{"id":120096,"date":"2024-01-29T18:54:31","date_gmt":"2024-01-29T17:54:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=120096"},"modified":"2026-02-19T09:57:56","modified_gmt":"2026-02-19T08:57:56","slug":"staatsjournalismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/staatsjournalismus\/","title":{"rendered":"Staatsjournalismus"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Kultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/\">Kultur<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Medien\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/\">Medien<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/\">Journalismus<\/a> &gt;Staatsjournalismus<\/p>\n<div id=\"attachment_119304\" style=\"width: 646px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/bauernproteste-kinder-traktoren-pan240108.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-119304\" class=\"size-full wp-image-119304\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/bauernproteste-kinder-traktoren-pan240108.jpg\" alt=\"\" width=\"636\" height=\"296\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/bauernproteste-kinder-traktoren-pan240108.jpg 636w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/bauernproteste-kinder-traktoren-pan240108-180x84.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 636px) 100vw, 636px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-119304\" class=\"wp-caption-text\">Bauernprotestwoche ab 8.1.2024 mit Traktoren<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: Bitte anklicken oder runterscrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/gez-medien\/zdf\/\">Das System ZDF: L\u00fcgen, Manipulation und ein Klima der Angst<\/a>\u00a0(18.2.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/kriegspropaganda\/\">Miosga: \u201eHaben Sie nicht den Eindruck, dass Putin uns droht?\u201c Wo Journalismus sein sollte, spritzen Ignoranz und Ideologie aus allen Poren<\/a>\u00a0(10.2.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/abtreibung\/\">\u201eF\u00f6ten-Fanatiker\u201c und \u201eGeb\u00e4rmutter-Stalker\u201c: B\u00f6hmermann beschimpft Abtreibungsgegner<\/a>\u00a0(23.11.2025)<\/li>\n<li>Verleumdung ist kein Freiheitsrecht &#8211; Konsequenzkultur vs. Cancel Culture (16.9.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/russland\/russland-bashing\/\">Desinformation: Russen-Anschlag auf Flugzeug von vdL<\/a>\u00a0(7.9.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/desinformation\/\">Falschinformationen von ARD und ZDF<\/a>\u00a0(25.7.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/alice-weidel-bei-caren-miosga\/\">Alice Weidel bei Caren Miosga<\/a>\u00a0(3.2.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/buerger-taeuschung-deportation\/\">B\u00fcrger-T\u00e4uschung: Deportation<\/a>\u00a0(22.10.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/freiheit\/freiheitsrechte\/\">Julian Assange im Europarat: \u201eUm frei zu sein, musste ich mich des Journalismus schuldig bekennen\u201c<\/a>\u00a0(1.10.2024)<\/li>\n<li>Staatliche Pressef\u00f6rderung f\u00fcr willf\u00e4hrige Medien (16.8.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/desinformation\/\">Wie aus \u201eZensur\u201c der \u201eKampf gegen Desinformation\u201c wurde: Eine deutsche Geschichte in sechs Schritten<\/a>\u00a0(19.6.2024)<\/li>\n<li>Michael Meyen: \u201eDer Journalismus wird zerquetscht\u201c (16.2.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/recherche\/\">Das \u201eGeheimtreffen\u201c: Vom Journalismus und seinen ethischen Grunds\u00e4tzen<\/a>\u00a0(7.2.2024)<\/li>\n<li>Staatsjournalismus ist kein Journalismus, sondern Regierungs-Propaganda (29.1.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/demonstrationen-gegen-rechts\/\">Demonstrationen gegen rechts<\/a>\u00a0(23.1.2024)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/kriegspropaganda\/\">Kriegspropaganda<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/propaganda\/\">Propaganda<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/recherche\/\">Recherche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/reptilienfonds\/\">Reptilienfonds<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/rundfunk\/\">Rundfunk-Geb\u00fchren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/staatsapparat\/\">Staatsapparat<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verleumdung ist kein Freiheitsrecht &#8211; Konsequenzkultur vs. Cancel Culture<\/strong><br \/>\nDie Ermordung des US-Konservativen Charlie Kirk offenbarte nicht nur den abgrundtiefen Hass und H\u00e4me gro\u00dfer Teile der deutschen Medien, sondern markiert einen weiteren Tiefpunkt im moralischen Selbstverst\u00e4ndnis des \u00f6ffentlich-rechtlichen Apparats. Statt mit einem Mindestma\u00df an Mitgef\u00fchl reagierte man mit Verleumdung, Spott und ideologischer K\u00e4lte \u2013 oft im doppelten Sinne t\u00f6dlich.<br \/>\nDunja Hayali sprach im ZDF von \u201eabscheulichen, rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen Aussagen\u201c Kirks \u2013 ohne ein Beispiel daf\u00fcr zu liefern. Elmar Theve\u00dfen behauptete, Kirk habe zur Steinigung von Homosexuellen aufgerufen \u2013 ebenfalls falsch. Und der Tagesspiegel titelte: \u201eDer Tod eines Brandstifters\u201c. Wer so spricht, will kein Opfer ehren, sondern einen politischen Gegner nachtr\u00e4glich vernichten.<\/p>\n<p>Dass gegen solche Verleumdungen gro\u00dfer Widerspruch laut wird, ist kein Ausdruck \u201erechter Cancel Culture\u201c, sondern notwendige Konsequenzkultur. <em><strong>Wer Rufmord betreibt \u2013 erst recht gegen einen Ermordeten \u2013 kann sich nicht auf Meinungsfreiheit berufen.<\/strong> <\/em>Hayali und Theve\u00dfen agierten nicht als Kommentatoren, sondern als Vertreter \u00f6ffentlich finanzierter Nachrichtensendungen.<\/p>\n<p>Charlie Kirk war kein Extremist, sondern ein christlich-konservativer Debattierer, der das Gespr\u00e4ch suchte \u2013 auch mit Gegnern. Wer dennoch das Etikett \u201erechtsextrem\u201c auf ihn klebt, verfolgt eine Strategie: alle nichtlinken Positionen \u00fcber eine pauschale Kontaktschuld zu delegitimieren. Die Botschaft lautet: Wer nicht links ist, ist gef\u00e4hrlich \u2013 und verdient kein Mitgef\u00fchl.<br \/>\nDer britische Journalist Henry Donovan spricht im \u201eTelegraph\u201c offen von moralischer Verwahrlosung in deutschen Redaktionen. F\u00fcr ihn sei das Verhalten nicht nur geschmacklos, sondern ein Zeichen politischer Radikalisierung: Wo Gewalt gegen den politischen Gegner relativiert wird, bricht jeder demokratische Konsens.<\/p>\n<p>Was viele als \u201eReaktion auf rechts\u201c verkaufen, ist in Wahrheit ein \u00dcbergriff auf zentrale Werte: Meinungsfreiheit, Wahrheit, Mitgef\u00fchl. Wenn Mord verharmlost wird, weil das Opfer konservativ war, ist das keine Randnotiz mehr \u2013 es ist ein ganz konkreter Angriff auf die Grundordnung.<\/p>\n<p>Die berechtigte Emp\u00f6rung gegen Hayali und andere hat mit Unvers\u00f6hnlichkeit nichts zu tun. Es geht nicht darum, Linken die Freiheit zu entziehen, sondern darum, systematische L\u00fcge und mediale Leichensch\u00e4ndung nicht l\u00e4nger als legitimen Teil des Meinungsspektrums durchgehen zu lassen. Wer Grenzen \u00fcberschreitet, muss mit Reaktion rechnen \u2013 auch im Namen journalistischer Integrit\u00e4t.<br \/>\nWas wir erleben, ist keine Polarisierung durch Konservative. Es ist die Infantilisierung und Verrohung der \u00d6ffentlichkeit durch linke Meinungsmacht, die sich an kein Ma\u00df mehr gebunden f\u00fchlt. Eine funktionierende Demokratie muss sich gegen diesen Zerfall wehren \u2013 nicht aus Rache, sondern aus Verantwortung.<br \/>\n16.9.2025 im Newsletter von <a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.com\">https:\/\/www.tichyseinblick.com<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Staatliche Pressef\u00f6rderung f\u00fcr willf\u00e4hrige Medien<\/strong><br \/>\nUnter dem Vorwand, die durch kostenlose Online-Angebote und abst\u00fcrzende Printauflagen kriselnde Pressebranche st\u00fctzen zu wollen, wird seit Jahren staatliche Pressef\u00f6rderung diskutiert. Mitten im Sommerloch zaubert nun ausgerechnet FDP-Finanzminister Christian Lindner auf Druck linker Lobbygruppen einen \u201eAnwendungserla\u00df\u201c aus dem Hut, mit dem ein neu zu definierender Bereich \u201egemeinn\u00fctziger Journalismus\u201c steuerlich zu subventionieren sei. Klingt das nicht phantastisch?<br \/>\nPressefreiheit ist prim\u00e4r die Freiheit, Staat, Obrigkeit, M\u00e4chtige zu kritisieren \u2013 und zwar aufs sch\u00e4rfste. Ohne Pressefreiheit keine funktionierende Demokratie, die nichts anderes als die Kontrolle des Staates durch das Volk meint \u2013 und nicht umgekehrt! Trotzdem sind auch demokratische Regierungen immer wieder versucht, in Meinungs- und Pressefreiheit einzugreifen.<br \/>\nNeuerdings unter dem edlen Vorwand, arme B\u00fcrger gegen Verf\u00fchrung durch soziale Medien in Schutz zu nehmen. \u201eHa\u00df und Hetze\u201c, ja \u201eFake-News\u201c k\u00f6nnten B\u00fcrger desorientieren, so da\u00df sie am Ende die \u201eFalschen\u201c w\u00e4hlen. Beispiel f\u00fcr diesen Kontrollwahn ist der \u201eDigital Service Act\u201c der EU. Der daf\u00fcr zust\u00e4ndige EU-Kommissar Thierry Breton warnte X-Eigent\u00fcmer Elon Musk Anfang der Woche wegen eines Live-Interviews auf X mit Donald Trump in einem offenen Brief. Die EU beobachte \u201edie potentiellen Risiken in der EU\u201c durch Musk, so Breton. Eine offene Drohung, den Dienst X einzuschr\u00e4nken \u2013 schlicht zu zensieren.<br \/>\nMit \u201egemeinn\u00fctzigem Journalismus\u201c entsteht ein neues mediales Schattenreich f\u00fcr regierungsfreundliche PR<br \/>\nSchon der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande ist eine \u00e4u\u00dferst problematische staatsnahe Institution, denn hier werden riesige Anstalten durch Zwangsgeb\u00fchren finanziert, die in erheblichem Umfang die Berichterstattung dominieren. ARD und ZDF verschlingen j\u00e4hrlich \u00fcber neun Milliarden Euro und bringen privatwirtschaftlich organisierte Medienangebote zus\u00e4tzlich in massive Bedr\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum \u201egemeinn\u00fctzigen Journalismus\u201c. Klingt aprilfrisch. Wer einschl\u00e4gige Definitionen dazu liest, den packt jedoch das Grausen. Hier soll mit Steuermilliarden prim\u00e4r ein Biotop linker Projekte querfinanziert werden. Vorneweg das Fake-News-Portal <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/ngo\/correctiv\/\">\u201eCorrectiv\u201c<\/a>, dessen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer David Schraven in Personalunion dem \u201eForum Gemeinn\u00fctziger Journalismus\u201c vorsteht, das wieder das entsprechende Siegel f\u00fcr \u201egemeinn\u00fctzigen Journalismus\u201c vergeben will.<\/p>\n<p>Macht die Ampel Ernst mit ihrem Plan, dann entsteht hier ein weiteres gigantisches mediales Schattenreich neben der GEZ-Industrie, das mit \u201eStaatsknete\u201c regierungsfreundliche Propaganda \u2013 im Zweifel \u201egegen Rechts\u201c \u2013 produziert. Es wird Zeit, da\u00df dieser gesamte Sumpf trockengelegt wird. Wir brauchen wieder eine privatfinanzierte, unabh\u00e4ngige, staatsferne, freie Presse!<br \/>\n&#8230; Alles vom 16.8.2024 von Dieter Stein bitte lesen in der IF 23\/24, Seite 1<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Michael Meyen: \u201eDer Journalismus wird zerquetscht\u201c<\/strong><br \/>\nInterview: Kaum einer kritisiert die Selbstauslieferung von Medien und Wissenschaft an Politik, Ideologie und Macht so profunde wie Michael Meyen. Nun ist der M\u00fcnchner Kommunikationswissenschaftler und Bestsellerautor jedoch selbst in ihr Visier geraten<br \/>\nMoritz Schwarz<\/p>\n<p>Herr Professor Meyen, wie lautet Ihr Fazit der Debatte um das Potsdamer \u201eGeheimtreffen\u201c und die AfD?<br \/>\nMichael Meyen: Es gab keine echte Debatte. Zu sehen und zu h\u00f6ren waren und sind vor allem Menschen, die das Narrativ bedienen, das \u201eCorrectiv\u201c vorgegeben hat \u2013 frei nach dem Motto: Wir stehen kurz vor einem neuen 1933, wenn wir nicht endlich etwas gegen diese Partei tun und gegen alle, die irgend etwas mit ihr zu tun haben.<\/p>\n<p>Erkennen Sie dabei Strukturen, die Sie aus Ihrer Forschung kennen?<br \/>\nMeyen: Die Kommunikationswissenschaft spricht von mediatisierten Ereignissen: Dinge, die nur stattfinden, damit dar\u00fcber berichtet wird. Wer Geld und das entsprechende Personal hat, kann so andere Themen aus der \u00d6ffentlichkeit verdr\u00e4ngen und seine eigene Sicht plazieren.<\/p>\n<p>Glaubt \u201eCorrectiv\u201c nicht wirklich der Nazismus kehrt zur\u00fcck, und wollte nicht nur anderes \u201everdr\u00e4ngen\u201c?<br \/>\nMeyen: \u201eCorrectiv\u201c ist ja nur das ausf\u00fchrende Organ. Ich wei\u00df nicht, woran die Leute dort glauben. Vermutlich denken sie in der Tat, f\u00fcr das Gute zu streiten und Bollwerk gegen alles zu sein, was dem entgegensteht. Man mu\u00df sich daf\u00fcr ja nur die \u201eFaktenchecks\u201c auf der \u201eCorrectiv\u201c-Seite anschauen. Dort geht es immer um Dinge, die der Regierungssicht widersprechen und das Zeug haben, viele Menschen zu erreichen. Bei der Potsdam-Geschichte gen\u00fcgt ein Blick auf den Zeitverzug: Journalismus lebt ja von der Aktualit\u00e4t, doch bei dem \u201eGeheimtreffen\u201c handelt es sich um ein Ereignis aus dem November, das just aus dem Hut gezaubert wurde, als die Proteste gegen die Ampel in aller Munde waren.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\n&#8230;.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnten doch den Unmut im Netz und Volk aufnehmen und damit Publikum und Gewinn vergr\u00f6\u00dfern.<br \/>\nMeyen: Reichweitenmaximierung war gestern. Bis in die fr\u00fchen 2010er Jahre haben die Leitmedien gut von Werbung und Abos gelebt. Heute schielen Verlagschefs genau wie andere Gro\u00dfunternehmer auf die Kassen des Subventionsstaates. Seit Corona wissen sie, da\u00df das kein Tabu mehr ist. Im Sommer 2020 gab es vom Bund einen Nachtragshaushalt von 220 Millionen Euro. Eine Belohnung f\u00fcr mediales Wohlverhalten unter dem Deckmantel \u201edigitale Transformation\u201c. Zwar ist das Geld dann nicht ausgezahlt worden, aber die Verlage baggern weiter. Im Moment geht es um \u201eZustellhilfen\u201c f\u00fcr Zeitungsverlage, die die Ampel im Koalitionsvertrag versprochen hat. Die werden sp\u00e4testens 2025 kommen, weil auch die CDU daf\u00fcr ist. Niemand bei\u00dft die Hand, die mit Millionen lockt.<\/p>\n<p>Warum reflektieren die Medien das nicht selbstkritisch, denn eigentlich geh\u00f6rt das zu ihrem Berufsethos?<br \/>\nMeyen: Die Redaktionen sind inzwischen sehr homogen. Man mu\u00df sich heute leisten k\u00f6nnen, sein Kind in den Journalismus zu schicken, denn der Weg ist lang und teuer. Deshalb dominieren dort Mittelschichtkinder, die weiter nach oben wollen und schon deshalb alle bewundern, die das schon geschafft haben. Die Herkunft pr\u00e4gt au\u00dferdem den Blick auf die Wirklichkeit. Gro\u00dfstadtakademiker haben wenig Zugang zum Leben und zu den Problemen von Menschen, die ihr Geld mit den H\u00e4nden verdienen oder auf dem Land wohnen.<\/p>\n<p>Sie sind mit dieser Entwicklung in Journalismus und \u00f6ffentlicher Debatte selbst in Konflikt geraten. Warum?<br \/>\nMeyen: Medienkritik ist kein Nischenthema mehr. Seit Pegida geht es auf vielen Demos auch um den Journalismus. In manchen Bundesl\u00e4ndern verweigert jeder zehnte Haushalt den Rundfunkbeitrag, Tendenz steigend. Wenn ein Universit\u00e4tsprofessor das mit Theorie und Empirie unterf\u00fcttert, den Kritikern also Argumente liefert und sie mit seiner Reputation legitimiert, dann wirkt das offenbar bedrohlich. Vor zehn Jahren kamen vielleicht zehn Interessierte, wenn ich zu dieser Problematik eine Veranstaltung gemacht habe, heute ist dagegen der Saal voll. Und bek\u00e4mpft wird ja nur das, was Reichweite hat.<\/p>\n<p>Die \u201eZeit\u201c etwa fragt, warum einer wie Sie \u201eimmer noch lehren darf\u201c. Die \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c will zwar nicht Ihren Rauswurf, h\u00e4lt aber den Einsatz des Verfassungsschutzes gegen Sie f\u00fcr gerechtfertigt.<br \/>\nMeyen: Diese Texte sprechen f\u00fcr sich. Es steht jedem frei, meine B\u00fccher zu lesen oder zu Vortr\u00e4gen zu kommen und sich dort selbst ein Urteil zu bilden. Meine Erfahrung: Journalisten, die einen Beitrag \u00fcber mich verfassen, wissen vorher, was sie schreiben wollen, und fragen nur pro forma, wie ich die Dinge sehe. Es lohnt sich deshalb gar nicht zu antworten.<\/p>\n<p>Aber ist ein Abbruch der Debatte nicht Kapitulation?<br \/>\nMeyen: Nein, man w\u00fcrde nur Zitate liefern und dem Journalisten helfen, sich selbst und seine Leser zu beruhigen: Wir haben die andere Seite doch geh\u00f6rt. Tats\u00e4chlich aber gibt es weder Offenheit noch Neugier. Ein \u201eFall\u201c wie meiner dient nur dazu, das herrschende Narrativ zu st\u00e4rken und den Raum des \u00f6ffentlich Sagbaren abzustecken. Seht her: Das passiert, wenn einer ausschert!<\/p>\n<p>Beide Artikel sind denunziatorisch, aber auch typischer Journalismus: Schlie\u00dflich gibt es kaum ein Medium, das nicht schon gefordert hat, jemanden zu entlassen.<br \/>\nMeyen: Mag sein, da\u00df das heute f\u00fcr den Journalismus typisch ist. \u00dcber die Gr\u00fcnde haben wir gesprochen. Ich halte mich da eher an Rudolf Augstein: Sagen, was ist. Der Journalismus hat einen \u00f6ffentlichen Auftrag. Er mu\u00df \u00fcber alle Themen informieren, die in der Gesellschaft als relevant betrachtet werden, und alle Perspektiven liefern, m\u00f6glichst ohne Wertung, damit wir uns selbst eine Meinung bilden k\u00f6nnen. Der Kommentar ist da allenfalls eine nette Zugabe. F\u00fcr die Meinungs- und Willensbildung brauchen wir Informationen und kein betreutes Denken. Im Grunde ist es traurig, wenn ein Journalist glaubt, Ministern, Unternehmern oder Wissenschaftlern sagen zu m\u00fcssen, was sie zu tun haben. Auch hier gilt: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Berichte, stelle \u00d6ffentlichkeit her. Alles andere findet sich dann.<\/p>\n<p>Spielen wir das im Fall AfD durch: Wie k\u00f6nnte man kl\u00e4ren, was sie tats\u00e4chlich, jenseits aller Meinungen, ist?<br \/>\nMeyen: Das Programm lesen und schauen, was die Partei tut, in den Parlamenten zum Beispiel, in kleinen Anfragen, Reden, mit Veranstaltungen. Ich war deshalb im November beim 2. Corona-Symposium der AfD-Bundestagsfraktion. Auch B\u00fccher helfen. Es ist ja kein Zufall, da\u00df Martin Sellners Buch \u00fcber Remigration inzwischen vor der Ver\u00f6ffentlichung Anfang M\u00e4rz per Vorbestellung ein Bestseller ist. Die Leute gehen zu den Quellen, weil sie dem Vermittler ein Zerrbild unterstellen. Sie k\u00f6nnten sich diesen Aufwand sparen, wenn der Journalismus seinen Job machen und das Pro und Contra rund um diese Partei unvoreingenommen nebeneinanderstellen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ihre Kritik reicht \u00fcber den Journalismus hinaus, in Ihrem neuen Buch \u201eWie ich meine Uni verlor. Bilanz eines Ostdeutschen\u201c (siehe Seite 21), nennen Sie die Wissenschaft \u201edie Religion der Gegenwart\u201c, denn um etwas durchzusetzen, brauche man \u201ePriester mit Professorentitel, Studien, Akademien, Ethikr\u00e4te. Ohne die Weihen von Gelehrten keine Absolution\u201c.<br \/>\nMeyen: Im Internetzeitalter braucht der Leitmedienjournalismus die Wissenschaft als St\u00fctze, weil sie \u201eWahrheit\u201c verspricht. Der Staat hat die Universit\u00e4ten auch zuvor finanziert und daf\u00fcr gesorgt, da\u00df bestimmte Positionen ausgeschlossen werden, \u00fcber den Radikalenerla\u00df von 1972 zum Beispiel. Wer aber einmal Professor war, konnte die Inhalte weitgehend selbst bestimmen. Heute dagegen geben EU, Bund, L\u00e4nder, Parteien und Konzernstiftungen die Themen vor, an denen gearbeitet wird. Das Anreizsystem wurde so ver\u00e4ndert, da\u00df man sich dem nur schwer entziehen kann. Ohne Drittmittel gibt es weniger Geld und ohne Publikationen im Web of Science, das vom Medienkonzern Thomson Reuters auf den Weg gebracht wurde, weniger Reputation bei den Kollegen. Das wirkt sich schon auf die Nachwuchsauslese aus. Wer heute in die Wissenschaft will, mu\u00df die Themen und die Codes des Digitalkonzernstaats bedienen.<\/p>\n<p>Begonnen haben Sie Ihre Karriere in der DDR. Das irritiert, da Journalismus dort doch Propaganda war.<br \/>\nMeyen: Die DDR war ein PR-Staat. Selbst Erich Honecker hat ja einen gro\u00dfen Teil seiner Zeit in Medienarbeit investiert. Was schreibt die Parteipresse auf Seite 1, was bringt die \u201eAktuelle Kamera\u201c heute abend? F\u00fcr Honecker war das wichtig, weil er wu\u00dfte, da\u00df sich die andere Sicht nicht unterdr\u00fccken l\u00e4\u00dft. Die Leute konnten ja jederzeit umschalten. Deshalb hat das DDR-Fernsehen in der Prime Time das gebracht, was Quote bringt. Shows, Spitzensport, Filme, oft auch aus dem Westen. Deshalb war auch die Journalistenausbildung gut. Ich habe in Leipzig das Handwerk gelernt, das n\u00f6tig ist, wenn man nicht an den Menschen vorbeischreiben will. Und ich habe Sensoren entwickelt, die anschlagen, wenn der Journalismus zum Instrument wird.<br \/>\nProf. Dr. Michael Meyen, lehrt Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t. Geboren 1967 in Bergen auf R\u00fcgen, studierte er von 1988 bis 1992 Journalistik in Leipzig, wo Meyen ab 1995 auch lehrte, bevor er 2000 an die Universit\u00e4t Halle und 2002 nach M\u00fcnchen wechselte. 2021 erschien sein Bestseller \u201eDie Propaganda-Matrix. Der Kampf f\u00fcr freie Medien entscheidet \u00fcber unsere Zukunft\u201c und Ende 2023 sein neues Buch \u201eWie ich meine Uni verlor. Drei\u00dfig Jahre Bildungskrieg \u2013 Bilanz eines Ostdeutschen\u201c.<br \/>\n&#8230; Alles vom 16.2.2024 mit Michael Meyen bitte lesen in der JF 8724, Seite 3<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Staatsjournalismus ist kein Journalismus, sondern Regierungs-Propaganda<\/strong><br \/>\n<strong>Steuergeld f\u00fcr \u201eCorrectiv\u201c<\/strong><br \/>\n\u201eJournalismus ist, zu drucken, was andere nicht gedruckt haben wollen. Alles andere ist Propaganda\u201c, hat der Schriftsteller George Orwell (\u201e1984\u201c) einmal gesagt und damit die Geisteshaltung freier und kritischer Berichterstattung g\u00fcltig definiert. Und was f\u00fcr die geistige Unabh\u00e4ngigkeit gilt, gilt f\u00fcr die finanzielle umso mehr.<br \/>\nUm es klar zu sagen: Journalisten, die Geld vom Staat bekommen, sind keine. Staatsjournalismus ist kein Journalismus, sondern Regierungs-Propaganda.<br \/>\nDie Pressefreiheit ist ein Schutz- und Abwehrrecht gegen den Staat, keine Lizenz zum Lohnschreiben. Wenn der Staat Informationen an die B\u00fcrger bringen oder sein von vielen Menschen vermeintlich str\u00e4flich ignoriertes, segensreiches Wirken gern darstellen m\u00f6chte, hat er Pressestellen und in der Regel auch hinreichend Steuergeld, um PR-Agenturen zu bezahlen.<em><strong> Journalismus, der Zusch\u00fcsse von den M\u00e4chtigen bekommt, steht unter Verdacht.<\/strong> <\/em>Und zwar zu Recht!<br \/>\n&#8230; Alles vom 29.1.2024 von Ralf Schuler bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nius.de\/Kommentar\/steuergeld-fuer-correctiv-staatsjournalismus-ist-kein-journalismus-sondern-regierungs-propaganda\/dc7cfb1b-1b14-417c-9193-6dccf136fead\">https:\/\/www.nius.de\/Kommentar\/steuergeld-fuer-correctiv-staatsjournalismus-ist-kein-journalismus-sondern-regierungs-propaganda\/dc7cfb1b-1b14-417c-9193-6dccf136fead<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Kultur\u00a0&gt;Medien &gt;Journalismus &gt;Staatsjournalismus Listenauswahl eines Beitrags: Bitte anklicken oder runterscrollen Das System ZDF: L\u00fcgen, Manipulation und ein Klima der Angst\u00a0(18.2.2026) Miosga: \u201eHaben Sie nicht den Eindruck, dass Putin uns droht?\u201c Wo Journalismus sein sollte, spritzen Ignoranz und Ideologie aus allen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/staatsjournalismus\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":68087,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-120096","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/120096","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=120096"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/120096\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":145891,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/120096\/revisions\/145891"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/68087"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=120096"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}