{"id":106990,"date":"2022-12-08T15:18:04","date_gmt":"2022-12-08T14:18:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=106990"},"modified":"2023-08-29T20:55:42","modified_gmt":"2023-08-29T18:55:42","slug":"eritrea","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eritrea\/","title":{"rendered":"Eritrea"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Global\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/\">Global<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/\">Globalisierung<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/migration2021\/\">Migration2021<\/a>\u00a0&gt;Eritrea<\/p>\n<p>d<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/migranten-gewalt\/\">African roots of violence on our streets<\/a> (29.8.2023)<\/li>\n<li>Eritrea zwischen Abessinien und Italien (8.12.2022)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eritrea zwischen Abessinien und Italien<\/strong><br \/>\nEritrea ist ein vergleichsweise schmales Land zwischen dem ostafrikanischen, christlich gepr\u00e4gten Binnenland \u00c4thiopien und dem Roten Meer. Im Norden grenzt es an den Sudan, im Osten an Djibouti. Auf der anderen Seite des Roten Meers finden sich im Norden Saudi-Arabien und im S\u00fcden der Jemen, in dem seit Jahren die iranischen Mullahs einen Stellvertreterkrieg gegen eben jene Araber der Sippe der Saud f\u00fchren lassen.<br \/>\nUrspr\u00fcnglich waren sie wie die Bewohner \u00c4thiopiens seit der Hochantike \u00fcberwiegend christlich ausgerichtet. Doch seit der islamischen Expansion auf der Arabischen Halbinsel und verst\u00e4rkt mit der Eingliederung der Region in das Osmanische Reich in der Mitte des 16. Jahrhunderts fand eine Zwangsislamisierung der dortigen, mit den Nubiern verwandten Menschen statt. Die K\u00fcstenlage, die sp\u00e4testens mit dem Bau des Suez-Kanals f\u00fcr die Kontrolle der Seewege von Europa nach Indien und den Gew\u00fcrzinseln von besonderer Bedeutung war, brachte es mit sich, dass die M\u00e4chte Europas auch auf diesen Landstrich ihr Auge warfen.<br \/>\nSeit 1870 besetzte das K\u00f6nigreich Italien St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck Teile der K\u00fcste und l\u00f6ste die osmanische Kolonialherrschaft 1890 durch die offizielle Gr\u00fcndung der \u201eColonia Eritrea\u201c ab. Ein Versuch Italiens, auch das Binnenland des damals noch souver\u00e4nen Kaiserreichs Abessinien zu \u00fcbernehmen, scheiterte 1896 an der \u00e4thiopischen Armee unter Kaiser Menelik II in der Schlacht von Adua. In einem Abkommen legten daraufhin beide Seiten am 26. Oktober desselben Jahres die Grenzlinie zwischen dem Kaiserreich \u00c4thiopien, das ab 1923 als unabh\u00e4ngiger Staat dem V\u00f6lkerbund angeh\u00f6rte, und der italienischen Provinz Eritrea fest. Gleichzeitig manifestierten sie damit den Grundstein zu einer Entwicklung, die bis heute die Situation in der Region bestimmt.<\/p>\n<p>1936 startete das nun faschistische Italien von Eritrea und dem ebenfalls italienisch besetzten Somaliland aus erneut einen Versuch, das christliche K\u00f6nigreich Abessinien\/\u00c4thiopien zu erobern, richtete dort nach einem vorl\u00e4ufigen Sieg eine Zwangsherrschaft ein, die auch das Ziel verfolgte, die ortsans\u00e4ssigen Eliten zu vernichten. Erst 1941 endete die italienische Herrschaft \u00fcber die Region, nachdem die \u00e4thiopische Befreiungsarmee und britische Kolonialtruppen die Fremdherrschaft \u00fcberwinden konnten. Bei diesem seit 1937 andauernden Abessinienkrieg sollen nach unterschiedlichen Sch\u00e4tzungen zwischen 300.000 bis 800.000 Abessinier, womit sowohl Eritreer als auch \u00c4thiopier gemeint sind, und zwischen 25.000 bis 30.000 Italiener ihr Leben verloren haben.<\/p>\n<p>Eritrea wurde nun britisches Mandatsgebiet und 1952 als autonome Provinz dem Kaiserreich \u00c4thiopien f\u00f6derativ angeschlossen. Kaiser Haile Selassie wiederum untergrub den Autonomieanspruch des K\u00fcstenstreifens und lie\u00df Eritrea 1962 offiziell annektieren. Das f\u00fchrte zu einem langanhaltenden, grausam gef\u00fchrten Separationskrieg der ehemaligen italienischen und islamisch gepr\u00e4gten Kolonie gegen das christliche Zentralreich. Auch nachdem 1974 das sozialistische Milit\u00e4r den Kaiser gest\u00fcrzt und eine Diktatur eingerichtet hatte, ging der \u00e4thiopische Krieg gegen die Separatisten unvermindert weiter.<\/p>\n<p>Erst 1993 \u2013 zwei Jahre zuvor hatte ein Oppositionsb\u00fcndnis mit Unterst\u00fctzung der Eritreischen Befreiungsfront die kommunistische Milit\u00e4rdiktatur in \u00c4thiopiens Hauptstadt abgel\u00f6st \u2013 sollte Eritrea offiziell zu einem unabh\u00e4ngigen Staat werden. Die Konflikte zwischen \u00c4thiopien und dem abessinischen K\u00fcstenstaat rei\u00dfen jedoch nicht ab, zudem mit der an Eritrea angrenzenden \u00e4thiopischen Provinz Tigray ein weiterer Faktor im Spiel ist, auf den, neben regionalen Autonomieanspr\u00fcchen, sowohl Addis Abeba als auch Asmara Anspr\u00fcche erheben. Tigray gilt gegenw\u00e4rtig als einer jener Konflikte, in denen die Bev\u00f6lkerung in besonderem Ma\u00dfe sowohl von Kriegshandlungen als auch vom Hungertod bedroht ist.<\/p>\n<p><em><strong>Eritrea ist ein Horrorland, das seine Menschen psychisch verst\u00fcmmelt<\/strong><\/em><br \/>\nF\u00fcr die Eritreer allerdings brach mit der Unabh\u00e4ngigkeit nicht nur wegen der fortw\u00e4hrenden Konflikte mit \u00c4thiopien alles andere als eine goldene Zeit an. Seit der Staatsgr\u00fcndung 1993 hat der bekennende Mao-Bewunderer und Studienabbrecher Isayas Afewerki den K\u00fcstenstreifen zu einer kommunistischen Ein-Mann-Diktatur umgeformt, der seitens Beobachtern eine systemische \u00c4hnlichkeit zum nordkoreanischen Modell der Kim-Sippe unterstellt wird. Eritrea ist aber mehr noch als das Kim-Reich ein Land mit absolutem Durchgriff des Milit\u00e4rischen in jeden Lebensbereich. Das hat in der Konsequenz und in der Zwangsverpflichtung jedes Eritreers in die Feldz\u00fcge und Kriegshandlungen des F\u00fchrers ein durch und durch traumatisiertes, neurotisches Volk geschaffen.<br \/>\nSo verst\u00e4ndlich es unter diesen Umst\u00e4nden scheinen mag, dass junge Eritreer diesem Terrorregime entfliehen wollen, so bewusst m\u00fcsste es den aufnehmenden L\u00e4ndern sein, dass ein unter einem solchen Regime aufgewachsener junger Mann die von ihm erfahrene Traumatisierung nicht \u00fcber Nacht ablegen und zu einem B\u00fcrger nach europ\u00e4ischen Vorstellungen werden kann. Wer aus einem solchen Land als seelischer Kr\u00fcppel kommt, ist mit der Situation in einer weitgehend friedlichen Bundesrepublik g\u00e4nzlich \u00fcberfordert, weil er nicht an die Hand genommen wurde, sondern seinen eigenen D\u00e4monen \u00fcberlassen bleibt. Sicherlich ist es unzul\u00e4ssig, jedem Eritreer zu unterstellen, dass seine Pr\u00e4gung zwangsl\u00e4ufig zu solchen scheinbar unnachvollziehbaren Handlungen wie in Illerkirchberg f\u00fchren muss \u2013 doch diese jungen M\u00e4nner g\u00e4nzlich ohne umfassende, psychologische Betreuung in irgendwelche Unterk\u00fcnfte zu stecken, in denen sie zudem oftmals unter ihresgleichen sind, ist in jeder Hinsicht verantwortungslos.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nNicht nur bei Eritreern, sondern beispielsweise auch bei Somaliern, deren Herkunftsland seit Jahrzehnten zwischen radikalislamischen Allahkriegern, kriminellen Banden und den verzweifelten Versuchen staatlicher Organisation zerrieben wird, muss die deutsche Exekutive bis ins Detail wissen, mit wem sie es zu tun hat. Wurden die Asylbewerber als Kindersoldaten in den Kampf gezwungen? Welche Erfahrungen mussten sie in den K\u00e4mpfen in ihren L\u00e4ndern machen, die sie gepr\u00e4gt haben? Wurden sie selbst, ob aus freien St\u00fccken oder durch Zwang, zu M\u00f6rdern in jenen K\u00e4mpfen, die in ihren Herkunftsl\u00e4ndern den Alltag bestimmen? Mit welchen traumatischen Belastungen sind sie ihren Weg nach Europa gegangen?<\/p>\n<p>Die Illusion, dass <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/migration-maenner\/\">\u201eFl\u00fcchtlinge\u201c<\/a> aus L\u00e4ndern wie Eritrea ohne neurotische Erfahrungen und unbelastet durch ihre Vergangenheit in der Bundesrepublik ein neues, gefahrloses Leben beginnen k\u00f6nnten, hat <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/schuelerinnen-ulm-messermord\/\">mit der realen Welt nicht das Geringste zu tun<\/a>. Ein Staat, der nicht sicherstellen kann, dass solche Personen, wenn sie ihr Weg nach Deutschland gef\u00fchrt hat, keine Gefahr f\u00fcr die Allgemeinheit darstellen k\u00f6nnen, versagt in seiner ureigensten Verantwortung gegen\u00fcber seinen B\u00fcrgern.<br \/>\n&#8230; Alles vom 8.12.2022 von Tomas Spahn bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/kolumnen\/spahns-spitzwege\/illerkirchberg-messerueberfall-eritreer\/\">https:\/\/www.tichyseinblick.de\/kolumnen\/spahns-spitzwege\/illerkirchberg-messerueberfall-eritreer\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Global\u00a0&gt;Globalisierung &gt;Migration2021\u00a0&gt;Eritrea d African roots of violence on our streets (29.8.2023) Eritrea zwischen Abessinien und Italien (8.12.2022) &nbsp; Eritrea zwischen Abessinien und Italien Eritrea ist ein vergleichsweise schmales Land zwischen dem ostafrikanischen, christlich gepr\u00e4gten Binnenland \u00c4thiopien und dem Roten Meer. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eritrea\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":27,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-106990","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/106990","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=106990"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/106990\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":115150,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/106990\/revisions\/115150"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/27"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=106990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}