{"id":109718,"date":"2023-02-17T21:01:47","date_gmt":"2023-02-17T20:01:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=109718"},"modified":"2025-08-17T15:44:27","modified_gmt":"2025-08-17T13:44:27","slug":"wirtschaftswachstum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/wirtschaft\/wirtschaftswachstum\/","title":{"rendered":"Wirtschaftswachstum"},"content":{"rendered":"<p>Home &gt;<a title=\"Business\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/\">Business<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Industrie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/\">Industrie<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Produktion\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/produktion\/\">Produktion<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/marktwirtschaft\/\">Marktwirtschaft<\/a> &gt;Wirtschaftswachstum<\/p>\n<div id=\"attachment_102021\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/hoellental-b31-ravenna-pan2022.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-102021\" class=\"size-full wp-image-102021\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/hoellental-b31-ravenna-pan2022.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"444\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/hoellental-b31-ravenna-pan2022.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/hoellental-b31-ravenna-pan2022-180x125.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-102021\" class=\"wp-caption-text\">H\u00f6llental zwischen Freiburg im Breisgau und Titisee im Hochschwarzwald<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/niedergang-wirtschaft-kritik\/\">Niedergang: Wirtschaft, Kritik<\/a>\u00a0(18.8.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/volkswirtschaft\/oekonomie\/\">Warum zerbricht dieses Land? Der Kampf gegen die Realit\u00e4t<\/a>\u00a0(17.8.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/boerse-ceo-d-als-ramschladen\/\">B\u00f6rse-CEO: D als Ramschladen<\/a>\u00a0(9.6.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wann-kommt-der-aufschwung\/\">Wann kommt der Aufschwung?<\/a>\u00a0(7.5.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/mittelstand\/unternehmer\/\">Arbeitgeber-Chef Dulger rechnet mit Ampel ab<\/a>\u00a0(24.1.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/schrumpfung\/\">Deutschlands Wirtschaft schrumpft<\/a>\u00a0(18.1.2024)<\/li>\n<li>Deutschland \u2013 erneut der kranke Mann Europas (27.11.2023)<\/li>\n<li>Worin Wachstumskritiker grunds\u00e4tzlich irren (17.2.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/volkswirtschaft\/oekonomie\/\">Oekonomie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/schrumpfung\/\">Schrumpfung<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Deutschland \u2013 erneut der kranke Mann Europas<\/strong><br \/>\nWas wir stattdessen br\u00e4uchten, w\u00e4re eine Agenda 2030. Diese muss aber aufgrund der angestauten Probleme noch viel weitreichender sein als die schon thematisierte Agenda 2010. Im Wesentlichen muss sie sich auf drei Problemfelder fokussieren.<\/p>\n<p>1. Billige Energie: Deutschland ist ein Industrieland. Wenn wir es verhindern wollen, dass Unternehmen ganz abwandern beziehungsweise ihre Produktionen in Deutschland runterfahren, dann m\u00fcssen wir angebotsseitig die Energiekosten runterbringen. Dazu habe ich bereits oft verschiedene Punkte aufgelistet, wie man das erreichen k\u00f6nnte.<br \/>\n&#8211; 180 Grad statt 360 Grad Wende bei der Energiepolitik inklusive R\u00fcckkehr zur Atomkraft<br \/>\n&#8211; Tempor\u00e4re Reaktivierung der Kohleminen und F\u00f6rderung von \u00d6l und Gas (so wie es Gro\u00dfbritannien gerade beschlossen hat) um Autarkie zu st\u00e4rken<br \/>\n&#8211; Geld in die Forschung von Speichertechnologien f\u00fcr erneuerbare Energien investieren<\/p>\n<p>2. Der Staat soll kein Unternehmer sein: Wir haben es mit einem immer \u00fcbergriffigeren Staat zu tun. Das muss aufh\u00f6ren. Der Staat muss sich wieder auf seine Rolle als Nachtw\u00e4chter zur\u00fcckbesinnen. Dazu sollte er:<br \/>\n&#8211; die Staatsquote massiv abbauen<br \/>\n&#8211; umstellen auf einen Schlanken digitalen Staat (Vorbild Estland)<br \/>\n&#8211; Massiver Abbau von B\u00fcrokratie. Das wiederum f\u00fchrt zur Entlastung von Unternehmen \u2192 mehr Steuereinnahmen \u2192 mehr Unternehmen investieren in Deutschland.<br \/>\n&#8211; Steuern senken und vereinfachen. Stichwort Bierdeckelsteuer. Am besten nur noch eine Steuer, die man beim Einkaufen zahlt.<br \/>\n&#8211; Dennoch darf er durchaus investieren. Aber in Sinnvolles. Wir brauchen gro\u00dfe Investorenpakete in allen Bereichen der Infrastruktur. Vom Kindergarten bis hin zur Internetanbindung.<\/p>\n<p>3. Bildungssystem reformieren und gezielte Anreize schaffen: Wir brauchen de facto eine komplette Transformation des Schul- und Bildungssystems.<br \/>\n&#8211; Laut Berufsbildungsbericht hatten 2021 rund 2,6 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 35 keine Berufsausbildung. Das zeigt, dass hier einiges falsch l\u00e4uft und dass vor allem falsche Anreize gesetzt werden. Wir wissen doch, dass es einen Handwerker-und Fachkr\u00e4fte-Mangel gibt. Gleichzeitig f\u00e4llt aber das Bildungsniveau immer weiter ab und wir suggerieren jungen Menschen, dass die Uni der einzige Weg ist. Was wir vor allem brauchen, ist ein Schulsystem, das die Sch\u00fcler auf das vorbereitet, was sp\u00e4ter wichtig ist.<br \/>\n&#8211; Dar\u00fcber hinaus brauchen wir endlich eine gezielte Zuwanderung von Fachkr\u00e4ften. Hier werden leider mit B\u00fcrgergeld die komplett falschen Anreize gesetzt.<br \/>\n.<br \/>\nDie Lage ist alles andere als rosig, trotzdem w\u00fcrde ich am Ende gerne das Positive betonen. Wir sind immer noch ein Land mit viel Potenzial und unglaublich vielen kreativen und f\u00e4higen Menschen. So viele gro\u00dfartige Erfindungen kamen nicht ohne Grund aus Deutschland und ich bin mir sicher, dass wir irgendwann auch wieder goldene Zeiten vor uns haben werden. Doch die aktuellen Entwicklungen gehen leider in die komplett falsche Richtung. Noch schweigt die gro\u00dfe Mehrheit, die den ganzen Laden am Laufen h\u00e4lt, doch die Frage ist, wie lange sie das noch mitmachen wird.<br \/>\n&#8230; Alles vom 27.11.2023 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/Deutschland_erneut_der_kranke_Mann_Europas\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/Deutschland_erneut_der_kranke_Mann_Europas<\/a><\/p>\n<p><em>Marc Friedrich ist Bestsellerautor und Finanzexperte. Sein neuer Bestseller Die gr\u00f6\u00dfte Chance aller Zeiten wurde von Buchreport als das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2021 gek\u00fcrt. Twitter und Instagram: @marcfriedrich7<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Worin Wachstumskritiker grunds\u00e4tzlich irren<\/strong><br \/>\n<strong>Aus weniger mehr machen<\/strong><\/p>\n<p>Aktuelle Wirtschaftsdaten verhei\u00dfen nichts Gutes: Diverse Indikatoren deuten auf einen wirtschaftlichen Abschwung hin. Das scheint jenen recht zu kommen, die das Wirtschaftswachstum ohnehin bremsen und begrenzen wollen. Denn \u00f6konomisches Wachstum \u2013 so die Argumentation \u2013 schade Mensch und Umwelt gleicherma\u00dfen. Ewiges Wachstum sei ohnehin nicht m\u00f6glich. Doch stimmt das?<br \/>\nWer sich heute auf der Seite des \u201eGuten\u201c w\u00e4hnen will, hat das \u201egrenzenlose Wirtschaftswachstum\u201c anzuprangern. Buchtitel wie \u201eDie Tyrannei des Wachstums\u201c, \u201eDie Grenzen des Wachstums\u201c und \u201eWohlstand ohne Wachstum\u201c sind en vogue. Es hei\u00dft, das kommerzielle Marketing schwatze der Konsumgesellschaft ohnehin zunehmend k\u00fcnstliche Bed\u00fcrfnisse auf. Diese seien nicht nur f\u00fcr die Menschen schlecht, die sich so zunehmend entwurzeln lie\u00dfen, sondern auch f\u00fcr die Umwelt, die dadurch verschmutzt werde.<\/p>\n<p>Wer sich diese Phrasen anh\u00f6rt, mag zun\u00e4chst zustimmend nicken. Niemand will schlie\u00dflich bewu\u00dft Mensch und Umwelt schaden. Doch ist eine wachsende Wirtschaft tats\u00e4chlich vergleichbar mit einem Krebsgeschw\u00fcr, das unsere Gesellschaft und die Umwelt aus dem Gleichgewicht bringt?<\/p>\n<p>Im Grunde ist an einer wachsenden Wirtschaftsleistung nichts Negatives auszumachen. Wachstum bedeutet zun\u00e4chst, da\u00df mehr menschliche Bed\u00fcrfnisse befriedigt werden k\u00f6nnen als zuvor. Eine wachsende Wirtschaft bedeutet mehr Mittel f\u00fcr eine gesunde Ern\u00e4hrung, f\u00fcr die Bildung, f\u00fcr die Kultur, f\u00fcr die Gesundheit, die Bed\u00fcrftigen und die Umwelt. Mehr Wirtschaftswachstum f\u00fchrt also zu einer h\u00f6heren Lebensqualit\u00e4t. Es k\u00fcnstlich aufzuhalten ist gleichbedeutend mit einer Beschr\u00e4nkung des menschlichen Potentials, Probleme zu l\u00f6sen und Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen.<\/p>\n<p>Als Angeh\u00f6riger einer Wohlstandsgesellschaft \u2013 und erst recht zugeh\u00f6rig der mittleren oder oberen Einkommensschicht \u2013 ist es nat\u00fcrlich einfach zu sagen, da\u00df nun genug sei und man mit dem zufrieden sein sollte, was man hat. Wirtschaftswachstum ist jedoch vor allem f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder und niedrigere Einkommen eine Chance. Wer das Wachstum unterbinden will, klaut den Armen die Chance, aufzusteigen und zu gedeihen.<\/p>\n<p>Manche Wachstumskritiker begr\u00fcnden ihre Position damit, da\u00df das Wachstum der Industriel\u00e4nder den Entwicklungsl\u00e4ndern schade, weil man ja anderen etwas \u201ewegnehmen\u201c m\u00fcsse, um selbst mehr zu bekommen. Doch dahinter versteckt sich der sogenannte Nullsummen-Irrtum. Die Weltwirtschaft ist kein Geburtstagskuchen, der jedes Jahr in gleicher Gr\u00f6\u00dfe gebacken wird und lediglich \u201efair verteilt\u201c werden mu\u00df. Je marktwirtschaftlicher die Bedingungen in einem Land sind, desto gr\u00f6\u00dfer ist der Kuchen, der f\u00fcr die jeweiligen Bewohner gebacken werden kann.<\/p>\n<p>Der rasante Aufstieg Chinas etwa ist nicht einhergegangen mit einer Verarmung in anderen Weltregionen. Vielmehr ist es durch marktwirtschaftliche Reformen gelungen, Milliarden von Menschen aus der Armut zu befreien \u2013 und gleichzeitig die Lebensstandards im Westen dank tieferer Konsumentenpreise zu erh\u00f6hen. Die weltweite Armut konnte in den letzten paar Jahrzehnten trotz massiven Bev\u00f6lkerungswachstums stark reduziert werden, was die These eindeutig widerlegt, da\u00df wir es mit einem stetig gleichbleibenden Kuchen zu tun h\u00e4tten. Seit Mitte 1970er-Jahren stieg die Anzahl der auf der Erde lebenden Menschen von vier auf nun \u00fcber acht Milliarden, sie hat also innerhalb von rund zwei Generationen mehr als verdoppelt. Ein Land mu\u00df sich also nicht sch\u00e4men, wenn seine Wirtschaft w\u00e4chst. Vielmehr d\u00fcrfen die Leistungstr\u00e4ger auf das Geleistete stolz sein, weil damit immer mehr Bed\u00fcrfnisse von immer mehr Menschen befriedigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anh\u00e4nger des Sozialismus fanden selten ein gutes Haar am Kapitalismus, auch wenn Marx die mit ihm verbundene Entfaltung der Produktivkr\u00e4fte hervorhob. Doch die Argumente haben sich im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert. Warf man dem Kapitalismus fr\u00fcher vor, er f\u00fchre zur \u201eAusbeutung und Verarmung der Arbeiterklasse\u201c, verschob sich die Argumentationsweise nach dem enormen Wohlstandsboom, der auf den Zweiten Weltkrieg folgte, rasch hin zur Behauptung, der Kapitalismus f\u00fchre zu einer \u201ematerialistischen Konsumgesellschaft\u201c und zu einem \u201everschwenderischen \u00dcberflu\u00df\u201c. Dabei handelt es sich jedoch offensichtlich um ein Post-hoc-Argument, das nachtr\u00e4glich formuliert wurde, um den Kapitalismus trotz seiner Erfolge abzulehnen und das extensive Eingreifen des Staates doch irgendwie rechtfertigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In der Tat wimmelt es im Kapitalismus nur so vor Waren, Dienstleistungen und Innovationen. Manche Menschen geben sich von diesem reichhaltigen Angebot \u00fcberfordert und behaupten, sie br\u00e4uchten all die Dinge gar nicht. Doch wirklich ernst meint das niemand. Die meisten Menschen sch\u00e4tzen die gro\u00dfe Auswahl an Lebensmitteln, Kleidern, Wohnungen, Inneneinrichtungen, Transportmitteln, Versicherungen und B\u00fcchern, die ihnen der Kapitalismus bietet. Wenn Dinge kaputtgehen, wollen sie, da\u00df sie umgehend repariert werden oder Alternativen zur Verf\u00fcgung stehen. Sie lieben den Fortschritt und da\u00df man f\u00fcrs Telefonieren, Nachrichten-Verschicken und den Zugang zu enormen Wissensdatenbanken heute praktisch kein Geld mehr ausgeben mu\u00df. Sie sch\u00e4tzen schnelles, kabelloses Internet, die vielen Varianten der Mobilit\u00e4t und den st\u00e4ndig steigenden Komfort, der von der Marktwirtschaft und vom Wettbewerb der Anbieter um die Gunst der Kunden ausgeht.<\/p>\n<p>Es ist nat\u00fcrlich einfach, in einem Einkaufszentrum zu stehen, mit ger\u00fcmpfter Nase mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu sagen: \u201eSchaut euch diesen d\u00e4mlichen Konsumwahn an!\u201c Doch letztlich sind wir alle Teil der \u201eKonsumgesellschaft\u201c, weil dies lediglich bedeutet, G\u00fcter und Dienstleistungen zu beziehen, die unser Leben verbessern. Was ist denn daran so verwerflich? Und wer macht sich dieser Tat nicht selbst schuldig? Von Klimademos erfahren die Teilnehmer via Social-Media- Plattformen auf ihren Smartphones und machen sich dann mit ihren modernen Nike-Sneakers und mit einem Starbucks-\u201eCoffee to go\u201c in der Hand auf, um gegen die \u201ekapitalistische Konsumgesellschaft\u201c zu protestieren. Willkommen im Reich der Absurdit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Doch kaufen Menschen \u00fcberfl\u00fcssige Dinge, auf die sie verzichten k\u00f6nnten? Bestimmt. Wer aber soll sich nun die Entscheidung anma\u00dfen, dar\u00fcber zu befinden, ob ein Kauf nun einem \u201eechten Bed\u00fcrfnis\u201c dient oder blo\u00df ein unn\u00f6tiger Einkauf war? Etwa die Politik? Oder ein Diktator, der je nach pers\u00f6nlicher Vorliebe t\u00e4glich andere G\u00fcter f\u00fcr \u201enotwendig\u201c erachtet? In welches Elend und Chaos eine solche planwirtschaftliche und zentralstaatliche L\u00f6sung f\u00fchrt, haben die unz\u00e4hligen sozialistischen Experimente vor Augen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Viel besser, friedlicher und machtpolitisch unbedenklicher ist es daher, wenn jeder Mensch f\u00fcr sich selbst entscheiden kann, f\u00fcr was er seine Mittel einsetzen m\u00f6chte. Anbieter sollen sich frei um die Gunst der Kundschaft bewerben d\u00fcrfen. Ja, nicht alle Bed\u00fcrfnisse dienen dem reinen \u00dcberleben, doch sind sie deswegen zu verurteilen? Warum sollte die Selbstverwirklichung in einer liberalen Gesellschaft nicht erstrebenswert und erlaubt sein?<\/p>\n<p>Heute versucht man uns weiszumachen, der Konsum habe etwas Obsz\u00f6nes. Wir werden dazu aufgefordert, mit unserem Lebensstil wieder n\u00e4her zur Natur zur\u00fcckzukehren: Wir sollen nicht mehr fliegen und Auto fahren, unseren Strom nur noch via Sonne und Wind einholen, uns sch\u00e4men, wenn wir Dinge online bestellen und sie zu uns nach Hause liefern lassen. Bei diesen Forderungen schwingt eine gro\u00dfe Portion Sehnsucht nach dem Unterentwickelten mit. Sie stellen einen Versuch dar, die unabwendbaren Resultate des Sozialismus sch\u00f6nzuf\u00e4rben, indem man R\u00fcckst\u00e4ndigkeit als etwas Tolles und \u00dcberflu\u00df als etwas moralisch Verwerfliches darstellt.<br \/>\nDoch ist unendliches Wachstum nicht ein Hirngespinst marktwirtschaftlicher Tr\u00e4umer? Gen\u00fcgt nicht bereits der Hinweis auf die Knappheit nat\u00fcrlicher Ressourcen, um zu zeigen, da\u00df ewiges Wachstum eine Illusion ist? Nein. Wenn von Wirtschaftswachstum die Rede ist, bezieht sich dies nicht allein auf die Quantit\u00e4t der produzierten G\u00fcter, sondern vor allem auch auf die Qualit\u00e4t. Wachstum ist, wenn mehr Bed\u00fcrfnisse befriedigt werden k\u00f6nnen als zuvor.<\/p>\n<p>Es geht den meisten nicht unbedingt darum, da\u00df man statt einem Auto zehn Autos in der Garage zu stehen hat. Fast noch wichtiger scheint die Qualit\u00e4t des Produkts, die sich dank Wettbewerb zwischen den verschiedenen Anbietern enorm verbesserte: \u00dcber die Jahre wurde die Sicherheit des Autofahrens dank diverser Innovationen wie Autogurten, Airbags, Antiblockiersystem (ABS) ebenso erh\u00f6ht wie der Komfort in Form von automatischen Fensterscheiben, Automatikgetriebe, Stereoanlage und eingebautem GPS. Autofahren wurde so immer angenehmer und weniger riskant, was offensichtlich vielen Menschen sehr entgegenkam.<br \/>\nWenn man begreift, was Wachstum tats\u00e4chlich bedeutet, ist unendliches Wirtschaftswachstum durchaus realistisch. Sofern man der unternehmerischen Kreativit\u00e4t und Innovation keine regulatorischen Grenzen setzt.<\/p>\n<p>Ein freies Wirtschaftssystem steht nicht im Widerspruch zur \u00d6kologie, wie immer wieder behauptet wird. Die Marktwirtschaft hat beispielsweise das Kunstst\u00fcck vollbracht, immer mehr Produkte mit immer weniger Ressourcen hervorzubringen. \u00dcberlegen Sie sich nur einmal, wie viele fr\u00fchere Produkte durch Ihr Smartphone verdr\u00e4ngt wurden: Nicht nur braucht es heute kaum noch Telefonzellen, die unser Stra\u00dfenbild fr\u00fcher pr\u00e4gten. Auch der heimische Telefonapparat, GPS-Ger\u00e4te, dicke Telefonb\u00fccher und Lexika, DVD-Player und Videorecorder, Kassetten und CDs und viele mehr \u2013 all diese Produkte m\u00fcssen heute nicht mehr oder nicht mehr im selben Umfang hergestellt werden. Die Marktwirtschaft wirkt deshalb enorm ressourcenschonend.<\/p>\n<p>Wirtschaftswachstum ist im \u00fcbrigen auch sonst keine Gefahr f\u00fcr die Umwelt: Es ist offensichtlich, da\u00df eine freie Marktwirtschaft das Wohlstandsniveau erheblich ansteigen l\u00e4\u00dft. Die Umwelt ist ein Luxusgut, f\u00fcr das die Nachfrage mit steigendem Einkommen \u00fcberproportional zunimmt. Erst wenn man es geschafft hat, sich selber und seine eigenen Kinder mit Nahrung und Bildung zu versorgen, kann man sich f\u00fcr einen besseren Umweltschutz einsetzen. Die ehemalige indische Premierministerin Indira Gandhi brachte dies treffend auf den Punkt: \u201eSind nicht Armut und Entbehrung die gr\u00f6\u00dften Verschmutzer? Wie k\u00f6nnen wir mit denen, die in den D\u00f6rfern und Slums leben, \u00fcber die Reinhaltung der Ozeane, der Fl\u00fcsse und der Luft sprechen, wenn doch ihre eigenen Leben an der Quelle verunreinigt sind? Die Umwelt kann unter Bedingungen der Armut nicht verbessert werden.\u201c<\/p>\n<p>Wem also die \u00d6kologie und der Mensch am Herzen liegt, mu\u00df sich f\u00fcr ein Wirtschaftssystem einsetzen, das den Lebensstandard m\u00f6glichst vieler Menschen anhebt. Nur so k\u00f6nnen sich immer mehr Leute dem Umweltschutz widmen. Erfahrungsgem\u00e4\u00df f\u00fchrt einzig eine Politik, die sich weitgehend aus dem Wirtschaftsleben heraush\u00e4lt zu diesem Ergebnis. Was die Umwelt also braucht, sind keine zentralstaatlichen Interventionen, um angeblich sch\u00e4dliches Wirtschaftswachstum auszubremsen, sondern liberale Reformen, welche die staatliche Entm\u00fcndigungsquote erheblich reduzieren.<br \/>\n&#8230; Alles vom 17.2.2023 Olivier Kessler bitte lesen in der JF 8\/23, Seite 18<br \/>\n.<br \/>\n<em>Olivier Kessler, Jahrgang 1986, ist \u00d6konom, Publizist und Direktor des Liberalen Instituts in Z\u00fcrich sowie Pr\u00e4sident des Vereins zur Abschaffung der Medienzwangsgeb\u00fchren. Er ver\u00f6ffentlichte auch Beitr\u00e4ge in der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung und der Weltwoche<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home &gt;Business\u00a0&gt;Industrie\u00a0&gt;Produktion &gt;Marktwirtschaft &gt;Wirtschaftswachstum Niedergang: Wirtschaft, Kritik\u00a0(18.8.2025) Warum zerbricht dieses Land? Der Kampf gegen die Realit\u00e4t\u00a0(17.8.2025) B\u00f6rse-CEO: D als Ramschladen\u00a0(9.6.2024) Wann kommt der Aufschwung?\u00a0(7.5.2024) Arbeitgeber-Chef Dulger rechnet mit Ampel ab\u00a0(24.1.2024) Deutschlands Wirtschaft schrumpft\u00a0(18.1.2024) Deutschland \u2013 erneut der kranke Mann Europas &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/wirtschaft\/wirtschaftswachstum\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":75493,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-109718","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/109718","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=109718"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/109718\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":137952,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/109718\/revisions\/137952"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/75493"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=109718"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}