{"id":116499,"date":"2023-10-25T14:39:55","date_gmt":"2023-10-25T12:39:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=116499"},"modified":"2026-04-14T16:52:22","modified_gmt":"2026-04-14T14:52:22","slug":"israel-geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/israel-geschichte\/","title":{"rendered":"Israel-Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Global\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/\">Globa<\/a>l &gt;\u00a0<a title=\"Israel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/\">Israel<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/palaestina\/\">Palaestina<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/judenhass2021\/\">Judenhass2021<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/israel-hamas\/\">Israel-Hamas<\/a> &gt;Israel-Geschichte<\/p>\n<div id=\"attachment_116414\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/kaki-feige-traube-esskastanie-pan231008-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-116414\" class=\"size-full wp-image-116414\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/kaki-feige-traube-esskastanie-pan231008-1.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"370\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/kaki-feige-traube-esskastanie-pan231008-1.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/kaki-feige-traube-esskastanie-pan231008-1-180x104.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-116414\" class=\"wp-caption-text\">Ernte in Freiburg: Kaki, Feige, Traube, Esskastanie am 17.10.2023<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span>\u00a0oder scrollen<\/em><\/li>\n<li>Chaim Noll: Die Metamorphose der Kibbuzim (1.1.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/israel-deutschland\/\">Israel aus erster Hand \u2013 Chaim Noll auf Schloss Ettersburg<\/a>\u00a0(4.9.2025)<\/li>\n<li>Israel w\u00fcrde der deutsche Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem einstufen (4.5.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/anti-israel\/\">Giuiseppe Gracia: Wenn Israel f\u00e4llt, f\u00e4llt auch der Westen<\/a>\u00a0(30.1.2025)<\/li>\n<li>Israel: Kompromisslosigkeit seit dem 7. Oktober 2023 (2.11.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-israel\/staatsraison\/\">Israel als deutsche Staatsr\u00e4son<\/a> (30.8.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/palaestina\/westbank\/\">Frieden im Westjordanland: Flurbereinigung<\/a>\u00a0(2.1.2024)<\/li>\n<li>Noa Tishby Israel: Eine leidenschaftliche Liebeserkl\u00e4rung an den Staat Israel (20.12.2023<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bundestag-gegen-bds-boykott\/\">Bundestag gegen BDS-Boykott<\/a>\u00a0(7.11.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/massenzuwanderung-stoppen\/\">Massenzuwanderung stoppen<\/a> (26.10.2023)<\/li>\n<li>Unsterbliche Nahost-Legenden und wie man sie zerlegt (25.10.2023)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/israel7-10-2023\/\">Israel7-10-2023<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/palaestina\/westbank\/\">West Bank<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Chaim Noll: Die Metamorphose der Kibbuzim<\/strong><br \/>\nAus urspr\u00fcnglich von Wanderv\u00f6geln gegr\u00fcndeten sozialistischen Wehrd\u00f6rfern, haben sich die israelischen Kibbuzim heute zu erfolgreichen Industriestandorten und vorst\u00e4dtischen Siedlungen entwickelt.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n2020 z\u00e4hlte man 272 Kibbuzim, davon bereits 16 religi\u00f6se, meist von Einwanderern aus angels\u00e4chsischen L\u00e4ndern gegr\u00fcndet, was gleichfalls eine Neuerung gegen\u00fcber der strikt sozialistischen Vergangenheit war. Befreit von fr\u00fcheren ideologischen Restriktionen, empfehlen sich die Kibbuzim heute als Alternative f\u00fcr ein Leben au\u00dferhalb der Metropolis, vor allem in der fast durchweg urbanisierten Zentralregion um Tel Aviv oder im Gro\u00dfraum Haifa. Insgesamt bieten Krise und Wiederauferstehung der Kibbuzim das ermutigende Bild israelischer Flexibilit\u00e4t: Ihre Metamorphose von sozialistischen Wehrd\u00f6rfern zu Industriestandorten und vorst\u00e4dtischen Siedlungen widerspiegelt die Beweglichkeit dieses kleinen, kreativen Landes, die immer wieder seine Freunde wie Feinde \u00fcberrascht.<br \/>\n&#8230; Alles vom 1.1.2026 von Chaim Noll bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/die_metamorphose_der_kibbuzim\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/die_metamorphose_der_kibbuzim<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Israel w\u00fcrde der deutsche Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem einstufen<\/strong><br \/>\nDas Selbstverst\u00e4ndnis des Staates Israel, dessen Symbol der inzwischen offenbar joblose Gevatter (Thomas Haldenwang mit Israel-Krawatte) auf dem Foto zur Schau stellt, w\u00fcrde der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bfv-erklaert-afd-fuer-rechtsextrem\/\">deutsche Verfassungsschutz<\/a> als gesichert rechtsextrem einstufen, speziell wegen des \u201eethnischen Volksverst\u00e4ndnisses\u201d.<br \/>\nArtikel 1 des Nationalstaatsgesetzes von 2018 lautet: \u201eDas Land Israel, in dem der Staat Israel gegr\u00fcndet wurde, ist die historische Heimat des j\u00fcdischen Volkes. Dieser Staat Israel ist der Nationalstaat des j\u00fcdischen Volkes, in dem es sein Recht auf nationale, kulturelle, historische und religi\u00f6se Selbstbestimmung aus\u00fcbt. Das Recht auf nationale Selbstbestimmung ist im Staat Israel einzig f\u00fcr das j\u00fcdische Volk.\u201d<br \/>\nArtikel 5: \u201eDer Staat ist offen f\u00fcr j\u00fcdische Einwanderung.\u201d<br \/>\n&#8230; Alles vom 4.5.2025 von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/klonovsky\/\">Michael Klonovsky<\/a> bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.klonovsky.de\/2025\/05\/4-mai-2025\/\">https:\/\/www.klonovsky.de\/2025\/05\/4-mai-2025\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Israel: Kompromisslosigkeit seit dem 7. Oktober 2023<\/strong><br \/>\n<strong>Wie ich lernte, Israel besser zu verstehen<\/strong><br \/>\nAls ich das erste Mal nach Israel reiste, Mitte der 90er-Jahre, da hatte ich kaum Gep\u00e4ck dabei \u2013 stattdessen einen gigantischen Packen an Vorurteilen. Man muss das verstehen: Die 80er-Jahre hatten mich sozialisiert, Nato-Nachr\u00fcstung, saurer Regen, Befreiungsbewegungen, wohin man blickte \u2013 von Nicaragua bis in den Nahen Osten. Chile, S\u00fcdafrika, Pal\u00e4stina. Diese Progressiv-gegen-Reaktion\u00e4r-Schablone schien einfach \u00fcberall zu passen. Ganz dem Zeitgeist erlegen besa\u00df ich auch irgendwann ein schwarz-wei\u00df durchwebtes Pal\u00e4stinenser\u00adtuch, gekauft auf einer Fahrt mit meinem Kumpel Christian in einem alten Peugeot durch die algerische Sahara, gef\u00fchlt also beinahe am Originalschauplatz!<\/p>\n<p>Das Tuch, ich trug es im Sommer, ich trug es im Winter, war mehr als ein w\u00e4rmendes Accessoire, es war ein politisches Bekenntnis. Der Nahe Osten war die Region, die alle elektrisierte. Mich auch w\u00e4hrend meines Studiums an der Uni Hamburg. Professoren wie Udo Steinbach, dazu Autoren wie Peter Scholl-Latour oder Gerhard Konzelmann erkl\u00e4rten die Welt. Und die schien sehr \u00fcbersichtlich: Da war ein Aggressor, nat\u00fcrlich Israel, der war hochger\u00fcstet, wurde zudem vom \u201eWeltpolizisten\u201c Amerika unterst\u00fctzt. Und es gab die Schwachen, die f\u00fcr ihr Recht auf Leben in Selbstbestimmung k\u00e4mpften. Es erinnerte an die simple Indianer-Romantik aus Kindheitstagen. Nur dass der gro\u00dfe H\u00e4uptling eben nicht Winnetou hie\u00df, sondern Jassir Arafat, eine Ikone mit Kufiya, cooler Sonnenbrille, stets zwei Finger zum Victory-Zeichen in die Kameras gereckt.<\/p>\n<p>Zehn Tage brachten mein Weltbild ins Wanken<br \/>\nSchon auf dem Weg ins Gelobte Land, auf dem Frankfurter Flughafen, schien sich mein schr\u00e4ges Weltbild zu best\u00e4tigen: Ich wurde von israelischen Sicherheitsleuten interviewt, f\u00fchlte mich unter Generalverdacht gestellt, das war lange vor 9\/11 und daher irritierend. Doch weil ich unbedingt nach Israel wollte, nahm ich auch das z\u00e4hneknirschend in Kauf, ich wollte ja endlich mitreden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zehn Tage Israel gen\u00fcgten, um mein \u00fcber Jahre festgef\u00fcgtes Weltbild ins Wanken zu bringen. Das kleine Land erlebte damals eine beispiellose Serie von Anschl\u00e4gen \u2013 an Bushaltestellen, an Schlangen vor Diskotheken, in Caf\u00e9s. Junge und alte Menschen wurden beinahe im Wochenabstand zerfetzt, w\u00e4hrend gleichzeitig unter der Regie des amerikanischen Pr\u00e4sidenten Bill Clinton in Oslo und Camp David mit Arafat \u00fcber eine Zweistaaten\u00adl\u00f6sung verhandelt wurde. Ich erlebte ein Land, das diskutierte, kontrovers, aber fair. Ich lernte israelische Araber kennen, die dieses Israel liebten, dazu linke Israelis, die ihre Armee lobten. Und rechte Israelis, die ihre Regierung zum Teufel w\u00fcnschten. Es war irritierend. Ich lernte ein Land kennen, das war bunt, liberal, feminin, schwul, pazifistisch, sexy, gleichzeitig j\u00fcdisch-orthodox, konservativ, islamisch. Ich traf Pal\u00e4stinenser, Drusen, Bahai, Christen, schwarze Israelis mit \u00e4thiopischen Wurzeln und andere mit blonden Haaren und blauen Augen. Ein Land im Hightech-Rausch mit einer gro\u00dfartigen Literatur- und Musikszene. In den vergangenen 20 Jahren wurden allein neun Nobelpreise (Chemie und Wirtschafts\u00adwissenschaften) an Israelis verliehen \u2013 mehr als an die gesamte arabische Staatengemeinschaft, seit es diese Preise gibt.<br \/>\nEine liberale, demokratische Insel in einem Ozean des Hasses<br \/>\nEin Land, das an seiner schmalsten Stelle nur 15 Kilometer breit ist und von Feinden umgeben war, die es nicht einfach nur kritisieren, es nicht \u00e4ndern oder zu Kompromissen zwingen wollten \u2013 nein, deren erkl\u00e4rtes Ziel die Vernichtung Israels samt der dort lebenden Menschen war. Und noch heute ist. Ich erlebte ein Land, das oft \u00fcberhart auf Anfeindungen reagierte. Doch damals auch mit sehr viel Empathie in Form von Hilfs\u00adprojekten seine pal\u00e4stinensischen Nachbarn, die noch nicht unsichtbar hinter Mauern lebten, unterst\u00fctzte. Eine liberale, demokratische Insel in einem Ozean des Hasses.<\/p>\n<p>Mein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Israelis wuchs. Proportional dazu fiel es mir zunehmend schwer zu verstehen, was die Pal\u00e4stinenser\u00adf\u00fchrer wollten, nachdem sie jeden Kompromissvorschlag vom Tisch fegten, stets das Maximal\u00adziel im Visier \u2013 weil sie f\u00fcrchteten, im innerpal\u00e4stinensischen Wettbewerb von Hardlinern \u00fcberboten zu werden. Sie spielten Alles oder Nichts \u2013 und erreichten doch allzu oft nichts. Und ich lernte meine wichtigste Lektion: Dass es bigott ist, den Existenzkampf Israels angemessen zu beurteilen, w\u00e4hrend man in einem Caf\u00e9 in Hamburg oder Berlin sitzt \u2013 aus der Perspektive eines westlichen Landes also, das umgeben von Nachbar\u00adl\u00e4ndern wie D\u00e4nemark, \u00d6sterreich, der Schweiz ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Land, das Israel aufgab, bekam es im Gegenzug nicht den versprochenen Frieden, sondern Raketen, deren Stellungen n\u00e4her ans Kernland r\u00fcckten.<br \/>\nSeit damals habe ich drei weitere Male Israel besucht. Und musste mit ansehen, wie dieser kompromiss\u00adbereite Teil der Gesellschaft politisch allm\u00e4hlich ins Abseits geriet. Weil seine politischen Vertreter kaum Substanzielles vorzuweisen hatten. Denn da, wo Israel zu Kompromissen bereit war, also besetzte Gebiete aufgab \u2013 ob auf dem Sinai, im S\u00fcdlibanon oder in Gaza \u2013, da f\u00fcllten umgehend militante Feinde Israels das Vakuum. F\u00fcr das Land, das Israel aufgab, bekam es im Gegenzug nicht den versprochenen Frieden, sondern Raketen, deren Stellungen n\u00e4her ans Kernland r\u00fcckten. Das wiederum f\u00fchrte dazu, dass sich der Ungeist der Kompromisslosigkeit auch in der israelischen Politik und Gesellschaft ausbreitete.<\/p>\n<p>Das kompromissf\u00e4hige Israel ist gescheitert<br \/>\nDer 7. Oktober 2023 war der Tag, an dem Israel 75 Jahre nach seiner Gr\u00fcndung endg\u00fcltig in dieser gnaden\u00adlosen, brutalen Logik des Nahen Ostens angekommen war. Politisch hatte es sich schon zuvor ein St\u00fcck weit auf diese Logik eingelassen \u2013 indem es als Land die politische Verantwortung F\u00fchrern \u00fcbertrug, die dieses Prinzip der Gnadenlosigkeit sehr wohl verstanden hatten und virtuos bespielten: Benjamin Netanjahu, vor allem aber dessen rechtsradikalen Kabinettskollegen Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir. Sie sind die personifizierten Antworten auf ein brutales Umfeld. Sie konnten sich in der einzigen Demokratie der Region durchsetzen, weil das liberale, das kompromissf\u00e4hige Israel scheiterte. Weil die Menschen in Israel ihren liberalen Politikern nicht zutrauen, das \u00dcberleben dieses fragilen Staates zu gew\u00e4hrleisten. Der kompromiss\u00adbereite Teil der Gesellschaft hatte Israels Todfeinden, die seit Ausrufung der Staatsgr\u00fcndung am 15. Mai 1948 dem Land mit Vernichtung drohen, nichts entgegenzusetzen, mal abgesehen von Vernunft und Augenma\u00df. Das ist viel, aber zu wenig in einer Region, in der Furor dominiert. Nichts symbolisiert das Scheitern des liberalen, weltoffenen Israels auf dramatischere Weise als das brutale Massaker, angerichtet am 7. Oktober 2023 von unter Drogen stehenden Jihadis unter den feiernden Jugendlichen des Supernova-Festivals in der Negevw\u00fcste nahe der Grenze zu Gaza.<br \/>\nDie Bilder, die uns in den zw\u00f6lf Monaten seitdem erreicht haben, sind nicht minder verst\u00f6rend: Die herum\u00adirrenden Menschen in der Tr\u00fcmmerw\u00fcste, die einst Gaza hie\u00df. Tausende get\u00f6tete Zivilisten, fliehende Menschenmassen aus dem S\u00fcdlibanon. Eine Region am Abgrund.<\/p>\n<p>Israel wei\u00df, dass es im Zweifel immer allein steht<br \/>\nIsrael wei\u00df, dass es im Zweifel immer allein steht \u2013 gegen eine Welt von Feinden. Auch deshalb hat es sich auf diese Alles-oder-Nichts-Logik eingelassen \u2013 und hat doch so unendlich mehr zu verlieren als die andere Seite. Seine liberale, weltoffene Seele zum Beispiel, seinen Gr\u00fcndergeist.<br \/>\n2.11.2024, Harald Stutte<br \/>\n.<br \/>\n<em>Harald Stutte<\/em><br \/>\n<em>Studierte Politologie und Geschichte in Hamburg, Abschluss: Diplom-Politologe. Berufliche Stationen: Volontariat im Burda-Verlag, ARD-aktuell (Tagesschau), Schweriner Volkszeitung, L\u00fcbecker Nachrichten, Spiegel Online, Hamburger Morgenpost.<br \/>\nHat als Autor im Rowohlt-Verlag bislang sieben B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht.<\/em><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/www.reisereporter.de\/autoren\/harald-stutte\">https:\/\/www.reisereporter.de\/autoren\/harald-stutte<\/a>\/<\/em><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Noa Tishby Israel: Eine leidenschaftliche Liebeserkl\u00e4rung an den Staat Israel<\/strong><br \/>\nDurch ihren \u201eFaktencheck \u00fcber das am meisten missverstandene Land der Welt\u201d r\u00e4umt Noa Tishby Mythen \u00fcber Israel aus und erz\u00e4hlt viele pers\u00f6nliche Anekdoten, die zeigen, wie liebenswert dieses Land ist. Vielleicht ist es genau dieses Buch, das man jetzt angesichts des Hamas-Terrors zu diesem Thema braucht.<br \/>\nDie Zeiten sind voller Falschnachrichten zum Staat Israel. Die einen sagen, dem Judenstaat fehle jede Legitimierung, da die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/palaestina\/\">Pal\u00e4stinenser<\/a> doch schon viel eher den Landstrich besiedelt h\u00e4tten. Die anderen betonen zwar immer wieder das Existenzrecht Israels, als w\u00fcrden sie das bei einem anderen Land je tun, kritisieren aber zugleich die sogenannten Zionisten, ohne wirklich zu definieren, was das \u00fcberhaupt bedeutet. In ihrem neuen Buch unternimmt Noa Tishby den Versuch, mit diesen und anderen Irrt\u00fcmern und Unwahrheiten \u00fcber den kleinen Staat aufzur\u00e4umen.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDas Buch entstand vor dem Massaker der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023, dem Tag, an dem sich die Welt in dem kleinen Land ver\u00e4nderte. Vielleicht ist gerade deshalb und gerade jetzt Tishbys unbefangenes Werk ein guter Einstieg, um den Staat der Juden in positivem Licht zu sehen.<br \/>\n&#8230;. Alles vom 20.12.2023 von Samuel Faber bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/feuilleton\/buecher\/israel-der-wohl-umstrittenste-staat-der-welt\/\">https:\/\/www.tichyseinblick.de\/feuilleton\/buecher\/israel-der-wohl-umstrittenste-staat-der-welt\/<\/a><\/p>\n<p><em>Noa Tishby, Israel. Der Faktencheck \u00fcber das am meisten missverstandene Land der Welt. G\u00fctersloher Verlagshaus, Hardcover mit Schutzumschlag, 400 Seiten, 22,00 \u20ac.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unsterbliche Nahost-Legenden und wie man sie zerlegt<\/strong><br \/>\nJe schw\u00e4cher sein Faktenwissen ist, desto meinungsst\u00e4rker tritt der gemeine Israelkritiker auf. Die vermeintlichen Gewissheiten sind zwar falsch, aber dank \u201eExperten\u201c wie Michael L\u00fcders epidemisch verbreitet. Jede dieser antiisraelischen Plattit\u00fcden l\u00e4sst sich locker zerlegen. Dieser Text erschien im Januar 2010 und ist heute noch so aktuell wie damals. Er musste nur minimal aktualisiert und erg\u00e4nzt werden.<br \/>\nvon Claudio Casula<\/p>\n<p><strong>1) \u201eIsrael will doch gar keinen Frieden\u201c<\/strong><br \/>\nIsrael will einen echten Frieden und keinen Waffenstillstand nach den Vorstellungen arabischer Gewaltherrscher. Schon in der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung war ein Friedensangebot an die arabischen Staaten enthalten (beantwortet wurde es mit dem Angriff von Armeen aus f\u00fcnf arabischen Staaten am Tag nach der Staatsgr\u00fcndung). Israel hat nach dem Sechstagekrieg die R\u00fcckgabe der Gebiete (Ausnahme: Jerusalem) offeriert \u2013 beantwortet wurde dies mit den drei Neins von Karthoum.<br \/>\nIsrael hat mit \u00c4gypten Frieden geschlossen (den Sinai ger\u00e4umt), und mit Jordanien, und es hat auch mit den Pal\u00e4stinensern in Oslo das Prinzip \u201eLand f\u00fcr Frieden\u201c vereinbart. Beantwortet wurden die R\u00fcckz\u00fcge aus Gaza und Jericho wie aus den gro\u00dfen St\u00e4dten der Westbank mit einer bis dahin nicht erlebten Terrorwelle. Der R\u00fcckzug aus dem S\u00fcdlibanon und der R\u00fcckzug aus dem Gazastreifen 2005 inkl. Evakuierung aller 7.000 Siedler hatte jeweils einen Raketenhagel auf Ortschaften innerhalb Israels zur Folge. Nur ein Narr kann glauben, dass ein R\u00fcckzug aus dem gesamten Westjordanland und Jerusalem Frieden bringen wird.<br \/>\nIsrael ist ein kleines Land mit einer B\u00fcrgerarmee, f\u00fcr jeden einzelnen Soldaten, der im Kampf f\u00e4llt, m\u00fcssen sich die Regierenden rechtfertigen. Der Milit\u00e4rhaushalt verschlingt riesige Summen, die dringend woanders gebraucht werden, etwa bei der Integration von Neueinwanderern. Gleichwohl muss das Land wehrhaft bleiben, so lange es in einer derart rohen Umgebung existiert. Israel hat nicht D\u00e4nemark, Holland und die Schweiz als Nachbarn, sondern L\u00e4nder wie Libanon und Syrien, etwas weiter entfernt Irak und Iran. Kompromissbereitschaft wird im Orient gern als Zeichen von Schw\u00e4che gedeutet \u2013 dies erkl\u00e4rt, warum der Terror und der Hass ausgerechnet seit den Friedensabkommen von Oslo schlimmer geworden sind denn je. Jeder, der mit seiner europ\u00e4ischen Denke an den Nahost-Konflikt herangeht, hat schon verloren. \u201eIch bin okay, du bist okay\u201c \u2013 das mag, wenn \u00fcberhaupt, in Helsinki oder in Bern funktionieren, in Gesellschaften, die von Despoten und Terroristen beherrscht werden, funktioniert es nicht.<\/p>\n<p><strong>2) Land f\u00fcr Terror<\/strong><br \/>\nIsrael ist bereit, f\u00fcr den Frieden Opfer zu bringen, hat bereits welche gebracht: Gebiete ger\u00e4umt, Siedlungen abgebaut. Daf\u00fcr hat es nur noch mehr Terror erhalten, da bei\u00dft die Maus keinen Faden ab. Deshalb ist die israelische Friedensbewegung, die in guten Zeiten Hunderttausende mobilisieren konnte, heute bedeutungslos: Man hat realisiert, dass es so nicht weitergehen kann, dass man (noch) keinen Partner f\u00fcr den Frieden hat. Den Platz von \u201eShalom achshav\u201c haben inzwischen obskure Gr\u00fcppchen eingenommen, die wider besseres Wissen und wider alle Erfahrung behaupten, der Friede scheitere nicht am pal\u00e4stinensischen Terror. Es sind dies die immer gleichen Individuen, die sich aus den Frauen in Schwarz, Machsom Watch, Betselem, Gush Shalom etc. rekrutieren. In der sehr heterogenen und streitlustigen israelischen Gesellschaft f\u00fchren sie zu Recht eine Randexistenz, werden lediglich von dem einen oder anderen Ha\u2018aretz-Redakteur wahrgenommen. Geh\u00f6r finden sie nur bei denen, die das h\u00f6ren wollen, was sie sagen.<\/p>\n<p>Wie sieht es auf der anderen Seite aus? Es gibt keine pal\u00e4stinensische Friedensbewegung und es hat nie eine gegeben. Eine Person des \u00f6ffentlichen Lebens, die erkl\u00e4rte, der Frieden scheitere an den Pal\u00e4stinensern, w\u00fcrde als Verr\u00e4ter und Kollaborateur gebrandmarkt und w\u00e4re ihres Lebens fortan nicht mehr sicher. Jahrzehntelang haben die Pal\u00e4stinenser von ihrer F\u00fchrung geh\u00f6rt, dass \u201eunver\u00e4u\u00dferliche Rechte\u201c nicht aufgegeben werden, Kompromisse sind also tabu. Wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, kann nicht mehr zur\u00fcck, in dieser selbstgebauten Falle stecken alle Pal\u00e4stinenserf\u00fchrer bis heute. 100 Prozent Westbank &amp; Gaza plus Jerusalem und \u201eR\u00fcckkehrrecht\u201c (nach Israel!) f\u00fcr alle Pal\u00e4stinenser, die vor 75 Jahren fl\u00fcchteten \u2013 und f\u00fcr ihre Kinder und Enkel und Urenkel. Darunter machen sie es nicht, und daran wird eine Friedensl\u00f6sung bis auf weiteres scheitern.<br \/>\nVor die Wahl gestellt, einen Staat auf dem Gebiet Gazas und 97 Prozent Westbank zu bekommen, Milliardenhilfen aus dem Ausland, die Aussicht auf eine friedliche und lebenswerte Zukunft f\u00fcr kommende Generationen \u2013 oder dem Beharren auf den Maximalforderungen mit der Folge, weiter mit leeren H\u00e4nden dazustehen, hat sich die Pal\u00e4stinenserf\u00fchrung noch immer f\u00fcr die zweite Option entschieden.<br \/>\nEs ist die Pal\u00e4stinenserf\u00fchrung, die nicht nur keinen einzigen Juden auf ihrem Territorium duldet <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/us-palestinians-israel-abbas-idUSBRE96T0092013073\">https:\/\/www.reuters.com\/article\/us-palestinians-israel-abbas-idUSBRE96T0092013073<\/a>, sondern auch keine endg\u00fcltigen Verhandlungen will \u2013 weil sie nicht bereit ist, Kompromisse zu machen, weil sie, nicht nur heimlich, von der Fortf\u00fchrung des Konflikts auch nach der Staatsgr\u00fcndung tr\u00e4umt, weil sie mit dem Status Quo gut leben kann (sie ist versorgt und kann sich trotzdem wort- und gestenreich beschweren) und weil sie sich vor dem Tag f\u00fcrchtet, an dem sie selbst die M\u00fcllabfuhr organisieren muss. So ist das bei Revoluzzern.<\/p>\n<p><strong>3) Wo M\u00f6rder Kultstatus genie\u00dfen<\/strong><br \/>\n<strong>\u201eDer pal\u00e4stinensische ,Terror\u00b4 ist legitimer Widerstand\u201c<\/strong><br \/>\nTerror hat keine Legitimation, und der besonders brutale pal\u00e4stinensische Terror schon gar nicht. Er zielt zuv\u00f6rderst auf Zivilisten in Israel (in Linien- und Schulbussen, Kinderg\u00e4rten, Schulen, Caf\u00e9s, Einkaufszentren), aber auch auf Juden im Ausland (Massaker in Synagogen in Wien und Istanbul, Flughafen Rom etc.). Durch die Auswahl seiner Opfer versucht der Terrorismus, ob nun ver\u00fcbt von Hamas oder Fatah-Ablegern, Angst und Schrecken zu verbreiten. Da Anschl\u00e4ge auf Juden seit hundert Jahren stattfinden, hat sich diese brutale Methode bis heute offensichtlich nicht ausgezahlt, es sei denn, der Mord an Holocaust-\u00dcberlebenden <a href=\"https:\/\/www.israelnetz.com\/arafats-pessach-massaker-die-opfer-feierten-seder-abend-20-tote\/\">https:\/\/www.israelnetz.com\/arafats-pessach-massaker-die-opfer-feierten-seder-abend-20-tote\/<\/a> w\u00e4hrend einer Pessach-Feier oder an betenden Rabbis in einer Synagoge <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/israel-anschlag-auf-synagoge-in-jerusalem-a-1003647.html\">https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/israel-anschlag-auf-synagoge-in-jerusalem-a-1003647.html<\/a> wird an sich bereits als gutes Werk betrachtet.<br \/>\nDass die Pal\u00e4stinenserf\u00fchrung bis heute daran festh\u00e4lt, spricht f\u00fcr die zweite These. Als strategisches Mittel oder als Fortf\u00fchrung der Politik mit anderen Mitteln macht er keinen Sinn, denn je brutaler der Terror ist, desto schlechter stehen die Pal\u00e4stinenser am Ende da. \u00dcber die moralische Verwerflichkeit des Mordes an Unschuldigen \u2013 darunter Frauen, Kindern, S\u00e4uglinge \u2013 sollte eigentlich gar nicht zu diskutieren sein, trotzdem wird gerade versucht, selbst diese grausamen Verbrechen zu \u201ekontextualisieren\u201c, und UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres meint, die Angriffe h\u00e4tten \u201enicht im luftleeren Raum\u201c stattgefunden. <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article248181736\/UN-Generalsekretaer-Guterres-relativiert-Hamas-Terror-Nicht-im-luftleeren-Raum.html\">https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article248181736\/UN-Generalsekretaer-Guterres-relativiert-Hamas-Terror-Nicht-im-luftleeren-Raum.html<\/a>\u00a0 Das ist einfach nur pervers.<br \/>\nDass der pal\u00e4stinensische Terror ausgerechnet w\u00e4hrend des \u201eFriedensprozesses\u201c eskalierte, an Intensit\u00e4t wie an Grausamkeit, spricht B\u00e4nde. Wenn es Grund zur Hoffnung gibt, kann Verzweiflung erst recht nicht als Motiv herhalten. Tats\u00e4chlich ist es so, dass etwa Selbstmordattent\u00e4ter immer (!) von einer der verschiedenen Terrororganisationen angeworben, bewaffnet und zum Tatort geschickt werden. Am Vorabend des Massenmordes nehmen sie nicht selten eine Videobotschaft auf, in der sie verk\u00fcnden, wie stolz sie sind, als M\u00e4rtyrer ins Paradies eingehen zu d\u00fcrfen. Nach der Tat erkl\u00e4rt die Familie, wie stolz sie auf den toten Sohn, zuweilen auch die Tochter ist, und der M\u00f6rder erlangt Heldenstatus <a href=\"https:\/\/www.vice.com\/en\/article\/pazeqb\/a-brief-history-of-palestinian-martyr-posters\">https:\/\/www.vice.com\/en\/article\/pazeqb\/a-brief-history-of-palestinian-martyr-posters<\/a>. Kinder tauschen Sammelbildchen mit dem Konterfei des M\u00f6rders, und wenn er besonders viele Juden umgebracht hat, wird auch schon mal eine Stra\u00dfe nach ihm benannt.<\/p>\n<p><strong>4) Der Zaun kann gar nicht hoch genug sein<\/strong><br \/>\n<strong>\u201eDie Mauer ist ein Hindernis f\u00fcr den Frieden\u201c<\/strong><br \/>\nDer israelische Grenzwall zum Westjordanland ist zuallererst ein Hindernis f\u00fcr Terroristen. Sinn und Zweck der Anlage ist es, das Einsickern von Terroristen aus der Westbank nach Israel proper zu unterbinden, und diesen Zweck erf\u00fcllt sie: Es gelingt keinem Selbstmordattent\u00e4ter mehr, sich in Netanya, Chadera oder Tel Aviv in die Luft zu sprengen. Das ist die Hauptsache. Dass der Hightech-Limes mancherorts Unbill f\u00fcr pal\u00e4stinensische Anrainer mit sich bringt (Einzelf\u00e4lle werden von Feinden Israels gern als pars pro toto angeprangert), ist bedauerlich, aber das menschliche Leben hat Vorrang vor dem Recht, eine Strecke von A nach B in soundsoviel Minuten zur\u00fccklegen zu k\u00f6nnen. Auch \u00e4sthetische Bedenken m\u00fcssen hier zur\u00fccktreten.<br \/>\nVon einer \u201eApartheidmauer\u201c kann keine Rede sein, schon weil fast zwei Millionen Araber diesseits der Anlage leben, und was die Absicht, Selbstmordattent\u00e4ter aus den eigenen St\u00e4dten fernzuhalten, mit Apartheid zu tun haben soll, bleibt das Geheimnis der antizionistischen Schreih\u00e4lse. Die schon einmal geh\u00f6rte Behauptung, die Mauer solle verhindern, dass man sieht, was sich dahinter tut, ist genauso purer Nonsens. Es klingt auch nicht gerade logisch, wenn \u201eStop the Wall\u201c-Aktivisten verbreiten, die Anlage diene dem \u201eLandraub\u201c, im Gegenteil darf man davon ausgehen, dass Israel, das schlie\u00dflich einmal die ganze Westbank verwaltete, alles Land jenseits des Grenzwalls bereits abgeschrieben hat.<br \/>\nUnd das ist nicht wenig, denn mit drei Ausnahmen reicht der Zaun nirgendwo mehr als ein, zwei Kilometer in die Westbank hinein und verl\u00e4uft eben nicht \u201emitten durch\u201c. Der Verlauf wird in erster Linie von Sicherheitsaspekten bestimmt, gibt aber auch mehr oder weniger den k\u00fcnftigen Grenzverlauf zwischen Israel und dem prospektiven Pal\u00e4stinenserstaat vor, was also auch auf der Gegenseite positiv registriert werden k\u00f6nnte, es sei denn, man will dort \u00fcberhaupt keine Grenze, weil man immer noch nach Haifa, Yafo und Ramle schielt. Zuletzt: In St\u00fccke gebombte Menschen bleiben tot, w\u00e4hrend der Verlauf einer Sperranlage, wie bereits mehrmals geschehen, ge\u00e4ndert werden kann \u2013 und wie sich sogar prinzipiell die ganze Anlage wieder abbauen l\u00e4sst. Den Zaun wird es aber so lange geben, wie die Gr\u00fcnde, die zu seinem Bau gef\u00fchrt haben, nicht aus der Welt geschafft sind.<br \/>\nWie es am 7. Oktober der Hamas gelingen konnte, den Zaun zum Gazastreifen zu \u00fcberrennen und das unvorstellbare Massaker an 1.400 Menschen <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2023\/10\/10\/world\/middleeast\/israel-gaza-war-hamas-deaths-killings.html\">https:\/\/www.nytimes.com\/2023\/10\/10\/world\/middleeast\/israel-gaza-war-hamas-deaths-killings.html<\/a> zu ver\u00fcben, wird noch zu kl\u00e4ren sein. Aber das Blutbad konnte nur angerichtet werden, weil die Grenzanlage offenbar nicht hermetisch und gut genug bewacht war. In Zukunft wird der Zaun noch h\u00f6her sein, denn wenn es eines Beweises bedurft h\u00e4tte, wie notwendig er ist, dann wurde er soeben erbracht.<\/p>\n<p><strong>5) F\u00fcr Pal\u00e4stinenser ist auch Tel Aviv eine \u201eillegale Siedlung\u201c<\/strong><br \/>\n<strong>\u201eDie Siedlungsfrage ist der Kern des Nahostproblems\u201c<\/strong><br \/>\nWer so etwas behauptet, hat keine Ahnung davon, dass die arabische Ablehnung eines j\u00fcdischen Staates der Kern des Nahost-Konflikts ist \u2013 bis heute. Frieden gab es nicht vor der Staatsgr\u00fcndung, und es gab ihn nicht zwischen 1948 und 1967 \u2013 als \u00c4gypten den Gazastreifen besetzt hielt und Jordanien die Westbank, und in diesen Gebieten kein einziger Jude lebte. Wenn das Wort von der \u201eethnischen S\u00e4uberung\u201c jemals auf den Nahen Osten zutraf, dann auf die Vertreibung s\u00e4mtlicher Israelis aus Gebieten, die von Arabern besetzt wurden \u2013 die Altstadt von Jerusalem eingeschlossen. (Neu-)Gr\u00fcndungen von Siedlungen entstanden erst Ende der 60er-Jahre, als ohnehin keine Aussicht auf Frieden bestand und man sich in Israel auf eine dauerhafte Pr\u00e4senz in den eroberten Gebieten einzurichten begann. Die meisten dieser Siedlungen hatten vor allem strategische Bedeutung, ideologische Gr\u00fcnde spielten zun\u00e4chst keine Rolle, obwohl es sich bei Jud\u00e4a und Samaria um das biblische Kernland handelt (wie der Siedleraktivist Elyakim Haetzni es ausdr\u00fcckte: \u201eTel Aviv, das ist die K\u00fcstenebene, das Land der Philister\u201c).<br \/>\nSp\u00e4ter wurde der Siedlungsbau in oder bei St\u00e4dten wie Hebron (wo bereits seit jeher eine j\u00fcdische Gemeinde existierte und noch vor der Staatsgr\u00fcndung, 1929, Opfer eines Pogroms wurde) oder Schchem\/Nablus forciert und vor allem von der Likud-Regierung gef\u00f6rdert. Ob der Siedlungsbau legitim ist oder nicht, dar\u00fcber gehen die Meinungen auseinander (manche argumentieren mit einem gewissen Recht, dass es sich v\u00f6lkerrechtlich um \u201eumstrittene Gebiete\u201c handelt, da sie zuvor Mandatsgebiet bzw. sp\u00e4ter von Jordanien besetzt und v\u00f6lkerrechtswidrig annektiert worden waren), ob er politisch klug war, ist wieder eine andere Frage. Der Grund f\u00fcr den Nahostkonflikt ist er nicht. Es gab den Terror und die arabische Ablehnung Israels vor, w\u00e4hrend und nach dem Bau von j\u00fcdischen Kommunen. Und selbst der Abbruch derselben, wie Anfang der 80er-Jahre in Yamit\/Sinai und 2005 im Gazastreifen, hindert pal\u00e4stinensische Fanatiker nicht daran, Raketen auf israelische St\u00e4dte abzufeuern. Es geht ihnen nicht um die Siedlungen, es geht ihnen um Israel, ob dort gerade die Arbeitspartei regiert oder der Likud oder Kadima ist ihnen schnurz. F\u00fcr sie ist auch Tel Aviv eine \u201eillegale Siedlung\u201c.<br \/>\nDie pal\u00e4stinensische F\u00fchrung in Ramallah mit einem \u201ePr\u00e4sidenten\u201c an der Spitze, dessen Amtszeit vor \u00fcber 14 Jahren ablief, und die alle Verhandlungen ablehnt, hat nat\u00fcrlich ein Interesse daran, die Siedlungsfrage zum Knackpunkt zu machen \u2013 so hat sie eine billige Entschuldigung f\u00fcr ihre Verweigerungshaltung. Sie besteht darauf, dass s\u00e4mtliche israelischen Kommunen in der Westbank ger\u00e4umt werden, will also jegliche j\u00fcdische Pr\u00e4senz dort ausmerzen \u2013 im Sinne der bereits erw\u00e4hnten ethnischen S\u00e4uberung, die schon einmal praktiziert wurde. Dies wird nicht geschehen. Der Gro\u00dfteil der Siedler (80 Prozent) lebt in drei, vier gro\u00dfen Siedlungsbl\u00f6cken, die Israel nicht aufgeben wird, f\u00fcr die es gleichwohl einen land swap einzugehen bereit war. Das Territorium, das dann annektiert werden m\u00fcsste, macht nur etwa drei, vier Prozent der Westbank aus. Mit etwas gutem Willen lie\u00dfe sich hier eine L\u00f6sung finden. Der aber ist auf pal\u00e4stinensischer Seite auch 30 Jahre nach Aufnahme des \u201eFriedensprozesses\u201c beim besten Willen nicht zu erkennen.<\/p>\n<p><strong>6) Reden mit Massenm\u00f6rdern? Wor\u00fcber denn?<\/strong><br \/>\n<strong>\u201eMan muss mit der Hamas reden\u201c<\/strong><br \/>\nMit einer von allen ernst zu nehmenden Staaten als Terrororganisation betrachteten, erwiesenerma\u00dfen genozidal antisemitischen Bande muss man genauso wenig reden wie mit ISIS. Wor\u00fcber auch? Die Hamas macht aus ihrem antij\u00fcdischen Programm (siehe Charta) keinen Hehl, und wer behauptet, es g\u00e4be etwas mit ihr zu bereden, der sollte auch sagen, was. Etwa die Modalit\u00e4ten einer Aufl\u00f6sung Israels? Das Argument, die Hamas habe eben einen \u201emilit\u00e4rischen Fl\u00fcgel\u201c, sei aber auch politisch und karitativ t\u00e4tig, zieht nicht. Die Nazis st\u00fctzten ihre Macht auf SA, SS und Wehrmacht, und nebenbei veranstalteten sie auch h\u00fcbsche Zeltlager f\u00fcr die Jugend und KdF-Fahrten f\u00fcr gestresste Volksgenossen, aber verbrecherisch blieben sie trotzdem.<br \/>\nWer die islamofaschistische Hamas als Wohlt\u00e4tigkeitsverein mit angeschlossener Jagdsportabteilung verharmlost, ist nur darauf aus, ihr unverdiente Legitimit\u00e4t zu verschaffen. Die aber n\u00fctzt niemandem au\u00dfer den b\u00e4rtigen Gotteskriegern selbst, die ihrerseits ihre Daseinsberechtigung aus dem Kampf gegen Israel herleiten, was schon ihr Name belegt, und deshalb haben sie in einem \u201eFriedensprozess\u201c so viel zu suchen wie ein Kindersch\u00e4nder im Hort. Wer dem Nahen Osten etwas Gutes tun will, zieht die Hamas aus dem Verkehr; wer sie hoff\u00e4hig machen will, ist an der Fortf\u00fchrung des Konflikts bis zum St. Nimmerleinstag interessiert, so viel ist sicher.<\/p>\n<p><strong>7) Die UN: Vehikel im Krieg gegen Israel<\/strong><br \/>\n<strong>\u201eIn der UNO ist Israel isoliert, nur Amerika h\u00e4lt seine sch\u00fctzende Hand \u00fcber das Land\u201c<\/strong><br \/>\nStimmt. Das spricht aber nicht gegen Amerika, sondern gegen die Vereinten Nationen, eine Organisation, die, unf\u00e4hig und korrupt, l\u00e4ngst von L\u00e4ndern dominiert wird, die mit der UN-Charta nichts am Hut haben und V\u00f6lkerm\u00f6rdern, Diktatoren und Operettenpr\u00e4sidenten jederzeit eine B\u00fchne bietet, die selbst ihren \u201eMenschenrechtsrat\u201c (der als einzigen st\u00e4ndigen Tagesordnungspunkt Israel hat und das Land regelm\u00e4\u00dfig verurteilt) https:\/\/www.nytimes.com\/2023\/10\/10\/world\/middleeast\/israel-gaza-war-hamas-deaths-killings.html von Schurkenstaaten aus allzu durchsichtigen Gr\u00fcnden zweckentfremden l\u00e4sst \u2013 n\u00e4mlich um von den eigenen Menschenrechtsverletzungen abzulenken. Klassenkeile bezieht dann eben der Streber mit der Brille: Israel, der Jude unter den V\u00f6lkern.<br \/>\nF\u00fcr eine Resolution gegen Israel findet sich in der Vollversammlung immer eine Mehrheit, und Entw\u00fcrfe, in denen der j\u00fcdische Staat f\u00fcr seine Reaktion auf Angriffe etwa durch Hisbollah oder Hamas verurteilt wird, ohne dass diese Aggressionen \u00fcberhaupt erw\u00e4hnt werden, w\u00fcrden tats\u00e4chlich durchgewinkt, wenn nicht die USA den Mumm h\u00e4tten, dieser Farce im Weltsicherheitsrat regelm\u00e4\u00dfig ein Ende zu bereiten. England und Frankreich sind meist zu feige dazu, Russland und China haben noch weniger Berechtigung als die meisten anderen UN-Mitgliedsstaaten, sich zum Richter \u00fcber Israel aufzuschwingen. Mit Moral hat das alles nichts zu tun, die UN sind die Summe ihrer Mitgliedsstaaten, nicht mehr und nicht weniger, und die sind selten genug demokratisch. Wenn sich Gewaltherrscher darauf einigen, eine Demokratie zum Paria zu machen, n\u00fctzt auch die Mehrheit nichts \u2013 das Unterfangen bleibt unmoralisch und eine Schande f\u00fcr die Weltorganisation.<br \/>\nEs wird h\u00f6chste Zeit, dass diese unw\u00fcrdige Veranstaltung, die nat\u00fcrlich auch vor allem von den USA bezahlt wird, einer Liga der demokratischen Staaten Platz macht. Diesem Club wird dann zwar nicht jeder angeh\u00f6ren, aber Qualit\u00e4t geht vor Quantit\u00e4t. Es ist nicht einzusehen, dass Burkina Faso, Bhutan und Somalia dar\u00fcber entscheiden d\u00fcrfen, ob ein milit\u00e4rischer Feldzug im Libanon oder Gaza berechtigt ist oder nicht. Israel ist ein souver\u00e4ner Staat, der einzige ironischerweise, dessen Gr\u00fcndung die Legitimation der UN hat (bei den heutigen Mehrheitsverh\u00e4ltnissen undenkbar), und er ist eben nicht ins Leben gerufen worden, damit andere \u00fcber das Schicksal von Juden bestimmen. Um ein Minimum an Glaubw\u00fcrdigkeit beanspruchen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten die Vereinten Nationen auch die guten Gr\u00fcnde ber\u00fccksichtigen, die Israel etwa zum Gazakrieg bewogen oder dazu, auf dem Prinzip Land f\u00fcr Frieden (die ber\u00fchmte Resolution 242!) zu bestehen. Dies tun sie nicht, und daher sind ihre einseitigen Verurteilungen ausgerechnet Israels l\u00e4cherlich und gottlob auch nicht bindend. Die automatische Mehrheit gegen den j\u00fcdischen Staat hat sich moralisch l\u00e4ngst selbst disqualifiziert.<\/p>\n<p><strong>8) Die ewige \u201ehumanit\u00e4re Katastrophe\u201c<\/strong><br \/>\n<strong>\u201eNiemand leidet so wie die Pal\u00e4stinenser\u201c<\/strong><br \/>\nDiese Behauptung ist geradezu obsz\u00f6n. Zig Millionen Fl\u00fcchtlinge weltweit leiden wirklich, es fehlt ihnen am n\u00f6tigsten, und sie haben nicht die M\u00f6glichkeit, ihr Los durch Kompromissbereitschaft von heute auf morgen zu verbessern. Es gibt ein UN-Fl\u00fcchtlingshilfswerk f\u00fcr alle Fl\u00fcchtlinge weltweit und ein zweites f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser allein (UNRWA). <a href=\"https:\/\/www.watson.ch\/schweiz\/international\/933448698-unrwa-was-tut-sie-warum-steht-sie-in-der-kritik-ein-ueberblick\">https:\/\/www.watson.ch\/schweiz\/international\/933448698-unrwa-was-tut-sie-warum-steht-sie-in-der-kritik-ein-ueberblick<\/a> Sie sind auch die einzigen, die ihren Fl\u00fcchtlingsstatus weitervererben d\u00fcrfen, und die einzigen, bei denen alles getan wird, damit sie weiter Fl\u00fcchtlinge bleiben. F\u00fcr ihren Unterhalt und ihre Ausbildung zahlt die Weltgemeinschaft; den L\u00f6wenanteil (fast ein Viertel) tr\u00e4gt das gern verteufelte Amerika, die teils steinreichen arabischen Staaten, deren Lippenbekenntnisse f\u00fcr die pal\u00e4stinensische Sache zahlreich sind, tragen \u2013 mit Ausnahme Saudi-Arabiens \u2013 kaum etwas zum UNRWA-Haushalt bei.<br \/>\nAnders als die 650.000 Juden, die aus arabischen L\u00e4ndern vertrieben wurden, sind die pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlinge nirgendwo au\u00dfer in Jordanien integriert worden. Vergleichsweise elend leben die Pal\u00e4stinenser im Libanon, w\u00e4hrend es in Israel kein einziges \u201eFl\u00fcchtlingslager\u201c gibt. Die Araber dort, die 1948 nicht flohen, sind israelische Staatsb\u00fcrger. Selbst im \u201eblockierten\u201c Gazastreifen ist das Leben entgegen den verbreiteten Behauptungen alles andere als die H\u00f6lle. Das Westjordanland, wegen der verbesserten Sicherheitslage von hunderten Checkpoints erl\u00f6st, boomt, und wer sich in Ramallah umschaut, mag vieles sehen, aber gewiss keine \u201ehumanit\u00e4re Katastrophe\u201c. Das ist ein billiger Kampfbegriff aus dem Arsenal antiisraelischer Propagandisten, mehr nicht.<\/p>\n<p><strong>9) Jerusalem teilen wie einst Berlin?<\/strong><br \/>\n<strong>\u201eJerusalem muss Hauptstadt beider Staaten werden\u201c<\/strong><br \/>\nKeineswegs. Zum einen w\u00e4re dies ein weltgeschichtliches Novum. Warum sollte das ausgerechnet am brisantesten Ort des Planeten gelingen? Jerusalem war nie Hauptstadt eines arabischen Staates \u2013 selbst unter jordanischer Herrschaft nicht \u2013 und ein Staat Pal\u00e4stina k\u00f6nnte auch mit einer Kapitale Ramallah leben. Oder Abu Dis. Jerusalem ist unter israelischer Verwaltung zu einer bl\u00fchenden, beeindruckenden Metropole geworden und nach Jahrhunderten der Verwahrlosung \u00fcberhaupt erst seitdem wieder von Bedeutung. Die Juden werden mehr, die Araber werden sogar noch mehr (und eben nicht \u201everdr\u00e4ngt\u201c, wie sie immer behaupten) <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Demographic_history_of_Jerusalem\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Demographic_history_of_Jerusalem<\/a> , und die Stadt ist lebenswert f\u00fcr alle ihre Bewohner.<br \/>\nNur Israel garantiert den freien Zugang zu den Heiligen St\u00e4tten aller Religionen. Zwischen 1948 und 1967 wurde Juden der Zugang zur Westmauer verwehrt, und die Pal\u00e4stinenser w\u00fcrden es nicht anders halten als die Jordanier. Sie leugnen heute jeden historischen Bezug der Juden zu Jerusalem, und schon deshalb kommt ihre Kontrolle \u00fcber die Stadt nicht infrage, w\u00e4re eine Katastrophe f\u00fcr alle Bewohner, ob Juden oder Araber. Was die Teilung einer Stadt betrifft, so k\u00f6nnten die B\u00fcrger Berlins einiges \u00fcber deren Auswirkungen sagen. Sehnt sich wirklich irgendjemand nach Mauer und Stacheldraht zur\u00fcck? Vielleicht diejenigen, die sich \u00fcber den Bau von einigen Wohneinheiten im Stadtteil Gilo aufregen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend ein Massaker im Jemen sie kaltl\u00e4sst; diese m\u00fcssen sich gewisse R\u00fcckschl\u00fcsse auf ihr Verst\u00e4ndnis von Menschenrechten gefallen lassen. Eine R\u00fcckkehr zum status quo ante w\u00fcrde jedenfalls nirgendwo so kontraproduktiv sein wie in Jerusalem. \u201eWat fott es, es fott!\u201c, pflegt der rheinische Volksmund salopp zu sagen. Und genau so ist es.<\/p>\n<p><strong>10) Leben in \u00e4u\u00dferst aggressiver Nachbarschaft<\/strong><br \/>\n<strong>\u201eNur durch einen Pal\u00e4stinenserstaat bekommt Israel dauerhaft Sicherheit\u201c<\/strong><br \/>\nMitnichten. Das Gegenteil d\u00fcrfte der Fall sein \u2013 jedenfalls wenn die Pal\u00e4stinenser einen Staat bek\u00e4men, der weiter Anspr\u00fcche stellt, der sich bis an die Z\u00e4hne bewaffnen und mit Israel feindlich gesinnten Staaten verb\u00fcnden darf. Dann ist der n\u00e4chste Waffengang nur eine Frage der Zeit \u2013 mit f\u00fcr Israel extrem schwer zu verteidigenden Grenzen, zumal wenn die PLO oder gar die Hamas auf den H\u00f6henz\u00fcgen \u00fcber der K\u00fcstenebene sitzen w\u00fcrde. Ein Albtraum, der weder Israelis noch Pal\u00e4stinensern etwas Gutes br\u00e4chte. Daher besteht Israel mit Recht auf Vorkehrungen, die diese gruselige Option ausschlie\u00dfen. Wer die Pal\u00e4stinenserf\u00fchrung in ihrer Alles-oder-Nichts-Haltung best\u00e4rkt, kann keinen Frieden wollen. Schaut man sich die erste Reihe der vorgeblichen Pal\u00e4stinenserfreunde an, ist das auch kein Wunder.<br \/>\nHinzu kommt die begr\u00fcndete Sorge, dass der Pal\u00e4stinenserstaat wie fast alle arabischen Staaten aussehen wird, mutma\u00dflich noch bedenklicher: Ob von Fatah oder Hamas beherrscht, dieser Staat wird keine Demokratie sein, dazu bed\u00fcrfte es nicht nur \u201efreier\u201c Wahlen, sondern demokratischer Parteien, und das sind sie beide nicht. Khaled Abu Toameh, ein arabischer Journalist, der f\u00fcr die Jerusalem Post arbeitet, vergleicht sie zu Recht mit zwei rivalisierenden Gangsterbanden, die ihre Machtk\u00e4mpfe auf dem R\u00fccken der Bev\u00f6lkerung austragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Pal\u00e4stina ein weiterer failed state wird, den die Welt nicht braucht, ist extrem hoch. Solch ein Staat w\u00e4re eine Gefahr f\u00fcr seine eigenen B\u00fcrger und nat\u00fcrlich auch f\u00fcr seine Nachbarn. Man erinnere sich an die destabilisierende Rolle, welche die PLO Arafats in Jordanien und im Libanon spielte.<br \/>\n\u201eWenn der israelisch-arabische Konflikt gel\u00f6st ist, herrscht Ruhe im Nahen Osten\u201c<br \/>\nReines Wunschdenken. Die Muslimbruderschaft und damit der politische Islam mit seinem dschihadistischen Programm ist \u00e4lter als der Nahost-Konflikt, und wenn Bin Ladens Al-Qaida in New York und Washington Wolkenkratzer und ein Ministerium angreift, wenn in Pakistan, Afghanistan, Irak, Marokko, \u00c4gypten, Indonesien, Nigeria und anderen L\u00e4ndern Islamisten blutige Anschl\u00e4ge ver\u00fcben, hat das mit Israel und dem, was es tut oder unterl\u00e4sst, nichts, aber auch gar nichts zu tun. Ebenso wenig der Westsaharakonflikt, der V\u00f6lkermord im Sudan, der Krieg \u00c4gyptens im Jemen Mitte der 60er-Jahre, der jordanische B\u00fcrgerkrieg 1970, der B\u00fcrgerkrieg im Libanon ab Mitte der 70er-Jahre, der Krieg Iraks gegen Iran, gegen die Kurden, gegen Kuweit, der Krieg in Afghanistan, die Unruhen in Tunesien, Libyen, \u00c4gypten, der Krieg im Jemen, der Machtkampf zwischen der PLO und der Hamas, der B\u00fcrgerkrieg in Syrien et cetera et cetera. Die Region ist, wie sie ist, und das liegt ganz sicher nicht an einem 20.000-Quadratkilometer-Staat, der sich dort seit 75 Jahren seiner Haut erwehren muss. Ein ganz schlechter Witz ist das.<br \/>\n&#8230; Alles vom 25.10.2023 von Claudio Casula bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/unsterbliche_nahost_legenden_und_wie_man_sie_zerlegt\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/unsterbliche_nahost_legenden_und_wie_man_sie_zerlegt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Global &gt;\u00a0Israel\u00a0&gt;Palaestina\u00a0&gt;Judenhass2021\u00a0&gt;Israel-Hamas &gt;Israel-Geschichte &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0Klicken\u00a0oder scrollen Chaim Noll: Die Metamorphose der Kibbuzim (1.1.2026) Israel aus erster Hand \u2013 Chaim Noll auf Schloss Ettersburg\u00a0(4.9.2025) Israel w\u00fcrde der deutsche Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem einstufen (4.5.2025) Giuiseppe Gracia: Wenn &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/israel\/israel-geschichte\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":17167,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-116499","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/116499","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=116499"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/116499\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":147904,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/116499\/revisions\/147904"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17167"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=116499"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}