{"id":146366,"date":"2026-02-28T13:58:32","date_gmt":"2026-02-28T12:58:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=146366"},"modified":"2026-02-28T14:07:33","modified_gmt":"2026-02-28T13:07:33","slug":"debanking","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/debanking\/","title":{"rendered":"Debanking"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Medien\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/\">Medien<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Meinungsfreiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/\">Meinungsfreiheit<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/zensur\/\">Zensur<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/meinungszensur\/\">Meinungszensur<\/a> &gt;Debanking<\/p>\n<div id=\"attachment_145866\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/baumfaellen-dreisam-pan20260210.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-145866\" class=\"size-full wp-image-145866\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/baumfaellen-dreisam-pan20260210.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"336\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/baumfaellen-dreisam-pan20260210.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/baumfaellen-dreisam-pan20260210-180x95.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-145866\" class=\"wp-caption-text\">Ein gef\u00e4hrlicher (!) Baum an der Dreisam in FR 10.2.2026 wurde gef\u00e4llt<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): <span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span> oder scrollen<\/em><\/li>\n<li>Debanking: F\u00fcr die AfD geschlossen (27.2.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/freiheit\/abweichende-meinung\/\">Abweichende Meinung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/debanking\/\">Debanking<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/grundgesetz\/grundgesetz-meinungsfreiheit\/\">Grundgesetz-Meinungsfreiheit<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Konformismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/political-correctness\/konformismus\/\">Konformismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/justiz\/krista\/\">KRiStA<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Kritik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/kritik\/\">Kritik \u2013 abweichende Meinung<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Kunstfreiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kunst\/kunstfreiheit\/\">Kunstfreiheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/lehrer\/lehrer-freiheit\/\">Lehrer-Freiheit<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Luegenpresse\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/luegenpresse\/\">L\u00fcgenpresse<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Diskussionskultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/\">Diskussionskultur<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Mauerfall1989\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/mauerfall1989\/\">Mauerfall1989<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/meinungen\/\">Meinungen<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Medienvielfalt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/medienvielfalt\/\">Medienvielfalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/meinungsdelikte\/\">Meinungsdelikte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/framing\/\">Meinungslenkung = Framing<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/meinungsstreit\/\">Meinungsstreit<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Meinungsterror\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsterror\/\">Meinungsterror<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/meinungszensur\/\">Meinungszensur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/denunziation\/meldestellen\/\">Meldestellen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/maron\/\">Monika Maron<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Moral2015\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/moral2015\/\">Moral2015<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/nachrichtendienste\/\">Nachrichtendienste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/neue-medien\/\">Neue-Medien<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Debanking: Ausgrenzung aus dem Finanzleben<br \/>\n<\/strong>Debanking bezeichnet die K\u00fcndigung oder Verweigerung von Bankdienstleistungen wie Girokonten, Zahlungsabwicklungen oder Kreditbeziehungen gegen\u00fcber politisch exponierten Personen, Unternehmen oder Organisationen. Banken st\u00fctzen solche Entscheidungen oft auf gesetzliche Vorgaben \u2013 etwa zur Geldw\u00e4schepr\u00e4vention, zur Einhaltung von Sanktionen \u2013 sowie auf interne Risiko- und Compliance-Bewertungen. Erwartet ein Kreditinstitut einen Reputationsschaden, wenn publik w\u00fcrde, da\u00df es Konten bestimmter umstrittener Verb\u00e4nde oder Personen f\u00fchrt, kommt es zu K\u00fcndigungen. Passiert das wiederholt, wird die Teilnahme am Gesch\u00e4ftsleben f\u00fcr die Betroffenen schwer. Letzte Ausflucht ist ein Konto bei den Sparkassen, die verpflichtet sind, eines bereitzustellen. Rechtlich bewegt sich Debanking im Spannungsfeld zwischen der Vertragsfreiheit der Banken und Diskriminierungsverboten. Folgende Banken haben in der Vergangenheit AfD-Verb\u00e4nden oder Abgeordneten unter Berufung auf ihre AGB das Konto gek\u00fcndigt: Verbundvolksbank Ostwestfalen-Lippe, Volksbank D\u00fcsseldorf-Neuss, Volksbank K\u00f6ln Bonn, Volksbank Ulm-Biberach, Volksbank Viersen, Volksbank Heilbronn, Berliner Volksbank, Volksbank Itzehoe, Volksbank Heuchelheim, Volksbank Rhein Erft, VR-Bank Mitte, Bremische Volksbank Weser-W\u00fcmme, Vereinigte Volksbank, Raiffeisenbank Oberursel, ING-Bank, GLS-Bank, Deutsche Bank, Postbank, DKB-Bank, Consorsbank, N26, Sparkasse Elmshorn, Sparkasse Berlin.<br \/>\n============================================================<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Debanking: F\u00fcr die AfD geschlossen<\/strong><br \/>\n<em>Debanking: Immer mehr F\u00e4lle von Kontok\u00fcndigungen gegen Verb\u00e4nde der AfD, ihre Abgeordneten, Vermieter oder der Partei Nahestehende werden aufgedeckt. Der JF liegt eine exklusive Liste vor<\/em><br \/>\n<em>Mathias Pellack \/ Benedikt Rue\u1e9e<\/em><\/p>\n<p>Wenn Ihre Bank Ihnen pl\u00f6tzlich das jahrelang gef\u00fchrte stets gedeckte Konto k\u00fcndigt, folgt auf das Entsetzen erstmal eine Menge hitziger Arbeit. Neue Bank suchen, Lastschriften umleiten, den Einzahlern Bescheid geben. Was aber, wenn fast keine Bank mehr ihr Geld haben m\u00f6chte? \u201eDebanking\u201c, so nennt sich diese immer weiter um sich greifende Ausgrenzungsstrategie, die neben anderen (siehe Seite 11) zunehmend die AfD, ihre Abgeordneten oder nahestehende Personen trifft.<\/p>\n<p>Die JF sprach mit Schatzmeistern, Bundestagsabgeordneten und dem stellvertretenden Bundessprecher der AfD, Kay Gottschalk, der eine 48 F\u00e4lle lange Liste parteiintern gesammelt hat. Diese Daten sowie zahlreiche Medienberichte aus dem gesamten Bundesgebiet zeichnen das Bild einer systematischen Verdr\u00e4ngung der Partei aus dem regul\u00e4ren Bankgesch\u00e4ft \u2013 nur ein Fluchtort ist m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Im Kern steht der Vorwurf: Banken setzen diese Kontok\u00fcndigungen als politisches Statement oder gar als politische Waffe gegen die Opposition ein, um die finanzielle und logistische Handlungsf\u00e4higkeit zu torpedieren. Gottschalk, der auch finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion ist, meint gegen\u00fcber der JF: \u201eDas ist eine Benachteiligung der AfD. Von Verb\u00e4nden \u00fcber Fraktionen bis hin zu Einzelpersonen, die der Alternative angeh\u00f6ren, und ihren Verwandten.\u201c<\/p>\n<p>Nach \u201eOmas gegen Rechts\u201c-Petition k\u00fcndigt die Volksbank f\u00fcnf Konten<br \/>\nInsgesamt sind 57 F\u00e4lle belegt. Auff\u00e4llig ist darin, da\u00df bestimmte Banken immer wieder hervorstechen. Auch zeitlich gibt es klare Muster. W\u00e4hrend in den Vorjahren nur vereinzelte K\u00fcndigungen wie 2018 bei der Desiderius-Erasmus-Stiftung durch die GLS-Bank oder 2020 bei Bj\u00f6rn H\u00f6cke durch die ING-Bank verzeichnet wurden, ballen sich die F\u00e4lle massiv ab Anfang 2024 und rei\u00dfen nicht ab.<\/p>\n<p>Ein beispielloser K\u00fcndigungsschlag erfolgte etwa durch die Berliner Volksbank zum 31. Dezember 2024. An diesem Stichtag flogen zeitgleich die Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung von Spandau, Pankow, Marzahn-Hellersdorf und Neuk\u00f6lln, nebst dem AfD-Bundesverband, einem Spendenkonto der Bundestagsfraktion sowie den AfD-nahen Firmen \u201eAlternita Dienstleistungs GmbH\u201c und \u201eTauroggen Holding\u201c aus dem Kundenstamm. Zuvor hatten die \u201eOmas gegen Rechts\u201c die Bank mit einer Petition zu dem Schritt gedr\u00e4ngt. 33.500 Unterschriften trug der im Rahmen von \u201eDemokratie leben\u201c staatlich gef\u00f6rderte Verein daf\u00fcr zusammen. Die \u201eOmas gegen Rechts\u201c hatten sich laut der taz sogar mit dem Vorstandsvorsitzenden der Berliner Volksbank, Carsten Jung, getroffen. Das Statement, in dem der Verein seinen Erfolg feiert, sei mit Jung besprochen worden, behaupten sie auf ihrer Netzpr\u00e4senz. Die Volksbank Berlin streitet die Zusammenh\u00e4nge heute der JF gegen\u00fcber ab. Man \u00e4u\u00dfere sich nicht zu Gesch\u00e4fts- oder Kontobeziehungen. \u201eEtwaige Medienberichte, die dieses anders darstellen, sind dahingehend falsch.\u201c<\/p>\n<p>Aus Nordrhein-Westfalen tauchen die Volksbank D\u00fcsseldorf-Neuss und die Volksbank K\u00f6ln Bonn wiederholt in der Liste auf. Sie beendeten die Vertr\u00e4ge mit dem AfD-Landesverband NRW, den Kreisverb\u00e4nden Rhein-Sieg, K\u00f6ln, Bonn, D\u00fcsseldorf und den Bezirksverb\u00e4nden D\u00fcsseldorf und K\u00f6ln. Als K\u00fcndigungsgrund wird in allen vollst\u00e4ndig dokumentierten F\u00e4llen lediglich auf die Allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen (AGB) verwiesen. Hier ist eine K\u00fcndigung ohne Nennung von Gr\u00fcnden erlaubt.<br \/>\nDazu mu\u00df man wissen: Die Mechanismen des Debankings unterscheiden sich je nach Banktypus, wobei sich eine Zweiklassengesellschaft aus Privatbanken und Genossenschaftsbanken einerseits und Sparkassen andererseits herausgebildet hat.<\/p>\n<p>Was das in der Praxis bedeutet, berichtet der K\u00f6lner AfD-Kreisvorsitzende Christer Cremer: \u201eWir haben nie \u00c4rger gehabt, wir haben nie irgendwelche Probleme gehabt. Und dann ist dieses Konto uns einfach gek\u00fcndigt worden. Erstmal ist man \u00fcberrascht. Wir haben genug Geld dort liegen gehabt, was die Bank eigentlich nur jeden Abend zur EZB schleppen mu\u00df.\u201c Dort h\u00e4tte sie dann die Zinsen kassieren k\u00f6nnen, so aber wundert sich Cremer: \u201eWarum k\u00fcndigt man das?\u201c Eine konkrete Antwort bleibt die Volksbank ihm schuldig. Auf Anfrage der JF hei\u00dft es vom seitens der Volksbank beauftragten Kommunikationsberater: Zum Fall selbst k\u00f6nne man \u201eaufgrund des Bankgeheimnisses keinerlei Auskunft \u00fcber m\u00f6gliche Kundenbeziehungen unserer Bank mit Dritten\u201c geben. Allerdings stehe die Volksbank \u201eseit jeher f\u00fcr Werte wie Demokratie, Gemeinschaft, Vielfalt und Verantwortung. (&#8230;) Leider beobachten wir derzeit gesellschaftliche Entwicklungen, die durch ein stark vereinfachtes, sehr konservatives Familienbild und nationalistisch gepr\u00e4gte Wertvorstellungen gepr\u00e4gt sind und \u2013 aus unserer Sicht \u2013 Innovation, Vielfalt und gesellschaftliche Offenheit zunehmend in Frage stellen.\u201c S\u00e4tze, die ein politisches Motiv nahelegen.<\/p>\n<p>In jedem Fall mu\u00dfte f\u00fcr Cremers Verband schnell eine Alternative her. Zwei Monate hatten die AfDler bei den Volksbanken Zeit, um finanziell umzuziehen. \u201eUnsere Wahl fiel auf die Sparkasse.\u201c Der Umbruch bedeutet eine Menge Arbeit, beschreibt Cremer: \u201eMan mu\u00df alles umstellen.\u201c Bereits gedruckte Flyer seien teils hin\u00fcber, weil diese die wichtigen Kontodaten f\u00fcrs Spendensammeln enthalten. Kosten von ein paar hundert bis zu sch\u00e4tzungsweise tausend Euro kommen beim Neudruck auf den Kreisverband zu. Die Partei lebt von Spenden. Der Verband mu\u00df also kommunizieren, wie das Geld zu ihm flie\u00dfen kann. Sonst gehen die Spenden auf das Spenderkonto zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Sparkassen hingegen nehmen in diesem Gef\u00fcge eine Sonderrolle ein. Als Institute in \u00f6ffentlich-rechtlicher Tr\u00e4gerschaft unterliegen sie dem sogenannten Kontrahierungszwang und sind gesetzlich verpflichtet, f\u00fcr nat\u00fcrliche Personen und in der Regel auch politische Parteien ein Konto auf Guthabenbasis zu f\u00fchren. Daher fl\u00fcchten fast alle gek\u00fcndigten AfD-Gliederungen und Abgeordneten zu ihnen. Doch auch dort l\u00e4uft der Gesch\u00e4ftsbetrieb nach Schilderungen der Funktion\u00e4re oft nicht reibungslos ab. Un\u00fcbliche b\u00fcrokratische H\u00fcrden wie im Fall der Ulmer AfD tun sich auf. Schatzmeister Robert Bauer erlebte die Kontoer\u00f6ffnung als extrem zeitaufwendig. Der Kreisvorsitzende und der Schatzmeister m\u00fcssen in der Filiale erscheinen und die diktierten Konditionen notgedrungen akzeptieren. Der freie Markt sei f\u00fcr die Oppositionspolitiker faktisch verschlossen.<\/p>\n<p>Die K\u00fcndigung hat keinen marktwirtschaftlichen Grund<br \/>\nBauer berichtet als Kreisschatzmeister in Ulm und im Alb-Donau-Kreis, er habe im Sommer 2024 v\u00f6llig \u00fcberraschend die K\u00fcndigung der Volksbank Ulm-Biberach erhalten. Im Vorfeld gab es keinen Grund wie R\u00fccklastschriften oder ein nicht gedecktes Konto. Auf seine telefonische Nachfrage hin habe die Bank auf einen unzustellbaren Brief an den Ex-Kreisvorsitzenden verwiesen. F\u00fcr Bauer eine \u201eoffensichtlich vorgeschobene\u201c Begr\u00fcndung. \u201eWegen der Adre\u00dferforschung, was laut Preisliste vielleicht 20 Euro kostet, wird das Konto gek\u00fcndigt?\u201c, fragt er ungl\u00e4ubig. Am Telefon konfrontiert er den Sachbearbeiter, ob die Beendigung des Vertrags einfach keinen marktwirtschaftlichen Grund habe. \u201eJa\u201c, habe der geantwortet.<\/p>\n<p>Auch der Kreisschatzmeister und Oberb\u00fcrgermeisterkandidat der AfD Coburg-Kronach, Michael Gebhardt, schildert der JF die Vorg\u00e4nge. Mitten im Wahlkampf sei er, da sind Mittel und Zeit immer knapp. Heute k\u00f6nnte er die Gelder, die der Partei m\u00f6glicherweise verlorengegangen sind, gut gebrauchen. Beziffern kann er den Schaden nicht. Es war \u201euncool\u201c von der VR Bank Coburg, zu k\u00fcndigen. Der Ablauf ist immer gleich. K\u00fcndigung aufgrund der AGB. Acht Wochen \u00dcbergangsfrist. Dann war nach elf Jahren Kontobeziehung Schlu\u00df. Er wei\u00df noch, da\u00df engagierte Spender ihn anriefen oder anschrieben und nach der neuen Kontoverbindung fragten. Wie viele das nicht gemacht haben, k\u00f6nne er dagegen nicht beziffern. Der Aufwand der Umstellung sei auch hier gro\u00df gewesen: Mehrere Tage Arbeit. Er hofft, da\u00df die AfD \u201edemn\u00e4chst mal nicht mehr in der Position ist, da\u00df wir uns gegen solche Mittel wehren m\u00fcssen.\u201c Lieber wolle er die anderen \u201esachlich und fachlich stellen\u201c. Gebhardt zeigt sich zuversichtlich, meint aber, \u201ees dauert wahrscheinlich noch ein bi\u00dfchen\u201c.<\/p>\n<p>Die Kontok\u00fcndigungen treffen aber nicht nur die AfD-Verb\u00e4nde, sondern auch Abgeordnete und der Liste zufolge deren Verwandte. Wieder eine Postbank verweigerte Teilen der F\u00fchrungsriege Konten, darunter dem Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla. Dem Bundestagsabgeordneten Stephan Brandner k\u00fcndigte die Consorsbank sein Privatkonto. Wie strikt der Ausschlu\u00df aus dem digitalen Zahlungsverkehr gerade bei Privat- und Direktbanken sein kann, zeigt der drastische Fall eines namentlich bekannten, aber anonym bleibenden AfD-Bundestagsabgeordneten. Die private Online-Bank N26 k\u00fcndigte ihm sein privates Konto au\u00dferordentlich zum 7. November 2025. In der ausf\u00fchrlichen Begr\u00fcndung hie\u00df es, man habe bei routinem\u00e4\u00dfigen \u00dcberpr\u00fcfungen von Kontobewegungen einen Versto\u00df gegen die AGB festgestellt. Die Bank forderte ihn auf, sein Restguthaben schnellstm\u00f6glich auf ein alternatives Konto zu \u00fcberweisen, da andernfalls l\u00e4ngere Wartezeiten bei der Auszahlung drohten.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr den Abgeordneten folgte, war eine monatelange Odyssee auf der Suche nach einer neuen Bankverbindung. Zwischen Oktober und Dezember 2025 versuchte er vergeblich, bei diversen modernen Finanzdienstleistern unterzukommen. Bei Qonto und Finom erfolgte erst gar keine Aktivierung, obwohl das bei derartigen Online-Anbietern oft innerhalb von Stunden funktioniert. Die Direktbank Fyrst lehnte die Er\u00f6ffnung nach einer Pr\u00fcfung der Daten ab und teilte lapidar mit, man gebe \u00fcber interne Entscheidungskriterien keine Auskunft. Besonders br\u00fcsk agierte der Anbieter Vivid: Hier wurde das Konto nach der Er\u00f6ffnung sofort wieder geschlossen. Auf die Frage, wie hart ihn dieser Vorgang pers\u00f6nlich treffe, gibt sich der Abgeordnete pragmatisch und betont, er komme zurecht und habe auch keine Unterst\u00fctzung bei der Partei gesucht. Dennoch r\u00e4umt er ein, da\u00df ihn die Angelegenheit insgesamt mehrere Tage besch\u00e4ftigt habe.<\/p>\n<p>Kay Gottschalk k\u00e4mpft gegen diese K\u00fcndigungswelle. F\u00fcr ihn sind das keine bedauerlichen Einzelf\u00e4lle, sondern eine strategische Ma\u00dfnahme, die eine gezielte Kaskade ausl\u00f6st. Die Banken fangen etwa mit der K\u00fcndigung der Kreistagsfraktion an, dann werde dem \u00fcbergeordneten Kreisverband das Konto aufgel\u00f6st, und da die Banken durch diese Prozesse die Namen und Daten der handelnden Personen h\u00e4tten, treffe es in der Folge auch die Privatkonten, erl\u00e4utert Gottschalk die Systematik hinter dem Debanking. Er sp\u00fcrte das am eigenen Leib: Nachdem er 2017 in den Bundestag eingezogen war, k\u00fcndigte ihm die Commerzbank. Einen Monat sp\u00e4ter auch seiner Mutter. Er glaubt da nicht an Zufall.<\/p>\n<p>Die Verdr\u00e4ngung zieht laut dem Bundestagsabgeordneten inzwischen weite Kreise in die Sph\u00e4ren der Realwirtschaft und betrifft Unternehmen, die in keiner direkten Parteiverbindung stehen, sondern lediglich gesch\u00e4ftliche Beziehungen zur AfD unterhalten. Vermieter von Gewerbeimmobilien w\u00fcrden von ihren Hausbanken massiv unter Druck gesetzt, indem ihnen beispielsweise die Prolongation ihrer Immobilienkredite verweigert werde, solange sie die AfD in ihren R\u00e4umlichkeiten beherbergten, sagt er. Auch Unternehmern, die der Partei in der Vergangenheit legal Geld gespendet h\u00e4tten, seien daraufhin Kreditlinien gek\u00fcrzt worden.<\/p>\n<p>Um sich juristisch und politisch gegen diese Praktiken zur Wehr zu setzen, r\u00e4t Gottschalk, die Bundesanstalt f\u00fcr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu informieren. Da sich die Banken stets auf ihr K\u00fcndigungsrecht laut AGB berufen, m\u00fcsse die Partei der Aufsichtsbeh\u00f6rde ein strukturiertes, planm\u00e4\u00dfiges und vors\u00e4tzliches Handeln der Institute nachweisen, um ein Eingreifen zu erzwingen. Gottschalk ruft alle Parteimitglieder dazu auf, jede einzelne Kontok\u00fcndigung umgehend den staatlichen Verbraucherschutzzentralen zu melden, da die BaFin dort entsprechende Beschwerden f\u00fcr ihre Statistiken abfrage.<\/p>\n<p>Laut Gottschalk steckt hinter den K\u00fcndigungen eine Systematik<br \/>\nAuf Anfrage der JF, wie viele derartige Kontok\u00fcndigungen den jeweiligen Vereinen der Bundesl\u00e4nder gemeldet wurden, erwiderten Hessen, Baden-W\u00fcrttemberg, Berlin, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bremen und Hamburg, da\u00df sie aus \u201eKapazit\u00e4tsgr\u00fcnden\u201c, \u201eKrankheit\u201c oder \u201eaktueller Unterbesetzung\u201c nicht antworten k\u00f6nnten. Die Landesverbraucherzentralen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt konnten in den genannten F\u00e4llen \u201ekeine Erkenntnisse\u201c respektive \u201ekeine F\u00e4lle oder Beschwerden\u201c in ihrem System finden. Gottschalk glaubt, die zu mindestens 75 Prozent aus \u00f6ffentlichen Mitteln bezahlten Verbraucherzentralen w\u00fcrden AfD-Mitglieder gezielt in die Irre f\u00fchren und mit dem Hinweis auf angebliche Unzust\u00e4ndigkeit abweisen. So tauchen die F\u00e4lle gar nicht in den Statistiken auf, die letztlich zur BaFin gelangen.<\/p>\n<p>Die geballte Wucht der Parteibasis und der Funktion\u00e4re hat das Thema mittlerweile weit \u00fcber die lokale Ebene hinaus auf die h\u00f6chste politische B\u00fchne der Bundesrepublik getragen. Am 13. November 2025 debattierte der Bundestag einen Antrag der AfD mit dem Titel \u201ePolitisch motivierte Kontenk\u00fcndigung durch Banken verbieten\u201c. In dem Papier forderte die AfD die Bundesregierung dazu auf, mit scharfen gesetzlichen Mitteln gegen das Debanking von Oppositionsparteien, Regierungskritikern und alternativen Medien vorzugehen.<\/p>\n<p>&#8230; Alles vom 27.2.2026 bitte lesen in der JF 10\/26, Seite 7<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.junge-freiheit.de\">https:\/\/www.junge-freiheit.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Medien\u00a0&gt;Meinungsfreiheit &gt;Zensur &gt;Meinungszensur &gt;Debanking Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): Klicken oder scrollen Debanking: F\u00fcr die AfD geschlossen (27.2.2026) Abweichende Meinung Debanking Grundgesetz-Meinungsfreiheit Konformismus KRiStA Kritik \u2013 abweichende Meinung Kunstfreiheit Lehrer-Freiheit L\u00fcgenpresse Diskussionskultur Mauerfall1989 Meinungen Medienvielfalt Meinungsdelikte Meinungslenkung = Framing Meinungsstreit &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/debanking\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":64928,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-146366","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/146366","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=146366"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/146366\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":146372,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/146366\/revisions\/146372"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/64928"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=146366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}