B31

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B31 – von Osten nach Westen durch Freiburg hindurch (Skizze des RP von 1999)

 

B31Ost – zwischen Freiburg und Hochschwarzwald

Früher einmal hieß es: Der Verkehr muß um Freiburg herum geführt werden, der Roßkopf-Tunnel wird gebaut.  Heutzutage baut man die neue B31 mitten durch das Dreisamtal und die Stadt Freiburg hindurch.
Und in Zukunftwie wird man dann urteilen …?

 

                             
(1) B31 durch Freiburg –                             (2) B31 durch Freiburg –
Blick von Ost nach West 12/1999             Blick von West nach Ost 5/1999

 

Neuer Film von Siegfried Held dokumentiert Protest gegen B 31-Ost
Eine Menschenkette bis Kirchzarten, ein Kultursommer im Zelt, besetzte Bäume im Konrad-Guenther-Park, ein Spatenstich mit beleidigten Prominenten – die Doku von Filmemacher Sigfried Held weckt Erinnerungen an den Protest gegen die neue B31-Ost in den 90er Jahren. Zur Premiere am Dienstagabend kamen alte Mitstreiter und ganz neue. Denn nach dem Kampf ist vor dem Kampf: jetzt gegen den geplanten Stadttunnel.
Siggi Held, einst Sport- und Mathelehrer an der Staudinger-Gesamtschule, hat als Pensionär seinen vierten Film fertiggestellt. „Freiburger Bewegungen“ nennt er die Reihe. Nach Wyhl, Berufsverboten und Häuserkampf widmete er sich nun dem Widerstand gegen die B31-Ost, die seit fast 20 Jahren durchs Dreisamtal und zwei Tunnel nach Freiburg führt. DGB, VCD, BUND und Nabu luden zur ausgebuchten Filmpremiere ins DGB-Haus.

An seiner Haltung lässt Filmautor Held keinen Zweifel. Die historischen Fotos und Filmsequenzen zeigen weitgehend die Perspektive der Straßengegner. Dazwischen montiert sind Zeitungsartikel und Zeitzeugeninterviews. Interessant und erhellend ist das allemal.
Die junge Ellen Koppitsch, heute Mitglied des Freiburger BUND-Vorstands, schildert frei von der Leber weg, wie damals in der Umwelt- und Projektwerkstatt 200 Leute im Alter von 15 bis 25 Jahren „ohne Erwachsene etwas auf die Beine stellten“. Eine bunte Mischung sei das gewesen, „mit Schwerpunkt Anarcho“. Die Älteren engagierten sich in der Bürgerinitiative.
Uli Weyer, damals Anfang 20 und Schreinergeselle, erinnert sich an die Nacht, in der generalstabsmäßig die Bäume im Konrad-Guenther-Park besetzt wurden. Professionelle Baumpfleger gaben Tipps für den ökologisch korrekten Baumhausbau. „Das könnte die erste Baumbesetzung Deutschlands gewesen sein.“ Die endet mit der Räumung am 29. Oktober 1996 – am Geburtstag von Ellen Koppitsch. Eine Torte mit Kerzen gab es nicht, erzählt sie später im Gespräch mit der BZ.
Die BI mit Reiner Ehret, Helmut Thoma und Christof Thauer agierte auf der politisch-sachlichen Ebene. „Wir waren das ZK“, sagt Barbara Kleiber, heute Logopädin und im Vorstand der Kulturliste. Das schützte aber nicht davor, auch mal von der Polizei „schmerzhaft abgeführt“ zu werden, wie sich der heutige Grünen-Stadtrat Thoma erinnert. Man sieht ihn, wie er mit Megaphon und vollem, dunklen Haar eine Protestgruppe anführt.
Turbulent verläuft der Spatenstich am 17. März 1994. Gegen Buhrufe und Pfiffe versuchen sich der damalige Oberbürgermeister Rolf Böhme, Ministerpräsident Erwin Teufel und Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann vergeblich Gehör zu verschaffen und schaffen es in die Fernsehnachrichten. „Blass um die Nase“ seien sie gewesen, kommentiert der Reporter – und das Publikum im DGB-Haus amüsiert sich.

Zu Wort kommen auch Befürworter der neuen B31: Sebastian und Konrad Haury aus Ebnet. Durch den Ortsteil rollte damals die Blechlawine. „Die Straße war unmöglich.“ Häuserwände seien schwarz vor Ruß gewesen, leere Lastwagen krachten nachts über die Fahrbahn – „tack, tack, tack, tack“. Die gegründete „Notgemeinschaft“ demonstrierte für den Bau der neuen B31 im Osten.
Einige junge Ebneter gingen subversiv zu Werke und bremsten den Verkehr mit dem Traktor herunter. Filmemacher Held belässt es nicht bei anekdotischen Aneinanderreihungen, sondern bringt Wirtschaftssystem und Lobbyismus als Motor des Straßenbaus ins Spiel. „Die Industrie verlegt ihre Lagerhaltung auf die Straße“, sagt zum Beispiel der frühere grüne Europa-Abgeordnete Wilfried Telkämper.
Uli Weyer, der Schreinergeselle, spannt im Film den Bogen zur Gegenwart. „Der Stadttunnel“, sagt er, „ist die logische Folgerung.“ Das Projekt war damals aus Kostengründen abgetrennt worden und blieb es für Jahrzehnte. Er soll den Verkehr unter Freiburg durchführen und hat höchste Priorität im Bundesverkehrswegeplan. Die veraltete Kostenschätzung liegt bei 325 Millionen Euro. „Bei mir sträubt sich da alles“, sagt Weyer im Film.
So geht es auch Siegfried Held. In der anschließenden Diskussion wünscht sich der Filmemacher eine Bewegung gegen den Stadttunnel. „Aber ich glaube nicht, dass sie zustande kommt.“ Prominente Fürsprecher gibt es inzwischen, wie zum Beispiel Ex-SC-Trainer Volker Finke und seine Frau Reinhild Dettmer-Finke, ebenfalls Filmemacherin, aber auch Wilfried Telkämper: „Es braucht die Verkehrswende.“
… Alles vom 16.9.2021 von Uwe Mauch bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/eine-neue-doku-zeigt-deutschlands-erste-baumbesetzung-und-der-protest-gegen-die-b-31-ost–204862371.html

Viele Infos und Bilder zum Bau der B31-Ost zwischen Freiburg-Oberau (Maria-Hilf-Kirche) und Kirchzarten im Zeitraum 1996 – 2002 finden Sie auf:
https://www.freiburg-schwarzwald.de/b31freiburg/index.htm

 

Rolf Böhme: Gezielte Fehlinformationen zur  B31-Ost

Zum Interview mit Ex-Oberbürgermeister Rolf Böhme (BZ vom 6. August 2014): Als Ex-SPD-Mitglied kenne ich seit 55 Jahren Rolf Böhme aus unserer gemeinsamen kämpferischen Zeit als Jungsozialisten. Trotz vieler – nicht aller – politischer Meinungsunterschiede hatten wir in diesen Jahrzehnten bei gegenseitigem Respekt ein freundschaftliches Verhältnis zueinander beibehalten. So wie ich ihn kenne, würde er von sich nie behaupten, in seinem politischen Handeln stets fehlerlos entschieden zu haben. Doch – und darum dieser Leserbrief zum Interview – zu seiner Amtszeit als Oberbürgermeister von Freiburg will ich hier seinen, meines Erachtens „großen Sündenfall“ hervorheben, den er allerdings so nicht sieht. Es geht um die von ihm trickreich durchgesetzte angebliche „Umgehungsstraße B 31-Ost-neu“. Sicher, die Anwohner des östlichen Teils der Schwarzwaldstraße, ebenso die Bürger des Stadtteils Ebnet, sind durch den Stadttunnel vom Durchgangsverkehr entlastet. Soweit so gut, doch große Teile des Konrad-Guenther-Parks mit seinem alten Baumbestand verschwanden und die Bürgerschaft wurde durch gezielte Fehlinformationen gegeneinander ausgespielt. Um die von der politischen Obrigkeit gerne erhoffte Vergesslichkeit und um die logische Unwissenheit einer nachfolgenden neuen Generation wenigstens ein klein wenig zu durchkreuzen, möchte ich daran erinnern, dass 1974 alle im Gemeinderat damals vertretenen politischen Parteien (CDU, SPD, FDP) lautstark und unmissverständlich in ihren Wahlaussagen zur damals bekannten und sich verschärfenden Verkehrssituation in Freiburg bekundeten, dass für sie nur die Nordumgehung (Roßkopftunnel) in Frage komme. Die jetzt im April 104 Jahre alt gewordene einstige SPD-Stadträtin Gertraude Ils würde, wenn sie durch ihr hohes Alter nicht daran gehindert wäre, unüberhörbar davon berichten, wie in jener Zeit von der Stadtobrigkeit getrickst wurde, um der Bevölkerung zu verschweigen, dass diese „Umgehungsstraße B 31-Ost“ dem einzigen Zweck diente, eine „verkehrswichtige überregionale Verkehrsachse mit Anschluss an das französische Nationalstraßennetz“ zu sein. Diese vom damaligen Bundesverkehrsminister Wissmann vorgegebene Richtlinie an das Regierungspräsidium Freiburg verschwieg seinerseits Rolf Böhme und ging sogar soweit, die Variante Nordumgehung/Roßkopf als „blühenden Blödsinn“ abzuqualifizieren. Ich bin mir sicher, würde seine in ruhiger Umgebung in der Mittelwiehre liegende Villa, die ich ihm auch gönne, an den Dreisamufer-Straßen liegen: Diese Bundesstraße wäre nie gebaut worden. Trotz allem Respekt vor Böhmes Lebensleistung: Diesen Sündenfall kann ich nicht vergessen, wenn ich täglich die Lkw-Schlangen mitten durch die Stadt bis zum Tunnel sehe. Trotzdem sehe ich keinen Grund, Rolf Böhme nicht an der Seite seiner Frau noch viele allseits gesunde Jahre zu wünschen.
15.9.2014, Wolfgang Schmidt, Freiburg

https://www.badische-zeitung.de/freiburg/freiburgs-alt-ob-boehme-feiert-80-geburtstag-ein-blick-zurueck–88403072.html

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B31 – In Ost-West-Richtung weder Autobahn noch Eisenbahn
Die ganze B31 Problematik ist irgendwie symptomatisch für Südbadische Politik. Die große Lösung (Schwarzwaldautobahn) wollten viele, viele jedoch nicht und die Nein-Sager haben sich dann durchgesetzt. Das Problem mit dem West-Ost Verkehr war damit zwar nicht gelöst, aber wie üblich in unserer Region, hat man es erst einmal ignoriert um es dann scheibchenweise anzugehen. Statt die Schwarzwaldautobahn weitestgehend durch unbesiedeltes Gebiet zu bauen, hat man dann sukzessive die B31 ausgebaut. Breiter, mit mehr Fahrspuren und schön durch oder eng um die Orte herum. Das Zwischenergebnis ist eine mit viel Geld teilweise ausgebaute Bundesstraße, die – noch immer unfertig – hier und da Charakteristika einer Autobahn aufweist, mit entsprechend gut fließendem Verkehr, aber an vielen Stellen eben noch eine schlecht ausgebaute olle Bundesstraße ist, die eben an diesen Stellen Anwohnern und Nutzern Probleme bereitet. Wir haben also für viel Geld keine neue und die Ortschaften umgehende Schwarzwaldautobahn bekommen, sondern eine wahrscheinlich genauso teure Murks-Kompromisslösung á la Südbaden (Hier wäre es mal interessant zu erfahren wie viel Geld in den Ausbau der B31 geflossen ist und wie viel eine neue Autobahn gekostet hätte). Diese B31 ist weder Fisch noch Fleisch und auch mit Stadttunnel und Falkensteigtunnel wäre sie eine Notlösung, da dann andere Stellen zu Engpässen würden.Aber vielleicht hat man ja das Geld der Schwarzwaldautobahn lieber in den Ausbau der Bahn stecken wollen? Aber halt. Die Bahnlinie von Freiburg nach Osten ist ja immer noch eine kleine, schnuckelige Waldbahn, die schnell und gut an den Schluchsee führt, jedoch keinesfalls nach Ulm oder nach München. Da hat man offensichtlich auch kein Geld reinstecken wollen um den Verkehr damit von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Mit anderen Worten, man hat so gut wie keine geeignete Infrastruktur geschaffen um eine leistungsfähige West-Ost Verbindung über den Schwarzwald zu schaffen. Nur leider hat sich der Verkehr nicht darum geschert ob die Südbadener ihn haben wollen oder nicht, sondern er wählte einfach die kürzeste Strecke zwischen zwei Punkten. Auch eine schlecht ausgebaute kurze Strecke scheint immer noch attraktiver zu sein als eine gut ausgebaute längere Strecke um den Schwarzwald herum. Jetzt haben wir hier den Verkehr, den wir nicht wollten, aber keine Autobahn oder Bahnlinie, die wir dringend bräuchten.
7.12.2013, Ralph Walchner
70 Häuser bauen statt FalkensteigtunnelDiese ganzen Diskussionen sind so drössig – hätte man damals die Schwarzwaldautobahn gebaut mit Roßkopftunnel und Anschluss in Freiburg Nord an die A5, dann müßte man jetzt nicht die ganze Zeit sich mit solchen Sachen auseinandersetzen. Aber ich weiß „hätte, hätte, Fahrradkette …“ und ich wills gar nicht lesen, weils mir auch bekannt ist, der Widerstand drum.
Nüchtern betrachtet, um was gehts? Beim Falkensteigtunnel um ein paar 100 Leute mit vielleicht 70 Häusern, wenns hoch kommt. Die 130 Mill. auf diese verteilt und den ganzen Ort umsiedeln, wäre effizienter. Ja, ich weiß, so was zu denken ist ein Affront und ich hör sie schon schreien. Aber warum nicht mal unkonventionell denken?
5.12.2013, Andreas Jenne
Wir brauchen den Schwarzwald-Basis-Tunnel
und zwar Ost-West und Nord-Süd. Sobald der Gotthard Basistunnel fertig ist, gibt es ausreichend Tunnelbauer-Kapazitäten. Die Straßen darüber werden alle zurückgebaut auf Mountainbike-Breite (2 m) mit kleinen eingebauten Sprüngen, die Wanderer mit Treppen umgehen können. Zufahrten in die Röhre fordern wir für jeden Schwarzwald-Ort über 78 Einwohner. Ausbau 6-spurig, Geschwindigkeitsbegrenzung 180 km/h, Duftnote im Tunnel: Sandelholz. Beleuchtung: taghell mit Imitation des Tagesverlaufes, wegen der angelegten Vegetation. Galerien mit 3-fach Verglasung und Aussicht auf Hinterwälder Rinder auf der Weide, sowie 3 unterirdisch schöne Raststätten mit Bio Obst und Gemüse frisch vom Bauern.
5.12.2013, Geord Ruch

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