{"id":140364,"date":"2025-10-19T16:42:53","date_gmt":"2025-10-19T14:42:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=140364"},"modified":"2025-10-20T12:02:34","modified_gmt":"2025-10-20T10:02:34","slug":"afrika-geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-geschichte\/","title":{"rendered":"Afrika-Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Global\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/\">Global<\/a>\u00a0\u00a0&gt;<a title=\"Afrika\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/\">Afrika<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/entwicklungshilfe\/\">Entwicklungshilfe<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-zusammenarbeit\/\">Afrika-Zusammenarbeit<\/a> &gt;Afrika-Geschichte<\/p>\n<div id=\"attachment_63482\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/natursteinmauer1fr-pan161201.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-63482\" class=\"size-full wp-image-63482\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/natursteinmauer1fr-pan161201.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"285\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/natursteinmauer1fr-pan161201.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/natursteinmauer1fr-pan161201-180x80.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-63482\" class=\"wp-caption-text\">15 Afrikaner aus Gambia und Nigeria bauen in Freiburg eine Trockenmauer in FR-Lehener Strasse mit Jochen Schmidt 1.12.2016<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): <span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span> oder scrollen<\/em><\/li>\n<li>Black History: Perspektivwechsel auf Afrika (17.10.2025)<\/li>\n<li>Toxische Weis(s)heit: Benin-Bronzen, die Story geht weiter (16.10.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/benin-bronzen-an-afrika-privat\/\">Benin-Bronzen an Afrika privat<\/a>\u00a0(7.5.2023)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/kolonialismus\/\">Kolonialismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/kolonialismus\/postkolonialismus\/\">Postkolonialismus<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Black History: Perspektivwechsel auf Afrika<\/strong><br \/>\n<em>Der Journalist Amat Levin legt eine entkolonialisierte Geschichte des schwarzen Kontinents vor<\/em><br \/>\nLaut Hegels \u201ePhilosophie der Weltgeschichte\u201c findet Geschichte dort statt, wo \u201emit dem Bewu\u00dftsein von Gesetzen (&#8230;) klare Taten vorhanden (sind) und mit ihnen die Klarheit eines Bewu\u00dftseins \u00fcber sie, welche die F\u00e4higkeit und das Bed\u00fcrfnis gibt, sie so aufzubewahren\u201d. In Afrika w\u00fcrde man Menschen im Zustand \u201eder Barbarei und Wildheit sehen\u201c, weshalb es dort im Unterschied zu Europa und Asien keine Entwicklung und Bewegung gebe, die es rechtfertigen w\u00fcrden, von einem \u201egeschichtlichen Weltteil\u201c zu sprechen. Noch gut 150 Jahre sp\u00e4ter behauptete der britische Historiker Hugh Trevor-Roper, der afrikanische Kontinent bes\u00e4\u00dfe keine eigene erz\u00e4hlenswerte Historie, nur eine \u201eGeschichte der Europ\u00e4er in Afrika\u201c. Das \u00dcbrige sei das \u201erecht unwichtige Tun und Treiben in einem malerischen, aber bedeutungslosen Winkel der Erde\u201c.<\/p>\n<p>Den Afrikanern wurde ihre Geschichte schlichtweg geraubt<br \/>\nDer in Stockholm lebende Journalist, Blogger und Podcaster Amat Levin, der sich einen \u201eschwedisch-gambischen\u201c Autor nennt, tritt dieser These energisch entgegen. Nat\u00fcrlich gebe es eine afrikanische \u201eBlack History\u201c, nur sei sie gel\u00f6scht und vergessen worden. F\u00fcr den afrikanischen Kontinents und seine Bewohner verwendet er (in Gro\u00dfschreibung) das Adjektiv \u201eSchwarz\u201c, weil es den allermeisten ein Bild des Gemeinten vermittle. Gemeint ist die Bev\u00f6lkerung s\u00fcdlich der Sahara und ihre weltweite Diaspora.<br \/>\nDie Staaten, die sich heute auf dem riesigen Territorium befinden, sind Ergebnisse der Kolonisierung durch die europ\u00e4ischen M\u00e4chte, die ihre Interessensph\u00e4ren ohne R\u00fccksicht auf Stammesgrenzen, Kulturen und Sprachfamilien absteckten. Der schwarze Kontinent wurde als historisch unbeschriebenes wei\u00dfes Blatt behandelt und sowohl kartographisch als auch geistig-kulturell \u00fcberschrieben. Den Afrikanern, so Levins Gegenthese, wurde ihre Geschichte schlichtweg geraubt, was sie in ein anhaltendes Dilemma gest\u00fcrzt hat. \u201eAnstatt eine nat\u00fcrliche kulturelle Zusammengeh\u00f6rigkeit zu empfinden, mu\u00dften sie die Fragmente ihres Ursprungs in einem fremden Land zusammenpuzzeln.\u201c<br \/>\nDie zumeist kurzen Buchkapitel gehen auf Blog- und Podcast-Beitr\u00e4ge zur\u00fcck. Sie sind in vier Sachgruppen gegliedert. Die erste widmet sich der vermeintlich vorgeschichtlichen Zeit, die zweite der Erforschung Afrikas durch die Portugiesen und dem Sklavenhandel nach \u00dcbersee. Im dritten Teil geht es um den Einzug des Kolonialismus und im vierten Teil um die Zeit danach. Die Anordnung folgt dem Zufallsprinzip, was die Lekt\u00fcre zu einer sprunghaften Angelegenheit macht. Levin erhebt nicht den Anspruch, eigene Erkenntnisse zu pr\u00e4sentieren, er fa\u00dft zusammen, referiert und popularisiert auf Wikipedia-Niveau, was neuere kulturwissenschaftliche, ethnologische und arch\u00e4ologische Studien hervorgebracht haben. Den Kapiteln ist jeweils eine Liste mit Literaturhinweisen angef\u00fcgt.<\/p>\n<p>Auch Afrika hat fr\u00fche V\u00f6lkerwanderungen erlebt. Eine der gr\u00f6\u00dften war die Bantu-Expansion zu Beginn des zweiten Jahrtausends v. Chr., die ihren Ausgang im heutigen Nigeria und Kamerun nahm. Im dritten und vierten Jahrhundert bildete sich im heutigen \u00c4thopien, ausgehend von der Stadt Aksum, eine \u201eGro\u00dfmacht der Antike\u201c heraus. Ihr bedeutendster erhalten gebliebener Artefakt ist eine 24 Meter hohe Stele, die 1937 auf Befehl Mussolinis als Kriegsbeute nach Rom gebracht, rekonstruiert und vor dem damaligen Afrika-Ministerium aufgestellt wurde. 2005 wurde sie an \u00c4thopien zur\u00fcckgegeben.<\/p>\n<p>An diesem Beispiel l\u00e4\u00dft sich nachvollziehen, da\u00df es bei den Forderungen nach R\u00fcckgabe von Kunst- und kultischen Gegenst\u00e4nden, die im 19. und 20. Jahrhundert in europ\u00e4ische Museen gelangten, auch um die R\u00fcckeroberung der eigenen Geschichte geht. Nur hat die Diskussion um die Benin-Bronzen gezeigt, da\u00df die Interessenkonflikte sich weder im bildlichen noch im \u00fcbertragenen Sinne automatisch in ein Schwarz-Wei\u00df-Muster f\u00fcgen. In materieller Hinsicht wurden die Bronzen aus den Profiten generiert, die afrikanische Stammesf\u00fcrsten aus ihrer Beteiligung am transatlantischen Sklavenhandel gezogen hatten. Levin widmet sich auch dem muslimischen Sklavenhandel, den er allerdings quantitativ und qualitativ geringer einsch\u00e4tzt als den europ\u00e4ischen. Was gewi\u00df damit zusammenh\u00e4ngt, da\u00df die europ\u00e4ischen, nicht die arabischen Narrative das Bild von Afrika in der Neuzeit bestimmt haben. Die von Levin geschilderten Umst\u00e4nde der Sklavenverschiffung nach Amerika waren furchtbar. Gleiches gilt f\u00fcr das Schreckensregiment von K\u00f6nig Leopold II. in Belgisch-Kongo und die Kriegsf\u00fchrung deutscher Kolonialtruppen gegen die Hereros im heutigen Namibia.<\/p>\n<p>Levin kritisiert die Tendenz zum Afro-Zentrismus als Reaktion<br \/>\nLevin tritt aber nicht als \u201eschwarzer Kulturk\u00e4mpfer\u201c auf. Vielmehr kritisiert er die Tendenz, den Eurozentrismus mit einem Afro-Zentrismus zu beantworten, welcher der griechischen Antike afrikanische Urspr\u00fcnge andichtet oder Beethoven als Afrikaner vereinnahmt. Es handele sich um einen \u201eEurozentrismus in Blackface\u201c. Psychologisch sei das Verfahren nachvollziehbar, in der Sache aber unsinnig. Erg\u00e4nzungsbed\u00fcrftig sind Levins Anmerkungen zum schwarzen Philosophen Anton Wilhelm Amo, nach dem gerade eine Stra\u00dfe in Berlin benannt wurde. Inzwischen ist bekannt, da\u00df er als privilegierter Spro\u00df einer afrikanischen Sklavenhalterfamilie nach Europa kam. Merkw\u00fcrdigerweise bleiben Frantz Fanon und Nelson Mandela unerw\u00e4hnt. Stattdessen hebt Levin Robert Mugabe hervor, unterschl\u00e4gt aber dessen Kleptokraten-Regime in Simbabwe. Man k\u00f6nnte noch mehr Kritikpunkte aufz\u00e4hlen. Alles in allem aber bietet das Buch den gut verst\u00e4ndlichen Einstieg in eine afrikanische Problemlage, die auch Europa noch intensiv besch\u00e4ftigen wird.<br \/>\n&#8230; Alles vom 17.10.2025 von Thorsten Hinz bitte lesen in der JF 43\/25, Seite 19<\/p>\n<p><em>Amat Levin: Black History. Die vergessene Geschichte Afrikas. <\/em><br \/>\n<em>C.H. Beck Verlag, M\u00fcnchen 2025, broschiert, 528 Seiten, Abbildungen, 32 Euro<\/em><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Toxische Weis(s)heit: Benin-Bronzen, die Story geht weiter<\/strong><br \/>\nMit der R\u00fcckgabe der Benin-Bronzen wollten Annalena Baerbock und Claudia Roth einen \u201eWendepunkt internationaler Kulturpolitik\u201c einleiten. Das Ganze geriet zur Farce. Doch die irre Geschichte geht mit einer weiteren irren Geschichte in die n\u00e4chste Runde.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nKulturelles Erbe? Und ein St\u00fcck welcher Identit\u00e4t?<br \/>\nNigeria ist seit 1960 unabh\u00e4ngig. Es hat heute 230 Millionen Einwohner aus etwa 250 Ethnien. Es werden 514 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen. Die drei gr\u00f6\u00dften Volksgruppen sind die Yoruba, die Igbo und die Hausa. Und f\u00fcr all deren Identit\u00e4ten stehen die Benin-Bronzen? Und sie alle empfinden die Bronzen als \u201ekulturelles Erbe\u201c? Eher unwahrscheinlich. Und mit deutscher \u201ekolonialer Vergangenheit\u201c hat die moralisch hochstehende Geste rein gar nichts zu tun. Das ist geradezu eine kulturelle Aneignung.<br \/>\nVor allem aber sind die \u201eBenin-Bronzen\u201c Artefakte nicht \u201eder Nigerianer\u201c, sondern des K\u00f6nigshauses Benin, im 16. Jahrhundert ein Hauptzentrum des Sklavenhandels und ber\u00fcchtigt durch Menschenopfer bei Festlichkeiten. Die Benin-Bronzen sind meist aus sogenannten \u201eManillen\u201c gefertigt, Armreifen aus Bronze, auch als \u201eSklavenhandelsw\u00e4hrung\u201c bekannt, als die Europ\u00e4er begonnen hatten, damit den Erwerb von Sklaven zu bezahlen.<br \/>\nNachdem 1897 eine britische Abordnung von Benin-Kriegern massakriert wurde, entsandte das British Empire umgehend 1.200 Soldaten zu einer Strafexpedition, in deren Verlauf Soldaten viele Benin-Bronzen mitgehen lie\u00dfen, wonach sie auf dem Weltmarkt kursierten.<br \/>\n.<br \/>\nErbe eines Sklavenstaates<br \/>\nEin britischer Augenzeuge berichtet, die Bewohner der Stadt h\u00e4tten sich beim Eintreffen der Briten kurz aus der Deckung heraus gewehrt, seien dann aber allesamt, inklusive des K\u00f6nigs, geflohen \u2013 unter Zur\u00fccklassung von rund 200 Leichen von auf bestialische Weise ermordeten Sklaven.<br \/>\nDer Augenzeuge beschreibt den gr\u00e4sslichen Leichengeruch, der \u00fcber der Stadt lag und der selbst f\u00fcr hartgesottene Soldaten unertr\u00e4glich gewesen sei; \u00fcberall sei Blut zu sehen gewesen, die Leichen der ermordeten Sklaven lagen auf den Stra\u00dfen und in Brunnensch\u00e4chten, die Bronzen, das Elfenbein und sogar die W\u00e4nde seien mit Blut beschmiert gewesen. (Siehe den Bericht von Peter J. Brenner in \u201eDeutsche Legenden. Wer schreibt unsere Geschichte?\u201c Soeben erschienen im Buchhaus Loschwitz.)<br \/>\nDie Bronzen sind also kulturelles Erbe nicht \u201eder\u201c Nigerianer, sondern eines Sklavenstaates, weshalb die Eigentumsrechte an den Benin-Bronzen per Erlass des nigerianischen Staatspr\u00e4sidenten an den Ur-Ur-Enkel des K\u00f6nigs von Benin in Privatbesitz \u00fcbertragen wurden. Konsequenterweise.<br \/>\n&#8230; Alles vom 16.10.2025 von Cora Stephan bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/toxische_weissheit__benin_bronzen_die_story_geht_weiter\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/toxische_weissheit__benin_bronzen_die_story_geht_weiter<\/a><\/p>\n<p>Einige Kommentare:<br \/>\nZu dem Blut, das an den 4.000 Bronzen klebt, anl\u00e4sslich der dreit\u00e4gigen Pl\u00fcnderung 1897 durch die Briten, geh\u00f6rt auch das der Sklaven, die vom Kriegerstaat Benin gegen das aus Europa stammende Material zur Herstellung der Kunstwerke eingetauscht wurden. Das Kupfer der Beninbronzen stammte aus Tiroler Bergwerken der Fugger. Der Bronze-Rohstoff wurde meist durch das Einschmelzen von Bronze-Manillen gewonnen. Das sind Armreifen im Gewicht von je etwa 750 Gramm. Sie dienten H\u00e4ndlern als Zahlungsmittel, um Sklaven von afrikanischen Sklavenh\u00e4ndlern zu erwerben. Aus dem Metall schufen Beniner Bronzegie\u00dfer ihre Kunstwerke. Von den etwa 11 Millionen Schwarzafrikanern, die zwischen 1519 und 1867 nach Amerika versklavt wurden, sollen etwa 18 Prozent aus dem K\u00f6nigreich Benin oder anderen Teilen Nigerias stammen. Der Philosoph Kwame Anthony Appiah (New York University), Sohn einer Britin und eines Ghanaers, hatte einen &#8211; in Deutschland und anderswo nicht beachteten &#8211; bedenkenswerten Vorschlag gemacht, s\u00e4mtliche kolonialen Kulturgegenst\u00e4nde sollten in die Treuh\u00e4nderschaft der Orte gegeben werden, an denen sie gegenw\u00e4rtig befinden. Statt \u00fcber Besitzfragen zu streiten, solle man sich um \u201eInterpretation und Zugang\u201c k\u00fcmmern und das Modell des Universalmuseums auch nach Mali oder Ghana exportieren. Mit dem Konzept des nationalen Kulturerbes komme man in Afrika nicht weiter, weil Besucher etwa des nigerianischen Nationalmuseums die Objekte nicht dem Staat Nigeria, sondern der Volksgruppe der Yoruba, Igbo, Haussa \u201eoder einer von hundert anderen Identit\u00e4ten\u201c zurechneten. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/entwicklungshilfe\/auslandshilfe\/\">Volker Seitz<\/a><br \/>\n.<br \/>\nDie Schweizer Wissenschaftlerin Brigitta Hauser-Sch\u00e4ublin, emeritierte Professorin f\u00fcr Ethnologie an der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, in der FAZ am 12. Januar 2022, Seite 12: \u201eNiemand hat je nach dem Verbleib der Sch\u00e4tze jenseits der ber\u00fchmten Bronzek\u00f6pfe und -platten gefragt, die der K\u00f6nig von Benin ebenfalls in seiner Schatzkammer aufbewahrte. Reginald Bacon, der Kommandant der britischen Strafexpedition von 1987, stie\u00df dort auf Gehst\u00f6cke aus Glas, alte Uniformen, auff\u00e4llige Schirme und verschiedenen Putz. Bacon bezeichnete diese Dinge als Krimskrams. Aber f\u00fcr die Benin-Herrscher m\u00fcssen sie einen besonderen Wert besessen haben. Wert konstituiert sich nicht zwangsl\u00e4ufig \u00fcber Marktwert und Geld, auch wenn die Restitutionsdebatte implizit davon ausgeht. Ist \u201eIdentit\u00e4t\u201c an Geldwert gebunden \u2013 selbst dann, wenn die zur\u00fcckgeforderten Objekte Symbole der Unterdr\u00fcckung des Volkes durch eine gewaltbereite aristokratische Elite und Ausdruck menschenverachtender Praktiken waren, wie dies bei den Benin-Bronzen der Fall ist. An anderer Stelle schreibt sie: \u201eEs steht au\u00dfer Frage, dass es grauenhafte koloniale Verbrechen gab, wie der Genozid in Namibia, aber diese waren Ausnahmen, kein systematisches Ziel\u2026 Das Prinzip der Schuldvermutung dient als Schablone, um komplexe koloniale Vergangenheiten nach wei\u00dfen T\u00e4tern und kolonialen Opfern zu durchforsten \u2013 und alles wegzulassen, was nicht ins Raster passt.\u201c [Z.B. auch die grausamen Menschenopfer an den Alt\u00e4ren der Ahnen, auf denen manche Bronzen aufgestellt waren. Die Ahnen und die K\u00f6nige sollten durch die Troph\u00e4enk\u00f6pfe der Rivalen, die die K\u00f6nige besiegt und enthaupteten lie\u00dfen, magisch gest\u00e4rkt werden.] Volker Seitz<br \/>\n.<br \/>\nEin Freund aus Aachen hat mich darauf hingewiesen, dass das Material f\u00fcr viele Benin &#8211; Bronzen nicht nur aus Tirol ,sondern auch aus dem Rheinland zwischen Aachen und K\u00f6ln stammt. Das hat 2023 eine Untersuchung von Bleiisotopen in Marillen ergeben, Armreife aus Messing, von denen viele fr\u00fcher f\u00fcr die Herstellung von Benin-Bronzen eingeschmolzen wurden. Ein Vertrag der Kaufmannsfamilie Fugger mit dem portugiesischen K\u00f6nig aus dem Jahr 1548 \u00fcber die Lieferung von Marillen macht die Analyseergebnisse plausibel. Trotz der Bezeichnung \u201eBenin &#8211; Bronzen\u201c bestehen die meisten der Kunstwerke aus Messing, das vor allem Kupfer und Zink oft aber auch Blei, Zinn und weitere Elemente enth\u00e4lt. F\u00fcr die Untersuchung standen den Wissenschaftlern von der TU Georg Agricola in Bochum 67 Marillen aus f\u00fcnf Schiffswracks in afrikanischen, europ\u00e4ischen und amerikanischen Gew\u00e4ssern zur Verf\u00fcgung. Weitere Manillen stammten aus Schweden, Ghana und Sierra Leone. Volker Seitz<br \/>\nEnde Kommentare<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Global\u00a0\u00a0&gt;Afrika\u00a0&gt;Entwicklungshilfe &gt;Afrika-Zusammenarbeit &gt;Afrika-Geschichte Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): Klicken oder scrollen Black History: Perspektivwechsel auf Afrika (17.10.2025) Toxische Weis(s)heit: Benin-Bronzen, die Story geht weiter (16.10.2025) Benin-Bronzen an Afrika privat\u00a0(7.5.2023) Kolonialismus Postkolonialismus &nbsp; &nbsp; Black History: Perspektivwechsel auf Afrika Der Journalist &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-geschichte\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":29664,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-140364","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/140364","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=140364"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/140364\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":140396,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/140364\/revisions\/140396"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/29664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=140364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}