{"id":103859,"date":"2022-08-27T15:51:59","date_gmt":"2022-08-27T13:51:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=103859"},"modified":"2026-02-13T15:35:17","modified_gmt":"2026-02-13T14:35:17","slug":"klimapolitik-alternativ","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klimapolitik\/klimapolitik-alternativ\/","title":{"rendered":"Klimapolitik-alternativ"},"content":{"rendered":"<p>d<\/p>\n<div id=\"attachment_102719\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/amsel-feigen-pan220719.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-102719\" class=\"size-full wp-image-102719\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/amsel-feigen-pan220719.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/amsel-feigen-pan220719.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/amsel-feigen-pan220719-180x105.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-102719\" class=\"wp-caption-text\">Auch junge Amseln lieben Feigen &#8211; Juli 2022<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: Bitte <span style=\"text-decoration: underline;\">anklicken<\/span> oder runterscrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/deregulierung-usa-klima-co2\/\">Deregulierung: USA Klima CO2<\/a>\u00a0(13.2.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nyt-erklaert-klimawahn-beendet\/\">NYT erkl\u00e4rt Klimawahn beendet<\/a>\u00a0(20.9.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/klima-ist-wie-frueher-maggi\/\">Klima ist wie fr\u00fcher Maggi<\/a>\u00a0(11.8.2025)<\/li>\n<li>Klima-Wahrheit: Es l\u00e4sst sich nicht politisch lenken! (15.4.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/klimabote-de-nachschlagewerk\/\">Klimabote.de: Nachschlagewerk<\/a>\u00a0(23.5.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/treibhaustheorie\/\">Das gro\u00dfe Klimar\u00e4tsel \u2013 Woher kommt das viele CO2?<\/a>\u00a0(27.12.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klimapolitik\/\">Deutsche Klimapolitik ohne Klima\u00f6konomie<\/a>\u00a0(11.12.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/co2-minderung-anpassung\/\">CO2-Minderung? Anpassung?<\/a>\u00a0(8.12.2022)<\/li>\n<li>Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine bessere Klimaschutzpolitik (26.8.2022)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/energiepolitik\/eike\/\">EIKE<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klimapolitik\/\">Klimapolitik<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Klimaproblem in zwei S\u00e4tzen<\/strong><br \/>\nEntweder die Welt geht demn\u00e4chst unter (bzw. in Flammen auf), dann ist es v\u00f6llig egal, was Deutschland dagegen unternimmt.<br \/>\nOder die Welt geht nicht unter, dann ist es singul\u00e4r dumm, was Deutschland unternimmt. Aber wenigstens unsere Singularit\u00e4t h\u00e4tten wir gerettet.<br \/>\n12.4.2023,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klonovsky.de\/2023\/04\/das-klimaproblem-in-zwei-saetzen\/\">https:\/\/www.klonovsky.de\/2023\/04\/das-klimaproblem-in-zwei-saetzen\/<\/a><br \/>\n===========================================================<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Klima-Wahrheit: Es l\u00e4sst sich nicht politisch lenken!<\/strong><br \/>\nSeit fast drei Jahrzehnten wird der Westen mit einer beispiellosen Klimapropaganda \u00fcberzogen. Angeblich w\u00fcrde menschengemachtes CO2-Klimagift den Planeten so aufheizen, dass es zur \u201eSelbstverbrennung\u201c (Joachim Schellnhuber \u2013 Klimaberater von Ex-Kanzlerin Merkel ) k\u00e4me, wenn die Politik nicht weltweit Schritte untern\u00e4hme, um die Erw\u00e4rmung auf 1,5\u00b0 zu begrenzen. Wer Zweifel anmeldet, weil er, wie ich, noch eine solide naturwissenschaftliche Grundbildung genossen hat, wird zum \u201eKlimaleugner\u201c erkl\u00e4rt und aus der Gemeinschaft der Rechtgl\u00e4ubigen ausgesto\u00dfen. Das geht so weit, dass mit diesem Etikett auch Nobelpreistr\u00e4ger belegt werden und zwar von Leuten, die f\u00fcr die CO2-freie Gesellschaft k\u00e4mpfen, weil sie nicht einmal wissen, dass CO2 ein unverzichtbares Pflanzenwachstums-Mittel ist.<br \/>\nDie Holl\u00e4nder setzen CO2 in ihren Gew\u00e4chsh\u00e4usern ein, um ihre Ernten zu vergr\u00f6\u00dfern. F\u00fcr die Untergangspropheten ist CO2 eine sprudelnde Geldquelle, weil ein Preis festgesetzt wurde, den Unternehmen f\u00fcr CO2-Emissionen zahlen m\u00fcssen. Das ist eine moderne Form des von der Kirche erfundenen Ablasshandels, von M\u00f6nch Johann Tetzel, der es darin zur Meisterschaft gebracht hat: \u201cWenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt\u201c.<br \/>\nAngeblich gibt es eine 90-prozentige Einigkeit unter den Wissenschaftlern weltweit, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Das ist nat\u00fcrlich auch nur Propaganda, denn es gibt jede Menge seri\u00f6se, unabh\u00e4ngige Wissenschaftler, die das Gegenteil nachweisen. Die werden aber von den meinungsmachenden Medien kaum ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nDas Thema ist komplex. \u00dcbersicht \u00fcber die Pro und Contras in Bezug auf anthropogene Verursacher der steigenden Temperaturen zu behalten, ist schwer m\u00f6glich. Noch schwerer ist es, in der erhitzten Debatte einen k\u00fchlen Kopf zu bewahren. Beides ist Werner Huber in seinem neuesten Buch \u201eKlima-Wahrheit\u201c gelungen. Er gibt einen hervorragend recherchierten \u00dcberblick \u00fcber den ewigen Klimawandel, den es schon vor Erscheinen des ersten Menschen gegeben hat, \u00fcber die Geschichtsmacht und die Klima-und Energiezukunft. Dabei gelingt es dem Autor, die wissenschaftlichen Fakten so zu pr\u00e4sentieren, dass es ein reines Lesevergn\u00fcgen ist.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nAber nicht nur die Umwelt ist aktiv bedroht, auch unsere Freiheit. Inzwischen ist das Ziel, dass Deutschland bis 2045 \u201eklimaneutral\u201c sein soll, in der Verfassung festgeschrieben worden. Um dieses Ziel zu erreichen, m\u00fcssen alle anderen Belange zur\u00fcckstehen. Jeder kann wissen, dass dieses Vorhaben unbezahlbar ist \u2013 das wird die Bef\u00fcrworter nicht davon abhalten, der Bev\u00f6lkerung alle Zumutungen, auch extreme Verarmung aufzuerlegen.<br \/>\nHubers Buch ist ein Appell, diesen Irrweg nicht mitzugehen. Er liefert alle n\u00f6tigen Argumente f\u00fcr die n\u00f6tige Auseinandersetzung. Deshalb sollet sein Buch gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Verbreitung finden.<br \/>\n&#8230; Alles vom 15.4.2025 von Vera Lengsfeld bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/vera-lengsfeld.de\/2025\/04\/13\/klima-wahrheit-es-laesst-sich-nicht-politisch-lenken\/\">https:\/\/vera-lengsfeld.de\/2025\/04\/13\/klima-wahrheit-es-laesst-sich-nicht-politisch-lenken\/<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Werner Huber: Klima-Wahrheit<\/em><br \/>\n<em>Ewiger Wandel, Geschichtsmacht, Klimastreit, Klima- und Energiezukunft <\/em><br \/>\n<em>28.3.2025, GHV, 300 S., 22,80 Euro<\/em><\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine bessere Klimaschutzpolitik<\/strong><br \/>\nMacht\u2019s, aber macht\u2019s richtig!<\/p>\n<p>Das Klima ver\u00e4ndert sich, daran besteht kein Zweifel. Welchen Anteil der Mensch daran hat, ist zwar weniger klar, als es oft dargestellt wird. Da\u00df allerdings die sogenannten Treibhausgase zur Erd\u00aderw\u00e4rmung beitragen, scheint weithin unbestritten. Im Vordergrund steht dabei das Kohlendioxid (CO2), aber auch Methan und Fluorkohlenwasserstoffe geh\u00f6ren dazu. Sie gelten sogar als noch weitaus \u201eklimasch\u00e4dlicher\u201c, kommen daf\u00fcr allerdings in viel geringerer Menge in der Atmosph\u00e4re vor.<\/p>\n<p>Auch Kohlendioxid ist eigentlich nur ein Spurengas, dessen Konzentration in der Luft lediglich 0,04 Prozent (400 ppm) entspricht. Deswegen ist es allerdings noch lange nicht vernachl\u00e4ssigbar, wie manche Kritiker meinen. Denn einerseits w\u00e4re ohne Kohlendioxid gar kein Leben auf der Erde m\u00f6glich. Andererseits k\u00f6nnen in der Chemie schon kleine Ver\u00e4nderungen gro\u00dfe Wirkungen oder sogar verh\u00e4ngnisvolle Kettenreaktionen ausl\u00f6sen. Immerhin hat sich der CO2-Gehalt der Erdatmosph\u00e4re seit Beginn der Industrialisierung laut Umweltbundesamt um gut 44 Prozent erh\u00f6ht, nachdem er vorher 10.000 Jahre lang ann\u00e4hernd konstant war. Zwar hat es in anderen erdgeschichtlichen Zeitr\u00e4umen auch schon viel h\u00f6here CO2-Konzentrationen als heute gegeben. Aber kaum jemals zuvor ist der CO2-Gehalt der Luft so rasch gestiegen wie im Zeitalter des modernen Menschen.<\/p>\n<p>Trotzdem ist Panik, wie Greta Thunberg sie fordert (und die Politik sie t\u00e4glich f\u00f6rdert), nicht die richtige Antwort auf das Problem. Man mu\u00df vielmehr n\u00fcchtern \u00fcberlegen, was zu tun ist, und auch, was es kostet. Denn gerade wenn es um existentielle Fragen geht, darf man sein Geld nicht zum Fenster hinauswerfen. Man sollte sich statt dessen um gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Effektivit\u00e4t bem\u00fchen. Das beginnt schon bei der Frage, ob nicht Anpassung an den Klimawandel (Adaption) oft die bessere Alternative zu dem Versuch w\u00e4re, ihn zu bek\u00e4mpfen (Mitigation). In der Tat gleichen viele gutgemeinte Aktionen, etwa auf regionaler Ebene, einem ebenso teuren wie aussichtslosen Kampf gegen Windm\u00fchlenfl\u00fcgel. Gerade dort, wo die gr\u00f6\u00dften Sch\u00e4den durch die Erderw\u00e4rmung drohen, sind Adaptionsma\u00dfnahmen wie K\u00fcstenschutz und Geb\u00e4udeert\u00fcchtigung vermutlich weit effektiver als etwa die Installation von Photovoltaikanlagen.<\/p>\n<p>Aber auch bei dem Versuch, den CO2-Aussto\u00df zu reduzieren, stellt sich die Frage der Ma\u00dfnahmeneffizienz. So kostet die Vermeidung einer Tonne CO2 durch Photovoltaik rund 400 Euro und bei der Windenergie je nach Standort der Windr\u00e4der zwischen 100 und 250 Euro. Dagegen kann dieselbe Menge CO2 in der Industrie f\u00fcr rund 85 Euro pro Tonne vermieden werden. Das ist der aktuelle Preis f\u00fcr ein Emissionszertifikat, das man f\u00fcr CO2-Emissionen in der Industrie und im Energiesektor ben\u00f6tigt. Sein Preis spiegelt deswegen recht gut die tats\u00e4chlich notwendigen Vermeidungskosten in diesen Bereichen wider. Nur dadurch, da\u00df Wind- und Sonnenenergie zus\u00e4tzlich noch hoch subventioniert werden, kommen diese Techniken trotz ihrer erheblichen Mehrkosten \u00fcberhaupt zum Einsatz. Der Sachverst\u00e4ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat denn auch in einem Sondergutachten 2019 gefordert, diese Subventionen abzuschaffen. Statt dessen sollte allein und m\u00f6glichst umfassend auf den marktwirtschaftlichen und viel kosteng\u00fcnstigeren Ansatz des Emissionsrechtehandels gesetzt werden.<\/p>\n<p>Die Politik ist dem aber bisher nicht gefolgt. Im Gegenteil, vielmehr bl\u00fcht ein wildes Nebeneinander unterschiedlichster Vorschriften ohne jede R\u00fccksicht auf die Kosten. Das reicht von v\u00f6llig unwirtschaftlichen Vorgaben zur Geb\u00e4uded\u00e4mmung \u00fcber den zwangsweisen Einbau von Photovoltaik bis zum faktischen Verbot des Verbrennungsmotors im Verkehr. Die Philosophie dahinter ist, da\u00df jeder Sektor, jedes Unternehmen und jede Kommune zum Klimaschutz \u201eihren Beitrag leisten\u201c m\u00fcssen, koste es, was es wolle. Tats\u00e4chlich \u00fcberbieten sich inzwischen alle darin, \u201eklimaneutral\u201c zu werden oder wenigstens so zu tun. Das geht bis hin zu Albernheiten wie \u201eRadeln f\u00fcr das Klima\u201c und anderen Klimaschutzaktionen, bei denen vermutlich weniger CO2 emittiert w\u00fcrde, wenn die Teilnehmer zu Hause blieben.<\/p>\n<p>Dieser fast schon religi\u00f6se Eifer hat inzwischen das Nachdenken \u00fcber m\u00f6glicherweise viel sinnvollere Ans\u00e4tze fast v\u00f6llig verdr\u00e4ngt. Dabei fordern sowohl der Sachverst\u00e4ndigenrat als auch der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium seit Jahren eine globale L\u00f6sung statt nationaler oder gar regionaler Klimaneutralit\u00e4t. Man mu\u00df sich klarmachen, da\u00df Deutschland 2020 nur noch einen Anteil von 1,9 Prozent an den weltweiten menschengemachten CO2-Emissionen hatte. F\u00fcr die gesamte EU liegt dieser Wert bei nur rund 9 Prozent. Dagegen entfallen allein auf China gut 30 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen, gefolgt von den USA (13,5 Prozent), Indien (7 Prozent) und Ru\u00dfland (4,5 Prozent). Allein diese Gr\u00f6\u00dfenordnungen zeigen bereits, da\u00df eine L\u00f6sung des Problems nur m\u00f6glich ist, wenn die Hauptverursacher mit ins Boot geholt werden.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, da\u00df die Emissionen in China und anderen Schwellenl\u00e4ndern nach wie vor stark ansteigen. Selbst noch so radikale Ma\u00dfnahmen in den Industriel\u00e4ndern k\u00f6nnen dies nicht kompensieren. So verwundert es nicht, da\u00df trotz aller Klimaschutzbem\u00fchungen der weltweite CO2-Aussto\u00df kontinuierlich zunimmt, nur 2020 kurzzeitig unterbrochen aufgrund der Corona-Pandemie. So kommen wir also nicht weiter.<\/p>\n<p>Vor allem ist es auch deutlich kosteng\u00fcnstiger, in den Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern CO2 einzusparen als bei uns. So liegt der Preis f\u00fcr ein Emissionszertifikat in Chinas Kohlesektor bei nur sieben Euro pro Tonne, w\u00e4hrend in Deutschland f\u00fcr den gleichen Effekt stellenweise drei oder gar vierstellige Summen ausgegeben werden. In anderen L\u00e4ndern mit Emissionsrechtehandel ist es noch viel g\u00fcnstiger. Der Sachverst\u00e4ndigenrat beziffert den dortigen Durchschnittspreis auf lediglich zwei Dollar pro Tonne eingespartem CO2. Damit liegt auf der Hand, was zu tun w\u00e4re: Statt bei uns mit irrsinnigem Kostenaufwand noch das letzte Gramm an Treibhausgasen eliminieren zu wollen, sollte man das Geld besser f\u00fcr entsprechende Ma\u00dfnahmen in den Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern einsetzen. Das w\u00e4re nicht nur \u00f6konomisch vern\u00fcnftig, sondern so k\u00f6nnte auch \u00f6kologisch der gr\u00f6\u00dfte Effekt mit den insgesamt ja begrenzten Mitteln erzielt werden.<\/p>\n<p>Bescheidene Ans\u00e4tze in dieser Richtung gibt es bereits. So haben die Vereinten Nationen bereits 2010 den Green Climate Fund (GCF) mit Sitz in S\u00fcdkorea gegr\u00fcndet. Daraus werden Klimaschutzprojekte in Entwicklungsl\u00e4ndern finanziert, w\u00e4hrend die gro\u00dfen Industriel\u00e4nder \u2013 darunter auch Deutschland \u2013 in den Fonds einzahlen. Das Finanzvolumen ist allerdings mit derzeit etwa zehn Milliarden Dollar recht gering. Es wird zudem nicht gepr\u00fcft, wie sich die Gesamtemissionen der gef\u00f6rderten L\u00e4nder entwickeln. Das beg\u00fcnstigt Mitnahmeeffekte und Mehremissionen an anderer Stelle, womit wenig erreicht w\u00e4re. Vor allem aber wird der Fonds als zus\u00e4tzliches Instrument verstanden und nicht als Alternative zu dem teuren Klimaschutzdirigismus zu Hause, was die ganze Idee letztlich ad absurdum f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte man wesentlich besser machen. Geld aus dem Fonds sollten zum einen nur L\u00e4nder bekommen, die ihre CO2-Effizienz insgesamt verbessern und nicht nur einzelne Vorzeigeprojekte betreiben. Dabei w\u00e4re die Effizienz allerdings nicht am absoluten CO2-Aussto\u00df zu messen, sondern an den Emissionen pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts (BIP). So k\u00f6nnten auch L\u00e4nder teilnehmen, die weiter wachsen wollen beziehungsweise m\u00fcssen. Die Finanzmittel sollten in einem Bieterverfahren an diejenigen L\u00e4nder verteilt werden, die daf\u00fcr als Gegenleistung den gr\u00f6\u00dften Einsparungseffekt anbieten. Es w\u00e4re auch nicht weiter schlimm, wenn sie etwa im n\u00e4chsten Jahr wieder entsprechend mehr emittieren w\u00fcrden, denn CO2 ist eine Ressource, die dauerhaft in der Atmosph\u00e4re verbleibt, so da\u00df selbst zeitweilige Einsparungen schon etwas bringen.<\/p>\n<p>Auch beim Aufbringen der Fondsmittel k\u00f6nnte man weitgehend auf Freiwilligkeit und Wettbewerb setzen. Denn wer das Klimaproblem f\u00fcr gravierend h\u00e4lt, m\u00fc\u00dfte logischerweise auch zu einem entsprechend gro\u00dfz\u00fcgigen Beitrag bereit sein. Das gilt sowohl f\u00fcr Regierungen als auch f\u00fcr Nichtregierungsorganisationen und Privatleute. Jeder k\u00f6nnte auf diese Weise zeigen, wie ernst es ihm mit der Opferbereitschaft f\u00fcr den Klimaschutz ist oder eben auch nicht. Es kann nat\u00fcrlich sein, da\u00df nach Auffassung von besonders engagierten Klimasch\u00fctzern letztlich nicht genug Geld im Fonds zusammenkommt. Dann m\u00fc\u00dften sie aber entweder akzeptieren, da\u00df andere ihre Vorstellungen offenbar nicht teilen, oder eben selbst entsprechende Mittel nachschie\u00dfen. \u201eHic Rhodus, hic salta\u201c (frei \u00fcbersetzt: Zeige jetzt, was du kannst), wie es in der ber\u00fchmten Fabel des \u00c4sop hei\u00dft.<\/p>\n<p>Dieser durch und durch marktwirtschaftliche Ansatz folgt einem ber\u00fchmten \u00f6konomischen Theorem. Es wurde 1960 von dem sp\u00e4teren Nobelpreistr\u00e4ger Ronald Coase aufgestellt und ist nach ihm benannt. Das Coase-Theorem besagt, da\u00df freiwillige Verhandlungsl\u00f6sungen in der Umweltpolitik staatlichen Vorschriften oft \u00fcberlegen sind. Gerade beim Klimaschutz bietet sich seine Anwendung an. Denn hier gibt es gar keine \u00fcbernationale Beh\u00f6rde, die einzelnen L\u00e4ndern verbindliche Vorschriften machen k\u00f6nnte. Es bleibt also nur der Weg, widerspenstige L\u00e4nder durch das Anbieten von Geld \u2013 oder anderen Vorz\u00fcgen \u2013 quasi zum Mitmachen zu bestechen. Letztlich w\u00e4re das in jedem Fall billiger f\u00fcr uns, als den teuren und freiheitsraubenden Irrweg der Klimaneutralit\u00e4t von allem und jedem im eigenen Land weiterzugehen.<br \/>\nProf. em. Dr. Ulrich van Suntum, Jahrgang 1954, lehrte von 1995 bis 2020 Volkswirtschaft an der Universit\u00e4t M\u00fcnster.<br \/>\n&#8230; Alles vom 26.8.2022 bitte lesen in der JF 35\/22, Seite 18<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>d Listenauswahl eines Beitrags: Bitte anklicken oder runterscrollen Deregulierung: USA Klima CO2\u00a0(13.2.2026) NYT erkl\u00e4rt Klimawahn beendet\u00a0(20.9.2025) Klima ist wie fr\u00fcher Maggi\u00a0(11.8.2025) Klima-Wahrheit: Es l\u00e4sst sich nicht politisch lenken! 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