Loretta

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Familienpicknick an der renaturierten Dreisam in Freiburg am 17.6.2021

  • Leider war ein Stuttgarter Unternehmer schneller – Abschied am Pfeiferberg (20.7.21)
  • Man sieht, was man sehen will (8.7.2021)
  • „Loretta“ im Bad – ein Gedicht von higl (7.7.2021)
  • Unternehmer kauft Loretta für ein Vielfaches des eigentlichen Preises (7.7.2021)
  • Erträgt das kulturelle Freiburg keine Kunstfreiheit? (3.7.2021)
  • Cancel Culture macht Kulturschaffende mutlos (3.7.2021)
  • Von Loretta lernen (1.7.2021)
  • Loretta: Ein typischer Fall von „Cancel Culture“ (29.6.2021)
  • Video: Streit um Loretta-Skulptur (28.6.2021)
  • Statt Gehässigkeit: Mit dem Werk von Thomas Rees auseinandersetzen (28.6.2021)
  • Loretta als Ausdruck der Meinungsfreiheit des Künstlers (27.6.2021)
  • Adieu Loretta (27.6.2021)
  • Salto rückwärts: Loretta und Lollo (26.6.2021)
  • Kunst als „umstritten“ entfernt (25.6.2021)
  • Zwei Vorschläge: Bürgerentscheid sowie Konkurrenz-Loretta (25.6.2021)
  • Studierte Kunstkritiker arrogant gegenüber dem nicht-studierten Künstler  (25.6.21)
  • Für Loretta wird nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht (24.6.2021)
  • Der mündige Bürger kann Kunst selbst bewerten (23,6,2021)
  • Rees verteidigt Loretta? Freiheit braucht sich nicht zu verteidigen (22.6.2021)
  • Schlimm: Mißliebige Kunst einfach zerstören? (21.6.2021)
  • Loretta und die Cancel Culture (20.6.2021)
  • Unbekannte bekleben umstrittene Holzskulptur im Freiburger Lorettobad (18.6.2021)
  • Thomas Rees – Holzbildhauer
  • Akademikerschwemme
  • Cancel Culture
  • Kulturverlust
  • Kunstfreiheit
  • Umstritten

 

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Leider war ein Stuttgarter Unternehmer schneller – Abschied am Pfeiferberg
Da Loretta aus Freiburg verbannt wurde, sucht sie ein neues Zuhause. Am zweiten Juli-Wochenende konnte man das Kunstwerk auf dem Pfeiferberg, wo es entstanden ist, noch einmal bewundern. Ich möchte dem Künstler Thomas Rees für diese schöne und gelungene Skulptur gratulieren.
Schade, dass weder Toleranz noch Wertschätzung dem heimischen Künstler entgegengebracht wurde.
Bevor Loretta auf Reisen geht, durfte sie nochmals ins schöne Dreisamtal blicken. Auch dort hätte sie sicherlich Asyl erhalten, leider war ein Stuttgarter Unternehmer schneller.

Herr Rees, lassen Sie sich von diesem Horrorerlebnis nicht einschüchtern – meines Erachtens sind Sie der Gewinner, das haben viele Gespräche am Pfeiferberg bestätigt. Ein Sprichwort sagt: Der Klügere gibt nach.
20.7.2021, Thomas Ketterer, Stegen, BZ

 

Man sieht, was man sehen will
„Beim Freilegen der Botschaft, die die Skulptur vermitteln soll, ergeben sich tiefgründige Interpretationsmöglichkeiten. Vieles aber liegt wohl nicht nur im Auge, sondern vor allem an der inneren Dienlichkeit des Betrachters. Man sieht, was man sehen will.“
Thomas Rees, 8.7.2021

 

„Loretta“ im Bad
Derzeit ein Drama findet statt
im Freiburger Lorettobad –
wo man vergrault „Loretta“ hat,
die dort ward aufgestellt erst grad‘
als Wasserwächterin Syrinx –
mit Löwenmähne à la Sphinx
vom Rees aus gleichem Holz geschnitzt
wie Pan, der ihr zu Füßen sitzt,
auf seiner Flöte brav und bieder
ihr vorspielt seine Hirtenlieder –
wobei er ihr doch nach der Sage
schwer zugesetzt, war eine Plage.

Ob dieser altgriechischen Nymphe,
dem Halbgott, der ihr nachgestellt,
gab es im Bad ein Mordsgeschimpfe,
weil vielen diese Kunst missfällt –
frei nach Ovid, metamorphos –
der Pan bedeckt – „Loretta“ bloß,
mit Formen übertrieben weiblich,
ein Frauenbild unglaublich leiblich.

Die Keuschheit sowie das Begehren
sich hier ins Gegenteil verkehren –
die Unschuld zur Versuchung wird,
mit der der Panflötist gekirrt.
Dass Nymphe sich als Vamp entpuppt,
gar frech das Frauenbad gewuppt,
geht vielen selbst in uns’rer Zeit
der „Emanzipation“ zu weit.
Im sittsamen Lorettobad
musst‘ es wohl kommen so – doch schad‘,
wenn rausgeschmissen – echt bigott,
die Nymphe mit dem Hirtengott.
Wo für die Kunstauswahl – nun ja,
ist eigentlich ein Gremium da,
das leider – woran man sich stört,
nicht rechtzeitig wurd‘ angehört.

Kehrt jetzt „Loretta“, der ganz mau,
zurück zum Künstler? – auch bekannt
durch seine nackte „Regenfrau“,
vertrieben einst vom Schauinsland –
die nirgends hat Asyl gefunden,
bis sie, man weiß nicht wo, verschwunden.
Solch‘ Flüchtlingsschicksal, knüppelhart,
„Loretta“ bleibe echt erspart.

Ihr Freunde des Lorettobades
eh‘ sie noch abtaucht in den Hades,
bewahrt hier doch die Contenance
und gebt ihr eine zweite Chance!
Auch wenn – für diesen Ort zumal,
sie etwas derb, recht rustikal,
als Kunst nicht erntet aller Lob,
bereichert sie das Biotop.
7.7.2021, Higl, https://www.dreisamtaeler.de
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PS: Die Regenfrau ist auf der Mauer im Kartausgarten zu finden,

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Unternehmer kauft Loretta für ein Vielfaches des eigentlichen Preises
Der Holzbildhauer Thomas Rees hat seine umstrittene Loretta-Skulptur abgeholt. Statt im Eingangsbereich des Freiburger Lorettobads könnte sie bald im Raum Stuttgart eine neue Heimat finden.
… Alles vom 7.7.2021 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/unternehmer-kauft-loretta-fuer-ein-vielfaches-des-eigentlichen-preises–203206558.html
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Kommentare:
Kommission zur Verhinderung von Kunst?
… mal bitte, wie viele Kunstprojekte von dieser »Kommission« positiv oder gar unverändert begleitet wurden und wie viele verhindert wurden. Mir sind jetzt schon zwei verhinderte Projekte bekannt. Bild am Martinstor und Loretta. Bis man mir mehr positive oder gar unveränderte Kunstprojekte nennt, bleibt für mich das die »No-Art-Kommission Freiburg«.
Sie ist ein Beispiel für das, was neulich ein Bekannter zu mir sagte. Über ihm sind mindestens fünf Leute, die alle etwas allein verhindern können und kein einziger, der Verantwortung trägt, das etwas realisiert wird. Das ist Teil unseres gelähmten Systems. Das ist der Grund, warum unser System schon lange nicht mehr liberal ist. Bürokratie eben! Kommissionen und Räte, die verhindern, aber nichts schaffen oder realisieren. Dies oder das geht doch nicht, ohne nur eine Idee zu haben, was denn ginge. Es findet sich immer jemand der sich durch die kleinste Kleinigkeit eines anderen »eingeschränkt, verletzt oder behindert« fühlt. Statt seiner Wege zu gehen und den anderen zu ignorieren, wird verhindert. Genau diese Leute nehmen für sich dann vollkommen absurd in Anspruch für eine »bunte, vielfältige, diverse Gesellschaft« zu stehen. Nein, das tut ihr nicht! Ihr steht für eine vollkommen engstirnige, düstere, verarmte Gesellschaft. Ihr verkauft uns Beleidigungen, wie »Ziegenf…« als Kunstform und bekommt kein Bild an einen Turm. Herzliche Grüße (…)
7.7.2021, M.Synowzik, BZO
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Ich gönne dem Künstler das höhere Honorar für ein großartiges Kunstwerk,
das eine starke Frau zeigt. Die Freiburger Diskussion darum ist kleingeistig und peinlich für eine weltoffene, pluralistische Stadt (bzw. für eine, die es gerne wäre).
7.7.2021, H.W.
Ende Kommentare

 

 

 

Erträgt das kulturelle Freiburg keine Kunstfreiheit?
Thomas Rees hat sich die Freiheit genommen, seine Meinung über die von ihm geschaffene Holzskulptur Loretta kund zu tun – diese Meinungsfreiheit des Künstlers erträgt Freiburgs Kulturszene nicht. Deshalb übte sie einen derartigen Druck (Tel, Mail, Zeitung, Soziale Medien, Shitstorm) auf den Künstler aus, daß dieser nach 10 Tagen mit dem folgenden Statement den Rückzug bzw. Abbau der Loretta aus dem öffentlichen Raum zustimmte:
„Werke nur nach allgemeiner Gefälligkeit zu schaffen, entspricht nicht meiner Vorstellung von Kunst. Kunst kann, darf und muss Gegenstand kontroverser Auseinandersetzungen sein – die Freiheit der Kunst, aber auch die Freiheit der Rede sind nicht umsonst das Fundament jeder freien Gesellschaft. Jedoch bietet die Skulptur offensichtlich in ihren Interpretationsmöglichkeiten zu viel Brisanz und ich möchte nicht, dass das Freiburger Lorettobad weiterhin einer derart polarisierenden Diskussion ausgesetzt ist.“

Dieses Statement von Thomas Rees ist grundlegend:
Es geht nicht um Ästhetik von Kunst, also nicht darum, ob Loretta nun wie auch immer schön ist oder nicht, sondern es geht um Kunstfreiheit an sich: Kunst als Ausdruck der Freiheit bzw. Meinungsfreiheit des einzelnen Bürgers als dem eigentlichen Souverän im Land.
Dieses Statement des Künstlers ist beschämend :
Kunst ist Streit. Wer den Streit (Debatte, Diskussion) der Meinungen mündiger Bürger um ein Kunstwerk stoppt, indem er das Kunstwerk namens Loretta demontiert (neudeutsch: cancelt), der verläßt die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Richtung Totalitarismus. Die Diskussion als das mühsame Gegenüberstellen und Abwägen von Argumenten und Gegenargumenten ist zwar mühsam und zeitaufwändig, aber Kern von Demokratie und demokratischem Streit. Denn Ziel ist immer das Suchen nach einem Kompromiß – und Kompromißlösungen gibt es auch bezüglich der Loretta viele.
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Gerade mal 10 Tage konnte die Loretta in Freiburg-Wiehre bleiben, Hier die 4-Schritte-Chronologie:
1) Loretta als „Zierde“:
Am 14.6.2021 wurde die Loretta eingeweiht im Lorettobad in der Wiehre. Die BZ titelte „Neue Holzskulptur „Loretta“ ziert Freiburgs Lorettobad“
https://www.badische-zeitung.de/neue-holzskulptur-loretta-ziert-freiburgs-lorettobad–202606309.html

2) Loretta als „umstritten“ (dem Zauberwort linker Kunstkritik):
Ab sofort verbale Kritik am PC bzw. Smartphone (die meisten Kritiker werden wohl gar nicht vorort im Damenbad gewesen sein). Beispiele zum Niveau:
„… zum Feuer machen geeignet“ (16.6.), „Axt“ (18.6.), „Aufforderung zur Vergewaltigung“ (19.6.), „Ein Künstler sollte studiert haben“ (21.6.), Aufruf zum Zerstören durch Bemalen: „Das Holbein-Pferdchen weiß Antwort“ (21.6.), „Am besten, der Herr Rees verfeuert diese Skulptur“ (25.6.), Öffentlichen Raum „verhunzen“ (25.6.).

3) Loretta als „Opfer eines Anschlags“:
In der Nacht 17./18. nachts verübten Unbekannte auf das wehrlose Skulptur einen Anschlag (Klebeband, Farbe).

4) Loretta als „Abzubauende“:
Am 25.6.2021 willigt Thomas Rees ein, die Skulptur Loretta wieder abzubauen und abzutransportieren. Loretta auf der Flucht. Ohne Aussicht auf Asyl im Öffentlichen Raum. Denn Cancel Culture, die Unkultur des Mundtotmachens, hat gesiegt: Kunstfreiheit wird in Freiburg, der Kulturhauptstadt – eben nicht bzw. nur maximal für 10 Tage geduldet.
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Was in Freiburg zur Loretta geschah, ist erschreckend:
Ein Bürger nimmt sich die Freiheit heraus, seine Meinung als Zeitungsartikel, Buch, Schauspiel, Bild, Musikstück bzw. Skulptur (wie z.B. Loretta) zu veröffentlichen. Eine Diskussion um dieses Werk beginnt, durchaus heftig, aber mit Pro, Contra und dem breiten Spektrum dazwischen. Dann wird diese Meinungsäußerung zum „umstrittenen Werk“ erklärt und solange Druck auf den Autor/Künstler ausgeübt, bis dieser sich eingeschüchtert distanziert bzw. sein Werk zurückzieht. Repression statt demokratische Diskussionskultur!
Ohne auf die Frage „Wer tut dies?“ einzugehen – wen trifft dieses Vorgehen des Mundtotmachens (engl. Cancel Culture) als nächsten?
3.7.2021

 

Von Loretta lernen
Die Auseinandersetzungen um die Skulptur Loretta in der Zeit zwischen 14.6. (Einweihung) und 25.6.2021 (Rücknahme) signalisieren:
(1) In Freiburg herrscht Diskussionsbedarf zum kulturellen Leben in der Stadt und im Umland.
(2) Es mangelt an einer Diskussionskultur, über die Argumente fair ausgetauscht werden können – ohne verbale Gewalt (wie „Feuer“ und „Axt“) sowie ohne physische (Klebeband, Farbe).
(3) Alle gegen Eine(n): Der Druck, der den Künstler schließlich zur Rücknahme seiner Skulptur bewegte, muß groß gewesen sein. Dies ist beschämend. Was hat die Loretta denn Freiburgs Bürgern an Bösem angetan?
(4) Kunst oder Kitsch? Darüber können mündige Bürger individuell befinden, nicht aber Richtlinien bzw. Kunstkommissionen.
(5) Es geht um viel, nämlich um Freiheit, Meinungsfreiheit bzw. Kunstfreiheit. Dem Rücknahme-Statement von Thomas Rees ist in seiner Klarheit und Eindeutigkeit nichts hinzuzufügen:
„Werke nur nach allgemeiner Gefälligkeit zu schaffen, entspricht nicht meiner Vorstellung von Kunst. Kunst kann, darf und muss Gegenstand kontroverser Auseinandersetzungen sein – die Freiheit der Kunst, aber auch die Freiheit der Rede sind nicht umsonst das Fundament jeder freien Gesellschaft.“
1.7.2021

 

Loretta: Ein typischer Fall von „Cancel Culture“
Ich empfehle, die Skulptur in einem städtischen Museum aufzustellen, dann wären die Wiehremer ihre ungeliebte „Loretta“ los und das Museum hätte, dank vieler Neugieriger, zusätzliche Einnahmen. Man hätte so die Möglichkeit die Skulptur in Ruhe zu betrachten als das, was sie ist: Kunst – an der scheiden sich bekanntlich die Geister.

Der ganze „Aufschrei“ ist ein typischer Fall von „Cancel Culture“. Statt der kritischen Auseinandersetzung mit dem Künstler, erfolgt der übliche Shitstorm über die bekannten Social-Media-Kanäle. Lachender Dritter ist Facebook, je mehr Likes, desto höher der Profit.
Als Ersatz für die Loretta könnte die Stadt dem Bad eine in der Wiehre so beliebte Pferdeskulptur zum Anmalen stiften, dann hätten die Kinder auch was davon.
29.6.2021, Thomas Nieden, Freiburg, BZO
https://www.badische-zeitung.de/ein-typischer-fall-von-cancel-culture–202973073.html
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Kommentar:
Ja, die Cancel Culture als Unkultur des Mundtotmachens ist der große weiße Elefant, der in der Diskussion um Loretta nicht benannt werden darf. Grund: Die Cancel Culture ist links, woke und als shitstorm-orientierter Teil der Political Correctness fürs Grobe zuständig, was dem Anschein von Moral, Humanismus und Offenheit widersprechen würde. Und dieser Anschein muß gewahrt bleiben.
29.6.2021

 

Video: Streit um Loretta-Skulptur
… Alles vom 28.6.2021 vom SWR bitte lesen auf
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/streit-um-loretta-skulptur-in-freiburg-102.html

 

Statt Gehässigkeit: Mit dem Werk von Thomas Rees auseinandersetzen
Ich finde unglaublich, wieviel Unflat, Wut und Gehässigkeit sich hier entlädt. „Null Kunst …. Weg damit“ – in wem weckt diese Äusserung nicht das Bild brennender Bücher, Gemälde und Skulpturen vor 90 Jahren? „Entartete Kunst“ -. „keine Kunst“ – dazwischen liegt nur ein kleiner Schritt und man kann sich durchaus fragen, welche Beurteilung radikaler, schlimmer ist.
Über die überzeichneten Sexualsymbole der „Loretta“ und deren Standort ist alles und zuviel gesagt. Wer allerdings so laut brüllt, hört andere Meinungen nicht mehr.
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Mag sein, dass manches hier nicht passt. Wer allerdings die Werke von Thomas Rees kennt, weiß, dass die meisten der persönlichen Vorwürfe schlicht an der Sache vorbei gehen. Das lautstarke Gebrüll, v.a. aber die persönlichen Angriffe einiger weniger dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass Thomas eine große Anzahl von Kunstwerken geschaffen hat, die bei der absolut überwiegenden Mehrheit in der Bevölkerung großen Anklang finden – BetrachterInnen, die sich allerdings nicht so lautstark äussern.
Den Arbeiten von Rees das Attribut „Kunst“ abzusprechen ist nur arrogant. Der Streit darüber, was profan und was erhabene Kunst ist, ist fast so alt wie die Menschheit. Bis heute streiten sich die Geister, ob die Fettecke von Joseph Beuys oder die Skulpturen von Peter Lenk Kunst sind. Dinge, die man persönlich nicht mag, mit „keine Kunst“ in die Tonne zu treten, ist auf diesem Hintergrund einfach nur arrogant.
Ist Kunst nur Kunst, wenn sie unverständlich bzw. nur einer kleinen elitären Gemeinschaft zugänglich ist?
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In Lehen steht die „Bundschuh-Eiche“, hier in Hochdorf der „Weltenlenker“ von Thomas Rees. Beide haben große Beachtung, großes Interesse und die breite Zustimmung der Bevölkerung gefunden. Vielleicht sollte sich der eine oder die andere einfach etwas intensiver mit dem Werk von Thomas Rees auseinandersetzen, gern auch hier in Hochdorf, gern auch mit einer anschließenden Tasse Kaffee bei mir, aber in jedem Fall mit mehr Sachlichkeit und weniger Arroganz.
28.6.2021, Christoph Lang-Jakob, cl@roegler-langjakob.de

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Loretta als Ausdruck der Meinungsfreiheit des Künstlers
Der Holzkünstler Thomas Rees hat zugestimmt, die Skulptur Loretta wieder abzubauen. Der Satz „Die Freiheit der Kunst, aber auch die Freiheit der Rede sind Fundament jeder freien Gesellschaft“ in seinem Rücktrittsstatement trifft den Kern des Problems: Die individuelle Freiheit des Bürgers bildet die Grundlage unserer Demokratie. Gleichzeitig signalisiert der „Rücktritt“ von Thomas Rees, wie hilflos der Künstler einer Cancel Culture ausgeliefert ist, die seine Meinungsfreiheit beschneidet und ihm den Weg weist in Schweigen und in Resignation.
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– Die einen äußern ihre Meinung über Literatur, über einen Roman wie Monika Maron über ihren neuen Roman „Artur Lanz“.
– Andere äußern ihre Meinung über ein von ihnen geschaffenes Kunstwerk – wie z.B. Thomas Rees über die Skulptur „Loretta“.
– Wiederum andere äußern ihre Meinung über ihre Musik, so die von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier gepriesene Band „Feine Sahne Fischfilet“
– Die sozialen Medien begünstigen eine besonders bequeme Art der Meinungsäußerung: Am PC oder Handy einfach ein paar Tasten anklicken und die Message – gerne auch anonym – als Like, Dislike bzw. Comment abschicken. Gebündelt zum Shitstorm entfaltet dieser verbale Gratismut eine ganz gewaltige Wirkung.
– Die „schweigende Mehrheit“ (Elisabeth Noelle-Neumann, IfD Allensbach) hat ebenfalls großen Zulauf. Die letzte Studie des IfD vom Juni 2021 stellt fest, daß nur noch eine Minderheit von 45% der Deutschen meinen, „man könne seine Meinung frei sagen“ – eine beklemmende Nachricht.
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„Offensichtlich teilt die Mehrheit die Kritik am Kunstwerk“ (Ursula Birgin in der BZ), weshalb die Loretta abgebaut werden muß. Diese Aussage wäre korrekt, wenn man „Mehrheit“ ersetzt durch „linksgrün dominierte Mehrheit von Anywheres, welche die Medien dominieren“.

Als Künstler äußert Thomas Rees seine Meinung über das von ihm geschaffen Kunstwerk. Seine Kritiker äußern ihre Meinung zu Loretta verbal über Beträge in Zeitung, Radio, TV und Social Media – in professioneller Eloquenz oder auch in plumper Beleidigung. Die immer wieder vorgebrachte Forderung, der Künstler müsse sich der verbalen Kritik ebenfalls verbal stellen und verteidigen, ist unsinnig: Jeder Künstler ein Journalist mit Moderatorqualitäten? Und wer die „große Klappe“ nicht hat, ist auch kein Künstler?
Ich selbst bewundere den Künstler Thomas Rees, daß er den verbalen Attacken so lange standhalten konnte.
27.6.2021

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Adieu Loretta
Since sculptor Thomas Rees’s work ‘Loretta’ led to a heated discussion in Freiburg and the sculpture was covered with black sticky tape by protesters, Rees has offered to take back his sculpture from the Loretto bath. The sculpture done out of an old oak tree was inspired by the Roman poet Ovid in his poem ‘Metamorphosis’ which is about the mythical story of Pan and the nymph Syrinx.
Pan, it might be noted, was a lesser God of the earth. He was the son of Hermes. Pan, who was noisy and merry, was partly human and partly animal, with goat’s horns and goat’s hoofs. He was the goatherd’s God and the shepherd’s God and the joyous companion of the forest nymphs when they danced. His home was all wild places: thickets, woods and mountains. He loved being in Arcady, where he was born. A wonderful musician, he played on his pipes of reed. His melodies were as sweet as the nightingale’s song. And he was always in love with one nymph or another. He was, however, rejected due to his ugliness.. The expression ‘panic’ fear is associated to the sounds you hear in the wilderness at night made by Pan. The story is told by the Roman poet Ovid.
Pan loved a nymph named Syrinx who fled from him. And just as he was about to seize her, Syrinx was turned into a tuft of reeds by her sister nymphs. Pan said: ‚Still you shall be mine.’ And he made from what she had become: A shepherd’s pipe Of reeds with beeswax joined.
Argus, the watchman with the hundred eyes, was appointed by Hera, the wife of Zeus, to keep an eye on Io, the daughter of Inachus, with whom Zeus has madly fallen in love. Io has been turned into a heifer with horns.
The story of the Syrinx is told drowsily and monotonously and the hundred eyes of Argus were closed and slept.
Hermes saw his chance and killed him at once. Hera, however, took the eyes and set them in the tail of her favourite bird– the peacock.
In the modern context the God Pan would be called a stalker, given to lust, which is understandable, says Thomas Rees. He is of the opinion that his Loretta is well-placed in the Loretto bath, a place where women can bathe without being molested by men. She raises herself above the dominance of men (in this case Pan, who is half man and half goat) in this men’s world. The women are trying to emancipate themselves but they still get less pay than men and men are given better choices because they make children but don’t get pregnant.
The sculpture depicts Pan lying under her feet as a symbol of servility. In Ovid’s poem Syrinx is forever a prisoner of Pan. Not so Loretta. The sculpture is not about the rape of woman as were the accusations.
Nevertheless, Thomas Rees, as a creative sculptor, mentioned we live in the 21st century and appeasement towards what a general public thinks is beauty and aesthetic, is not his idea of freedom of creative art and speech, which is the basis of every free society. He added that he doesn’t want the Loretto bath to be the object of precarious discussion and controversy. He finds the verbal battle questionable and unfortunate.
The city of Freiburg and the Association of Friends of Loretto Bath also regretted the affair and thanked Thomas Rees for the constructive offer to take down the wooden sculpture.
Adieu Loretta@satisshroff
… Alles vom 27.6.2021 bitte lesen auf
https://thomas-rees.com/2021/06/adieu-loretta/

 

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Salto rückwärts: Loretta und Lollo
In Florenz sind sie angesichts des Freiburger „Loretta“-Spektakels ganz nachdenklich geworden. Ob sie dort Botticellis Venus überhaupt noch ausstellen dürfen, die Thomas Rees in Freiburg mit seiner Statue aus Eichenholz zitiert? Hat da überhaupt die Kunstkommission zugestimmt? Und was machen wir mit dem Pimmel von Michelangelos David?
Und was, bitte, ist mit der nackten Voluptas in der Vorhalle des Freiburger Münsters? Müsste nicht auch bei der ein Band über die entscheidenden Stellen geklebt werden? Weil konsequenterweise auch die Voluptas nur noch „mit Entsetzen“ zur Kenntnis zu nehmen ist, wie die derzeit gültige Formel lautet für alles, was irgendwem nicht gefällt. (Noch vor zwanzig Jahren – wer erinnert sich? – drückte sich korrekt nur aus, wer in vergleichbaren Fällen von „Abscheu und Empörung“ geschüttelt wurde.)
Ach! Es ist halt so, um endlich mal wieder H. Heine zu Wort kommen zu lassen: „Und man macht aus deutschen Eichen keine Galgen für die Reichen.“ Sondern – ist vielleicht auch besser so – lieber eine Loretta fürs Lollo.
… Alles vom 26.6.2021 von Niklas Arnegger bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/salto-rueckwaerts-loretta-und-lollo–202914362.html

 

Zwei Vorschläge: Bürgerentscheid sowie Konkurrenz-Loretta
Warum in dem der Schweiz benachbarten Freiburg nicht auch direkte Demokratie wagen mit dem Bürgerentscheid „Loretta abbauen (ja) oder stehen lassen (nein)?“. Ein Sponsor zur Übernehme der Kosten wird sich schon finden.
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Ein – gerne auch studierter – Kunstkritiker möge eine „Anti-Loretta“ bzw. „Konkurrenz-Loretta“ schaffen und im Lollo neben die Loretta von Thomas Rees stellen. So könnte man eine Debatte ‚auf Augenhöhe‘ anregen im Austausch zwischen der einen Meinung (vertreten durch Kunstwerk „Loretta“) und der anderen Meinung (vertreten durch neue  Kunstwerk „Anti-Loretta“). Und damit derzeit darniederliegende Diskussionskultur wiederbeleben.
25.6.2021

 

Studierte Kunstkritiker arrogant gegenüber dem nicht-studierten Künstler 
Ich versuche mal, mich in die Situation des Technikers und Künstlers Thomas Rees, der die Holzskulptur Loretta geschaffen hat, hineinzuversetzen:
In der BZ (siehe unten „Den Stadtraum „nicht dauerhaft verhunzen““) lese ich als gelernter Eletrotechniker, was die Kunsthistorikerin Frau Professor Angeli Janhsen als Vorsitzende der Kunstkommission von mir hält: Meine Kunstwerke seien wirklich billig, breiten sich deshalb inflationär im Schwarzwald aus und verhunzen die Landschaft. Fazit für mich:
1) Kunst muß viel Geld kosten.
2) Wer nicht studiert hat, ist allenfalls im Stande, billige Kunst – sprich: Kitsch – zu schaffen. Nur Akademiker taugen als Künstler.
3) Der mündige Bürger selbst ist nicht fähig, Kunst zu bewerten. Nur Institutionen wie Kunstkommission und Universität garantieren, den Öffentlichen Raum „nicht dauerhaft schlecht zu besetzen“.
Ein ernüchterndes und entmutigendes Fazit. Was tun angesichts schwindender Freiheit, Meinungsfreiheit bzw. Kunstfreiheit? Nun mehrseitige Formblätter ausfüllen? Und kluge Belehrungen von Akademikern anhören? Oder einfach resignieren? Oder ab ins Ausland, um dort frei mein Holz zu schnitzen?
25.6.2021
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Den Stadtraum „nicht dauerhaft verhunzen“
Wer bestimmt eigentlich, welche Kunst im öffentlichen Raum aufgestellt werden darf? In Freiburg ist das seit 2014 klar geregelt: Bei Kunst am Bau und im öffentlichen Raum ist die – nach der Diskussion um die Gestaltung des Martinstors eingesetzte – Kunstkommission zu informieren und einzubinden, die dem Gemeinderat eine Empfehlung erteilt. Daraufhin wird diskutiert und entschieden. Theoretisch. Denn die Kunstkommission wurde im Fall der vom Förderverein des Bades gekauften „Loretta“ schlicht übergangen. Angeli Janhsen verärgert das. Die Professorin für Kunstgeschichte ist Mitglied der fünfköpfigen Kommission. … Für Angeli Janhsen zeigt sich bei der Wahl der Kunst ein Problem: „Weil in Freiburg kein Geld für Kunst da ist, tauchen Dinge im Stadtraum auf, die nichts oder sehr wenig kosten und wirklich billig sind.“ Das erkläre die teils inflationäre Ausbreitung von Künstlern wie Rees oder dem 2020 verstorbenen Roland Phleps, der viele Schenkungen machte. Der öffentliche Raum aber, sagt Janhsen, „betrifft alle, die ihn nutzen. Man darf ihn nicht dauerhaft schlecht besetzen oder gar verhunzen“.
… Alles vom 25.6.2021 von René Zipperlen bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/freiburger-loretta-streit-entfacht-debatte-um-kunst-im-oeffentlichen-raum–202883113.html

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Für Loretta wird nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht
Hätte die Kunstkommission, die den Gemeinderat bei Kunst im öffentlichen Raum berät, zur Holzskulptur Loretta gehört werden müssen, die seit 14. Juni im Lorettobad steht? Laut Satzung: ja. Drei Gemeinderatsfraktionen wollen nun den Vorgang im Kulturausschuss diskutieren. Grüne, Eine Stadt für alle und SPD/Kulturliste beantragen, das Thema im Kulturausschuss des Gemeinderats zu besprechen – „aufgrund der aktuellen Diskussionen“ um Loretta im öffentlichen Teil der Sitzung am 1. Juli.
… Alles vom 24.6.2021 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/fuer-loretta-wird-nach-einer-einvernehmlichen-loesung-gesucht
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Einige Kommentare:
Kunst darf alles, muss alles und muss bewegen
Abgesehen davon, dass ich die Skulptur wirklich hässlich finde, geht es gar nicht, dass Kunst zensiert wird. Kunst darf alles, muss alles und muss bewegen. Die Skulptur ist veröffentlich (per Aufstellung) und ich warne davor eine vermeintlich längst überwundene Zensur von Künstlern zuzulassen.
24.6.2021, V.W., BZO

Kulturkommission – Kontrolle und Überwachung
Da gibt es Leute die alles und jedes was nicht in ihr Weltbild passt, sofort verbieten wollen. Diese nette Figur kann nur bei äußerst verklemmten Menschen solche albernen Reaktionen auslösen. Wieso brauche ich eigentlich eine „Kulturkommission“? Dieser Begriff erinnert irgendwie an Kontrolle und Überwachung – was nicht nur im Kulturbereich ein sehr defizilles Thema sein sollte.
Wenn wir anfangen so zu urteilen, dann wird es in Zukunft nichts mehr im öffentlichen Raum geben, bei dem sich nicht irgendjemand in seiner persönlichen Meinung angegriffen und benachteiligt sieht. Und dann muss dieses Element sofort entfernt werden.
Echte Diskriminierung sollte man angehen und auch öffentlich machen, aber doch nicht so etwas wie diese gut geschnitzte Figur.
17.4.2021, K.K.
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Mentalität von Ajatollah-Sitten-Wächtern ?
In Freiburg gibt es immer wieder was zum Lachen. Normalerweise ist Meinungsvielfalt was Positives, und jeder kann was draus lernen. Bei Kunst und künstlerischen Freiheit ist das allerdings besonders schwierig: Alles, was nicht meiner Vorstellung entspricht, ist keine Kunst. Die momentane kleinkarierte und antiquierte Diskussion über die Loretta-Skulptur ist etwas unnötig. Meine 96-jährige Oma kommentierte die ganze Diskussion mit folgenden Sätzen: Sie habe damals auch nicht verstanden, was Beuys mit der Fett-Ecke bezweckte. Die Freiburger sind aber weltoffen, auch wenn manche etwas mehr Zeit brauchen, bis sie im 21. Jahrhundert ankommen und die Mentalität von Ajatollah-Sitten-Wächtern ablegen.
24.6.2021, Andreas Kurtascz, Freiburg

Pfisterwald-Spielplatz St.Märgen: Zapfenliebe
Wer von der Aufregung um die Loretta-Skulptur noch nicht genug hat, dem sei ein Gang nach St. Märgen empfohlen, wo auf dem Pfisterwald-Spielplatz ebenfalls eine überlebensgroße Holzskulptur steht. Nähern Sie sich dieser von vorne, sehen Sie einen Zapfen (klingeling!), der auf einem Sockel mit der Inschrift „Zapfenliebe“, Dezember 2020, und den Initialen „tr“, steht. Umrunden Sie den Zapfen (!), bemerken Sie, dass er ein Gesicht mit zufrieden lächelndem Mund hat. An dem Zapfen (!) – halb mit den Armen ihn umklammernd, halb mit großen nackten Füßen und gespreizten Beinen auf dem Sockel stehend – entdecken Sie (Überraschung!) eine Figur mit Kopftuch (Haare?), wallendem Gewand (Haare?) und Wespentaille, deren Gesicht mit Hakennase, spitzem Kinn und ebenfalls grinsendem Mund, seitlich hervorlugt. An der Stelle unter der Wespentaille, wo unsereins den Po verortet, grapscht eine riesige Hand.
Bevor Sie nun denken, unser schöner Platz sei zur Spielwiese männlicher Phantasien mutiert, muss ich Ihnen leider sagen, dass die Skulptur von der Forstverwaltung des Landes (ForstBW) im Zusammenhang mit der Eröffnung des durch den wunderschönen Pfisterwald führenden „Weißtannenpfades“ errichtet wurde. Dies ist ein Weg, der sich ausdrücklich an Familien richtet, ist er doch leicht begehbar und erklärt den Kindern mit hübschen Holztafeln die Besonderheiten dieses einzigartigen Nadelbaumes.
Nicht, dass ich mir wegen der „Zapfenliebe“ Sorgen um den sittlichen Zustand meiner kleinen Enkel machen würde! Für sie ist das halt ein Tannenzapfen (Wussten Sie, dass die nicht an den Zweigen hängen, sondern stehen!?) mit einer Hexe. Und na klar: Hexen sind weiblich, weshalb ich nun halt doch noch an die unzähligen, nicht nur im Mittelalter diffamierten, gefolterten und ermordeten Frauen denken muss. Habt Ihr unten in Freiburg noch etwas von dem schwarzen Klebeband übrig?
24.6.2021, Aurelia von Flotow, St. Märgen

Region sollte stolz auf so einen Künstler sein
Wieso muss ein Künstler sein Werk verteidigen? Dazu noch eine Auftragsarbeit. Wäre es nicht angemessener seitens der Presse anerkennende Worte für den Künstler zu finden? Kritik ist ohne Zweifel gestattet, doch das, was hier über die BZ geschieht, ist ungerechtfertigte Stänkerei mit dem Resultat der Sachbeschädigung. Die Region sollte stolz auf so einen Künstler sein, dem es gelingt, aus Naturmaterialien etwas derart Ästhetisches zu schaffen. Die Holzskulpturen prägen die Region, und dies sollte über die Presse gewürdigt werden. Machen Sie weiter, Herr Rees, und lassen Sie sich von Ignoranten nicht beirren.
24,6,2921, Jochen Baum, Stegen

Freiheit durch den Begriff „Entartete Kunst“ eingeschränkt
Freiheit und Kunst gehören zusammen wie Sonne und Mond. Es gab schon mal eine Zeit, da wurde diese Freiheit durch den Begriff „Entartete Kunst“ eingeschränkt. Heute geschieht dies mit dem Begriff „Sexismus“. Hatte gehofft, dass wir nie mehr um Toleranz und künstlerische Freiheit kämpfen müssen. Habe mich getäuscht.
24.6.2021, Josef Riediger, Freiburg

Kunst spaltet, ja, und das ist gut so
Liebe BZ, Kunst spaltet, ja und das ist gut so. Umso mehr verwundert es mich, dass in ihren Artikels über loretta fast ausschließlich negative Reaktionen aufgeführt sind. Oder haben Sie bei Stadtbau oder Vereinsvorstand gar nicht nachgefragt, wie viele wohlwollende und neutrale Rückmeldungen sie von Mitgliedern des Vereins, BadbesucherInnen, NutzerInnen von sozialen Medien bekommen haben? Ich fordere Sie auf, auch die positiven Resonanzen wiederzugeben. Oder wollen Sie einfach nur ihr Sommerloch füllen und die zum Teil haßerfüllten Debatte weiter anheizen?
24.6.2021, Mairi Sinclair,
Mitglied Freunde des Lorettobads Freiburg
Verein der Freunde des Lorettobades e.V.

 

 

 

Der mündige Bürger kann Kunst selbst bewerten
1) Keine Kunst ohne Freiheit, keine Freiheit ohne Kunst.
2) Der mündige Bürger ist selbst in der Lage, Kunst zu bewerten.
3) Vielfalt in Kunst ist und Kultur ist Zeichen lebendiger Demokratie, Einheitskunst deutet auf ein totalitäres System hin.
4) Kunst muß überraschen dürfen. Kreatives Schaffen läßt sich kaum planen.
5) Künstler kann auch sein, wer nicht studiert hat.
6) Wenn schon Kunstkommission, dann um Kunstschaffende zu motivieren und zu unterstützen, nicht aber zu kontrollieren.
7) Wenn die Anzahl der veralen Kunstkritiker die der Künstler übersteigt, dann ist Dekadenz im Anmarsch.
8) Zwang, vorab Formblätter auszufüllen, behindert die künstlerische Kreativität.
9) Sollte Thomas Rees nach dem Hickhack um Loretta beschließen, nicht mehr zu schnitzen oder seine Werke nur noch in Privatgärten auszustellen, dann muß man dafür Verständnis aufbringen.
10) Der Öffentliche Raum gehört den Bürgern
23.6.2021

Rees verteidigt Loretta? Freiheit braucht sich nicht zu verteidigen
Der Titel „Rees verteidigt Loretta“ in der BZ vom 22.6.2021 ist unstimmig. Kunst ist Ausdruck der Freiheit eines Menschen, und Freiheit braucht sich nicht zu verteidigen. Gab es je eine Titelzeile „Lenk verteidigt Justitia“?
Die Loretta weist auf ein grundlegendes Problem hin: Wir haben zu wenig Macher (auch intellektuelle), aber zu viele Verbalisierer. Die Anywheres mit rhetorischer Begabung bzw. großer Klappe dominieren dank Medien und Social Media. Sie sagen, was – im wörtlichen Sinne – »angesagt« ist und was abweichende Meinung ist.
Zur handwerklichen, kunsthandwerklichen bzw. künstlerischen Ebene: Jemand schafft etwas: Baumstamm suchen (4 m hohe Eiche transportieren (zunächst 1,6 t schwer), Idee als Thema (Geschichte von Nymphe Syrinx und Hirtengott Pan). Im Holz sägen, schnitzen, schleifen, feilen, bohren, im Lorettobad aufstellen. Thomas Rees hat die Skulptur Loretta geschaffen.
Zur verbalen Ebene als Meta-Ebene: Positive wie negative Kritik »über die Loretta« ist willkommen, notwendig und OK. Auch Shitstorms. Aber Statements wie »Vergewaltigung verherrlicht« und schlicht »Scheiße« sind nicht OK. Auch die vielen Belehrungen von oben herab nicht: Thomas Rees ist Techniker und hat vielleicht nicht das Glück (?) gehabt, von seinen Eltern ein Studium in Kunstgeschichte, Entnologie oder Soziologie finanziert bekommen zu haben.
Ein Tip an den Kulturschaffenden, also an Thomas Rees: Nicht ärgern. Vor allem nicht resignieren oder gar – wie so viele kleine und große Künstler derzeit – auswandern.
Ein Tip an die Meta-Ebene: Anstelle von Verbalinjurien bitte mal selbst etwas Eigenes, womöglich auch Künstlerisches schaffen. Mutig – wie Thomas Rees vor vielen Jahren auch – ein Messer und eine Kettensäge im Baumarkt (Obi oder Bauhaus in Freiburg 8-20 Uhr geöffnet) kaufen, ein Stück Holz im Wald suchen und dieses dann beschnitzen. Nur nicht gleich mit so großem Busen, sonst bekommen auch sie das linke Diktum »Alles Ungleiche gleich machen« der Cancel Culture zu spüren.
Also: Statt am Handy immer neue Texte und Likes und Dislikes raushauen, mal ein Stöckchen schnitzen. Vielleicht dabei auch auf dem Kappler Lebensweg, Schauinsland oder Kamelberg wandern und sich an all den Skulpturen von Thomas Rees http://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/thomas-rees einfach nur freuen.
22.6.2021

Schlimm: Mißliebige Kunst einfach zerstören?
„Was tun mit „Loretta“? Das Holbein-Pferdchen weiß Antwort.“ Dieses Statement hier
https://www.badische-zeitung.de/schrecklicher-koennen-transportwege-auf-dem-gebiet-der-kunst-kaum-verlaufen–202757894.html
ist schlimm , ist es doch nichts anderes als die Aufforderung, mißliebige Kunst einfach zu übermalen bzw. zu zerstören. Wozu soll denn das führen? Wir aus unserer Geschichte doch so viel gelernt – angeblich.
21.6.2021

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Unbekannte bekleben umstrittene Holzskulptur im Freiburger Lorettobad
Vier Tage nach der Präsentation der Skulptur im Lorettobad wurde sie in der Nacht auf Freitag von Unbekannten heimgesucht. Das vier Meter hohe Kunstwerk, das „Loretta – von Keuschheit und Begehren“ heißt, wurde mit schwarzem Klebeband umwickelt. Daran befestigt waren „Rote Karten gegen Sexismus“. Auf den Boden gesprüht war in Lila: gegen Sexualisierung. Die Regio Bäder GmbH hat Anzeige erstattet wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung.
… Alles vom 18.6.2021 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/unbekannte-bekleben-umstrittene-holzskulptur-im-freiburger-lorettobad–202727016.html

Kommentare:
Ein paar Müsterchen, bei denen die Feministinnen Schnappatmung …. 
http://www.welt.de/geschichte/article134888618/Die-Thermen-waren-der-groesste-Sex-Markt-Roms.html
http://www.metmuseum.org/de/art/collection/search/437826
http://www.meisterdrucke.de/kunstdrucke/Bartholomaeus-Spranger/719441/Venus-und-Adonis,-ca.-1595-1597.html
Was waren die alle unzüchtig!
18.6.2021, G.A.

Dieter Nuhr hat Recht
https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-persoenlich/dieter-nuhr-zu-gast-bei-alfred-schier/phoenix/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWVhMmZlMThkLWZlNTUtNGZhNi04NjVmLTA2ZDY0MWNhNDMwMA/
18.6.2021, A.SCH
Ende Kommentare

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