{"id":115226,"date":"2023-09-02T11:55:21","date_gmt":"2023-09-02T09:55:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=115226"},"modified":"2025-11-28T10:51:06","modified_gmt":"2025-11-28T09:51:06","slug":"bildungskrieg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/bildungskrieg\/","title":{"rendered":"Bildungskrieg"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Bildung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/\">Bildung<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Universitaet\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/\">Universitaet<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/\">Hochschulen<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/\">Wissenschaft<\/a> &gt;Bildungskrieg<\/p>\n<div id=\"attachment_107199\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/weimar-nationaltheater-diplomatie-statt-waffen-pan221208.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-107199\" class=\"size-full wp-image-107199\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/weimar-nationaltheater-diplomatie-statt-waffen-pan221208.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/weimar-nationaltheater-diplomatie-statt-waffen-pan221208.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/weimar-nationaltheater-diplomatie-statt-waffen-pan221208-180x93.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-107199\" class=\"wp-caption-text\">Deutsches Nationaltheater Weimar 8.12.2022: Diplomatie und Frieden statt Sanktionen und Waffen<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span>\u00a0oder scrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/politische-bildung\/\">Die Union \u00fcberl\u00e4\u00dft die Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung den Linken<\/a>\u00a0(28.11.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/schulbildung\/\">Bildungsnation importiert ihren Absturz<\/a>\u00a0(21.8.2025)<\/li>\n<li>Meyen: Wie ich meine Uni verlor: Drei\u00dfig Jahre Bildungskrieg (30.8.2023)<\/li>\n<li>Preradovic: \u201eUnis sind Pfeiler des Wahrheitsregimes\u201c \u2013 mit Prof. Dr. Michael Meyen (24.8.2023)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8222;An deutschen Hochschulen herrscht ein Bildungskrieg&#8220; (Michael Meyen)<br \/>\n============================================================<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Meyen: Wie ich meine Uni verlor: Drei\u00dfig Jahre Bildungskrieg<\/strong><br \/>\n<strong>Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen: \u201eEine Angst geht um in der Wissenschaft\u201c<\/strong><br \/>\nWie kann ein Professor seine Uni verlieren? In dem Buch \u201eWie ich meine Uni verlor: Drei\u00dfig Jahre Bildungskrieg. Bilanz eines Ostdeutschen\u201c erz\u00e4hlt der Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen davon und gew\u00e4hrt einen tiefen Einblick in ein Hochschulsystem, das sich in einer schweren Schieflage befindet. Im NachDenkSeiten-Interview geht Meyen, gegen den ein Disziplinarverfahren l\u00e4uft, auf sein Buch ein und sagt: \u201eDas akademische Feld ist gekapert von der Wirtschaft, von der Politik und von den Medien, Geld, Macht, Aufmerksamkeit.\u201c Ein Interview \u00fcber das Spannungsverh\u00e4ltnis von Wissenschaft und Herrschaft und die Angst, die in der Wissenschaft umgeht. Von Marcus Kl\u00f6ckner.<\/p>\n<p>Herr Meyen, wie sieht das Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen Wissenschaft und Herrschaft aus?<br \/>\nDas akademische Feld ist gekapert von der Wirtschaft, von der Politik, von den Medien, Geld, Macht, Aufmerksamkeit. Au\u00dferdem ist dieses Feld ein Ort, an dem sich Menschen begegnen. Woran gearbeitet wird, h\u00e4ngt folglich auch und nicht zuletzt von Beziehungen ab und vor allem davon, was am Machtpol gerade goutiert wird. Wissenschaft ist die Religion der Gegenwart. Um heute etwas durchsetzen zu k\u00f6nnen, brauche ich Priester mit Professorentitel, Studien, Akademien, Ethikr\u00e4te. Ohne die Weihen von Gelehrten keine Absolution. Diese Deutungshoheit macht die Universit\u00e4ten attraktiv f\u00fcr alle, die tats\u00e4chlich etwas durchsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte also sagen: Das Spannungsverh\u00e4ltnis ist in das System eingebaut?<br \/>\nJa. Der Staat finanziert die Forschung, in den Geistes- und Sozialwissenschaften sogar ziemlich komplett. Inzwischen haben zwar auch Konzern- und Privatstiftungen die Universit\u00e4ten entdeckt, aber die Grundfinanzierung und die meisten Projektmittel kommen aus Steuergeldern. Wer bezahlt, will etwas daf\u00fcr haben. Wir bauen zwar keine Maschinen und melden auch keine Patente an, formen daf\u00fcr aber die Sprache und die Denkmuster, mit denen eine Gesellschaft ihre Wirklichkeit beschreiben und begreifen kann. Diese Definitionsmacht ist f\u00fcr alle verlockend, die etwas zu entscheiden haben oder ihren Reichtum sch\u00fctzen und mehren wollen.<\/p>\n<p>Haben Sie ein Beispiel f\u00fcr die Stiftungen?<br \/>\nDieter Schwarz, also Kaufland und Lidl. In der Liste der reichsten Deutschen ziemlich weit oben. Seine Stiftung hat der TU M\u00fcnchen in den letzten vier Jahren 41 Professuren geschenkt, 32 davon angesiedelt in Heilbronn, am Gr\u00fcndungssitz der Firma. Ich erinnere mich noch an die Debatten, als der Deal mit der TU ruchbar wurde. Muss ein Schwarz-Professor eigentlich den Sponsor fragen, bevor er etwas ver\u00f6ffentlicht?<\/p>\n<p>Macht- und Herrschaftseinfl\u00fcsse werden eher selten thematisiert, wenn Journalisten und andere Akteure in der \u00d6ffentlichkeit ein Loblied auf die \u201efreie Wissenschaft\u201c singen. Woran liegt das?<br \/>\nAn der illusio des akademischen Feldes. Das ist ein Begriff von Pierre Bourdieu. Er meint damit den Glauben an Sinn, Regeln und Wert des Spiels Wissenschaft. Dieser Glaube hilft jedem Forscher, wieder und wieder ins Labor oder an den Schreibtisch zu gehen, dabei denjenigen zu huldigen, die erfolgreicher sind als er selbst, und Attacken von au\u00dfen entr\u00fcstet zur\u00fcckzuweisen, obwohl er wissen m\u00fcsste, dass die Kritiker nicht immer falsch liegen. Das hei\u00dft: Wissenschaftler k\u00f6nnen sich einreden, uneigenn\u00fctzig f\u00fcr das Wohl aller zu arbeiten und nichts als die Wahrheit im Sinn zu haben. Vielleicht m\u00fcssen sie sich das sogar einreden, um nicht zu verzweifeln.<\/p>\n<p>In der Medien\u00f6ffentlichkeit erwecken Journalisten, Experten, aber auch Politiker immer wieder den Eindruck, als g\u00e4be es \u201edie\u201c Wissenschaft, deren Forschungsergebnisse ohne jeden Zweifel als \u201ewahr\u201c anzuerkennen seien.<br \/>\nNat\u00fcrlich geht es um Wahrheit und um Objektivit\u00e4t, wir wissen aber, dass es keine Forschung ohne Forscher gibt. Also brauchen wir \u00d6ffentlichkeit, um pr\u00fcfen zu k\u00f6nnen, was uns die Kollegen da auftischen. Wir brauchen die Kontroverse, wir brauchen gegenseitige Kritik. Wissenschaftliche Wahrheit ist ein Synonym f\u00fcr den aktuellen Stand des Irrtums. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass wir davor gefeit sind, genau wie unsere Vorfahren in Sackgassen zu laufen und die Gesellschaft auf der Basis von Annahmen und Forschungsergebnissen umzubauen, \u00fcber die in 100 Jahren alle den Kopf sch\u00fctteln werden.<\/p>\n<p>Finanzielle Mittel f\u00fcr Forschungsprojekte zu gewinnen, geh\u00f6rt mehr oder weniger zum Alltag eines Professors. Angenommen, Sie wollten ein Projekt mit dem Titel \u201eWie Qualit\u00e4tsmedien die Bev\u00f6lkerung manipulieren und Propaganda verbreiten\u201c angehen und w\u00fcrden versuchen, daf\u00fcr die entsprechenden Mittel zu bekommen. Wie sehen Sie die Chancen, ein derartiges Projekt zu realisieren?<\/p>\n<p>Das ist eine rhetorische Frage, oder? So ein Antrag w\u00fcrde schon an den Begriffen im Titel scheitern. Nach der herrschenden Lesart wird die Bev\u00f6lkerung in westlichen Gesellschaften nicht manipuliert. Propaganda gibt es nur bei den anderen. Russland, China, Nordkorea. Ich m\u00fcsste das also entweder anders formulieren oder gleich aus Bordmitteln machen. Das geht, immer noch. Mit Hannah Broecker und Dennis Kaltwasser habe ich gerade ein Institut f\u00fcr kritische Gesellschaftsforschung gegr\u00fcndet. Dort machen wir genau die Forschung, auf die Sie anspielen.<\/p>\n<p>Was ist eigentlich mit den Studenten in diesem Universit\u00e4tssystem?<br \/>\nIm Bologna-System endet jede Lehrveranstaltung mit einer Pr\u00fcfung. Gar nicht so selten sind das Multiple-Choice-Klausuren. Da bleibt kein Raum f\u00fcr Streit oder gar Protest. Der \u201eLehrer\u201c wei\u00df, wo das Kreuz zu setzen ist, und belohnt die, die alles \u201erichtig\u201c machen. Den jungen Menschen wird heute Alternativlosigkeit beigebracht. Dinge nachbeten und dabei die Termine einhalten \u2013 an der Universit\u00e4t wohlgemerkt, wo fr\u00fcher um den Weg zur Erkenntnis gerungen wurde.<\/p>\n<p>Sie schreiben in Ihrem Buch: \u201eEine Angst geht um in der Wissenschaft.\u201c Was meinen Sie damit?<br \/>\nDas l\u00e4sst sich schwer greifen. Ich meine damit die Moralisierung aller Lebensbereiche, die von den Digitalplattformen ausgeht. Null und eins. Daumen hoch, Daumen runter. Die Plattformen sehen jedes Thema durch die Brille der Moral und stellen jeden Abweichler an den Pranger. Die Angst vor Isolation beschneidet eigentlich alles und greift schon nach der j\u00fcngsten Forschergeneration. Bachelorstudenten fragen, ob ein bestimmtes Thema oder ein bestimmter Betreuer ihre Karriere gef\u00e4hrden k\u00f6nnten. Manchmal f\u00e4ngt das schon bei den Interviewpartnern an. Bin ich \u201erechts\u201c, wenn ich mit diesem Menschen rede? Kontaktschuld ist der Tod der Wissenschaft.<\/p>\n<p>Ihr Buch tr\u00e4gt den Titel: \u201eWie ich meine Uni verlor\u201c. Wie haben Sie denn Ihre Uni verloren?<br \/>\nDer Titel zielt auf die Universit\u00e4t als Ort, an dem man erwachsen werden kann. So ein Studium ist ja auch ein Moratorium im Leben \u2013 eine Atempause, die jungen Menschen erlaubt, sich umzuh\u00f6ren, etwas auszuprobieren und dabei die Pfade zu verlassen, die durch die Herkunft vorgezeichnet sind. Nur so kann etwas Neues entstehen. Nur so ist es f\u00fcr mich als Professor m\u00f6glich, Gleichgesinnte um mich zu scharen und eine Schule zu gr\u00fcnden, die erst das akademische Denken erobert und dann die Gesellschaft. Heute hetzen die Studenten von Pr\u00fcfung zu Pr\u00fcfung. Und die Wissenschaftler fragen nicht mehr, was spannend ist oder relevant sein k\u00f6nnte, sondern schreiben Antr\u00e4ge an politische Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Ihr Buch ist auch sehr pers\u00f6nlich. Neben den Schieflagen im Uni-System geht es auch um Sie und um das, was Ihnen widerfahren ist \u2013 wobei das miteinander verkn\u00fcpft ist.<br \/>\nIch habe schon immer am meisten gelernt, wenn ich selbst betroffen bin. Kein Buch, kein Interview und kein Archiv k\u00f6nnen das ersetzen, was man selbst erlebt. Warum, so hie\u00df die Frage diesmal, warum wird ein kleiner Professor aus allen Rohren beschossen, wenn er einer kleinen Zeitung wie dem Demokratischen Widerstand hilft? Die kurze Antwort kam von meinem Pr\u00e4sidenten an der LMU in M\u00fcnchen: Reputationstransfer. Wir wollen nicht, dass unser akademischer Ruhm dieses Blatt adelt. Die lange Antwort steht jetzt zwischen zwei Buchdeckeln.<\/p>\n<p>Was sind die Konsequenzen f\u00fcr die Universit\u00e4ten, aber auch f\u00fcr die Gesellschaft, aus der von Ihnen beschriebenen Entwicklung?<br \/>\nWer die Universit\u00e4ten beherrscht, der bestimmt, wie wir leben. Ich meine damit gar nicht nur die Denkmuster, \u00fcber die wir schon gesprochen haben. Die Universit\u00e4t ist das Nadel\u00f6hr, das jeder passieren muss, der irgendwann irgendwo etwas zu sagen haben will. Schuldirektoren, Richter, CEOs, Chefredakteure, Intendanten, Minister. Wir erleben ja gerade, dass die ersten Pisa- und Bologna-Kinder in Spitzenpositionen aufsteigen, und sehen, welche Folgen das f\u00fcr die Diskussionskultur hat und f\u00fcr den politischen Prozess \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>Im Untertitel taucht das Wort \u201eBildungskrieg\u201c auf. Worauf bezieht sich das? Bitte erkl\u00e4ren Sie.<br \/>\nPunkt eins: 2005 hat Rot-Gr\u00fcn das W-System eingef\u00fchrt. Seitdem gibt es f\u00fcr Professoren ein Grundgehalt plus Zulagen. Was daf\u00fcr zu tun ist, wird oft in Zielvereinbarungen festgehalten. Drittmittel etwa oder Publikationen. Punkt zwei: Vor allem der Bund und die EU haben ihre Projektausgaben seitdem erheblich aufgestockt. Ein Medienforscher wie ich bekommt sein Geld ja eher nicht aus der Wirtschaft. Drittmittel sind bei uns politische Gelder. Br\u00fcssel und die Ministerien in Bund und L\u00e4ndern geben vor, was mit welchen Methoden zu untersuchen ist. Das geht bis hin zu Sprachregeln. Gendern zum Beispiel: Wenn das Gehalt davon abh\u00e4ngt, ob man mitmacht, ist es schwer, sich dem zu entziehen.<\/p>\n<p>Vermutlich gibt es noch einen dritten Punkt.<br \/>\nLeider, ja. Prestige bringen heute nur noch ganz bestimmte Publikationen. Das Stichwort ist hier Web of Science. Diese Oberfl\u00e4che wurde vom Medienkonzern Thomson Reuters erfunden, der eine Weile auch den Science Citation Index hatte und beide Marken 2016 in die Firma Clarivate Analytics \u00fcberf\u00fchrt hat \u2013 inzwischen an der B\u00f6rse notiert und vorher eine Goldgrube f\u00fcr milliardenschwere Kapitalanleger. Was dort nicht gelistet ist, f\u00e4llt bei den Rankings unter den Tisch, in Shanghai zum Beispiel oder beim H-Index.<\/p>\n<p>Was ist das?<br \/>\nInzwischen das Nonplusultra f\u00fcr jeden Wissenschaftler. Namensgeber ist Jorge Hirsch, ein Physiker. Seine Idee war offenbar verlockend: Ich verdichte jede Lebensleistung auf einen einzigen Wert und kann so alles mit jedem vergleichen. Der Medienforscher spielt pl\u00f6tzlich in der gleichen Liga wie Mediziner und Mathematiker. Das Prinzip kann man sich auf Google Scholar anschauen. F\u00fcr einen hohen H-Index braucht man viele Publikationen, die m\u00f6glichst oft zitiert werden. Diesen Index gibt es erst seit 2005. Er hat die Forschung komplett umgebaut.<\/p>\n<p>Wie meinen Sie das?<br \/>\nPubliziert wird vorrangig da, wo mitgez\u00e4hlt wird \u2013 in Zeitschriften und Verlagen, die zum Web of Science geh\u00f6ren. Mein Buch wird dort zum Beispiel gar nicht erfasst. Viele wundern sich ja, wenn 20 und mehr Namen \u00fcber einem kleinen Artikel stehen. Der H-Index sagt: Publiziert viel und mit m\u00f6glichst vielen Kollegen. Zitiert euch selbst und die, die auch viel schreiben und euch dann einen Gefallen schulden. Meidet Nischenthemen und Sprachen, die im Web of Science nicht verstanden werden. Genau das passiert gerade. Auf Deutsch \u00fcber deutsche Medienpolitik oder die Weimarer Republik zu schreiben, macht nach dieser Logik keinen Sinn. Eigentlich macht das auch auf Englisch keinen Sinn, weil sich die US-Amerikaner f\u00fcr andere Sachen interessieren.<\/p>\n<p>Gegen Sie l\u00e4uft ein Disziplinarverfahren. Was hat es damit auf sich, was sind die Gr\u00fcnde?<br \/>\nEs geht um Zweifel an meiner Verfassungstreue. Nicht wegen irgendwelcher S\u00e4tze, die ich gesagt oder geschrieben habe, sondern weil ich Kontakt mit den falschen Leuten hatte oder habe. 2019 die Rote Hilfe, jetzt die Zeitung Demokratischer Widerstand.<\/p>\n<p>Was ist Ihre Position zu den Vorw\u00fcrfen?<br \/>\nIch habe in der DDR erlebt, wohin die Reglementierung der \u00d6ffentlichkeit f\u00fchren kann, und mir als Medienforscher das Ziel gesetzt, eine Wiederholung mit den Mitteln zu verhindern, die mir meine Professur bietet. Dazu geh\u00f6rt der Kontakt zu Bev\u00f6lkerungsgruppen, die glauben, dass sich Politik und Staat von ihnen abgewendet haben. Ich halte das auch deshalb f\u00fcr meine Pflicht, weil ich einen Eid auf die bayerische Verfassung geschworen habe, die in Artikel 96 sagt, dass die Beamten \u201eDiener des ganzen Volkes\u201c sind \u201eund nicht einer einzelnen Partei\u201c.<br \/>\n&#8230; Komplettes Interview vom 30.8.2023 von Marcus Kl\u00f6ckner mit Michael Meyen bitte lesen auf <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103051\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103051<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Michael Meyen: Wie ich meine Uni verlor: <\/em><br \/>\n<em>Drei\u00dfig Jahre Bildungskrieg. Bilanz eines Ostdeutschen.<\/em><br \/>\n<em>Eulenspiegel Verlagsgruppe, edition ost. 28. August 2023, 15 Euro.<\/em><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/www.eulenspiegel.com\/verlage\/edition-ost\/titel\/wie-ich-meine-uni-verlor.html\">https:\/\/www.eulenspiegel.com\/verlage\/edition-ost\/titel\/wie-ich-meine-uni-verlor.html<\/a><\/em><br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Preradovic: \u201eUnis sind Pfeiler des Wahrheitsregimes\u201c \u2013 mit Prof. Dr. Michael Meyen<\/strong><br \/>\n\u201eHochschulen sind heute nur noch Pfeiler des Wahrheitsregimes.\u201c Das sagt der Medienforscher Prof. Dr. Michael Meyen. Der kritische Kommunikationswissenschaftler der Uni M\u00fcnchen ist selbst einer Cancel-Kampagne ausgesetzt, angef\u00fchrt von medialen Attacken, die die Universit\u00e4t unter Druck setzen.<br \/>\nDer Autor von \u201eWie ich meine Uni verlor\u201c meint: \u201eMit der Einf\u00fchrung des Bologna-Prozesses hat die Unterwerfung der Unis begonnen. Wissenschaft dient heute in erster Linie der Legitimierung von Politik. Durch den schulischen Aufbau interessieren sich Studenten sich vor allem f\u00fcr Regelwerk und Noten \u2013 Neugierde und Debattenlust bleiben auf der Strecke.\u201c Die Unterwerfung der Unis sei deswegen so wichtig, weil dort die k\u00fcnftigen Entscheider ausgebildet werden.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/media.publit.io\/file\/220822-Meyen.mp4\">https:\/\/media.publit.io\/file\/220822-Meyen.mp4<\/a><br \/>\n&#8230; Alles vom 24.8.2023 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/punkt-preradovic.com\/unis-sind-pfeiler-des-wahrheitsregimes-mit-prof-dr-michael-meyen\/\">https:\/\/punkt-preradovic.com\/unis-sind-pfeiler-des-wahrheitsregimes-mit-prof-dr-michael-meyen\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Bildung\u00a0&gt;Universitaet\u00a0&gt;Hochschulen &gt;Wissenschaft &gt;Bildungskrieg Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0Klicken\u00a0oder scrollen Die Union \u00fcberl\u00e4\u00dft die Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung den Linken\u00a0(28.11.2025) Bildungsnation importiert ihren Absturz\u00a0(21.8.2025) Meyen: Wie ich meine Uni verlor: Drei\u00dfig Jahre Bildungskrieg (30.8.2023) Preradovic: \u201eUnis sind Pfeiler des Wahrheitsregimes\u201c &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/bildungskrieg\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":4809,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-115226","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/115226","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=115226"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/115226\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":142221,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/115226\/revisions\/142221"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=115226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}