{"id":148975,"date":"2026-05-11T12:03:24","date_gmt":"2026-05-11T10:03:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=148975"},"modified":"2026-05-11T12:54:38","modified_gmt":"2026-05-11T10:54:38","slug":"brombeerkopf","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/stegen\/brombeerkopf\/","title":{"rendered":"Brombeerkopf"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Regio\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/\">Regio<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Orte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/\">Orte<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Freiburg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/\">Freiburg<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/wind\/windkraft\/\">Windkraft<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/rosskopf\/\">Rosskopf<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/stegen\">Stegen<\/a> &gt;Brombeerkopf<\/p>\n<p>d<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): <span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span> oder scrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/guenterstal\/\">Windkraft G\u00fcnterstal: B\u00fcrgerinfo FR erst nach Fristablauf?<\/a>\u00a0(11.5.2026)<\/li>\n<li>Windkraftprojekt am Brombeerkopf : Antwort Kempf &#8211; Krimmel (8.5.2026)<\/li>\n<li>Offene Forschung vs wiss. Erkenntnis &#8211; Umweltmediziner Krimmel (7.5.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/stegen\/\">Stegen zwischen Windkraftausbau &amp; Naturschutz<\/a> (6.5.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/wind\/windkraft-schwarzwald\/\">Der Mythos vom \u201eB\u00fcrgerwindpark Brombeerkopf\u201c<\/a>\u00a0(4.2.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/windkraft-brombeerkopf-stegen\/\">Windkraft Brombeerkopf Stegen<\/a> (27.12.2014)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/windkraft-standorte-dreisamtal\/\">Windkraft-Standorte Dreisamtal<\/a> (10.4.2013)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/naturschutz-contra-wind-klima\/\">Naturschutz contra Wind Klima<\/a> (29.3.2013)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/dreisamtal-windraeder-windlos\/\">Dreisamtal-Windraeder windlos<\/a> (27.3.2013)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/eschbach\/\">Eschbach<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/glottertal\/\">Glottertal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/berge\/streckereck\/\">Streckereck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wald\/wald-windkraft\/\">Wald-Windkraft<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/stegen\/brombeerkopf\/\">Windkraft Brombeerkopf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/guenterstal\/\">Windkraft G\u00fcnterstal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/rosskopf\/\">Windkraft Rosskopf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/wind\/windkraft-schwarzwald\/\">Windkraft Schwarzwald<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Windkraftprojekt am Brombeerkopf : Antwort Kempf &#8211; Krimmel<br \/>\n<\/strong>Sehr geehrter Herr Dr. Krimmel,<br \/>\nvielen Dank f\u00fcr Ihre sachliche R\u00fcckmeldung und die Bereitschaft, zentrale Fragen rund um das Windkraftprojekt am Brombeerkopf grunds\u00e4tzlich als legitim anzuerkennen. Gerade weil Sie sowohl Umweltmediziner als auch Gemeinderat sind, halte ich eine pr\u00e4zise und wissenschaftlich saubere Diskussion f\u00fcr besonders wichtig. Allerdings greift die Einordnung aus meiner Sicht an mehreren Stellen zu kurz.<br \/>\nSie schreiben, es gebe \u201ebislang keine belastbare Evidenz\u201c, dass von Windkraftanlagen erhebliche Gefahren f\u00fcr Trinkwasser, B\u00f6den oder Nahrungsketten durch PFAS oder Mikroplastik ausgehen. Genau hier liegt jedoch das eigentliche Problem: Das Fehlen langfristiger belastbarer Daten bedeutet nicht automatisch das Fehlen eines Risikos \u2013 insbesondere bei vergleichsweise neuen Gro\u00dfanlagen mit Rotordurchmessern von deutlich \u00fcber 150 Metern und Betriebszeiten \u00fcber Jahrzehnte hinweg.<br \/>\nRotorblatterosion ist heute ein anerkanntes technisches Problem der Windindustrie. Internationale Fachliteratur besch\u00e4ftigt sich seit Jahren mit sogenannter Leading-Edge-Erosion durch Regen, Hagel, UV-Strahlung und Partikelbelastung. Selbst das US-Energieministerium (Sandia National Laboratories) beschreibt diese Erosion ausdr\u00fccklich als relevantes Problem mit Auswirkungen auf Materialverlust und Leistungseinbu\u00dfen.<br \/>\nGleichzeitig existieren inzwischen zahlreiche Arbeiten zur Verbreitung langlebiger Industriechemikalien und Mikroplastikpartikel in terrestrischen \u00d6kosystemen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Rotorabrieb existiert \u2013 das ist unbestritten \u2013, sondern welche Langzeitfolgen sich daraus in sensiblen Wald- und Quellgebieten ergeben k\u00f6nnen und ob diese bislang \u00fcberhaupt ausreichend untersucht wurden.<br \/>\n.<br \/>\nDie amerikanische Umweltbeh\u00f6rde EPA schreibt ausdr\u00fccklich, dass PFAS mit Krebs, Immunst\u00f6rungen, hormonellen Eingriffen, Entwicklungsst\u00f6rungen und Fruchtbarkeitsproblemen in Verbindung gebracht werden.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.epa.gov\/pfas\/our-current-understanding-human-health-and-environmental-risks-pfas\">https:\/\/www.epa.gov\/pfas\/our-current-understanding-human-health-and-environmental-risks-pfas<\/a><\/p>\n<p>Eine internationale \u00dcbersichtsarbeit von 2025 beschreibt ausdr\u00fccklich die \u201eBioakkumulation in Fischen\u201c sowie Gesundheitsrisiken f\u00fcr Menschen durch den Verzehr belasteter Fischbest\u00e4nde.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0048969725020686\">https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0048969725020686<\/a><\/p>\n<p>Eine weitere aktuelle Arbeit erkl\u00e4rt: \u201eThe bioaccumulation of PFAS in aquatic organisms can ultimately lead to humans.\u201c Also: PFAS reichern sich in Wasserorganismen an und gelangen letztlich bis zum Menschen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC12339656\">https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC12339656<\/a><\/p>\n<p>Besonders brisant sind internationale Untersuchungen zur Biomagnifikation: PFAS-Konzentrationen steigen entlang der Nahrungskette teils massiv an. In marinen Nahrungsketten wurden Konzentrationen festgestellt, die tausendfach \u00fcber den Wasserwerten liegen k\u00f6nnen. Wikipedia fasst dazu wissenschaftliche Literatur zusammen: Konzentrationen in Organismen k\u00f6nnen mehr als 5000-fach h\u00f6her sein als im umgebenden Wasser.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/PFAS\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/PFAS<\/a><\/p>\n<p>Auch die WHO-Debatte zeigt inzwischen, wie ernst das Thema international genommen wird. Die Weltgesundheitsorganisation \u00fcberpr\u00fcft ihre fr\u00fcheren Grenzwertans\u00e4tze erneut, nachdem Wissenschaftler die bisherigen Werte als zu schwach kritisiert hatten<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/us-news\/article\/2024\/aug\/13\/world-health-organization-pfas-drinking-water-health-guidelines\">https:\/\/www.theguardian.com\/us-news\/article\/2024\/aug\/13\/world-health-organization-pfas-drinking-water-health-guidelines<\/a><\/p>\n<p>Neuere Untersuchungen zeigen inzwischen sogar PFAS-R\u00fcckst\u00e4nde auf Obst und Gem\u00fcse: Eine Analyse aus Kalifornien fand PFAS-R\u00fcckst\u00e4nde auf 37 % der untersuchten Produkte, darunter Erdbeeren, Trauben und Steinobst.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2026\/mar\/29\/pfas-residue-california-produce-analysis\">https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2026\/mar\/29\/pfas-residue-california-produce-analysis<\/a><\/p>\n<p>International gilt inzwischen als wissenschaftlich gut belegt, dass PFAS persistent sind, sich in Umwelt und Nahrungsketten anreichern und gesundheitliche Risiken verursachen k\u00f6nnen. Besonders Wasserorganismen, Fischbest\u00e4nde und belastete B\u00f6den spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Langzeitfolgen vieler PFAS-Verbindungen sowie ihre kombinierte Wirkung sind jedoch weiterhin nicht vollst\u00e4ndig erforscht.<\/p>\n<p>Gerade bei PFAS und persistenten Industriechemikalien zeigt die aktuelle Forschung eindeutig:<br \/>\nWaldb\u00f6den wirken als langfristige Speicher,<br \/>\nPilze k\u00f6nnen Schadstoffe aufnehmen,<br \/>\nWildschweine gelten bereits als Bioindikatoren f\u00fcr PFAS-Belastungen,<br \/>\nNahrungsketteneffekte werden zunehmend untersucht,<br \/>\nin mehreren Regionen existieren bereits Verzehrwarnungen f\u00fcr belastetes Wild.<br \/>\nVor diesem Hintergrund erscheint mir das Vorsorgeprinzip zentral. Denn die \u00f6ffentliche Debatte wird h\u00e4ufig so gef\u00fchrt, als m\u00fcsse zun\u00e4chst ein endg\u00fcltiger Schadensnachweis vorliegen, bevor kritische Fragen berechtigt w\u00e4ren. Genau das widerspricht jedoch dem modernen Umweltrecht, das gerade bei langlebigen und potenziell irreversiblen Stoffeintr\u00e4gen auf Vorsorge, Monitoring und Risikominimierung setzt.<\/p>\n<p>Hinzu kommt ein weiterer Punkt, den ich in Ihrer Antwort nur teilweise ber\u00fccksichtigt sehe: die langfristige Haftungs- und R\u00fcckbauproblematik. Windparks werden h\u00e4ufig \u00fcber Projektgesellschaften mit begrenzter Haftung betrieben. Gleichzeitig reden wir am Brombeerkopf nicht \u00fcber einen Eingriff auf einer Industriebrache, sondern mitten in einem gewachsenen Wald\u00f6kosystem mit Rodungen, Bodenverdichtungen, Kranstellfl\u00e4chen, Zuwegungen und massiven Fundamenten.<\/p>\n<p>Deshalb bleiben aus meiner Sicht weiterhin konkrete Fragen offen:<br \/>\nWie hoch sind die tats\u00e4chlich hinterlegten Sicherheitsleistungen?<br \/>\nSind diese inflationsgesichert und insolvenzfest?<br \/>\nWer haftet bei Betreiberwechsel oder Insolvenz?<br \/>\nWer tr\u00e4gt die Kosten m\u00f6glicher sp\u00e4terer Bodensanierungen?<br \/>\nWie wird eine tats\u00e4chliche Renaturierung definiert und kontrolliert?<br \/>\nGibt es verpflichtende unabh\u00e4ngige Nullmessungen von B\u00f6den, Quellwasser und Sedimenten vor Baubeginn?<br \/>\nWelche Langzeitmonitorings sind vorgesehen?<br \/>\nGerade im Umwelt- und Trinkwasserschutz gilt normalerweise das Vorsorgeprinzip. Dieses besagt ausdr\u00fccklich nicht, dass erst ein eingetretener Schaden abgewartet werden mu\u00df. Im Gegenteil: Bei potenziell irreversiblen oder langlebigen Belastungen sind fr\u00fchzeitige Schutzma\u00dfnahmen und unabh\u00e4ngige Kontrollen vorgesehen.<\/p>\n<p>Genau deshalb stellen sich aus meiner Sicht weiterhin zentrale Fragen:<br \/>\nGibt es unabh\u00e4ngige hydrogeologische Langzeitgutachten?<br \/>\nWurden Quellwasser, B\u00f6den und Sedimente vor Baubeginn als Nullmessung dokumentiert?<br \/>\nWelche regelm\u00e4\u00dfigen Kontrollen auf Mikroplastik, PFAS und andere persistente Stoffe sind vorgesehen?<br \/>\nWer haftet bei sp\u00e4teren Belastungen des Trinkwassers?<br \/>\nSind Sicherheitsleistungen auch f\u00fcr m\u00f6gliche Umwelt- und Wassersch\u00e4den hinterlegt?<br \/>\nWer tr\u00e4gt die Kosten m\u00f6glicher Sanierungen in 20 oder 30 Jahren?<br \/>\nGerade als Umweltmediziner wissen Sie vermutlich selbst, dass Belastungen im Trinkwasserbereich oft erst Jahre oder Jahrzehnte sp\u00e4ter sichtbar werden. Genau deshalb halte ich es f\u00fcr problematisch, m\u00f6gliche Risiken heute vorschnell zu relativieren, solange wesentliche Langzeituntersuchungen f\u00fcr moderne Gro\u00dfanlagen im Wald \u00fcberhaupt noch fehlen.<\/p>\n<p>Sie verweisen zu Recht darauf, dass Windenergie laut IPCC weiterhin Teil einer klimavertr\u00e4glichen Energieversorgung sei. Das bestreitet auch nicht automatisch jede Kritik. Gleichzeitig wird jedoch zunehmend relevant, dass selbst der IPCC und neuere Fachliteratur extreme Hoch-Emissionsszenarien wie SSP5-8.5 inzwischen deutlich kritischer und mit geringerer Wahrscheinlichkeit einordnen als noch vor wenigen Jahren. Genau deshalb halte ich es f\u00fcr notwendig, Eingriffe in Natur und Landschaft wieder st\u00e4rker unter dem Gesichtspunkt der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit zu diskutieren und nicht allein unter dem Eindruck fr\u00fcherer Worst-Case-Kommunikation.<br \/>\nMir geht es ausdr\u00fccklich nicht um pauschale Ablehnung technischer Entwicklungen. Aber beim Trinkwasserschutz sollte aus meiner Sicht \u00e4u\u00dferste Vorsicht gelten \u2014 insbesondere in einer Region, die von ihren nat\u00fcrlichen Wasserressourcen, Wald\u00f6kosystemen und empfindlichen Mittelgebirgslagen lebt.<\/p>\n<p>Daher bitte ich den Gemeinderat beziehungsweise die zust\u00e4ndigen Stellen ausdr\u00fccklich darum, die oben genannten Fragen zu Trinkwasserschutz, hydrogeologischen Gutachten, Langzeitmonitoring, Mikroplastik- und PFAS-Belastungen, Haftung, R\u00fcckbau, Sicherheitsleistungen, Betreiberverantwortung sowie m\u00f6glichen Stoffeintr\u00e4gen nachvollziehbar, belastbar und \u00f6ffentlich transparent zu beantworten. Gerade bei einem derart sensiblen Eingriff in Wald-, Quell- und Wasserschutzr\u00e4ume sollte aus meiner Sicht vollst\u00e4ndige Transparenz gegen\u00fcber den B\u00fcrgern selbstverst\u00e4ndlich sein. Nur wenn diese Fragen offen und fachlich sauber beantwortet werden, kann \u00fcberhaupt eine verantwortungsvolle und langfristig tragf\u00e4hige Entscheidung im Interesse von Natur, Trinkwasser und kommenden Generationen getroffen werden.<br \/>\nMit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen , Adrian Kempf<br \/>\n8.5.2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Umweltmediziner: Offene Forschung vs wiss. Erkenntnis<\/strong><br \/>\nSehr geehrter Herr Kempf,<br \/>\nvielen Dank f\u00fcr Ihre ausf\u00fchrliche Nachricht und die darin formulierten Fragen und Bedenken zum Windkraftprojekt am Brombeerkopf.<br \/>\nZun\u00e4chst m\u00f6chte ich betonen, dass die angesprochenen Themen \u2013 insbesondere Natur- und Artenschutz, m\u00f6gliche Langzeitfolgen, R\u00fcckbauverpflichtungen sowie Transparenz bei Genehmigungs- und Kontrollverfahren \u2013 aus meiner Sicht legitime Punkte einer \u00f6ffentlichen Diskussion sind. Gerade in einer landschaftlich und \u00f6kologisch sensiblen Region wie dem Schwarzwald ist es wichtig, Eingriffe sorgf\u00e4ltig abzuw\u00e4gen und nachvollziehbar zu kommunizieren.<br \/>\nGleichzeitig halte ich es als Umweltmediziner f\u00fcr besonders wichtig, zwischen offenen Forschungsfragen und wissenschaftlich bereits belegten Risiken zu unterscheiden. Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es bislang keine belastbare Evidenz daf\u00fcr, dass von Windkraftanlagen erhebliche Gefahren f\u00fcr Trinkwasser, B\u00f6den oder Nahrungsketten durch PFAS oder Mikroplastik ausgehen. Forschung zu Materialabrieb und Recyclingfragen findet statt und sollte selbstverst\u00e4ndlich weiter aufmerksam verfolgt werden.<br \/>\n( Wissenschaftlich faire Einordnung &#8211; Rotorblattabrieb existiert und wird wissenschaftlich untersucht. Nach aktuellem Kenntnisstand ist seine Umweltrelevanz jedoch deutlich geringer als die gro\u00dfer etablierter Quellen wie Reifenabrieb oder Stra\u00dfenverkehr.)<br \/>\nDaraus allein l\u00e4sst sich aus meiner Sicht nicht ableiten, dass Umweltfragen grunds\u00e4tzlich ungekl\u00e4rt oder unbeachtet seien. Entscheidend ist vielmehr, dass Genehmigungen rechtsstaatlich, transparent und unter Einhaltung aller fachlichen Anforderungen erfolgen. Die Fragen nach R\u00fcckbau, finanziellen Sicherheiten und langfristiger Verantwortung sind dagegen sehr konkrete und berechtigte Punkte. Hier sehe ich durchaus die Aufgabe von Gemeinder\u00e4ten und Genehmigungsbeh\u00f6rden, auf belastbare vertragliche und rechtliche Absicherungen zu achten.<br \/>\nWas die klimapolitische Einordnung betrifft, bleibt Windenergie nach Einsch\u00e4tzung des Weltklimarats IPCC weiterhin ein wichtiger Bestandteil einer klimavertr\u00e4glichen Energieversorgung mit vergleichsweise geringen Lebenszyklus-Emissionen. Das bedeutet jedoch nicht, dass einzelne Projekte nicht kritisch gepr\u00fcft oder diskutiert werden d\u00fcrfen.<br \/>\nIch halte deshalb eine sachliche Debatte ohne gegenseitige Unterstellungen f\u00fcr wichtig. Weder pauschale Verharmlosung noch grunds\u00e4tzliche Ablehnung helfen aus meiner Sicht weiter. Ziel sollte vielmehr sein, Klima-, Natur- und Gemeinwohlinteressen verantwortungsvoll gegeneinander abzuw\u00e4gen.<br \/>\nVielen Dank nochmals f\u00fcr Ihre Anregungen und den Hinweis auf Ihren Hintergrundtext.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nDr. Krimmel, Umweltmediziner , Gemeinderat in Stegen, Mitglied von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen<\/p>\n<p>7.5.2026 ,\u00a0 <a href=\"mailto:gemeinderat.peter.krimmel@posteo.de\">gemeinderat.peter.krimmel@posteo.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Regio\u00a0&gt;Orte\u00a0&gt;Freiburg\u00a0&gt;Windkraft &gt;Rosskopf &gt;Stegen &gt;Brombeerkopf d Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): Klicken oder scrollen Windkraft G\u00fcnterstal: B\u00fcrgerinfo FR erst nach Fristablauf?\u00a0(11.5.2026) Windkraftprojekt am Brombeerkopf : Antwort Kempf &#8211; Krimmel (8.5.2026) Offene Forschung vs wiss. 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