{"id":100171,"date":"2022-04-15T13:45:28","date_gmt":"2022-04-15T11:45:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=100171"},"modified":"2024-07-16T15:43:22","modified_gmt":"2024-07-16T13:43:22","slug":"hysterie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/gesellschaft\/hysterie\/","title":{"rendered":"Hysterie"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Zukunft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/\">Zukunft<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Demokratie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/\">Demokratie<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Deutschland\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/\">Deutschland<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Gesellschaft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/gesellschaft\/\">Gesellschaft<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/gesellschaft\/zivilgesellschaft\/\">Zivilgesellschaft<\/a> &gt;Hysterie<\/p>\n<div id=\"attachment_99979\" style=\"width: 651px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/maske-ade-pan20220405.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-99979\" class=\"size-full wp-image-99979\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/maske-ade-pan20220405.jpg\" alt=\"\" width=\"641\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/maske-ade-pan20220405.jpg 641w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/maske-ade-pan20220405-180x112.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 641px) 100vw, 641px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-99979\" class=\"wp-caption-text\">Maske ade &#8211; im Schnee Anfang April 2022<\/p><\/div>\n<ul>\n<li>Alexander Meschnig: Deutschland &#8211; eine hysterische Nation? (16.7.2024)<\/li>\n<li>Die hysterische Republik (4.4.2022)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Deutschland: eine hysterische Nation?<\/strong><br \/>\nvon Dr. Alexander Meschnig<br \/>\n.<br \/>\nWoher kommt die breite Hysterie im sogenannten \u201eKampf gegen rechts\u201c oder ganz allgemein gegen Andersmeinende, die mit den realen Verh\u00e4ltnissen in Deutschland nichts zu tun hat? Ein Streifzug durch die historischen Wurzeln.<br \/>\nEnde Mai sangen ein paar offensichtlich betrunkene junge Menschen auf der Nordseeinsel Sylt in einer Nobelbar zur Melodie von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/lamour-toujours-sylt-zeitgeist\/\">L\u2019amour toujours<\/a>, einem harmlosen Partylied, \u201eAusl\u00e4nder raus\u201c und \u201eDeutschland den Deutschen.\u201c Nachdem kurz danach ein Video der Feier in den sozialen Medien viral ging, gab es kein Halten mehr. Die Tagesschau berichtete zur besten Sendezeit \u00fcber die, wie es hie\u00df, erschreckende Entgleisung aus der Mitte der Gesellschaft. Innenministerin Faeser, Bundeskanzler Scholz, Pr\u00e4sident Steinmeier, alle \u00e4u\u00dferten maximalen Ekel vor den Ereignissen in Sylt: rassistisch, ausl\u00e4nderfeindlich, menschenverachtend, eine Schande f\u00fcr Deutschland.<\/p>\n<p>Von verschiedenen Seiten wurden H\u00f6chststrafen wegen Volksverhetzung f\u00fcr die Beteiligten gefordert, die Namen der Partygr\u00f6ler wurden, zur Freude all derjenigen, die ansonsten Rot sehen, wenn die Herkunft von ausl\u00e4ndischen Straft\u00e4tern in Polizeiberichten genannt wird, im Internet ver\u00f6ffentlicht. Die Sylter S\u00e4nger verloren ihre Arbeitspl\u00e4tze oder wurden vom Studium ausgeschlossen, ihre Familien und Freunde bedroht, dass alles unter dem Applaus der selbst ernannten Toleranten und Weltoffenen. Schlie\u00dflich verboten mehrere Betreiber von Volksfesten oder \u00f6ffentlichen Veranstaltungen das Abspielen des bis dorthin unbescholtenen Liedes um \u201erechtes Gedankengut\u201c zu verhindern, was nat\u00fcrlich, wie schon zuvor mit dem als sexistisch eingestuften Partyhit \u201eLayla\u201c, seine Bekanntheit extrem steigerte.<br \/>\nNun kann und darf man das Gegr\u00f6le \u201eDeutschland den Deutschen\u201c der Wohlstandskinder auf Sylt pubert\u00e4r und absto\u00dfend finden, ein infantiles Verhalten, das mit den ausl\u00e4nderfeindlichen Parolen offenbar ein Ventil gegen die Ausw\u00fcchse der \u201eWokeness\u201c fand und damit ein Lied europaweit zum Protestsong gegen die verordnete Fernstenliebe machte.<\/p>\n<p>Die darauffolgenden vollkommen \u00fcberzogenen Reaktionen von Politik und Medien \u2013 der Faschismus stand wieder einmal kurz vor der Macht\u00fcbernahme \u2013 verlangen aber nach Antworten auf die m\u00f6glichen Gr\u00fcnde f\u00fcr diese \u00dcberreaktion. Woher stammt diese breite Hysterie, im konkreten Fall im sog. \u201eKampf gegen rechts\u201c, die mit den realen Verh\u00e4ltnissen in Deutschland nichts zu tun hat? Vergleicht man die hysterischen Reaktionen auf die Sylter S\u00e4nger damit, wie Universit\u00e4tsleitungen in Deutschland etwa auf islamistische \u201eFree Palestine\u201d Aktivisten reagieren oder die \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien auf den Terrorangriff eines Afghanen in Mannheim, der einem Polizisten das Leben kostete, dann steht die Reaktion auf Sylt in keinem Verh\u00e4ltnis zum eigentlichen Anlass.<\/p>\n<p>Die polit-mediale Klasse hat sich weitgehend von der Normalgesellschaft abgekoppelt<br \/>\nWo liegen die tieferen Ursachen f\u00fcr diese hysterischen Reaktionen, die in der moralischen Emp\u00f6rung aktuell ihren Ausdruck finden? Auch wenn es auf den ersten Blick problematisch erscheint eine individualpsychologische Diagnose auf gesamtgesellschaftliche Prozesse zu \u00fcbertragen, geht es mir an dieser Stelle, auch wenn der Begriff der Hysterie seit Freud inhaltliche Ver\u00e4nderungen erfahren hat, um die vorrangigen Merkmale einer Hysterie: der Mangel an realistischer Selbstwahrnehmung, das Ausweichen vor den faktischen Problemen auf ein Symptom und die fehlende Integration von Binnen- und Au\u00dfenwahrnehmung.<\/p>\n<p>Die hysterische Verarbeitung realer Problemlagen kann aktuell f\u00fcr einen gro\u00dfen Teil der deutschen Gesellschaft behauptet werden und das gilt insbesondere f\u00fcr die polit-mediale Klasse, die sich weitgehend von der Normalgesellschaft abgekoppelt hat. Vernunft, Pragmatismus, N\u00fcchternheit und eine Orientierung an der realen Welt sind in den letzten Jahren zunehmend verschwunden. An ihre Stelle treten stattdessen mehr und mehr Erl\u00f6sungs- und Weltrettungsphantasien die sich immer weiter von der Wirklichkeit entfernen, zugleich aber auch irreversible Tatsachen, etwa durch die Aufnahme Millionen von Einwanderern oder eine ausgerufene Energiewende, schaffen.<br \/>\nDie Projektion eigener, verdr\u00e4ngter Emotionen auf den politischen Gegner der als das \u201eB\u00f6se\u201c schlechthin gilt, apokalyptische Szenarien wie bei der Klimadebatte (\u201edie Welt brennt\u201c), imaginierte Umsturz\u00e4ngste (die \u201erechte Gefahr\u201c durch Reichsb\u00fcrger oder die AfD) und eine wachsende Emp\u00f6rungsindustrie von Lobbyorganisationen, NGOs und millionenschweren Stiftungen, die in bezahlten Studien den kommenden Weltuntergang verk\u00fcnden oder Fehlmeinungen anprangern, sind seit Jahren im Vormarsch. Schon 2014 hat der Journalist Reinhard Mohr in der WELT die Effekte eines mehr und mehr hysterischen Weltbildes zusammengefasst, das sich nicht mehr an den realen Problemen des Landes orientiert. Seine Beschreibung der Dynamik dieser Abwendung von der Wirklichkeit ist zehn Jahre sp\u00e4ter aktueller denn je:<br \/>\nDas emotionale Schmiermittel ist eine Hyper-Moralisierung, in der alles zusammenger\u00fchrt wird, was der Emp\u00f6rungsbereitschaft dient: Die gute alte \u201eBetroffenheit\u201c, vermischt mit realen Problemen, das Ganze untergehoben mit einer Gutmenschen-Mentalit\u00e4t und einer politischen Korrektheit, die ihren Furor bis an den Rand des Wahnsinns treibt. Das B\u00f6se, Falsche und Gef\u00e4hrliche soll schon mit semantischen Mitteln porentief ausgetrieben werden.<br \/>\nSo entsteht ein neuer Weltverbesserungsobskurantismus, der nicht selten ins Sektenhafte, ja Irre abgleitet, ganz so, als konzentrierte sich dort nun der harte Kern hysterischer Weltbetrachtung. Die wohl doch sehr deutsche Suche nach philosophischer Tiefe und faustischer Wahrheit landet fast immer in der ersch\u00fctternden Plattheit ideologischer Kurzschl\u00fcsse, die schon in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts f\u00fcr Unheil sorgten.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte es auch eine Traumwelt nennen<br \/>\nIm Folgenden sollen einige der historischen und psychologischen Gr\u00fcnde f\u00fcr das Abgleiten der deutschen Nation in eine kollektive Hysterie, man k\u00f6nnte sie auch eine Traumwelt nennen, betrachtet werden. Manches wird und muss dabei Spekulation bleiben, dennoch lassen sich einige folgenreiche Ereignisse in der Geschichte der Deutschen rekonstruieren, die m\u00f6gliche Erkl\u00e4rungen f\u00fcr das Abgleiten in ein hysterisches Weltbild geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Changieren der Deutschen, ich verwende den Begriff hier ungeachtet der Tatsache, dass die Deutschen nie ein gesichertes Identit\u00e4tsgef\u00fchl ausgebildet haben, zwischen einem kosmopolitischen und einem nationalen Pol, zwischen Niedergeschlagenheit und Gr\u00f6\u00dfenwahn haben aufmerksame Zeitgenossen schon fr\u00fch wahrgenommen und diese Beobachtung hat eine Menge an kritischen Reflexionen zum deutschen Nationalcharakter erzeugt.<br \/>\nDer ungarische Staats- und Verwaltungsrechtler Istv\u00e1n Bib\u00f3 war einer derjenigen Autoren, die sich explizit mit der \u2013 wie er es nennt \u2013 historischen Genese der deutschen Deformation auseinandersetzte. Seine in Deutschland praktisch unbekannte, aber lesenswerte Schrift: Die deutsche Hysterie, 1942 auf dem H\u00f6hepunkt des Zweiten Weltkriegs geschrieben, dient mir nachfolgend als wichtiger Referenzpunkt f\u00fcr eine Interpretation und Einordnung historischer und gegenw\u00e4rtiger Entwicklungen in Deutschland. Der f\u00fcr Bibo zentrale Begriff der \u201ekollektiven Hysterie\u201c entstammt zwar der Psychologie, hat aber urs\u00e4chlich nichts mit individuellen Hysterien zu tun. Er entspricht auch nicht den unbewussten kollektiven Grundeinstellungen, mit denen die Mentalit\u00e4tsgeschichte methodisch arbeitet. F\u00fcr Bibo ist die kollektive Hysterie, so der ungarische Historiker Gy\u00f6rgy Dalos im Nachwort zur Studie,<br \/>\n\u201egebunden an das massenhafte Auftreten gleichf\u00f6rmiger \u00dcberzeugungen und \u00c4ngste. Diese f\u00fchren im politischen Raum zu einem Verhalten, das mit \u201eHysterie\u201c bezeichnet werden kann. Ursachen solcher Massenph\u00e4nomene k\u00f6nnen nur einschneidende historische Erfahrungen sein: In Verbindung mit bestimmten Deutungen eines solchen Ereignisses kann der Wunsch entstehen, eine Wiederholung der Katastrophe unter allen Umst\u00e4nden zu vermeiden. Gerade in diesem \u201eunter allen Umst\u00e4nden\u201c besteht nun die neurotische Fixierung. Statt die gegenw\u00e4rtigen Probleme realistisch zu untersuchen und an ihrer L\u00f6sung zu arbeiten, versteift sich die Gesellschaft auf eine L\u00f6sung, die eine zuk\u00fcnftige Katastrophe vermeidet und f\u00fcr Wiedergutmachung der vergangenen sorgt. Die Hysterie besteht in dem zunehmenden Realit\u00e4tsverlust; er geht einher mit einer Neigung zu Minderwertigkeitskomplexen und Allmachtphantasien.<\/p>\n<p>Deutschland als Hauptproblem einer intakten Nachkriegsordnung<br \/>\nWer war aber dieser Istvan Bibo? 1911 im damaligen \u00d6sterreich-Ungarn geboren, studierte er Internationales Recht und Rechtsphilosophie, war ab 1938 Mitarbeiter im ungarischen Justizministerium und gleichzeitig Professor an der Universit\u00e4t Szeged. Im Juni 1941 trat Ungarn auf Seite der Achsenm\u00e4chte in den Zweiten Weltkrieg ein, eine Entscheidung, die Bibo als nationales Verh\u00e4ngnis und schweren politischen Fehler betrachtete. Nachdem Ungarn aufgrund der Niederlagen der deutschen Wehrmacht im Kriegsverlauf Kontakt zu den Alliierten suchte, besetzten deutsche Truppen im M\u00e4rz 1944 das Land und installierten eine Marionettenregierung. Zeitnah begannen die Massendeportationen ungarischer Juden nach Auschwitz wo Hunderttausende ermordet wurden. Bib\u00f3 verhalf in dieser Zeit Juden zur Flucht, indem er ihnen P\u00e4sse ausstellte und die Anordnungen der Besatzungsmacht, soweit ihm das m\u00f6glich war, unterlief.<br \/>\nNach Kriegsende war er Mitglied der provisorischen Regierung und wurde schlie\u00dflich zum Direktor des Osteuropainstituts ernannt. Als Kritiker der kommunistischen Macht\u00fcbernahme und der Einparteienherrschaft erteilte ihm die neue Regierung 1948 ein Lehrverbot. Nach dem ungarischen Volksaufstand und dem Einmarsch der sowjetischen Truppen 1956 wurde Bib\u00f3 verhaftet und im August 1958 zu f\u00fcnf Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Amnestierung war er schlie\u00dflich bis zu seiner Pensionierung in der Bibliothek des ungarischen Zentralamts f\u00fcr Statistik t\u00e4tig.<br \/>\nIstvan Bibo sah in seiner, erst 1982 drei Jahre nach seinem Tod, ver\u00f6ffentlichten Studie, Die deutsche Hysterie, in Deutschland das Hauptproblem einer intakten Nachkriegsordnung die den Frieden in Europa auf Dauer sichern sollte. Bereits bei Abfassung seiner Studie 1942 war dem Autor klar, dass das Dritte Reich den Krieg verlieren wird und die Frage nach der Zukunft Deutschlands den Schl\u00fcssel f\u00fcr eine Friedensordnung in Europa bildet. Deutschland charakterisiert der Autor als eine \u00fcber Jahrhunderte entstandene Gemeinschaft deren historische Erfahrung stets zwischen nationaler Unterlegenheit und einem metaphysischen, alles Nationale transzendierenden, \u00dcberlegenheitsrausch wechselt.<\/p>\n<p>\u201eMensch ist der Deutsche allein\u201c<br \/>\nDer Grundgedanke des deutschen Humanismus war denn auch \u201eWeltb\u00fcrgerlichkeit\u201c, eine Nation im klassischen Sinne, so die \u00dcberzeugung seiner Protagonisten, k\u00f6nnen die Deutschen nicht sein, da sie eine allgemein-menschliche Mission zu erf\u00fcllen haben. Der j\u00fcdisch-deutsche Autor Ludwig B\u00f6rne schrieb Anfang des 19. Jahrhunderts in diesem Sinne: \u201eDer Brite ist nur Brite, der Spanier nur Spanier, der Franzose nur Franzose; Mensch ist der Deutsche allein.\u201c<br \/>\nSeit dem sp\u00e4ten 18. Jahrhundert wurde das Deutschsein in ma\u00dfgeblichen Kreisen \u00fcber allen politischen und partikularen Interessen stehend definiert, als Synonym f\u00fcr die Menschheit als Ganzes. Richard Wagners ber\u00fchmtes Zitat: \u201eDeutsch sei, eine Sache um ihrer selbst willen treiben\u201c spricht diese abstrakte Auffassung des Deutschen unmissverst\u00e4ndlich aus. Diese Verschiebung des Deutschen auf das Feld des Geistigen und \u00dcbernationalen kann man als eine psychische Reaktion auf das Fehlen einer nationalen Einheit betrachten, die eine politische Identit\u00e4t verunm\u00f6glichte und so die eigene Gr\u00f6\u00dfe und Bedeutung im Bereich des Ideellen findet. In Deutschland, ein Winterm\u00e4rchen spottet der Dichter Heinrich Heine 1844 \u00fcber diese Verschiebung des Deutschen in eine Traumwelt:<br \/>\nFranzosen und Russen geh\u00f6rt das Land<br \/>\nDas Meer geh\u00f6rt den Briten<br \/>\nWir aber besitzen im Luftraum des Traums<br \/>\nDie Herrschaft unbestritten<br \/>\nIn der Deutschen Ideologie, in Teilen erstmals 1845\/46 ver\u00f6ffentlicht, machen sich Marx und Engels \u00fcber den, wie es hei\u00dft, \u201evorgeblichen Universalismus und Kosmopolitismus\u201c der Deutschen lustig, der aus ihrer Sicht nichts Anderes als \u2013 Zitat \u2013 \u201e\u00dcberheblichkeit aus Schw\u00e4che\u201c ist. Diese Schw\u00e4che kann man als ein Produkt des Fehlens einer politischen Einheit als Staat interpretieren der die Macht der Nation repr\u00e4sentiert. Die Anrufung einer Kulturnation und einer universellen Aufgabe des Deutschen ist folglich eine Art psychische Kompensation, eine Verabsolutierung und ein Ausweichen auf das Geistige, das aber auch positive und gro\u00dfartige Effekte zeitigte, wie etwa die wegweisenden deutschen Inhalte in Musik, Literatur, Philosophie oder Theologie und so die Idee einer \u00dcberlegenheit der Deutschen \u00fcber alle anderen Nationen f\u00fcr seine Vertreter deutlich sichtbar machte.<\/p>\n<p>Die verheerende Niederlage Preu\u00dfens gegen das Frankreich Napoleons machte zu Beginn des 19. Jahrhunderts dann schlagartig das Fehlen eines einheitlichen und m\u00e4chtigen deutschen Staates deutlich. Die deutsche Nationalbewegung hat ihren Ursprung wesentlich im Widerstand gegen die franz\u00f6sische Fremdherrschaft, sie bleibt zun\u00e4chst aber noch ambivalent in Bezug auf die zuk\u00fcnftige Aufgabe des Deutschen in Europa und der Welt. In den ber\u00fchmten Reden Fichtes an die deutsche Nation, 1808 im Druck erschienen, wird noch von einer heilsgeschichtlichen Mission der Deutschen ausgegangen, die das Nationale transzendiert. Fichte, ganz der Aufkl\u00e4rung verhaftet, sieht ausschlie\u00dflich eine kulturelle \u2013 keine imperiale \u2013 Mission des Deutschen als Aufgabe, \u00fcberh\u00f6ht aber den Charakter der Deutschen, die ihm zum Retter der Menschheit werden.<\/p>\n<p>Die Idee einer deutschen \u00dcberlegenheit<br \/>\nDas Paradoxon und die Unheimlichkeit dieser \u00dcberh\u00f6hung, so der Literaturwissenschaftler Dieter Borchmeyer,<br \/>\n&#8222;liegen darin, dass sie (\u2026) ausgerechnet im Moment der tiefsten politischen Erniedrigung der Nation erfolgt, die sich doch soeben zu sch\u00f6nster geistiger Bl\u00fcte entfaltet hat. Die Nation wird sich ihrer selbst, ihrer Identit\u00e4t in dem Moment empathisch bewusst, da sie dieser verlustig zu gehen droht. Diese Selbst\u00fcberhebung aufgrund des drohenden Selbstverlusts wird sich mit und nach dem Ersten Weltkrieg wiederholen und in die Superiorit\u00e4tsraserei des Nationalsozialismus hineinsteigern.&#8220;<br \/>\nGenerell l\u00e4sst sich an dieser Stelle bereits sagen, dass die Idee einer deutschen \u00dcberlegenheit, die sich im Dritten Reich im Rassegedanken manifestiert, 1945 zwar machtpolitisch und milit\u00e4risch katastrophal endet, das \u00dcberlegenheitsgef\u00fchl nach einer Phase der Ern\u00fcchterung aber sp\u00e4testens nach dem Herbst 2015 im Moralismus und Universalismus seinen gegenw\u00e4rtigen Ausdruck gefunden hat. Der derzeit herrschende Hypermoralismus \u2013 eine Parallele zu 1945 \u2013 tr\u00e4gt dabei aktuell auch alle Z\u00fcge einer Selbstzerst\u00f6rung in sich.<br \/>\n&#8222;Das Schwanken zwischen Selbsterniedrigung und Gr\u00f6\u00dfenwahn in der deutschen Geschichte erkl\u00e4rt Istvan Bibo \u00fcber den Begriff der politischen Hysterie. Der Ausgangspunkt einer politischen Hysterie, so die Grundthese seines Buches, ist \u201eimmer irgendeine ersch\u00fctternde historische Erfahrung der Gemeinschaft. Und zwar, eine Ersch\u00fctterung, die die Belastbarkeit einer Gemeinschaft \u00fcbersteigt und die daraus resultierenden Probleme unl\u00f6sbar macht.\u201c<\/p>\n<p>Eine Gemeinschaft die eine solche, nicht zu verarbeitende Katastrophe erf\u00e4hrt \u2013 und f\u00fcr Deutschland sieht Bib\u00f3 mehrere solcher Schl\u00fcsselerlebnisse \u2013 ger\u00e4t in der Folge, wenn politische Ern\u00fcchterung und dadurch eine Genesung nicht gelingt, in ein wachsendes Missverh\u00e4ltnis zur Realit\u00e4t. Sie neigt dazu, neu entstehende Probleme in einen gedanklichen Rahmen zu stellen, der nicht das M\u00f6gliche oder Bestehende in den Mittelpunkt stellt, sondern Phantasien und Wunschtr\u00e4ume, herbeigesehnte Szenarien der Erl\u00f6sung und der Katharsis. Damit geht der Glaube an die magische Kraft der Beschw\u00f6rung von Wunsch- und Traumbildern einher, die massive Abwehr aller Kritiker und Zweifler, bei gleichzeitiger Zunahme einer v\u00f6llig falschen Selbsteinsch\u00e4tzung der eigenen Kr\u00e4fte und M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Eine exakte Replik auf das Deutschland der Gegenwart<br \/>\nBib\u00f3 kennzeichnet die politische Hysterie insgesamt \u2013 und seine Beschreibung liest sich wie eine exakte Replik auf das Deutschland der Gegenwart \u2013 als das stetige Abgleiten der Politik in eine Art von Traumwelt, heute w\u00fcrde man wohl sagen, ins Postfaktische:<br \/>\n\u201eLossagung der Gemeinschaft von den Realit\u00e4ten, Unf\u00e4higkeit zur L\u00f6sung der vom Leben aufgegebenen Probleme, unsichere und \u00fcberdimensionierte Selbsteinsch\u00e4tzung, sowie irreale und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Reaktion auf die Einfl\u00fcsse der Au\u00dfenwelt.\u201c<br \/>\nDas Schicksal der Deutschen wird in Bibos Studie weniger \u00fcber psychologische Dynamiken als durch eine konkrete historisch-politische Ausgangssituation erkl\u00e4rt. Wenn auch der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg 1618 bis 48 bei vielen Historikern als die Urkatastrophe der Deutschen gilt \u2013 das 17.Jahrhundert war im Kontrast dazu eine Bl\u00fctezeit in England und Frankreich \u2013 verortet Bibo den Beginn der deutschen Hysterie auf das Jahr 1806 und hier auf ein einzelnes Ereignis: die Aufl\u00f6sung des Heiligen R\u00f6mischen Reichs Deutscher Nation.<br \/>\nDas Heilige R\u00f6mische Reich, seit dem Ende des 15. Jahrhunderts mit dem Zusatz \u201eDeutscher Nation\u201c versehen, konnte aufgrund seines \u00fcbernationalen Charakters nicht zu einem modernen Nationalstaat werden, es blieb ein monarchisch gef\u00fchrter Verband mit unz\u00e4hligen Reichsst\u00e4nden, das zu offensiver Expansion, sprich: Machtpolitik, nicht in der Lage war. Seit dem Westf\u00e4lischen Frieden von 1648 erf\u00fcllte das Heilige R\u00f6mischen Reich Deutscher Nation vor allem eine friedenssichernde Funktion in Europa. Trotz der politischen Zerrissenheit und der Verselbst\u00e4ndigung der territorialen F\u00fcrstent\u00fcmer gelangen den Deutschen vom 18. Jahrhundert an bedeutende Leistungen auf den Gebieten der Kultur und der Wissenschaft.<\/p>\n<p>Ab Mitte des 18. Jahrhunderts war das Reich aber nicht mehr in der Lage sich gegen innere und \u00e4u\u00dfere M\u00e4chte zu sch\u00fctzen. Die napoleonischen Armeen und ihre milit\u00e4rische Dominanz machten schlie\u00dflich die vollkommene Hilflosigkeit und Ohnmacht des politischen Korpus des Reiches schlagartig klar. Die aus der Niederlage resultierende Gr\u00fcndung des Rheinbunds, dessen Mitglieder aus dem Reich austraten, machten es praktisch handlungsunf\u00e4hig. Damit war der Untergang des Heiligen R\u00f6mischen Reiches nach Jahrhunderten besiegelt. Symbolisch endete seine lange Geschichte endg\u00fcltig mit der Niederlegung der Reichskrone im August 1806 durch Kaiser Franz II.<\/p>\n<p>In der Niederlage Preu\u00dfens und der Aufl\u00f6sung des Heiligen R\u00f6mischen Reiches sieht Bibo die grundlegende Belastung der deutschen Nationalidee. Ging das moderne Nationalgef\u00fchl, etwa Frankreichs, mit Ideen einer Demokratisierung einher, war die Verbreitung und Etablierung demokratischer Ideen in Deutschland mit dem Erlebnis einer milit\u00e4rischen Niederlage und einer fremden Invasion verbunden. Belastend f\u00fcr die Geburt des Nationalgedankens in Deutschland war also, dass dieser Gedanke direkt aus dem Widerstand und dem Kampf gegen eine fremde Herrschaft hervorging. Das hei\u00dft, dass Demokratie und Nationalismus als unvers\u00f6hnliche Antagonisten auftraten, der nationalen Einheit in diesem Konflikt von Beginn an eine st\u00e4rkere emotionale Bedeutung zukam als den demokratischen Prinzipien.<\/p>\n<p>Unerf\u00fcllte Sehnsucht nach einem starken und geeinten Staat<br \/>\nDasselbe \u2013 und das ist wohl kein Zufall &#8211; gilt auch f\u00fcr die sp\u00e4teren faschistischen Staaten Spanien und Italien, in denen eine Demokratisierung lange Zeit misslang. Die nationalen Bewegungen konnten hier nicht einfach an einen bereits vorhandenen Staat andocken, dieser musste erst gegen fremde Besatzungsm\u00e4chte oder gegen die feudalen \u00dcberreste der F\u00fcrstent\u00fcmer erk\u00e4mpft werden. Da dies, wie in Deutschland erfolgreich 1870\/71 der Fall, vor allem mit Hilfe milit\u00e4rischer Mittel, aber unter Einbezug der alten Eliten erreicht wurden, gerieten, so Bibos Schluss, Nationalismus und Demokratie in Deutschland in einen unvers\u00f6hnlichen Gegensatz.<\/p>\n<p>In der verfehlten Einheit der deutschen Nation Anfang des 19. Jahrhunderts, in der unerf\u00fcllten Sehnsucht nach einem starken und geeinten Staat, der Weiterexistenz der territorialen F\u00fcrstent\u00fcmer, sieht Bib\u00f3 das eigentliche historische Verh\u00e4ngnis Deutschlands. Die Hegelsche Staatsphilosophie, unter dem Eindruck des Vorm\u00e4rz entstanden, kann beispielhaft als Ausdruck f\u00fcr den ersehnten Zentralstaat, die politische Einheit der Nation betrachtet werden, obwohl sie im Eigentlichen der Verteidigung des preu\u00dfischen Territorialstaates diente. Zugleich steht der hegelsche Staat aber auch f\u00fcr die reine Idee, eine Abstraktion, ein absolutes Prinzip und f\u00fcr die Sehnsucht nach einem Nichtexistenten.<\/p>\n<p>Das Abdriften Deutschlands in eine hysterische Politik ist f\u00fcr Bibo deshalb \u201ean jenem kritischen Punkt zu suchen, als die deutsche Nation begann, mangels realistischer Ziele in Scheinl\u00f6sungen, in erstarrten politischen Formeln, in Symbolen und in Phantasmagorien zu denken.\u201c<\/p>\n<p>Nach 1806 markiert Bibo in seiner Studie noch vier weitere verh\u00e4ngnisvolle Entwicklungen in der deutschen Geschichte die jeweils mit einer, wie er es nennt: Scheinl\u00f6sung, auf die Frage nach der Einheit der Nation enden: 1. der Deutsche Bund, 1815 entstanden, erwies sich auf dem Schlachtfeld von K\u00f6niggr\u00e4tz als substanzlos und war keine ad\u00e4quate Antwort auf die deutschen Einheitsbestrebungen; 2. das deutsche Kaiserreich, mit der unter Wilhelm II. ins Theatralisch-Opernhafte auswuchernden Inszenierung von Reich und Nation, das in die Katastrophe des Ersten Weltkrieges f\u00fchrte; 3. die Weimarer Republik die, f\u00fcr Bibo durch den Versailler Vertrag und hier insbesondere durch das Anschlussverbot \u00d6sterreichs schwer belastet, von radikalen Kr\u00e4ften von innen zerst\u00f6rt wurde und schlie\u00dflich das Dritte Reich, das unter der F\u00fchrung des Weltkriegsgefreiten Adolf Hitler versprach die Zeit der Dem\u00fctigung der Deutschen endg\u00fcltig zu beseitigen und \u00d6sterreich \u201eheim ins Reich\u201c zu holen, was 1938 mit dem Anschluss \u00d6sterreichs Wirklichkeit wurde.<\/p>\n<p>Ein universeller \u00dcberlegenheitsrausch<br \/>\nDie gro\u00dfen historischen Ersch\u00fctterungen, f\u00fcr Bibo bis zur Abfassung seiner Studie 1942, der Untergang des Heiligen R\u00f6mischen Reiches 1806, die Niederlage der deutschen Revolution 1848 und die Kapitulation der kaiserlichen Armee im November 1918, haben im Bewusstsein der Deutschen Unsicherheit und Angst erzeugt und gleichzeitig die Bereitschaft gef\u00f6rdert sich in Scheinl\u00f6sungen und Trostformeln zu fl\u00fcchten. Innerhalb von zwei Jahrhunderten herrschten f\u00fcnf politische Systeme, die auf Dauer kein gesellschaftliches und politisches Gleichgewicht schaffen konnten.<br \/>\nDiese innere Labilit\u00e4t f\u00fchrte in der Anrufung der Nation zu \u00e4u\u00dferen Machtdemonstrationen und der Idee einer Verewigung politischer Umst\u00e4nde die in der R\u00fcckschau als historische Sackgassen zu betrachten sind. Die Erfahrungen der Deutschen blieb \u00fcber alle Systeme hinweg ambivalent: man f\u00fchlte sich schwach und war m\u00e4chtig zugleich, man suchte nach historischer Gerechtigkeit f\u00fcr erlittenes Unrecht und war bei anderen Nationen verhasst, man war in vielen Bereichen, ob Technik oder Kultur, f\u00fchrend und f\u00fchlte sich dennoch nicht respektiert.<br \/>\nDie moralische Genugtuung, eine Art Wiedergutmachung, die Befreiung vom seelischen Ballast vergangener Ereignisse, stand und steht dabei als Wunsch stets im Mittelpunkt. Heute sind nur die Mittel diese Ziele zu erreichen andere geworden. Gegenw\u00e4rtig und in der Politik der Ampelregierung deutlich sichtbar, dominiert ein nicht mehr nationaler, sondern universeller \u00dcberlegenheitsrausch, eine von allen realen Friktionen abgel\u00f6ste Hypermoral, die der von Bibo beschriebenen politischen Hysterie seit Anfang des 19. Jahrhunderts entspricht.<br \/>\nAuch wenn andere Nationen ebenso Niederlagen erlitten und \u00e4hnliche Symptome in ihrer Geschichte zeigen, der Gesamtkomplex aus Schuld, Versagen und Wiedergutmachung hat wohl nur in Deutschland diese pathologische Wirkung erzeugt. Der Versuch der Verwirklichung der Nationalstaatsidee ist politisch unter katastrophalen Folgen gescheitert, was sie nach 1945 endg\u00fcltig diskreditiert hat. Vielleicht findet die Idee der Nation aber erst seit einer, in Bibos Worten, weiteren Scheinl\u00f6sung, der Wiedervereinigung 1989 ein paradoxes Ende: im Wunsch einer Aufl\u00f6sung der Nation und dem Aufgehen in einem supranationalen Europa.<\/p>\n<p>Teil 2:<br \/>\nDer ungarische Staats- und Verwaltungsrechtler Istv\u00e1n Bib\u00f3 war einer derjenigen Autoren, die sich explizit mit der \u2013 wie er es nennt \u2013 historischen Genese der deutschen Deformation auseinandersetzte. Seine in Deutschland praktisch unbekannte, aber lesenswerte Schrift: Die deutsche Hysterie, wurde 1942 auf dem H\u00f6hepunkt des Zweiten Weltkriegs geschrieben. Dar\u00fcber berichtete ich im ersten Teil dieses Beitrages.<br \/>\nL\u00e4sst sich ausgehend von Bib\u00f3\u2019s Analyse der politischen Hysterie Deutschlands, die noch w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs abgeschlossen wurde, eine historische Linie in die Nachkriegszeit und in unsere Gegenwart ziehen? Haben wir es aktuell bei der Migrationspolitik, der Energiewende, der Klimadebatte mit einer hysterischen Politik zu tun? Einer Politik, die sich nicht an den realen Problemen, sondern an Wiedergutmachungs- und Weltrettungsphantasien orientiert und die ihre eigenen Kr\u00e4fte und M\u00f6glichkeiten bei weitem \u00fcbersch\u00e4tzt? Betrachten wir f\u00fcr eine Beantwortung dieser Fragen im Weiteren zwei entscheidende Politikfelder der Gegenwart: zun\u00e4chst die nach wie vor unbegrenzte Massenmigration und danach die Energie- bzw. Klimapolitik.<\/p>\n<p>Die Ereignisse im September 2015 und ihre heute in aller Deutlichkeit sichtbaren Folgen k\u00f6nnen im Sinne der von Bib\u00f3 beschriebenen Merkmale einer kollektiven Hysterie als eine Fortsetzung \u201eder Lossagung der Gemeinschaft von den Realit\u00e4ten\u201c, als \u201eunsichere und \u00fcberdimensionierte Selbsteinsch\u00e4tzung\u201c interpretiert werden. Wenn auch Ex-Bundeskanzlerin Merkel und die allzu willf\u00e4hrigen Medien die sichtbarsten Akteure einer bereits irreversiblen Entwicklung waren, die Ereignisse im Herbst 2015 sind in ihrer Dynamik als ein massenpsychologisches Ph\u00e4nomen zu deuten und h\u00e4tten ohne die breite Unterst\u00fctzung in weiten Teilen der Bev\u00f6lkerung niemals diese suggestiven Bilder erzeugen k\u00f6nnen. Nirgendwo sonst in Europa gab es eine hysterische Willkommenskultur in so reiner und konzentrierter Form.<\/p>\n<p>Die Szenen jubelnder Menschen mit Blumen und Girlanden an deutschen Bahnsteigen und vor den Sammelunterk\u00fcnften der Neuankommenden, k\u00f6nnen als eine Art von Selbstbegeisterung gedeutet werden die einem Gef\u00fchlsrausch dienten, der Politik und Moral in eins setzte und jegliche Reflexion \u00fcber die Folgen bei Strafe des sozialen Ausschlusses verbot. Die Anrufung einer historischen Mission Deutschlands, der idealistische Gehalt der Begeisterung, die kollektive Dimension des Vorganges, die massive Abwertung aller Kritiker und Zweifler, die eschatologische Komponente, die Ziellosigkeit des eigentlichen Vorganges und das rasche Ende der Euphorie, begleitet von einer Ignoranz der realen Entwicklungen, deuten im Sinne Bibos auf eine hysterische Reaktion der deutschen Politik auf die von der Realit\u00e4t gestellten Probleme der Massenmigration hin.<\/p>\n<p>Vom \u201eabsolut B\u00f6sen\u201c zum \u201eabsolut Guten\u201c<br \/>\nDer Herbst 2015 und die sogenannte Fl\u00fcchtlingskrise versprachen den Deutschen von Beginn an eine neue (nicht nur nationale) Identit\u00e4t und vor allem die endg\u00fcltige Erl\u00f6sung von einer historischen Schuld. Die italienische Zeitschrift La Stampa kommentierte stellvertretend f\u00fcr viele Stimmen das Geschehen im September 2015 in diesem Sinne als eine historische Z\u00e4sur und als den Beginn einer neuen Identit\u00e4t der Deutschen: \u201eMerkels Beschluss, Fl\u00fcchtlinge aufzunehmen, schlie\u00dft im kollektiven Ged\u00e4chtnis vieler Europ\u00e4er die Epoche des grausamen und feindlichen Deutschland, wie es im Zweiten Weltkrieg entstanden war.\u201c<br \/>\nDeutschland wandelte sich in diesen Tagen und Wochen vom historischen Sinnbild und Tr\u00e4ger des \u201eabsolut B\u00f6sen\u201c, zum Symbol des Guten, Moralischen und Erhabenen, indem es allen Beladenen und Unterdr\u00fcckten dieser Welt Zuflucht bot, unabh\u00e4ngig von den sozialen, gesellschaftlichen und \u00f6konomischen Folgen, auf die Kritiker fr\u00fch aufmerksam machten. Ernsthaft wurde von Vertretern aus Politik, Medien, Kirchen und Zivilgesellschaft das Postulat vertreten, jetzt endlich k\u00f6nne man der ganzen Welt beweisen, dass Deutschland sich l\u00e4ngst von der Schreckensnation des 19. und 20. Jahrhunderts in ein Land der Willkommenskultur, in eine bunte, weltoffene und tolerante Gesellschaft verwandelt habe.<\/p>\n<p>Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach am 16. September 2015 unmissverst\u00e4ndlich aus, dass sie sich nur noch mit einem ganz bestimmten Land identifizieren k\u00f6nne. Wenn das ihr anvertraute Volk nicht mehr mit ihren Werten \u00fcbereinstimme, sehe sie sich selbst als Heimatlose: \u201eWenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu m\u00fcssen daf\u00fcr, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.\u201c Der regierungstreue Tagesspiegel stellte in diesem Zusammenhang unisono mit praktisch allen anderen Vertretern von Medien, Politik und Kultur klar, dass die Kanzlerin mit ihrer Open-Border-Politik die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Deutschen auf ihrer Seite hat: \u201eDie Mehrheit muss nicht \u00fcberzeugt werden, wie es zugehen soll in diesem Land: human, freundlich, gro\u00dfherzig. Und dort, wo diese Menschen sind, findet Merkel ihr Land.\u201c<\/p>\n<p>Ab diesem Zeitpunkt gab es zwei voneinander getrennte Deutschland: das helle \u201eMerkel-Land\u201c und das Terrain der Dunkeldeutschen, des Packs und der Verfemten, die sich der Willkommenskultur verweigerten, die allabendlich als eine Form der Massenbegeisterung in den Medien inszeniert wurde, flankiert von \u00f6ffentlich-rechtlichen Talkshows, in denen man sich selbst f\u00fcr seine Gro\u00dfherzigkeit und Menschenliebe applaudierte. Bei den europ\u00e4ischen Nachbarn hat diese neuerliche Form der deutschen Hysterie \u2013 man erinnere sich an Teddyb\u00e4ren und das begeisterte Klatschen auf den Bahnsteigen als die \u201eZ\u00fcge der Hoffnung\u201c, so der SPIEGEL im Herbst 2015, einfuhren \u2013 zu kritischen bis hin zu sarkastischen Kommentaren gef\u00fchrt. Die deutsche Politik wurde in Erinnerung an fr\u00fchere, dunkle Zeiten, wieder mit Gr\u00f6\u00dfenwahn und Arroganz verbunden, als eine neue Form der Hybris, die mit einem Realit\u00e4tsverlust und einer \u00dcbersch\u00e4tzung der eigenen F\u00e4higkeiten assoziiert wurde.<\/p>\n<p>Unerreichbare Ziele und utopische Zust\u00e4nde<br \/>\nIstv\u00e1n Bib\u00f3 hat in der eigent\u00fcmlichen Selbst\u00fcberhebung und Heilsapologie der Deutschen das Kennzeichen einer Politik gesehen, die ihre inneren Widerspr\u00fcche und Unf\u00e4higkeiten auf Ziele und Objekte au\u00dferhalb ihrer realen M\u00f6glichkeiten richtet. Wir haben es heute mit einer Verschiebung der von ihm beschriebenen politischen Hysterie der Deutschen auf ein neues Feld zu tun, in dem ein moralischer Rigorismus und Universalismus an die Stelle nationaler, imperialer oder verbrecherischer Ziele getreten ist. Eine Art Heilslehre, die die eigene Position als die einzig Richtige verk\u00fcndet und einer p\u00e4dagogischen Intention folgt, die alle anderen bekehren m\u00f6chte. Deutschland wird in Ankn\u00fcpfung an den fr\u00fcheren Kosmopolitismus zum Repr\u00e4sentanten und Retter der ganzen Welt indem es den einzig richtigen Weg f\u00fcr alle anderen vorgibt:<br \/>\n\u201eWeil die Deutschen \u2013 so Bibo \u2013 sich in den eigenen Belangen nicht zurechtfanden, wollten sie andere belehren. Den eigenen Missst\u00e4nden konnten sie nicht abhelfen, deshalb verk\u00fcndeten sie, dass die Genesung der Welt von ihnen komme.\u201c<br \/>\nDer Mangel an realistischer Selbstwahrnehmung und die fehlende Integration von Binnen- und Au\u00dfenwahrnehmung bestimmen den Charakter einer Gesellschaft, die mehr und mehr der Vernunft und dem Pragmatismus abgeschworen hat und sich in den Bildern der eigenen Gr\u00f6\u00dfe und Erhabenheit verliert. Erschwerend kommt hier sicherlich die geistesgeschichtliche Zugeh\u00f6rigkeit des Protestantismus zu Deutschland hinzu, die den Hang zum dogmatischen und moralischem Rigorismus, die unheilvolle Neigung zur Prinzipientreue, zu unerreichbaren Zielen und utopischen Zust\u00e4nden, verst\u00e4rkt. Eine idealistische Grundhaltung, die in der Realit\u00e4tsverdr\u00e4ngung ihr deutlichstes Symbol gefunden hat und die im Namen des reinen Prinzips (der Rasse) zu den gr\u00f6\u00dften Opfern und Massakern in der Geschichte gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Im Herbst 2015 sahen so viele Kommentatoren die Chance gekommen, eine Art Wiedergutmachung und heilige Mission zu erf\u00fcllen. Im Fremden, aus vom Westen unterdr\u00fcckten V\u00f6lkern stammend, wurde der Erl\u00f6ser von moralischer Schuld (zu reich, zu wei\u00df) emphatisch begr\u00fc\u00dft. Es gilt gegenw\u00e4rtig als fortschrittlich unter den Stichworten: Globalisierung oder \u201eOne-World\u201c deutsche Verpflichtungen in der ganzen Welt zu behaupten, die Handlungsimperative zur Folge haben. Wir m\u00fcssen mehr tun, wir m\u00fcssen die Fluchtursachen bek\u00e4mpfen, wir zeigen mit dem moralischen Zeigefinger auf Andere, wir l\u00f6sen die Probleme der Welt, wir haben aufgrund unserer Geschichte eine wichtige Aufgabe zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Abl\u00f6sung von der materiellen Welt<br \/>\nDieser Gr\u00f6\u00dfenwahn, die narzisstische \u00dcberh\u00f6hung der eigenen Bedeutung und die moralische \u00dcberlegenheit \u00fcber alle anderen, liefern den idealen Bezugspunkt f\u00fcr von allen Friktionen der realen Welt abgel\u00f6ste Projekte: Deutschland konnte aber, \u00e4hnlich wie 1914 oder im Rassenkrieg der Nationalsozialisten, nicht zur Weltmacht gegen eine globale Allianz von Gegnern aufsteigen, genauso wenig wie 2015 zum alleinigen moralischen Gewissen der Welt. In allen F\u00e4llen wurde, aus Gr\u00fcnden der selbst zugeschriebenen kulturellen, rassischen bzw. moralischen \u00dcberlegenheit eine historische Mission Deutschlands behauptet der aber ein tiefes Schw\u00e4chegef\u00fchl zugrunde liegt. Eine kolossale Egozentrik, die in sich alle Anzeichen einer Selbstzerst\u00f6rung aus Unsicherheit \u00fcber die eigene Identit\u00e4t tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Die Abl\u00f6sung von der materiellen Welt, in der Ressourcen begrenzt sind, etwa: Arbeitspl\u00e4tze, Wohnraum, Integrationskraft, zeigte sich ab 2015 in der wiederholten Anrufung an das Volk mittels einfacher Durchhalteparolen (\u201eWir schaffen das\u201c), als auch in der Idee einer L\u00e4uterung, die die rasch entstandene Krise angesichts Millionen von Einwanderungswilligen aus tribalen, patriarchalen und korrupten Gesellschaften als eine Art Examen f\u00fcr eine bessere Zukunft sah. \u201eIch habe das absolut sichere Gef\u00fchl, dass wir aus dieser \u2013 zugegeben komplizierten \u2013 Phase besser herauskommen werden, als wir in diese Phase hineingegangen sind,\u201c so die ehemalige Bundeskanzlerin Merkel in einer Rede zur Lage der Nation im Herbst 2016. Die Massenmigration als Pr\u00fcfung und Vehikel f\u00fcr eine L\u00e4uterung der Nation.<\/p>\n<p>Eine vollkommene Verkennung der Lage, eine absolute Fehleinsch\u00e4tzung der Zahl und der kulturellen Pr\u00e4gungen der Ankommenden und den daraus folgenden Problemen, kann seit 2015 attestiert werden. Die urspr\u00fcnglichen Versprechungen von \u00f6konomischem Aufschwung durch gut gebildete Fl\u00fcchtlinge, die Absicherung des demografischen Wandels, die viel zitierte kulturelle Bereicherung, Parolen wie: \u201eWertvoller wie Gold\u201c oder \u201eChance f\u00fcr Deutschland\u201c, klangen immer absurder, je mehr die Wirklichkeit der Masseneinwanderung im Alltag sichtbar wurde. Die Ma\u00dflosigkeit der politischen Agenda, die Abkehr von jeder Realpolitik, die gl\u00e4ubige Heilserwartung, die Anrufung eines h\u00f6heren Endzieles und die Absage an jegliches logische und koh\u00e4rente Denken sind die Folgen einer hysterischen Politik die nach Erl\u00f6sung und Wiedergutmachung von den Verbrechen der Vergangenheit strebt und eine neue Identit\u00e4t der Nation erschaffen will. \u201eWir schaffen das\u201c beantwortet aber weder die Frage nach dem Was, noch nach dem Wir. Es gab und gibt keinen Plan. Die Anrufung eines imagin\u00e4ren Kollektivs bleibt so vage und unbestimmt. Bis heute ist v\u00f6llig ungekl\u00e4rt, was die deutsche Gesellschaft denn schaffen soll. Inzwischen wird diese Frage gar nicht mehr gestellt.<\/p>\n<p>Die Irrationalit\u00e4t und Hysterie der deutschen Politik zeigt sich neben dem Problem der Massenmigration ebenso deutlich sichtbar in der bereits von der Merkel-CDU angesto\u00dfenen sog. Klimapolitik und der daraus resultierenden Energiewende, die die Abschaffung fossiler Brennstoffe und ihre Ersetzung durch Wind- und Sonnenenergie in kurzer Zeit zum Ziel hat. Hier gilt wie f\u00fcr die Migrationspolitik: kein Land in Europa vertritt mit einer solchen Vehemenz die These eines menschengemachten Klimawandels, bei der das CO2 der einzig relevante Faktor f\u00fcr Ver\u00e4nderungen des Klimas sein soll. Daraus werden einschneidende politische Handlungen abgeleitet. Das Ziel der Ampelregierung ist es, als Mustersch\u00fcler einer globalen Agenda, den C02 Aussto\u00df in Deutschland zu reduzieren und dadurch, so die \u00dcberzeugung, den Temperaturanstieg global auf 1,5 Grad zu begrenzen, also die Erdtemperatur wie mit einem Heizungsthermostat zu regeln, koste es was es wolle.<\/p>\n<p>Ein globales Klima ist aber nur ein theoretisches Konstrukt, dass in mathematischen Modellen simuliert wird und findet nirgends eine empirische Entsprechung. Trotz der \u00fcberw\u00e4ltigenden Zahl an Parametern, die einen Einfluss auf das Weltklima haben, wird diesen Modellen eine verl\u00e4ssliche prognostische Qualit\u00e4t zugeschrieben an der sich die derzeitige hysterische Politik orientiert. Warum ein einziges Element (CO2) aus einem hochkomplexen System alles erkl\u00e4ren soll erschlie\u00dft sich vielen kritischen Wissenschaftlern nicht. Die Co2 These darf in \u00f6ffentlichen Debatten aber nicht mehr in Frage gestellt werden. Sie ist sozusagen zum Surrogat des Heiligen geworden und steht so au\u00dferhalb jeder Kritik. Insofern ist das Klimanarrativ nicht Wissenschaft, sondern Religion.<\/p>\n<p>Katastrophen-Lust und Leugner<br \/>\nErstaunlich ist vor allem mit welcher Aggressivit\u00e4t und missionarischem Eifer die These einer anthropogenen Erderw\u00e4rmung vertreten wird. Dabei sind die hysterischen Reaktionen sogenannten Klimaaktivistinnen, in der Regel M\u00e4dchen und junge Frauen aus der Oberschicht, auf Kritiker und Zweifler, das deutlichste Kennzeichen einer irrationalen Bewegung, die sich als Retter der Menschheit sieht und Opfer von uns allen fordert. Die permanente mediale Angstproduktion, die psychologisch an der Lust vor der drohenden Katastrophe andockt, l\u00e4sst sich inzwischen an vielen Dingen ablesen. Der Begriff der \u201eKlimaerhitzung\u201c hat etwa den harmloseren der Klimaerw\u00e4rmung l\u00e4ngst abgel\u00f6st.<br \/>\nWer k\u00f6nnte angesichts des drohenden Hitzetodes ernsthaft gegen staatlicherseits notwendige Ma\u00dfnahmen und Einschr\u00e4nkungen des t\u00e4glichen Lebens sein? Das kann, \u00e4hnlich wie der Zuwanderungs- oder Coronakritiker, nur ein absolut unmoralischer Mensch sein, der bei der Klimafrage den wissenschaftlichen Konsens, die vielzitierten 97 Prozent, starrk\u00f6pfig leugnet. Im Begriff des Leugners kommt das Religi\u00f6se der Klimabewegung und der darauf basierenden Politik am Deutlichsten zum Ausdruck. Erstens ist der Begriff unsinnig. Kein Mensch leugnet das Klima, das w\u00e4re so, als ob man den Tod oder physikalische Naturgesetze leugnet. Zweitens, der Begriff ist pejorativ, also abwertend gemeint. Er suggeriert semantisch, wohl nicht ohne Absicht, eine N\u00e4he zum Holocaustleugner, setzt also den Anderen in eine unmoralische Position, die die eigene aufwertet und moralisch adelt. Und Drittens ist der Begriff totalit\u00e4r, da er insinuiert, es g\u00e4be nur eine einzige Wahrheit und wer ihr widerspricht, der muss im Unrecht sein, also leugnen. Eine andere Meinung wird so gar nicht mehr zugelassen oder in den Bereich des Verfemten verschoben. Wer die herrschende Auffassung vom nahenden Untergang der Welt nicht teilt, ist folglich nicht nur ein Leugner, sondern auch gegen \u201edie Wissenschaft\u201c und letztlich gegen das \u00dcberleben der Gattung Mensch.<\/p>\n<p>Es scheint, als w\u00e4re mit dem Klima eine Ersatzreligion gefunden worden, die insbesondere eine von allen existenziellen Problemen befreite Jugend anzieht, die nun ein gemeinsames Generationenprojekt besitzt. In der Vorstellung des drohenden Unterganges der Menschheit, in der die Schuldigen (Kapitalismus, wei\u00dfe alte M\u00e4nner, fossile Industrien) ausgemachte Sache sind, steckt auch ein Moment der Lust an der Katastrophe. Angstlust hat Freud das genannt. \u00dcber eine lustvolle Komponente hinaus stiftet das Klimathema auch so etwas wie Sinn, n\u00e4mlich einen verlorenen Gemeinschaftssinn. In einer Welt, in der man sich danach sorgt, Sorgen zu haben, bietet die Klimakrise die M\u00f6glichkeit f\u00fcr jeden etwas zum Wohle aller beizutragen. Jeder kann mit entsprechendem Verhalten, dass staatlicherseits und medial goutiert wird, die drohende Katastrophe verhindern.<br \/>\nAm Bizarrsten \u00e4u\u00dfert sich die Klimaangst und die hysterische Stimmung vor allem bei jungen Menschen derzeit in der Auffassung, Kinder zu bekommen w\u00e4re der gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Egoismus angesichts des kommenden Armageddon. Das eigene Reproduktionsverhalten wird so direkt an den Klimawandel gekoppelt, der ein Kind als gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche CO2 Schleuder sieht. Besondere Zeiten erfordern besondere Ma\u00dfnahmen und k\u00f6nnen das eigene Leben, als Teil einer globalen Heilsbewegung, transzendieren. Wenn die Katastrophe kommt und sie wird, so die Klimaapologeten, unweigerlich kommen, dann macht vieles, etwa Kinder zu bekommen, einfach keinen Sinn mehr, ja wird in gewisser Weise zum unmoralischen Akt.<\/p>\n<p>Die Kosten der Weltbegl\u00fcckungstr\u00e4ume<br \/>\nNun ist die \u201eGerman Angst\u201c ja sprichw\u00f6rtlich geworden. Deutschland ist nicht nur der Vorreiter einer Angst vor der Apokalypse, sondern zugleich in seinen hysterischen Reaktionen auf konkrete Themen un\u00fcbertreffbar: Atomkraft, Waldsterben, Ozonloch, Gentechnik, Klimawandel. Stets ist die Angst riesengro\u00df, aber auch der Glaube daran, alles ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen indem man Handlungen der Bu\u00dfe und Reue vollzieht. Hier bietet das Klima als supranationales, globales Thema den idealen Ansatzpunkt denn im Prinzip sind wir alle schuldig. Die Erl\u00f6sung kann so nur eine Weltgesellschaft bringen in der jeder Einzelne sein Verhalten \u00e4ndern muss.<br \/>\nDie hysterischen Weltrettungsphantasien rund um das Klima \u2013 und das ist das Fatale unserer Situation \u2013 wird derzeit in totalit\u00e4ren Dimensionen nur in Deutschland f\u00fcr eine Politik des globalen Green Deal handlungsleitend. Dass die bereits von der CDU unter Merkel eingeleitete Energiewende gescheitert ist, zeigt die Wirklichkeit die aber f\u00fcr eine Betrachtung der Folgen einer hysterischen Politik keine Rolle spielt. Die horrenden Kosten von mehreren 100 Milliarden Euro haben bis dato keinerlei Einsparungen an C02 gebracht, f\u00fcr eine Verringerung sorgen nur die Zerst\u00f6rungen und Insolvenzen der heimischen Industrien durch einen gr\u00fcnen Wirtschafts- und Klimaminister. Die physikalischen und chemischen Grenzwerte von Wind und Sonnenenergie k\u00f6nnen nicht au\u00dfer Kraft gesetzt werden, auch wenn manche glauben zaubern zu k\u00f6nnen. Das alleinige Setzen auf E-Mobilit\u00e4t (Rohstoffe, Problem der Batterien, Ladestationen), die Zerst\u00f6rung und Rodung von W\u00e4ldern f\u00fcr immer gr\u00f6\u00dfere Windanlagen, die nicht grundlastf\u00e4hig sind und deren Recycling ungekl\u00e4rt ist, fehlende Trassen, fehlende Speicherm\u00f6glichkeiten, das notwendige und irrsinnig teure Backup durch konventionelle Kraftwerke, die zur Stabilisierung des Stromnetzes am Netz gehalten werden m\u00fcssen. Alle diese Visionen sind weitgehend hysterische, radikale und v\u00f6llig unvern\u00fcnftige Forderungen, die von Weltuntergangsszenarien und t\u00e4glichen Mahnungen an uns alle begleitet werden, Milliarden von Euros kosten und dabei sind die heimischen Unternehmen aus der einstmals f\u00fchrenden Industrienation zu vertreiben.<\/p>\n<p>Es mag gegenw\u00e4rtig eine Hoffnung sein, dass die von der Wirklichkeit vorgegebenen Probleme (etwa die Energieversorgung eines Hochtechnologielandes) die Klimahysterie relativieren wird und ihre Propagandisten leiser werden. Dem steht aber entgegen, dass in einer s\u00e4kularen Gesellschaft wie die der Deutschen, eine unbefriedigte Sehnsucht besteht, ein Opfer bringen zu d\u00fcrfen, denn es allein verspricht Erl\u00f6sung, Selbsterh\u00f6hung und Selbstaufwertung. Ein Teil der deutschen Bev\u00f6lkerung nimmt sogar eine Deindustrialisierung des Landes in Kauf, um sich als Retter des Weltklimas zu imaginieren. Die von Istvan Bibo in seiner Studie f\u00fcr die Deutschen beschriebenen typischen Weltbegl\u00fcckungstr\u00e4ume und die Bereitschaft sich f\u00fcr eine h\u00f6here Sache um eines Prinzips willen zu opfern, kehren beim Klimathema wieder, finden aber auch insgesamt im Verlust der nationalen Selbstbehauptung und der Abgabe der eigenen Souver\u00e4nit\u00e4t ihren Ausdruck. Hier ist der Klimawandel der ideale Ansatzpunkt, da ein globales Problem, so die \u00dcberzeugung, nicht mehr von Nationalstaaten \u201egel\u00f6st\u201c werden kann. Die derzeitige deutsche Regierung sieht im Nationalstaat so nur noch ein notwendiges \u00dcbel, das historisch vor der Abdankung steht und als reaktion\u00e4res Konzept gilt. \u201eAlles f\u00fcr Deutschland\u201c steht nun bekanntlich unter Strafe.<\/p>\n<p>Der Arzt und Publizist Adorj\u00e1n Kov\u00e1cs sieht in einem Essay in der Zeitschrift TUMULT im gegenw\u00e4rtigen Willen zur Selbstaufl\u00f6sung des deutschen Staates und seiner Assimilierung an einen europ\u00e4ischen Superstaat den letzten Ausdruck eines hysterischen Weltbildes, das seinen Weg als einzig m\u00f6glichen ansieht und von allen anderen Nationen Europas dasselbe verlangt. In paradoxer Weise wird die Forderung nach einer Aufl\u00f6sung der Nation zur Formel f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung einer historisch verfehlten Konstruktion. Man l\u00e4sst \u00fcber eine Million Einwanderer aus tribalistischen, patriarchalen und gewaltaffinen Kulturen ins Land, verzichtet auf den Schutz der eigenen Grenzen und will von allen anderen, dasselbe zu tun oder zumindest den Folgen einer solchen Entscheidung (Quotenregelung, Verteilung der Migranten in Europa) zuzustimmen. Man ist der stolze Vorreiter einer hysterischen Klimabewegung, ergeht sich in Untergangsszenarien, beschw\u00f6rt Bilder der Apokalypse, hat in einer Aktivistin mit Asperger eine Heilige gefunden und zerst\u00f6rt um eines Prinzips willen mutwillig die heimischen Industrien auf denen der Reichtum des Landes beruht. Man stilisiert sich als moralische Autorit\u00e4t, steht hoch \u00fcber den Trumps, Putins und Orbans dieser Welt und hat bereits in Gestalt der Partei der Gr\u00fcnen den gender- und diversitysensiblen \u201eneuen Menschen\u201c institutionalisiert. Man folgt bis hin zur eigenen Selbstzerst\u00f6rung abstrakten Rechtsprinzipien und gesteht in der Festhaltung an von der Wirklichkeit \u00fcberholten Asylgesetzen allen Menschen auf der Welt ein prinzipielles Recht auf Partizipation am deutschen Sozialstaat zu. Man sieht \u00fcberall Rechte oder Nazis und warnt unaufh\u00f6rlich in hysterischem Ton vor Zust\u00e4nden wie 1933, kategorisiert die geh\u00e4uften Gewalttaten der Eingewanderten aber immer noch als vernachl\u00e4ssigbare Einzelf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Dynamik einer hysterischen Politik<br \/>\nDas wirklich Erschreckende ist die Tatsache, dass diesen hysterischen Konvulsionen und Verrenkungen kaum Widerstand entgegentritt. Selbst diejenigen, die im Herbst 2015 den irrationalen Charakter der deutschen Politik erkannten, haben in \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit, wie die beiden Bundestagswahlen 2017 und 2021 zeigen, f\u00fcr eine weitere Fortsetzung dieses Kurses pl\u00e4diert. Nach Bib\u00f3 kann das hysterische Weltbild nur durch \u201ebrutale Fakten\u201c aufgebrochen werden, da es sich in einem hermetisch abgeschlossenen Raum befindet.<br \/>\nDie derzeit waltenden destruktiven Kr\u00e4fte wirken auf sich selbst zur\u00fcck. In der Phase der nationalen \u00dcberh\u00f6hung f\u00fchrte die Hybris der NS-Bewegung in den apokalyptischen Untergang des Dritten Reiches. Das Moment der Selbstzerst\u00f6rung, so k\u00f6nnte man an dieser Stelle vermuten, steht stets am Ende einer hysterischen Politik, die heute \u2013 quasi spiegelbildlich zur imperialen Phase \u2013 ihre suizidale Komponente in der Verabsolutierung eines moralischen Universalismus findet. Der bereits erw\u00e4hnte Adorj\u00e1n Kov\u00e1cs f\u00fchrt die Gedanken des 1979 verstorbenen Istvan Bibo \u00fcber dessen Ausf\u00fchrungen hinaus fort. F\u00fcr Kov\u00e1cs symbolisiert das Deutschland der Gegenwart die letzte und paradoxe Machtentfaltung einer Nation, die sich in geradezu theatralischer Pose als Speerspitze und Erl\u00f6ser der Menschheit imaginiert, keine Nation mehr sein will und dabei bereit ist den Rechts- und Sozialstaat um eines Prinzips willen zu opfern und damit seine eigene Identit\u00e4t aufzul\u00f6sen.<br \/>\n\u201eEin erweiterter Selbstmord als S\u00fchneopfer f\u00fcr die leidende Welt, in einer irrealen Mischung aus Hybris und Demut. Und das f\u00fcr die Hysterie Typische ist: Der gr\u00f6\u00dfte Teil des deutschen Volkes scheint nichts dagegen zu haben, sondern feiert den Untergang oder akzeptiert ihn wenigstens. Hier zeigt sich der wahnhafte und zerst\u00f6rerische Charakter der deutschen Politik (\u2026) besonders gut. Ob der Tod als Heilung einer Krankheit angesehen werden kann, sei ebenso bezweifelt wie die Erwartung, dass andere V\u00f6lker die nicht hysterisch sind, diesen Weg widerstandslos mitgehen werden. Es wird leider wieder Unheil von Deutschland ausgehen.\u201c<br \/>\nHeilung durch Selbstzerst\u00f6rung, mit dieser Formel l\u00e4sst sich die derzeitige Dynamik einer hysterischen Politik in Deutschland vielleicht auf einen einzigen Nenner bringen.<\/p>\n<p>Dieser Text ist ein Vortrag, den der Autor am 30. Juni 2024 f\u00fcr die Reihe Audimax des Radiosenders \u201eKontrafunk\u201c gehalten hat <a href=\"https:\/\/kontrafunk.radio\/de\/\">https:\/\/kontrafunk.radio\/de\/<\/a> .<br \/>\n&#8230; Alles vom 16.7.2024 von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/erinnerungskultur\/kollektivschuld\/\">Alexander Meschnig<\/a> bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/deutschland_eine_hysterische_nation_1\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/deutschland_eine_hysterische_nation_1<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/deutschland_eine_hysterische_nation_2_\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/deutschland_eine_hysterische_nation_2_<\/a><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kontrafunk-die-sonnntagsrunde\/\">Dr. Alexander Meschnig<\/a> studierte Psychologie und P\u00e4dagogik in Innsbruck und promovierte in Politikwissenschaften an der HU Berlin. Auf Achgut.com analysiert er unter mentalit\u00e4tsgeschichtlicher und psychologischer Perspektive die politische Situation Deutschlands.<\/em><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Die hysterische Republik<br \/>\n<\/strong><em><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/deutschland-in-gefahr-wendt\/\">DPolG-Vorsitzender Rainer Wendt<\/a> \u00fcber das Buch &#8222;Die hysterische Republik&#8220;:<\/em><br \/>\nDer Buchtitel k\u00f6nnte nicht besser gew\u00e4hlt sein. Hysterie ist in vielen \u00f6ffentlich diskutierten Sachverhalten die bestimmende Komponente; die Intervalle werden immer k\u00fcrzer, in denen Lautst\u00e4rke, Emp\u00f6rung und Geschrei, kombiniert mit Verd\u00e4chtigungen, Vorverurteilungen und Ausgrenzungen das Bild bestimmen.<br \/>\nEine spannende Mischung von Autoren hat Steffen Meltzer zusammengebracht, um unterschiedliche politische Themen beleuchten zu lassen. Mein Kollege Rainer Berendsen, die Psychologin Martina Christlieb und der Wirtschaftspsychologe Alexander Freitag, dazu das Mitglied des Bundestages Gunter Weisgerber (SPD) u.v.a.m. machen das Buch zu einem interessanten und vielseitigen Lesestoff.<br \/>\n\u00dcber das \u201eLandesantidiskriminierungsgesetz\u201c in Berlin schreibt beispielsweise der Jurist Christian Sitter: \u201eSelbst Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) meinte, das Gesetz sei \u201aim Grund ein Wahnsinn\u201c, was wohl ein sicheres Indiz ist, dass der Bund demn\u00e4chst ein \u00e4hnliches Gesetz bekommt.\u2018<br \/>\nIn Baden-W\u00fcrttemberg ist das traurige Gewissheit geworden; die Union hatte das immer abgelehnt, jetzt steht es im Koalitionsvertrag.<br \/>\nViele Anmerkungen mit Quellenangaben lassen darauf schlie\u00dfen, dass Plagiatsj\u00e4ger hier vergeblich suchen. \u201aDie Lekt\u00fcre richtet sich vor allem an aktive Menschen\u2018 schreibt der Herausgeber Steffen Meltzer, \u201adie sich nicht mehr in den Leitmedien repr\u00e4sentiert f\u00fchlen\u2018. Man kann und sollte sich mit vielen Aussagen auch kritisch auseinandersetzen. Das macht den Reiz des Buches aus, das ich mit gro\u00dfem Vergn\u00fcgen gelesen habe.<\/p>\n<p><em>Leseauszug von Mitautor Alexander Freitag zur Rolle des Journalismus in Deutschland:<\/em><br \/>\nIm ebenso hysterischen wie f\u00fcrsorglichen Deutschland heutiger Pr\u00e4gung, ein im Grunde mindestens proto-autokratisches Staatswesen, gibt es zwischen Staatsf\u00fchrung und Bev\u00f6lkerung einen impliziten Deal:<br \/>\n<em><strong>Ihr, die Bev\u00f6lkerung, tut das, was wir, die Staatsf\u00fchrung wollen<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>\u2013 und wir sagen euch, wie ihr das macht. &#8230;.<\/strong><\/em><br \/>\nHierzu stehen aus Sicht der Staatsf\u00fchrung unter anderem zwei wesentliche Werkzeuge zur Verf\u00fcgung: <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/framing\/\">Framing<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/nudging\/\">Nudging<\/a>.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nAm Ende des Tages haben Medien und Wissenschaften zwei Dinge gemeinsam: Sie sind jeweils ein Betrieb \u2013 und sie produzieren n\u00fctzliche Idioten, die ihre Rolle zum eigenen Vorteil taktisch oder strategisch aktiv nutzen. In sozio-\u00f6konomisch stabilen Gesellschaften mit gut ausgepr\u00e4gtem Bildungsgrad spielen nicht k\u00e4ufliche, aber mietbare n\u00fctzliche Idioten eine vergleichsweise geringe Rolle. Ihre Rolle wird st\u00e4rker in Gesellschaften, die aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden instabiler sind, deren Bildungsgrad nicht gut ausgepr\u00e4gt (oder wie im Falle unserer Gesellschaft sinkend) ist. Provokant formuliert lie\u00dfe sich also sagen, dass das schiere Ausma\u00df an Lauterbachs, Leschs und Pfeiffers ein Ausdruck der zwischenzeitlichen Schw\u00e4che und Instabilit\u00e4t unserer Gesellschaft ist. Die erhebliche Dynamik, mit der kollektivierte Ingroups gegen kollektivierte Outgroups arbeiten, n\u00fctzliche Idioten aus Wissenschaft und Medien aus Gr\u00fcnden der Konformit\u00e4t gleich kolonnenweise dazu ihren Beitrag leisten, macht umgekehrt deutlich, wie tief und fortgeschritten die Spaltung in dieser Gesellschaft bereits ist.<br \/>\n\u00bbNudging\u00ab und \u00bbFraming\u00ab, das Eingangs genannte Bestreben einer ideenarmen, einf\u00e4ltigen und proto-autokratischen Regierung, ist nicht Gegenstand von Kritik. Ganz im Gegenteil: Wissenschaftler und Journalisten, Wissenschaft und Medien betreiben als selbsterkl\u00e4rte Verb\u00fcndete, als kollektivierte, gleichgeschaltete Betriebe dieses Gesch\u00e4ft mit. Sie sind nicht Mitl\u00e4ufer, sondern Aktive &#8230;<br \/>\n&#8230; Alles vom 4.4.2022 von Alexander Freitag bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/vera-lengsfeld.de\/2022\/04\/04\/nicht-kaeuflich-aber-mietbar\/#more-6468\">https:\/\/vera-lengsfeld.de\/2022\/04\/04\/nicht-kaeuflich-aber-mietbar\/#more-6468<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Alexander Freitag ist Wirtschaftspsychologe und Lehrbeauftragter f\u00fcr Pr\u00e4klinische Notfallmedizin &amp; Psychiatrie.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Steffen Meltzer (Hrsg): Die hysterische Republik,<br \/>\nBevormundung von B\u00fcrgern und Polizei,<br \/>\nISBN 978-3981955965<br \/>\nEhrenverlag, 244 S., 16,97 Euro<br \/>\nAutorenliste: Rainer Berendsen, Martina Christlieb, Aleander Freitag, Dr. Wolfgang Geist, Annette Heinisch, Prof Wolfgang Meins, Steffen Meltzer, Oliver N\u00f6lken, Prof Ulrich Sch\u00f6dlbauer, Christian Sitter und Gunter Wei\u00dfgerber,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Zukunft\u00a0&gt;Demokratie\u00a0&gt;Deutschland\u00a0&gt;Gesellschaft\u00a0&gt;Zivilgesellschaft &gt;Hysterie Alexander Meschnig: Deutschland &#8211; eine hysterische Nation? (16.7.2024) Die hysterische Republik (4.4.2022) &nbsp; Deutschland: eine hysterische Nation? von Dr. Alexander Meschnig . Woher kommt die breite Hysterie im sogenannten \u201eKampf gegen rechts\u201c oder ganz allgemein gegen Andersmeinende, die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/gesellschaft\/hysterie\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":66712,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-100171","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/100171","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=100171"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/100171\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":125386,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/100171\/revisions\/125386"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66712"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=100171"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}