Auerwild

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Blick nach Nordosten über Oberried zum Häusleberg (Mitte) und Roteck (rechts) vorm Hinterwaldkopf am 15.7.2013

 

 

Einst war der Auerhahn begehrt bei der Jagd der Adligen, heute steigt seine Zahl im Schwarzwald wieder

Dem Auerwild geht es heute nicht mehr so gut wie einst. Was ist das Problem?
Der Auerhahn ist ein Vogel der borealen, lichten Nadelwälder, wie man sie in Skandinavien findet. Im Schwarzwald fühlte er sich in den Hochlagen wohl, weil dort ähnliche Waldbilder vorhanden waren, besonders zu Zeiten, als es noch Kahlschläge gab und der Wald nicht so nachhaltig bewirtschaftet wurde wie heute. Jetzt sind mehrere Faktoren zusammengekommen: Die Waldbewirtschaftung wurde natürlicher, man setzt mehr auf Naturverjüngung und geht weg von Kahlschlägen. Das ist zwar positiv, aber für den Auerhahn im Schwarzwald eher negativ. Hinzu kommt der Klimawandel, der zu weniger Schnee und wärmeren Temperaturen führt, was der Auerhahn nicht mag. Außerdem werden unsere Böden immer nährstoffreicher, da Stickstoff aus Abgasen und der Landwirtschaft in die Atmosphäre und von dort in den Waldboden gelangt. Das führt dazu, dass die Bodenschicht, also Kräuter und Sträucher wie die Heidelbeere, die der Auerhahn gerne frisst, besser wachsen. Diese Pflanzen wachsen schneller und höher und machen die Lücken im Wald für den Auerhahn unbrauchbar. Ein weiterer Punkt ist der zunehmende Tourismus, der das Auerwild stört. Ein Feldberggipfel mit Weide, einzelnen Bäumen und Übergängen zum Waldrand wäre ein optimales Habitat, aber dort ist es oft zu belebt. Der Lebensraum des Auerwildes wird also immer kleiner. Die Zahl der Tiere war in den letzten 50 Jahren stark rückläufig.
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Aber es gibt auch gute Nachrichten – es geht bergauf.
Genau. In unserem Verantwortungsbereich sehen wir seit zehn Jahren einen positiven Trend. 2015 haben wir noch fünf Auerhähne gesichtet, 2020 waren es neun, 2024 16, in diesem Jahr 14. Es zeigt, dass unsere Bemühungen, dem Auerwild Lebensraum zu schaffen, Wirkung zeigen und die Population zunimmt. Wir schaffen in Auerwild-Bereichen lichte Waldstrukturen und halten die Strauchvegetation kurz. Wir sperren auch Wege, um Gebiete zu beruhigen und Rückzugsgebiete für das Auerwild zu schaffen. Immer wieder machen wir auch Freiwilligenaktionen, bei denen uns Vereine oder Jugendgruppen bei den Arbeiten für das Auerwild helfen. Der Klimawandel und der Tourismus sind nicht in unserem Griff. Es gibt auch besondere Ereignisse, wie das Auftauchen eines Steinadlers im Schwarzwald, der Auerhähne bei der Balz geschlagen haben könnte. Füchse und Marder sind ebenfalls eine Gefahr für junge Auerhühner.
… Alles vom 23.6.2025 von Sophia Hesser bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/einst-war-der-auerhahn-begehrt-bei-der-jagd-der-adligen-heute-steigt-seine-zahl-im-schwarzwald-wieder
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Philipp Weiner, 43, ist stellvertretender Forstbezirksleiter im Forstbezirk Hochschwarzwald von Forst BW. Der Bezirk betreut die Staatswälder zwischen Freiburg und Feldberg, über Elzach und Donaueschingen bis Villingen-Schwenningen.

 

Neue Kinderzimmer für das Auerwild
Etwa 30 Teilnehmer am Bergwaldprojekt beseitigen im Feldberger Gemeindewald Sturmholzreste und kürzen Heidelbeerstauden

Um das Auerwildhabitat am Feldberg zu verwirklichen, haben sich viele Institutionen sowie Ehrenamtliche engagiert. Mit von der Partie ist der stellvertretende Feldberger Bürgermeister Roland Dörflinger, denn die Gemeinde stellt die Waldfläche zur Verfügung, Florian Ruge vom Forstamt Titisee-Neustadt, Jens Göttfert vom Naturschutzzentrum Südschwarzwald, Revierförster Martin Bach sowie 20 Ehrenamtliche aus ganz Deutschland, die sich über den Verein Bergwaldprojekt aus Würzburg im Hochschwarzwald getroffen haben, um ein Auerwildhabitat zu schaffen. Mit dabei ist auch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg: Als Ansprechpartner für Auerwild begleitet Christoph Mozer das Vorhaben. Die Sozialwissenschaftlerinnen Bettina Joa, Wiebke Hebermehl und Tabea Klinger wollen untersuchen, weshalb sich aktuell so viele Menschen in ihrer freien Zeit für den Wald einsetzen.
„Im Schwarzwald gibt es nach einem Monitoring nur noch 135 Auerhähne und ebenso viele Auerhühner“, berichtete Jens Göttfert. Seit Jahren gehen die Bestände – auch im Hochschwarzwald – dramatisch zurück …
… Alles vom 22.9.2020 von Thomas Biniossek bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/neue-kinderzimmer-fuer-das-auerwild
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Jugendarrest für den Tod eines geschützten Auerhahns am Feldberg
Eine Woche Dauerarrest und die Zahlung von 1000 Euro an den Naturschutzbund Deutschland (Nabu) – so lautet das Urteil gegen den 21-Jährigen, der wegen Tiertötung und Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz vor dem Amtsgericht Titisee-Neustadt angeklagt war. Das Gericht ging damit über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die eine Geldstrafe von 2400 Euro gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Gegen den 23-Jährigen, der sich ebenfalls wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz zu verantworten hatte, wurde eine Geldstrafe von 1300 Euro verhängt. Auch sein Verteidiger hatte Freispruch beantragt.
Richter André Gerber sah es als erwiesen an, dass der 21-Jährige das Tier mit einer Flasche erschlagen hat.
… Alles vom 4.8.2020 von Tanja Bury bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/jugendarrest-fuer-den-tod-eines-geschuetzten-auerhahns-am-feldberg–190649502.html

 

Feldberg-Ranger schockiert: Erschlagener Auerhahn soll gutmütig gewesen sein

Bei dem nahe der Todtnauer Hütte mit einer Flasche totgeschlagenen Auerhahn https://www.badische-zeitung.de/festbesucher-schlaegt-auerhahn-am-feldberg-tot–176271665.html habe es sich nicht um ein aggressives Tier gehandelt. Das ist die Einschätzung von Feldberg-Ranger Achim Laber. „Da haben wir schon schlimmere Kaliber gehabt“. Kollege Hubertus Ulsamer habe mit einem Zivildienstleistenden sogar schon ein Selfie mit dem Hahn gemacht.
Der ausgewachsene Vogel – eine genetische Probe anhand einer Feder soll das Alter klären – sei im März oder April erstmals aufgetaucht, sagt Laber. Entgegen den Erwartungen sei er kein balztoller Hahn gewesen, die gewöhnlich im April oder Mai wieder abwandern. Im Gegenteil, er habe sich in der Wiese aufgehalten, und man sei froh gewesen, dass man Menschen, die gern einen Auerhahn sehen wollten, den Hinweis geben konnte.
Ein standorttreues, eher gutmütiges Tier also, dessen Verhalten nicht passt zu der Aussage der beiden Männer, die ihn auf dem Gewissen haben. Sie gaben an, von dem Hahn angegriffen worden zu sein. Laber sagt, dort, wo sich der Totschlag ereignete, komme man als Wanderer nicht vorbei, auch nicht auf einem der alten Trampelpfade. Die Männer seien also offenkundig unerlaubterweise dorthin gegangen. Ein Auerhahn wende sich gegen Eindringlinge in sein Revier, aber man brauche dann nur einige Schritte zurücktreten; habe man das Revier verlassen, beruhige sich der Hahn. Sollte es doch zu einer Begegnung kommen, müsse man dem Hahn einen Rucksack oder eine Tasche entgegenhalten, auf die er hacken könne, und den Rückzug antreten.
.. Alles vom 12.8.2019 von Peter Stellmach bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/feldberg-ranger-schockiert-erschlagener-auerhahn-soll-gutmuetig-gewesen-sein
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https://www.badische-zeitung.de/festbesucher-schlaegt-auerhahn-am-feldberg-tot–176271665.html
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https://www.badische-zeitung.de/der-erschlagene-auerhahn-hat-es-bis-in-die-new-york-times-geschafft

 

Auerhuhn im Schwarzwald – kein Naturschutz
Das Auerhuhn war in unseren Breiten nach der letzten Eiszeit weit verbreitet. Sein natürlicher Lebensraum sind lichte Nadelwälder, wie sie bei uns früher vorkamen und wie es sie in Skandinavien und im nördlichen Russland heute noch gibt. Dort ist als Art nicht gefährdet. Im Zuge der Wiedererwärmung nach der Eiszeit und mittlerweile beschleunigt durch den vom Menschen verursachten Treibhauseffekt gehen diese Lebensräume bei uns immer mehr zurück, andere nehmen zu. So gibt es beispielsweise am Kaiserstuhl seit ein paar Jahren Bienenfresser, das Auerhuhn hingegen stirbt bei uns über kurz oder lang aus. Der Versuch, dem Auerhuhn ein Überleben im Schwarzwald zu sichern, bedeutet ein massives Eingreifen in die Natur. Es müssen geeignete Lebensräume künstlich geschaffen und durch regelmäßige Pflege erhalten werden, ein Gärtnern im großen Stil. Der Mensch gestaltet also eine Umwelt, wie er sie haben will und nicht, wie sie sich natürlicherweise entwickeln würde. Dafür mag es Gründe geben, Naturschutz im eigentlichen Wortsinne ist es aber nicht.
Weite Teile der Jägerschaft haben ebenfalls nach wie vor große Probleme mit der Natur. Sie teilen das Wild in gute Arten, die gehegt, gepflegt und gefüttert werden, und in schlechte Arten wie den Fuchs ein, den es zu bekämpfen gilt. Sich dies jetzt als erfolgreichen Naturschutz an die Brust zu heften, ist eine krude Idee. Das Fell dieser Tiere zu vermarkten und zu behaupten, damit würde man das Auerhuhn schützen, ist schon fast geschmacklos. Von einem wissenschaftlich-wildbiologischen und nachhaltigen Standpunkt aus gesehen ist dies ohnehin Unsinn.
25.4.2015, Eric Doye, Kirchzarten

Zu: „Naturschutz mit dem Pelz“, Beitrag von Felix Held (Wirtschaft, 18. April):
https://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/landesjagdverband-vermarktet-fuchspelze–103556732.html

 

 

Brutwillige Auerhühner sind intelligent genug, sich andere Plätze zu suchen

Vielen Dank für das Interview mit Prof. Schraml über den Auerhuhnkonflikt. Endlich wird auch mal erwähnt, dass (wen wundert es?) die Waldbewirtschaftung eine Rolle für die Verringerung der Auerhuhnpopulation spielt. Demzufolge ist der eigentliche Konflikt nicht zwischen Winderrädern und Artenschutz, sondern zwischen Energieindustrie und Holzindustrie zu orten. Warum kann man nicht für den Flächenverlust durch die Windräder an anderer Stelle im Wald Ersatzlebensbereiche für das Auerhuhn schaffen?
Weil dann der Holzertrag pro Fläche zurückgeht. Dafür kann man schon zum Auerhuhnliebhaber werden. Bliebe noch die Stresserzeugung durch die Rotoren. Wenn Prof. Schraml zirka zwei Meter neben einem balzenden Auerhahn stehen kann, wird auch ein Rotor nichts bewirken, es sei denn, der Auerhahn erkennt fälschlicherweise im Windrad einen geflügelten Konkurrenten. Und was brutwillige Auerhennen betrifft, so glaube ich, wären diese intelligent genug, nicht auf die Stelle, wo jetzt das Windrad steht, zu bestehen, sondern sich auf einen anderen dafür vorbereiteten Platz im Wald zurückzuziehen. Warum kann man nicht eine Testwindanlage mit Bereitstellung von Ausweichmöglichkeiten für das Auerhuhn verwirklichen, anstatt irgendetwas über die biologische Beschränktheit der Auerhühner und anderer Tiere zu philosophieren?
12.10.2013, Dr. Bernd Langer, Freiburg

Zu: „Es geht nicht nur um Fairness“, BZ-Interview mit Ulrich Schraml, Professor für Forst- und Umweltpolitik, über das Auerhuhn von Martina Philipp (Land und Region, 28. September):
https://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/interview-am-samstag-es-geht-nicht-nur-um-fairness–75675689.html

 

 

 Zahmer Auerhahn an moglichem Windkraftstandort am Branden in Münstertal

Wurde dieser Auerhahn also womöglich auf dem Branden ausgesetzt, um die Windräder dort oben zu verhindern? „Mit einer solchen Anschuldigung muss man sehr vorsichtig sein, deshalb habe ich selbst die Probe geholt und gehe davon aus, dass wir klarer sehen werden, wenn die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen“, sagt Rudi Suchant. …. Alles vom 8.10.2013 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/muenstertal/zahmer-auerhahn-an-moeglichem-windkraftstandort-gesichtet–75965024.html

Neuer Umwelt-Windrad Krimi?
Nach der Fledermaus-Mord-und-am-Windrad-Hinterlegungs-Geschichte steht uns nun erneut ein Umwelt-Windrad Krimi ins Haus?
Das ist in der Weltliteratur schon bald ein eigenes Genre.
Sicher wird das die Debatte um die Effizienz der Windkraft im Schwarzwald nun in den Hintergrund drängen. Gut so, Investoren vor! Kaum oder keine Rendite ist Ihnen sicher wie die Erfahrung zeigt.
https://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/anleger-in-windparks-hinters-licht-gefuehrt–74135261.html
9.10.203 Georg Ruch

 

Auerhuhn als Symbol für den Konflikt zwischen Arten- und Klimaschützern

Ulrich Schraml, Professor für Forst- und Umweltpolitik an der Universität Freiburg und Moderator der Arbeitsgruppe Raufußhühner:
„Am Auerhuhn können Sie die ganze Naturschutzgeschichte des Schwarzwaldes erzählen. Das Tier ist ein sehr kraftvolles Symbol, das seine Bedeutung zunächst im Rahmen der Jagd gewonnen hat. Inzwischen steht es für den Wald in seiner ursprünglichen Form, das macht es schwer angreifbar. Man merkt das auch daran, dass Gemeinden oder Brauereien das Auerhuhn im Wappen haben“.
…. Alles vom 28.9.2013 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/interview-am-samstag-es-geht-nicht-nur-um-fairness–75675689.html

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