Depression

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Roturach – Seitental vom Uracher Tal zwischen Linachtal und langenordnachtal im Februar 2008

 


  • Depression ist eine Volkskrankheit. Die mit den höchsten Zuwachsraten, meldet die Weltgesundheitsorganisation. Jede vierte Krankschreibung in Deutschland hat direkt oder indirekt mit Seelenstress zu tun.

    Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation leiden rund 4,5 Millionen Deutsche an Depressionen. Dabei tritt sie bei Frauen doppelt so häufig auf wie bei Männern. Die Medizin bietet jedoch gute Behandlungsmethoden mittels Psychotherapie oder Medikamenten.

    Kanonenplatz am Freiburger Schloßberg 12.2.2010: – Schauen und Nachdenken

    Das Gefühl kennen wir alle: Die Welt ist schlecht! Mit geht’s mies und das wird bestimmt auch nie wieder besser. Übel drauf ist jeder mal, manchmal auch etwas länger, vor allem wenn etwas Schlimmes passiert ist. Ist das dann schon eine Depression oder einfach nur mal schlechte Laune?

 

Mehr Konsum macht nicht glücklich – Depression nimmt zu
Obwohl sich das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland seit 1970 verfünffacht hat, geht es den Menschen nicht besser. Im Gegenteil: Ängste, Depressionen und Überforderung nehmen zu.

 

 

Selbsthilfegruppe für an Depression erkrankte Männer in Freiburg

Männergruppe, Selbsthilfegruppe für an Depression erkrankte Männer und
Männer mit an Depression erkrankten Angehörigen.
Freiburg-Oberwiehre/Waldsee, Einkauszentrum ZO, Schwarzwaldstrasse 78 d,
alle 2 Wochen Mo 20:00 – 22:00 Uhr.
https://stefan-maise.de/selbsthilfegruppe.html
https://stefan-maise.de/selbsthilfegruppe.html,
Kontakt: stefanmaise at googlemail.com, Tel 0761-8704716,
https://buendnis-depression.de/depression/bilder/freiburg_maennerdepression_Web_Jan11.pdf

Die Männergruppe hat noch freie Plätze.

Nützliche Links für Depressive und Angehörige aus Freiburg und Umgebung.
https://www.sho.rtlink.de/DepriFreiburg
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Depression als Volkskrankheit – Dresdner Hygiene-Museum zur mentalen Gesundheit
Jeder Vierte erkrankt im Laufe seines Lebens einmal an einer Depression. Im Gegensatz zu physischen sind psychische Erkrankungen zumeist nicht sichbar. Und man spricht nicht darüber, es ist Tabu.
14.4.2026
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Wenn eine Herrenjacke der Psyche hilft
Ausstellung: Das Dresdner Hygiene-Museum lädt zu einer Schau über mentale Gesundheit ein
Es muss hoch hergegangen sein in Sachen mentaler Gesundheit im Deutschen Hy­giene-Museum Dresden. Das deutet Su­sanne Knappe, Professorin an der Evange­lischen Hochschule und Mitglied eines 23köpfigen Beratergremiums, anlässlich der Eröffnung der Sonderausstellung „Wie geht`s?“ an. Die hochka­rätig und allumfassend besetzte Kommission, der auch Vertreter von den Vereinen Bundesverband Trans*, „Gerede“ und „Kompetenznetz Einsamkeit“ angehörten, war offenbar mit dem vorgestellten Konzept überhaupt nicht einverstanden. Letztlich wurde alles verworfen und neu gedacht.
Und wie immer die alte Konzeption ausgese­hen hat, die umgesetzte kann sich sehen lassen und bietet einen niederschwelligen Einstieg in ein kompliziertes Thema. Die mentale Gesundheit beziehungsweise die hohe Anzahl in irgendeiner Form psychisch Erkrankter ist ein hoch aktuelles Problem in modernen Industriegesellschaften. Be­sonders junge Menschen sind betroffen. „Was ist die Zukunft wert, wenn schon die Gegenwart so auf die Seele drückt“, lassen die Krimiautoren in einer der zahlreichen TV-Polizeiserien ihre Kommissa­re nach Abschluss eines Falls etwas ratlos fragen.
Psychische Belastungen nehmen in Krisenzeiten zu

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben weltweit eine Milliarde Menschen mit psychischen Problemen. In Deutschland er­krankt jeder vierte Erwachsene im Laufe seines Lebens. Psychische Erkrankungen treten genauso häufig auf wie physische, nur sind sie meistens nicht so sichtbar. Und obwohl das Bewusstsein für psychische Erkrankungen wächst, ist das Sprechen darüber für viele nach wie vor ein Tabu, sei es aus Angst vor Reaktionen aus dem sozialen Umfeld oder vor dem Verlust des Jobs. Während Erkran­kungen wie Depression, Burnout oder ADHS zu­nehmend gesellschaftlich akzeptiert werden, erfah­ren etwa Psychosen oder Suchterkrankungen sogar eine stärkere Stigmatisierung.

Die Grenze zwischen gesund und krank sei flie­ßender als man denke, sagt Museumsdirektorin Iris Edenheiser. Und Knappe fragt provokant, wenn lediglich 20 Prozent der Menschen keine psychi­schen Erkrankungen hätten, vielleicht seien diese dann „nicht normal“?
Fest steht, die deutliche Zunahme psychischer Belastungen ist eine Folge der staatlich verordneten Vereinsamung in der Pandemiezeit, der Digitalisie­rung des Alltags, des immer stärkeren Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI), der Angst vor einem neuen Weltkrieg und globalen Krisen. Alle einst als sicher geltenden Maßstäbe werden hinterfragt. Und ein wenig trägt auch das Hygiene-Museum zur Verunsicherung bei, indem es weiterhin flei­ßig gendert. Aber zum Glück hat der Besucher die Möglichkeit, sich das, was die beiden Kuratorinnen Clarissa Lütz und Rebekka Rinner mit ihrer Schau vermitteln wollen, auch mittels „Deutsch in einfa­cher Sprache“ mitteilen lassen zu können. Oder er verzichtet ganz auf Erläuterungen und nimmt die Ausstellung nur mit seinen Sinnen wahr.
Bereits im Eingangsbereich kann der Besucher seiner Umgebung kund tun, wie er gerade drauf ist. Er muss nur auf einen Knopf drücken und schon erscheint die Welt in roter, blauer oder grüner Farbe. Anschließend kann er sich durch ein engen Eingang in den Bereich schieben, der unter dem Motto „Ich sehe was, was du nicht siehst“ steht. Er kann per Buzzer in einem Quiz sein Wissen über­prüfen, in einem Sessel Platz nehmen, der den darin Sitzenden immer mehr umarmt oder sich schließ­lich, mental erschöpft, auf ein riesiges Himmelbett mit Tüllvorhängen und weichen Kissen fallen las­sen und dort bis zur Schließstunde liegen bleiben – insofern zuvor die Schuhe ausgezogen wurden.
Was als Krankheit definiert wird, unterliegt dem Wandel

Die Palette der künstlerischen, medialen, inter­aktiven und inklusiven Zugänge der Schau ist bunt und vielfältig. Es werden wissenschaftliche Theori­en erläutert, Irrtümer benannt und erschreckende Statistiken aufgefahren. Eine ganze Wand füllt die internationale statistische Klassifikation der Krank­heiten, ein weltweit genutztes Verzeichnis für me­dizinische Diagnosen, erstmals 1893 erschienen. Und auch hier ist alles im Wandel. Etwa alle 30 Jahre wird das System überarbeitet, verschwinden Diagnosen oder Kriterien, werden umformuliert oder durch neue ergänzt. Grundlage hierfür sei der Forschungsstand, aber auch der gesellschaftliche Kontext. Denn auch was als Krankheit definiert wird, unterliegt dem Wandel kultureller und ethi­scher Vorstellungen, wie beispielsweise der Doku­mentarfilm „Die sexuelle Provokation – Magnus Hirschfeld und die Geschlechter“ zeigt, der im umfassenden Begleitprogramm der Ausstellung seine Premiere feierte.
Was die Ausstellung ausspart, aber auch einer Thematisierung wert gewesen wäre, ist die heuti­ge Smalltalk-Floskel „Wie geht’s?“. Denn in dieser prallen die Lebenswirklichkeiten der DDR-Bürger auf die der im Westen Sozialisierten. In Springers „Gänsefüßchenland“, wo die Werktätigen auf ihre Unterdrückung und die nur scheinbar existierenden sozialen „Errungenschaften“ seit der Niederschla­gung des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 mit ei­nem permanenten Bummelstreik reagierten, nahm man sich tatsächlich noch Zeit, auf die Frage „Wie geht’s?“ mit einer umständlichen Litanei zu ant­worten. Der alltägliche Schwatz mit dem im Kiez lebenden ersparte seinerzeit häufig den Psychiater.
In der Schau nehmen die beiden Kuratorin­nen die inzwischen zur Floskel degenerierte Fra­ge auf, indem sie die drei Kapitel „Ich fühle was, was du nicht siehst“, „Danke der Nachfrage“ und schließlich „Mal so, mal so“ überschrieben haben. Im dritten Teil liegt der Fokus auf Strategien der Bewältigung. Hier kommen auch konkrete Men­schen mit ihren eigenen psychischen Krisenerfah­rungen zu Wort.

Genau das kommt der Ausstellung zugute, dass auch Menschen mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen die Vorbereitungen beratend beglei­tet haben und sich deren Perspektiven in vielen In­terviews, persönlichen Objekten und Geschichten wiederfinden. In einer Vitrine liegt beispielsweise das Tagebuch der Dresdnerin Lee Ann S. Es hält „persönliche Momente, Ängste und kleine Hoff­nungen auf dem Weg zur Heilung fest“, schreibt dazu die Dreißigjährige.
Es begleitet mich durch Phasen der Belastung, der Ruhe und der Lichtblic­ke. Es diente dazu, Gefühle und Erlebnisse, aber auch Ziele, Erfolge und Rückschläge zu notieren und später wieder abzurufen.“ Von Anke S. dagegen stammt eine Jacke, einst ein Geschenk der älteren Schwester an die damals Zwölfjährige: „Die Jac­ke gibt mit Wärme, Schutz und sie macht meine Weiblichkeit durch ihre Weite unsichtbar“, notiert die inzwischen 38jährige für die Museumsbesucher: „Mit der Herrenjacke war ich neutral – quasi in einem asexuellen Raum. Gleichzeitig fühlte ich mich stärker.“
„Wir wollen für Erkrankungen sensibilisieren, die bei vielen nicht offen zutage treten, aber immer mehr um sich greifen“, sagt Direktorin Edenhei­ser. Menschen mit psychischen Problemen seien als „Wissensträger“ wichtig und die Gesellschaft müsse lernen, ihnen zuzuhören. Psychologin Knap­pe lobt die Ausstellung als „einen Meilenstein“ in der Diskussion über die psychische Gesundheit.
… Alles vom 1.4.2026 von Paul Leonhard bitte lesen in der JF 15/6 Seite15

Die Ausstellung „Wie geht‘s“ über mentale Ge­sundheit ist bis zum 4. April 2027 im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1, täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet 12 Euro (ermäßigt 6 Euro). https://www.dhmd.de

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