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- Was soll das Gejammere von der „Generationengerechtigkeit“? (8.12.2025)
- Bärbel Bas contra Arbeitsfrieden (3.12.2025)
- Die Rente wackelt (3.12.2025)
- Rente – JU – Prof Raffelhüschen (3.12.2025)
- Rentenkollaps: Den Jungen steht das Wasser bis zum Halse (27.11.2025)
- Arbeitgeber lachen Bas aus – die stolpert und stottert durch ihre Rede (25.11.2025)
- „Generationenvertrag“– Warum noch mitmachen und zahlen für Rente und Gesundheit? (17.11.2025)
- Der Sozialstaats-Wahnsinn: Dafür geben wir 1300 Milliarden Euro aus! (26.8.2025)
- Einige Zahlen zur Erhellung der Rentendebatte (11.8.2025)
- Die Rente ist am Ende – Geld ist genug da (1.8.2025)
- „Skandalöse Umstände“: Deshalb fordert ein pensionierter Polizeibeamter eine Rentenform (3ß.5.2025)
- Warum die Renten so niedrig sind – und wie sich das Problem vielleicht elegant lösen lässt (8.12.2024)
- Rentenversicherungs-, Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz (28.6.2024)
- Raffelhüschen: Migration zerstört Sozialsystem (13.1.2024)
- Ampel-Ende und Pensionserwartungen der Abgeordneten (21.11.2023)
- Renten in Österreich und in der Schweiz viel höher als in Deutschland (15.4.2023)
- Babyboomer in Rente – und was danach? (11.12.2022)
- Dulger: Rentensystem kollabiert (2.11.2022)
- Eine soziale Zeitbombe – Rente in Gefahr – Migrantenrente (25.10.2019)
- Raffelhüschen: Für Grundrente kein Bedarf (5.2.2019)
- https://www.freiburg-schwarzwald.de/rente.htm (Archivseite)
- Abgeordnete
- Babyboomer
- Generationenvertrag
- sozial
In den meisten europäischen Ländern sind die Rentensysteme auf Pump finanziert.
Es gibt nur sehr wenige tatsächlich nachhaltige Beispiele wie Norwegen, die Schweiz oder die Niederlande.
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Was soll das Gejammere von der „Generationengerechtigkeit“?
Es ist eine anmaßende Bevormundung in der Rentenpolitik: Es reißt immer mehr ein, dass amtierende Regierungen Angelegenheiten vorweg beschließen wollen, die eigentlich Sache der Nachfolgeregierung wären. So auch jetzt wieder, obwohl die Amtszeit des 21. Bundestags im Jahr 2029 endet, aber diese vorschreiben will, welches Rentenniveau 2031 ff. in der Amtszeit des 22. Bundestags gelten soll.
Für ein Rentenniveau von nur 48 Prozent müssen wir uns eigentlich im internationalen Vergleich schämen. Auch andere Länder haben demographische Probleme und zahlen höhere Renten. Die Rückkehr auf ein Rentenniveau von 50 Prozent wäre angemessen und finanzierbar. Dazu bedarf es zwar einer Beitragserhöhung von jetzt 18,6 auf über 20 Prozent – was es schon gab. Im Moment beträgt die Belastung für die Beschäftigten 13,3 Prozent, nämlich 9,3 Prozent in die gesetzliche Rentenversicherung und vier Prozent für Riesterverträge. Letztere entwickelten sich jedoch zu einem Milliardengeschäft für die Versicherungswirtschaft und Fondsanbieter – für die Riester-Sparer nicht mehr unbedingt. Effektiver wäre es, bei Verzicht auf das Riestersparen die Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung auf zwölf Prozent festzusetzen und die Arbeitgeberbeiträge bei zehn Prozent zu deckeln. Mit 22 Prozent Beiträgen von den Bruttoverdiensten wäre die gesetzliche Rentenversicherung auf viele Jahre hinaus ausfinanziert.
Ist der heranwachsenden Generation eigentlich bewusst, welche Belastung die Nachkriegsgeneration auf sich nahm? Sie unterhielt mehr kostspielige Kinder als heute, mit kaum einer Unterstützung. Wir sparten uns das Letzte vom Mund ab, um einmal in eigenen Wänden wohnen zu können.
Diese Belastung muss die heutige Generation nicht mehr aufbringen, weil ihnen unser sauer abgestottertes Wohneigentum vererbt wird. Und Kinder unterhalten sie nur noch die Hälfte, weil sie „lieber leben wollen“. Die jetzt arbeitende Generation hat es leichter als früher und kann problemlos höhere Beiträge zur Altersversorgung (und Pflegeversicherung) aufbringen. Was soll das Gejammere von der „Generationengerechtigkeit“?
8.12.2025, Albrecht Künstle, Herbolzheim
Die Rente wackelt
Die Rentenversicherung macht es wie die Bundesregierung, sie lebt auf Kredit. Kredit, das heißt Vertrauen; und das Vertrauen bröckelt. Es hat sich herumgesprochen, dass die Rentenversicherung ihren Namen zu Unrecht führt. Im Unterschied zu einer ordentlichen Versicherung legt sie nichts an und nichts zurück; ihr Vermögen, früher Schwankungsreserve, heute Nachhaltigkeitsfaktor genannt, reicht gerade einmal aus, um ihren Verpflichtungen sechs Wochen lang nachzukommen; danach ist Schluss. Das Deckungskapital für die milliardenschweren Zusagen, mit denen sie Millionen von Rentnern Sicherheit versprochen hat, sind die Beitragszahler von morgen, die Kinder. Wenn die nicht zahlen, ist die Rentenversicherung im Umlageverfahren pleite.
Der Generationenvertrag, auf den sich die Anwälte des Status quo so gern berufen, war ein Vertrag zu Lasten Dritter, Vierter oder Fünfter.
Aktive und Passive, Berufstätige und Rentner hatten sich darauf verständigt, der dritten und allen folgenden Generationen Verpflichtungen aufzubürden, gegen die sie sich nicht wehren konnten, weil Kinder bei der Wahl keine Stimme haben.
Jetzt sind die Kinder aber groß geworden, jetzt können sie rechnen, jetzt haben sie entdeckt, dass sie betrogen worden sind;
und wenn sie keine Jusos sind, wehren sie sich dagegen. Die Junge Union hat das versucht, ist aber schnell eingeknickt. Mut war noch niemals ihre Stärke, Verlässlichkeit auch nicht.
Das Jahr 1990 war das letzte, in dem die Zahl der unter Zwanzigjährigen derjenigen der über Sechzigjährigen ungefähr gleichkam. Seither hat sich das Verhältnis immer weiter zu Lasten der Jungen verschoben, und dieser Prozess wird sich noch beschleunigen, weil immer weniger Kinder immer weniger Nachwuchs hinterlassen. Die Bundesregierung hat versucht, den demographischen Niedergang in eine demographische Chance umzulügen – ein Versuch, der vielleicht geglückt wäre, wenn die Einwanderer nicht gemerkt hätten, dass sie in einem Staat gelandet waren, in dem man auch ohne zu arbeiten gut essen kann. Ihre Chance hieß zunächst Hartz IV, später Bürgergeld; und diese Chance haben sie genutzt. Statt die Wohlfahrtsindustrie zu entlasten, satteln sie drauf – in Deutschland gilt das als sozialer Fortschritt.
… Alles vom 3.12.2025 von Konrad Adam bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/die-rente-wackelt/
Rentenkollaps: Den Jungen steht das Wasser bis zum Halse
Der Rentenkollaps, vor dem fast alle Familienverbände seit Jahrzehnten warnen, schlägt jetzt zu. In wenigen Jahren wird ein einzelner Arbeitnehmer für den Lebensunterhalt eines einzelnen Rentners zuständig sein – eine Illusion.
Jahrzehntelang drehten sich alle Rentendebatten ausschließlich um Renteneintrittsalter und Rentenniveau, ohne jemals zu bedenken, daß die gefährliche „Unterjüngung“ das Rentenproblem auslöst. Deshalb wäre eine Politik erforderlich gewesen, die Eltern nicht für jedes weitere Kind zusätzlich finanziell einschränkt. Will man nun die Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten bei der Rente von Müttern abschaffen, so spart man wieder genau an der falschen Stelle. Welche Frau geht schon freiwillig in die Altersarmut? Dann also lieber auf Kinder verzichten.
Ich erinnere mich, daß einige junge CDU-Abgeordnete, darunter Jens Spahn und Marco Wanderwitz, in weiser Voraussicht der Kanzlerin Angela Merkel 2012 einen eigenen Rentenplan vorgelegt hatten, der die jungen Menschen künftig entlasten sollte. Doch in weniger als zehn Minuten landete der Plan im Merkel’schen Papierkorb. Ohne Protest zogen sich die jungen Leute zurück – Mutti hatte ja ein Machtwort gesprochen! Heute scheint Kanzler Merz ein Machtwort zu sprechen, ohne auch nur einen Gedanken darauf zu verschwenden, daß der Enkelgeneration das Wasser bis zum Halse steht.
Im übrigen: Möglichkeiten zur Finanzierung der Renten gäbe es genug, wenn man aufhörte, unser Steuergeld in alle Welt zu verschleudern.
28.11.2025, Bärbel Fischer, Leutkirch, in der JF 49/25, Seite 23
Arbeitgeber lachen Bas aus – die stolpert und stottert durch ihre Rede
SPD-Arbeitsministerin Bas redet bei den Arbeitgebern – das geht so lange gut, bis sie zur Rente spricht. Plötzlich wird sie im Saal ausgelacht und verliert kurz die Fassung: „Das ist überhaupt nicht lustig!“
Bundesarbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas verteidigte am Montag das Rentenpaket – und kassiere höhnisches Gelächter. Auf dem Deutschen Arbeitgebertag sprach die SPD-Vorsitzende auch über den Rentenstreit und wollte eine Lanze für das maßgeblich von ihr vorangetriebene Paket brechen. „Von einer Verlängerung der Haltelinie profitieren alle Generationen“, behauptete Bärbel Bas.
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Bärbel Bas wird auf dem Arbeitgebertag ausgelacht
Bärbel Bas wird auf dem Arbeitgebertag zurecht ausgelacht! Ihre dreiste Lüge: Der Rentenzuschuss kommt aus Steuermitteln, nicht von Beitragszahlern! Ach ja? Und wer zahlt die Steuern, Frau Bas? Genau: die Arbeiter, ZUSÄTZLICH zu ihren 18,6% Sozialversicherungsbeiträgen! Die SPD spielt perfide Taschenspielertricks: Links aus der Tasche, rechts aus der Tasche! Die Bürger werden doppelt geschröpft, aber Bas faselt von „nicht von Beitragszahlern finanziert“. Verlogenheit pur!
24..11.2025 https://www.youtube.com/shorts/WDYoho2noII
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.. Alles vom 25.11.2025 bitte lesen auf
https://apollo-news.net/arbeitgeber-lachen-bas-aus-die-stolpert-und-stottert-durch-ihre-rede/
Einige Zahlen zur Erhellung der Rentendebatte
Über unsere gesetzliche Rentenversicherung wird viel Unsinn verbreitet; sie stünde vor dem Ruin und werde zusehends unbezahlbar. Die Zahl der Beitragszahler sinke und wir würden immer älter. Und der Staat habe die Rentenkasse um zusammengerechnet eine Billion Euro „geplündert“. Weil ich in meinen politisch begleiteten 55 Jahren hundertfach angelogen wurde, “glaube” ich nur noch in religiöser Hinsicht. Eine Politik, die sich insbesondere von den über Zwangsgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Medien vor sich hertreiben lässt, ist bei mir unten durch.
Diese Medien bauen Politiker ihres Schlags auf – und sägen sie ab, wenn sie ihnen nicht mehr passen. Eine zunehmend politisierte Justiz haut in die gleiche Kerbe. Dieser Beitrag will daher kein Auftrags-„Faktencheck“ sein, wie wir ihn zur Genüge kennen, aber widmet sich einer Überprüfung der verbreiteten Thesen.
These 1: “Die Rentenversicherung hat immer weniger Beitragszahler”
Jeder, der dies verbreitet, sollte sich selbst einmal die Mühe machen, die Behauptungen zu überprüfen. Vor allem die Bundesregierung, die sich einer “Beschäftigungsoffensive” rühmt, aber in das Konzert einstimmt, sie müsse die Renten irgendwie beschränken, weil die Beitragszahler weniger würden. Nachfolgend die amtlichen Zahlen aus dem 320-seitigen DRV-Jahresbericht 2024 „Rentenversicherung in Zeitreihen“ (Weil es 1999 und davor einige Umstellungen in der Zählweise gab, wird nachfolgend auf das Jahr 2000 und folgende abgehoben).
Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten – im DRV-Jargon die „aktiv Versicherten“ in der Rentenversicherung, – stieg von 33,83 Millionen Jahr 2000 auf 39,92 Millionen im Jahr 2022. Das ist ein Zuwachs von 18 Prozent. Immer weniger Beitragszahler? Gesunken ist lediglich die durchschnittliche Dauer der Beitragszahlung wegen späterem Berufseintritt. Lediglich im Jahr 2020 sank auch die Zahl der Beitragszahler, als die Politik wegen Corona Amok lief. Und jetzt wird an die Wand gemalt, die letzten 22 Jahre wären ein Ausrutscher, von nun an ginge es wirklich bergab? Das aber würde folglich bedeuten, dass die 14 Millionen Zuwanderer der letzten 10 Jahre und deren Kinder keine Lust hätten zu arbeiten…? Zwischenfazit: Wenn die Kassandrajünger schon bisher falsch lagen, warum soll man ihren weiteren Prognosen Glauben schenken? Sie lügen; warum, siehe den Schluss des Artikels.
These 2: “Die Rentner werden immer älter und zahlreicher – und belasten so die Beitragszahler”
Wiederum der Blick in dieselbe Langzeitstatistik: Der Bestand an Rentenbeziehern nahm tatsächlich von 15,38 Millionen im Jahr 2000 auf 18,74 Millionen im Jahr 2023 zu, also um 3,4 Millionen; allerdings darf man diese Entwicklung nicht einfach fortschreiben – denn die 18-Millionen-Grenze wurde bereits im Jahr 2015 überschritten. Seither dümpelt der Altersrentenbestand mit kaum noch Zuwächsen vor sich hin. Schreibt man Statistiken durch Extrapolation fort, sind die unmittelbar vorausgehenden Werte stärker zu gewichten als die länger zurückliegenden Werte. Deshalb sollte man hinsichtlich der ständig an die Wand gemalten „Babyboomer“ nicht in Schnappatmung verfallen. Wie verhält es sich aber mit dem viel zitierten „immer älter Werden“ dank medizinischem Fortschritt? Das Sterbealter muss der Statistik „Wegfallalter der Witwen- und Witwerrenten“ (Seite 146 der obigen Quelle) entnommen werden. Die Männer starben im Jahr 2000 mit durchschnittlich 75,6 Jahren, im Jahr 2023 starben sie erst mit 83,8 Jahren, wurden also in diesen 23 Jahren rund acht Jahre älter. Aber auch hierbei wurde die Grenze von 80 Jahren schon 2013 überschritten. Die Kurve des Älterwerdens schwächt sich ab, sogar das Sterbealter nimmt ab. Die „Sterbetafel“ (Seite 148 der obigen Quelle) sinkt seit 2018 – 2020 jedes Jahr zwar gering, aber konstant – und das für alle Alterskohorten von 65 bis 90 Jahre.
Frauen werden zwar durchschnittlich älter als Männer, aber die Zunahme der Lebenserwartung ist schwächer als bei Männern. Frauen starben im Jahr 2000 mit durchschnittlich 82,9 Jahren. Im Jahr 2023 mit 86,3 Jahren, sie wurden in diesen 23 Jahren nur noch dreieinhalb Jahre älter. Die Zunahme des Sterbealters der Frauen beträgt somit weniger als die Hälfte der Männer. Vielleicht, weil sie erkennen, dass ein Leben ohne die Männer nur eine halbe Sache ist?!? Der Abstand des Sterbealters zu den Männern beträgt jedenfalls nur noch zweieinhalb Jahre. Auch die „Sterbetafel“ für Frauen (Seite 149 der obigen Quelle) sinkt seit 2018-2020 wie bei den Männern jedes Jahr konstant, und das ebenfalls für alle Alterskohorten. Dies schlägt sich in der Rentenbezugsdauer nieder, die seit dem Jahr 2021 stagniert. So, wie die „Revolution ihre Kinder fraß“, so fordert auch die Mehrfach-Massenimpferei ihren Tribut. Wozu also die medial geschürte Angst, die Opas und Uromas würden überhaupt nicht mehr „gehen” wollen?
These 3: “Das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern wird langsam, aber sicher unverkraftbar”
Wie der Blick ins Gesetz die Rechtsfindung erleichtert, so ein geflügeltes Wort unter Juristen, so verschafft einem der Blick in die GRV-Zahlenreihen auch eine Antwort darauf, wie problematisch sich das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern entwickelt: Auf der Seite 14 der obigen Quelle findet sich die Antwort darauf.
Im Jahr 2000 betrug das Verhältnis 1,96 zu 1 (33,83 Millionen „aktiv Versicherte“, also Beitragszahler, zu 17,28 Millionen “passiv Versicherten”, also Rentner). Im Jahr 2022 betrug das Verhältnis 2,21 zu 1, (39,92 Millionen Beitragszahler zu 18,05 Millionen Rentner); das heißt also mehr Beitragszahler je Rentner, nicht weniger. Muss uns das Angst machen?
These 4: “Die Rentenkasse wird geplündert”
Hierbei handelt es sich um eine Halbwahrheit. Richtig ist vielmehr, dass der Gesetzgeber unserer gesetzlichen Rentenversicherung Kosten aufs Auge drückt, aber nicht das entsprechende Geld zuschießt. Nicht also Diebstahl lautet der eigentliche Vorwurf an die Politik, sondern eher unterlassene Hilfeleistung. Juristisch gesehen ein „Geschäft zu Lasten Dritter“, was im Rechtskreis des BGB als sittenwidrig und somit als unwirksam gälte. Diese versicherungsfremden Lasten, die der Rentenversicherung auferlegt wurden, beliefen sich seit 1957 auf kumuliert rund eine Billion Euro.
Allerdings ging der versicherungsfremde Anteil seit 1995 von bis dahin rund 34 Prozent der Rentenausgaben auf rund 22 Prozent seit 2017 zurück. Alles gut also? Nein – denn die ungedeckten Ausgaben der Rentenversicherung stiegen in diesem Zeitraum von rund 31 Milliarden 2017 auf 42 Milliarden Euro 2023. Diese Problematik ist ambivalent: Denn jenen, die meinen, dass Beamten, Freiberufler und Selbstständigen nicht zur Kasse gebeten würden, müsste ein hoher Staatsanteil ja entgegenkommen, weil diese Ausgaben steuerfinanziert sind und so von allen bestritten werden – nicht nur von den Beitragszahlern. Der Autor hat an anderer Stelle schon vorgerechnet, dass die Unternehmer deshalb für steuerfinanzierte Renten sind, weil sie weit weniger des Steuerkuchens backen, als die Hälfte per Finanzierung der Rentenversicherung ausmacht.
These 5: “Die Rentenausgaben überfordern Wirtschaft und Beschäftigte”
Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegt Deutschland weit unter dem EU-Schnitt von 12,3 Prozent. Seit 1990 lagen sie in Deutschland 12 Jahre lang über 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – 2020 noch bei 10,1 Prozent und jetzt noch bei 9,2 Prozent. Andere Länder stellen ihre Rentner besser. Sind die Renten tatsächlich eine Überforderung der Leistungsfähigkeit der Beschäftigten? In meiner berufstätigen Zeit betrug der Beitragssatz zur Rentenversicherung fünf Jahre lang 19,9 Prozent, weitere zwei Jahre lang sogar 20,3 Prozent. Brachte uns das um?
Erst seit 2013 wird auf „Billiger Jakob“ gemacht, mit unter 19 Prozent Rentenversicherungsbeitrag (siehe dieses Balkendiagramm). Weniger Beiträge zahlen und immer noch zu wenig Geld in der Rentenkasse? Na sowas! Doch nicht die Rentenausgaben laufen aus dem Ruder, sondern beispielsweise das Bürgergeld für Nicht-Bürger. Perfide ist auch ein neuerlicher 10-prozentiger Boomer-Soli ab 1.048 Euro Monatsrente. Erfinder sind vom Bund gutbezahlte „Wissenschaftler“, die für sie die Drecksarbeit erledigen, schlechte Botschaften unters Volk zu bringen.
Um wessen Interessen geht es?
Schlussfrage: Was steckt eigentlich hinter der Verteufelung der umlagefinanzierten Rentenversicherung zugunsten der glorifizierten kapitalgedeckten Rente? Denksportaufgabe in diesem Kontext: Was steckte hinter der Coronahype mit ihrer Maskerade und den teils verpflichtenden Massenimpfungen? Heute wissen wir teilweise, wer in welchem Umfang an der Hysterie-Kampagne sich eine goldene Nase verdiente… und nicht anders dürfte es mit der Werbung für kapitalgedeckte Renten sein. BlackRock & Co. lassen grüßen! Aus eigener Erkenntnis: Als die Riester-Rente an den Start ging (ich begleitete Walter Riester damals fachlich), war sie als teilweise steuergesponserte Kapitalrente vertretbar. Doch mit dem „Alterseinkünftegesetz“ 2005 wurde die Riesterrente der Versicherungswirtschaft zum Fraß vorgeworfen. Diese verbesserte deren Einkünfte, nicht die der Riester-Sparer. Sie lohnt sich hauptsächlich für die Versicherungswirtschaft und kann daher kaum noch empfohlen werden.
Wenn die aktuellen Machthaber in unserem Land mit „Unsere Demokratie“ agitieren gehen, meinen sie damit ihr ureigenes, ganz persönliches Verständnis von Demokratie, nicht aber unseres. Wir wären auch beim Thema Rentenversicherung gut beraten zu hinterfragen, wer zur Altersversorgung in unserem Land welche Positionen vertritt und warum. Und in diesem Punkt hat die SPD ausnahmsweise weniger Eigeninteressen als bestimmende Herrschaften der CDU.
11.8.2025, Albrecht Künstle, kuenstle.a@gmx.de
Die Rente ist am Ende – Geld ist genug da
Seit Jahrzehnten wird davor gewarnt, was passiert, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Schon jetzt ist das Rentensystem kaum noch finanzierbar. Als dann 2016 „Experten“ wie der Ökonom Marcel Fratzscher verkündeten, daß die Flüchtlinge einmal die Renten der Boomer zahlen würden, hätte man ahnen können, daß das niemals passieren wird. Nicht nur, weil es keinen verläßlicheren Kontraindikator in Deutschland als den Ökonomen Fratzscher gibt, sondern weil absehbar war, daß nicht unbedingt die Elite aus Syrien und Co. zu uns einwandert.
Fast zehn Jahre später hat man nicht nur die Lüge vom Fachkräftesegen durch muslimische Massenzuwanderung klammheimlich begraben, sondern besitzt auch noch die Frechheit, die Deutschen auf den Gedanken vorzubereiten, künftig noch länger arbeiten zu müssen, um nicht nur das Rentenloch abzufedern, sondern auch jene Zuwanderer zu versorgen, die uns einst retten sollten. Aus „Die Flüchtlinge werden einmal die Renten der Boomer zahlen“ wurde „Die Boomer sollen für die Flüchtlinge zahlen“.
Die fetten Jahre für diejenigen, die das System belasten, müssen endlich vorbei sein.
Die Frage ist, ob das fair ist. Einerseits natürlich nicht. Wer sein Leben lang in das System eingezahlt hat, soll auch verdient in Rente gehen dürfen, statt für jene zu ackern, die eigentlich jung und kräftig genug sind, um für sich selbst aufzukommen. Andererseits ist da aber auch so etwas wie Schadenfreude, wenn man darüber nachdenkt, daß so manch ein unbelehrbarer Boomer nun für das zahlt, was er gewählt hat. Wer sich einmal eine der berühmt-berüchtigten „Demos gegen Rechts“ angeschaut hat, der weiß, wie viele Weißköpfe mit Funktionsjacke dort anzutreffen sind, um für die weitere Zuwanderung eines Milieus zu werben, mit dem sie, anders als die Jüngeren, kaum Berührungspunkte haben.
In jedem Fall braucht es ein Umdenken in der Rentenfrage. Weil wir immer älter werden, weil wir kaum Kinder bekommen und weil die Zuwanderung der letzten zehn Jahre wenig positive Effekte hatte. Aber auch die Rente mit 70 wird das Problem nicht lösen. Es braucht grundsätzliche Einsparungen in anderen Bereichen bei gleichzeitigen Investitionen in eine progressive Familienpolitik für diejenigen, die diese Gesellschaft am Laufen halten. Der überbordende Sozialstaat steckt voller Fehlanreize. Statt linker Gieskannenpolitik für den Bürgergeldadel braucht es endlich Entlastungen für die Mittelschicht. Die fetten Jahre für diejenigen, die das System nicht bereichern, sondern belasten, müssen endlich vorbei sein. Zudem müssen Nonsensausgaben für absurde Entwicklungshilfe- und Klimaprojekte endlich der Vergangenheit angehören. Deutschland hat kein Einnahmenproblem, es hat ein Ausgabenproblem. Für die Rente ist genug Geld da, es fließt nur in die falschen Kanäle.
… Alles vom 1.8.2025 von Anabel Schunke bitte lesen in der JF 32*33/25, Seite 1
„Skandalöse Umstände“: Deshalb fordert ein pensionierter Polizeibeamter eine Rentenform
Unser Autor erläutert, wie er von den Ungerechtigkeiten des Rentensystems profitiert. Und warum der Vorstoß von Arbeitsministerin Bas keine Wirkung zeigen wird.
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Nach 44 Dienstjahren als Polizeibeamter bin ich seit April dieses Jahres im regulären Ruhestand, mit 63 Jahren. Ich erhalte sehr auskömmliche Versorgungsbezüge, was mich freut. Gleichzeitig beschämt mich der Blick auf die Renten von Menschen, die zum Beispiel bis zur Altersgrenze in einem Pflegeberuf gearbeitet haben.
…
Ich erhalte etwas mehr als 71 Prozent meines letzten Gehalts als Versorgung und damit weit mehr als im normalen Rentensystem. Hinzu kommt eine Abweichung, die gravierend ist, aber oft wenig Beachtung findet. Meine Pension wird nicht wie bei der Rente aus dem gesamten Arbeitsleben berechnet, sondern aus dem letzten, also höchsten Amt. Dieser Umstand führt übrigens zu einem grotesken wie skandalösen Umstand.
Um möglichst vielen Beamten höchstmögliche Versorgung zu gewähren, werden in großem Umfang und systematisch Beamte noch kurz vor ihrer Pensionierung (zwei Jahre vorher, damit es Grundlage für die Versorgung wird) in höhere Besoldungsstufen befördert. Hierdurch werden die Stellen relativ schnell wieder frei und können noch vielen anderen zu höchstmöglicher Versorgung verhelfen. Wenn der tatsächlich leistungsstärkste Beamte dieses Amt im Alter von zum Beispiel 40 Jahren verliehen bekäme, wäre das so nicht möglich.
Um diese Methode gerichtsfest zu machen, ist objektive Leistungsbewertung dem gewünschten Ergebnis nachgeordnet. Es wird vielfach unter Mitwirkung der Personalvertretungen festgelegt, wer in den Genuss der Beförderungen kommen soll. Erst dann werden die Leistungsbeurteilungen passend erstellt. Das gilt sicher nicht in allen Verwaltungen, es ist aber sehr weit verbreitet. Allein ein Blick auf die letzten Besoldungen der Pensionsempfänger dürfte da eine deutliche Sprache sprechen. Gegenüber den meisten Rentenempfängern ist das eine zusätzliche Ungerechtigkeit.
Zum Abschluss der kleinen Selbstbetrachtung noch eine Kuriosität, die Beamte begünstigt und über die die meisten (auch ich) nur den Kopf schütteln können: Ich wurde also mit 63 Jahren Pensionär mit feinen Bezügen. Auch wenn bei meiner Einstellung in den Dienst im Jahre 1980 die reguläre Pensionsgrenze für Berliner Polizeibeamte bei 60 Jahren lag, empfinde ich meine Situation als Privileg. Entgegen diesem Gefühl gibt es eine Regelung, die auf dem Gedanken basiert, dass die im Vergleich zu Rentnern frühe Pensionierung ein Nachteil ist, weil man ja ab diesem Zeitpunkt weniger Geld bekommt. Diesem Gedanken folgend habe ich tatsächlich eine Ausgleichszahlung von circa 4000 Euro erhalten.
Selbst wenn man diesem Gedankenkonstrukt ein wenig folgt, sieht heute die Lage sehr viel anders aus. Es gibt auch für Vollzugsbeamte die Möglichkeit der Lebensarbeitszeitverlängerung (dann sogar mit einer Zulage von 20 Prozent!). Außerdem gehen viele, die es wollen, auch noch anderen Tätigkeiten nach, sodass sie mit wenig Aufwand leicht wieder ihre 100 Prozent erreichen können.
…
Das dysfunktionale System der Altersversorgung gehört tatsächlich und schon längst auf die Tagesordnung. Wenn die derzeit Begünstigten – und das sind auch die „Mächtigen“ – nicht bereit sind, einen ehrlichen Kassensturz zu machen, und die derzeitige Lage nicht offen und für alle verständlich dargelegt wird, werden wir weiterwursteln. Leider ist es nicht zuletzt der hartnäckige und nicht selten künstlich hergestellte Dauerkrisenmodus, der verhindert, dass wir in voller Verantwortung auch für viele zukünftige Generationen und nach gewissenhafter Abwägung der möglichen Wege kluge und faire Entscheidungen treffen.
Ich schlage einen Bürgerrat vor, bestehend aus per Los ausgewählten Menschen, der wesentliche Elemente einer Reform diskutiert und dann konkrete Vorschläge macht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei der großen Klarheit der Schieflagen bei einem solchen Verfahren keine praktikablen und von den meisten als gerecht empfundenen Ergebnisse auf den Tisch kommen. Allein, es wird nicht passieren.
… Alles vom 30.5.2025 von Jochen Sindberg bitte lesen auf
https://www.berliner-zeitung.de/open-source/skandaloese-umstaende-deshalb-fordert-ein-verrenteter-polizeibeamter-eine-rentenform-li.2326363
Jochen Sindberg war bis April 2025 Leitender Kriminaldirektor im Landeskriminalamt Berlin, überdies bis 2018 Leiter der Polizeiakademie
Warum die Renten so niedrig sind – und wie sich das Problem vielleicht elegant lösen lässt
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Vielleicht sind ja Kampfeinsätze in der Ukraine die Lösung? Das Hauptproblem geringer Renten ist der immer spätere Berufseinstieg. In meiner Generation begann die klassische Start ins Berufsleben mit der Aufnahme einer Berufsausbildung mit 15 Jahren; heute trifft das nur noch für 0,2 Prozent (!) eines Jahrgangs zu. Mit 18 Jahren haben 26,5 Prozent eine solche Tätigkeit, mit 20 Jahren erst die Hälfte. Es dauert bis zum 30. Lebensjahr, bis dann 71,9 Prozent eines Jahrgangs sozialversicherungspflichtig arbeiten – und ab da sinkt der Anteil wieder Jahr für Jahr: Im Alter von 60 Jahren arbeiten nur noch 59 Prozent sozialversicherungspflichtig, wie diese Statistik der Bundesarbeitsagentur zeigt. Ein Arbeitsleben schrumpft damit inzwischen auf nur noch 30 bis 35, allenfalls 40 Jahre. Gleichzeitig sinkt die Wochenarbeitszeit und steigt die Teilzeitquote. Mit dieser Beitragsdauer und den Beitragshöhen lassen sich für den, der dereinst vorzeitig das Handtuch wirft, natürlich keine großen Sprünge machen.
Aber es gibt ja für (fast) alles eine Lösung – und eben auch dafür, trotz wenigen Beitragsjahren mit einer kleinen oder gar keiner Rente auszukommen. Nebenbei könnte man so gleichzeitig die Träume der Außenministerin und vieler anderer Politiker erfüllen: Was in Afghanistan geklappt hat, nämlich unsere „Freiheit am Hindukusch zu verteidigen“, lässt sich doch auch etwa in der Ukraine wiederholen!? Dort sind doch angeblich unsere “Werte“ gefragt… Na denn, auf geht’s: Ab an die Front für deutsche Männer! Im noch kriegstüchtigen Alter haben sie ihr Geld dann wenigstens einmal mit ehrlicher Arbeit verdient und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt… und hindert man sie daran, das Rentenalter zu erreichen, lassen sich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die den „Freiheitskampf“ nicht überleben, brauchen keine Renten mehr, und ihre zuvor einbezahlten Beiträge tun anderen gut. Und: Die Gefallenen lassen sich gleichzeitig von der Politik als Kriegshelden für ihre „gute Sache“ einspannen, während die dem Schlachtfeld (beziehungsweise Schlachthof) mit Traumata Entkommenen dafür sorgen, dass unseren Chirurgen, Prothesenherstellern und Psychotherapeuten hierzulande nicht langweilig wird.
… Alles vom 8.12.2024 von Albrecht Künstle bitte lesen auf
https://ansage.org/warum-die-renten-so-niedrig-sind-und-wie-sich-das-problem-vielleicht-elegant-loesen-laesst/
Rentenversicherungs-, Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz
Patricia Schlesinger, die ehemalige Rundfunkintendantin, der ihre Geldgier zum Verhängnis geworden ist, gibt ein Beispiel. Sie zog vor Gericht, um ihre maßlosen Versorgungsansprüche in Höhe von gut 20.000 Euro – monatlich, nicht etwa jährlich! – einzuklagen, das Zehn- bis Fünfzehnfache der sogenannten Eckrente. Wie viele Rentenarbeiter demnächst schuften müssen, um diese Summen Monat für Monat und Jahr für Jahr aufzubringen, wissen wir nicht, werden wir wohl auch nie erfahren, weil die riesigen Umverteilungs-Ströme, die den einen geben und den anderen nehmen, unterirdisch fließen.
Wenn sie ans Licht treten, weiß kein Mensch, woher sie kommen, wer was zu ihnen beigetragen hat und wer von ihnen profitiert. Die Rentenversicherung arbeitet zeitversetzt, sie hat die Ausbeutung durch die Transferausbeutung ersetzt, durch die moderne, anonyme, unsichtbare Form von Sklaverei.
Daß ein Koloß, der von immer weniger jungen Leuten verlangt, immer mehr Alte auskömmlich zu versorgen, auf tönernen Füßen steht, weiß jedes Kind. Die Zeit rückt näher, in der diese Wahrheit offenbar werden und die Kinder rebellisch machen könnte. Um das zu verhindern, hat der Bundestag immer wieder neue Ablenkungsmanöver ersonnen, eines der letzten war das Rentenversicherungs-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz, ein Monstrum von fünfundzwanzig Silben. Aber auch dieses Monstrum wird an der versicherungsmathematisch garantierten Wahrheit, daß der Generationenvertrag ein Betrug und die Rentenversicherung pleite ist, nicht viel ändern. Die Sicherheit, die Norbert Blüm und alle seine Nachfolger den Rentnern versprochen haben, gibt es nicht. Sicher ist nur, daß die Kranken, die Hinfälligen und die Hochbetagten von morgen erheblich schlechter dastehen werden als die von heute. Und daß die nachwachsenden Generationen für dies beschämende Ergebnis staatlicher Prophylaxe immer mehr aufbringen müssen als alle ihre Vorgänger.
Denn jetzt erreicht die Nachkriegsgeneration der sogenannten Babyboomer den sogenannten Ruhestand. Keine Generation hat weniger für Kinder getan als sie, keine hat aber auch üppigere Renten- und Pensionsansprüche angehäuft als sie: Ansprüche, die nun gewahrt, gesichert und bedient werden müssen – von Kindern, die sie selbst nicht hatten. Deswegen mogeln sie.
Er kenne keinen Enkel, hat Sozialminister Hubertus Heil behauptet, der seinem Großvater die Rente mißgönne. Warum sollte er auch? Er zahlt ja nur zurück, was er bekommen hatte, die Rechnung stimmt also. Im Fall der sozialpolitischen Schnäppchenjäger, die ernten wollen, wo sie nicht gesät hatten, stimmt die Rechnung aber nicht. Damit sie trotzdem aufgeht, wird umverteilt. Ohne den harten Rückgriff auf das Zukunft-Kapital der Kinder stünden die Rentenpolitiker schon bald mit leeren Händen da. Um das zu vermeiden, müssen die Kinder allen gehören. Und deshalb investiert der Staat in Kinder.
… Alles vom 28.6.2024 von Konrad Adam bitte lesen in der F 27/24, Seite 18
https://www.junge-freiheit.de
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Dr. Konrad Adam, Jahrgang 1942, war Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Chefkorrespondent der Welt.
Renten in Österreich und in der Schweiz viel höher als in Deutschland
Während in Frankreich mit harten Bandagen über eine Rentenreform gerungen wird, scheint hierzulande alles ruhig. Ab und zu ertönt der Ruf nach einem höheren Renteneintrittsalter. Die Regierung konzentriert sich auf eine Aktienrente, die aber erst in 20 Jahren wirksam wird. Doch die Ruhe könnte sich rächen. Die demografischen Probleme werden zunehmen, wenn die Babyboomer in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Und schon heute reichen die Renten vieler Menschen kaum zum Leben. Da lohnt ein Blick nach Österreich und in die Schweiz, wo die Menschen im Alter wesentlich besser abgesichert sind. Für Deutschland sind die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sehr ernüchternd. Ende 2022 mussten 4,9 Millionen Rentnerinnen und Rentner mit weniger als 1000 Euro netto auskommen. Nach einer Prognose der Statistiker werden 40 Prozent aller heute vollbeschäftigten Frauen aufgrund ihrer niedrigen Löhne ebenfalls mit einer Rente von weniger als 1000 Euro netto leben müssen, auch wenn sie 40 Jahre gearbeitet haben. Dagegen erscheinen Österreich und die Schweiz wie Paradiese für Ältere. Nach Angaben der Rentenexperten Dagmar Hühne und Holger Balodis liegen die Durchschnittsrenten in Österreich um 700 Euro pro Monat höher als in Deutschland – und sie werden 14mal im Jahr ausbezahlt. Es gibt also eine Urlaubs- und eine Weihnachtsrente zusätzlich. Wie schaffen die das? Zum einen, indem die Arbeitnehmer einen Rentenbeitrag von 10,25 Prozent vom Lohn entrichten, in Deutschland sind es nur 9,3 Prozent. Die österreichischen Arbeitgeber sind sogar mit Beiträgen von 12,55 Prozent dabei. Und sie beklagen sich dennoch kaum über eine geringere Konkurrenzfähigkeit.
Wichtiger ist jedoch ein zweiter Faktor: Österreich hat es über die Jahre geschafft, alle Berufsgruppen nach und nach in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen: Angestellte, Beamte, Politiker, Selbstständige, Unternehmer und auch Geringverdiener. Auf diese Weise ist die finanzielle Basis der Rentenversicherung viel breiter als in Deutschland. Sonderregelungen gibt es nur noch für ältere Beamte. Das Resultat höherer Beiträge und einer breiteren Finanzierungsbasis sind wesentlich höhere Renten für alle.
Interessant ist auch das Dreistufenmodell der Altersversorgung in der Schweiz. Alle erwachsenen Personen zahlen 4,35 Prozent in die Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung ein, ihre Arbeitgeber ebenso – und dies ohne Beitragsbemessungsrenze nach oben. Daraus erhalten alle Schweizer eine Mindestrente von umgerechnet 1250 Euro monatlich, die meisten mehr. Dazu kommt eine verpflichtende berufliche Vorsorge mit Lohnbeiträgen von mindestens 3,5 Prozent gleichermaßen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dieses Geld fließt in überbetriebliche Kapitalanlagen.
Eine freiwillige Vorsorge gibt es außerdem. Doch auch jene Schweizer, die nur die verpflichtenden Stufen der Altersversorgung bedienen, verfügen im Durchschnitt über mindestens doppelt so hohe Renten wie Deutsche. Dabei liegt das Renteneintrittsalter in der Schweiz und in Österreich nicht bei 67, sondern bei 65 Jahren. Deutsche Sozialpolitiker könnten also von Österreich und der Schweiz lernen. Man stelle sich nur vor, sie erweitern die Altersversorgung um zwei Elemente: Zum einen werden Jahr für Jahr alle Beschäftigten in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen – nachrückende junge Beamte ebenso wie Selbstständige, Politiker, Unternehmer und Geringverdiener mit Minijobs.
Selbst wenn man berücksichtigt, dass die jungen Beamten, die Selbstständigen, die Unternehmer und die Geringverdiener im Alter eine Rente erhalten, würde die Rentenversicherung in Zukunft viel mehr Geld einnehmen als heute. Dazu könnte nach dem Vorbild der Schweiz eine paritätisch finanzierte Aktienrente kommen, die zum Beispiel so funktioniert: Es werden zusätzliche Lohnbeiträge von 1,5 Prozent erhoben, jeweils für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Diese fließen in einen staatlich betriebenen Anlagefonds. Er investiert das Geld breit in deutsche Aktien. Die Gewinnanteile werden als zusätzliche Altersvorsorge für die Begünstigten angespart und bei Rentenbeginn ausbezahlt. Die Förderung der Riesterrenten läuft dagegen aus. Zugegeben, es erfordert Mut, diese Reformen durchzusetzen. Doch der Lohn wären höhere Renten für alle, weniger Privilegien für Wenige und eine Beteiligung der Älteren am wirtschaftlichen Reichtum.
… Alles vom 15.4.2023 von Wolfgang Kessler bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/von-den-nachbarn-fuers-alter-lernen–254671081.html
Wolfgang Kessler ist Wirtschaftspublizist und ehemaliger Chefredakteur des christlichen Publik-Forums
Eine soziale Zeitbombe – Rente in Gefahr – Migrantenrente
Dieter Stein
Helle Aufregung löst die Nachricht aus, die Bundesbank sehe in einer Analyse die gesetzliche Rente in Gefahr – und plädiere langfristig für die Anhebung des Rentenalters auf 69 Jahre. Doch überraschend kommt diese Entwicklung nicht. Seit Jahrzehnten sehen wir die Folgen des demographischen Niedergangs auf uns zukommen. Teilweise wurde deshalb auch schon darauf reagiert – unter anderem ist das Renteneintrittsalter bereits in den vergangenen Jahren angehoben worden. Eine wachsende Zahl von Rentnern wird in den kommenden Jahren in die „Grundsicherung im Alter“ (Hartz- IV-Niveau) rutschen, obwohl sie ihr Leben lang gearbeitet haben. Diese Tatsache ist nicht nur materiell schwierig, sie ist auch demoralisierend, weil die Betroffenen das Gefühl haben können, sie hätten das Arbeiten auch bleiben lassen können – schließlich bekommen diejenigen, die ihr Leben lang nicht gearbeitet haben, am Schluß ebenfalls Grundsicherung. Hinzu kommt der zusätzlich entwürdigende Effekt, daß die Grundsicherung erst bezogen werden kann, wenn Ersparnisse aufgebraucht sind.
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Als besonders empörend empfinden nicht wenige Bürger, daß Migranten, die vielleicht erst mit den jüngsten Einwanderungswellen nach Deutschland kamen, in gleichem Maße anspruchsberechtigt sind. Neben den kulturell-sozialen Veränderungen, die Masseneinwanderung mit sich bringt, löst dies zusätzlich ein Gefühl der Entsolidarisierung, quasi einer sozialen „Ausbürgerung“ aus
… Alles von Dieter Stein vom 25.10.2019 in: Junge Freiheit, Seite 1
Raffelhüschen: Für Grundrente kein Bedarf
Das fängt mit dem Lebensleistungsprinzip bei der Rentenversicherung an. Wer gearbeitet hat und für 900 Euro Rentenanspruch eingezahlt hat, bekommt 900 Euro Rente. Werden Heils Pläne umgesetzt, bekommen aber auch Leute, die nur für 800 Euro eingezahlt haben, 900 Euro Rente. Das ist nicht zu verstehen.
Das zweite ist das Grundsicherungsprinzip. In der Grundsicherung, dem letzten sozialen Netz in Deutschland, werden alle Menschen gleich behandelt. Der arme Junge so wie der arme Alte, die arme Frau wie der arme Mann, der arme Ostdeutsche wie der arme Westdeutsche. Wenn ich nun die armen Alten anders behandele als die armen Jungen, werden sofort andere Gruppen ebenfalls eine Sonderbehandlung fordern. Das dritte, was Hubertus Heil bricht, ist wahrscheinlich das Schlimmste: Das, was er gerecht nennt, ist schlicht ungerecht. …
Den Verzicht auf eine Bedürftigkeitsprüfung. Hubertus Heil rechnet mit bis zu vier Millionen Menschen, die von seiner Grundrente profitieren. Bei einer bedürftigkeitsgeprüften Grundsicherung wären es nur 300 000. Und zwar nur jene, die über kein Vermögen, keine anderen Einkünfte und keinen Ehepartner mit auskömmlichen Rentenansprüchen verfügen. Das bedeutet, dass bei Hubertus Heil 3,7 Millionen Menschen eine aufgestockte Rente bekommen, obwohl sie gar nicht arm sind. Die Zahnarztgattin braucht wirklich keine Aufstockung.
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Die Altersarmut in Deutschland beträgt drei Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, einen armen Alten zu treffen, liegt also bei drei Prozent. Bei einem armen Normalbürger liegt die Wahrscheinlichkeit bei über sieben Prozent. Es gibt keine Altersgruppe, die weniger von Armut bedroht ist, als die Alten. …
… Komplettes Interview mit Prof Raffelhüschen vom 5.2.2019 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/alter-ist-kein-verdienst
Bernd Raffelhüschen (61) ist Professor für Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.


