{"id":127571,"date":"2024-10-18T14:45:04","date_gmt":"2024-10-18T12:45:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=127571"},"modified":"2026-07-13T16:17:23","modified_gmt":"2026-07-13T14:17:23","slug":"deutschland-liebe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-liebe\/","title":{"rendered":"Deutschland-Liebe"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a> &gt;<a title=\"Zukunft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/\">Zukunft<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Demokratie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/\">Demokratie<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Global\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/\">Global<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Deutschland\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/\">Deutschland<\/a> &gt;Deutschland-Liebe<\/p>\n<div id=\"attachment_127573\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Fahrrad-schrauber-pan241003.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-127573\" class=\"size-full wp-image-127573\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Fahrrad-schrauber-pan241003.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Fahrrad-schrauber-pan241003.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Fahrrad-schrauber-pan241003-180x101.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-127573\" class=\"wp-caption-text\">Fahrrad-Schrauber auf der Strasse am Wochenende 3.10.2024<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: Bitte anklicken oder runterscrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wir-uebernehmen-langsam\/\">Jan Karon: Die Deutsche Nationalmannschaft wirkt f\u00fcr viele migrantisch-fremd<\/a>\u00a0(12.7.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/konservative-medien\/\">99 Prozent f\u00fcr Deutschland!<\/a>\u00a0(9.4.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/literatur\/\">Philosoph und Schriftsteller R\u00fcdiger Safranski wird 80 Jahre alt<\/a>\u00a0(30.12.2024)<\/li>\n<li>Mariam K\u00fchsel-Hussaini: \u201eMehr Furchtlosigkeit wagen!\u201c (18.10.2024)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/\">Dichter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/literatur\/\">Literatur<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mariam K\u00fchsel-Hussaini: \u201eMehr Furchtlosigkeit wagen!\u201c<\/strong><br \/>\n<em>Interview: Die vielgelobte Schriftstellerin Mariam K\u00fchsel-Hussaini wagt sich an das Tabu der Gegenwartsliteratur: Mit ihrem Roman-Zyklus legt sie dem zerr\u00fctteten deutschen Nationalbewu\u00dftsein ihre heilenden H\u00e4nde auf<\/em><br \/>\n<em>Moritz Schwarz<\/em><br \/>\n&#8230;<br \/>\nFrau K\u00fchsel-Hussaini, die Meldestelle \u201eREspect\u201c der Bundesnetzagentur sorgt k\u00fcnftig daf\u00fcr, da\u00df online \u201eHa\u00df und Fake News ohne b\u00fcrokratische H\u00fcrde schnell entfernt werden\u201c. F\u00fchlen Sie sich auch so beruhigt?<br \/>\nMariam K\u00fchsel-Hussaini: In Deutschland hat man zu viel Angst und zu wenig Respekt, da z\u00e4umt man mit Meldestellen dieser Art das Pferd von hinten auf. Es hat sich seit dem Mittelalter, als man den Leuten ihre M\u00fcndigkeit per Abla\u00df und Spekulation auf ihre Schuld abkaufte, nicht viel ver\u00e4ndert.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nWas macht Ihrer Ansicht nach das wahre Deutschland, das Sie da beschw\u00f6ren, aus?<br \/>\nK\u00fchsel-Hussaini:<br \/>\n<em><strong>Deutschland will lieben und geliebt werden.<br \/>\nBei Heine k\u00fc\u00dft und spricht sogar das Veilchen deutsch<br \/>\n\u2013 das k\u00fc\u00dfte mich und sprach auf deutsch: ich liebe dich!<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Im Alter von drei Jahren kamen Sie mit Ihren Eltern nach Deutschland. Wie sind Sie aufgewachsen, als Afghanin, als Deutsche, als das Beste aus beidem?<br \/>\nK\u00fchsel-Hussaini: Ich bin Deutsche! Mein Herz tr\u00e4umt einzig hier, mein Geist ist hier zu Hause, hier bin ich zu mir gekommen, hier will ich sein. Mein Herkommen aus einer alten afghanischen Familie wird stets ein innerer, romantischer Reichtum bleiben, der allerdings mit dem heutigen, bis in die letzten Zauberpartikel ausgetauschten Kabul nichts mehr zu tun hat. Wenn Afghanistan, dann das Erbgut Pers\u00f6nlichkeit!<\/p>\n<p>Wie hat Ihre literarische und intellektuelle Umwelt auf Ihre j\u00fcngsten vier Romane reagiert?<br \/>\nK\u00fchsel-Hussaini: Die Klugen reagierten klug, die Dummen best\u00e4tigten ihre Dummheit. \u201eIst doch aber nochmal alles gutgegangen mit uns Deutschen\u201c, war sicher unter den auf Hirntod gestellten Reaktionen eines Verlegers die unschlagbarste. Aber auch: \u201eMan darf doch nicht relativieren\u201c, steht ganz oben auf der Liste. Nein! Nix ist gutgegangen! Und nein! Niemand relativiert, doch diese Menschheit mu\u00df sich einen Erdball teilen, der allen geh\u00f6rt, folglich auch einer jeden Geschichte und einem jeden Land \u2013 sonst hebt sich die W\u00fcrde des Menschen von allein wieder auf. Darf der Deutsche nicht wie alle anderen auch ein Quantum W\u00fcrde f\u00fcr seine Geschichte beanspruchen, geh\u00f6rt W\u00fcrde keinem?<\/p>\n<p>War Ihnen klar, welche Reaktionen auf Sie zukommen? Warum haben Sie das auf sich genommen?<br \/>\nK\u00fchsel-Hussaini: Wahrheit ist das, was aus dem Schleim, dem Blut und den Wundern des Geschehenen und der Dichte und F\u00fclle der Vergangenheit wie eine goldene Rose hervorbl\u00fcht. Es gibt Z\u00e4suren nach \u201945, die die Verblendung und Verletzung dieses Landes verdeutlichen und die man benennen und offenbaren mu\u00df, wenn man eine Seele hat. Ich habe eine, die fri\u00dft mich auf. Ich kann gar nicht anders, als das niederzuschreiben und festzuhalten, was mir an verborgenem Material begegnet. Erst die Wahrheit macht den Glanz der Ehre von Literatur aus.<\/p>\n<p>Nun macht man Ihnen die \u00fcblichen Vorw\u00fcrfe von \u201erechts\u201c bis \u201eNazi\u201c. Warum: Wider besseres Wissen oder versteht man Ihre B\u00fccher gar nicht?<br \/>\nK\u00fchsel-Hussaini: Da\u00df in klein Erna, die in Literatursendungen endlich auch zu Wort kommen darf, nicht das Format eines, sagen wir mal, Thorsten Hinz funkeln kann, ist klar, und ich bin ja selbst auch nicht gerade von der netten Sorte. Zudem geh\u00f6rt auf den groben Klotz bekanntlich ein grober Keil. Ich nehme niemandem was \u00fcbel, wohl aber kenne ich g\u00f6ttliche Wut und strafende Liebe und bin sozusagen schwerst und unheilbar verwundert \u00fcber all die Geschichts-Lobotomisierten hierzulande \u2013 die begreifen es nicht mal, wenn es schwarz auf wei\u00df dasteht. Ich ziehe derweil weiter, immerfort durch das grelle Science-fiction unserer k\u00fcmmerlichen Tage. Keine Ahnung wohin. Meine Sprache wird immer da sein, selbst \u00fcber meinen Tod hinaus. Was also sucht man an mir zu ersticken? Ersticken tun die doch an der Enge ihres Lebens, an der Folter ihrer verlogenen Weltbilder, daran, da\u00df sie sich selbst hassen, f\u00fcr den Stillstand ihres Herzens und daf\u00fcr, Fremde zu sein in ihrem eigenen Land \u2013 Uneingeweihte f\u00fcr immer, unbefriedigt seit Jahren. Armselig und nicht in Form, weil da kein Auftrag ist. Ich hingegen hatte eine Aufgabe, die habe ich erf\u00fcllt, und das bereitet mir eine unendliche Wonne. Und, glauben Sie mir, auf deren Party will ich gar nicht sein, ausgestattet mit dem billigen Ges\u00f6ff ihres wertlosen Gl\u00fccks, w\u00fcrde der hei\u00dfgierig unerme\u00dfliche Schlund meines Wesens nicht mal nippen wollen!<\/p>\n<p>Politisch ist in den vergangenen Jahren einiges ins Rutschen gekommen. Erwarten Sie \u00e4hnliches k\u00fcnftig auch f\u00fcr die K\u00fcnstler- und Intellektuellenszene oder glauben Sie, einsame Ruferin in der W\u00fcste zu bleiben?<br \/>\nK\u00fchsel-Hussaini: Hier ist \u00fcberhaupt nix ins Rutschen gekommen, h\u00f6chstens ins Abrutschen. Mit keiner Szene habe ich was zu schaffen. Die unz\u00e4hligen B\u00fccher, die erscheinen, halte ich f\u00fcr Dreck. Das Echo ihrer Kritiker f\u00fcr M\u00fcll. Ein riesiges Nichts hat sich etabliert, ein vergammelnder Literaturbetrieb. Die guten B\u00fccher werden jenseits davon gemacht, und selbst da schleicht sich schon was Faules ein. Mehr Furchtlosigkeit bitte! Mehr Genu\u00df und Wissen! \u00dcberall dieses Bravtum und \u00fcberall diese Hochstapler. Am unertr\u00e4glichsten ist das Stumme, manchmal nachts, im Ge\u00e4st, wenn es kurz erzittert. So etwas Verlorenes \u2026 Wenn man ein Land daran hindert, seine eigene Geschichte auch selbst nachzuvollziehen, wie es die N\u00fcrnberger Prozesse und Adenauer mit der Kastration Deutschlands machten, werden sich innerste Aggressionen bilden, \u00fcber Generationen. Und diejenigen, mit dem geringsten Pers\u00f6nlichkeitsgehalt, kommen dann an die Oberfl\u00e4che und treiben ihr Unwesen \u2013 von neuem, wie negative Ventile. Polieren wir also das letzte St\u00fcck Edelstein, das da vor uns schwebt in der Luft, das da liegt in der Zeit und das da wie das Pink-Floyd-Prisma sich dreht und dreht! Behauchen wir es und bringen wir es zum blendenden Schimmern, noch ein Mal! Dieser Edelstein will keine Linken und will keine Rechten und keine politischen Szenegesch\u00e4ftsmodelle auf Kosten der Nerven von M\u00e4nnern und Frauen in diesem Land. Dieser Edelstein will freie Deutsche, die einander erkennen und nicht die Welt hierher verlagern, sondern sich in der Welt an ihrem Punkt verorten und erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><em>Mariam K\u00fchsel-Hussaini wurde 1987 als Tochter des afghanischen Dichters Sayed Rafat Hussaini und Enkelin des Kalligraphen Sayed Da\u2018ud Hussaini in Kabul geboren. 1990 kam sie nach Deutschland und wuchs bei Stuttgart auf. 2010 gelang ihr mit ihrem vielbeachteten und \u201eeindrucksvollen\u201c (Dennis Scheck) Deb\u00fctroman \u201eGott im Reiskorn\u201c ein \u201eGl\u00fccksfall &#8230; voller Ausdruckskraft\u201c (Martin Walser), denn \u201esolches hat man lange nicht mehr gelesen &#8230; vielleicht noch nie\u201c (NZZ). Zuletzt erschienen ihre Romane \u201eTschudi\u201c (2020), den Elke Heidenreich in der Zeit f\u00fcr seine \u201eKunst des federleichten Erz\u00e4hlens\u201c lobte und in dem es um den bedeutenden Direktor der Nationalgalerie Berlin zur Kaiserzeit Hugo von Tschudi geht, \u201eEmil\u201c (2022), der dem Philosophen Emil Cioran gewidmet ist, \u201e57\u201c, der Rudolf Diels dem Vergessen entrei\u00dft, sowie \u201eTucholsky\u201c (2024).<\/em><\/p>\n<p>&#8230; Alles vom 18.10.2024 bitte lesen in der JF 43\/24, Seite 3<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.junge-freiheit.de\">https:\/\/www.junge-freiheit.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Zukunft\u00a0&gt;Demokratie\u00a0&gt;Global\u00a0&gt;Deutschland &gt;Deutschland-Liebe Listenauswahl eines Beitrags: Bitte anklicken oder runterscrollen Jan Karon: Die Deutsche Nationalmannschaft wirkt f\u00fcr viele migrantisch-fremd\u00a0(12.7.2026) 99 Prozent f\u00fcr Deutschland!\u00a0(9.4.2026) Philosoph und Schriftsteller R\u00fcdiger Safranski wird 80 Jahre alt\u00a0(30.12.2024) Mariam K\u00fchsel-Hussaini: \u201eMehr Furchtlosigkeit wagen!\u201c (18.10.2024) Dichter Literatur &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-liebe\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":62490,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-127571","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/127571","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=127571"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/127571\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":151440,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/127571\/revisions\/151440"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/62490"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=127571"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}