{"id":100653,"date":"2022-05-05T11:26:27","date_gmt":"2022-05-05T09:26:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=100653"},"modified":"2025-07-30T17:01:52","modified_gmt":"2025-07-30T15:01:52","slug":"dezentral","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/dezentral\/","title":{"rendered":"dezentral"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Engagement\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/\">Engagement<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Zukunft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/\">Zukunft<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Demokratie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/\">Demokratie<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/nationalstaat\/\">Nationalstaat<\/a> &gt;dezentral<\/p>\n<div id=\"attachment_97056\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/schwarzwald-alpen-pan211220-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-97056\" class=\"size-full wp-image-97056\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/schwarzwald-alpen-pan211220-1.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"344\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/schwarzwald-alpen-pan211220-1.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/schwarzwald-alpen-pan211220-1-180x97.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-97056\" class=\"wp-caption-text\">Blick vom Schwarzwald nach S\u00fcden \u00fcber Nebel bis zu den Alpen im Dezember 2021<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: Bitte\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">anklicken<\/span>\u00a0oder runterscrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/trennung-von-klima-und-staat\/\">Trennung von Klima und Staat<\/a>\u00a0(30.7.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europa\/europa-kulturkreis\/\">Die Rekonstruktion Europas: Selbstbehauptung statt Selbstaufl\u00f6sung<\/a>\u00a0(17.5.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/bildungsmisere\/\">Bis die Bildung im Computer verschwand: Digitalisierung und Zentralisierung sind Teil des Problems<\/a> (17.4.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europawahl2024\/\">Europawahl 2024: Staatenbund statt Zentralstaat<\/a>\u00a0(18.2.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zentralisierung-durch-krisen\/\">Zentralisierung durch Krisen<\/a>\u00a0(10.2.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/regional\/\">Die Gesellschaft 4.0 \u2013 Das Prinzip Regionalit\u00e4t<\/a>\u00a0(17.11.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/eu-plan-statt-marktwirtschaft\/\">EU: Plan- statt Marktwirtschaft<\/a>\u00a0(17.9.2022)<\/li>\n<li>Dezentral und neutral &#8211; Vielfalt kleiner Staaten (9.3.2022)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/dezentralisierung\/\">Dezentralisierung (Energie)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/eu-planwirtschaft\/\">EU-Planwirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/eu-zentralstaat\/\">EU-Zentralstaat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/regional\/\">Regional<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/mittelstand\/unternehmer\/\">Unternehmer<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dezentral und neutral &#8211; Vielfalt kleiner Staaten<\/strong><br \/>\nvon Professor Hans-Hermann Hoppe<\/p>\n<p><em>&#8222;Um Europa aufbl\u00fchen zu lassen, ist eine radikale De-Zentralisierung erforderlich. Statt EU und EZB braucht es ein Europa, das aus tausenden von Liechtensteins und schweizerischen Kantonen besteht, die miteinander durch freien Handel und einen internationalen Goldstandard verbunden sind und die miteinander im Wettbewerb darin stehen, produktive Menschen mit attraktiven Standortkonditionen zu halten und anzulocken.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>(1) Staaten als &#8222;station\u00e4re Banditen&#8220;<\/strong><br \/>\nStaaten, gleich welcher Verfassung, sind keine wirtschaftlichen Unternehmen. Im Unterschied zu Letzteren finanzieren sich Staaten nicht durch den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen an freiwillig zahlende Kunden, sondern durch Zwangsabgaben: durch Gewaltandrohung und -anwendung eingetriebene Steuern (und durch von ihnen buchst\u00e4blich aus dem Nichts geschaffenes Papiergeld). Bezeichnenderweise haben \u00d6konomen Regierungen, das hei\u00dft die Inhaber staatlicher Gewalt, deshalb auch als station\u00e4re Banditen bezeichnet. Regierungen und alle Personen, die auf ihrer Gehaltsliste stehen, leben von der Beute, die man anderen Personen geraubt hat. Sie f\u00fchren eine parasit\u00e4re Existenz auf Kosten einer unterworfenen und als \u201eWirt\u201c dienenden Bev\u00f6lkerung. Hieraus ergeben sich eine Reihe weiterer Einsichten.<\/p>\n<p>Naturgem\u00e4\u00df bevorzugen station\u00e4re Banditen eine gr\u00f6\u00dfere Beute gegen\u00fcber einer kleineren. Das hei\u00dft: Staaten werden stets versuchen ihr Steueraufkommen zu erh\u00f6hen und ihre Ausgaben durch Papiergeldvermehrung weiter zu steigern. Je gr\u00f6\u00dfer die Beute, umso mehr Gef\u00e4lligkeiten k\u00f6nnen sie sich selbst, ihren Angestellten und ihren Unterst\u00fctzern erweisen. Doch sind diesem Treiben nat\u00fcrliche Grenzen gesetzt.<br \/>\nZum einen m\u00fcssen die Banditen darauf achten, dass sie ihren \u201eWirt,\u201c dessen Arbeit und Leistung ihre parasit\u00e4re Existenz erm\u00f6glicht, nicht so stark belasten, dass dieser seine Arbeit einstellt. Und zum anderen m\u00fcssen sie bef\u00fcrchten, dass ihre \u201eWirte\u201c \u2013 und insbesondere die produktivsten unter ihnen \u2013 aus ihrem Herrschaftsbereich abwandern und sich andernorts ansiedeln.<\/p>\n<p><strong>(2) Staaten mit Tendenz zur territorialen Expansion<\/strong><br \/>\nZun\u00e4chst wird begreiflich, warum es eine Tendenz zur territorialen Expansion und politischen Zentralisierung gibt: Damit gelingt es Staaten, immer mehr \u201eWirte\u201c unter ihre Kontrolle zu bringen und deren Abwanderung in fremde Territorien zu erschweren. Man erwartet dadurch eine gr\u00f6\u00dfere Beutemenge. Und es wird einsichtig, warum der Endpunkt dieses Prozesses, die Einrichtung eines Welt-Staates, mitnichten ein Segen f\u00fcr die ganze Menschheit w\u00e4re, wie oft behauptet. Denn aus einem Welt-Staat kann man nicht auswandern, und insofern gibt es keinerlei M\u00f6glichkeit, sich staatlichen Beutez\u00fcgen durch Abwanderung zu entziehen.<br \/>\nDeshalb ist es zu erwarten, dass mit der Einrichtung eines Welt-Staates Umfang und Ausma\u00df staatlicher Ausbeutung \u2013 indiziert unter anderem durch die H\u00f6he staatlicher Einnahmen und Ausgaben, durch Geldinflation, Anzahl und Umfang sogenannter \u201e\u00f6ffentlicher G\u00fcter\u201c und im \u201e\u00f6ffentlichen Dienst\u201c besch\u00e4ftigter Personen \u2013 \u00fcber jedes bis dahin bekannte Ma\u00df hinaus weiter ansteigen wird. Und das ist gewiss kein Segen f\u00fcr die \u201eWirtsbev\u00f6lkerung\u201c, die diesen staatlichen \u00dcberbau zu erwirtschaften hat!<\/p>\n<p><strong>(3) &#8222;Europ\u00e4isches Wunder&#8220;: Vielfalt und Kleinstaaterei<\/strong><br \/>\nZweitens wird ein zentraler Grund f\u00fcr den Aufstieg des \u201eWestens\u201c zur weltweit f\u00fchrenden Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturregion begreiflich. Im Unterschied insbesondere zu <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/china\/\">China<\/a> war Europa seit dem fr\u00fchen Mittelalter bis in die j\u00fcngere Vergangenheit hinein durch ein hohes Ma\u00df an politischer Dezentralisierung mit hunderten oder gar tausenden unabh\u00e4ngigen Herrschaftsgebieten gekennzeichnet. Manche Historiker haben diesen Zustand als \u201egeordnete politische Anarchie\u201c beschrieben. Und es ist heute unter Wirtschaftshistorikern g\u00e4ngig, in diesem quasi-anarchischen Zustand einen wesentlichen Grund f\u00fcr das sogenannte \u201eEurop\u00e4ische Wunder\u201c zu erkennen. Denn in einem Umfeld mit einer gro\u00dfen Vielfalt unabh\u00e4ngiger kleinr\u00e4umiger Herrschaftsbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander ist es vergleichsweise einfach, mit den F\u00fc\u00dfen abzustimmen und sich den R\u00e4ubereien staatlicher Herrscher durch Abwanderung zu entziehen. Zur Abwehr dieser Gefahr und um ans\u00e4ssige Produzenten bei der Stange zu halten, stehen diese Herrschaften darum st\u00e4ndig unter hohem Druck, sich hinsichtlich ihrer Ausbeuterei zu m\u00e4\u00dfigen. Und diese M\u00e4\u00dfigung bef\u00f6rdert umgekehrt das wirtschaftliche Unternehmertum, die wissenschaftliche Neugier und die kulturelle Kreativit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>(4) EU+EZB als &#8222;moralische und \u00f6konomische Monstrosit\u00e4ten&#8220;<\/strong><br \/>\nSchlie\u00dflich wird im Licht der vorstehenden Betrachtungen eine fundierte historische Einordnung und Einsch\u00e4tzung der Europ\u00e4ischen Union (EU) m\u00f6glich.<br \/>\nDie EU ist ein Musterbeispiel der angesprochenen Tendenz zur territorialen Expansion und politischen Zentralisierung, mit den sich hieraus ergebenden Folgen: einer Zunahme ausbeuterischer staatlicher Ma\u00dfnahmen und einem entsprechenden Wachstum des parasit\u00e4ren staatlichen \u00dcberbaus (Stichwort: Br\u00fcssel).<br \/>\nKonkreter: Die EU und die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) sind der erste Schritt hin zur Einrichtung eines europ\u00e4ischen Superstaats, der schlie\u00dflich in einer Eine-Welt-Regierung, dominiert von den USA und ihrer Zentralbank, der FED, aufgehen soll.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu wohlklingenden politischen Verlautbarungen ging es bei der EU und der EZB nie um freien internationalen Handel und Wettbewerb. Daf\u00fcr ben\u00f6tigt man keine abertausend Seiten Papier, voll mit Verordnungen und Regulierungen! Vielmehr ging es immer und vor allem um eine Aufw\u00e4rts-Harmonisierung der Steuer-, Gesetzes- und Regelungsvorschriften s\u00e4mtlicher Mitgliedsstaaten, um auf diese Weise allen wirtschaftlichen Standortwettbewerb zu verringern oder zu eliminieren.<br \/>\nDenn wenn die Steuers\u00e4tze und die staatlichen Regulierungen \u00fcberall gleich sind oder immer st\u00e4rker angeglichen werden, dann gibt es f\u00fcr produktive Personen \u2013 die \u201eWirte\u201c \u2013 immer weniger wirtschaftliche Gr\u00fcnde, ihre T\u00e4tigkeiten an einen anderen Standort zu verlegen, und umso ungest\u00f6rter k\u00f6nnen die station\u00e4ren Banditen deshalb in ihrer T\u00e4tigkeit des Beutemachens und -verteilens fortfahren. \u2013<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass die derzeitige EU, als ein Kartell diverser Regierungen, nur deshalb und nur so lange zusammenh\u00e4lt, wie die wohlhabenderen Banditen, die von einer produktiveren \u201eWirtsbev\u00f6lkerung\u201c zehren k\u00f6nnen, allen voran die deutschen Regierungen, willens und in der Lage sind, ihre bed\u00fcrftigeren Kollegen im S\u00fcden und Osten, mit ihren weniger produktiven \u201eWirten,\u201c dauerhaft und in gro\u00dfem Stil finanziell zu unterst\u00fctzen. Auf Kosten der heimischen Produzenten!<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend: Die EU und die EZB sind moralische und \u00f6konomische Monstrosit\u00e4ten. Man kann nicht kontinuierlich Produktivit\u00e4t und wirtschaftlichen Erfolg bestrafen, w\u00e4hrend man Parasitentum, Verschwendung und wirtschaftlichen Misserfolg belohnt, ohne dadurch ein Desaster herbeizuf\u00fchren. Die EU wird von einer wirtschaftlichen Krise in die n\u00e4chste taumeln und schlussendlich auseinanderbrechen.<\/p>\n<p><strong>(5) Radikale De-Zentralisierung der EU erforderlich<\/strong><br \/>\nAngesichts dessen erscheint es dringlich, eine klare Vorstellung m\u00f6glicher Alternativen zum gegenw\u00e4rtigen Kurs zunehmender politischer Zentralisierung zu gewinnen. Und dabei sollte die Erinnerung an das erw\u00e4hnte \u201eEurop\u00e4ische Wunder\u201c wegweisend sein. Um Europa aufbl\u00fchen zu lassen, ist eine radikale De-Zentralisierung erforderlich. Statt EU und EZB braucht es ein Europa, das aus tausenden von Liechtensteins und schweizerischen Kantonen besteht, die miteinander durch freien Handel und einen internationalen Goldstandard verbunden sind und die miteinander im Wettbewerb darin stehen, produktive Menschen mit attraktiven Standortkonditionen zu halten und anzulocken.<br \/>\nAllerdings: um diesen Zustand nicht nur denkbar, sondern machbar werden zu lassen, ist es erforderlich, dass man Staaten und Politiker nicht l\u00e4nger als das erachtet, was diese von sich selbst behaupten zu sein, sondern als das, was sie tats\u00e4chlich sind: station\u00e4re Banditen, Gangster und Gauner. Diese Einsicht war f\u00fcr die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrzahl der Bev\u00f6lkerung noch bis vor kurzem undenkbar.<br \/>\nDoch das <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-regiment\/\">Corona-Regime<\/a> w\u00e4hrend der letzten zwei Jahre, mit seinen willk\u00fcrlichen und widersinnigen Ausgangs-, Kontakt- und Versammlungsverboten und seinen st\u00e4ndig wechselnden Test-, Zertifikats-, und Impfverordnungen bis hin zu Zwangsimpfungen, hat bewirkt, dass inzwischen sehr viele Menschen Politiker richtig als schwer bewaffnete und gewissenlose Gewaltt\u00e4ter erkennen.<\/p>\n<p><strong>(6) Ukraine: Neutralit\u00e4t<\/strong><br \/>\nPS: Erfordern die gegenw\u00e4rtigen kriegerischen Ereignisse in der Ukraine eine Revision oder Korrektur der vorstehenden Analysen? Im Gegenteil.<br \/>\nZun\u00e4chst: Nicht die Russen, die Ukrainer, die Deutschen oder die Amerikaner sind die Verursacher von Kriegen, sondern die Banditenbanden, die Russland, die Ukraine, Deutschland oder Amerika beherrschen und die die Kosten eines Krieges auf die jeweilige Zivilbev\u00f6lkerung abw\u00e4lzen k\u00f6nnen.<br \/>\nDann: Kleine Staaten beziehungsweise Banditenbanden f\u00fchren allenfalls kleine Kriege gegen kleine Gegner. Gro\u00dfe Staaten dagegen, die aus erfolgreichen fr\u00fcheren Kleinkriegen hervorgegangen sind, sind generell kriegsfreudiger und f\u00fchren nicht nur kleine, sondern auch gr\u00f6\u00dfere Kriege gegen gro\u00dfe Gegner. Und der gr\u00f6\u00dfte und m\u00e4chtigste aller Staaten, die USA samt ihrer in der NATO versammelten Vasallenstaaten, ist am kriegs- und expansionsfreudigsten. Allein das ist schon ein Grund f\u00fcr Kleinstaaterei und Dezentralisierung.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich: Wenn ein kleinerer Staat sich dem Expansionsdrang und der Bedrohung eines gr\u00f6\u00dferen gegen\u00fcbersieht, hat er grunds\u00e4tzlich zwei Optionen: er kann sich unterwerfen oder er kann versuchen seine Unabh\u00e4ngigkeit zu bewahren. Und um dieses Ziel zu erreichen und dabei einen Krieg zu vermeiden beziehungsweise das Kriegsrisiko zu minimieren, gibt es f\u00fcr ihn nur ein erfolgversprechendes Rezept: die Neutralit\u00e4t. Man mischt sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Gro\u00dfmacht ein und man bedroht oder provoziert sie nicht. Auch eine Gro\u00dfmacht kann nicht einfach in ein anderes Land einmarschieren. Daf\u00fcr bedarf sie immer auch einer Rechtfertigung gegen\u00fcber der eigenen Bev\u00f6lkerung, die die Lasten eines Krieges zu tragen hat. Und je kleiner ein Staat, umso schwieriger ist es, sein Verhalten als eine Bedrohung oder eine Provokation darzustellen. (Wer f\u00fchlt sich von Liechtenstein bedroht?!) Und dies Neutralit\u00e4tsgebot gilt umso mehr, wenn man wie im Fall der Ukraine sich gleichzeitig zwei Gro\u00dfm\u00e4chten mit rivalisierenden Anspr\u00fcchen gegen\u00fcbersieht und die Parteinahme f\u00fcr eine Seite eine zus\u00e4tzliche Bedrohung f\u00fcr die andere bedeutet.<\/p>\n<p>Der gegenw\u00e4rtige Krieg ist das Resultat einer mehrfachen Missachtung dieses Gebots durch die Regierung der Ukraine. H\u00e4tte die durch einen von den USA orchestrierten Coup 2014 an die Macht gelangte Regierung ausdr\u00fccklich auf einen Beitritt zu NATO und EU verzichtet, so wie zum Beispiel die Schweiz, und h\u00e4tte man die beiden daraufhin abtr\u00fcnnigen russischsprachigen Provinzen im Osten des Landes gehen lassen, anstatt sie zu schikanieren und terrorisieren, und h\u00e4tte man so die potentielle Bedrohung f\u00fcr Russland reduziert, w\u00e4re es mit gro\u00dfer Sicherheit nicht zur gegenw\u00e4rtigen Katastrophe gekommen.<br \/>\nAuf anhaltenden Druck der USA, kombiniert mit eigener Dummdreistigkeit, tat die ukrainische Regierungsclique nichts dergleichen und forderte weiterhin eine NATO-Mitgliedschaft. Damit w\u00e4re die Milit\u00e4rpr\u00e4senz der USA bis unmittelbar an die Grenze des zum Feindstaat erkl\u00e4rten gro\u00dfen Russlands ausgedehnt worden. Niemand konnte deshalb daran zweifeln, dass das Verhalten der ukrainischen Regierung von russischer Seite aus als ungeheure Provokation und ernsthafte Bedrohung wahrgenommen w\u00fcrde. Das tats\u00e4chliche, mittlerweile vorliegende Ergebnis dieser Provokation war zwar nicht vorhersehbar, aber es war durchaus vorhersehbar, dass das eigene Verhalten auch eine russische Reaktion wie die tats\u00e4chlich erfolgte wahrscheinlicher machen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Der Krieg in der Ukraine, wie so oft in der Geschichte, hat also keineswegs nur einen Vater, Putin, sondern mehrere. Die derzeit \u00fcberall im Westen verbreitete, v\u00f6llig einseitige anti-Russland Hysterie und Hetze ist deshalb nicht nur faktisch inkorrekt, sondern sie soll vor allem von der eigenen Rolle in dem gegenw\u00e4rtigen Drama ablenken. Und sie soll uns vergessen machen, dass die USA und ihre NATO-Vasallen w\u00e4hrend der letzten 30 Jahre weit mehr Kriegstote und Kriegssch\u00e4den zu verantworten haben als Russland seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und gegenw\u00e4rtig in der Ukraine.<br \/>\n&#8230; Alles vom 9.3.2022 von Hans-Hermann Hoppe bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.misesde.org\/2022\/03\/dezentral-und-neutral\/\">https:\/\/www.misesde.org\/2022\/03\/dezentral-und-neutral\/<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Die Zwischen\u00fcberschriften (1) &#8211; (6) wurden nachtr\u00e4glich eingef\u00fcgt.<\/em><\/p>\n<p>Als Podcast anh\u00f6ren:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.misesde.org\/podcast\/podcast-dezentral-und-neutral-von-hans-hermann-hoppe\/\">https:\/\/www.misesde.org\/podcast\/podcast-dezentral-und-neutral-von-hans-hermann-hoppe\/<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hanshoppe.com\/german\/\">http:\/\/www.hanshoppe.com\/german\/<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.propertyandfreedom.org\">https:\/\/www.propertyandfreedom.org<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Prof. Dr. Hans-Hermann Hoppe, Philosoph und Volkswirt, ist einer der f\u00fchrenden Vertreter der \u00d6sterreichischen Schule der \u00d6konomie und z\u00e4hlt zu den bedeutendsten Sozialwissenschaftlern der Gegenwart. Er lehrte von 1986 bis zu seiner Emeritierung 2008 an der University of Nevada, Las Vegas, USA. Er ist Distinguished Fellow des Ludwig von Mises Institute in Auburn, Alabama, USA, und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Ludwig von Mises Institut Deutschland. Hoppe lehrt und h\u00e4lt Vortr\u00e4ge weltweit. Seine Schriften sind in 30 Sprachen \u00fcbersetzt worden. Er ist Gr\u00fcnder und Pr\u00e4sident der Property and Freedom Society und lebt heute als Privatgelehrter in Istanbul. Zu seinen B\u00fcchern geh\u00f6ren u.a. \u201eDie Kritik der kausalwissenschaftlichen Sozialforschung\u201c, \u201eEigentum, Anarchie und Staat\u201c, \u201eA Theory of Socialism and Capitalism\u201c, \u201eThe Economics and Ethics of Private Property\u201c, \u201eThe Myth of National Defense\u201c, \u201eDemokratie. Der Gott, der keiner ist.\u201c, \u201eDer Wettbewerb der Gauner\u201c, \u201eThe Great Fiction: Property, Economy, Society, and the Politics of Decline\u201c, \u201eFrom Aristocracy to Monarchy to Democracy\u201c und \u201eA Short History of Man: Progress and Decline\u201c.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Engagement\u00a0&gt;Zukunft\u00a0&gt;Demokratie &gt;Nationalstaat &gt;dezentral Listenauswahl eines Beitrags: Bitte\u00a0anklicken\u00a0oder runterscrollen Trennung von Klima und Staat\u00a0(30.7.2025) Die Rekonstruktion Europas: Selbstbehauptung statt Selbstaufl\u00f6sung\u00a0(17.5.2025) Bis die Bildung im Computer verschwand: Digitalisierung und Zentralisierung sind Teil des Problems (17.4.2025) Europawahl 2024: Staatenbund statt Zentralstaat\u00a0(18.2.2024) Zentralisierung durch &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/dezentral\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":21084,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-100653","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/100653","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=100653"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/100653\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":137147,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/100653\/revisions\/137147"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=100653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}