{"id":102329,"date":"2022-07-07T14:16:16","date_gmt":"2022-07-07T12:16:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=102329"},"modified":"2024-09-08T17:10:53","modified_gmt":"2024-09-08T15:10:53","slug":"corona-kultur","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-kultur\/","title":{"rendered":"Corona-Kultur"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Business\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\">Business<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Gesund\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/\">Gesund<\/a> &gt;<a title=\"Corona-Virus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/\">Corona-Virus<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-grundrechte\/\">Corona-Grundrechte<\/a> &gt;Corona-Kultur<\/p>\n<div id=\"attachment_102346\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/freiseinfreiburg4a-220521pan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-102346\" class=\"size-full wp-image-102346\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/freiseinfreiburg4a-220521pan.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/freiseinfreiburg4a-220521pan.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/freiseinfreiburg4a-220521pan-180x113.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-102346\" class=\"wp-caption-text\">Von Hand gezogen: Musikwagen auf der Demo von FreiseinFreiburg am 22.5.2022<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/katholisch\/katholizismus\/\">Kirche in Corona-Zeiten: Wie Flasche leer und Hosen voll<\/a> (8.9.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-kirchen\/\">Philine Conrad: \u201eKirche und Kultur nach Corona\u201c \u2013 Er\u00f6ffnungspl\u00e4doyer<\/a>\u00a0(18.7.2023)<\/li>\n<li>Drei Jahre: das richtige Leben im falschen (30.3.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/corona-nachbetrachtung-20-23\/\">Corona-Nachbetrachtung 20-23<\/a>\u00a0(20.3.2023)<\/li>\n<li>Christian Nagel: Corona-Einbruch im Kulturbereich beenden (2.7.2022)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/bildungsmisere\/\">Bildungsmisere<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-kirchen\/\">Corona-Kirchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/demos-in-freiburg\/\">Demos-in-Freiburg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/grundrechte-demo-in-freiburg\/\">Grundrechte-Demo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/\">Kulturverlust<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kunst\/kunstfreiheit\/\">Kunstfreiheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/musik\/\">Musik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/spaziergaenge\/\">Spazierg\u00e4nge<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Drei Jahre: das richtige Leben im falschen<\/strong><br \/>\n&#8222;\u201eWir\u201c, das hei\u00dft Corona-Skeptiker, hartn\u00e4ckig Renitente oder gar Ungeimpfte, haben eine schwere Zeit hinter uns. Viele beklagen sich, dass unser Lager trotz schlagender Beweise f\u00fcr die Richtigkeit seiner Grundannahmen immer noch nicht \u201egewonnen\u201c hat. Dabei haben wir Grund, stolz darauf zu sein, dass wir standgehalten haben. Bei extrem starkem Gegenwind erfordert es St\u00e4rke, sich nicht umblasen zu lassen.<br \/>\nWichtig ist nicht nur, was wir in der Au\u00dfenwelt erreicht haben; wichtig ist vor allem auch, was die Erfahrung des Widerstehens aus uns selbst gemacht hat. Viele von uns waren gro\u00dfem Druck ausgesetzt \u2014 und standen. Sie haben Freunde, Weggef\u00e4hrten und Jobs verloren \u2014 und standen. Sie wurden beschimpft, entw\u00fcrdigt, ausgegrenzt \u2014 und standen. Sie konnten \u00fcber ihre lieben Mitmenschen eine Lektion lernen, die sie nicht mehr vergessen werden.<br \/>\nDas gilt f\u00fcr die positiven wie f\u00fcr die negativen Erfahrungen. Und sie haben etwas \u00fcber sich selbst gelernt: Gerade extreme Herausforderungen wecken ein Potenzial zum Helden, das wir bei uns gar nicht vermutet h\u00e4tten. Eine Liebeserkl\u00e4rung des Autors an sich selbst und alle, die mit ihm zusammen durchgehalten haben.&#8220;<br \/>\n&#8230; Alles vom 30.3.2023 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/das-richtige-leben-im-falschen\">https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/das-richtige-leben-im-falschen\u00a0<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christian Nagel: Corona-Einbruch im Kulturbereich beenden<\/strong><br \/>\n<em>Mein Name ist Christian Nagel, ich bin Pianist und Hochschullehrer, aber ich m\u00f6chte nicht von mir sprechen, sondern f\u00fcr die Kultur, deren Stimme in den vergangenen zwei Jahren nicht geh\u00f6rt worden ist &#8211; und ich m\u00f6chte zeigen, warum es mir so wichtig ist, dass diese in der Zukunft wieder eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt.<\/em><\/p>\n<p>Was die Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Sars-CoV2-Pandemie gerade im Kulturbereich angerichtet haben, daf\u00fcr haben wir seit Kurzem harte (!) Zahlen: den Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft, den die Bundesregierung j\u00e4hrlich in Auftrag gibt: Im Bereich der darstellenden K\u00fcnste \u2013 also alles, was \u201elive\u201c dargeboten wird \u2013 sind die Ums\u00e4tze im Jahr 2020 gegen\u00fcber dem Vorjahr um 81% eingebrochen, im Jahr 2021 waren es 80% gegen\u00fcber dem Vorkrisenniveau. F\u00fcr das laufende Jahr 2022 schwanken die Prognosen zwischen -58% und -73%. Man ist sich darin einig: Eine Erholung ist \u2013 auch wenn es momentan anders aussieht &#8211; nicht so bald zu erwarten.<\/p>\n<p>Wenn man sich dann noch bewusst macht, dass die meisten Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse im Bereich der darstellenden K\u00fcnste prek\u00e4r und ohne jede soziale Absicherung sind, kann man sich vorstellen: L\u00e4nger als zwei Jahre in solcher Unsicherheit kann kaum jemand durchhalten. Wer nicht das Gl\u00fcck hat, \u00fcber eine feste Stelle zu verf\u00fcgen, etwa am Stadttheater oder an Musikschulen und Hochschulen, die unter strengsten Hygieneauflagen \u2013 und hinter f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit verschlossenen T\u00fcren \u2013 ihren Betrieb aufrecht erhalten konnten, der muss woanders Geld hinzuverdienen oder seine T\u00e4tigkeit komplett aufgeben. Letzteres hat ein Viertel der Minijobber bereits getan. Das Weltwirtschaftsforum geht davon aus, das bis 2030 59% aller Jobs in der Veranstaltungsbranche verloren gehen.<\/p>\n<p>Was dabei auf der Strecke bleibt, ist zuallererst die Freie Kulturszene und die Subkultur, also gerade jene Orte, an denen am meisten kreativ und experimentell gearbeitet wird und von welchen die spannensten Impulse f\u00fcr die Gegenwartskultur ausgehen.<br \/>\nDie guten Umsatzzahlen, die immer wieder aus der Musikbranche vermeldet werden, verschleiern, dass die professionellen VertreterInnen der darstellenden K\u00fcnste (Live-Musik!) die gro\u00dfen Verlierer der Krise sind &#8211; genauso wie die wirtschaftlichen Gesamtzahlen (BIP) verschleiern, dass die breite Masse der Bev\u00f6lkerung immer \u00e4rmer wird. Die Corona-Politik hat zu einer gigantischen Umverteilung gef\u00fchrt &#8211; von Arm zu Reich, nicht umgekehrt.<br \/>\nEs ist politisch \u2013 und nicht von einem Virus \u2013 entschieden worden, dass Kultur als erstes geschlossen wird, und es sieht ganz so aus, als w\u00e4ren wir auch die Letzten, die sich davon wieder erholen.<br \/>\nIn diesen Tagen mag es so scheinen, als w\u00e4re die Welt wieder in Ordnung, und wir h\u00e4tten keinen Grund mehr, uns zu beklagen. Die Pandemie liegt ja hinter uns, und es ist ja wieder alles offen. Das halte ich f\u00fcr eine T\u00e4uschung. Das \u00dcberangebot an Kultur, das wir derzeit erleben, ist ein Nachholeffekt: Alle Akteure nutzen hektisch die Gunst der Stunde, um m\u00f6glichst viele Veranstaltungen durchzuf\u00fchren, bevor im Herbst neue Einschr\u00e4nkungen zu bef\u00fcrchten sind. Denn die werden schon in Anschlag gebracht:<br \/>\nGeht es nach dem Willen unseres Ministerpr\u00e4sidenten Kretschmann, sollen alle Ma\u00dfnahmen &#8211; \u00fcber 2G bis hin zu Ausgangssperren \u2013 weiterhin und dauerhaft zur Verf\u00fcgung stehen. Das k\u00f6nnte auf einen j\u00e4hrlichen Turnus aus Festivalsommer und Pandemiewintern hinauslaufen.<br \/>\nSo k\u00f6nnen wir aber nicht arbeiten. Die Veranstaltungsbranche braucht Planungssicherheit. Und diese ist nicht gegeben, wenn unser gesamtes Tun und Lassen an die rein statistische Verbreitung eines Virus gebunden ist \u2013 oder pr\u00e4ziser: an den politischen Missbrauch, der damit betrieben wird. Denn: Wer alles unter Pandemievorbehalt stellt, macht Kultur unm\u00f6glich.<br \/>\nDas Beispiel D\u00e4nemark zeigt, dass man es auch ganz anders machen kann. Dort hat die Regierung beschlossen, das Corona nicht mehr als gesellschaftliche Bedrohung angesehen wird. Es gibt keine verordneten Ma\u00dfnahmen mehr, und es soll auch im Herbst und Winter keine geben.<br \/>\nIch habe mich nach den tieferen Gr\u00fcnden gefragt, warum man in Deutschland bereit ist, die einzigartige Landschaft von Kultureinrichtungen, und die Menschen, die f\u00fcr diese t\u00e4tig sind, derart zu vernachl\u00e4ssigen. Und damit komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen:<br \/>\nDie Vernachl\u00e4ssigung der Kultur geht einher mit einer Vernachl\u00e4ssigung des Seelischen und Geistigen \u00fcberhaupt. Betrachten wir die politischen Ma\u00dfnahmen zur Krisenbew\u00e4ltigung, so haben diese allesamt einen technischen Charakter: Testen, Tracken, Impfen. Alle negativen Auswirkungen im Bereich der Bildung, im Sozialen werden als Kollateralsch\u00e4den abgetan. Auf den Bereich der Seele und des Geistes m\u00f6chte man scheinbar keine R\u00fccksicht nehmen. Obwohl es da Ausnahmen gibt: um unsere Angst wird sich hingebungsvoll gek\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Hinter dieser politischen Gestaltung steht ein verk\u00fcmmertes Menschenbild, das unser gesamtes Dasein reduziert auf das K\u00f6rperlich-Materielle. In einem solchen Menschenbild werden Menschen zu Fallzahlen, zu Inzidenzen. Aus dieser einseitigen Wahrnehmung des Menschlichen entwickelt sich der Glaube, man k\u00f6nne alles technisch l\u00f6sen \u2013 z.B. \u201eallein die Impfung kann die Pandemie beenden\u201c. Dies ist Ausdruck einer \u00fcbersteigerten und verabsolutierenden rationalen Logik, die alles andere, was Leben bedeutet, au\u00dfer Acht l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Dies k\u00f6nnte ein Grund daf\u00fcr sein, dass \u2013 sp\u00e4testens seit der Finanzkrise \u2013 in unseren Regierungen \u201eTechnokraten\u201c am Werk sind. Technokratie aber bedeutet, dass nicht mehr verantwortlich gehandelt und gestaltet wird, sondern dass man sich \u201eSachzw\u00e4ngen\u201c beugt. Nun schaffen aber die neuen technischen M\u00f6glichkeiten immer neue Sachzw\u00e4nge: Was machbar ist, wird auch gemacht werden. Risiken und Nebenwirkungen will man nicht sehen.<br \/>\nAuch bei den riskantesten Dingen nicht: Wer wei\u00df, worum es sich z.B. bei der Gain-of-Function-Forschung handelt? Da wird daran gearbeitet, Coronaviren noch t\u00f6dlicher und noch ansteckender zu machen &#8230; Was soll das? Diese einseitige Haltung, oder besser: Ideologie, pr\u00e4gt das Denken im Silicon Valley: \u201eMove fast and break things\u201c (Zuckerberg) &#8211; nur schnell voran, egal was dabei kaputtgeht.<br \/>\nWas dabei kaputt geht, sollten wir uns ganz genau anschauen. Die Bundesfamilienminsterin Lisa Paus gab neulich bekannt, das inzwischen jedes vierte (!) Schulkind unter Depressionen leidet \u2013 vor 2020 war es \u201enur\u201c jedes zehnte.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund muss ich dieses reduktionistische, technokratische Menschenbild zutiefst ablehnen &#8211; und jegliche politischen Gro\u00dfversuche, die darauf gr\u00fcnden, zur\u00fcckweisen.<br \/>\nSollten wir nicht erstmal versuchen, unsere Menschlichkeit zu entwickeln, bevor wir uns in das Transhumane st\u00fcrzen? Es bereitet mir enormes Unbehagen, dass unsere Bewusstseinsentwicklung mit dem technischen Fortschritt offenbar nicht Schritt h\u00e4lt.<br \/>\nK\u00f6nnte es nicht sein, dass der (angebliche) Fortschritt, um den es geht, mit einem geistigen R\u00fcckschritt einhergeht? Das rein rationale Bewusstsein neigt dazu, die materielle Seite des Lebens zu verabsolutieren. Dabei ist es nur die materielle Seite des Lebens, und Leben ist soviel mehr. Lasst uns das Seelische, das Geistige wieder beleben, und damit das, was uns als Menschen ausmacht. Dies bedeutet ja nicht, dass wir Forschung und Wissenschaft ignorieren, sondern es k\u00e4me darauf an, beides zu integrieren. Das w\u00fcrde die verheerende Spaltung aufheben, und heilen \u2013 wir k\u00f6nnten wieder ganz werden.<\/p>\n<p>Welchen Beitrag kann die Kultur, K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler dabei leisten? Nun, wir praktizieren das eigentlich t\u00e4glich: indem wir spielen. Friedrich Schiller hat gesagt, dass der Mensch da ganz Mensch ist, wo er spielt. Wenn wir musizieren, \u00fcben sich K\u00f6rper, Seele und Geist miteinander, verbinden sich, befinden sich im Einklang. Dass dies auch auf kollektiver Ebene funktioniert, zeigt schon ein Blick in ein normales st\u00e4dtisches Sinfonieorchester. Da musizieren Menschen aus vielen unterschiedlichen Nationen, Kulturen und politischen Systemen \u2013 und harmonieren.<br \/>\nIm West Eastern Divan Orchestra von Daniel Barenboim spielen MusikerInnen aus Israel, Pal\u00e4stina und mehreren arabischen Staaten miteinander \u2013 friedlich und auf Weltniveau.<br \/>\nWie es der Musik spielend gelingt, gegens\u00e4tzliche Positionen zusammenzubringen, verdeutlicht Barenboim am Beispiel einer Fuge: In ihr treten mehrere Stimmen gleichzeitig auf, die man Kontrapunkte nennt (also Gegen-Stimme). Die Gegen-Stimmen bek\u00e4mpfen einander jedoch nicht, sondern werden so sorgf\u00e4ltig balanciert, dass sie ihre Gegens\u00e4tzlichkeit erhalten bleibt und sie sich doch in vollkommener Harmonie befinden. Wenn das doch in unserer Gesellschaft auch so ginge!<\/p>\n<p>Das Sch\u00f6ne ist: es geht! Und wir kennen es gut: als die offene, demokratische, pluralistische Gesellschaft. Lasst sie uns erhalten.<br \/>\nBevor ich gleich das eben Gesagte auch musikalisch demonstrieren werde \u2013 mit Pr\u00e4ludium &amp; Fuge fis-moll von J.S. Bach (aus: Das Wohltemperierte Klavier Bd.II) -, m\u00f6chte ich mein Anliegen nochmals in andere Worte fassen:<br \/>\nIm gesellschaftlichen Zusammenspiel brauchen wir alle Stimmen: Stimmen UND Gegenstimmen,<br \/>\ndie Stimme des K\u00f6rpers UND des Geistes,<br \/>\ndie Stimme der Erde UND des Himmels,<br \/>\ndie Stimme der Alten UND der Kinder,<br \/>\ndie Stimme der Kultur UND die der Wissenschaft,<br \/>\ndie Stimmen der Bef\u00fcrworter und der Skeptiker, der Mahner und der Risikofreudigen,<br \/>\n&#8211; von mir aus auch die der ganzen durchgeknallten Tech-Vision\u00e4re (sie m\u00fcssen aber nicht unbedingt den Ton angeben&#8230;) &#8211;<br \/>\ndenn es gilt, dass dann all diese verschiedenen Stimmen zu einer Balance finden. Es soll keine Stimme unterdr\u00fcckt werden, aber es k\u00f6nnen ruhig mal die einen, und dann die anderen mal etwas lauter und mal etwas leiser zu h\u00f6ren sein.<br \/>\nDabei ist es gut zu wissen, dass gerade die Dissonanzen, die scheinbar nicht harmonierenden T\u00f6ne, die unser Ohr herausfordern, den Lauf der Musik voranbringen: weil sie nach Aufl\u00f6sung dr\u00e4ngen, L\u00f6sungen fordern \u2013 vielleicht sogar Er-L\u00f6sung?<br \/>\nWir k\u00f6nnen das h\u00f6ren \u2013 wenn wir zu-h\u00f6ren.<br \/>\n(Pr\u00e4ludium und Fuge fis-moll aus WTK II)<br \/>\nChristian Nagel. St.Peter<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nagelmusic.de\">https:\/\/www.nagelmusic.de\u00a0<\/a><\/p>\n<p>Rede auf der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/querdenker-und-laengsdenker\/\">Demo von FreiseinFreiburg am 2.7.2022<\/a> auf dem Platz der Alten Synagoge<br \/>\nim Video:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/t.me\/FreiSeinFreiburg\/32480\">https:\/\/t.me\/FreiSeinFreiburg\/32480<\/a><br \/>\nEine weitere Rede von Christian Nagel vom 26.2.2022 finden Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-regiment\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Business\u00a0&gt;Gesund &gt;Corona-Virus &gt;Corona-Grundrechte &gt;Corona-Kultur Kirche in Corona-Zeiten: Wie Flasche leer und Hosen voll (8.9.2024) Philine Conrad: \u201eKirche und Kultur nach Corona\u201c \u2013 Er\u00f6ffnungspl\u00e4doyer\u00a0(18.7.2023) Drei Jahre: das richtige Leben im falschen (30.3.2023) Corona-Nachbetrachtung 20-23\u00a0(20.3.2023) Christian Nagel: Corona-Einbruch im Kulturbereich beenden (2.7.2022) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-kultur\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":79419,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-102329","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/102329","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=102329"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/102329\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126797,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/102329\/revisions\/126797"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/79419"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=102329"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}