{"id":148269,"date":"2026-04-25T13:03:24","date_gmt":"2026-04-25T11:03:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=148269"},"modified":"2026-05-05T21:15:35","modified_gmt":"2026-05-05T19:15:35","slug":"absturz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/volkswirtschaft\/absturz\/","title":{"rendered":"Absturz"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a> &gt;<a title=\"Business\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/\">Business<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Wachstum\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/wachstum\/\">Wachstum<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/volkswirtschaft\/\">Volkswirtschaft<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/rezession\/\">Rezession<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/volkswirtschaft\/niedergang\/\">Niedergang<\/a> &gt;Absturz<\/p>\n<div id=\"attachment_148094\" style=\"width: 648px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/urbershof-holz-pan260417.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-148094\" class=\"size-full wp-image-148094\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/urbershof-holz-pan260417.jpg\" alt=\"\" width=\"638\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/urbershof-holz-pan260417.jpg 638w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/urbershof-holz-pan260417-180x105.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-148094\" class=\"wp-caption-text\">Urbershof in Zarten: Holzmachen am 17.4.2026<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): <span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span> oder scrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/eigentumsoekonomik-vs-absturz\/\">Eigentums\u00f6konomik vs Absturz<\/a>\u00a0(5.5.2026)<\/li>\n<li>Der Bund lebt \u00fcber seine Verh\u00e4ltnisse &#8211; Bundesrechnungshof kritisiert (1.5.2026)<\/li>\n<li>Absturz \u2013 So retten wir Deutschland -von Daniel Stelter (24.4.2026)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Bund lebt \u00fcber seine Verh\u00e4ltnisse &#8211; Bundesrechnungshof kritisiert<\/strong><br \/>\n<strong>Bundesrechnungshof: Scharfe Kritik des scheidenden Pr\u00e4sidenten an der Finanzpolitik der Merz\/Klingbeil-Regierung<\/strong><br \/>\nUlrich van Suntum<br \/>\nZw\u00f6lf Jahre lang wachte Kay Scheller als Pr\u00e4sident des Bundesrechnungshofes (BRH) \u00fcber die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Gestaltung der Bundesfinanzen. In n\u00fcchterner Beamtensprache, aber schonungslos in der Sache hielt der parteilose Jurist den oft tricksenden Politikern den Spiegel vor. Finanzminister Lars Klingbeil war Schellers Kritik an der Verschuldungspolitik zuletzt so l\u00e4stig geworden, dass er ihm sogar den Etat k\u00fcrzen wollte. Nun geht Scheller aus Altersgr\u00fcnden in Pension, nicht ohne nochmals mit unmissverst\u00e4ndlichen Worten die Finanzpolitik unter Friedrich Merz zu kritisieren. Und seine Analyse hat es in sich: Was sie an Fakten \u00fcber die fiskalischen Zukunftsaussichten, vor allem aber auch \u00fcber den Umgang der Politiker damit zutage f\u00f6rdert, l\u00e4sst einem f\u00f6rmlich die Haare zu Berge stehen.<br \/>\nSo ist im aktuellen Bundeshaushalt einschlie\u00dflich der Sonderverm\u00f6gen f\u00fcr Infrastruktur und Bundeswehr bereits \u201efast jeder dritte Euro kreditfinanziert\u201c. Und die Schulden steigen weiter drastisch an: Bis 2029 werden sie 2,7 Billion Euro erreicht haben; das ist mehr als eine Verdoppelung innerhalb von nur zehn Jahren. Die Zinsausgaben des Bundes werden sich bis 2029 ebenfalls auf dann 66,5 Milliarden gegen\u00fcber heute verdoppeln. Zusammen mit den Bundeszusch\u00fcssen f\u00fcr die Rentenversicherung und den Verteidigungsausgaben binden sie schon jetzt nahezu die H\u00e4lfte des Bundeshaushalts. F\u00fcr andere Aufgaben, insbesondere die dringend n\u00f6tigen Investitionen in die marode Infrastruktur, wird damit k\u00fcnftig noch weniger Geld \u00fcbrigbleiben. Zudem, so Scheller, gerate ohne Kurs\u00e4nderung langfristig auch \u201edie Bonit\u00e4t Deutschlands und die Stabilit\u00e4t des europ\u00e4ischen Wirtschaftsraumes in Gefahr\u201c.<\/p>\n<p><em>\u201eSonderverm\u00f6gen\u201c und dennoch eine Etatl\u00fccke von 172 Milliarden<\/em><br \/>\nAll dies kommt nicht von ungef\u00e4hr. Denn wie nonchalant die Finanzpolitik sich offenbar selbst \u00fcber geltendes Recht hinweggesetzt hat, ist erschreckend zu lesen. So setzte man 2024 das in der Schuldenbremse verankerte \u201eEckwerteverfahren\u201c, wonach die Ausgaben nach den Einnahmen zu planen sind und nicht umgekehrt, einfach aus. Die Folge war eine Ausgabenexplosion, die nur durch Kreditaufnahme finanziert werden konnte. Auch die aktuelle Finanzplanung bis 2029 enth\u00e4lt trotz Rekordverschuldung und der \u201eSonderverm\u00f6gen\u201c immer noch eine Finanzierungsl\u00fccke von 172 Milliarden. Jedes Unternehmen und jeder Privathaushalt m\u00fcsste in einem solchen Fall seine Planung revidieren. Der Bund dagegen, so Scheller, habe die L\u00fccke \u201ehingenommen, als sogenannten Handlungsbedarf bezeichnet und die L\u00f6sung auf sp\u00e4ter verschoben\u201c.<\/p>\n<p>Damit aber nicht genug. Statt den \u201eHandlungsbedarf\u201c aufzul\u00f6sen, wurden weitere teure Ausgabenpakete beschlossen. Allein die Festschreibung des Rentenniveaus auf 48 Prozent bis 2031 und die Ausweitung der M\u00fctterrente werden bis 2030 Mehrausgaben von 30 Milliarden verursachen, schreibt der BRH-Pr\u00e4sident. Hinzu kommen unkalkulierbare Kosten durch die sogenannte Bereichs\u00adausnahme von der Schuldenregel f\u00fcr die Bundeswehr. Diese ist n\u00e4mlich, anders als der Sonderfonds f\u00fcr Investitionen und Klimaschutz, nicht auf 500 Milliarden begrenzt, sondern in der H\u00f6he nach oben offen. Scheller kritisiert auch das zu Recht. Denn erstens beg\u00fcnstige dies einen sorglosen Umgang mit dem scheinbar unbegrenzt vorhandenen Geld. Und zweitens bestehe die Gefahr, dass auch ganz andere Ausgaben in den Verteidigungsfonds verlagert werden, zumal dieser (bewusst?) recht schwammig formuliert wurde.<\/p>\n<p>Noch in einem anderen Punkt hat die Bundesregierung getrickst. Eigentlich war vorgesehen, dass trotz des Sonderverm\u00f6gens f\u00fcr Infrastruktur mindestens zehn Prozent auch des regul\u00e4ren Bundeshaushalts f\u00fcr Investitionen zu verwenden sind. Damit sollte verhindert werden, dass Investitionsvorhaben zugunsten von mehr Staatskonsum einfach in den Fonds verschoben werden. Genau dies passierte aber bereits im ersten Jahr, und laut Finanzplanung der Regierung wird die Investitionsquote auch in den n\u00e4chsten Jahren deutlich unter der Zehn-Prozent-Vorgabe liegen. \u201eDas bleibt jedoch ohne Konsequenzen\u201c, kritisiert Scheller. Denn listigerweise wurden weder ein nachtr\u00e4glicher Korrekturzwang noch sonstige Konsequenzen f\u00fcr solche Zielverfehlungen in das Gesetz geschrieben.<br \/>\nScheller bel\u00e4sst es nicht bei der Auflistung solcher Verfehlungen, er macht auch konstruktive Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine Haushaltskonsolidierung. In erster Linie m\u00fcsse die Schuldenbremse wieder geh\u00e4rtet und nicht etwa weiter gelockert werden. Nur so k\u00f6nne wieder ein solideres Finanzgebaren erreicht werden. Zudem m\u00fcsse die aktuelle Rentenkommission sich deutlich klarer positionieren als die Vorg\u00e4ngerkommission der Ampelregierung, die nur im Ungef\u00e4hren blieb. Die Ausgaben f\u00fcr die Bundeswehr sollten mittelfristig wieder im normalen Haushalt finanziert werden, sonst w\u00fcrden die Zinslasten aus der \u201eBereichsausnahme\u201c \u00fcberhandnehmen. Zudem gelte: \u201eGeld allein sichert keine Verteidigungsbereitschaft.\u201c Es komme vor allem auch auf die Effizienz der Mittelverausgabung an, und daran hapere es an vielen Stellen gewaltig.<br \/>\nDas sind deutliche Worte des BRH-Pr\u00e4sidenten. Er weist darauf hin, dass dem Finanzminister Gelegenheit zur Stellungnahme einger\u00e4umt wurde. Eine solche sei aber nicht eingegangen. M\u00f6glicherweise hofft Klingbeil, die Kritik bis zum Ausscheiden Schellers im Mai aussitzen zu k\u00f6nnen. Die Nachfolger stehen auch schon fest: Es sind der CDU-Parlamentarier Ansgar Heveling als neuer Chef und die erfolglose Wohnungsbauministerin der Ampelkoalition, Klara Geywitz (SPD), die bereits im M\u00e4rz als Vizepr\u00e4sidentin installiert wurde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bundesrechnungshof.de\/SharedDocs\/Kurzmeldungen\/DE\/2026\/bwv_eckwerte\/eckwerte-2027.html\">https:\/\/www.bundesrechnungshof.de\/SharedDocs\/Kurzmeldungen\/DE\/2026\/bwv_eckwerte\/eckwerte-2027.html<\/a><\/p>\n<p>&#8230; Alles vom 1.5.2026 mit Ulrich van Suntum bitte lesen in der JF 19\/26, Seite 11<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.junge-freiheit.de\">https:\/\/www.junge-freiheit.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Absturz \u2013 So retten wir Deutschland -von Daniel Stelter<\/strong><br \/>\nDies ist ein Auszug aus dem Buch:<br \/>\nStatt auf Reformen setzt die Politik auf Schulden. Der erste Akt dieser Strategie spielte sich unmittelbar nach der Bundestagswahl 2025 ab: Die Schaffung von \u201eSonderverm\u00f6gen\u201c fu\u0308r Infrastruktur und Bundeswehr wurde als Investitionsoffensive verkauft. Doch die Mittel wurden bereits im Moment ihrer Schaffung zweckentfremdet. Allein dadurch, dass alles u\u0308ber einem Prozent des BIP fu\u0308r Verteidigung nun auf Kredit l\u00e4uft, wurden im normalen Haushalt Mittel in H\u00f6he von u\u0308ber zwanzig Milliarden Euro frei, weil der Bund zuvor bereits 1,5 Prozent vom BIP fu\u0308r Verteidigung aus dem Haushalt finanziert hat. Die Schulden dienen also dazu, L\u00f6cher im laufenden Haushalt zu stopfen.<br \/>\nDie Zweckentfremdung setzt sich bei der Umsetzung fort. Studien des ifo Instituts und anderer Forschungseinrichtungen zeigen, dass rund 50 Prozent der Mittel, die offiziell als Investitionen deklariert werden, tats\u00e4chlich in staatlichen Konsum flie\u00dfen. Bei den Geldern, die an die L\u00e4nder weitergereicht werden, d\u00fcrfte der Anteil der Investitionen noch geringer sein, man denke an die Milliarden, die das Land Berlin fu\u0308r das Pflanzen von B\u00e4umen verwenden will. Was als Zukunftsinvestition angepriesen wird, erweist sich als Subventions- und Konsumprogramm. (1)<\/p>\n<p>Der Sachverst\u00e4ndigenrat der Bundesregierung warnt denn auch, dass durch die konsumtive statt investive Verwendung der Mittel der Wachstumseffekt deutlich geringer ausfallen und damit die Schulden relativ zum BIP deutlich mehr steigen werden. (2)<\/p>\n<p>Trotz dieser Veruntreuung der fu\u0308r Investitionen gedachten Schulden-Billion tun sich weitere L\u00f6cher im Haushalt auf. So rechnet das Bundesfinanzministerium im Herbst 2025 mit einer Finanzierungslu\u0308cke von 172 Milliarden Euro bis 2029. Die j\u00e4hrlichen Defizite steigen kontinuierlich: von 34 Milliarden Euro im Jahr 2027 u\u0308ber 63 Milliarden in 2028 bis hin zu 74 Milliarden Euro im Jahr 2029. Der Bundesrechnungshof warnt drastisch: \u201eWer plant, im Jahr 2026 fast jeden dritten Euro auf Pump zu finanzieren, ist von einer soliden Finanzwirtschaft weit entfernt.\u201c (3)<br \/>\nDie Bundesbank prognostiziert, dass sp\u00e4testens 2030 der gesamte Haushalt fu\u0308r drei Posten gebunden sein wird: Soziales, Verteidigung und Zinsen. Der Thinktank \u201eDezernat Zukunft\u201c kalkuliert, dass der diskretion\u00e4re, also nach Ermessen frei entscheidbare fiskalische Spielraum der Bundesregierung bis 2029 auf nur noch fu\u0308nf Prozent schrumpfen k\u00f6nnte. Im Jahr 2035 k\u00f6nnte er null betragen \u2013 ein demokratiegef\u00e4hrdender Zustand, in dem Wahlen \u201efiskalisch und politisch bedeutungslos\u201c wu\u0308rden. (4) Was ist die Antwort der Politik? Reformen? Nein, die Suche nach mehr Geld l\u00e4uft auf vollen Touren.<\/p>\n<p>Schuldenbremse: aufweichen statt modernisieren<br \/>\nDeshalb soll nun die Schuldenbremse \u201ereformiert\u201c werden. Eine Kommission wurde eingesetzt \u2013 natu\u0308rlich, doch bei den politischen Mehrheitsverh\u00e4ltnissen du\u0308rfte es eher darum gehen, die Bremse v\u00f6llig aufzuweichen oder ganz abzuschaffen. Die Arithmetik ist klar: Jede grundlegende Reform der Schuldenbremse, die eine Zweidrittelmehrheit erfordert, braucht die Zustimmung der Linkspartei, da man die Zustimmung der AfD nicht m\u00f6chte (und wohl auch nicht bek\u00e4me). Die Zustimmung werden die anderen Parteien nicht umsonst bekommen. Vielmehr du\u0308rften Reformen und Ku\u0308rzungen im Sozialbereich ausgeschlossen werden, was bedeutet, dass immer mehr Schulden aufgenommen werden, um die weiter wachsenden L\u00f6cher zu stopfen.<br \/>\nDie Entwicklung unterstreicht, wie wertvoll die Schuldenbremse war. Denn entgegen der Behauptung der Kritiker war die Schuldenbremse kein Investitionshemmnis. Sie war ein Konsumhemmnis. Die Politik schwamm u\u0308ber mehr als zehn Jahre im Geld und hat sich dafu\u0308r entschieden, zu konsumieren statt zu investieren. Und sie setzt diese Vorgehensweise fort.<\/p>\n<p>Deutschland k\u00f6nnte bis zum Ende der Legislaturperiode einen Schuldenstand von 80 Prozent des BIP erreichen \u2013 ein Anstieg um knapp 20 Prozentpunkte. Statt die eigentlichen Probleme anzugehen, wirtschaftet die Politik weiter auf Pump.<br \/>\nUnd nicht nur das. Viele Akteure scheinen ernsthaft zu glauben, dass sie mit ihren Ausgaben auf Pump wirkliches Wirtschaftswachstum schaffen. In Wahrheit liegen die Prognosen fu\u0308r das Wachstum unterhalb der Ver\u00e4nderungsrate der Verschuldung. Das Wachstum wird also sehr teuer erkauft und sich als Strohfeuer erweisen.<\/p>\n<p>EU-Schulden: teurer Umweg<br \/>\nDie EU darf sich laut den derzeitigen Vertr\u00e4gen eigentlich nicht verschulden. Der sogenannte \u201eWiederaufbaufonds\u201c Next Generation EU hat bereits gegen diese Regel versto\u00dfen. Schon im Dezember 2025 kam es zur Wiederholung mit dem gemeinsamen Kredit zugunsten der Ukraine.<br \/>\nObwohl aus diesen Krediten erhebliche Lasten fu\u0308r den deutschen Steuerzahler erwachsen, werden EU-Schulden nicht von der Schuldenbremse erfasst. (5) Ku\u0308nftige Zins- und Tilgungslasten werden den Haushalt natu\u0308rlich belasten, zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme greift die Schuldenbremse jedoch nicht.<\/p>\n<p>Damit ist die Verlockung fu\u0308r die deutsche Politik gro\u00df, dem Dr\u00e4ngen nach mehr Schulden auf EU-Ebene nachzugeben, um so auch die zunehmenden eigenen Finanzprobleme zu \u201el\u00f6sen\u201c. Dies ist aus mehreren Gru\u0308nden problematisch.<br \/>\nEs fu\u0308hrt zu einer Verm\u00f6gensverschiebung von Deutschland in die anderen L\u00e4nder, da wir per Definition immer weniger Mittel von der EU bekommen als die Tilgungs- und Verzinsungsverpflichtung, die wir u\u0308bernehmen. Das ist ungerecht, weil, wie mehrfach dargelegt, die Franzosen, Italiener und Spanier pro Kopf mehr Verm\u00f6gen als die Deutschen haben. (6) Dennoch ist die Gefahr real, dass mehr EU-Schulden als Umweg aus den Haushaltsn\u00f6ten genutzt werden.<\/p>\n<p>Verlust der Ankerfunktion und strukturelle Inflation<br \/>\nMit dieser Politik verliert Deutschland perspektivisch seinen Status als solider Schuldner und damit auch seine Rolle als Anker des Euro. Frankreich zeigt bereits \u201eElemente eines Schwellenlandes\u201c, wie die NZZ konstatierte. Anleger verlangen von gro\u00dfen franz\u00f6sischen Konzernen niedrigere Risikoaufschl\u00e4ge als vom franz\u00f6sischen Staat selbst. Deutschland bewegt sich auf diesem fatalen franz\u00f6sischen Weg. (7)<br \/>\nWenn Deutschland als letzter Stabilit\u00e4tsanker der Eurozone wegbricht, wird die EZB immer mehr dazu gezwungen werden, die Staaten direkt zu finanzieren. Das fu\u0308hrt strukturell zu Inflation \u2013 und zu noch mehr Umverteilung aus Deutschland in die anderen L\u00e4nder. Denn die Bu\u0308rger der anderen L\u00e4nder besitzen viel mehr Immobilien und Aktien, die vor Inflation schu\u0308tzen, w\u00e4hrend die Deutschen u\u0308berwiegend auf Sparbu\u0308cher und Lebensversicherungen setzen. Die Inflation wirkt dann als versteckte Steuer, die vor allem deutsche Sparer treffen wird.<\/p>\n<p>Der Teufelskreis: Weniger Wachstum, mehr Probleme<br \/>\nDie Verschuldung wird also weiter steigen, offiziell und inoffiziell. Die Politik wird jeden Hebel nutzen, um die Probleme zu verschleiern. Neben den Schulden werden natu\u0308rlich auch die Steuern und Abgaben weiter steigen. Denn nur darum geht es in der ganzen \u201eUngerechtigkeitsdiskussion\u201c: Wer soll die weiter wachsenden Lasten des Staates tragen?<br \/>\nVerm\u00f6genssteuern, h\u00f6here Erbschaftssteuern, h\u00f6here Spitzensteuers\u00e4tze, Erfassung anderer Einkommensarten fu\u0308r die Sozialversicherung, h\u00f6here Mehrwertsteuer, Abschaffung der Abgeltungssteuer, h\u00f6here Besteuerung von Immobilien inklusive Wegfalls der Steuerfreiheit nach einem Verkauf nach zehn Jahren: Die Wunschliste der Steuererh\u00f6hungspolitiker ist lang. Meist sind es auch die, die mehr Schulden befu\u0308rworten, denn ihnen ist klar, dass der durch die Zinslasten immer weiter eingeschr\u00e4nkte Verteilungsspielraum Steuererh\u00f6hungen \u201ealternativlos\u201c macht.<br \/>\nDie Folge dieser Politik: noch weniger Wachstum und noch geringere Steuereinnahmen, was wiederum zu noch gr\u00f6\u00dferen Haushaltsproblemen fu\u0308hrt. Der Staatskonsum w\u00e4chst immer weiter \u2013 nachdem er bereits seit 2015 um 25 Prozent zugelegt hat \u2013 und die privaten Investitionen gehen weiter zuru\u0308ck. Dabei liegen sie schon rund 15 Prozentpunkte unter dem Stand von 2018. (8) Die Abw\u00e4rtsspirale dreht sich immer schneller.<br \/>\nFazit: Der sicherste Weg in den Ruin<br \/>\nDas ist der schlechteste denkbare Weg und der sicherste, um den Ruin zu vollenden. Statt grundlegender Reformen setzt die Politik auf Schulden, um Probleme zu verschleiern. Statt die Ausgabenstruktur zu ver\u00e4ndern, werden die fiskalischen Regeln aufgeweicht. Statt sich der Realit\u00e4t zu stellen, flu\u0308chtet man in immer neue Sonderverm\u00f6gen und EU-Schulden.<br \/>\nGenau deshalb mu\u0308ssen wir davon ausgehen, dass dieser Weg von der Politik beschritten wird. Der Widerstand gegen Reformen ist zu gro\u00df, die Versuchung der schuldenfinanzierten Problemverschleppung zu verlockend, und die Hoffnung, dass \u201eirgendwie schon alles gutgehen wird\u201c, zu tief verwurzelt. Doch das wird es nicht.<br \/>\nDies ist ein Auszug aus \u201eAbsturz \u2013 So retten wir Deutschland\u201c von Daniel Stelter.<br \/>\n24.4.2026<br \/>\n.<br \/>\n<em>Daniel Stelter: Absturz &#8211; So retten wir Deutschland<\/em><br \/>\n<em>Langen M\u00fcller 2026, 280 S., 24 Euro<\/em><br \/>\n.<br \/>\nDeutschlands struktureller Wirtschaftsabstieg \u2013 Ursachen, Folgen und der Weg zur\u00fcck: Daniel Stelter analysiert, wie wir den Niedergang stoppen k\u00f6nnen<br \/>\nDeutschland gilt nach wie vor als eine der bedeutenden Wirtschaftsnationen der Welt \u2013 doch hinter dieser Fassade offenbaren sich alarmierende Schwachstellen, die das Land seit Jahren in eine gef\u00e4hrliche Schieflage treiben. Wer einen ungesch\u00f6nten Blick auf die zentralen wirtschaftlichen Kennzahlen wirft, erkennt: Die Produktivit\u00e4t tritt auf der Stelle, B\u00fcrokratie l\u00e4hmt notwendige Investitionen, und die demografische Entwicklung zeigt un\u00fcbersehbar nach unten. Die Bev\u00f6lkerung altert rapide und schrumpft, w\u00e4hrend das Bildungssystem zunehmend versagt, wenn es darum geht, selbst grundlegende Kompetenzen zu vermitteln. Gleichzeitig belasten exorbitant hohe Energiekosten und eine wachsende regulatorische Unsicherheit die Substanz ganzer Schl\u00fcsselindustrien.<br \/>\nBesonders folgenreich war die politisch forcierte gr\u00fcne Transformation: Was als Motor f\u00fcr wirtschaftliches Wachstum angepriesen wurde, hat sich f\u00fcr zahlreiche Unternehmen als massiver Standortnachteil erwiesen. Die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Industriestandorts Deutschland hat in wichtigen Bereichen dramatisch gelitten. Die Frage, die sich immer dr\u00e4ngender stellt, lautet: Handelt es sich dabei noch um eine vor\u00fcbergehende konjunkturelle Schw\u00e4chephase \u2013 oder bereits um tief verwurzelte strukturelle Fehlentwicklungen, die \u00fcber viele Jahre unkorrigiert geblieben sind?<\/p>\n<p>Der renommierte Wirtschafts- und Finanzexperte Dr. Daniel Stelter gibt in seinem Buch \u201eAbsturz \u2013 So retten wir Deutschland&#8220; eine klare und unbequeme Antwort auf diese Frage: Es handelt sich eindeutig um strukturelle Defizite, die sich \u00fcber einen langen Zeitraum aufgebaut haben und nun in vollem Umfang sichtbar werden. Stelter analysiert pr\u00e4zise, an welchen Weichenstellungen Deutschland falsch abgebogen ist, welche politischen Entscheidungen den Absturz beschleunigt haben \u2013 und welche konkreten Ma\u00dfnahmen eine Trendumkehr noch m\u00f6glich machen, bevor der Abstieg unumkehrbar wird.<br \/>\nSein Werk ist keine resignierte Bestandsaufnahme, sondern ein provokativer wie konstruktiver Aufruf zum Handeln. Stelter macht unmissverst\u00e4ndlich klar: Ohne entschlossenen Reformwillen, ohne eine klare Priorisierung politischer Ma\u00dfnahmen und ohne die Bereitschaft, gesellschaftliche Zielkonflikte offen anzusprechen und auszutragen, wird Deutschland im globalen Wettbewerb weiter zur\u00fcckfallen. Im internationalen Vergleich z\u00e4hlt allein die \u00f6konomische Leistungsf\u00e4higkeit \u2013 politische Rhetorik ersetzt keine Substanz. Nur durch mutige Kurskorrekturen in Politik und Gesellschaft kann Deutschland wieder zu alter wirtschaftlicher St\u00e4rke zur\u00fcckfinden und seinen Wohlstand langfristig sichern.<br \/>\n.<br \/>\n<em>Dr. Daniel Stelter ist Gr\u00fcnder des auf Strategie und Makro\u00f6konomie spezialisierten Forums \u201ebeyond the obvious&#8220; (bto). Der \u00d6konom ber\u00e4t Unternehmen und Investoren zu den Herausforderungen der globalen M\u00e4rkte. Seit 2019 erscheint sein Podcast \u201ebto-beyond the obvious&#8220;, der sich mit aktuellen wirtschafts- und finanzpolitischen Entwicklungen befasst und mit mehr als 10 Millionen Abrufen zu den meistgeh\u00f6rten deutschsprachigen Wirtschaftsformaten geh\u00f6rt. Im Handelsblatt erscheint w\u00f6chentlich die gleichnamige Kolumne, Stelter ist zudem regelm\u00e4\u00dfig Autor bei Cicero, Focus und DIE WELT.<br \/>\nEr ist Autor mehrerer Sachb\u00fccher. Darunter sein zuletzt erschienenes Buch \u201eEin Traum von einem Land&#8220; (2021) und der Bestseller \u201eDas M\u00e4rchen vom reichen Land&#8220; (2018). Von 1990 bis 2013 war Stelter Unternehmensberater bei der internationalen Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG), zuletzt als Senior Partner und Mitglied des BCG Executive Committee. Von 2003 bis 2011 verantwortete er weltweit das Gesch\u00e4ft Strategie und Corporate Finance. Die Neue Z\u00fcrcher Zeitung z\u00e4hlt Daniel Stel<\/em>ter <em>zu den 50 f\u00fchrenden \u00d6konomen Deutschlands mit dem gr\u00f6\u00dften Einfluss auf<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Business\u00a0&gt;Wachstum\u00a0&gt;Volkswirtschaft\u00a0&gt;Rezession &gt;Niedergang &gt;Absturz &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): Klicken oder scrollen Eigentums\u00f6konomik vs Absturz\u00a0(5.5.2026) Der Bund lebt \u00fcber seine Verh\u00e4ltnisse &#8211; Bundesrechnungshof kritisiert (1.5.2026) Absturz \u2013 So retten wir Deutschland -von Daniel Stelter (24.4.2026) &nbsp; Der Bund lebt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/volkswirtschaft\/absturz\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":86107,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-148269","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/148269","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=148269"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/148269\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":148721,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/148269\/revisions\/148721"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/86107"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=148269"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}