Abfall

Home >Natur >Umwelt >Abfall

Abfall mit dem Leiterwagen zum Recyclinghof am 28.9.2012

Abfall, Müll, Entsorgung, Müllverbrennung, Giftmüll, …

 

                          
(1)

            abfall140702               abfall-park160929
(4) Dreisamuferweg 24.8.2013                    (5) 28.6.2014 – immer samstags                (6) Abfall Littenweiler-Park 11.8.16

neujahr170101
(7) Neujahr 1.1.2017 an der Dreisam

(1) Abfall mit Leiterwagen zum Recyclinghof bringen am 28.9.2012
(2) Abfall in der Dreisam am 17.7.2012
(3) Deponie Eichelbuck in Freiburg am 13.6.2012 – Restmuell verladen vom Lkw auf den Lkw
(4) Dreisamuferweg 24.8.2013 beim Steg am Ebneter Wasserweg. Partymachen ganz cool: Bier, Wein und Pommes besorgen, Einkaufswagen mitnehmen, an der Dreisam feiern und danach Einkaufswagen mit all dem Müll einfach stehen lassen.

 

 

Die Besucher von öffentlichem Raum fühlen sich im Müll wohl
Ehrlich gesagt, kann ich den Ärger über die Müllproblematik nicht ganz nachvollziehen. Überall entsteht Müll. Müll gehört dazu. Müll ist ein Teil unseres Lebens. Und ist es nicht so, dass einem ohne Müll irgend etwas fehlt? Es ist doch offensichtlich, dass die Besucher von öffentlichem Raum sich im Müll wohlfühlen, sonst würden sie ihn ja nicht immer wieder vor Ort bereitstellen.
Allabendlich machen sich unzählige Stadtbesucher in der Altstadt oder Picknickgäste an der Dreisam die Mühe, fein säuberlich Müll zu drapieren. Und am nächsten Morgen – alles weg. Und man kann von vorne anfangen. Das ist doch entmutigend. Und was sollen die fremden Gäste sagen?
Es ist doch etwas Schönes, wenn man als Tourist bereits an den herumliegenden Getränkebechern oder Pizzakartons über die kulinarische Vielfalt einer Stadt informiert wird. Also, mir würde das helfen zu entscheiden, wo ich meinen „Coffee to go“ holen könnte. Außerdem ist es Picknickfamilien schlichtweg nicht zuzumuten, nach einem anstrengenden Grillabend dann auch noch Flaschen und Gedöns einzusammeln.

Schließlich belastet das ja auch den Umfang des eigenen Hausmülls, was nun wirklich nicht sein muss. Und – was man nicht vergessen darf: Bereits der Fischreichtum hat an der Dreisam spürbar zugenommen, seitdem Tierfreunde ihre Essensreste im Fließwasser entsorgen. …
17.8.2020, Michael Borner, Freiburg, BZ
.

 

Müll – die Nichtzuständigkeit der Bürger
Mit Forschung über Menschen und deren Verhältnis zu ihrem Müll befasse ich mich nicht in der systematischen Weise, wie Frau Schlehe das auf ihrem indonesischen Arbeitsgebiet tut. Die Schlüsse jedoch, die sie zieht, haben mich überraschende Parallelen im Verhalten von südostasiatischen und Breisgauer Müllverursachern erkennen lassen („Nichtzuständigkeit“). Dazu ein paar alltagspragmatische Erlebnisse mit Menschen, die ich anzusprechen pflege, wenn sie ihren Abfall da entsorgen, wo sie gerade stehen.
Ein junger Mann, der seine Zigarettenschachtel an der Straßenbahnhaltestelle Stadttheater in direkter Nähe zu einem Müllbehälter auf die Schienen wirft, und den ich höflich frage, ob er das gut finde, sagt, die Stadt bezahle Menschen, die sich um den Müll zu kümmern hätten, und das schaffe und erhalte Arbeitsplätze. Er sagte das ohne erkennbare Verärgerung. In den meisten Fällen jedoch, in denen ich Müllsündern meine Frage stelle, bekomme ich eine patzige Antwort.
Bei Pubertierenden ist solches Verhalten erwartbar. Erwachsene aber, von denen Einsicht zu erwarten wäre, reagieren meist ebenso patzig, zumindest aber unwirsch.
Ein gestandener Mann, der auf der Stadtbahnbrücke mit mir zusammen auf die Straßenbahn wartet, saugt hektisch an seiner Zigarette, um sie zu Ende zu rauchen, ehe er einsteigen muss. In unserer Nähe fegt ein Angestellter der Stadtreinigung die Kippen zusammen, die massenhaft neben und unter einem Müllbehälter herumliegen. Als der Raucher fertig ist, wirft er den Rest seiner Zigarette auf den gerade gesäuberten Boden, direkt vor den Müllbehälter. Meine höflich vorgebrachte Standardfrage provoziert bei ihm einen Wortschwall mit den absurdesten Begründungen für die Rechtmäßigkeit seines Verhaltens. Und in der Straßenbahn werde ich für meine arrogante Fragerei kräftig abgebürstet. Die umstehenden Fahrgäste hören sich das schweigend an.

Meiner Erfahrung nach reagieren in dieser Weise vor allem Raucher, die eigentlich inzwischen wissen müssten, wie giftig ihre Hinterlassenschaften für die Umwelt sind. Aber Einsicht führt nicht zwangsläufig zu konsequentem Verhalten. Sonst gäbe es keine übergewichtigen Ernährungsberater oder rauchenden Ärzte mehr.
Eine der absurdesten Begründungen für sein Verhalten gab mir ein Täter, der seinen Abfall neben einen Müllbehälter warf. Er wies mich, ohne rot zu werden, darauf hin, dass an dieser Stelle ja sowieso schon eine Menge Dreck herumliege.
Natürlich bedeutet es für Menschen, die auf ihr Fehlverhalten angesprochen werden, einen gewissen Gesichtsverlust, was viele allerdings inzwischen so sehr zu fürchten scheinen, dass ihnen keine Rechtfertigung mehr dumm genug erscheint. Prügel wurden mir für meine Frage bislang noch keine angedroht. Vielleicht liegt das an meiner Körpergröße.
Schwer beeindruckt in diesem Zusammenhang hat mich ein Straßenbahnfahrer der Verkehrs-AG an einer Endhaltestelle der Linie 3. Er rauchte seine Zigarette zu Ende, warf die Kippe in unmittelbarer Nähe eines Müllbehälters auf die Gleise vor seinem Fahrzeug, stieg ein und fuhr ab. Ihm gegenüber traute ich meine Frage nicht zu stellen.
3.8.2020, Dr. Lothar Käser, Schallstadt, bZ
Ethnologin über Vermüllung: „Ein Gefühl der Nicht-Zuständigkeit“
… Alles vom 28.7.2020 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/ethnologin-ueber-vermuellung-ein-gefuehl-der-nicht-zustaendigkeit–189733519.html
.
Kommentare:
Neues Spiel, neues Glück.
Seit Jahrzehnten ist bekannt und auch erforscht, dass Zuständigkeit mit Besitz zusammenhängt und daraus Verantwortung erwächst. Immerhin gibt es für die Nachkommenden wieder was zu forschen. So dreht das Rad sich immer weiter…
27.7.2020, U.B.
.
… Je anonymer eine Umgebung wird …
Nun, das Bewusstsein über das, was nicht gerade im Blickfeld ist und / oder von den Medien gepuscht wird, zu behalten, ist schwierig. Corona zeigt es ja – alle anderen Probleme sind nicht mehr relevant, und auch diese Zeitung hat bestätigt, dass sie nur über „relevantes“ berichtet und deshalb auch nicht über andere Probleme.
Die Besserverdienenden und Gutversorgten in den Parlamenten haben die „normalen“ Menschen aus dem Blickfeld verloren und behandeln sie wie Müll.
Die Konsumenten interessiert es nicht, wie viel „Müll“ und soziales Elend für ihre Billigeinkäufe entsteht. Viele wollen es auch garnicht wissen.
Je anonymer eine Umgebung wird, je weniger will man sie in sein Bewusstsein aufnehmen.
Das ist logisch und auch ein Schutz, denn mit dem, was man im Bewusstsein hat, identifiziert man sich auch.
27.7.2020, D.F.
Müllsünder 10 Euro in FR – Unzivilisierter 450 Euro in Cannes
„Müllsünder?“ Haben wir Angst, die Dinge beim Namen zu nennen? Französische Städte machen es uns vor, Cannes zum Beispiel seit einigen Jahren. Die Plakate auf den Straßen und Plätzen der Stadt sind unübersehbar und unmissverständlich: Weggeworfene Getränkedosen, Zigarettenkippen oder Hundekot im öffentlichen Raum ziehen eine Strafe von 180 Euro, im Einzelfall sogar bis 450 Euro nach sich. Und der Tatbestand wird beim Namen genannt: incivilité oder incivisme – mangelnde Respektierung der Regeln des Zusammenlebens. Niemand in Cannes, der sich auf Nichtwissen berufen könnte.
Die PR-Aktionen aus dem Rathaus verleihen dem Thema regelmäßig höchste Beachtung. Es geht um einen Wandel der Mentalität im öffentlichen Raum, der allen gehört, so der Bürgermeister. Die Bevölkerung hat sich das Thema zu eigen gemacht und hängt an ihre graffiti-gefährdeten Mauern Schilder mit der Aufschrift „Lutte contre incivisme“ (Kampf gegen die mangelnde Respektierung der Gemeinschaft). Ich habe den Eindruck, die offene Thematisierung hat gefruchtet. Nicht versiegelte öffentliche Flächen gibt es in der Innenstadt in Cannes kaum mehr. Bei Spaziergängen tat man vor Jahren gut daran, immer einen Blick nach unten auf etwaigen Hundekot zu werfen. Das ist vorbei. Sollte doch einmal etwas dort liegen, nähert sich schon bald unübersehbar eine Art überdimensionierter Motorroller mit einem großen Staubsaugeraufsatz und entsprechender Beschriftung: Die Beseitigung geschieht nicht heimlich, still und leise, sondern so auffällig wie möglich. So hält man ein Problem im Bewusstsein aktuell.
Der Begriff „Müllsünder“ beschönigt den Sachverhalt: Es geht vor allem um die Missachtung der Gemeinschaft, weniger um steigende Beseitigungskosten. Wollen wir eine Änderung, müssen wir die Dinge beim Namen nennen.
12.6.2019, Hans H. Hapke, Freiburg, BZ

 

 

Vermieter sollen für Müll-Schulden der Mieter haften
Am Montag legt der städtische Eigenbetrieb Abfallwirtschaft eine erste Bilanz zum neuen Verfahren vor. Das Minus durch säumige Haushalte wurde früher auf die Abfallgebühr umgelegt, also auf alle. Das stoppte der Verwaltungsgerichtshof des Landes 2010: Die Stadt musste die Ausfälle zahlen. Sie überwies dem Eigenbetrieb für die Vorjahre über eine Million Euro. Künftig aber sollten Grundstücks- und Wohnungseigentümer haften ….
Alles vom 24.11.2014 bitte lesen auf
www.badische-zeitung.de/freiburg-macht-eine-komplizierte-jagd-auf-muellschuldner

Ich „durfte“ vor einiger Zeit auch die Müllgebühren für einen ex-Mieter bezahlen der inzwischen ausgezogen und weshalb keine Mietkaution mehr zur Verrechnung verfügbar war. Das war dann für mich auch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Ob das einige hier hören wollen oder nicht, als Vermieter ist man rechtlich immer im Nachteil. Aus diesem Grund versucht man vorab auch so viele Daten wie möglich zu bekommen. Hat man aber erstmal einen Mieter in der Wohnung, der dann nicht regelmässig und vollständig bezahlt (und womöglich auch noch die Wohnung übermassen „verwohnt“), ist es ein jahrelanger und nervenaufreibender Kampf, an dessen Ende man als Vermieter meist tausende Euro drauf legt.
Ich lasse die Wohnung nun leer stehen, da das für mich schlussendlich finanziell fast günstiger und vor allem besser für meine Nerven ist.
24.11.2014, Christian Müller

 

 

Nach Abi-Partys an der Dreisam bleibt viel Müll liegen
Das Dreisamufer hat sich längst als Partymeile für Abiturienten etabliert, die in Freiburg ihren Schulabschluss feiern wollen. Ihren Müll lassen sie dort liegen – bis zu 150 Kilo am Tag. ….
Alles vom 21.3.2014 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/freiburg/nach-abi-partys-an-der-dreisam-bleibt-viel-muell-liegen–82135334.html

dreisam-muell-abitur140318
Dreisamufer 18.3.2013: Die einen (Höhere-Reife-Abiturienten) feiern –  die anderen sammeln den Müll ein
.
Vielleicht wäre es eine Möglichkeit den Müll einfach mal für einen Monat liegen zu lassen. Dann können Sie in Ihrem eigenen Dreck weiterfeiern! Scheint ein weiteres Betätigungsfeld für den kom. Ordnungsdienst zu werden.
21.3.2014, Frank Maurer

Abitur vormals Reifeprüfung
Abitur hieß früher auch mal Reifeprüfung. Anscheinend wurde mit der Bezeichnung auch die Bedeutung abgeschafft. Obwohl dies in diesem Fall auch nur mittelbar gilt. Denn manche setzen Reife mit Regeltreue und Unterwürfigkeit gleich. Das Eine bedingt jedoch nicht das Andere. …
22.3.2014, Andreas Jenne

Lifestyle – den Dreck ins Gras oder in die Dreisam werfen
Der zweite Sonnentag im Jahr 2013 rund um das Dreisamufercafè: Eine Horde von 200 bis 300 Schülern oder Studenten fühlt sich wie die Sau am Trog, sitzt genussvoll partymachend zwischen ihrem Dreck. Ich kann dem Treiben zusehen und werde dabei noch dreckig ausgelacht. Wozu aufräumen, wenn wegwerfen geiler ist? Durchgekifft, zugedröhnt und ohne jegliche soziale Verantwortung, befreit man sich von allem Überfluss. Das ist die Elite unserer Zukunft.
Es ist unerträglicher Lifestyle geworden, den Dreck ohne jegliche Hemmschwelle neben sich ins Gras oder in die Dreisam zu werfen. Haufenweise liegen Farbdosen nach den letzten Graffiti-Aktionen unter den Brücken. An den Mäuerchen entlang des Fahrradweges sammeln sich die stehengelassenen Glasflaschen. Sperrmüll wie Stühle und Tische finden einen letzten Nutzen für Grillabende am Ufer. Altkleider und Matratzen verunstalten den Zauber eines Wahrzeichens, das von seinem Wert noch über dem des Münster steht. Am Ufergebüsch hängen Plastikgebilde seit Monaten wie Fahnen im Wind. Nur handelt es sich hier um keine Gala. Egal, was es ist – Coffee to go, Pizza to go, Papiertaschentücher, Einkaufswägen, gestohlene Fahrräder, Wegwerf-Grills – es findet seine letzte Ruhestätte an und in der Dreisam. Weshalb sollte es die Stadt stören? Geht sie doch mit „gutem Beispiel“ voraus. Baustellen- und Absperrschilder liegen seit dem letzten Hochwasser in der Dreisam.
Ich wundere mich über die Eltern, die den Mut aufbringen, ihre Kinder in dem Scherbenhaufen Dreisam noch barfuß spielen zu lassen. Zwischenzeitlich steigt die Liste von dem, was man auf Recyclinghöfen nicht mehr abgeben darf. Wen wundert es, dass auch rund um Freiburg der Müll immer mehr in die Waldränder und Straßengräben geschüttet wird? Freiburgs Verantwortliche sollten sich ernsthaft darüber Gedanken machen, Dreckschweine zur Räson zu bringen. Dies wird nur durch mehrfache routinemäßige Kontrollen und Bußgelder funktionieren. Eine Ausweiskontrolle ist nicht schwerer, als das berühmte Knöllchen hinter einen Autoscheibenwischer zu hängen.
Ich habe gelernt, den Müll wieder mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen. Ich brauche daher auch keine weiteren Abfalleimer und sinnloses Hinterherräumen. Ich erwarte klare Grenzen in Richtung Verursacher, die die Stadt endlich setzen muss.
10.6.2013, Karlheinz Wolf, Freiburg

„Wenn ich eines Tages nichts mehr in der Tonne finde, ist das zwar das Ende unserer Lebensweise, aber die Erfüllung unseres Traumes“ (Raphael Fellmer)

Zirka 43 Millionen Tonnen Haushaltsmüll fallen jährlich allein in Deutschland an. Vieles davon gehört eigentlich gar nicht in den Eimer: frische Lebensmittel, Pfandflaschen, Schrott und Metalle, die in Zeiten knapper Rohstoffe immer wertvoller werden. Die Kehrseite unserer Wegwerfgesellschaft ist eine steigende Zahl von Menschen, für die dieser Abfall Lebensgrundlage ist.
Raphael Fellmer gilt als Anführer der Leben-ohne-Geld-Bewegung, die immer populärer wird. Deren Anhänger ernähren sich hauptsächlich vom sogenannten Containern: Sie fischen weggeworfene Lebensmittel aus Mülltonnen, vorzugsweise aus Abfällen von Bioläden. Im Internet haben sich mittlerweile Foren gegründet, in denen sich Anhänger über richtige Ausrüstung und Gesundheitsrisiken beim Containern austauschen. Sogar Rezepte werden hin- und hergereicht. Rechtlich ist das Wühlen in fremden Abfalltonnen Diebstahl, Fellmer spricht dagegen von „Retten“. Er nimmt sich Lebensmittel, die als verdorben gelten und sonst vernichtet würden. Für ihn ist das Leben vom Abfall keine finanzielle Notwendigkeit, sondern Überzeugung. Immer wieder wird die Familie mit Vorwürfen konfrontiert, sie seien „Edelschmarotzer“ oder unverantwortlich gegenüber ihrem Kind. Doch gerade für die nächste Generation wollen die beiden mit ihrem extremen Weg ein Zeichen gegen die allgemeine Verschwendung setzen. In Deutschlands Tonnen liegen viele Schätze – doch sie zu heben ist nicht selbstverständlich. Rein rechtlich gesehen begehen Mülltaucher Diebstahl, wenn sie weggeworfene Lebensmittel mitnehmen oder Pfandflaschen aus dem Altglascontainer fischen.
Dabei will Fellmer nicht weniger als die Welt retten. „Es geht um die Ressourcen auf dieser Erde insgesamt“, sagt er und meint damit auch Wasser, Energie und saubere Luft zum Atmen. Die Meere seien überfischt, die Böden ausgelaugt – die Wirtschaft solle aber weiter wachsen, am besten zweistellig. „Dabei müssen wir uns zu einer Schrumpfungsgesellschaft entwickeln. Wir sind sieben Milliarden Menschen, wir haben nur diese eine Erde“, mahnt Fellmer.
Vor einiger Zeit reiste er bis nach Freiburg im Breisgau, um dort auf Einladung einer Waldorfschule zu referieren. Die Konferenz der Oberstufenlehrer habe Fellmers Vortrag als „pädagogischen Glücksfall“ gewertet, berichtet Klassenlehrer Hans Hubert Schwizler. „Raphael verstand es, den Schülern – ob diese nun seinem Lebensentwurf zustimmen mochten oder nicht – deutlich zu machen, dass man die eigenen Ideale durchaus leben kann.“
https://www.fws-freiburg-rieselfeld.de/
https://www.fws-st-georgen.de/
www.waldorfschule-freiburg.de

5.11.2012

 

Mülltaucher machen den Armen Konkurrenz
„die Begeisterung für Mülltaucher, Gratismieter und Umsonstladennutzer gerade in den bürgerlichen Medien dürfte sich nicht allein aus dem Bedürfnis erklären, die eigene drohende Deklassierung in symbolisches Kapital umzumünzen. Sie zeigt auch eine Veränderung des disziplinierenden Zugriffs auf die Armen an, denen die Mülltaucher politisch korrekte Konkurrenz machen. Aus Perspektive der »Gratisökonomie« nämlich ist den Armen nicht so sehr ihre vermeint­liche Faulheit als ihre Unzufriedenheit mit der eigenen sozialen Lage anzulasten. Indem sie vorführen, dass das Leben vom Abfall dem falschen Luxus vorzuziehen ist, propagieren die Mülltaucher die Identifikation mit der Misere als Erhöhung der Lebensqualität und exponieren sich als Avantgarde einer Gesellschaft, die das Elend nicht einfach als nauturgegeben, sondern als attraktive Option für die Zukunft begreift. ….“
Gesamten Beitrag „Abfall für Alle – Wer vom Müll lebt, muss kein Punk sein. In den Zeiten der Krise containert in Deutschland auch das linke Bürgertum mit Leidenschaft“ von Magnus Klaue vom 2.2.2012 bitte lesen auf
https://jungle-world.com/artikel/2012/05/44786.html

Tele-Blick vom Haldenweg nach Westen zu St.Peter-Rohr mit Jockenhof (links) und Rohrerhof am 15.3.2006

Schreibe einen Kommentar