{"id":119456,"date":"2024-01-15T17:01:24","date_gmt":"2024-01-15T16:01:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=119456"},"modified":"2026-05-21T16:28:44","modified_gmt":"2026-05-21T14:28:44","slug":"woke-lost","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/woke-lost\/","title":{"rendered":"woke-lost"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Kultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/\">Kultur<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/\">Kulturverlust<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/abendland\/\">Abendland<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/cancelculture\/\">Cancel Culture<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/woke\/\">woke<\/a> &gt;woke-lost<\/p>\n<div id=\"attachment_115358\" style=\"width: 647px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/pansard-les-pieds-pan230516.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-115358\" class=\"size-full wp-image-115358\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/pansard-les-pieds-pan230516.jpg\" alt=\"\" width=\"637\" height=\"311\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/pansard-les-pieds-pan230516.jpg 637w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/pansard-les-pieds-pan230516-180x88.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-115358\" class=\"wp-caption-text\">Nichtstun am Mittelmeer bei Hyeres im Mai 2023<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: Bitte <span style=\"text-decoration: underline;\">anklicken<\/span> oder runterscrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wokismus-ist-nicht-franzoesisch\/\">Wokismus ist nicht franz\u00f6sisch<\/a> (21.5.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/no-one-is-illegal-on-stolen-land\/\">No one is illegal on stolen land<\/a>\u00a0(4,2,2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/kinderlos\/\">Je linker das Wahlergebnis, desto kinder\u00e4rmer die Stadt \u2013 neue Zahlen brisanten Zusammenhangs<\/a>\u00a0(12.1.2026)<\/li>\n<li>Was die Wokeness bislang hervorgebracht? (29.12.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/wokeismus\/\">Alexander Wendt: Realit\u00e4t weicht woker Ideologie \u2013 eine \u00c4ra geht zu Ende<\/a> (1.1.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/film\/\">Imad Karim: \u201ePl\u00f6tzlich Staatsfeind\u201c<\/a>\u00a0(25.11.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/usa\/vance\/\">Vance-Buch: Kontaktschuld\u00a0 Marketing-Trick<\/a>\u00a0(29.7.2024)<\/li>\n<li>Die woke Revolution frisst ihre Kindfrauen (10.4.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/woke-gegen-buerger\/\">Woke gegen B\u00fcrger<\/a>\u00a0(9.3.202)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/verachtung\/\">Wendt gegen Woke: Wohlgesinnt auf dem Sonnendeck<\/a> (3.3.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/kampf-gegen-gruene\/\">Biberach: Bauern gegen Gr\u00fcnen-Parteitag<\/a>\u00a0(15.2.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/demo\/demos-gegen-rechts\/\">Medien bevorzugen Linksgr\u00fcn-Wokes \u2013 Schweigespirale<\/a> (2.2.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/linkes-sprachregime-herrscht\/\">Linkes Sprachregime herrscht<\/a>\u00a0(25.1.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/demo\/demos-gegen-rechts\/\">Demos \u201egegen rechts\u201c \u2013 Demos der Bauern<\/a>\u00a0(24.1.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/mittelstand-lost-ampel-woke\/\">Mittelstand lost \u2013 Ampel woke<\/a>\u00a0(17.1.2024)<\/li>\n<li>Der neue P\u00f6belaufstand, bei dem keine Gefangenen gemacht werden (15.1.2024)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bauern-protest\/\">Bauern-Protest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/kampf-gegen-gruene\/\">Kampf-gegen-Gr\u00fcne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/mittelstand\/mittelstand-proteste\/\">Mittelstand-Proteste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/verachtung\/\">Verachtung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/wokeismus\/\">Wokeismus<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8222;Wokeness ist die erste Bewegung der Menschheitsgeschichte, die gleichzeitig gegen das Lust- und das Realit\u00e4tsprinzip k\u00e4mpft\u201c (Norbert Bolz in &#8222;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/gesellschaft\/normalitaet\/\">Zur\u00fcck zur Normalit\u00e4t<\/a>)<br \/>\n============================================================<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Was die Wokeness bislang hervorgebracht?<\/strong><br \/>\nWas die Wokeness bislang hervorgebracht hat, ist Schm\u00e4hkritik, Anklage, Herostratentum, Zerst\u00f6rung und die Artikulierung von Anspr\u00fcchen im Namen Dritter. Geschaffen hat sie, au\u00dfer Phantasmagorien wie der x\u2011beliebigen Zahl von Geschlechtern, buchst\u00e4blich nichts. Es gibt kein wokes Kunstwerk, kein wokes Musikst\u00fcck, kein wokes Literaturerzeugnis von Rang. Es gibt keine woke \u00d6konomie, nicht einmal eine woke Gesellschaftstheorie, geschweige denn Philosophie. Es gibt ein paar kuriose Werke der Geschichtsumdeutung, in denen die postkolonialistische Mode keck als der neueste Stand der Forschung verkauft wird. Das alles wird auf mittlere Sicht unter der Hinterlassung theoriemodischer Faserreste und kopfsch\u00fcttelnder Retrospektiven verschwunden sein und in hundert Jahren nicht einmal als ein Schatten bestehen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 29.12.2025 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.klonovsky.de\/2025\/12\/29-dezember-2025\/\">https:\/\/www.klonovsky.de\/2025\/12\/29-dezember-2025\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Einteilung der Welt in woke (Aufgewachte) und lost (Verlierer)<\/strong><br \/>\nWoke-lost geht zur\u00fcck auf Hillary Clinton, die am 9.9.2016 auf einem LGBTQ-Treffen die Erwachten (woke) abgegrenzt hat von dem Haufen von J\u00e4mmerlichen (basket of deplorables), die sie als die Verlierer (lost) bezeichnete. Seither gilt alles, was nicht woke ist, als lost. So einfach geht es.<\/p>\n<p><strong>Agenda der Woken<\/strong><br \/>\nDie Woken sind die Erwachten, Erleuchteten, Wohlgesinnten bzw. Sinnproduzierenden, die in ihren urbanen Milieu&#8217;s vom PC aus warten, welche neue Message gerade aus den USA als dem Woke-Mutterland her her\u00fcbertrendet. Ihre Agenda erstreckt sich auf zweierlei:<br \/>\n1) Weltrettungskampagnen (Virus, Klima, Migration, Krieg) sollen ablenken vom eigentlichen Ziel: dem Erhalt und Zuwachs von Macht.<br \/>\n2) &#8222;Gegen rechts&#8220;-Kampagnen (Demos, &#8222;Kampf gegen rechts&#8220;) sollen jegliche Diskussion abweichender Meinungen unterbinden, wobei der ewige Schuldkult beschworen wird &#8211; je l\u00e4nger die Nazizeit zur\u00fcckliegt, umso heftiger gilt die Gleichsetzung &#8222;rechts=Nazi&#8220;.<br \/>\n===========================================================<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die woke Revolution frisst ihre Kindfrauen<\/strong><br \/>\nIn fast allen westlichen L\u00e4ndern bilden junge progressive Frauen die treueste Unterst\u00fctzergruppe der Erwachten. Mit ihrer st\u00e4ndigen Radikalisierung vergr\u00e4tzt die Bewegung allerdings ausgerechnet diese wichtige Gefolgschaft. Dort k\u00f6nnte bald das Bed\u00fcrfnis wachsen, sich ideologisch zu entgiften, um wieder gl\u00fccklicher und normaler zu leben,<br \/>\n&#8230;<br \/>\nVor kurzem erschien in der Financial Times eine Untersuchung mit dem Ergebnis, dass junge Frauen in fast allen westlichen L\u00e4ndern im Schnitt deutlich weiter nach links tendieren als gleichaltrige M\u00e4nner.<br \/>\nDie Autoren des Textes sprechen von einer ideologischen Geschlechterl\u00fccke. Daf\u00fcr kommen mehrere Gr\u00fcnde in Frage. Vermutlich spielt es eine Rolle, dass Frauen dank der Identit\u00e4tspolitik in Wissenschaft, Medien und Politik heute \u00fcber bessere Aufstiegschancen verf\u00fcgen als M\u00e4nner. Ohne die freundliche Resonanz in dieser Gruppe w\u00e4re die schnelle westweite Ausbreitung der Erwachtenbewegung jedenfalls nicht m\u00f6glich gewesen. In der Bewegung selbst spielen Frauen als Rollenmodelle und Einflussagenten eine herausragende Rolle, ihre Botschaften, die sie vor allem an andere junge Frauen richten, senden sie nicht nur \u00fcber Universit\u00e4tsseminare und klassische Medien, sondern vor allem \u00fcber soziale Netzwerke wie TikTok und Instagram.<\/p>\n<p>Aber gerade in dem speziell auf diese Gefolgschaft zugeschnittenen Angebot der Postcolonial-Theoretiker, kritischen Wei\u00dfseinsforschern, Hamasgutfindern und Transgenderideologen l\u00e4sst sich neuerdings der Trend beobachten, die Schrauben so fest anzuziehen, dass sie nach dem unvermeidlichen Knacks wieder ganz locker sitzen. Alle in diesem Text gleich aufgelisteten F\u00e4lle wirken so, als w\u00e4ren sie von verdeckt operierenden Gegnern der Erwachten in der Absicht ausgeheckt worden, dem harten erwachten Kern ausgerechnet die bisher besten und treuesten Unterst\u00fctzer abspenstig zu machen und ganz nebenbei noch das Glaubenssystem als Ganzes durch L\u00e4cherlichkeit zu ersch\u00fcttern. Beginnen wir mit der vom Deutschlandfunk, aber auch anderen Institutionen verbreiteten Forderung, endlich die koloniale Vergangenheit von botanischen G\u00e4rten und \u00f6ffentlichen Gr\u00fcnanlagen \u00fcberhaupt aufzuarbeiten.<br \/>\n&#8230; Alles vom 10.4.2024 von Alexander Wendt bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.publicomag.com\/2024\/04\/die-woke-revolution-frisst-ihre-kindfrauen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_source_platform=mailpoet&amp;utm_campaign=neues-bei-publico_1\">https:\/\/www.publicomag.com\/2024\/04\/die-woke-revolution-frisst-ihre-kindfrauen\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_source_platform=mailpoet&amp;utm_campaign=neues-bei-publico_1<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der neue P\u00f6belaufstand, bei dem keine Gefangenen gemacht werden<\/strong><br \/>\n<em>Die Reaktion der Moralelite auf die Bauernproteste zeigt vor allem eins: eine abgrundtiefe kulturelle Verachtung f\u00fcr die Peripheren. Dass Progressive mit reinstem Gewissen nach unten treten, hat eine l\u00e4ngere Tradition. Sie w\u00fcrden noch ganz anders strafen, wenn sie k\u00f6nnten.<\/em><br \/>\nEs gibt ein historisches Datum, einen Stichtag, der die offizielle Einf\u00fchrung der Verachtung nach unten in die Welt der neuzeitlichen Progressiven markiert. Am Abend des 9. September 2016 bat die damalige demokratische Pr\u00e4sidentschaftsbewerberin Hillary Clinton zusammen mit der LGBTQ-Gemeinschaft der Stadt zur Spendengala in der Cipriani Wall Street, New York City. Die Kartenpreise f\u00fcr den Abend mit anschlie\u00dfendem Empfang durch die Kandidatin lagen zwischen 2.500 und 250.000 Dollar, daneben gab es auch ein kleines Kontingent von \u201eBilligtickets\u201d f\u00fcr 1.200 Dollar f\u00fcr G\u00e4ste, die nach Manhattan-Ma\u00dfst\u00e4ben als arm gelten.<\/p>\n<p>An diesem Abend sprach Clinton das Wort vom basket of deplorables aus, dem Korb der J\u00e4mmerlichen, frei \u00fcbersetzt: Haufen der J\u00e4mmerlichen, Sch\u00e4ndlichen, Kl\u00e4glichen. Die Passage, die dem Wahlkampf einen entscheidenden Schwung geben sollte \u2013 nur eben zugunsten ihres Konkurrenten Donald Trump \u2013 lautete:<\/p>\n<p>\u201eWir leben in einer volatilen politischen Umgebung. Ihr wisst, um einmal grob zu generalisieren, ihr k\u00f6nntet die H\u00e4lfte der Trump-Unterst\u00fctzer in das stecken, was ich den Korb der J\u00e4mmerlichen nenne. Richtig? (Lachen, Applaus) Die Rassistischen, Homophoben, Fremdenfeindlichen, die Islamophoben \u2013 ihr wisst schon. Und leider gibt es Leute, die so sind. (\u2026) Nun, einige dieser Leute sind unverbesserlich \u2013 aber zum Gl\u00fcck sind sie nicht Amerika.\u201c<br \/>\nClintons basket of deplorables brannte sich auch deshalb in die \u00f6ffentliche Debatte ein, weil vor ihr praktisch niemand diese Einordnung von Menschengruppen in K\u00f6rbe vornahm, weder in den USA noch irgendwo sonst. Die Wendung klingt im Englischen genauso schief wie in ihrer deutschen \u00dcbersetzung. \u201e\u201aBasket of deplorables\u2018\u201c, schrieb die Washington Post in einem Beitrag, den sie 2021 dem f\u00fcnften Jahrestag der Rede widmete, \u201eist ein seltsamer Phrasenausdruck. Es gibt K\u00f6rbe, und es gibt j\u00e4mmerliche Leute, aber die beiden Begriffe zu kombinieren, ist die merkw\u00fcrdigste aller merkw\u00fcrdigen linguistischen Paare.\u201c<\/p>\n<p>Das Zitat aus ihrer Rede gen\u00fcgt noch nicht, um die Wirkung ihres Auftritts zu erfassen. Im Videomitschnitt ist zu h\u00f6ren und zu sehen, wie Clinton einen leiernden Tonfall anschl\u00e4gt und dazu mit dem Arm rudert, als sie ihr \u201arassistisch, homophob, xenophob, islamophob\u2018 abspult. Sie zeichnete damals nur ein Schema nach, von dem sie zu Recht annahm, dass ihr urbanes Publikum es schon in- und auswendig kennt: \u201eIhr wisst schon.\u201c Die vier Begriffe benutzte sie, um eine bestimmte Gro\u00dfgruppe innerhalb der Gesellschaft zu umrei\u00dfen. Dialektische \u00dcberlegungen dazu stellte sie nicht an, etwa, dass in den Augen vieler Wohlmeinender und Erwachter schon jemand nach der \u201eCritical Race Theory\u201c als Rassist gilt, wer keinen \u201estrukturellen\u201c, also tief in der Gesellschaft eingewurzelten Rassismus erkennen kann. Oder, dass Muslime durchaus schwulenfeindlich sein k\u00f6nnen, weshalb wiederum nicht alle Schwulen selbst in der W\u00e4hlerschaft der Demokraten vorbehaltlos die Einwanderung von Muslimen begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Clinton fragte auch keine Stelle, weder in der Cipriani Wall Street noch sp\u00e4ter, aus welchen Gr\u00fcnden die J\u00e4mmerlichen \u00fcberhaupt zu ihren Ansichten kommen. Sie behandelt diesen Korb wie eine Naturkonstante: Diese Leute denken und sprechen niedrig. Sie sind unverbesserlich. Sie verdienen keine argumentative M\u00fche. Am 8. November 2016 w\u00e4hlten immerhin gut 63 Millionen Amerikaner den republikanischen Kandidaten. Clinton sortierte in ihrer Rede also gut 30 Millionen von ihnen in den Korb der Unverbesserlichen.<\/p>\n<p>Jeder im Saal an diesem 9. September wusste, wen die Kandidatin in sozialer Hinsicht meinte: Amerikaner ohne Collegeabschluss und au\u00dferhalb der st\u00e4dtischen Zentren, Leute, die sich vorwiegend mit materiellen Problemen herumschlagen, und schon deshalb der Frage nach dem richtigen Pronomen wenig Platz in ihrem Leben einr\u00e4umen k\u00f6nnen. Leute, die sich weigern, sich wegen ihrer wei\u00dfen Hautfarbe f\u00fcr privilegiert zu halten, weil sie so nicht recht erkennen k\u00f6nnen, worin das Privileg eines Truckfahrers oder einer Walmart-Verk\u00e4uferin im mittleren Westen besteht. Au\u00dferdem Latinos und Schwarze, die den Grund f\u00fcr ihre Schwierigkeiten weniger in dem abstrakten strukturellen Rassismus sehen, sondern haupts\u00e4chlich in konkreten Umst\u00e4nden wie schlechten Schulen und hoher Kriminalit\u00e4t in ihren Wohnvierteln. In ihrer Ansprache billigte Clinton etwa der H\u00e4lfte dieses Milieus noch ein gewisses Ma\u00df an Verst\u00e4ndnis zu, um die andere H\u00e4lfte zu Verlorenen und politisch Unber\u00fchrbaren zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Hier und da findet sich die Behauptung, sie h\u00e4tte sich f\u00fcr ihre Formulierung entschuldigt. Das trifft nicht zu. Am n\u00e4chsten Tag sagte sie der Presse: \u201eIch bedaure, dass ich gesagt hatte: die H\u00e4lfte. Das war falsch.\u201c Damit lie\u00df sie offen, ob sie mit den J\u00e4mmerlichen nicht sogar mehr als nur jeden Zweiten meinte.<\/p>\n<p>Seit diesem Tag im September 2016 existiert die Verachtung von oben als festes, anerkanntes Instrument im Lager der neuen Progressiven, nicht zu verwechseln mit den klassischen Linken. Denn dort gab es neben allen Verirrungen meist noch eine Erinnerung an den eigenen Ursprung, den Einsatz f\u00fcr die Unterprivilegierten, und deshalb auch ein Grundgef\u00fchl f\u00fcr soziale Realit\u00e4t. Aus diesem Grund herrschte selbst bei aufgestiegenen Funktion\u00e4ren der Traditionslinken eine Zur\u00fcckhaltung, sich \u00f6ffentlich \u00fcber Leute zu erheben, die in der Kleinstadt oder auf dem Dorf leben, keinen Hochschulabschluss vorweisen k\u00f6nnen, keine St\u00e4dtereisen nach Paris unternehmen und gern gro\u00dfe Fleischportionen vom Grill verzehren.<\/p>\n<p>Der angewiderte Blick nach unten ergibt sich f\u00fcr die Progressiven des neuen Typs nicht in erster Linie aus einer sozialen, sondern aus einer in diesen Kreisen f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich gehaltenen kulturellen Hierarchie. Sie kennen keine Scheu, ihre kulturelle Verachtung \u00f6ffentlich zu zeigen. Im Gegenteil, mit ihrem Gel\u00e4chter \u00fcber die kulturell Niedrigen best\u00e4tigten sich damals die G\u00e4ste, die in dem New Yorker Hotel f\u00fcr ein paar tausend Dollar Hillary Clinton lauschten, nicht nur ihre Zugeh\u00f6rigkeit zur besseren, sondern auch zur moralisch guten Gesellschaft. In dieser Zeit kam in den USA ein auch in Europa schnell \u00fcbernommener Spiegelbegriff zu woke auf, zu erwacht \u2013 n\u00e4mlich lost, verloren. Zwei Gruppen bilden seitdem die Gegenpole in den meisten westlichen Gesellschaften: Die Erwachten, die \u00fcber das richtige Ma\u00df an materiellem und kulturellem Kapital verf\u00fcgen, und die Verlorenen, die Erb\u00e4rmlichen, um die sich niemand bem\u00fchen muss.<\/p>\n<p>Besonders deutlich zeigte sich diese Grundhaltung in bisher allen gro\u00dfen Sozialprotesten westlicher L\u00e4nder, von der Gelbwestenbewegung in Frankreich \u00fcber die kanadischen Truckerdemonstrationen und \u00fcber die Traktorenparaden in den Niederlanden bis zu den Protestz\u00fcgen der Bauern und Spediteure in Deutschland. Ein gro\u00dfer Teil der urban-medialen neoprogressiven Klasse lehnt es ohne weitere Begr\u00fcndung ab, sich \u00fcberhaupt mit der Interessenlage der Protestierenden zu befassen. F\u00fcr diese Leute, so lautete damals die Sofortdiagnose in den weltoffenen Zirkeln von Paris und Toronto und jetzt in den zentralen Stadtvierteln von Berlin, gab und gibt es \u00fcberhaupt keinen Grund, die \u00d6ffentlichkeit mit ihren Forderungen zu behelligen, denn sie verweigern sich hartn\u00e4ckig einer Begriffswelt, die sich unter Wohlgesinnten von selbst versteht. Die Randst\u00e4ndigen reden anders, essen anders, wohnen anders, sie sprechen vor allem anders \u00fcber Migration als die Anwohner der Innenstadtviertel, sie zeigen kein Interesse an postmateriellen Themen, sie w\u00e4hlen die ehemals linken und heute neoprogressiven Parteien nicht mehr, sie kaufen keine neoprogressiven Medienerzeugnisse. Das alles macht sie zu Verlorenen. Und dar\u00fcber hinaus zu Figuren, die Strafe verdienen.<\/p>\n<p>Einen \u00e4hnlichen Moment wie den im September 2016 in Manhattan und eine \u00e4hnliche prominente Figur wie Hillary Clinton gibt es f\u00fcr die deutsche Verachtung von oben nach unten nicht, sondern nur kleinere und halbprominente, so, wie es auch der Verwertung einer woanders entstandenen Weltanschauung entspricht. Zu den deutschen Pionieren der Nachahmung geh\u00f6rte mit Sicherheit Yannick Haan, damals Vorsitzender der SPD Alexanderplatz, Mitglied der \u201eNetz- und Medienpolitischen Kommission\u201c im SPD-Parteivorstand und \u201eSmart City Manager\u201c der Stadtverwaltung Wolfsburg, der schon im Februar 2019 per Meinungsbeitrag in der WELT von seiner Partei forderte: \u201eVergesst endlich die Arbeiter\u201c.<\/p>\n<p>\u201eWar vor 30 Jahren die Arbeiterschaft m\u00e4nnlich, wei\u00df und heterosexuell\u201c, hie\u00df es in dem Haan\u2019schen Manifest, \u201eso ist sie heute extrem divers geworden. Zudem nimmt die Arbeiterschaft in der Gesellschaft immer weiter ab. Laut DIW betr\u00e4gt diese im Jahr 2019 nur noch 16 Prozent der Bev\u00f6lkerung.\u201c Also eine periphere Gruppe, die bestenfalls identit\u00e4tspolitisch statt mit sozialen Themen bearbeitet werden sollte \u2013 aber auch nur dann, wenn sie sich auf die neue diverse Ansprache einl\u00e4sst. Welchen Platz in seiner Aufmerksamkeitspyramide die verbliebenen m\u00e4nnlichen wei\u00dfen heterosexuellen Besch\u00e4ftigten einnehmen, musste er gar nicht explizit ausf\u00fchren. Seine Empfehlung an die SPD, endlich die Arbeiter als gesellschaftlichen Typus zu vergessen, folgte einer gewissen Logik. Denn umgekehrt war das 2019 ja schon weitgehend der Fall.<\/p>\n<p>Eine zweite Figur stanzte einen bis heute noch zu wenig beachteten bundesrepublikanischen Kernsatz f\u00fcr die kulturelle Verachtung, n\u00e4mlich die beim ZDF t\u00e4tige Sarah Bosetti w\u00e4hrend der Coronazeit bei ihrem Vortrag \u00fcber unbotm\u00e4\u00dfige B\u00fcrger, die damals gegen die staatlichen Einschr\u00e4nkungsma\u00dfnahmen demonstrierten. In Bosettis Worten handelte es bei ihnen um den \u201eBlinddarm der Gesellschaft\u201c. Ihre Diagnose begr\u00fcndete sie mit einem Satz \u00fcber den Blinddarmsitz: \u201eRechts und unten\u201c. Diese Formel geh\u00f6rt heute zum Allgemeingut der neoprogressiven Wohlmeinenden; sie schlie\u00dft unausgesprochen aber immer mitgedacht das logische Gegenst\u00fcck ein: neolinks und oben.<\/p>\n<p>Der ver\u00e4chtliche Blick staatlicher Eliten samt Klerus auf den P\u00f6bel geh\u00f6rt zur geschichtlichen Normalit\u00e4t. Das Neue besteht darin, dass der sehr alte Brauch, nach unten zu spucken, heute von Leuten praktiziert wird, die sich selbst nicht nur eine ganz besondere Toleranz und Weltoffenheit bescheinigen, sondern auch die gr\u00f6\u00dfte Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Ungerechtigkeiten. Ihre Begr\u00fcndung lautet folgerichtig, sie w\u00fcrden die Erb\u00e4rmlichen gar nicht zur Steigerung des eigenen Wohlgef\u00fchls verachten, sondern, um der Gesellschaft einen Dienst zu erweisen. In die erste Reihe dieses Milieus geh\u00f6rt mit Sicherheit auch Rainald Becker, langj\u00e4hriger Chefredakteur der ARD, heute Chefkorrespondent des SWR, der auf X, vormals Twitter, die Bauernproteste zum Anlass nahm, um zu verk\u00fcnden: \u201eTraktorfahren macht offenbar dumm.\u201c<br \/>\n&#8230;<br \/>\nEr machte sich also noch nicht einmal die M\u00fche, zwischen den Protestierenden und dem Rest zu unterscheiden, also zu differenzieren, wie es in seinen Kreisen hei\u00dft. Er kaprizierte sich nicht auf den \u201emotorisierten Mistgabelmob\u201c, wie die Relotius-Rahmensetzer vom SPIEGEL die Protestbauern alliterierend nennen, sondern bescheinigt kurzerhand allen Landwirten geistige R\u00fcckst\u00e4ndigkeit.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nBecker war es \u00fcbrigens auch, der im Mai 2020 in einem Tagesthemen-Kommentar alle als \u201eWirrk\u00f6pfe\u201c und \u201eSpinner\u201c abkanzelte, die sich eine R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t vor Corona w\u00fcnschten. Als Verb\u00fcndete und Kronzeugen f\u00fcr die Notwendigkeit einer globalen Gesellschaftstransformation wegen Covid und mit staatlichen Ma\u00dfnahmen f\u00fchrte er in seinem Kommentar ein Manifest amerikanischer Kulturgr\u00f6\u00dfen an, darunter Madonna und Robert De Niro, die damals das Volk von ihren Strandh\u00e4usern aus zu Verzicht und \u00fcberhaupt zu einem postmateriellen Lebensstil ermahnten.<\/p>\n<p>Der \u201aBauern sind dumm\u2018-Block von ARD-Hierarchen, Journalisten und sonstigen W\u00fcrdentr\u00e4gern schloss sich fast blitzartig und instinktiv zusammen, schneller, als jemand bei der \u201eWirtschaftswoche\u201c \u00fcberhaupt ausrechnen kann, wie viel Cent der Steuerunterschied zwischen Agrar- und Normaldiesel betr\u00e4gt. Es geht und ging bei der Reaktion auf die Proteste nie um Details. Sondern um die Exekution einer abgrundtiefen Verachtung, die schon vorher bestand. Zu den Ekelbekundungen geh\u00f6rte die schon zitierte Etikettierung der Demonstranten als \u201emotorisierter Mistgabelmob\u201c beim SPIEGEL, verbunden mit der Erkl\u00e4rung, dem Mob ginge es ja eigentlich noch viel zu gut,<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDazu gesellen sich beispielsweise noch ein leitender Funktion\u00e4r der Deutschen Umwelthilfe, der nach der Staatsmacht gegen die \u201eTraktor-Extremisten\u201c ruft, der Leiter eines \u00fcberwiegend steuerfinanzierten Instituts, der streng r\u00fcgt, dass die Stra\u00dfenblockaden der \u201eletzten Generation\u201c wenig und die Bauernproteste viel Unterst\u00fctzung in der Bev\u00f6lkerung erfahren (\u201ees sollte genau umgekehrt sein\u201c); ein Mitarbeiter des mit der Amadeu Antonio Stiftung verbundenen \u201eInstituts f\u00fcr Demokratie und Zivilgesellschaft\u201c namens Axel Saalheiser, der in den w\u00fctenden Landwirten eine \u201ev\u00f6lkische Protestbewegung\u201c erkennt \u2013 also eine falsche, von den Wohlgesinnten nicht zertifizierte Bewegung \u2013, in diesem Gefolge noch eine kleine Mitaktivistin, die auf X Molotowcocktails auf Fendt-Traktoren empfiehlt. Schlie\u00dflich und endlich auch der Chefredakteur einer Miniaturzeitschrift mit dem v\u00f6llig ernst gemeinten Vorschlag an alle urbanen Yannicks und Nurse Rage-Verbalk\u00e4mpfer, zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln \u00fcberzugehen, um dem reaktion\u00e4ren Landp\u00f6bel zu zeigen, wo der Hammer der wahren Macht h\u00e4ngt.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nKurzum: Im Land der Neoprogressiven bilden Bauern und Arbeiter heute den reaktion\u00e4ren Mob. Die Arbeiter auch, denn die Besch\u00e4ftigten der Autoindustrie und anderer Branchen nehmen es vermutlich nicht klaglos hin, wenn ihnen die Transformationselite die Jobs unter dem Hintern wegzieht. Demn\u00e4chst d\u00fcrften sich auch viele von ihnen zu Protestz\u00fcgen zusammenfinden.<\/p>\n<p>Hier wie schon bei den Gelbwesten-Protesten in Frankreich und den Truckerdemonstrationen in Kanada steht auf der einen Seite eine Deutungselite, besch\u00e4ftigt in der Begriffsproduktion, auf der anderen Seite die in ihrem Lebensstandard bedr\u00e4ngten Vertreter der materiellen Produktionssph\u00e4re. Die Funktionselite positioniert sich jedes Mal fast ausnahmslos gegen die Unteren.<\/p>\n<p>Erstens, weil sie selbst die Sonnendeckpl\u00e4tze besetzt h\u00e4lt \u2013 neolinks und oben eben \u2013, nicht unbedingt immer in finanzieller Hinsicht, aber fast durchweg auf dem Gebiet der Definitionsmacht. Zur Verachtung kommt noch das Ressentiment, die Wut dar\u00fcber, dass sich die Peripheren nicht dazu bringen lassen, sich f\u00fcr die Begriffe und Projekte der Erwachten zu interessieren, dass sie keine Gendersprache verwenden, sondern sich auch noch dar\u00fcber lustig machen, dass sie sich nicht kollektiv f\u00fcr die Kolonialvergangenheit des Deutschen Reichs sch\u00e4men, dass sie nicht an die Rettung des Globalklimas durch deutsche Windr\u00e4der glauben, deren Platzbedarf die Feldwirtschaft im Weg steht. Sie verweigern sich also der progressiven Botschaft.<\/p>\n<p>Durch den heutigen Umgang mit den Dumpfen, die sich gegen diese Fortschrittsidee wehren und stattdessen nach ihren Kosten fragen, schimmert immer noch wie ein altes Wasserzeichen der Feldzug revolution\u00e4rer Truppen in Frankreich gegen die st\u00f6rrischen Bauern der Vend\u00e9e, die nicht nur den neuen Herrschern in Paris die Anerkennung verwehrten, sondern auch die hohen Steuern nicht akzeptierten, die ihnen von dort aus auferlegt wurden. F\u00fcr die Revolution\u00e4re stand es au\u00dfer Frage, dass es sich bei den Bauern der Vend\u00e9e um r\u00fcckst\u00e4ndige Wesen handelte, die sie mit vollem Recht niederwerfen durften, und zwar nicht nur echte Kombattanten, sondern auch Frauen und Halbw\u00fcchsige, denn sie hatten sich als komplettes Milieu vor der Revolution schuldig gemacht.<\/p>\n<p>General Francois Joseph Westermann meldete dem Konvent 1793: Ich brauche mir nicht vorzuwerfen, auch nur einen Gefangenen gemacht zu haben.\u201c Zu den Kampfmethoden der Revolutionstruppen geh\u00f6rte das Niederbrennen von D\u00f6rfern und W\u00e4ldern, die Vernichtung von Lebensmittelvorr\u00e4ten, und, nachdem die Aufst\u00e4ndischen milit\u00e4risch besiegt waren, umfangreiche Massaker, und zwar zum ersten Mal in der Geschichte mit Mitteln, die Massenausl\u00f6schungen in kurzer Zeit erm\u00f6glichten: Fl\u00f6\u00dfe mit tausenden Gefesselten wurden in der Loire versenkt.<\/p>\n<p>Heute herrschen zivilisierte Zust\u00e4nde. Die Mittel eines Westermann oder Babeuf stehen gl\u00fccklicherweise nicht mehr zur Verf\u00fcgung, zu Molotowcocktailw\u00fcrfe auf Traktoren kommt es nur rhetorisch durch Schwatzhelden auf X, die in der Praxis oft schon an der \u00d6ffnung einer Konservendose scheitern. Auf der anderen Seite finden auch die Bauernproteste nicht so statt wie seinerzeit in Frankreich, noch nicht einmal so wie zu einer anderen Zeit an der Startbahn West. Aber das Grundmuster des Vend\u00e9e-Feldzugs existiert immer noch. Eine Elite, die sich nicht nur der gew\u00f6hnlichen Machterhaltung verpflichtet sieht, sondern dem Menschheitsbesten, reagiert auf Verweigerung und Widerspruch eben nicht nur mit konventionellen Machtmitteln, sondern mit \u00fcberschie\u00dfender Energie. Je besser die Absichten, die sich eine Bewegung selbst bescheinigt, desto erbitterter die Bek\u00e4mpfung ihrer Feinde. Sie straft mit dem reinsten Gewissen der Welt.<\/p>\n<p>Die teilweise, aber nicht durchweg gewaltt\u00e4tigen Gelbwesten-Proteste wurden zwar mit nichtt\u00f6dlichen, aber durchaus verst\u00fcmmelnden Geschossen bek\u00e4mpft, die Trucker-Proteste in Kanada mit einem bis dahin noch angewendeten Notstandsrecht.<\/p>\n<p>Das Aufbegehren der Landwirte in Deutschland blieb bisher fast v\u00f6llig friedlich. Von der Vend\u00e9e sind alle neuzeitlichen Emp\u00f6rungen des P\u00f6bels und die Reaktion der Neuprogressiven weit entfernt. Aber zumindest im \u00fcbertragenen Sinn gilt bei den beleidigten wohlgesinnten Eliten auch heute noch das Prinzip, keine Gefangenen zu machen. Sie wissen, dass es den Gelbwesten nicht nur um die damals durch Macron verk\u00fcndete Erh\u00f6hung der Dieselsteuer ging, die Arbeitspendler drau\u00dfen in der Provinz traf, nicht Enarchen im zentralen Paris; dass die Trucker und ihre Sympathisanten in Kanada nicht nur gegen die Impfnachweise k\u00e4mpften, die niederl\u00e4ndischen Bauern nicht nur um den Viehbestand, und dass es den deutschen Landwirten nicht nur darum geht, die geringere Besteuerung f\u00fcr Agrardiesel behalten zu wollen, derzeit 25,56 Cent je Liter statt der vollen Steuer f\u00fcr von 47,04 Cent.<\/p>\n<p>Ganz nebenbei, es handelt sich also nur um eine geringere Belastung, anders als etwa bei Lastenrad-K\u00e4ufern in Berlin, die vor einiger Zeit ganz real bis zu 1.000 Euro aus der Steuerschatulle bekamen. Aber wie gesagt, nie bewirkten es die fiskalischen und b\u00fcrokratischen Angelegenheiten allein, dass in Frankreich, Kanada, den Niederlanden und jetzt in Deutschland Zehntausende protestieren und dabei einen bemerkenswerten Zuspruch von anderen deplorables bekamen. In jedem dieser F\u00e4lle kanalisiert sich eine Wut auf eine aufgeblasene Moralelite, die definiert, auf welchem Pfad die Gesellschaft voranschreiten muss, und wer f\u00fcr den von ihr definierten Fortschritt etwas zu opfern hat (n\u00e4mlich die sowieso Verlorenen). Und nat\u00fcrlich erzeugt Verachtung von oben auch immer eine Gegenverachtung von unten. Die liefert dann wiederum den Wohlgesinnten weitere Argumente, warum der P\u00f6bel keine Nachsicht verdient.<\/p>\n<p>Ein Jahr nach dem Ende der Gelbwesten-Proteste gab es in Frankreich bei einigen Medien durchaus ein schlechtes Gewissen angesichts ihrer damaligen Einseitigkeit. France 24 etwa ging durchaus selbstkritisch mit der Berichterstattung um, und lie\u00df eine damalige Teilnehmerin der Demonstrationen namens Oriane zu Wort kommen. \u201eDie Medien hatten versucht, und zu kriminalisieren\u201c, meinte Oriane, \u201esie haben versucht, uns Homophobe, Rassisten und Antisemiten zu nennen.\u201c Sie selbst habe als lesbische Frau von den anderen Demonstranten nie irgendeine Zur\u00fccksetzung erfahren, auch nicht ihre muslimische Freundin. \u201eViele Nachrichtenorganisationen, denen ich fr\u00fcher vertraut hatte, haben uns mit Verachtung behandelt. Sie brauchten lange Zeit, bis sie uns verstanden haben, und mit der Art, wie sie die Nase \u00fcber uns r\u00fcmpften, haben sie die Kluft zwischen den Eliten und dem Volk vergr\u00f6\u00dfert.\u201c<\/p>\n<p>Im Nachbarland fanden die Verlorenen in den Auseinandersetzungen mehr grunds\u00e4tzliche Sympathie in der intellektuellen \u00d6ffentlichkeit, etwa bei Michel Houellebecq (der das Motiv des Bauernaufstandes in seinen Roman \u201eSeretonin\u201c einbaute), bei Christophe Guilluy, der den Begriff des \u201eFrance Periphere\u201c, oder \u00c9douard Louis, der beide Welten kennt, die der Wohlgesinnten und die Welt weit drau\u00dfen, der sich die bessermeinenden Kreise meilenweit \u00fcberlegen f\u00fchlen. \u00c4hnliche Stimmen wie Guilluy und Louis gibt es auch in Deutschland. Nur eben nicht mit Zugang zu den Fernsehredaktionen und etablierten Bl\u00e4ttern. Der bundesrepublikanische Meinungsblock der \u00f6ffentlich-rechtlichen Haltungsbeamten, der FAZ- bis taz-Journalisten, NGO-Funktion\u00e4re und Wirtschaftsinstitutsleiter steht noch etwas dichter zusammen als die Wohlgesinnten in anderen L\u00e4ndern, gerade dann, wenn es darum geht, in sozialen Konflikten nach unten zu treten. Denn diese sozialen Auseinandersetzungen m\u00fcnden in Verteilungsfragen, zum einen materieller Natur, aber auch aufmerksamkeits\u00f6konomisch. Gerade auf diesem Gebiet verteidigen die Ver\u00e4chter der deplorables eisern ihr Vorrecht, zu bestimmen, wer Debatten pr\u00e4gen und Interessen vortragen darf, und wer das gef\u00e4lligst zu unterlassen hat.<\/p>\n<p>Im Fall des deutschen Bundeshaushalts und der deutschen Landwirte k\u00f6nnte die Koalition auch die Wasserstoffwirtschafts-Subventionen aus dem Haus von Robert Habeck zusammenstreichen, die Zuwendungen an Organisationen wie die Amadeu Antonio Stiftung, den Kanzleramtsanbau, die Finanzierung von Radwegen in Peru und andere Welttransformationsvorhaben, um das selbstverschuldete 17-Milliarden-Loch im Haushalt f\u00fcr 2024 zu stopfen. Die Bauern erkennen in den \u00fcberfallartigen Regierungsma\u00dfnahmen v\u00f6llig zu Recht keine fiskalische Notwendigkeit, sondern eine Strafaktion. In Zeiten des Internets lesen Kuhmelker und gelegentliche Trachtentr\u00e4ger auch in Oberbayern und im Allg\u00e4u, was bessere Kreise \u00fcber Viehqu\u00e4ler, G\u00fclleversch\u00fctter und Aiwangerw\u00e4hler sagen und schreiben. Vor allem die Widerspenstigkeit der bayerischen Landbev\u00f6lkerung, die sich im Hebst 2023 nicht der Anordnung der \u201eS\u00fcddeutschen\u201c und anderer Organe beugen wollten, k\u00fcnftig nicht mehr die Freien W\u00e4hler anzukreuzen, sondern den Weg f\u00fcr eine gr\u00fcne Mitregierung in M\u00fcnchen freizumachen, vergessen die Progressisten nicht so schnell. Jetzt schicken sie in ihren Leitartikeln und Twitter-Wortmeldungen die Quittung.<br \/>\nEs gab auch keine objektive Notwendigkeit, franz\u00f6sischen Arbeitspendlern den Diesel zu verteuern, holl\u00e4ndischen Bauern das Wirtschaften schwer zu machen, kanadischen Truckern einen Impfnachweis abzuverlangen und 2016 die deplorables \u00f6ffentlichkeitswirksam zu verspotten. In allen F\u00e4llen handelte es sich neben der Verachtung auch immer um die Bestrafung einer schon vorhandenen Renitenz, vorgenommen von progressivoben nach p\u00f6belunten. Auf Twitter h\u00e4ufen sich gleichzeitig die Empfehlungen an die Landwirte, doch mit ihren Traktoren lieber f\u00fcr das Richtige zu demonstrieren. W\u00fcrden sie Autobahnen blockieren, um mehr Windr\u00e4der in Bayern zu erzwingen und sich f\u00fcr Pumpspeicherwerke im Alpenvorland einzusetzen, dann g\u00e4be es selbstredend Lob aus all den Kan\u00e4len, aus denen jetzt die Verachtung suppt. Und w\u00fcrden sich die Mistgabler aufmachen, das Privathaus von Aiwanger zu belagern, um ihn aus der Politik zu vertreiben, w\u00fcrde kein Gutredakteur Sippenhaft fordern; die Anf\u00fchrer s\u00e4\u00dfen stattdessen ruckzuck im Fernsehstudio und bek\u00e4men lobende Portr\u00e4ts auf SPIEGEL Online. Es geht und ging nie um die Methoden. Sondern darum, dass die falschen Leute das Falsche verteidigen, n\u00e4mlich ihren Lebensentwurf.<br \/>\nAlle wohlgesinnten Oberen k\u00f6nnen bei allen Rachefantasien von Gl\u00fcck sagen, dass die Auseinandersetzungen heute milder ablaufen als damals in der Vend\u00e9e. Denn zu der ganzen Geschichte geh\u00f6rt auch, dass Maximilien Robespierre, Graccus Babeuf und anderen die Rasur mit dem angeschr\u00e4gten republikanischen Messer nicht erspart blieb. Die H\u00f6chststrafe, die progressiven Gesellschaftslenkern heute droht, ist der Entzug von Stimmen, und, was allerlei Zivilgesellschafter angeht, von staatlichen Geldern.<br \/>\nDer Hals bleibt heil. So sieht wahrer Fortschritt aus.<\/p>\n<p>.. Alles vom 14.1.2024 von Alexander Wendt bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.publicomag.com\/2024\/01\/der-neue-poebelaufstand-bei-dem-keine-gefangenen-gemacht-werden\/\">https:\/\/www.publicomag.com\/2024\/01\/der-neue-poebelaufstand-bei-dem-keine-gefangenen-gemacht-werden\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/meinungen\/reaktionen-moralelite-bauernproteste-basket-of-deplorables-hillary-clinton\/\">https:\/\/www.tichyseinblick.de\/meinungen\/reaktionen-moralelite-bauernproteste-basket-of-deplorables-hillary-clinton\/<\/a><br \/>\n.<br \/>\nEinige Kommentare:<br \/>\nAuffallend, dass die \u201eEliten\u201c in den deplorables immer nur die eigenen Leute sehen. \u00dcber marodierenden Horden muslimischer M\u00e4nner, die Frauen als zweite Klasse sehen und am liebsten die Scharia in Deutschland einf\u00fchren wollen, wird man nie von deplorables sprechen, h\u00f6chstens von Fachkr\u00e4ften, Kulturbereichern, Traumatisierten und k\u00fcnftigen Renteneinzahlern. Fox<br \/>\n.<br \/>\nWendt hat es intellektuell hervorragend aufgearbeitet, allerdings reicht das heute nicht mehr. Leider, leider waren es heute am Brandenburger Tor viel zu wenig B\u00fcrger (ich war da) und alle viel zu brav, da \u201eanst\u00e4ndige Leute\u201c! Die Redner angepasst und voller Angst, als Rechte von MSM angeprangert zu werden. Tja, das ist Euer Problem, das mit der Bahnsteigkarte\u2026 F.U,<br \/>\n.<br \/>\nZeiten \u00e4ndern sich, und das umso schneller, wenn die Wirklichkeit und die Vernunft abserviert worden sind. Die Wirklichkeit gewinnt immer, wenn auch, nach menschlichem Verst\u00e4ndnis, langsam. Die Ampel mit all ihren Gr\u00fcnlingen, den kindischen Illusionisten, Zehntelgebildeten ohne Beruf und Ideologie-Verrannten, wird verlieren, weil die letztlich immer bestimmenden wirklichen Dinge sich durchsetzen, die Illusionen als Tr\u00e4umereien entlarven.<br \/>\nNat\u00fcrlich muss man in einer Demokratie, die leider nur aus Aus\u00fcbung des Wahlrechts hierzulande besteht, nachhelfen, indem man das verbriefte Recht, seine Meinung zu bekunden, so vertritt, dass sie aufgeben m\u00fcssen.<br \/>\nIhr sogenannter Fortschritt ist nat\u00fcrlich nur ein R\u00fcckschritt, weil alles, was sie bek\u00e4mpfen und loszuwerden versuchen, ohne ad\u00e4quaten Ersatz bleibt. Ein Lastenfahrrad ist kein Ersatz f\u00fcr ein Stadtauto, eine Luftheizung ist kein Ersatz f\u00fcr 85 % aller H\u00e4user. Die finanzielle Auspressung ist kein Mittel, den erarbeiteten Wohlstand und die modernen Technik, zu der ich auch die Medizin rechne, zu erhalten und voranzubringen. Daher l\u00e4uft diese gr\u00fcnrote Politik unter Assistenz der FDP ins Leere. Alle diese, inkl. der Gelben, sind die Ungeheuer, entstanden aus der Schlafm\u00fctzigkeit der vern\u00fcnftigen B\u00fcrger. bfw<br \/>\n.<br \/>\nDie FDP-Scharfmacherin Strack-Zimmermann nennt die AfD \u201eeinen Haufen Schei\u00dfe\u201c! Das ist nicht nur eine sprachliche Entgleisung, sondern spiegelt das Politikverst\u00e4ndnis dieser Regierung wider: die Verachtung der Andersdenkenden, deren mediale Ausgrenzung und massive Verunglimpfung! Das sind diktatorische Ma\u00dfnahmen, mit Demokratie hat das nichts mehr zu tun! H.B.<br \/>\n.<br \/>\n\u201eEinen \u00e4hnlichen Moment wie den im September 2016 in Manhattan und eine \u00e4hnliche prominente Figur wie Hillary Clinton gibt es f\u00fcr die deutsche Verachtung von oben nach unten nicht, \u2026\u201c<br \/>\nF\u00fcr mich pers\u00f6nlich schon: Und zwar als der damalige Bundesvorsitzende der SPD und Vizekanzler Sigmar Gabriel, anl\u00e4sslich des (wohl in Teilen \u00fcbergriffigen) Protests von Menschen irgendwo in Ostdeutschland gegen das Ankommen von Migranten, diese voller Verachtung im Gesichtsausdruck, als \u201ePack\u201c bezeichnet hat. Das war eine Ausdrucksweise, die es bis dahin aus Regierungskreisen nicht gab.<br \/>\nVerhalten eines Staatsmannes w\u00e4re es gewesen, konkret \u00fcbergriffiges Verhalten zu verurteilen, aber zur gleichen Zeit grunds\u00e4tzlichen Respekt f\u00fcr die B\u00fcrger zu signalisieren. Was Gabriel jedoch von sich gegeben hat, war meiner Ansicht nach der verbale Ausdruck genau dessen, was in diesem Artikel beschrieben ist: Grunds\u00e4tzliche Verachtung dieser Menschen, f\u00fcr ihr Leben, f\u00fcr ihre Interessen, sein \u201ebasket of deplorables\u201c. med<br \/>\n.<br \/>\nEine treffende Analyse der Verachtung, die von der Politik ihren W\u00e4hlern gegen\u00fcber ganz ungeniert demonstriert wird, indem Unsummen f\u00fcr kosmetische Selbstdarstellungen und sinnfreien Projekte weltweit mit den Steuern des verachteten Wahlvolks bestritten werden. Auch die schamlose und nicht einmal mehr versteckte Korruption und Vetternwirtschaft auf allen Etagen der Politik ist ein beredtes Zeugnis daf\u00fcr. Um in der Sprache der Bauern zu bleiben: Saust\u00e4lle m\u00fcssen ausgemistet werden. H.P.<br \/>\n.<br \/>\nIn einer Demokratie ist das Volk der Souver\u00e4n. Sollte es sich hierbei jedoch gr\u00f6\u00dftenteils um \u201eJ\u00e4mmerliche\u201c handeln, erlischt deren Machtanspruch. Folglich auch die m\u00fchsame Verpflichtung der Eliten ihnen gegen\u00fcber. Dies ist Gr\u00f6\u00dfenwahn! &#8230; Lux<br \/>\n.<br \/>\nPassende ironische und reale Spr\u00fcche f\u00fcr die\/von den gr\u00fcnlinken erwachten \u201eEliten\u201c:<br \/>\nWof\u00fcr brauchen wir Atomkraftwerke, bei uns kommt der Strom aus der Steckdose.<br \/>\nWir haben kein Strom-, sondern ein Gasproblem.(Robert)<br \/>\nDas Netz speichert den Strom. (Annalena)<br \/>\nWof\u00fcr brauchen wir Bauern, ich kaufe mein Gem\u00fcse im Bioladen.<br \/>\nWobei sich Ironie inzwischen in Realit\u00e4t verwandelt hat, die glauben das wirklich.<br \/>\nInsbesondere die ehemals klugen K\u00f6pfe der FAZ scheinen einer sehr erfolgreichen Gehirnw\u00e4sche unterzogen worden zu sein, wie sonst k\u00e4me man auf einen Kommentar wie \u201edie Bauern erhalten Riesen Subventionen, ohne etwas zu leisten\u201c, primitiv w\u00e4re hier noch eine zu milde Bezeichnung. Grausam. W.G.<br \/>\n.<br \/>\nJeder Artikel von Alexander Wendt ist intellektuell ein Hochgenuss, auch wenn das Thema traurig ist. Aber er wirft einen \u00fcberzeugenden Blick auf die dahinterliegenden Beweggr\u00fcnde der \u201eAkteure\u201c. J.C.<br \/>\n.<br \/>\nMan stelle sich vor: Elit\u00e4re versammelt in einem Bundesland, nicht Elit\u00e4re leben, arbeiten, wirtschaften (im Sinne sozialer Marktwirtschaft), forschen und lehren frei in den anderen Bundesl\u00e4ndern \u2013 wer k\u00f6nnte allein (\u00fcber-)leben? Wer k\u00e4me nicht ohne wen aus?<br \/>\nVerachtung funktioniert nicht mehr, wenn Selbstachtung w\u00e4chst, Unterdr\u00fcckung nicht mehr, wenn Macht nivelliert wird.<br \/>\nBleiben wir freie B\u00fcrger und leben wir entsprechend, als Gleiche und auf Augenh\u00f6he, in Verantwortung f\u00fcr uns selbst und die N\u00e4chsten. Und wer kann, wei\u00df sich von Gott gef\u00fchrt und getragen.<br \/>\nGl\u00e4ubige Christen kennen und ben\u00f6tigen die Anerkennung von \u201eEliten\u201c nicht, sie leben universelle Werte, die immer Bestand haben werden, sie \u00fcbernehmen Aufgaben, die ihnen die geschenkten Talente zuweisen, gern und zum Lob Gottes und seiner Sch\u00f6pfung. F\u00fcr sie gibt es nur Mitmenschen, N\u00e4chste. mit<br \/>\n.<br \/>\nEs ist falsch auf der heutigen Gro\u00dfdemo der Bauern in Berlin den Finanzminister oder andere Politiker auf dem Podium reden zu lassen. Dieser politischen Klasse unterstelle ich, dass sie keine ernsthaften Absichten verfolgen, sondern die Bauern f\u00fcr dumm verkaufen wollen und weiter die Steuermilliarden ungek\u00fcrzt im Ausland verschwenden wollen. Aber die Deutschen sollen daf\u00fcr noch mehr Steuern abliefern und Einschnitte hinnehmen. Es reicht! Schlu\u00df mit der Sozialistendiktatur! Wir brauchen Neuwahlen und eine b\u00f9rgerliche Regierung. Eve<br \/>\n.<br \/>\nDie 15-Minuten-Stadt der Woke<br \/>\nIn jungen Jahren heute auf dem Land lebend: Der Diskurs wird von denjenigen bestimmt, die intellektuell nur die 15 Minuten Stadt brauchen. Dazu geh\u00f6rt der Supermarkt, das Fahrrad und der \u00d6PNV, Internet und eine B\u00fcro -oder Lehrert\u00e4tigkeit. Sie sch\u00e4tzen die Vielfalt, den D\u00f6ner Laden um die Ecke, Bioland und die Kita \u201eF\u00e4hnlein Wieselschweif\u201c. Kritisch wird es mit der Grundschule und Gymnasium, daher auch die freie Schulwahl. Hinweis: Bestimmte Gymnasien in K\u00f6ln sind schlicht \u00fcberbucht, weil die l\u00e4ngere Fahrt dem Elternwillen entspricht. Dazu kommt ein Urlaub oder m\u00f6glichst zwei und die Eigentumswohnung. Alles nur Klischee? Wenn man sich die Wahlen in den Gro\u00dfst\u00e4dten ansieht, k\u00f6nnte man den Eindruck gewinnen, der st\u00e4dtische Kern w\u00e4re gr\u00fcn. Landleben gibt es nur am Wochenende. Auch das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Arbeiter und Bauern schwindet. Es ist ja alles da und im Zweifelsfall kommen \u00c4pfel aus Neuseeland und die Kartoffeln aus \u00c4gypten. Regional einkaufen \u2013 gerne. \u00d6ko, ja bitte. Die Label der gro\u00dfen Discounter, Aldi und Lidl, oder auch Rewe liefern Bauernidylle, auch wenn die Rohwaren irgendwo aus dem Osten, z.B. Ukraine kommen. Da\u00df \u00f6kologischer Landbau weniger Ertrag und mehr Arbeit bedeutet, ist wohl vollkommen unbekannt. Man k\u00f6nnte das wissen, wenn man einen Schrebergarten h\u00e4tte, aber dort sieht man statt Acker nur Rasen und Grill, wenn \u00fcberhaupt Interesse besteht. Und so kommt es, wie es irgendwie kommen muss. Es gibt einen schwer aufl\u00f6sbaren Konflikt zwischen Stadt und Land. Stadtluft scheint heute nicht mehr frei zu machen, sondern schr\u00e4nkt die Sicht ein. Wer nur noch zwischen 15 Minuten Stadt und Urlaub lebt, der sieht hat keinen Traktor, der bei Tag und Nacht das Getreide erntet, Gras m\u00e4ht oder mit seiner R\u00fcbenernte die Landstra\u00dfe blockiert. Gibt es eine L\u00f6sung? Die Gr\u00fcnen und ihre Claqueure schaffen eine, indem sie Ackerfl\u00e4chen reduzieren, Vieh keulen und Lebensmittel so teuer machen wie fr\u00fcher. Meine Schwiegermutter hat immer gesagt, man kann auch ein Haus auf die Toilette tragen \u2013 wir werden es erleben! HGV<br \/>\n.<br \/>\nDanke f\u00fcr diese \u00fcberf\u00e4lligen grunds\u00e4tzlichen Betrachtungen zur gespaltenen Gesellschaft der heutigen Tage. In Meinungsdiktaturen ist dies eine logische Folge. \u201eIch bin Arbeiter, wer ist mehr!!\u201c t\u00f6nte der SED-Parteisekret\u00e4r bei jeder Gelegenheit. Ein ehemals schlechter Elektriker, der keine rechte Lust zur Arbeit hatte. Schon dieser kleine Funktion\u00e4r f\u00fchlte sich erhaben und schaute herab auf die, die er zu \u201eerziehen\u201c hatte. Der Arbeiterschaft begegnete die SED-Obrigkeit mit Ha\u00dfliebe, denn gerade die \u201eF\u00fchrende Klasse\u201c war mit ideologischen Spinnereien nicht zu erreichen. Heute, trotz aller krampfhaften Marginalisierungs- und Digitalisierungsbem\u00fchungen, hat sich daran nichts ge\u00e4ndert. Der AfD wird (haupts\u00e4chlich!) aufgrund der Arbeiter-Verbundenheit mit Verachtung und Wut begegnet. Die Ideologen und ihre Nutznie\u00dfer werden ihre Pfr\u00fcnde verteidigen, gegen alle \u201eUmzingelung durch die Wirklichkeit\u201c. Kal<br \/>\n.<br \/>\nEs hat im Bereich dessen, was \u201elinks\u201c sein soll, ein unglaublicher Paradigmenwechsel stattgefunden. Wir w\u00e4ren beim Abitur in den 80er Jahren niemals auf die Idee gekommen, einen Ball mit aufgeplusterten Spie\u00dferkleidern zu veranstalten. Um die \u201ehart arbeitende Arbeiterschicht\u201c nicht mit unserem akademischen Abschluss zu erniedrigen, wurde das Abitur m\u00f6glichst klein gehalten. Ebenso beim Diplom und bei der Promotion, da holte man sich den Wisch bei der Institutssekret\u00e4rin ab, um blo\u00df kein akademisches Angebertum aufkommen zu lassen. Auf die \u201earbeitende Schicht\u201c musste extrem R\u00fccksicht genommen werden. Auch beim Verhalten und bei der Kleidung wurde alles \u201eB\u00fcrgerliche\u201c vermieden. Ich war deshalb entsetzt, als vor einigen Jahren das Wort \u201eUnterschichten-Fernsehen\u201c die Runde machte. Unterschicht \u2013 das w\u00e4re bei den arbeiteraffinen Linken alter Pr\u00e4gung ein absolutes Tabu-Wort gewesen. Ich bin deshalb v\u00f6llig platt, welche \u00dcberheblichkeit sich bei der billigen \u201eElite\u201c von heute gegen\u00fcber der arbeitenden Bev\u00f6lkerung breit gemacht hat. Das ist aber nichts links, sondern entspricht einer feudalistischen Clique, die sich f\u00fcr \u00fcberlegen h\u00e4lt, genau wie das adlige Pack einst am Hof von Versailles. Und wie damals, m\u00f6chten ein paar alberne Figuren aus der Stadt, die nicht in Versailles wohnten, auch zu diesem illustren Kreis der Volksver\u00e4chter geh\u00f6ren und kopierten deren albernes Gebaren. Man wei\u00df ja, wie es ausging\u2026 c.F.<br \/>\n.<br \/>\nIch bin gespannt, ob es irgendwann zu einem offen ausgetragenen Konflikt Land &amp; Vorst\u00e4dte gegen die Innenst\u00e4dte kommen wird. In den USA zeichnet sich ja \u00e4hnliches ab. W.B.<br \/>\n.<br \/>\nEs wird ganz augenscheinlich immer schwieriger \u201ees noch nach Demokratie\u201c aussehen zu lassen. Das Motto der \u201eRechtsschwurbler\u201c \u201c Wir k\u00f6nnen sie nicht zwingen die Wahrheit zu sagen aber wir k\u00f6nnen sie dazu bringen immer dreister zu l\u00fcgen\u201c verf\u00e4ngt immer mehr.<br \/>\nPolitik und (Leid)Medien m\u00fcssen sich immer weiter Demaskieren, nach und nach ihr wahres Gesicht zeigen. Immer h\u00e4ufiger, immer lauter, immer unangebrachter wird der zur Worth\u00fclse mutierte Begriff Demokratie und deren Verteidigung und Bewahrung hinausposaunt. Und immer mehr verhallt er in den Weiten des Moblands.<br \/>\nMan kann der Demokratie in diesem Land zu Gute halten dass die Bauernproteste stattfinden (d\u00fcrfen) und es, zumindest noch, keine strafrechtlichen Konsequenzen gibt. Dass sie in diesem Au\u00dfma\u00df stattfinden und keinerlei Auswirkungen auf die politischen Entscheidungen haben, zeigt aber gleichzeitig ihre Wirkungslosigkeit auf. Und eine wirkungslose Demokratie ist keine. W.E.<br \/>\n.<br \/>\nWen braucht das Land, und auf wen k\u00f6nnte man fast komplett verzichten ? Also, m\u00fcsste man sich entscheiden zwischen Politikern und Bauern und deren Unterst\u00fctzern aus Handwerk und Logistik, w\u00fcrde die Wahl nicht schwer fallen. Nur haben dies die parasit\u00e4ren Ideologen in Berlin NOCH nicht kapiert. Also, weiter so\u2026 Weg mit der Ampel !! m.K.<br \/>\n.<br \/>\nEinen gigantischen basket of deplorables hat auch die FDP mit Strack-Zimmermann aufgemacht: n\u00e4mlich AfD-W\u00e4hler.<br \/>\n\u201eJe gr\u00f6sser der Haufen Scheisse, umso mehr Fliegen sitzen darauf.\u201c (zur AfD) Nach aktuellen Umfragen hat sie damit mindestens 13 Millionen Staatsb\u00fcrger zu Schmeissfliegen erkl\u00e4rt. Mit der Anweisung, wie man als \u201eAnst\u00e4ndiger\u201c gegen Mitb\u00fcrger vorzugehen habe, die offen zugeben, diese Partei w\u00e4hlen zu wollen. Mehr abgrundtiefe Verachtung des Souver\u00e4ns kann man kaum in 3 S\u00e4tze packen. M.K.<br \/>\n.<br \/>\nZitat: \u201eIn die erste Reihe dieses Milieus geh\u00f6rt mit Sicherheit auch Rainald Becker, langj\u00e4hriger Chefredakteur der ARD, heute Chefkorrespondent des SWR, der auf X, vormals Twitter, die Bauernproteste zum Anlass nahm, um zu verk\u00fcnden: \u201eTraktorfahren macht offenbar dumm.\u201c<br \/>\nUnd das genau sind die Wanzen, die sich von unserem Abgepressten ein komfortables Leben leisten. An dem Zitat zeigt sich auch, dass die Umsetzung der repressiven deutschen Politik \u00fcberhaupt nicht ohne die Medien stattfinden kann. Die Qualit\u00e4t der Journalisten scheint dabei zusehends abzunehmen. Qualit\u00e4t der Ausbildung ist Nebensachen. Zuk\u00fcnftig wird das Studienfach \u201eJournalismus\u201c durch \u201eFraming\u201c ersetzt. R.U.<br \/>\nGut beschrieben. Das existentielle Grundproblem fast aller westlichen Demokratien ist, das sich eine v\u00f6llig nutzlose, anma\u00dfende, selbstgerechte, absolut verantwortungslose und durch und durch parasit\u00e4re Schicht aus Mist den Staat angeeignet hat. Mit Hilfe staatlich finanzierter Medien, NGOs usw. usw. .<br \/>\nWir m\u00fcssen uns die Demokratie zur\u00fcckholen. ML<br \/>\nEnde Kommentare<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Kultur &gt;Kulturverlust\u00a0&gt;Abendland\u00a0&gt;Cancel Culture &gt;woke &gt;woke-lost Listenauswahl eines Beitrags: Bitte anklicken oder runterscrollen Wokismus ist nicht franz\u00f6sisch (21.5.2026) No one is illegal on stolen land\u00a0(4,2,2026) Je linker das Wahlergebnis, desto kinder\u00e4rmer die Stadt \u2013 neue Zahlen brisanten Zusammenhangs\u00a0(12.1.2026) Was die Wokeness &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/woke-lost\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":81438,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-119456","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/119456","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=119456"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/119456\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":149476,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/119456\/revisions\/149476"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/81438"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=119456"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}