{"id":118648,"date":"2023-12-25T10:03:05","date_gmt":"2023-12-25T09:03:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=118648"},"modified":"2026-01-11T14:59:05","modified_gmt":"2026-01-11T13:59:05","slug":"weihnachtsgeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/kirchen\/weihnachten\/weihnachtsgeschichte\/","title":{"rendered":"Weihnachtsgeschichte"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Religion\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/\">Religion<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Kirchen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/kirchen\/\">Kirchen<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/abendland\/\">Abendland<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/kirchen\/weihnachten\/\">Weihnachten<\/a> &gt;Weihnachtsgeschichte<\/p>\n<div id=\"attachment_117239\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/demo1-wir-gemeinsam-pan2311-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-117239\" class=\"size-full wp-image-117239\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/demo1-wir-gemeinsam-pan2311-1.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"430\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/demo1-wir-gemeinsam-pan2311-1.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/demo1-wir-gemeinsam-pan2311-1-180x121.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-117239\" class=\"wp-caption-text\">Gemeinsam unterwegs f\u00fcr Frieden, Freiheit und Demokratie auf der Demo in Freiburg am 11.11.2023<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span>\u00a0oder scrollen<\/em><\/li>\n<li>Schleimspur: Vierfacher Skandal der Stuttgarter Christmette 24.12.2025 (11.1.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/horrormensch-statt-christkind\/\">Horrormensch statt Christkind<\/a>\u00a0(27.12.2025)<\/li>\n<li>Weihnachten &#8211; Christi Geburt (24.12.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/krippen-geschichts-gesichtslos\/\">Krippen geschichts- gesichtslos?<\/a>\u00a0(6.12.2025)<\/li>\n<li>Hausfriedensbruch wegen Weihnachtsbaum &#8211; 3000 Euro Strafe (12.3.2025)<\/li>\n<li>Wieso das Weihnachtsfest nicht kleinzukriegen ist &#8211; Ins Offene schauen (20.12.2024)<\/li>\n<li>Die Weihnachtsgeschichte &#8211; aus dem Evangelium nach Lukas 2,1-20 (24.12.2018)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/christentum\/\">Christenttum<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schleimspur: Vierfacher Skandal der Stuttgarter Christmette 24.12.2025<\/strong><br \/>\nDas Sch\u00f6nste waren die deutschen Weihnachtslieder: Die Stuttgarter Inszenierung einer Schleimkrippe an Heiligabend stellt gleich einen vierfachen Skandal dar. Unter dem Tarnnamen \u201eChristmette\u201c wurden die Zuschauer Zeugen eines Gottesraubes besonderer Art.<br \/>\n.<br \/>\nViel ist geschrieben und geschrien worden nach der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/horrormensch-statt-christkind\/\">ARD-\u00dcbertragung der Christmette<\/a> aus Stuttgart <a href=\"https:\/\/www.drs.de\/ansicht\/artikel\/christmette-aus-st-maria-in-stuttgart.html\">https:\/\/www.drs.de\/ansicht\/artikel\/christmette-aus-st-maria-in-stuttgart.html<\/a> . Verst\u00e4ndlich, denn das, was man dort zu sehen und zu h\u00f6ren bekam, war absonderlich. Die Kritik richtete sich gemeinhin gegen die \u00e4sthetische Zumutung, statt eines Jesuskindes in der Krippe einen zun\u00e4chst undefinierbaren Schleimberg vorzufinden, der sich bei n\u00e4herem Hinsehen als erwachsener (!) Mensch auf Stroh entpuppte. Man hatte ihn in nasses Reispapier eingepackt, was ihn an ein frisch geborenes Kalb erinnern lie\u00df, das mit gelb-gr\u00fcnlichem Schleim und Fruchtwasser bedeckt ist.<br \/>\nDie Bild-Zeitung https:\/\/www.bild.de\/regional\/baden-wuerttemberg\/live-im-fernsehen-ard-zeigt-christmette-mit-schleim-jesus-694e6bfdba368aa0126a3a92 und andere Medien nahmen sich der Emp\u00f6rung an und gaben die Zuschauerreaktionen aus den sozialen Netzwerken wieder, die sich bei der Installation an ein \u201eatmendes Alien\u201c erinnert f\u00fchlten und die Installationsidee mit dem Pr\u00e4dikat \u201ekrank und abartig\u201c apostrophierten.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDenn zu den bislang recht einhelligen Kommentaren bez\u00fcglich der \u00e4sthetischen Entgleisung, Menschen mit fragw\u00fcrdiger \u201eKunst\u201c zu br\u00fcskieren und auf diese Weise mit ihren religi\u00f6sen Gef\u00fchlen zu spielen, gilt es noch weitere Skandale auf den Schirm zu nehmen, die allerdings in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung und Kritik ein wenig im Schatten standen. Es sind dies der liturgische Skandal, der mediale, der oberhirtliche und vor allem: der theologische.<br \/>\n.<br \/>\n<em><strong>Der liturgische Skandal<\/strong><\/em><br \/>\nDer erste ist schnell erkl\u00e4rt. Pfarrer Thomas Steiger, der als Zelebrant unter der offensichtlichen Fuchtel einer Pastoralreferentin mit Namen Katharina Leser verantwortlich f\u00fcr den Gottesdienstablauf war, nahm f\u00fcr sich in Anspruch, die Regeln der Liturgie, die mitnichten in der Verf\u00fcgungsmasse eines Priesters liegen, weitgehend zu verlassen und die Messe neu zu erfinden. Da wurden Teile ausgelassen und der Ablauf selbstgestrickt sowie garniert mit frei erfundenen Gebeten. Es gab kein \u201eKyrie eleison\u201c und kein \u201eGloria\u201c \u2013 und das in einer Christmette, die an das erste \u201eGloria\u201c der Weltgeschichte erinnert, das auf den Hirtenfeldern bei Betlehem gesungen wurde!<br \/>\n&#8230;.<br \/>\n<em><strong>Der theologische Skandal<\/strong><\/em><br \/>\nBei der Predigt nun kam es zum eigentlichen, dem theologischen Skandal in der Heiligen Nacht. Ein Skandal, der seine Wurzeln nicht eigentlich in dem unappetitlichen Schleim-Jesus hatte, sondern sich in diesem lediglich widerspiegelte. Der Kern des Affronts gegen die Theologie von der Menschwerdung Gottes lag vielmehr in den Ausf\u00fchrungen des Pfarrers. Denn in der Predigt, die \u00e4hnlich streng parit\u00e4tisch von beiden Gottesdienstprotagonisten gemeinsam gehalten wurde, verstieg sich Pfarrer Steiger zu der Aussage: \u201eKinder sind klein. Aber in ihnen steckt Gro\u00dfes. Ich denke, darauf wollte Lukas aufmerksam machen, als er die Idee hatte, Gott als Kind auf die Welt kommen zu lassen.\u201c (ab Minute 24:06)<\/p>\n<p>Oha! Also doch Grimms M\u00e4rchen, das mit dem Christentum! So mancher zuf\u00e4llig in die Fernsehmesse zugeschaltete Agnostiker muss sich dabei zufrieden ob dieser Best\u00e4tigung seines Unglaubens zur\u00fcckgelehnt und im Programm-Men\u00fc weitergezappt haben. Alle anderen braven Katholiken, vor allem jene, die \u2013 zu dieser Stunde an Krankenbetten gefesselt und in Senioreneinrichtungen kaserniert \u2013 dem ARD-Programm anheimgefallen waren, mussten in der Christnacht erfahren, dass diese keineswegs heilig, sondern die Kopfgeburt eines gewissen Lukas ist, der die Geburt Gottes als Mensch lediglich literarisch erfunden hat.<br \/>\nWenn Christus nur geschaffener Mensch ist, kann er nicht Erl\u00f6ser sein<br \/>\nBesonders prek\u00e4r ist diese Aussage ausgerechnet am Ende des Jubil\u00e4umsjahres, in dem die Christenheit weltweit des bedeutenden Konzils von Niz\u00e4a gedacht hat, auf dem im Jahre 325 die wahre Gottsohnschaft Jesu Christi als verbindlicher Glaubenssatz formuliert wurde! Die antike Bischofsversammlung wurde wegen der damals bl\u00fchenden H\u00e4resie des Theologen Arius, der die Gottheit Jesu Christi leugnete, auf den Plan gerufen. Der Arianismus hatte weite Teile der damaligen christlichen Welt infiziert und musste theologisch, aber auch kirchenamtlich eine Antwort bekommen. Denn wenn Christus nur ein geschaffener Mensch ist, kann er nicht Erl\u00f6ser sein, als der er in der christlichen Offenbarung erfahren und verk\u00fcndet wird.<br \/>\nJust 1700 Jahre sp\u00e4ter verlegt nun ein von der katholischen Kirche als Rundfunkpfarrer beim SWR installierter Prediger mit der harmlosen, nickelbebrillten Miene des Pfarrers Falkenberg alias \u201eKindlein\u201c aus den Verfilmungen von Ludwig Thomas Lausbubengeschichten die Menschwerdung Gottes in den Bereich der schriftstellerischen Freiheit und macht sie damit zur Erfindung: die Geburt in Betlehem als die Inszenierung eines frommen Wunschdenkens.<br \/>\nHier hat die Skandaldarstellung des sich windenden Wesens und seiner weihnachtlichen Instrumentalisierung ihre eigentliche Wurzel. Wobei die Botschaft des Pfarrers Steiger schlimmer ist als die arianische H\u00e4resie, welche das Konzil von Niz\u00e4a verurteilte. Denn w\u00e4hrend der Arianismus noch von einer Art Auserw\u00e4hlung des realen Menschen Jesus ausgeht, der von Gott (!) in den Rang eines Vermittlers erhoben wird, erfahren wir hier aus dem Mund des Predigers, dass die Geburt eben dieses Jesus nur eine Spintisiererei des Lukas (!) sei. Nicht Gott wollte Mensch werden, sondern er, Lukas, war es, der \u2013 wie Pfarrer Steiger seiner Weihnachtsgemeinde mitteilte \u2013 \u201edie Idee hatte, Gott als Kind auf die Welt kommen zu lassen.\u201c<\/p>\n<p>Die Schleimspur eines aufkl\u00e4rerischen Subjektivismus<br \/>\nDie Inszenierung der Schleimkrippe ist also nur in zweiter Linie eine Zumutung \u00e4sthetischer Art. Sie ist in erster Linie ein theologischer Skandal. Und zwar, weil hier die gesamte Geburt in Betlehem, die traditionell als Geburt des real gezeugten und nicht geschaffenen Gottessohnes Jesus Christus verstanden und geglaubt wird, zum Symbol wird. Damit ist auch die Erl\u00f6sungstat eines Gottes, den nicht dessen eigener Wille, sondern die bl\u00fchende Fantasie eines Schriftstellers zur Welt kommen l\u00e4sst, nicht mehr als eine Art Gedankenspiel.<br \/>\nDas aber macht die Botschaft dieser Christmette zu einer abgrundtief deprimierenden Angelegenheit. Denn das, was sich nach Pfarrer Steiger in Betlehem offenbar nicht ereignet hat, sondern nur eine Geschichte aus der lukanischen M\u00e4rchensammlung ist, hat nicht die Qualit\u00e4t einer \u201eFrohen Botschaft\u201c von der Erl\u00f6sung. Kein Gott wird in dieser Sichtweise Mensch, um den Menschen vom Himmel her entgegenzukommen. Vielmehr verk\u00fcnden Herr Pfarrer Steiger und seine um m\u00f6glichst antizyklische Weihnachtlichkeit bem\u00fchte liturgische Kopilotin der atemlosen Fernsehgemeinde eine \u201eN\u00e4he\u201c Gottes, von der man sich fragt, welchen Realit\u00e4tsgehalt sie hat. Denn wenn man das, was das Predigtteam da zusammengezimmert hat, zu Ende denkt, erweist sich Gott als eine Projektion, Ludwig Feuerbach zu Gnaden.<br \/>\nDaher lautet die Kurzbotschaft zu Weihnachten aus Stuttgart: der Mensch ist verletzlich und ausgeliefert, das symbolisiert das Schleimwesen ohne Gestalt und Sch\u00f6nheit \u2013 so weit, so gut. Die Botschaft f\u00fcr diesen verletzlichen Menschen lautet aber nun: es gibt eine sch\u00f6ne Geschichte, die sagt, \u201edass Gott in dir und in mir ist\u201c. (Minute 28:20). Aber auch au\u00dferhalb? Hier st\u00f6\u00dft man auf die hochgef\u00e4hrliche Gew\u00f6hnung an einen aufkl\u00e4rerischen Subjektivismus, der schon lange seine gef\u00e4hrliche Schleimspur auch durch die Kirche zieht und deren Gottes- und Weltverh\u00e4ltnis gleicherma\u00dfen belastet.<br \/>\n\u201eSo viel Gott war nie\u201c ist die eigentliche Weihnachtsbotschaft!<br \/>\nGehen wir nun mal davon, dass die beiden Fernsehgottesdienstler sich der Dimension dessen nicht bewusst waren, was sie da rituell und theologisch verbrochen haben, so treffen sie damit zugleich die alte, im Westen der Kirche dominierende \u00dcberbetonung der Menschheit Jesu Christi und ihren oft exklusiven Blick auf die damit verbundene Solidarit\u00e4t mit dem Elend der Menschen. So anr\u00fchrend dies sein mag und so sehr auch in der k\u00fcnstlerischen Tradition der Westkirche schon vor Jahrhunderten begonnen wurde, die Geburt Jesu in den jeweiligen epochalen Alltag zu verlegen, so sehr ger\u00e4t dies aus den Fugen, wenn der offenbarte Hintergrundbefund, dass Jesus Christus wahrer Mensch, aber auch wahrer Gott ist, in Metaphorik aufgel\u00f6st wird.<br \/>\nDiesen wahren Gott finde ich zwar in \u201emeinem Fleisch und Blut\u201c, wie es im Lied \u201eZu Betlehem geboren\u201c hei\u00dft. Er lebt und wirkt aber auch au\u00dferhalb meines Fleisches und Blutes. Die Inszenierung der ARD-Mette hatte man unter das Motto gestellt: \u201eSo viel Mensch war nie!\u201c<br \/>\nDie Akteure hatten dabei aber wohl nicht bedacht, dass dieses Motto die weihnachtliche Botschaft auf den Kopf stellt. Denn diese lautet eigentlich: \u201eSo viel Gott war nie!\u201c Denn nur, wenn Gott real Mensch wird, hat der Mensch eine Chance auf reale Befreiung aus dem elenden Schleim seines Menschseins und der ihn bindenden irdischen Probleme. In Stuttgart konnte man ihm jedoch allenfalls eine erneuerte Bewusstseinslage als Basis zur Selbsterl\u00f6sung bieten.<br \/>\n\u201eGnade\u201c, \u201eSegen\u201c und \u201eErl\u00f6sung\u201c beschreiben hingegen klassischerweise das, was nicht vom Menschen selbst kommt. Ist die angemahnte N\u00e4he Gottes, von der die Rede war, also nur die N\u00e4he des Menschen zu sich selbst, dann kann man auch nicht l\u00e4nger von \u201eErl\u00f6sung\u201c sprechen, sondern dann gibt es nur einen gigantischen Paradigmenwechsel, eine Umbenennung des Irdischen in die Metaphorik einer humanistischen Kompensation der Endlichkeit.<\/p>\n<p>Ortsbischof Kr\u00e4mer \u2013 lauthals verstummt<br \/>\nWas bleibt, ist ein ern\u00fcchterndes \u201eSch\u00f6n w\u00e4r\u2019s!\u201c und eben nicht \u201eein Lichtstrahl der Hoffnung f\u00fcr die ganze Menschheit\u201c als \u201ezentrale Botschaft dieser Heiligen Nacht\u201c, wie es der zust\u00e4ndige Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Klaus Kr\u00e4mer, in seiner Weihnachtsbotschaft vermelden lie\u00df. Denn der armseligen schleimverschmierten und verletzlichen Menschheit aus der Krippeninszenierung der ARD-Mette wird nach dem, was dort verk\u00fcndet wurde, gerade kein Licht zuteil, sondern allenfalls der Blick in einen tr\u00fcben Spiegel.<br \/>\nDer Bischof der Christmettenstadt muss sich also fragen lassen, f\u00fcr welchen Geburtskanal man sich nun zu entscheiden hat: ob f\u00fcr die christlich geglaubte Wahrheit eines realen Einbruchs der Transzendenz in die Immanenz des Menschlichen oder f\u00fcr die humanistische Chiffre, zu der Gott wird, wenn man daran vorbeisieht, dass in Betlehem ein Gottmensch in der Krippe lag, dessen Sch\u00f6nheit Seine Niedrigkeit erst zur Hoffnung machte.<br \/>\nUnd hier sind wir abschlie\u00dfend bei den beiden \u00fcbrigen Skandalen der Mettenentgleisung angekommen. Da ist einmal das donnernde Schweigen des Ortsbischofs zu dem, was an Verwirrung bei der Mehrheit der medialen Teilnehmer durch den Fernsehgottesdienst ausgel\u00f6st wurde und die deswegen offene Frage, ob das, was das von ihm alimentierte \u201ePastoralpersonal\u201c abgeliefert hat, von ihm gedeckt ist.<\/p>\n<p>Die ARD gibt die willig-n\u00fctzliche Plattform<br \/>\nUnd ein andermal verschr\u00e4nken sich in der Person des Pfarrers Steiger als Rundfunkbeauftragten der kirchliche und der mediale Skandal zu der in Deutschland typischen Melange aus theologischem Progressismus und \u00f6ffentlich-rechtlichem Transmissionsriemen der Sendeanstalten. Eine Hand w\u00e4scht die andere. Denn auch wenn die ARD \u00e4u\u00dferlich nur die Kamera gef\u00fchrt hat, so ist sie doch hier, wie so oft, im Wesentlichen die Plattform f\u00fcr den Abschied vom Christlichen \u2013 eifrig sekundiert von kirchlichen Akteuren mit und ohne Mitra, die sich nachweislich gern von hermeneutischen Dompteuren exegetisch dressieren lassen.<br \/>\nDarin verkn\u00fcpfen sich die Skandale um verwirrte Theologen, schweigende Bisch\u00f6fe und ein n\u00fctzliches Medium, die in einem gruseligen Zusammenspiel unter dem Tarnnamen \u201eChristmette\u201c einen Gottesraub besonderer Art inszeniert haben.<br \/>\n&#8230; Alles vom 11.1.2026 von Guido Rodheudt bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.corrigenda.online\/kultur\/kolumne-von-pfr-guido-rodheudt-schleimspur\">https:\/\/www.corrigenda.online\/kultur\/kolumne-von-pfr-guido-rodheudt-schleimspur<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Dr. Guido Rodheudt, Jahrgang 1964, geborener Aachener und seit 1989 Priester der Di\u00f6zese Aachen, leitet als Pfarrer die Pfarrei St. Gertrud in Herzogenrath am Nordrand der alten Kaiserstadt. Der promovierte Philosoph ist neben seiner Seelsorget\u00e4tigkeit Autor verschiedener katholischer Medien. Er besch\u00e4ftigt sich am liebsten mit liturgischen und kulturphilosophischen Themen. Seiner Herkunft im Katholizismus des deutsch-niederl\u00e4ndisch-belgischen Dreil\u00e4nderecks ist es geschuldet, dass er trotz aller Krisen den Humor noch nicht verloren hat.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weihnachten &#8211; Christi Geburt<\/strong><br \/>\nEs ist eines der gr\u00f6\u00dften Paradoxa unserer Welt: Gott l\u00e4sst sich zu uns hernieder, in dieses Jammertal, das voller Neid, Habgier, Hass und Missgunst ist. Und wie tut er das? Nicht als \u00fcber allen stehender K\u00f6nig und Herrscher, sondern als Baby. In einem Akt totaler Dem\u00fctigung wurde er ganz Mensch, mit all den Verletzlichkeiten, den Verfolgungen und den Problemen, mit denen auch wir konfrontiert sind. Warum tut er das? Weil wir nur so, in Ans\u00e4tzen, das verstehen, was sp\u00e4ter folgen wird. Was wir Christen Erl\u00f6sung nennen.<br \/>\nIn der kommenden Nacht gedenkt die Welt dieser Geburt in Bethlehem, die das wohl einschneidendste Erlebnis der Weltgeschichte war. Leider allzu oft wird aber nicht mehr Christi Geburt gedacht, sondern im besten Fall wird ein \u201eFest der Familie\u201c gefeiert. Die Weihnachtsbotschaften der Politiker sind lax. Und die Kirchen sind meist dem Zeitgeist angepasst. Dabei t\u00e4ten klare Worte not. Gerade dann, wenn der Mensch wieder zur Sache, zur Funktion degradiert zu werden droht.<br \/>\nWie kontrastreich dazu liest sich ein Weihnachtserlebnis des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, das das Ehepaar Dorothea und Wolfgang Koch f\u00fcr Sie aufgeschrieben hat! 1933 verbrachte Adenauer, damals kein Kanzler, sondern inkognito im Benediktinerkloster Maria Laach, wo er sich vor den Nazis versteckt halten musste. \u201eF\u00fcr Adenauer war Weihnachten kein sentimentales Idyll\u201c, schreiben die Adenauer-Kenner. \u201eIn \u00e4u\u00dferer Bedr\u00e4ngnis wurde ihm dieses Fest zur Schule innerer Freiheit und Standhaftigkeit.\u201c<br \/>\n&#8230;<br \/>\nVon Maria Laach, wo sp\u00e4ter auch andere bedeutende europ\u00e4ische Politiker einkehrten, zu nennen sind vor allem Alcide De Gasperi und Robert Schuman, ging Orientierung aus.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.corrigenda.online\/kultur\/weihnachten-bei-adenauer-ohne-gott-geht-es-nicht\">https:\/\/www.corrigenda.online\/kultur\/weihnachten-bei-adenauer-ohne-gott-geht-es-nicht<\/a><br \/>\nJahrhundertealte Leitplanken, die von heutigen Politikern leider \u00fcberfahren werden. Zum Schaden f\u00fcr den Kontinent und f\u00fcr den einzelnen Menschen.<br \/>\nAls Rudolf Augstein im Oktober 1948 mit journalistischem Instinkt Adenauer \u201eals kommenden Mann\u201c besuchte, lie\u00df er die Spiegel-Leser wissen: \u201eEin Gebetsstuhl tr\u00e4gt die Aufschrift \u2018Maria Laach 1933\u201334\u2019.\u201c Adenauers Weihnachtserlebnis verweist auf die Wurzel des europ\u00e4ischen Neuanfangs.<br \/>\n&#8230; Alles vom 24.12.2025 von Lukas Steinwandler bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.corrigenda.online\/kultur\/weihnachten-im-stall-von-bethlehem-wird-gott-zum-game-changer\">https:\/\/www.corrigenda.online\/kultur\/weihnachten-im-stall-von-bethlehem-wird-gott-zum-game-changer<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<strong>Kein \u201eKirchhofsfrieden\u201c \u2013 Adenauers Weihnachts-Logik<\/strong><br \/>\n1933: Ein kleiner Christbaum in einem Hotelzimmer am Laacher See. Wenige Geschenke, daf\u00fcr das Weihnachtsevangelium und das lange entbehrte Zusammensein der gro\u00dfen Familie nach der Flucht aus K\u00f6ln. Als Gejagter findet Konrad Adenauer bei den M\u00f6nchen in Maria Laach innere Freiheit.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nVielleicht sei es das sch\u00f6nste seiner Weihnachtsfeste gewesen, bekannte Konrad Adenauer seinen Landsleuten in seiner Weihnachtsansprache <a href=\"https:\/\/www.konrad-adenauer.de\/seite\/default-dd8d209197\/\">https:\/\/www.konrad-adenauer.de\/seite\/default-dd8d209197\/<\/a> als Bundeskanzler 1951. In Maria Laach war Adenauer kein Kanzler, kein Politiker im Rampenlicht, sondern ein Gejagter. Nach schmachvoller Vertreibung aus seinem Amt <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/shorts\/Qni8Rlq4ies\">https:\/\/www.youtube.com\/shorts\/Qni8Rlq4ies<\/a> und vom Tode bedroht, fand der 57-j\u00e4hrige K\u00f6lner Oberb\u00fcrgermeister Zuflucht bei seinem Schulfreund, dem Abt des Benediktinerklosters Maria Laach.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nAdenauers Weihnachts-Logik \u2013 innere Freiheit in \u00e4u\u00dferer Bedr\u00e4ngnis, Standhaftigkeit in der Ohnmacht, Licht in der Nacht ohne Garantie auf raschen Tagesanbruch \u2013 blieb nicht privat. Sie wurde politisch, ohne sich parteipolitisch zu verengen. Dies zeigte eine andere Weihnachtsansprache des Bundeskanzlers, die von 1952 <a href=\"https:\/\/www.konrad-adenauer.de\/seite\/default-72426ad551\/\">https:\/\/www.konrad-adenauer.de\/seite\/default-72426ad551\/<\/a>, in der er fragte: \u201eLiebt der den Frieden, der passiv alles hinnimmt?\u201c<br \/>\n&#8230; Alles vom 23.12.2025 von Dorothea und Wolfgang Koch bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.corrigenda.online\/kultur\/weihnachten-bei-konrad-adenauer-kein-kirchhofsfrieden-adenauers-weihnachts-logik-und-europas\">https:\/\/www.corrigenda.online\/kultur\/weihnachten-bei-konrad-adenauer-kein-kirchhofsfrieden-adenauers-weihnachts-logik-und-europas<\/a><br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Die Essenz von Weihnachten: \u201eDenkt um!\u201c<\/strong><br \/>\nFriede auf Erden ist eine sch\u00f6ne Vision, leider sieht die Wirklichkeit in vielen L\u00e4ndern dieser Erde anders aus. \u00dcber die Weihnachtsbotschaft und ihre Wirkung in der heutigen Zeit reden wir mit dem Pfarrer und fr\u00fcheren Talkshow-Moderator J\u00fcrgen Fliege. Welche sch\u00f6nen weihnachtlichen Musikst\u00fccke gibt es jenseits von Bachs Weihnachtsoratorium? Und in welchen Gegenden der Welt wird am sch\u00f6nsten gesungen zum Fest? Dar\u00fcber spricht der Organist und Publizist David Boos. In unserer Reihe \u201eWas ist konservativ?\u201c kommt die Vorsitzende der Desiderius-Erasmus-Stiftung Erika Steinbach zu Wort.<br \/>\nUnd im Kommentar des Tages benennt Uwe Jochum die Essenz von Weihnachten. Sie lautet: \u201eDenkt um!\u201c<br \/>\n24.12.2025,<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.spreaker.com\/episode\/kontrafunk-aktuell-vom-25-dezember-2025--69184566\">https:\/\/www.spreaker.com\/episode\/kontrafunk-aktuell-vom-25-dezember-2025&#8211;69184566<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/kontrafunk.radio\/de\/sendung-nachhoeren\/politik-und-zeitgeschehen\/kontrafunk-aktuell\/kontrafunk-aktuell-vom-25-dezember-2025\">https:\/\/kontrafunk.radio\/de\/sendung-nachhoeren\/politik-und-zeitgeschehen\/kontrafunk-aktuell\/kontrafunk-aktuell-vom-25-dezember-2025<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<strong>Meilenstein \u2013 Weihnachten 2023 &amp; Weihnachtsgeschichte aktuell: Nicht nur was f\u00fcr fromme Menschen \u2026<\/strong><br \/>\n26.12.2023<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mediagnose.de\/2023\/12\/26\/weihnachten-2023-weihnachtsgeschichte-aktuell-nicht-nur-was-fuer-fromme\/\">https:\/\/www.mediagnose.de\/2023\/12\/26\/weihnachten-2023-weihnachtsgeschichte-aktuell-nicht-nur-was-fuer-fromme\/<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/vera-lengsfeld.de\/2025\/12\/23\/weihnachtsgruss-2\">https:\/\/vera-lengsfeld.de\/2025\/12\/23\/weihnachtsgruss-2<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Hausfriedensbruch wegen Weihnachtsbaum &#8211; 3000 Euro Strafe<\/strong><br \/>\n<strong>Weihnachtsbaum-Streit Kita Hamburg geht in n\u00e4chste Instanz<\/strong><br \/>\nWeil ein G\u00e4rtner einer Hamburger Kita gegen ihren Willen einen Weihnachtsbaum schenkte, wurde er wegen Hausfriedensbruch zu einer Geldstrafe verurteilt. Nun legte er Berufung ein.<br \/>\nNachdem eine Kita im Hamburger Stadtteil Lokstedt zu Weihnachten 2023 bewusst auf einen Weihnachtsbaum verzichtete, um \u201enicht-christliche Kinder nicht auszuschlie\u00dfen\u201c, stellte der G\u00e4rtner heimlich einen Tannenbaum auf dem Kita-Gel\u00e4nde auf und legte Geschenke darunter. Daraufhin stellte die Kita Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch. Der G\u00e4rtner wurde Ende letzten Jahres von einem Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt. Nun muss sich das Landgericht erneut mit dem Fall befassen, da der G\u00e4rtner Berufung eingelegt hat, meldet <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/deutschland\/hamburg\/weihnachtsbaumaktion-vor-kita-neuer-prozess-gegen-gaertner-zr-93621228.html\">https:\/\/www.merkur.de\/deutschland\/hamburg\/weihnachtsbaumaktion-vor-kita-neuer-prozess-gegen-gaertner-zr-93621228.html<\/a>.<br \/>\n&#8230; Alles vom 12.3.2025 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/weihnachtsbaum_streit_geht_in_naechste_instanz\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/weihnachtsbaum_streit_geht_in_naechste_instanz<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wieso das Weihnachtsfest nicht kleinzukriegen ist &#8211; Ins Offene schauen<\/strong><br \/>\nFelix Dirsch<\/p>\n<p>Friedrich H\u00f6lderlin, einer der gro\u00dfen Freunde speziell des griechischen Mythos, den er f\u00fcr die Uroffenbarung der Wahrheit hielt, schrieb in der Elegie \u201eBrod und Wein\u201c: \u201eG\u00f6ttliches Feuer auch treibet, bei Tag und bei Nacht, \/ Aufzubrechen. So kommt! da\u00df wir das Offene schauen.\u201c \u201eG\u00f6ttliches Feuer\u201c \u2013 dieser geheimnisvollen Kraft wollte er sich n\u00e4hern; sie war eine seiner wichtigen Antriebsquellen.<\/p>\n<p>H\u00f6lderlins schw\u00e4bischer Landsmann Martin Heidegger war von der Schau ins Offene, die der verehrte Dichter herausstellte, so sehr angetan, da\u00df sie ihm sogar geholfen hatte, dem Bann der nationalsozialistischen Ideologie zu entrinnen. F\u00fcr den Autor von \u201eSein und Zeit\u201c stellte sich die Frage nach dem Offenen vor allem im Kontext der Offenbarkeit des Seins. Im Gegensatz zu diesem \u201eUnverborgenen\u201c bei den Vorsokratikern konstatierte er im Kontinuum der abendl\u00e4ndischen Philosophiegeschichte seit Platon einen \u201eEntzug des Seins\u201c. Gerade im Umgang mit der neuzeitlichen Technik war ihm das \u201eGeheimnis des Seyns\u201c ein Anliegen. Auf diese Weise kehrte Heidegger den Wert von Spiritualit\u00e4t jenseits des christlichen Dogmas hervor.<\/p>\n<p>Zu keiner Zeit ist die Menschheit so aufgeschlossen gegen\u00fcber einem zuk\u00fcnftigen Ereignis wie im Advent. Die seelischen Antennen sind oftmals auf Empfang geschaltet. Es kommt etwas, dessen Inhalt man weder kennt noch kennen kann, obwohl man gern vom Gegenteil \u00fcberzeugt ist. Diese Erwartungshaltung findet sich \u00fcber den \u00fcbriggebliebenen Teil des praktizierenden christlichen Bev\u00f6lkerungsanteils hinaus \u2013 und sei es auch nur, weil man sich \u00fcber Geschenke freut.<\/p>\n<p>Die fortdauernde Relevanz des Weihnachtsfestes l\u00e4\u00dft verschiedene Gr\u00fcnde erkennen. Einer davon ist die Umformung des christlichen Festes, die bis ins 18. Jahrhundert, partiell bis zur Reformation zur\u00fcckreicht: Die in der Aufkl\u00e4rung Konturen annehmenden Formen der \u201eb\u00fcrgerlichen Welt- und Lebensanschauung\u201c (Bernhard Groethuysen) wollten die alten Rituale gern in die Gem\u00fctlichkeit eines Familien- und Geschenkfestes \u00fcbertragen. Die herk\u00f6mmlichen christlichen Inhalte mutierten dabei h\u00e4ufig zu Nebens\u00e4chlichkeiten.<\/p>\n<p>Die Sinnentleerung der christlichen Inhalte lie\u00df und l\u00e4\u00dft sich nicht aufhalten. Diese Umwertung ist vielmehr sogar die Voraussetzung f\u00fcr die ungebrochene Verbreitung. Mit der Aktion \u201eWeihnachtsmannfreie Zone\u201c macht das katholische Bonifatiuswerk seit 2002 auf den heiligen Nikolaus aufmerksam. Die Bedeutung des Weihnachtsfestes samt umrankendem Brauchtum im fr\u00fchen 21. Jahrhundert reicht jedoch weiter. Die geweihte Nacht offenbart archetypische Gestalten. Gemeint sind Grundstrukturen menschlicher Vorstellungs- und Handlungsmuster, die sich durch diverse geschichtliche Stationen ziehen. Die sogenannte \u201eUr-Weihnacht\u201c hat mit den heute praktizierten Formen wenig zu tun.<\/p>\n<p>Man kann diesen Komplex mit den Worten der Historikerin Renate Reuther zuspitzen: Weihnachten funktioniert auch ohne Krippe und ohne idyllische Familienharmonie. Vor dem 18. Jahrhundert war die Art und Weise, wie man jene Br\u00e4uche beging, die mitunter verbla\u00dft im weihnachtlichen Festkreis aufscheinen, vielfach anders als der heutige Usus.<\/p>\n<p>Von den vielen Gepflogenheiten aus einer versunkenen \u00c4ra ragen besonders solche heraus, die der Winterzeit geschuldet sind: Vermummte Geistergestalten ziehen um die H\u00e4user unter Obhut von Frau Holle und Frau Percht. Man denkt angesichts der Verkleidungen eher an Karneval. Je nach Region finden sich unz\u00e4hlige Varianten. Die Vielfalt solcher Spielarten ist begrifflich nur schwer auf einen Nenner zu bringen. Man spricht unter anderem von Wintersonnenwendfeier, Mittwinterfest und Julfest. Die Symbolik, die mit solchen Praktiken verbunden war, reicht in unvordenkliche Epochen zur\u00fcck. \u00dcber viele Generationen hinweg waren Schellenklang, Kettengeklirr und hintergr\u00fcndiges Gel\u00e4chter von Geistern vertraut, auf deren Austreibung man hoffte. \u201eElemente der wilden Ur-Weihnacht\u201c (Reuther) muten heute fremd an. Sie wurden indessen l\u00e4nger gepflegt als die gewohnte Lametta- und Pl\u00e4tzchen-Idylle.<\/p>\n<p>Man hat viel \u00fcber den tieferen Sinn der zahllosen Holle- und Percht-Metamorphosen ger\u00e4tselt. Wahrscheinlich verbirgt sich dahinter die Verehrung von Fruchtbarkeit und Weiblichkeit, die nicht auf die Winterzeit beschr\u00e4nkt ist.<\/p>\n<p>Im Alltag vermischten sich nicht selten christliche Absicht und (oftmals \u00f6rtliche) heidnische \u00dcberlieferung. Ebenso erkennt man \u00f6fter bizarren Aberglauben, Ausschm\u00fcckung sowie Ab\u00e4nderungen des Tradierten. Die Brauchtumsforscherin Reuther verweist exemplarisch auf folgenden Zusammenhang: Das Christkind, das die Augen ausbl\u00e4st, der Weihnachtsmann, der durch den Kamin kommt und die Rute des Nikolaus wie auch die Figur des Knecht Ruprecht geh\u00f6ren zu den Erz\u00e4hlstr\u00e4ngen rund um Holle\/Percht.<\/p>\n<p>Eine lange Liste von \u00dcblichkeiten l\u00e4\u00dft sich auf ihre Wurzeln hin untersuchen. Dazu z\u00e4hlen die Christbaum-Routinen. Gemessen an der langen Zeit seit Christi Geburt handelt es sich dabei um relative Neuheiten. Der gedankliche Zusammenhang von Leben und Baum, der zu den \u201eUrsymbolen\u201c (Ludwig Klages) der Menschheit geh\u00f6rt, ist weithin bekannt. Auch in diesem Kontext durchdringen sich Zeichen des biblischen Glaubens mit uralten Vorstellungen, nach denen etwa G\u00f6tter in den Kronen von B\u00e4umen wohnen.<\/p>\n<p>Manche Aspekte jener Riten, die man dem Holle-Percht-Komplex zurechnet, sind in (auch j\u00fcngere) christliche Praktiken eingegangen. Zu nennen sind nur die Sternsinger-, aber auch die Martinsumz\u00fcge. Ihre Popularit\u00e4t zeigt sich nicht zuletzt darin, da\u00df manche \u00f6ffentliche Stimmen fordern, sie christlicher Exklusivit\u00e4t zu entkleiden, um keinen Teilnehmer auszugrenzen. Ob Sonne-Mond-und-Sterne-Feiern aber den J\u00fcngsten die gleiche Botschaft vermitteln, bleibt fraglich. Der Brauch am Dreik\u00f6nigstag, Segensspr\u00fcche gegen Gaben einzutauschen, ist gleichfalls uralt.<\/p>\n<p>Die Unterschiede bei der Ausgestaltung des Weihnachtsfests verwundern auf den ersten Blick. Man darf aber nicht vergessen, da\u00df die Geburt des Erl\u00f6sers in der Alten Kirche, anders als Ostern, lange Zeit keinen Ort im Geschichtsged\u00e4chtnis besessen hatte. Der Auseinandersetzung mit konkurrierenden Kulten d\u00fcrfte es geschuldet gewesen sein, da\u00df die Gl\u00e4ubigen die Niederkunft des Gottessohnes zum Ereignis stilisieren mu\u00dften \u2013 daher die mythische Einkleidung, die sich auch bei anderen Gottess\u00f6hnen (wie dem Kaiser Augustus) findet. Vergil k\u00fcndet in der ber\u00fchmten vierten Ekloge die Geburt eines g\u00f6ttlichen Knaben an, mit dem die Herrschaft des Saturn wiederkehre. Heute sto\u00dfen derartige mythologische Symbole, etwa die Jungfrauengeburt, meist auf Ablehnung. Diese Erz\u00e4hlungen, auf die man auch in anderen Kulturen (wie der alt\u00e4gyptischen) trifft, sollten den besonderen Stellenwert der entsprechenden Vorg\u00e4nge zum Ausdruck bringen. Christliche Deutung formte insbesondere griechische Mythen um, wie die einschl\u00e4gige Studie des Altkirchenhistorikers Hugo Rahner herausarbeitet. Ungeachtet aller Forderungen nach Entmythologisierung besteht eine gelehrte Phalanx von Karl Jaspers \u00fcber Karl Ker\u00e9nyi bis Eugen Drewermann auf der \u201eWahrheit des Mythos\u201c (Kurt H\u00fcbner).<\/p>\n<p>Da\u00df sich der antike \u201eKampf der Kulturen\u201c auch im Disput um die Geburt des Herrn niedergeschlagen hatte \u2013 darauf deutet nicht zuletzt der gew\u00e4hlte Termin im Westen des R\u00f6mischen Reiches hin. Am 25. Dezember wurde des Gottes Sol Invictus gedacht. Auch Kaiser Konstantin, eine Gestalt des \u00dcbergangs, verehrte ihn. Christus, die neue Sonne, erblickte kalendarisch anstelle der alten Sonnengottheit das Licht der Welt. Allerdings zerstritt sich die Christenheit \u00fcber dieses Datum. Der Osten entschied sich f\u00fcr das bis heute g\u00fcltige Fest Epiphanie.<\/p>\n<p>Vertreter der gro\u00dfen kirchenfeindlichen Str\u00f6mungen des letzten Jahrhunderts wu\u00dften um die Kraft kalendarischer Konvention. Ihre Repr\u00e4sentanten schreckten jenseits marginaler Korrekturen davor zur\u00fcck, die christliche Zeitrechnung zu eliminieren. Das Ziel fanatischer Nationalsozialisten, alte germanische Julfeste, die durch das Christentum verdr\u00e4ngt wurden, wiederzubeleben, kam \u00fcber einen kleinen Kreis von Hitler-Gl\u00e4ubigen nicht hinaus. Der F\u00fchrer hielt vom eigenen ideologischen \u00dcberbau wenig, diente er ihm doch ausschlie\u00dflich zur Legitimierung seiner Gewaltherrschaft. Er spottete dar\u00fcber, da\u00df seine Gauleiter nicht als Heilige taugten und \u00fcberging die Anh\u00e4nger von Alfred Rosenbergs \u201eMythus des 20. Jahrhunderts\u201c.<\/p>\n<p>Den Nationalsozialisten blieb nur die Instrumentalisierung des Fests, das nicht aus der Welt zu schaffen war. Den Kommunisten gelang ebenfalls keine Tabula-rasa-L\u00f6sung. KPD-Propagandisten thematisierten den Widerspruch zwischen den \u201eOh du fr\u00f6hliche\u201c-Liedern der ges\u00e4ttigten B\u00fcrgerlichen und der sichtbaren Armut des Proletariats. Erich K\u00e4stner brachte es auf den Punkt: \u201eMorgen Kinder, wird\u2019s nichts geben! Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.\u201c 1929 fand im s\u00e4kularisierten Berlin ein Weihnachtsfest der Gottlosen statt. Man vermutete wohl, da\u00df eine etwaige Leere noch unertr\u00e4glicher w\u00e4re als die fremdgewordenen Bez\u00fcge.<\/p>\n<p>Den gestern wie heute politisierten und \u00f6konomisierten Ersatzritualen gelingt keine vollst\u00e4ndige Ausl\u00f6schung von Herkunft und identit\u00e4rer Pr\u00e4gung, wie sie sich im Weihnachtsfest pointiert manifestieren. Auch bei ihnen macht sich, wie im \u00fcberlieferten Christentum, die Vorstellung bemerkbar, da\u00df der unvermeidbare Weg des Menschen ins Zuk\u00fcnftig-Offene nicht unabh\u00e4ngig von geschichtlich-relativen Mythen, Narrationen und Gebr\u00e4uchen aller Art geschehen kann. Die nachchristlich-pluralistische Gesellschaft des fr\u00fchen 21. Jahrhunderts kommt nicht darum herum, derartige Einbr\u00fcche in den pragmatisch-mechanischen Alltag als unverzichtbar anzuerkennen.<\/p>\n<p>&#8230; Alles vom 20.12.2024 von Felix Diersch bitte lesen in der JF 52\/24, Seite 22<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.junge-freiheit.de\">https:\/\/www.junge-freiheit.de<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Prof. Dr. Felix Dirsch, Jahrgang 1967, lehrt Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Politische Theorie in Armenien. Sein Buch \u201eLogiken des Wandels\u201c (Schlosser-Verlag) erschien 2023. Auf dem Forum schrieb er zuletzt \u00fcber Kant (\u201eDer logische Widerspruch\u201c, JF 17\/24).<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Weihnachtsgeschichte &#8211; aus dem Evangelium nach Lukas 2,1-20<\/strong><br \/>\nIn jenen Tagen erlie\u00df Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinus Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazareth in Galil\u00e4a hinauf nach Jud\u00e4a in die Stadt Davids, die Betlehem hei\u00dft; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids.<\/p>\n<p>Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort ankamen, kam f\u00fcr Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz f\u00fcr sie war.<\/p>\n<p>In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie f\u00fcrchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht, denn ich verk\u00fcnde euch eine gro\u00dfe Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.\u201c<\/p>\n<p>Und pl\u00f6tzlich war bei dem Engel ein gro\u00dfes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: \u201eVerherrlicht ist Gott in der H\u00f6he, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.\u201c<\/p>\n<p>Als die Engel die Hirten verlassen hatten und in den Himmel zur\u00fcckgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: \u201eKommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verk\u00fcnden lie\u00df!\u201c So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in einer Krippe lag. Als sie es sahen, erz\u00e4hlten sie, was ihnen \u00fcber dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es h\u00f6rten, staunten \u00fcber die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte dar\u00fcber nach. Die Hirten kehrten zur\u00fcck, r\u00fchmten Gott und priesen ihn f\u00fcr das, was sie geh\u00f6rt und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.<br \/>\nAus dem Evangelium nach Lukas 2,1-20<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Religion\u00a0&gt;Kirchen\u00a0&gt;Abendland\u00a0&gt;Weihnachten &gt;Weihnachtsgeschichte &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0Klicken\u00a0oder scrollen Schleimspur: Vierfacher Skandal der Stuttgarter Christmette 24.12.2025 (11.1.2026) Horrormensch statt Christkind\u00a0(27.12.2025) Weihnachten &#8211; Christi Geburt (24.12.2025) Krippen geschichts- gesichtslos?\u00a0(6.12.2025) Hausfriedensbruch wegen Weihnachtsbaum &#8211; 3000 Euro Strafe (12.3.2025) Wieso das Weihnachtsfest &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/kirchen\/weihnachten\/weihnachtsgeschichte\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":16191,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-118648","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/118648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118648"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/118648\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":143975,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/118648\/revisions\/143975"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/16191"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}