{"id":111005,"date":"2023-03-23T16:17:51","date_gmt":"2023-03-23T15:17:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=111005"},"modified":"2026-03-15T16:52:56","modified_gmt":"2026-03-15T15:52:56","slug":"eskapismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/eskapismus\/","title":{"rendered":"Eskapismus"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Engagement\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/\">Engagement<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Zukunft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/\">Zukunft<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Demokratie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/\">Demokratie<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/widerstand\/\">Widerstand<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/resignation-der-mitte\/\">Resignation<\/a> &gt;Eskapismus<\/p>\n<div id=\"attachment_102119\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/yoga-strandbad-festival-pan220625-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-102119\" class=\"size-full wp-image-102119\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/yoga-strandbad-festival-pan220625-1.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"352\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/yoga-strandbad-festival-pan220625-1.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/yoga-strandbad-festival-pan220625-1-180x99.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-102119\" class=\"wp-caption-text\">Yoga im Strandbad Freiburg am 25.6.2022<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0Klicken\u00a0oder scrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/gesellschaft\/anspruchsgesellschaft\/\">Eric Gujer: Belohnt werden die Faulen, die Abzocker und die Duckm\u00e4user<\/a> (13.3.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/faule-deutsche-fleissige-politiker\/\">Faule Deutsche \u2013 fleissige Politiker<\/a>\u00a0(21.1.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/steuerzahler\/\">Benjamin Mudlack: 15 Mio Nettosteuerzahler und 45 Mio Nettosteuerempf\u00e4nger bei 60 Mio Wahlb\u00fcrgern<\/a>\u00a0(20.1.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/bequemlichkeit\/passiv\/\">Alle warten \u2013 aber worauf?<\/a>\u00a0(1.7.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/krankheit\/psychisch-krank\/\">Albrecht K\u00fcnstle: Psychisch krankes Deutschland<\/a>\u00a0(3.4.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/staat-und-die-andersdenkenden\/\">Staat und die Andersdenkenden<\/a>\u00a0(24.11.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/krankheit\/\">Rekordwert: Noch nie lie\u00dfen sich mehr Deutsche krankschreiben<\/a>\u00a0(26.10.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/emigration\/\">Die gro\u00dfe Vertreibung der Deutschen ins Nirgendwo<\/a>\u00a0(21.7.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/resignation-der-buerger\/\">Resignation der B\u00fcrger<\/a>\u00a0(27.3.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/arbeit\/arbeitsverweigerung\/\">Der gro\u00dfe R\u00fcckzug \u2013 vom Arbeitsmarkt<\/a>\u00a0(19.6.2023)<\/li>\n<li>Eskapismus &#8211; beginnt ein neues Biedermeier? (23.3.2023)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/emigration\/\">Emigration<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/bequemlichkeit\/passiv\/\">passiv<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/krankheit\/psychisch-krank\/\">psychisch-krank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/resignation-der-mitte\/\">Resignation der Mitte<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die &#8222;Schon l\u00e4nger hier Lebenden&#8220; (Angela Merkel&#8217;s Begriff f\u00fcr Deutsche) fl\u00fcchten in <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/arbeit\/arbeitsverweigerung\/\">Arbeitsverweigerung<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/auswanderung\/\">Auswanderung<\/a><br \/>\nund die Migranten in ihre <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/parallelgesellschaft\/\">Parallelgesellschaften<\/a>.<br \/>\n=======================================================<\/p>\n<p><strong>Eskapismus &#8211; beginnt ein neues Biedermeier?<\/strong><br \/>\nF\u00fcr den Duden bedeutet der Begriff Eskapismus den \u201eHang zur Flucht vor der Wirklichkeit und den realen Anforderungen in eine imagin\u00e4re Scheinwirklichkeit\u201c. Zum Adjektiv eskapistisch schreibt dieselbe Quelle: \u201eVor der Realit\u00e4t und ihren Anforderungen in Illusionen oder in Zerstreuungen und Vergn\u00fcgungen ausweichend.\u201c<br \/>\nDie Frage ist, ob der Trend zum Eskapismus \u2013 der heute in der westlichen Welt un\u00fcbersehbar geworden ist \u2013 eine Gefahr bedeutet, oder ob es sich nur darum handelt, dass viele Zeitgenossen dem Stress des Alltags durch das Einlegen einer Pause entrinnen wollen, um Kraft zu tanken oder sich neu zu orientieren.<br \/>\nViele von ihnen entfliehen nicht der Realit\u00e4t, sondern weichen konkreten Bedrohungen aus. Ihnen geht es etwa darum, dem Konformit\u00e4tsdruck auszuweichen, den die auf politische Korrektheit dringenden \u201eEliten\u201c auf sie aus\u00fcben. Dieser Tage kann selbst der harmloseste B\u00fcrger nach einer unerw\u00fcnschten Wortmeldung schneller auf der Anklagebank landen als Beschuldigte, denen Gewaltverbrechen zur Last gelegt werden.<br \/>\nDie Bek\u00e4mpfung von \u201eHassrede\u201c (was auch immer das sein mag, und wer auch immer dar\u00fcber befindet, was sie ausmacht) und die Verteilung von Maulk\u00f6rben haben inzwischen anscheinend Vorrang vor der Bek\u00e4mpfung der Gewalt im Alltag. Das nutzt einerseits den erkl\u00e4rten Feinden unserer auf dem Boden des christlichen Abendlandes stehenden Gesellschaft, garantiert aber andererseits den Beifall derjenigen im Besitz der Deutungshoheit befindlichen linken Intellektuellen, die mit einem Selbsthass geschlagen sind, der ihre Urteilkraft tr\u00fcbt.<br \/>\nMehr und mehr B\u00fcrger nehmen die eigene Regierung und die Polizei inzwischen eher als eine feindliche Besatzungsmacht wahr als eine \u201ein ihren Diensten\u201c stehende Organisationen. Eskapismus ist daher in vielen F\u00e4llen ein Verhaltensmuster, das als Reaktion auf bestehende oder sich verschlechternde Lebensumst\u00e4nde zu bewerten ist, als deren Ursache \u201edie Obrigkeit\u201c erkannt wird.<br \/>\nIn diesem Beitrag geht es ausschlie\u00dflich um das Verhalten rational denkender und handelnder selbstbewusster Menschen, die in Freiheit leben und in Ruhe gelassen werden wollen. Auf sie \u00fcbt das Angebot der zwangsbegl\u00fcckenden Rundumversorgung durch den sozialdemokratisierten Wohlfahrtsstaat keinerlei Reiz aus. Sie widerstehen standhaft ihrer \u201eVerhausschweinung\u201c, ein Begriff, den der \u00f6sterreichische Medizin-Nobelpreistr\u00e4ger und Verhaltensforscher Konrad Lorenz (1903 \u2013 1989) einst pr\u00e4gte.<br \/>\n.<br \/>\nDer Staat \u2013 der neue \u201eGott\u201c in einer s\u00e4kularisierten Welt<br \/>\n\u201eWohlgen\u00e4hrte Knechte\u201c sind die sch\u00e4rfsten Gegner der Freiheit. Sie ziehen die vom allsorgenden Vollkasko-Staat, der aus der Sicht seiner Verehrer als \u201eVater Staat\u201c an Gottes Stelle getreten ist, vermeintlich garantierte Sicherheit einer Freiheit vor, die ohne pers\u00f6nliche Anstrengung und Verantwortung nicht zu haben ist. Der wohlfahrtsstaatlich konditionierte Massenmensch liebt die Segnungen der staatlichen Vollversorgung. Im Gegenzug wird von den \u201eWohlfahrtsj\u00fcngern\u201c schlie\u00dflich nichts weiter erwartet, als deren Unterwerfung, der Verzicht auf Kritik an den Machthabern. Dass die orientierungslosen B\u00fcrger der Massengesellschaft nach m\u00f6glichst starken Anf\u00fchrern suchen, verwundert nicht.<\/p>\n<p>\u201eWohlgen\u00e4hrte Knechte\u201c sind die sch\u00e4rfsten Gegner der Freiheit.<br \/>\nDie Scheibchen, die eine alle Lebensbereiche zunehmend infiltrierende Obrigkeit von der b\u00fcrgerlichen Freiheit abschneidet, sind zahlreich, aber zumeist recht d\u00fcnn (nicht so allerdings bei den Corona-Zwangsma\u00dfnahmen!): Salamitaktik. Dadurch wird der schleichende Freiheitsverlust der gro\u00dfen Mehrheit kaum bewusst. Dennoch nehmen viele B\u00fcrger wahr, dass gewohnte Freiheiten schwinden. Das f\u00fchrt zwar zu Unbehagen, dem mit verschiedenen Vermeidungsstrategien zu begegnen versucht wird, meist jedoch nicht zum offenen Regelbruch.<br \/>\nDie Ausbildung einer wohlfahrtstaatlich organisierten Massengesellschaft geht Hand in Hand mit der Bindungslosigkeit und Vereinzelung der Menschen. Die Ursache daf\u00fcr liegt prim\u00e4r in der Zerst\u00f6rung der Institution Familie, die zu jeder Zeit den Hauptangriffspunkt aller geistigen Brandstifter gebildet hat. Wer nach der totalen Macht strebt, muss jede Institution, die einen autonomen, staatsfreien Raum bildet, liquidieren. An die Stelle schwer kontrollierbarer pers\u00f6nlicher Beziehungen treten staatlich garantierte Privilegien einerseits und die Forderung nach Gehorsam gegen\u00fcber den staatlichen Anordnungen andererseits. Am Ende stehen isolierte bindungs- und wurzellose Individuen dem \u201egottgleichen Leviathan\u201c ohnm\u00e4chtig gegen\u00fcber. Zivile Gemeinschaften haben keine Bedeutung mehr \u2013 die Gesellschaft ist atomisiert. Wurde die Gesellschaft erst einmal auf die schiefe Ebene des Sozialismus gebracht, wird sie unweigerlich zerfallen.<\/p>\n<p>Privatsph\u00e4re war gestern<br \/>\nVor gar nicht allzu langer Zeit konnten die Beh\u00f6rden die Bewegungen ihrer B\u00fcrger noch nicht allzu leicht kontrollieren. Heute indes liefert das Handy in jedermanns Tasche dem Polizeiminister jederzeit l\u00fcckenlose Bewegungsprofile. Und der \u00f6ffentliche Raum wird immer konsequenter elektronisch \u00fcberwacht. Kameras k\u00f6nnen Verbrechen aber nicht verhindern. Mehr als die Videodokumentation allf\u00e4lliger Untaten schaut dabei nicht heraus. Der st\u00e4ndige Ausbau von Video\u00fcberwachungssystemen bietet aber pr\u00e4chtige Kontrollm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Dass sich der Fiskus inzwischen per Mausklick einen \u00dcberblick \u00fcber die H\u00f6he des Privatverm\u00f6gens seiner \u201eSteuerknechte\u201c verschaffen kann, ist ebenfalls beunruhigend, l\u00e4sst allerdings diejenigen kalt, deren Verm\u00f6gen das Ausma\u00df eines Mietvertrags f\u00fcr eine Sozialwohnung nicht \u00fcbersteigt. Nur so zum Nachdenken: Wozu soll es gut sein, dass der stets hoch verschuldete Staat \u00fcber die H\u00f6he von Privatverm\u00f6gen im Bilde ist (Stichwort: EU-Verm\u00f6gensregister), wenn nicht zur Erm\u00f6glichung und Vorbereitung konfiskatorischer \u00dcbergriffe?<\/p>\n<p>Privatsph\u00e4re bedeutet Freiheit \u2013 die Abwesenheit willk\u00fcrlichen Zwanges, wie der \u00d6konom und Sozialphilosoph Friedrich August von Hayek (1899 \u2013 1992) schrieb. Man erinnert sich an den Schlachtruf der 68er: \u201eAlles Private ist politisch\u201c. Heute, nach erfolgtem Marsch der 68er-Kulturmarxisten durch die Institutionen, verf\u00fcgen sie oder deren Epigonen \u2013 als Minister, Abgeordnete, Sektionschefs, Richter, Staatsanw\u00e4lte oder Redakteure linker Leitmedien \u2013, \u00fcber die nahezu uneingeschr\u00e4nkte Macht, alles Private auszusp\u00e4hen und damit zu kontrollieren.<br \/>\nWorauf die weit verbreitete Vorstellung beruht, ein demokratisch verfasster Staat k\u00f6nne niemals in den Totalitarismus abgleiten, liegt im Dunkeln. Ist die weit verbreitete Geschichtsvergessenheit daf\u00fcr verantwortlich? Wie viele Zeitgenossen interessieren sich schon daf\u00fcr, welche dramatische Entwicklungen viele Demokratien schon erlebt haben oder soeben erleben? Haben nicht auch einige totalit\u00e4re Regime des 20. Jahrhunderts die Demokratie mit ihren eigenen Waffen geschlagen und sind so an die Macht gelangt?<br \/>\nWer allzu fest daran glaubt, der gegenw\u00e4rtig herrschende Zustand relativer Freiheit k\u00f6nne niemals enden, lebt gef\u00e4hrlich. Die Freiheit, die sich unter anderem in der Existenz eines unantastbaren staatsfreien Raumes manifestiert, muss n\u00e4mlich stets gegen die unentwegt rollenden Angriffe machtgieriger Politiker und regulierungsw\u00fctiger B\u00fcrokraten verteidigt werden.<br \/>\nSo paradox es klingen mag: Grenzen schaffen Freiheit. Freiheit vor zudringlichen Blicken, vor unangemessenen Forderungen und vor \u00dcbergriffen aller Art. Am gef\u00e4hrlichsten sind allerdings \u00dcbergriffe seitens des Staates, da gegen diese eine Abwehr entweder nur unter hohen Gefahren m\u00f6glich oder schlicht unm\u00f6glich ist. Es ist also notwendig, die Sph\u00e4re des Privaten, in der staatliche Sp\u00e4her und Regulatoren nichts zu suchen haben, klar vom \u00f6ffentlichen Raum abzutrennen.<\/p>\n<p>Die \u00dcbergriffe der vorgeblich \u201eWohlmeinenden\u201c<br \/>\nOb der von manchen politischen Eliten der EU angestrebte Superstaat eher kommunistische oder faschistoide Z\u00fcge tragen wird oder auf eine b\u00fcrokratische Diktatur der vorgeblich \u201eGuten und Wohlmeinenden\u201c hinauslaufen wird, ist f\u00fcr die B\u00fcrger von geringer Bedeutung. Was z\u00e4hlt, ist, dass deren Freiheit unter heftigem Beifall linker Intellektueller zu Grabe getragen wird.<br \/>\nDass der Privatheit rechtm\u00e4\u00dfig erworbenen Einkommens und Verm\u00f6gens auf Basis der Behauptung ein Ende bereitet wird, dass ja doch nur Waffenschieber, Steuerhinterzieher und Drogendealer an einem Bankgeheimnis und an der Verwendung von Bargeld interessiert sind, ist unerh\u00f6rt. Denn in einem Rechtsstaat hat stets der Ankl\u00e4ger das Vergehen des Beschuldigten nachzuweisen. Unbescholtene B\u00fcrger haben also keinen Anlass, die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Besitzes von ihnen erworbener Verm\u00f6gensteile nachzuweisen. Genau das aber wird inzwischen bei jeder Transaktion ab einer bestimmten H\u00f6he gefordert.<br \/>\n\u2026 in einem Rechtsstaat hat stets der Ankl\u00e4ger das Vergehen des Beschuldigten nachzuweisen. Unbescholtene B\u00fcrger haben also keinen Anlass, die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Besitzes von ihnen erworbener Verm\u00f6gensteile nachzuweisen. Genau das aber wird inzwischen bei jeder Transaktion ab einer bestimmten H\u00f6he gefordert.<\/p>\n<p>Rechtsprinzipien, die sich aus guten Gr\u00fcnden \u00fcber Jahrhunderte hinweg entwickelt haben, werden \u00fcber Bord geworfen. Die Rechte der Mehrheit unbescholtener B\u00fcrger unter Hinweis auf die Umtriebe krimineller Minderheiten abzuschaffen, ist aber blanker Unsinn \u2013 oder dient dubiosen anderen Zielen.<br \/>\nDer Eskapismus unserer Tage hat mit dem Versuch zu tun, sich dem Zugriff der Masse zu entziehen. Gustave Le Bon trifft in seinem Werk, \u201eMasse und Macht\u201c die Feststellung, dass \u201e\u2026eine aus gebildeten Menschen bestehende Masse kaum kl\u00fcgere Entscheidungen zu treffen imstande ist, als eine von einfachen Wassertr\u00e4gern.\u201c Das hat f\u00fcr die westlichen Gesellschaften, in denen das Urteil des Einzelnen nichts mehr z\u00e4hlt, sondern sich alles am Kollektiventscheid einer Mehrheitsmasse orientiert, weitreichende Konsequenzen.<br \/>\nAusgerechnet der liberal-kapitalistische Industriestaat hat die Existenz seiner erbittertsten Feinde m\u00f6glich gemacht, ja er hat sie hervorgebracht. Erst der durch den Kapitalismus geschaffene Wohlstand erm\u00f6glicht es dem voll entfalteten Wohlfahrtsstaat, jene \u201esoziale Umverteilung\u201c zu organisieren, die zu einem gro\u00dfen Teil linken Kapitalismuskritikern zugutekommt. F\u00fcr sie w\u00e4re in einem nach rein marktwirtschaftlichen Kriterien organisierten Gemeinwesen kein Platz. Die Kaste unproduktiver Steuerkonsumenten, die mit wertsch\u00f6pfenden T\u00e4tigkeiten nichts am Hut haben will und die sich in der Politik, in den Universit\u00e4ten, in mit Steuergeldern subventionierten Medienbetrieben und in staatsalimentierten \u201eNGOs\u201c festgesetzt hat, besch\u00e4ftigt sich mit nichts anderem mehr als mit der unentwegten Bevormundung rechtschaffener B\u00fcrger. Nat\u00fcrlich wissen diese Leute selbst am besten, dass ihr Dasein f\u00fcr die Netto-Steuerzahler wertlos ist \u2013 sonst m\u00fcsste man Letztere ja nicht zum Bezahlen zwingen. Da auf Dauer aber niemand mit der Einsicht in die eigene \u201e\u00dcbergriffigkeit\u201c leben kann, werden Rationalisierungen etabliert. Auf diese Weise ist es dann auch m\u00f6glich, seine zwangsfinanzierte T\u00e4tigkeit vor sich selbst und allen anderen \u201ezu rechtfertigen\u201c und \u201ereinzuwaschen\u201c.<\/p>\n<p>Die Politik nimmt die Ideen der staatsalimentierten Intellektuellen dankbar auf und gie\u00dft sie in Gesetzesform. Es handelt sich um eine lehrbuchartige \u201eSymbiose\u201c der Machthaber mit den Ideenlieferanten. Erstere garantieren den letzteren ihre Einkommen und diese liefern der Nomenklatura im Gegenzug die \u201emoralische\u201c Basis f\u00fcr ihr Handeln. Ergebnis ist eine immer dichtere Reglementierung aller Lebensbereiche, die Unterdr\u00fcckung unternehmerisch-kreativen Schaffens und die Schaffung einer best\u00e4ndig wachsenden Zahl von Menschen, die von staatlichen Zuwendungen abh\u00e4ngig und damit willf\u00e4hrig ist.<\/p>\n<p>Gewinner und Verlierer<br \/>\nWie Franz Oppenheimer in seinem Buch \u201eDer Staat\u201c ausf\u00fchrt, teilt der Staat seine B\u00fcrger in zwei Kategorien: Die einen schaffen Werte und zahlen per saldo Steuern (das sind die in der Privatwirtschaft T\u00e4tigen, die freiwillig nachgefragte und bezahlte Waren und Dienstleistungen liefern), und die anderen tun das nicht (etwa B\u00fcrokraten, Politiker und weitere Netto-Steuerkonsumenten). F\u00fcr Letztere besteht keine Veranlassung, den Status quo zu ver\u00e4ndern \u2013 ganz im Gegenteil. Sie leben in einer Welt, die weder marktwirtschaftlichen Wettbewerb noch Leistungsdruck kennt. In dieser surrealen Parallelwelt hat die Qualit\u00e4t der von ihnen erbrachten Arbeit keine Auswirkung auf ihr Einkommen \u2013 und auch nicht auf die Sicherheit ihrer \u201eArbeitspl\u00e4tze\u201c.<br \/>\nB\u00fcrokratien verhalten sich oftmals wie unkluge Profiteure, die ihre Einkommensquelle so stark \u00fcberstrapazieren, bis diese versiegt. Anders als in der Privatwirtschaft, wo dem schwachen Angestellten die K\u00fcndigung und dem ungl\u00fccklichen oder unf\u00e4higen Unternehmer der Konkurs droht, fehlt es im \u00f6ffentlichen Dienst und in der Politik an vergleichbaren Korrektiven. F\u00fcr Fehlleistungen von Politikern und B\u00fcrokraten zahlen stets die B\u00fcrger, niemals sie selbst!<br \/>\nDasselbe gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr staatliche Medien und Kultureinrichtungen, die ebenfalls \u201egesch\u00fctzten Werkst\u00e4tten\u201c gleichen. Ob das von ihnen gelieferte Angebot auf die Zustimmung des Publikums st\u00f6\u00dft oder nicht, ist unwichtig. Schlie\u00dflich wird ja die \u201eKundschaft\u201c stets zur Zahlung gezwungen, gleich ob sie das Dargebotene ben\u00f6tigt oder nicht und ungeachtet ihres Urteils dar\u00fcber. Kunst und Medien werden als Vehikel zur Verbreitung von Regierungspropaganda betrachtet: \u201eKultur ist ein Ideologieressort\u201c (so Wiens Ex-Kulturstadtr\u00e4tin Ursula Pasterk, SP\u00d6).<br \/>\nDie Abwesenheit von Anreizen f\u00fcr im wettbewerbsfreien Raum agierende Zeitgenossen bestm\u00f6gliche Dienste zu g\u00fcnstigsten Konditionen anzubieten, hat entsprechende Auswirkungen auf die Qualit\u00e4t und den Preis.<\/p>\n<p>Flucht vor der \u00dcberwachung<br \/>\nDas Vorhandensein privaten Eigentums bildet die Grundvoraussetzung f\u00fcr selbstbestimmtes Handeln. Merke: Eigentum erm\u00f6glicht Freiheiten. Das wissen auch diejenigen \u201eObertanen\u201c, die scheinbar nichts mehr f\u00fcrchten als autonom handlungsf\u00e4hige B\u00fcrger. Da klare Grenzen zwischen \u201eMein und Dein\u201c die Grundvoraussetzungen f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben bilden, werden diese von der Obrigkeit sukzessive aufgel\u00f6st. Das geschieht etwa im Wege der Ausdehnung des Geltungsbereichs \u00f6ffentlichen Rechts zu Lasten der Privatrechtssph\u00e4re. Rauchverbote in der Gastronomie, medizinische Zwangsinterventionen, Ausgangssperren und Zwangsschlie\u00dfungen (Lockdowns), Strafsteuern auf Energie, Verbote der Nutzung gewisser Energiearten oder Importverbote oder die Durchsetzung der Stra\u00dfenverkehrsordnung auf privaten Liegenschaften sind nur einige Bespiele daf\u00fcr.<\/p>\n<p>\u201eGemeinnutz geht vor Eigennutz\u201c, proklamierten einst die Nationalsozialisten. Und das Gemeineigentum ist der Fetisch aller Sozialisten. Das Problem der Allmende ist indes sattsam bekannt: Was allen geh\u00f6rt, geh\u00f6rt niemandem. \u00dcbernutzung und st\u00e4ndiger Streit um die Nutzungsanteile sind an der Tagesordnung. Aus den Auseinandersetzungen aller gegen alle zieht allein der als Schlichter eingreifende Staat Nutzen: \u201eTeile und herrsche\u201c.<\/p>\n<p>Eigentum zu schaffen und vor fremden Zugriffen zu besch\u00fctzen, ist daher die wichtigste Strategie des B\u00fcrgers, um seine Handlungsf\u00e4higkeit und Freiheit zu erhalten. Nur wenige Zeitgenossen sind sich allerdings der Gefahr bewusst, die daraus folgt, dass der Staat alle Bewegungen und Verm\u00f6genswerte seiner Untertanen kennt.<br \/>\nEigentum zu schaffen und vor fremden Zugriffen zu besch\u00fctzen, ist daher die wichtigste Strategie des B\u00fcrgers, um seine Handlungsf\u00e4higkeit und Freiheit zu erhalten.<br \/>\n\u201eWo nichts ist, da hat der Kaiser sein Recht verloren\u201c, besagt ein Sprichwort. Wer nicht erleben will, dass ihn die \u201eStasi\u201c (oder wie auch immer deren zeitgen\u00f6ssisches Pendant gerade hei\u00dfen mag \u2026) pausenlos \u00fcberwacht, sollte sich daher fragen, ob es wirklich n\u00f6tig ist, das Mobiltelefon st\u00e4ndig eingeschaltet mitzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Und ist es klug, bei jedem Einkauf die EC- oder Kreditkarte zu z\u00fccken und damit h\u00f6chstpers\u00f6nliche Informationen preiszugeben? Weshalb m\u00fcssen die Bank und der Fiskus wissen, wo und wann von wem was eingekauft wurde? \u201eGeld ist gepr\u00e4gte Freiheit\u201c (Fjodor Dostojewski). Bargeld ist gedruckte Freiheit, sollte es heute hei\u00dfen. Wer bar bezahlt, liefert niemandem Informationen \u00fcber seine Einkaufsgewohnheiten. Das sollten auf den Erhalt ihrer Privatsph\u00e4re bedachte Menschen nie vergessen.<\/p>\n<p>\u2026 ist es klug, bei jedem Einkauf die EC- oder Kreditkarte zu z\u00fccken und damit h\u00f6chstpers\u00f6nliche Informationen preiszugeben?<br \/>\nWer im Internet surft oder E-Mails verschickt, sollte das im Bewusstsein tun, dass er dabei von keinem Briefgeheimnis gesch\u00fctzt ist. Die Verwendung gesicherter Server oder hochentwickelter Verschl\u00fcsselungsprogramme bietet immerhin eine gewisse Sicherheit vor der Neugier privater Schn\u00fcffler und vor allem aber auch staatlicher \u00dcberwacher.<br \/>\nWer im Internet surft oder E-Mails verschickt, sollte das im Bewusstsein tun, dass er dabei von keinem Briefgeheimnis gesch\u00fctzt ist.<\/p>\n<p>Nach dem Ende der napoleonischen Kriege reagierte das B\u00fcrgertum Mitteleuropas auf die zunehmende Zudringlichkeit des Staates mit dem R\u00fcckzug ins Private: Biedermeier wird diese Epoche genannt. Diese Strategie ist auch dieser Tage sinnvoll. Wer gar nicht erst auf dem Radar des Staates und seines Personals erscheint, verbessert seine Chancen, in Ruhe gelassen zu werden.<br \/>\nBleibt die latente Gefahr f\u00fcr das Verm\u00f6gen. Bankguthaben, Aktiendepots, Grundst\u00fccke, Wohnungseigentum, Inhalte von Banksafes oder Waffensammlungen sind, dar\u00fcber sollte sich niemand Illusionen machen, Eigentum auf Zeit, Fiat-Eigentum von Staates Gnaden. Ein Federstrich des Gesetzgebers, und es ist beschlagnahmt und enteignet.<\/p>\n<p>\u2026 Fiat-Eigentum von Staates Gnaden. Ein Federstrich des Gesetzgebers, und es ist beschlagnahmt und enteignet.<br \/>\nDie im Zuge der rezenten Migrationsbewegungen einrei\u00dfende Praxis, private Immobilien zu beschlagnahmen und gegen den Willen der Eigent\u00fcmer zu vermieten, zeigt, wohin die Reise geht: Privateigentum, das dem Fiskus bekannt ist, ist nicht sicher!<\/p>\n<p>Sicher ist im Prinzip nur das, wovon der Staat keine Kenntnis hat. Eine geographische Diversifikation des Verm\u00f6gens, beispielsweise der Erwerb von Grundbesitz in Neuseeland, Chile oder Uruguay, sowie die Anlage von Wertpapierdepots in Singapur und auf Bermuda, kommt allerdings nur f\u00fcr die wenigsten, n\u00e4mlich die wirklich Wohlhabenden, in Frage. Dem kleinen Mann und dem Mittelst\u00e4ndler bleiben dagegen nur wenige M\u00f6glichkeiten, ihr Verm\u00f6gen zu sch\u00fctzen. Anonymit\u00e4t lautet das Zauberwort. Und die ist am besten durch den Besitz von Bargeld (so lange es das noch gibt), M\u00fcnzen und Barren aus Edelmetallen, Kryptow\u00e4hrungen (Bitcoin) und Edelsteinen in Anlegerqualit\u00e4t gew\u00e4hrleistet. Die Letzteren bieten den Vorteil, problemlos transportiert werden zu k\u00f6nnen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 12.12.2022 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.misesde.org\/2022\/12\/eskapismus-beginnt-ein-neues-biedermeier\/\">https:\/\/www.misesde.org\/2022\/12\/eskapismus-beginnt-ein-neues-biedermeier\/<\/a><\/p>\n<p><em>Andreas T\u00f6gel, Jahrgang 1957, ist gelernter Maschinenbauer, aus\u00fcbender kaufm\u00e4nnischer Unternehmer und \u00fcberzeugter \u201cAustrian\u201d. Ende M\u00e4rz 2022 ist sein Buch Inflation: Warum das Leben immer teurer wird erschienen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Engagement\u00a0&gt;Zukunft\u00a0&gt;Demokratie\u00a0&gt;Widerstand &gt;Resignation &gt;Eskapismus Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0Klicken\u00a0oder scrollen Eric Gujer: Belohnt werden die Faulen, die Abzocker und die Duckm\u00e4user (13.3.2026) Faule Deutsche \u2013 fleissige Politiker\u00a0(21.1.2026) Benjamin Mudlack: 15 Mio Nettosteuerzahler und 45 Mio Nettosteuerempf\u00e4nger bei 60 Mio Wahlb\u00fcrgern\u00a0(20.1.2026) Alle &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/eskapismus\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":148,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-111005","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/111005","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=111005"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/111005\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":146793,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/111005\/revisions\/146793"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}