{"id":146047,"date":"2026-02-22T16:38:49","date_gmt":"2026-02-22T15:38:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=146047"},"modified":"2026-02-22T17:18:37","modified_gmt":"2026-02-22T16:18:37","slug":"holocaust-instrumentalisieren","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/holocaust-instrumentalisieren\/","title":{"rendered":"Holocaust-Instrumentalisieren"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Religion\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/\">Religion<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Juden\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/\">Juden<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/juedisches-leben\/\">J\u00fcdisches-Leben<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/israel7-10-2023\/\">Israel7-10-2023<\/a> &gt;Holocaust-Instrumentalisieren<\/p>\n<div id=\"attachment_78710\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/yadvashem7soldaten131027-pan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-78710\" class=\"size-full wp-image-78710\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/yadvashem7soldaten131027-pan.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/yadvashem7soldaten131027-pan.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/yadvashem7soldaten131027-pan-180x106.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-78710\" class=\"wp-caption-text\">Eingang zur Erinnerungsst\u00e4tte Yad Vashem in <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/israel2013\/jerusalem-neustadt\/\">Jerusalem-Neustadt<\/a> am 27.10.2013<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): <span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span> oder scrollen<\/em><\/li>\n<li>Linksradikale wollen in Buchenwald gegen Israel demonstrieren (22.2.2026)<\/li>\n<li>Broder: &#8222;Weil sie damals so waren, wie ihr heute seid&#8220; (7.1.2022)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/antijudaismus\/\">Antijudaismus<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Antisemitismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/antisemitismus\/\">Antisemitismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/anti-israel\/\">Anti-Israel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/erinnerungskultur\/auschwitz1945-2020\/\">Auschwitz1945-2020<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Erinnerungskultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/erinnerungskultur\/\">Erinnerungskultur<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Islam-Antisemitismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islam-antisemitismus\/\">Islam-Antisemitismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/\">Israel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/israel-geschichte\/\">Israel-Geschichte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/israel-deutschland\/\">Israel-Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/judenhass2021\/\">Judenhass2021<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/\">Juden<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Juden\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/\">Juden \u2013 Verst\u00e4ndigung<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Kultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/\">Kultur<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Missverstehen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/missverstehen\/\">Missverstehen mit Absicht<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Nazi\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/nazi\/\">Nazi<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Jerusalem-Neustadt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/israel2013\/jerusalem-neustadt\/\">Yad Vashem<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf die bei der allj\u00e4hrlichen Erinnerung an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 immer wieder gestellte Frage &#8222;Wie es nur so weit kommen konnte&#8220; gab Henryk M. Broder am 7.10.2018 diese Antwort:<br \/>\n<em><strong>\u201eWenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte: <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.\u201c<\/strong><\/em><br \/>\n=============================================================<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Linksradikale wollen in Buchenwald gegen Israel demonstrieren<\/strong><br \/>\nAn der Gedenkst\u00e4tte Buchenwald soll am 11. April 2026 eine Protestkundgebung stattfinden. Protestiert werden soll gegen die Leitung der Gedenkst\u00e4tte. Der Vorwurf lautet: Die Leitung sei nicht israelkritisch genug! Das muss man sich mal vorstellen.<\/p>\n<p>Die Leitung eines Konzentrationslagers, in dem Menschen gequ\u00e4lt, gefoltert und ermordet wurden, einzig und allein, weil sie Juden waren, wird nicht nur dazu aufgefordert, sich kritisch zu dem einzigen j\u00fcdischen Staat der Welt zu verhalten, nein, es wird sogar verlangt, dass diese Kritik eine gewisse Gr\u00f6\u00dfe haben muss. Die Erinnerung an tote Juden soll jetzt gef\u00e4lligst dazu herhalten, lebendige Juden zu kritisieren, vor allem wenn sie es wagen, sich in einem souver\u00e4nen Land zu befinden, in dem sie sich verteidigen, wenn sie angegriffen werden. Ganz nach dem Motto: \u201eDie Juden in Deutschland haben sich wenigstens abschlachten lassen. Was f\u00e4llt den Juden von heute in Israel eigentlich ein, sich zu verteidigen? Daf\u00fcr wurden die Konzentrationslager in Deutschland nun wirklich nicht gebaut!\u201c<br \/>\nAufgerufen zu den Protesten hat ein breites B\u00fcndnis von Gruppen, die stolz darauf sind, antizionistisch zu sein. Unter ihnen befinden sich die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) sowie die Linksjugend [\u2019solid], die offizielle Jugendorganisation der Partei Die Linke. Der Anlass f\u00fcr den Protest ist ein Vorfall aus dem vergangenen Jahr, bei dem einer Aktivistin der Zutritt verweigert wurde, weil sie mit einer Kufiya, also mit einem sogenannten Pal\u00e4stinensertuch, auf dem Gel\u00e4nde gegen Israel demonstrieren wollte. Ein Gericht best\u00e4tigte die Entscheidung der Gedenkst\u00e4tte.<br \/>\nAntizionistische Gruppen zerren ihre Kritik an Israel in ein ehemaliges Konzentrationslager und missbrauchen so den Massenmord an Juden als Kulisse ihres Protests. Sie eignen sich in widerw\u00e4rtigster Form das Leid von Juden an und nutzen es f\u00fcr ihre Kritik an Juden. Ich muss da an die immer wieder auftauchenden Bilder denken, auf denen Anne Frank mit einer Kufiya dargestellt wird. Als w\u00e4re ihr Schicksal vergleichbar mit den Vorgehensweisen Israels gegen all jene M\u00e4chte, die heute das j\u00fcdische Volk am liebsten so vernichten m\u00f6chten, wie jener schrecklichen Taten, denen Anne Frank zum Opfer fiel.<\/p>\n<p>Es ist schon besonders perfide, das ermordete j\u00fcdische Kind zur Ikone einer aktuellen Agenda umzufunktionieren, vor allem wenn es in Verbindung mit dem gr\u00f6\u00dften Massenmord an Juden seit dem Holocaust passiert. Am 7. Oktober 2023 wurden von pal\u00e4stinensischen Terroristen und auch Zivilisten so viele Juden an einem einzigen Tag ermordet wie seit dem Holocaust nicht mehr. \u00dcberwiegend durchgef\u00fchrt von Bewohnern des Gazastreifens, wo die Hamas herrscht und in ihrer Gr\u00fcndungscharta von 1988 erkl\u00e4rt, dass Frieden erst kommen k\u00f6nne, wenn das gesamte j\u00fcdische Volk weltweit vernichtet worden sei. Die Vernichtung des j\u00fcdischen Volkes geh\u00f6rt zum erkl\u00e4rten Programm der Hamas.<\/p>\n<p>Man muss sich die Abgr\u00fcndigkeit dieses Gedankens klarmachen<br \/>\n\u201eNie wieder\u201c, so lautet die Formel der Erinnerung an den Holocaust. Es gibt jedoch zwei Arten des Nicht-Vergessens. Es gibt Menschen, die nicht vergessen k\u00f6nnen, weil der Horror des Holocaust Teil ihrer Familiengeschichte ist, weil am Pessach-Tisch die Urgro\u00dfmutter sagt: \u201eAls ich f\u00fcnf war, sa\u00dfen hier \u00fcber f\u00fcnfzig Menschen. Heute sind wir acht.\u201c Diese Menschen k\u00f6nnen nicht vergessen, weil ganze Familiengeschichten ausgel\u00f6scht wurden. F\u00fcr diese Menschen ist der Holocaust keine moralische Ressource. Er ist eine Wunde.<br \/>\nUnd dann gibt es jene, die nicht vergessen wollen, die aus der Geschichte Lehren ziehen m\u00f6chten. Die aus Auschwitz moralische Prinzipien ableiten. Die sagen: Wir haben gelernt. Mein guter Freund Henryk Broder erz\u00e4hlte einmal, wie er nach 2015 gefragt habe, warum Deutschland als einziges Land in Europa keine Obergrenze in der Fl\u00fcchtlingsfrage definieren wolle. Eine \u00f6ffentlich-rechtliche Journalistin habe daraufhin geantwortet, Deutschland habe halt aufgrund der Vergangenheit h\u00f6here Standards. Als Henryk das h\u00f6rte, drehte er sich nur noch wortlos um und ging. Ich kann Henryk verstehen. Mich h\u00e4tte diese Aussage auch sprachlos gemacht, denn was anderes bedeutet dieser Satz als: Auschwitz hat uns besser gemacht?<\/p>\n<p><em><strong>Man muss sich die Abgr\u00fcndigkeit dieses Gedankens klarmachen<\/strong><\/em><br \/>\nWenn man stolz darauf ist, welche moralischen Lehren man aus dem Holocaust gezogen hat, dann setzt man voraus, dass dieses Verbrechen einen Sinn gehabt haben k\u00f6nnte, wenigstens einen nachtr\u00e4glichen. Der Holocaust hatte aber keinen Sinn. Er darf keinen haben. Er ist keine Schule der Ethik. Keine Nachhilfestunde f\u00fcr moralisch Sitzengebliebene. Er ist keine Quelle h\u00f6herer Einsicht. Er ist kein Fundament f\u00fcr politischen Stolz. Er ist ein Menschheitsverbrechen. Man kann nichts aus ihm lernen, was ihn rechtfertigen w\u00fcrde, nichts, was man nicht auch ohne ihn wissen kann. Man kann ihn nicht in aktuelle politische Konflikte einbauen, nicht als Ma\u00dfstab, nicht als Vergleich, nicht als moralischen Verst\u00e4rker. Und doch geschieht genau das immer wieder.<\/p>\n<p>Der Holocaust wird herangezogen gegen Rassismus, gegen sogenannte Muslimfeindlichkeit, gegen Nationalismus und immer wieder gegen Israel. Ausgerechnet von Milieus, die sonst bei jeder Gelegenheit vor kultureller Aneignung warnen. Wenn es kulturelle Aneignung gibt, dann doch wohl hier: die Aneignung j\u00fcdischen Leids, j\u00fcdischer Geschichte, j\u00fcdischer Vernichtung \u2013 um gegen den j\u00fcdischen Staat zu agitieren. Ein Ort, an dem zwischen 1937 und 1945 Zehntausende ermordet wurden. Ein Ort, an dem Menschen zu Nummern wurden, sollen nun politische Vortr\u00e4ge stattfinden unter dem Motto \u201eKufiyas in Buchenwald\u201c. Das ist moralischer Kolonialismus in Buchenwald. Es ist eine brutale Aneignung von Menschen, die aus dem Leid ihre Lehren basteln und politisches Kapital schlagen wollen, die es als moralische Waffe einsetzen und die es relativieren, indem sie es vergleichen.<br \/>\nDer Holocaust geh\u00f6rt nicht jenen, die nicht vergessen wollen, sondern ist eingeritzt in das Leben und in das Bewusstsein all derer, die nicht vergessen k\u00f6nnen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 22.2.2026 von Gerd Buurmann bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/linksradikale_wollen_in_buchenwald_gegen_israel_demonstrieren\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/linksradikale_wollen_in_buchenwald_gegen_israel_demonstrieren<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Gerd Buurmann<\/em><br \/>\n<em>Als Theatermensch spielt, schreibt und inszeniert Gerd Buurmann in diversen freien Theatern von K\u00f6ln bis Berlin. Er ist Schauspieler, Stand-Up Comedian und Kabarettist.<\/em><br \/>\n<em>Im Jahr 2007 erfand er die mittlerweile europaweit erfolgreiche B\u00fchnenshow \u201eKunst gegen Bares\u201c. Mit seinen Vortr\u00e4gen \u00fcber Heinrich Heine, Hedwig Dohm und den von ihm entwickelten Begriffen des \u201eNathan-Komplex\u201c und des \u201eLoreley-Komplex\u201c ist er in ganz Deutschland unterwegs.<\/em><br \/>\n<em>Seit April 2022 moderiert er den Podcast \u201eIndubio\u201c der Achse des Guten.<\/em><br \/>\n<em>Sein Lebensmotto hat er von Kermit, dem Frosch: \u201eNimm, was Du hast und flieg damit!\u201c<\/em><br \/>\n<em>Weiterf\u00fchrende Links:<\/em><br \/>\n<em><a href=\"http:\/\/www.buurmann.de\/\">http:\/\/www.buurmann.de\/<\/a><\/em><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/tapferimnirgendwo.com\/\">https:\/\/tapferimnirgendwo.com\/<\/a><\/em><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerd_Buurmann\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerd_Buurmann<\/a><\/em><br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Broder: &#8222;Weil sie damals so waren, wie ihr heute seid&#8220;<\/strong><br \/>\n<strong>Warum sich Henryk M. Broder jetzt selbst angezeigt hat<\/strong><br \/>\nHenryk M. Broder ist in meinen Augen einer der kl\u00fcgsten, wenn nicht der kl\u00fcgste Kopf, den wir derzeit in Deutschland haben. Eine geniale Aussage von ihm ging lawinenartig durch die sozialen Netzwerke:<br \/>\n\u201eWenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte:<br \/>\nweil sie damals so waren, wie ihr heute seid.\u201c<br \/>\nIch bin sehr froh \u00fcber das Privileg, mit Henryk freundschaftlich verbunden zu sein und seinen \u00fcberw\u00e4ltigenden Scharfsinn und seine Ironie zuweilen auch \u00fcber seine \u00f6ffentlichen Werke hinaus im privaten Gespr\u00e4ch genie\u00dfen zu d\u00fcrfen. Er ist f\u00fcr mich ein Lehrmeister, zu dem ich aufblicke. Umso fassungsloser macht mich, was jetzt geschehen ist.<br \/>\nFabian P., 17-j\u00e4hriger Lehrling, hat an einer erlaubten (traurig, dass man das heute schon dazuschreiben muss) Demonstration am 8. Dezember in M\u00fcnchen teilgenommen. Vorher hat er, wie Broder in der Welt berichtet (leider steht der brillante Artikel hinter einer Bezahlschranke) <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus236067828\/Henryk-M-Broder-Warum-ich-mich-wegen-Beleidigung-angezeigt-habe.html\">https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus236067828\/Henryk-M-Broder-Warum-ich-mich-wegen-Beleidigung-angezeigt-habe.html<\/a> , \u201emit einem dicken Filzstift auf einen etwa 80 auf 60 Zentimeter gro\u00dfen Pappdeckel eben diesen Satz des gro\u00dfen Journalisten geschrieben.<\/p>\n<p>Was daraufhin geschah, ist ungeheuerlich. Und w\u00e4re zum Lachen, wenn es nicht derart zum Weinen w\u00e4re. Der 17-J\u00e4hrige beschrieb es in einem Brief an Broder so: \u201eKurz vor dem Odeonsplatz kamen zwei Polizisten auf mich zu, hielten mich fest und fragten, was das Schild zu bedeuten hat. Ich sagte: \u201aSie wissen genau, was damit gemeint ist.\u2018 Darauf einer der beiden: \u201aDu sagst uns jetzt sofort, was mit dem Schild gemeint ist.\u2018 Ich wiederholte, das sei doch vollkommen klar. Worauf der Polizist sagte: ,Du bist vorl\u00e4ufig festgenommen, wegen Beleidigung.\u2018 Ein Kollege habe sich beleidigt gef\u00fchlt. Das war alles.\u201c<br \/>\nWeiter schreibt Broder in der Welt, dass \u201eFabian P. zu einem der in der N\u00e4he parkenden Polizeibusse eskortiert\u201c wurde: \u201eDort stellten die Polizisten seine Personalien fest, durchsuchten seine Taschen und konfiszierten das Beweisst\u00fcck, den 80 auf 60 Zentimeter gro\u00dfen Pappdeckel mit dem Satz: \u2018Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.\u2018 Dann fertigten sie von Hand eine Art Protokoll aus und legten es Fabian P. zur Unterschrift vor. Das Ganze zog sich \u00fcber eine Stunde hin. Fabian P. durfte seinen Vater anrufen, der schon zu Hause auf ihn wartete, seine Bitte, ihn eine Toilette benutzen zu lassen, wurde abgeschlagen. \u2018Das kannst du sp\u00e4ter zu Hause machen.&#8217;\u201c<\/p>\n<p>Offen gestanden fehlen mir angesichts dieser Geschichte einfach die Worte. Broder fehlen sie nicht. Er schreibt: \u201eDass ein 17 Jahre junger Sch\u00fcler aus einer \u2013 \u00fcbrigens angemeldeten und genehmigten \u2013 Demonstration herausgeholt und gefilzt wird, dass ihm ein Pappdeckel mit einem harmlosen Satz darauf weggenommen wird, dass er sich f\u00fcr etwas verantworten soll, was ich gesagt oder geschrieben habe, das fand ich so absurd und so irre, dass ich mich gleich auf den Weg nach M\u00fcnchen machte, zu Fabian und Walter P.\u201c<\/p>\n<p>Aus einem von Hand ausgef\u00fcllten \u201eSicherstellungsprotokoll\u201c gehe hervor, so Broder, \u201edass die \u2018Ma\u00dfnahme\u2018 von Mitarbeitern der BPA Dachau durchgef\u00fchrt wurde. BPA steht f\u00fcr Bereitschaftspolizeiabteilung. Als \u2018Anlass\/Grund\u2018 der Ma\u00dfnahme steht da \u2018Beleidigung\u2018, Beginn der Ma\u00dfnahme sei 20.00 Uhr gewesen, Ende 20.05 Uhr, was schlicht nicht stimmen kann. Sichergestellt bzw. beschlagnahmt habe man \u20181 Kartonschild\u2018, das \u2018in der Hand getragen\u2018 wurde. Name und Unterschrift des Beamten, der die Ma\u00dfnahme protokolliert hat, sind unleserlich.\u201c<br \/>\nBroder lie\u00df nicht locker und rief bei der BPA in Dachau an. Die verweist ihn an den Pressesprecher der bayerischen Bereitschaftspolizei. Der wiederum verweist auf die Zust\u00e4ndigkeit der M\u00fcnchner Polizei. Er werde die Anfrage an die zust\u00e4ndige Stelle weiterleiten. Der genannte \u201eAnsprechpartner\u201c sagt, er leite die Mail an einen Kollegen weiter. Der antwortet: \u201eZu Ihrer Anfrage muss ich Ihnen mitteilen, dass wir keine Angaben zu dem Vorfall Ihnen gegen\u00fcber machen k\u00f6nnen. Ihre Anfrage tangiert die Pers\u00f6nlichkeitsrechte der Beteiligten, als Polizei sind wir verpflichtet, diese zu sch\u00fctzen.\u201c<br \/>\nDazu Broder: \u201eZum Schutz der Pers\u00f6nlichkeitsrechte der Beteiligten geh\u00f6rt wohl auch, dass vier Wochen nach dem \u201eVorfall\u201c weder Fabian P. noch sein Vater \u00fcber den Stand der Ermittlungen informiert wurden.\u201c<\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Publizist zieht eine geniale Konsequenz: \u201eDeswegen habe ich beschlossen, den Lauf der Dinge zu beschleunigen. Ich habe mich selbst angezeigt, wegen Beleidigung, Volksverhetzung und was da alles noch sein k\u00f6nnte. Wie schon gesagt, ich werde es nicht hinnehmen, dass ein 17-J\u00e4hriger f\u00fcr etwas b\u00fc\u00dfen soll, f\u00fcr das ich verantwortlich bin.\u201c<br \/>\n.. Alles vom 7.1.2022 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/reitschuster.de\/post\/warum-sich-henryk-m-broder-jetzt-selbst-angezeigt-hat\/\">https:\/\/reitschuster.de\/post\/warum-sich-henryk-m-broder-jetzt-selbst-angezeigt-hat\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Religion\u00a0&gt;Juden &gt;J\u00fcdisches-Leben &gt;Israel7-10-2023 &gt;Holocaust-Instrumentalisieren Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): Klicken oder scrollen Linksradikale wollen in Buchenwald gegen Israel demonstrieren (22.2.2026) Broder: &#8222;Weil sie damals so waren, wie ihr heute seid&#8220; (7.1.2022) Antijudaismus Antisemitismus Anti-Israel Auschwitz1945-2020 Erinnerungskultur Islam-Antisemitismus Israel Israel-Geschichte &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/holocaust-instrumentalisieren\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":833,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-146047","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/146047","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=146047"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/146047\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":146072,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/146047\/revisions\/146072"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/833"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=146047"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}