{"id":117450,"date":"2023-11-18T19:11:27","date_gmt":"2023-11-18T18:11:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=117450"},"modified":"2026-01-16T18:24:18","modified_gmt":"2026-01-16T17:24:18","slug":"wahlrecht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/wahlrecht\/","title":{"rendered":"Wahlrecht"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Engagement\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/\">Engagement<\/a> &gt;<a title=\"Demokratie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/\">Demokratie<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Partei\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/\">Partei<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/parteienstaat\/\">Parteienstaat<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/parlament\/zweiparteiensystem\/\">Zweiparteiensystem<\/a> &gt;Wahlrecht<\/p>\n<div id=\"attachment_117239\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/demo1-wir-gemeinsam-pan2311-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-117239\" class=\"size-full wp-image-117239\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/demo1-wir-gemeinsam-pan2311-1.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"430\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/demo1-wir-gemeinsam-pan2311-1.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/demo1-wir-gemeinsam-pan2311-1-180x121.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-117239\" class=\"wp-caption-text\">Gemeinsam unterwegs f\u00fcr Frieden, Freiheit und Demokratie auf der Demo in Freiburg am 11.11.2023<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): <span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span> oder scrollen<\/em><\/li>\n<li>Ulrich Vosgerau: Entzug des passiven Wahlrechts (16.1.2026)<\/li>\n<li>Zweitstimme abschaffen: Diffamierung statt Wahrheitssuche \u2013 Die Herrschaft des Primitiven in der Partei-Politik (9.1.2026)<\/li>\n<li>Passives Wahlrecht an AfD-ler verwehrt Ludwigshafen: Demokratie im Niedergang (9.12.2025)<\/li>\n<li>Wahlalter 16 &#8211; Erwachsenenstrafrecht ab 20 (15.9.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kirche-gegen-passives-wahlrecht\/\">Kirche gegen passives Wahlrecht<\/a> (25.8.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ob-wahl-lu-kandidatur-verbot\/\">OB-Wahl LU: Kandidatur-Verbot AfD<\/a>\u00a0 (20.8.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/wettbewerb\/\">Wirtschaft wie Politik brauchen Wettbewerb<\/a> (19.8.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ob-wahl-lu-kandidatur-verbot\/\">OB-Wahl LU: Kandidatur-Verbot<\/a> (20.8.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/bundestag\/wahlbetrug\/\">Wahlbetrug: Prinzipienlosigkeit von Merz kommt von seiner Arroganz<\/a>\u00a0(6.3.2025)<\/li>\n<li>Wahlrecht: Abgeordnete sind zu w\u00e4hlen, nicht Parteien (16.8.2024)<\/li>\n<li>Zweitstimme zur Erststimme machen &#8211; nein! (13.11.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/consent-of-the-governed\/\">Vertrauen als Voraussetzung f\u00fcr das Funktionieren einer Demokratie<\/a> (13.11.2023)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/bildungsprekariat\/\">Bildungsprekariat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/gesellschaft\/buergerrechte\/\">Buergerrechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/demokratieabbau\/\">Demokratieabbau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/staat\/etatismus\/\">Etatismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/neuwahlen\/\">Neuwahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/parteienstaat\/\">Parteienstaat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/krise\/gewalt\/politische-gewalt\/\">Politische-Gewalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/propaganda\/\">Propaganda<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/staat\/\">Staat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/staatsapparat\/\">Staatsapparat<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Unverzeihlich\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/unverzeihlich\/\">Unverzeihlich (Angela Merkel)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/wahlen2021\/\">Wahlen2021<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/bundestag\/wahlbetrug\/\">Wahlbetrug<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/wahlrecht\/\">Wahlrecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/parlament\/zweiparteiensystem\/\">Zweiparteiensystem<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ulrich Vosgerau: Entzug des passiven Wahlrechts<\/strong><br \/>\n<strong>Demokratie auf Abruf &#8211; Die fragw\u00fcrdigen Pl\u00e4ne der Justizministerin<\/strong><\/p>\n<p>Der \u00dcbergang unserer Demokratie zur Postdemokratie ist nicht nur von der Einf\u00fchrung eines in Deutschland vor allem im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk vermittelten Elitenkonsenses gepr\u00e4gt. Der l\u00f6st den bisherigen Gegensatz zwischen \u201eRegierung\u201c und \u201eOpposition\u201c auf. Und weist mit Abscheu die verbleibende, sich dem Konsens verweigernde Opposition als \u201everfassungsfeindlich\u201c zur\u00fcck. Pr\u00e4gend ist auch die weitere Tendenz der Eliten, die ohnehin medial und durch Volkserziehungsagenturen gelenkte Demokratie schrittweise in ein Selbsterg\u00e4nzungsrecht umzudeuten.<br \/>\nIn den Medien und der Selbstdarstellung der Parteien wird der Begriff des \u201eDemokraten\u201c zentral, der eben von den vermeintlich nichtdemokratischen Mitbewerbern abzugrenzen ist. Hierdurch wird letztlich die Existenz einer Art neuer Adelsschicht behauptet, die allein f\u00fcr politische Aufgaben legitimiert sei, wohingegen die vermeintlichen Undemokraten auch durch noch so \u00fcberzeugende Wahlergebnisse keine \u201ewahre\u201c Legitimation erlangen k\u00f6nnten, da diese eben inzwischen nicht mehr als durch die Wahl vermittelt gilt, sondern aus der Anerkennung durch die Eliten folgen soll.<br \/>\nDie alten Eliten, akut von m\u00f6glicher Absetzung im Zuge der sich l\u00e4ngst abzeichnenden wirtschaftlichen Existenzkrise Deutschlands bedroht, legen inzwischen gro\u00dfen Wert darauf, sich ihre in Frage kommenden Konkurrenten selber aussuchen zu k\u00f6nnen. Einfachster Ausdruck dessen ist die \u201eBrandmauer\u201c: Nicht die Wahlentscheidung bestimmt, wer mit wem im Parlament zusammenarbeitet, sondern die Gew\u00e4hlten behalten sich zum Nachteil der W\u00e4hler vor, deren Entscheidung an der Urne zu einem erheblichen Teil zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p>Zeichen dieser Umdeutung der W\u00e4hlerdemokratie in ein Selbsterg\u00e4nzungsrecht war etwa der Ausschlu\u00df Joachim Pauls von der B\u00fcrgermeisterwahl in Ludwigshafen. Von Kritikern wurde sogleich eingewendet, das passive Wahlrecht k\u00f6nne weder durch die politischen Konkurrenten des AfD-Bewerbers im \u201eWahlausschu\u00df\u201c noch vom Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz (das die entsprechende \u201eMunition\u201c in einem elfseitigen, eher lachhaften \u201eGutachten\u201c geliefert hatte), sondern immer nur durch ein Gericht entzogen werden. Jedenfalls im einstweiligen Rechtsschutzverfahren vor der dann ohne Paul durchgef\u00fchrten B\u00fcrgermeisterwahl verfing diese Argumentation aber nicht. Denn es solle nicht das passive Wahlrecht als solches entzogen werden, sondern es fehle an einer beamtenrechtlichen Qualifikation, die ein B\u00fcrgermeister als Chef der Kommunalverwaltung nun einmal haben m\u00fcsse, n\u00e4mlich die Treue zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung.<\/p>\n<p>Der neue Gesetzesvorschlag der Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will nun aber ohne Umschweife auf die Aberkennung des passiven Wahlrechts politisch unliebsamer Bundestags- und Landtagskandidaten hinaus. Schon im schwarz-roten Koalitionsvertrag war vereinbart worden, \u201eim Rahmen der Resilienzst\u00e4rkung unserer Demokratie\u201c den \u201eEntzug des passiven Wahlrechts bei mehrfacher Verurteilung wegen Volksverhetzung\u201c einzuf\u00fchren. Der jetzt konkret vorliegende Gesetzesvorschlag scheint die Verabredung aus dem Koalitionsvertrag sogar noch zu versch\u00e4rfen, indem er schon die erste Verurteilung gen\u00fcgen l\u00e4\u00dft. Andererseits soll es aber keinen Automatismus geben, sondern eine richterliche Entscheidung im Einzelfall, und es soll eine Verurteilung blo\u00df zu einer Geldstrafe nicht mehr gen\u00fcgen.<\/p>\n<p>Dieser Plan wurde schon seit geraumer Zeit als \u201eLex H\u00f6cke\u201c diskutiert (der jedoch noch nie wegen Volksverhetzung verurteilt wurde). Da ein Verbot der AfD kaum erreichbar erscheint \u2013 schlie\u00dflich will diese Partei die Demokratie durch Einf\u00fchrung plebiszit\u00e4rer Elemente eher ausweiten statt abschaffen, und eine bestimmte Einwanderungs- oder Einb\u00fcrgerungspolitik schreibt das Grundgesetz eben nicht vor, schon gar nicht im Sinne eines \u201eVerfassungskerns\u201c \u2013, will man offenbar auf eine Art \u201eParteiverbot light\u201c hinaus. Verboten wird also nicht die Partei, aber praktisch alle B\u00fcrgermeister- und Landratskandidaten und dann eben auch manche Abgeordnete. Wer die Regierung k\u00fcnftig kritisiert, wird sich um ein eher leisetreterisches Auftreten bem\u00fchen, um seine politische Karriere nicht zu gef\u00e4hrden. Und wenn parteiinterne Konkurrenten schlie\u00dflich beginnen, einander gegenseitig zu denunzieren, ist endg\u00fcltig \u201eFeuer unter dem Dach\u201c der Opposition.<\/p>\n<p>Nach derzeitiger Rechtslage erlischt das passive Wahlrecht automatisch bei einer Verurteilung zu einer Haftstrafe von \u00fcber einem Jahr. Schon diese Regelung ist verfassungsrechtlich zweifelhaft. Da die Gleichheit aller B\u00fcrger im Hinblick auf Wahlrecht und W\u00e4hlbarkeit absolut unverzichtbar in der Demokratie ist, m\u00fc\u00dfte eine solche Regelung, wenn es sie schon gibt, auf \u201epolitische\u201c Delikte beschr\u00e4nkt sein, wie vor allem die Bestechlichkeit als Abgeordneter oder sonstigen krassen Mi\u00dfbrauch von Befugnissen aus einem Wahlamt. Im Rahmen des Wahlrechtsentzugs auch nach dem \u201eVolksverhetzungs\u201c-Paragraphen soll man f\u00fcr reine Meinungs\u00e4u\u00dferungen nun nicht nur ins Gef\u00e4ngnis kommen, sondern auch vom passiven Wahlrecht ausgeschlossen werden k\u00f6nnen. Beides pa\u00dft nicht zu einer freiheitlichen Demokratie und bildet au\u00dferdem ein Problem der Gewaltenteilung \u2013 denn warum soll die Judikative entscheiden k\u00f6nnen, wer sich f\u00fcr die Legislative auch nur bewerben darf?<\/p>\n<p>Ohnehin ist der Volksverhetzungs-Paragraph ein rechtsstaatlicher Albtraum. Die Vorschrift wurde 1872 als \u201eAufreizung zum Klassenkampf\u201c in das Strafgesetzbuch eingef\u00fchrt, sie enthielt 33 Worte und stellte nur die Aufforderung zu Gewalttaten speziell aus klassenk\u00e4mpferischen Gr\u00fcnden unter Strafe. Davon ist heute nicht mehr die Rede; die seit 1998 bereits zehnmal versch\u00e4rfte Vorschrift (inzwischen 511 Worte) macht nicht nur jede dezidierte Einwanderungs- oder Masseneinb\u00fcrgerungskritik zum existentiellen Risiko, sondern verbietet auch die Verharmlosung von in fremden L\u00e4ndern begangenen Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Weswegen deutsche Amtsrichter nun Rechtsfragen zu entscheiden haben, die sonst den UN-Sicherheitsrat oder den Internationalen Gerichtshof in Den Haag besch\u00e4ftigt h\u00e4tten.<br \/>\n&#8230; Alles vom 16.1.2026 von Ulrich Vosgerau bitte lesen in der JF 4\/26 , Seite 2<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.junge-freiheit.de\">https:\/\/www.junge-freiheit.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zweitstimme abschaffen: Diffamierung statt Wahrheitssuche \u2013 Die Herrschaft des Primitiven in der Partei-Politik<\/strong><br \/>\nIn der politischen Auseinandersetzung gibt es schon lange nicht mehr ein gemeinsames Ringen um die Erkenntnis der Probleme in der Gesellschaft und die besten L\u00f6sungswege. Die herrschenden Parteien wollen je mit aller Macht ihre Auffassungen durchsetzen; und der sachlichen Kritik daran wird in der Regel nicht mit sachlichen Argumenten begegnet, sondern mit pers\u00f6nlicher Diskreditierung, Diffamierung und Verleumdung der Andersdenkenden. Diese gelten nicht als gleichberechtigte Demokraten im Ringen um die Wahrheit, sondern als Feinde der eigenen Macht bzw. Macht-Ambitionen, die pers\u00f6nlich auszuschalten und zu vernichten sind. Die Herrschaft des Primitiven, R\u00fcpelhaften hat zur absoluten Dekadenz der politischen Kultur gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der repr\u00e4sentativen Demokratie liegt das Ideal zugrunde, dass sich die Besten des Volkes im Parlament versammeln, um die anstehenden Probleme, f\u00fcr die das Parlament zust\u00e4ndig ist, gemeinsam zu l\u00f6sen. Dazu m\u00fcssen sie in vollem Umfang erkannt und Ideen entwickelt werden, wie sie am besten \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDoch jeder Einzelne steht, biographisch bedingt, auf einem anderen \u201eStandpunkt\u201c, von wo aus er auf das Problem blickt. Jeder hat immer nur Teilaspekte im Auge, so wie man beim Blick auf ein Haus nur eine Seite wahrnimmt. Um das ganze Haus zu erfassen, muss man um das Haus herum-, ja schlie\u00dflich noch hineingehen. Das gr\u00f6\u00dfte soziale Hindernis ist es, Teilaspekte f\u00fcr das Ganze zu halten und so in Vorurteilen gefangen zu sein.<br \/>\nAber der Vorteil der Vielen ist ja, dass hier die verschiedensten Gesichtspunkte zusammenkommen und jeder durch die Anderen kennenlernen kann, was ihm selbst noch zur \u00dcbersicht \u00fcber das Ganze fehlt. Dann kann ein fruchtbarer sachlicher Austausch der Argumente stattfinden, denen jeder interessiert und lernbereit zuh\u00f6rt und darauf eingeht. Dann kann sich ein gemeinsamer Erkenntnisprozess entwickeln, der von Verantwortung f\u00fcr das Wohl aller getragen ist. Nur muss jeder sich halt zur Einsicht in die eigene Beschr\u00e4nktheit durchgerungen haben. Sonst geh\u00f6rt er nicht zu den Besten und hat im Parlament des Volkes nichts zu suchen.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n<em><strong>Die Parteien<\/strong><\/em><br \/>\nDie heutigen Parteien verhindern den geschilderten Prozess. Urspr\u00fcnglich sind sie entstanden, um entweder die Interessen der ausgebeuteten Arbeiterschaft geltend zu machen, die berechtigten Interessen der Unternehmer nicht untergehen zu lassen, bei allem Fortschritt \u00dcberkommenes und Bew\u00e4hrtes zu erhalten, zu konservieren, oder die lebensnotwendige Umwelt zu sch\u00fctzen. Doch immer haben sie ihren Teilaspekt weitgehend absolut genommen und danach gestrebt, als Partei die Macht in Parlament und Regierung zu erlangen, um ihre einseitige Sicht f\u00fcr alle verbindlich durchzusetzen.<br \/>\nDie Parteien treten daher im Parlament als in Fraktionen zusammengeschlossene Verb\u00e4nde auf. Die einzelnen Mitglieder haben gar nicht die M\u00f6glichkeit, in einen freien Erkenntnisprozess mit den Mitgliedern der anderen Fraktionen zu kommen, da sie jeweils an die eigene Fraktionsdisziplin gebunden sind, die sie zur Vertretung der von den Parteispitzen vorgegebenen Richtung zwingt, wollen sie denn bei der n\u00e4chsten Wahl in dem finanziell lukrativen Spiel noch dabei sein. Es ringen also nicht freie Individualit\u00e4ten miteinander um die Wahrheit, sondern hierarchisch gegliederte Kampfverb\u00e4nde ringen um die Macht, f\u00fcr die in der Beschr\u00e4nktheit ihrer oft fanatischen Einseitigkeit die \u201eWahrheit\u201c l\u00e4ngst feststeht, die ihre.<br \/>\nKommt eine Partei durch die Koalition mit einer anderen Partei an eine geteilte Macht, kann sie nicht alles durchsetzen, und es hei\u00dft dann, dass in einer Demokratie halt Kompromisse gemacht werden m\u00fcssten. Aber was man hier Kompromisse nennt, entspringt nicht der Einsicht innerhalb eines gemeinsamen Prozesses um die Erkenntnis des Ganzen, sondern ist widerwillig den aktuellen Machtverh\u00e4ltnissen geschuldet. Der Wille, die eigene Einseitigkeit durchzusetzen, der sich schlie\u00dflich alle unterwerfen m\u00fcssen, besteht nach wie vor.<br \/>\nDas Argumentationsniveau im Parlament ist ein Ausdruck dieses absoluten Herrschaftswillens. Es ist in der Geschichte der Bundesrepublik immer weniger um das sachliche Eingehen auf die sachlichen Argumente gegangen, sondern immer mehr um das pers\u00f6nliche Diffamieren des Andersdenkenden, um ihn an den medial gelenkten Pranger zu stellen und in seiner Glaubw\u00fcrdigkeit auszuschalten, oft auch existenziell zu vernichten. Dies hat heute bereits einen teuflischen H\u00f6hepunkt erreicht. Es geht nicht um die Wahrheit, sondern um die Macht \u00fcber das Denken. Es wird Unterwerfung des Anderen unter das eigene Denken verlangt. Damit ist die Grenze zum absoluten Despotismus schon weit \u00fcberschritten.<br \/>\nDer Physiker und Friedensforscher Carl-Friedrich von Weizs\u00e4cker (1912 \u2013 2007) brachte dies treffend auf den Punkt: \u201eWenn die Jagd dem Andersdenkenden gilt, statt dem Irrtum, ist nicht die Wahrheit das Ziel \u2013 sondern die Herrschaft \u00fcber das Denken.\u201c 1<\/p>\n<p>Die Herrschaft \u00fcber das Denken aber ist die Herrschaft \u00fcber die Seele, das Ich des anderen Menschen. Die freie, sich im eigenen Denken und dem daraus folgenden selbstbestimmten Handeln entfaltende Individualit\u00e4t, Souver\u00e4n der Demokratie, wird als der eigenen Macht hinderlich mit allen Mitteln des B\u00f6sen bek\u00e4mpft und ausgeschaltet. Sie wird vom in sich gegr\u00fcndeten Subjekt zum manipulierbaren Objekt degradiert und damit ihrer W\u00fcrde als Mensch beraubt. Die also herrschenden Parteien greifen in Zusammenarbeit mit den korrupten Mainstream-Medien die Demokratie in ihrem Zentrum an: im Menschen selbst. Sie sind die gr\u00f6\u00dften Feinde der Demokratie, an deren Brust sie sich eingenistet haben und sie zernagen.<br \/>\nAus dem Sumpf dieser Parteien kommen nicht die Besten, sondern die Schlechtesten, die Akteure der politischen und menschlichen Niedertracht.<br \/>\nIhr permanenter Kampf, die Herrschaft \u00fcber das Denken der Menschen zu erringen, aus dem dann das fl\u00e4chendeckend anschwellende Verfolgen der Meinungsfreiheit quillt, ist die tr\u00fcbe Quelle einer totalit\u00e4ren Diktatur, in die \u201eunsere Demokratie\u201c, von der diese Parteien verr\u00e4terisch reden, bereits \u00fcbergegangen ist.<br \/>\n\u201eUnsere Demokratie\u201c ist schon lange eine durch formal-demokratische Abl\u00e4ufe getarnte Parteien-Oligarchie, worauf auch der bedeutende Basler Philosoph Karl Jaspers \u2013 man muss es immer wieder ins Bewusstsein heben \u2013 bereits in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts hingewiesen hat.2 Durch das Parteiensystem befinden sich die Legislative und die Exekutive immer in der Hand ein und derselben Partei, womit die Gewaltenteilung de facto aufgehoben wird. Damit ist das demokratische Rechtsstaatsprinzip beseitigt und die Demokratie in eine Oligarchie, die Herrschaft der Wenigen verwandelt.<br \/>\nUnd Karl Jaspers prophezeite, wenn die Parteien-Oligarchie so weiter wirke, werde sie sich unvermeidlich in eine Diktatur steigern.3 Dies ist inzwischen eingetreten.<\/p>\n<p><em><strong>Ausblick<\/strong><\/em><br \/>\nEinen H\u00f6hepunkt hat die Diffamierung und Verleumdung Andersdenkender in der Behandlung der neuen \u201eAlternative f\u00fcr Deutschland\u201c (der ich nicht angeh\u00f6re) durch die \u201eAltparteien\u201c erreicht. Die AfD wird von allen als gef\u00e4hrlichste Konkurrenz gesehen, da sie die Demokratie-feindlichen Machenschaften der Altparteien, insbesondere deren gegen die Interessen des eigenen Landes gerichteten Ideologien und Ziele aufdeckt. Sie wird auf allen, auch den staatlichen Ebenen, wie dem Verfassungsschutz, mit allen Mitteln der Diffamierung, Verleumdung und Ausgrenzung bek\u00e4mpft. Ihr wird das schlimmste Etikett angeheftet, das heute zu vergeben ist: Rechtsextremismus und Demokratiefeindlichkeit \u2013 allerdings ohne ihr das konkret nachweisen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nAuch der SPD-Parteik\u00e4mpfer Frank-Walter Steinmeier scheute in der Tarnung als Bundespr\u00e4sident in seiner Rede zum 9. November 2025 nicht davor zur\u00fcck.4 Doch wenn er zur Aufrechterhaltung der ausgrenzenden Brandmauer und zum fortgesetzten Widerstand mit den Worten aufrief: \u201eDie Selbstbehauptung der Demokratie \u2013 das ist die Aufgabe unserer Zeit\u201c, so ist es in Wahrheit nicht die Demokratie, sondern die eingefleischte Parteien-Oligarchie, deren Selbstbehauptung er beschw\u00f6rt. Denn einen tieferen Demokratie-Begriff, wie er in den Grundrechten des Grundgesetzes eigentlich zum Ausdruck kommt, kennt er nicht.<br \/>\nEine extreme Gef\u00e4hrlichkeit f\u00fcr die Altparteien stellt die AfD deshalb dar, weil schon bei ihrer Gr\u00fcndung Impulse in ihr lebten, das antidemokratisch wirkende Parteiensystem als solches stark einzuschr\u00e4nken oder abzuschaffen, was nur durch eine neue Partei, welche die absolute Macht erreicht, von innen m\u00f6glich erscheint.<br \/>\nDieser Impuls kam am 18.1.2024 auf einer AfD-Veranstaltung zum Vorschein, als der brandenburgische AfD-Landtagsabgeordnete Lars H\u00fcnig forderte: \u201eWenn wir morgen Regierungsverantwortung haben, \u2026 dann m\u00fcssen wir diesen Parteienstaat abschaffen.\u201c Das ZDF berichtete davon und l\u00f6ste einen Shitstorm von Altparteien und Verfassungsschutz gegen die AfD aus. Sie wolle die Demokratie abschaffen und die diktatorische Alleinherrschaft errichten. Der Vorgang kann hier <a href=\"https:\/\/fassadenkratzer.de\/2024\/03\/11\/der-aufschrei-der-parteien-gegen-die-notwendige-abschaffung-des-parteienstaates\/\">https:\/\/fassadenkratzer.de\/2024\/03\/11\/der-aufschrei-der-parteien-gegen-die-notwendige-abschaffung-des-parteienstaates\/<\/a> n\u00e4her nachgelesen werden.<\/p>\n<p>In der Tat gibt es nur den Weg der Reform, dass eine Partei, wenn sie die absolute Mehrheit erreicht hat, den Parteien-Egoismus \u00fcberwindet und <strong><em>das Wahlrecht so \u00e4ndert, dass die Zweitstimme f\u00fcr Parteilisten und das Quasi-Parteien-Privileg f\u00fcr die Kandidatenaufstellung abgeschafft wird.<\/em><\/strong> Als Kandidaten d\u00fcrften dann keine Vertreter von Parteien, sondern nur unabh\u00e4ngige Pers\u00f6nlichkeiten aufgestellt werden, so dass damit auch die Blockbildungen der Fraktionen aus den Parlamenten verschw\u00e4nden.<br \/>\nWenn dieser Weg der Einsicht nicht gelingt, m\u00fcssen sich aus dem Egoismus und Wahn weniger parteipolitischer Machtpsychopathen wohl erst noch weitere furchtbare Katastrophen entwickeln \u2013 die Wahnsinnigen steuern ja schon wieder auf den n\u00e4chsten Krieg zu -, welche die notwendige Einsicht nach weiteren ungeheuren Opfern irgendwann erzwingen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 9.1.2026 von Herbert Ludwig bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/fassadenkratzer.de\/2026\/01\/09\/diffamierung-statt-wahrheitssuche-die-herrschaft-des-primitiven-in-der-partei-politik\/\">https:\/\/fassadenkratzer.de\/2026\/01\/09\/diffamierung-statt-wahrheitssuche-die-herrschaft-des-primitiven-in-der-partei-politik\/<\/a><br \/>\n<a href=\"mailto:herwilud@gmx.de\">herwilud@gmx.de<\/a><br \/>\n.<br \/>\n1 <a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/pulse\/dialog-statt-denkverbot-reto-zogg-fil5f\">https:\/\/de.linkedin.com\/pulse\/dialog-statt-denkverbot-reto-zogg-fil5f<\/a><br \/>\n2 <a href=\"https:\/\/fassadenkratzer.de\/2022\/07\/10\/karl-jaspers-schon-1965-bundesrepublik-keine-demokratie-sondern-parteienoligarchie\/\">https:\/\/fassadenkratzer.de\/2022\/07\/10\/karl-jaspers-schon-1965-bundesrepublik-keine-demokratie-sondern-parteienoligarchie\/<\/a><br \/>\n3 <a href=\"https:\/\/fassadenkratzer.de\/2022\/07\/15\/der-ubergang-von-der-parteienoligarchie-in-die-diktatur\/\">https:\/\/fassadenkratzer.de\/2022\/07\/15\/der-ubergang-von-der-parteienoligarchie-in-die-diktatur\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Passives Wahlrecht an AfD-ler verwehrt Ludwigshafen: Demokratie im Niedergang<\/strong><br \/>\n&#8230;<br \/>\nFazit: Sollte der Wahlausschluss von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ob-wahl-lu-kandidatur-verbot\/\">Joachim Paul<\/a> nicht durch ein ordentliches Gericht als unzul\u00e4ssig erkl\u00e4rt werden, wof\u00fcr unter dem obwaltenden gesellschaftlichen Klima wenig spricht, dann ist ein Dammbruch zu bef\u00fcrchten, der den vorgeblichen Souver\u00e4n, n\u00e4mlich den bundesdeutschen W\u00e4hler, vollkommen entm\u00fcndigt.<br \/>\n<em><strong>Nicht der W\u00e4hler entscheidet zuk\u00fcnftig \u00fcber B\u00fcrgermeister und Landr\u00e4te, <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>sondern ein Gremium von Parteipolitikern,<\/strong><\/em><br \/>\ndie nicht zu Unrecht um ihre Pfr\u00fcnden f\u00fcrchten.<\/p>\n<p>\u201eBelastende\u201c Unterstellungen sind heutzutage f\u00fcr beinahe jeden unerw\u00fcnschten Kandidaten vom Verfassungsschutz im Dutzend zu haben, und da f\u00fcr den Wahlausschluss wie oben beschrieben bereits der blo\u00dfe Verdacht gen\u00fcgt (in einem Rechtsstaat eigentlich eine Unm\u00f6glichkeit) ist der Weg in eine de facto-Parteien-Diktatur vorgezeichnet, frei nach dem Motto: \u201eNat\u00fcrlich k\u00f6nnt ihr w\u00e4hlen, liebe Mitb\u00fcrger, aber wen ihr w\u00e4hlen d\u00fcrft, bestimmen immer noch wir.\u201c<br \/>\n&#8230; Alles vom 9.12.2025 von Frank W. Haubold bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/philosophia-perennis.com\/2025\/12\/09\/giessen-und-ludwigshafen-demokratie-im-niedergang\/\">https:\/\/philosophia-perennis.com\/2025\/12\/09\/giessen-und-ludwigshafen-demokratie-im-niedergang\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wahlalter 16 &#8211; Erwachsenenstrafrecht ab 20<\/strong><br \/>\n&#8230;<br \/>\nDas Wahlalter wurde auf 16 Jahre herabgesetzt. Wie kann es sein das fuer eine so wichtige Handlung wie derartige Wahlen nicht vollentwickelte Jugendliche mitstimmen duerfen waeren sie aber im Strafrecht bis zu einem Alter von 20 Jahren mit Jugendstrafen belegt werden?<br \/>\n&#8230;<br \/>\nAlso: Unter 16 sind Kinder noch nicht reif f\u00fcr Social Media, Twitter, TikTok, aber mit 16 sollen sie sofort an politischen Wahlen teilnehmen k\u00f6nnen. Es ist ganz einfach:<br \/>\n&#8211; Man gewinnt keine W\u00e4hler mehr, die denken, also braucht man dummes Stimmvieh.<br \/>\n&#8211; Jugendliche, die man \u00fcber Kindergarten und Schule strikt auf links geb\u00fcgelt hat, und die man von anderen Meinungen und Einfl\u00fcssen fernhalten will<br \/>\n&#8211; Migranten, die finanziell und politisch von einem abh\u00e4ngig sind, und deshalb das Wahlrecht umgeh\u00e4ngt bekommen.<br \/>\n&#8211; Quotenfrauen, Journalisten usw., die ebenfalls von einem abh\u00e4ngig sind und Meinungen machen.<br \/>\nMan will keine demokratischen Wahlen. Man will Dummen- und Abh\u00e4ngigenwahlen. Und 16-J\u00e4hrige sind halt noch weich in der Birne.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.danisch.de\/blog\/2025\/09\/15\/wahlalter-16\">https:\/\/www.danisch.de\/blog\/2025\/09\/15\/wahlalter-16<\/a><br \/>\n15.9.2025<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wahlrecht: Abgeordnete sind zu w\u00e4hlen, nicht Parteien<\/strong><br \/>\n<strong>Gegenspieler des Demos<\/strong><br \/>\nZu: \u201eAufs Verh\u00e4ltnis kommt es an\u201c von J\u00f6rg K\u00fcrschner, JF 33\/24<br \/>\nDie Parteien oder besser ihre Abgeordneten im Bundestag sind die Vertreter des ganzen Volkes und daher berufen, die B\u00fcrgerrechte zu verteidigen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Sie streben selbst nach Macht und Unabh\u00e4ngigkeit und gerieren sich dabei als fragw\u00fcrdige Gegenspieler des Volkes. Und auch das Bundesverfassungsgericht mu\u00df in seine Erw\u00e4gungen naturgem\u00e4\u00df verfa\u00dfte B\u00fcrgerrechte einbeziehen, was in seiner Entscheidung vom 29. Juli 2024 offensichtlich nicht geschehen ist. Dies ist wohl auf die zunehmend parteipolitische und regierungsaffine Ausrichtung des Gerichts zur\u00fcckzuf\u00fchren, bedingt durch die Berufung der Mitglieder durch den Bundestag. Das Elend zeigt sich in der nach der Entscheidung zu h\u00f6renden Aussage: Wunderbar, eine Win-Win-Entscheidung, es gibt keinen Verlierer! Weit gefehlt, es gibt einen gro\u00dfen Verlierer: das Volk, uns B\u00fcrger.<br \/>\nDenn das Kappen von Direktmandaten ist ein eklatanter Demokratieversto\u00df, nicht nur weil das zugunsten von Listenkandidaten erfolgt, sondern weil es eine bodenlose Verachtung (ja Verarschung) des Souver\u00e4ns bedeutet, einen Direktkandidaten w\u00e4hlen zu lassen und dann das Ergebnis sofort automatisch zu widerrufen, wie es das aktuelle Wahlgesetz vorsieht.<br \/>\nDer Art. 38, Abs. 1 GG sieht ausdr\u00fccklich vor, da\u00df \u201eAbgeordnete\u201c (nicht etwa Parteien) zu w\u00e4hlen sind, und zwar in \u201eunmittelbarer, freier\u201c Wahl. Die Unmittelbarkeit schlie\u00dft die Zwischenschaltung von Parteien aus, w\u00e4hrend die Freiheit verlangt, da\u00df man jeden Kandidaten der Liste w\u00e4hlen oder nicht w\u00e4hlen kann, ohne unerw\u00fcnschte Kandidaten mitzuw\u00e4hlen (freie Listenwahl). Wir B\u00fcrger werden dagegen gen\u00f6tigt, statt Abgeordnete Parteien zu w\u00e4hlen und diesen auch noch die Auswahl und Rangfolgebestimmung der Kandidaten zu \u00fcberlassen So sind starre Listenwahlen eine Irref\u00fchrung und keine B\u00fcrgerwahlen. Das ist demokratie-und grundgesetzwidrig. Und auch die Festschreibung der Abgeordnetenzahl auf 630 ist keine Verringerung, wie uns vorgegaukelt wird, sondern eine undemokratische Erh\u00f6hung um 32 Sitze, da durch die eingef\u00fchrte Kappung die Sitzzahl bereits auf 598 gesenkt ist. Diese handstreichartig erst zur dritten Lesung des Wahlgesetzes eingef\u00fchrte Erh\u00f6hung b\u00fcrdet damit uns Steuerzahlern einen Milliardenbetrag auf, der schon w\u00e4hrend einer einzigen Wahlperiode anfallen d\u00fcrfte.<br \/>\nJoachim Sandmann, Ottobrunn<br \/>\n&#8230; Alles vom 16.8.2024 bitte lesen in der IF 23\/24, Seite 23<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zweitstimme zur Erststimme machen &#8211; nein!<br \/>\nIst unsere Demokratie in Gefahr?<\/strong><br \/>\nIm Art. 38 der Verfassung lesen wir: \u201eDie Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gew\u00e4hlt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Auftr\u00e4ge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.\u201c<br \/>\nNichts steht da von Erst- oder Zweitstimme, nichts von Parteien oder Fraktionszwang, von Parteienfinanzierung u. \u00e4. ist dort zu finden. Den Parteien wird lediglich eine Mitwirkung bei der politischen Meinungsbildung zugestanden (Art.21).<br \/>\nNach der Verfassung d\u00fcrfte es also nur eine direkte (unmittelbare) Wahl einer Person geben, denn mit der Zweitstimme w\u00e4hle ich eine Partei und damit nur indirekt die auf deren Liste stehenden Personen, auf deren Auswahl ich als parteiloser W\u00e4hler keinen direkten Einfluss habe. Die Zweitstimme hebelt somit das im Artikel 38 enthaltene Gebot der Unmittelbarkeit aus.<br \/>\n<em><strong>Sollte nun, wie vom Bundestag beschlossen, diese Zweit- zur Hauptstimme werden, d.h. die gew\u00e4hlten Direktkandidaten zugunsten der Listenkandidaten nicht in den Bundestag kommen, w\u00e4re ein gewaltiger Schritt weiter in Richtung Parteienherrschaft getan.<\/strong><\/em> Dann h\u00e4tten die Parteien \u00fcber die von ihr ausgew\u00e4hlten Listenkandidaten einen noch gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf die politischen Entscheidungen, denn wer nicht spurt, steht bei der n\u00e4chsten Wahl nicht mehr auf der Liste. Damit w\u00e4re der n\u00e4chste Grundsatz des Artikels 38 ausgehebelt, n\u00e4mlich die alleinige Verantwortung der Gew\u00e4hlten gegen\u00fcber dem eigenen Gewissen, soweit das nicht jetzt schon in Frage zu stellen ist (Fraktionszwang).<\/p>\n<p>Wie s\u00e4he denn der jetzige Bundestag nach dem Erststimmenergebnis (direkt Gew\u00e4hlte) aus?<br \/>\nDie CDU\/CSU h\u00e4tten 143 Sitze, die SPD 121, die Gr\u00fcnen 16, die AfD 16, die Linke 3 und die FDP keinen. Die Regierungskoalition k\u00e4me auf ganze 137 Sitze, weniger als CDU\/CSU (143). Die Gesamtzahl der Abgeordneten entspr\u00e4ch der Zahl der Wahlkreise: 299.<\/p>\n<p>Erst durch den Mix aus Erst- und Zweitstimme mit \u00dcberhang und Ausgleichsmandaten ergibt sich ein total anderes Bild und das W\u00e4hlervotum wird v\u00f6llig verzerrt:<br \/>\nSPD 206 (+ 85); CDU\/CSU 197 (+ 54); Gr\u00fcne 118 (+102); FDP 92 (+ 92); AfD 83 (+ 67), Linke 39 (+ 36), gesamt 735 Sitze.<br \/>\n.<br \/>\nAllein die Gr\u00fcnen erhalten so das 7,5 fache der Sitze, die ihnen nach der Erststimme zust\u00fcnden (16), bei der AfD ist es das 5-fache! Die FDP w\u00e4re gar nicht im Bundestag vertreten. Einzig die CSU bliebe unver\u00e4ndert bei 45 Sitzen, da sie in Bayern nur ein Direktmandat an die Gr\u00fcnen in M\u00fcnchen verloren hat.<br \/>\nAllein diese Verkehrung des W\u00e4hlerwillens zeigt, wie sehr sich die Machtverh\u00e4ltnisse trotz unver\u00e4nderter Verfassung durch st\u00e4ndige \u00c4nderungen des Bundeswahlrechtes bereits verschoben haben und das Grundprinzip der Demokratie (Volksherrschaft) immer mehr verw\u00e4ssert wird. Wir werden derzeit von 3 Parteien regiert, deren Zweitstimmenanteil summa summarum nur 52 % betr\u00e4gt. Bei einer Wahlbeteiligung von 76,6 % entspricht das 40 % aller Wahlberechtigten, was genau dem Zustimmungswert j\u00fcngster Umfragen entspricht. Eine Mehrheit sieht anders aus.<br \/>\nNach Erststimmen w\u00fcrde die Ampelkoalition auch nur \u00fcber 45,8 % verf\u00fcgen, dank der Ausgleichs- und \u00dcberhangmandate sind es aber immerhin 56,6 %. Wen wundert\u2018s da, wenn alles versucht wird, die Bedeutung der Erststimmen zu minimieren. Und da sich die Gr\u00fcnen unter den jungen W\u00e4hlern mehr Zustimmung erhoffen (was sich bei der j\u00fcngsten U18 Wahl in Bayern aber nicht best\u00e4tigte), wollen sie das Wahlalter auf 16 Jahre herabsetzen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 13.11.2023 von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/consent-of-the-governed\/\">Peter Schewe<\/a>, Regenstauf,\u00a0 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/vera-lengsfeld.de\/2023\/11\/13\/ist-unsere-demokratie-in-gefahr\/#more-7306\">https:\/\/vera-lengsfeld.de\/2023\/11\/13\/ist-unsere-demokratie-in-gefahr\/#more-7306<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Engagement &gt;Demokratie\u00a0&gt;Partei\u00a0&gt;Parteienstaat &gt;Zweiparteiensystem &gt;Wahlrecht Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt): Klicken oder scrollen Ulrich Vosgerau: Entzug des passiven Wahlrechts (16.1.2026) Zweitstimme abschaffen: Diffamierung statt Wahrheitssuche \u2013 Die Herrschaft des Primitiven in der Partei-Politik (9.1.2026) Passives Wahlrecht an AfD-ler verwehrt Ludwigshafen: Demokratie &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/wahlrecht\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":21084,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-117450","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/117450","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117450"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/117450\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":144311,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/117450\/revisions\/144311"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117450"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}