur und Medien. Die moralische \u00dcberh\u00f6hung des Schwachen und die Schuldzuschreibung an den Starken liefern eine scheinbar unersch\u00f6pfliche Quelle f\u00fcr immer neue Anspr\u00fcche \u2013 auch das Narrativ von auswegloser Dauerschuld und Dauerverpflichtung zur Versorgung all jener, die nicht so privilegiert sind.<\/p>\n<p>Deutschland im S\u00e4uglingsmodus<br \/>\nDass eine einmal etablierte Opfer\u00f6konomie sich von selbst zur\u00fcckbildet, ist unwahrscheinlich. Warum sollte eine Opferklasse den Status des Versorgtwerdens verlassen, wenn ihr st\u00e4ndig signalisiert wird, dass dieser Zustand nicht nur legitim, sondern auch belohnt und aufgewertet ist? Warum sollte eine Helferklasse daran arbeiten, ihre eigene Existenzgrundlage zu verkleinern? Ihre Macht, ihr Status und ihre materielle Absicherung h\u00e4ngen gerade davon ab, dass es immer neue Opfergruppen, Benachteiligungsnarrative und Diskriminierungsformen und damit immer neue Schutz- und Betreuungsanspr\u00fcche gibt. Das System belohnt nicht L\u00f6sungen, sondern die Produktion immer neuer Problemdefinitionen.<\/p>\n<p>Und mit jeder Ausweitung schrumpfen die F\u00e4higkeiten der Gesellschaft. Der B\u00fcrger soll nicht mehr selbstverantwortlich handeln, sich qualifizieren, anstrengen, Risiken tragen, sich behaupten und reifen. Er soll betreut, angeleitet, abgefedert und versorgt werden. Der Staat tritt nicht mehr als Ordnungsrahmen auf, sondern als Nanny-Apparat. Wer Bed\u00fcrftigkeit zum Kapital macht, muss Eigenverantwortung entwerten. Deutschland im S\u00e4uglingsmodus: hilflos, abh\u00e4ngig, unselbstst\u00e4ndig und satt, maximal versorgt, minimal gefordert. Die fatale Konsequenz lautet: Was als F\u00fcrsorge daherkommt, produziert Unselbstst\u00e4ndigkeit. Was als Schutz verkauft wird, erzeugt Abh\u00e4ngigkeit. Was als Humanit\u00e4t gefeiert wird, z\u00fcchtet Unreife.<\/p>\n<p>Lohn der Nicht-Arbeit \u2013 die Demoralisierung der Leistungstr\u00e4ger<br \/>\nDer antisoziale Sozialstaat mit seiner Opfer\u00f6konomie hat allerdings ein fundamentales Problem: Er kann nur existieren, solange es gen\u00fcgend Menschen gibt, die arbeiten, leisten, verzichten, investieren und Wertsch\u00f6pfung erzeugen. Sie lebt parasit\u00e4r von genau dem Ethos, das sie zugleich untergr\u00e4bt.<\/p>\n<p>Die leistungsf\u00e4higsten Gesellschaften der Geschichte sind nicht durch Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber Leistung entstanden, sondern durch deren Wertsch\u00e4tzung \u2013 materiell, kulturell und sozial. Menschen strengen sich an, wenn sie erleben, dass sich Anstrengung lohnt. Wenn sie sehen, dass Verantwortung Anerkennung findet. Wenn sie sp\u00fcren, dass Flei\u00df, Disziplin, Opferbereitschaft und Leistungswille Belohnung nach sich ziehen. Wenn sie jedoch erleben, dass alles \u00dcberdurchschnittliche und Privilegierte entwertet und zugleich ausgebeutet wird, entsteht eine zunehmende Demotivation in Bezug auf Leistung und Qualifizierung.<\/p>\n<p>Wenn Nicht-Arbeit finanziell und gesellschaftlich \u00e4hnlich oder sogar attraktiver gestellt wird als Arbeit, wird damit Leistung und Arbeit entwertet. Es entsteht die Frage \u201eWarum sich anstrengen?\u201c \u2013 nicht als Ausdruck von Faulheit oder gar bewusster Verweigerung, sondern von Rationalit\u00e4t. Folgerichtig ziehen sich die Leistungsbereiten zur\u00fcck \u2013 erst psychisch, dann praktisch. Sie reduzieren ihre Leistung, meiden Verantwortung, geben Ambitionen auf oder verlassen innerlich das Gemeinwesen. Arbeit und Leistung ist kein Vergn\u00fcgen, erfordert Verzicht und Anstrengung, ist auch ersch\u00f6pfend und belastend.<br \/>\nWer arbeitet, \u00fcbernimmt Verantwortung, erlebt immer h\u00e4ufiger, dass er nicht als St\u00fctze der Gesellschaft, sondern als Problemfall behandelt wird: als privilegiert, verd\u00e4chtig, moralisch in der Bringschuld. Erfolg erscheint nicht mehr als Ergebnis von M\u00fche, sondern als Legitimationsproblem. Wohlstand wird nicht als erarbeitete Leistung, sondern als Schuldquelle interpretiert \u2013 und bisweilen sogar bestraft, etwa durch Steuer- und Abgabenlast, Verm\u00f6gensbesteuerung oder Erbschaftssteuer. Das Ergebnis ist eine Gesellschaft, die ihre produktivsten Kr\u00e4fte nicht motiviert, sondern dem\u00fctigt. Eine Ordnung, die Leistung mit Neid, Misstrauen, Zusatzlasten und kultureller Geringsch\u00e4tzung beantwortet, darf sich nicht wundern, wenn Leistungsbereitschaft verschwindet. Es bleibt eine geschw\u00e4chte Leistungsbereitschaft.<\/p>\n<p>Worte wie Solidarit\u00e4t, Gerechtigkeit und Menschlichkeit sind in den vergangenen Jahren semantisch entstellt worden. F\u00fcr viele B\u00fcrger klingen sie l\u00e4ngst nicht mehr nach fairem Ausgleich und wechselseitiger Verpflichtung, sondern nach Umverteilung, Daueralimentierung, Schonung des Regelbruchs und Verachtung von Leistung.<\/p>\n<p>Noch schwerer wiegt der Verlust an Selbstachtung. Eine Gesellschaft, die sich nicht mehr wehrt, wenn auf ihre Kosten gelebt wird, wenn ihre Regeln missachtet, ihre Ordnung verh\u00f6hnt, ihre Sicherheit gef\u00e4hrdet und ihre Werte bek\u00e4mpft werden, verliert seine W\u00fcrde.<\/p>\n<p>Man kann ein Gemeinwesen nicht erhalten, wenn man seine tragenden Kr\u00e4fte fiskalisch ausnimmt, kulturell verachtet und moralisch diszipliniert, w\u00e4hrend man Anspruchsdenken, Grenz\u00fcberschreitung und Verantwortungslosigkeit immer weiter entschuldigt und belohnt. Das Ergebnis ist ein antisozialer Staat. Der antisoziale Sozialstaat zerst\u00f6rt gerade das, was der Sozialstaat einst sch\u00fctzen sollte. Er besch\u00e4digt Leistungsf\u00e4higkeit, Bildung, Qualit\u00e4t und Verantwortung.<\/p>\n<p>Eine Gesellschaft aber wird nicht stark, indem sie Schw\u00e4che fordert und f\u00f6rdert. Sie wird nicht gerecht, indem sie Leistung bestraft. Sie wird nicht menschlich, indem sie jede Grenze moralisch delegitimiert. Sie wird nur m\u00fcde, wehrlos und schwach. Am Ende gilt: Man bekommt das, was man belohnt. Und eine Gesellschaft, die Nicht-Leistung, Opferstatus und Abh\u00e4ngigkeit belohnt, wird am Ende genau das hervorbringen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 25.5.2026 von Aglaja Stirn und Wolfgang Balzer bitte lesen aug<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/opfer-okonomie-der-antisoziale-sozialstaat\">https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/opfer-okonomie-der-antisoziale-sozialstaat<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Prof. Dr. med. Aglaja Stirn ist Fach\u00e4rztin f\u00fcr Psychosomatische Medizin, Psychoanalytikerin, Gruppenanalytikerin und Sexualtherapeutin. Sie hat \u00fcber verschiedene Themen publiziert, v.a. den Umgang mit dem K\u00f6rper, Sexualmedizin und allgemeingesellschaftliche Themen. <\/em><br \/>\n<em>.<\/em><br \/>\n<em>Dr. Wolfgang Balzer ist promovierter Physiker. Ausbildung und erworbene Erfahrung \u2013 etwa bei Systemanalyse und Modellierung \u2013 haben zu einer Rundumsicht \u00fcber den Tellerrand einzelner Fachgebiete hinaus gef\u00fchrt, die auch beim Blick auf allgemein-gesellschaftliche Themen n\u00fctzlich ist.<\/em><br \/>\n.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Selbsthilfe\u00a0&gt;Soziales\u00a0&gt;Armut &gt;Sozialstaat &gt;Sozialausgaben &gt;Opfer\u00f6konomie Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): Klicken oder scrollen Nullsumme \u2013 Zero Sum Mindset\u00a0(5.8.2026) Opfer\u00f6konomie: Der antisoziale Sozialstaat (25.5.2026) Afrika-Helfersyndrom Anspruchsgesellschaft Fluechtlingsbetreuer Fluechtlingshelfer Fremdheit Hilfe Idomeni Industrie Migration-nein Opfer Opfer\u00f6konomie Schwarzwald-Migration Talahon Wir-schaffen-das &nbsp; Opfer\u00f6konomie: Der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/sozialstaat\/opferoekonomie\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":44536,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-149730","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/149730","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=149730"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/149730\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":152714,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/149730\/revisions\/152714"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/44536"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=149730"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}