Inflationsrate steigt auf 5,3 %

Gibt die Zentralbank, also die Bundesbank für Deutschland bzw. die EZB für die EU auf Dauer mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf als die Menge der Güter u. Dienstleistungen real wächst, dann droht Inflation – wie aktuell: Die Inflationsrate ist zum Jahresbeginn 2022 auf 5,3 Prozent gestiegen.Dies ist der höchste Wert seit Einführung des Euro. Wenn immer mehr Geld auf eine gleichbleibenden Menge an Produkten trifft, dann sinkt der Wert des Geldes eben. Oder anders herum: Für das gleiche Geld erhält man immer weniger Güter und Dienste. Ein Wohlstandsverlust ist die Folge.

Inflation und EZB
Die EZB verweigert sich einer Zinssatzerhöhung und schöpft stattdessen weiter munter Geld; die Bundesbank will, oder besser kann nichts dagegen tun – so jedenfalls erklärt sich der Rücktritt ihres Präsidenten Jens Weidmann. Mit dem vielen EZ-Geld werden immer neue Vorhaben der EU in Brüssel finanziert, also auf Pump durchgeführt, so der „Corona-Wiederaufbaufonds“ mit 750 Mrd, dessen Name Prof Hans-Werner Sinn schlichtweg als „Etikettenschwindel“ bezeichnet, da es nicht um Corona geht, sondern einfach nur um die Stützung von Banken und Südländern aufgrund ihrer verfehlten Wirtschaftspolitik aus langen Vor-Corona-Zeiten. Siehe „2020 Jahr der EU-Transferunion“ vom 18.9.2020.

Das durchschnittliche Vermögen der Italiener ist 2,6-mal so hoch wie das der Deutschen. Gleichzeitig erhält Italien aus dem „Corona-Wiederaufbaufonds“ der EU 6-mal so viel Finanzmittel wie Deutschland. Für viele Bürger ist diese Logik unerklärlich – aber sie nehmen sie dennoch untertänigst hin.

Inflation und Ampel
Friedrich Merz (CDU) von der Opposition erwartet, daß die Inflation langfristig sein wird, er habe aber „zunehmend das Gefühl, daß die Bundesregierung auf einem Weg ist, der alles noch einmal erheblich teurer machen wird“. Die schuldenfinanzierten Ausgaben für Klima und Energiewende treiben Preise bzw. Inflation hoch.

Inflation – kaum Proteste
Die Deutschen legen aufgrund der geschichtlichen Erfahrung (Währungsreform nach dem Krieg) viel Wert auf Geldwertstabilität. Gerade deshalb mag es erstaunen, daß sich kaum Kritik und Proteste gegen den Inflation fördernden Kurs der Wirtschaftpolitik regen. Immer neue Kredite, Zinssatz nahe null, Verschuldung nimmt zu. Die Inflation geht vor allem zu Lasten der kleinen Leute, die als Bezieher niedriger Einkommen mit hoher Konsumquote am meisten betroffen sind: Steigende Preise, indirekte Enteignung der Sparer, sinkender Realwert der Löhne. Renten und Transfers verlieren an Wert.

Inflation und die „kleinen Leute“
Hauptleidtragende der Inflation sind immer die sog. kleinen Leute, da bei ihnen der Anteil er Konsumausgaben am Monatseinkommen am größten ist – und die Preise für Konsumgüter steigen zuerst und am meisten. Dazu kommt, daß gleichzeitig die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter auseinanderklafft, da die Reichen seit Beginn der Corona-Pandemie einen großen Einkommenszuwachs verzeichnen. Der digital-finanzielle Komplex ist Profiteur von Covid-19.
So ergab eine Studie von Oxfam, dass das reichste Prozent der Weltbevölkerung 19-mal mehr vom globalen Wohlstandswachstum profitiert hat als die unteren 50 Prozent der Menschheit zusammen. Dazu Sahra Wagenknecht am 17.1.2022: „Für einige Wenige war die Corona-Krise ein einziger Goldrausch“ .
Eigentlich sind beispiellose Maßnahmen erforderlich, um die große Ungleichheit nach COVID-19 in einer gespaltenen Gesellschaft zu bekämpfen.
19.1.2022
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Vermögen der 10 Reichsten seit Coronabeginn verdoppelt
Das Vermögen der 10 reichsten Männer der Welt hat sich seit Beginn der Pandemie verdoppelt. Die Einkommen von 99% der Menschheit sind wegen COVID-19 schlechter gestellt.
Zunehmende wirtschaftliche, geschlechtsspezifische und rassische Ungleichheiten – sowie die zwischen Ländern bestehende Ungleichheit – zerreißen unsere Welt.
… Alles vom 17.1.2022 bitte lesen auf
https://www.oxfam.org/en/research/inequality-kills

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Woher kommt die Inflation und wann endet sie?
Die Inflation hat Ende 2021 fünf Prozent überschritten. Für ein Bündel an Waren, das vor einem Jahr 1000 Euro kostete, müssen jetzt 1050 Euro berappt werden. Wie konnte es dazu kommen, nachdem in den Jahren zuvor die Inflationsrate unter zwei Prozent gelegen hatte?

Erste Ursache ist die Klimaschutzpolitik unserer Regierung, die die Benzin-, Gas- und Heizölpreise gezielt nach oben treibt. Dies soll die Verbraucher zwingen, weniger zu verbrauchen, damit die CO2-Emissionen sinken. Steigende Energiepreise beeinflussen den Verbraucherpreisindex, der die Inflation misst.

Zweite Ursache ist ein – auch corona-bedingtes – Auseinanderklaffen von Angebot und Nachfrage. Auf der Angebotsseite gibt es große Lieferprobleme bei vielen Gütern, von Computerchips über Stahl bis zu Papier für die tägliche Zeitung. Gleichzeitig haben die Staaten ihre Ausgaben massiv erhöht. Das Anliegen ist nachvollziehbar: Kurzarbeitergeld und Corona-Hilfen sollen den Wirtschaftseinbruch abfangen, der durch Lockdowns und andere Einschränkungen herbeigeführt wurde. Aber diese Gelder schaffen zusätzliche Nachfrage. Wenn das Angebot geringer als die Nachfrage ist, erhöhen die Anbieter ihre Preise; sie verkaufen ihre knappen Produkte an die Abnehmer, die den höchsten Preis zu bezahlen bereit sind.

Dritte Ursache ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie überschwemmt die Euro-Volkswirtschaften mit Geld aus der Notenpresse, ohne dafür Zinsen zu verlangen. Die Staaten wie die Verbraucher können sich so fast umsonst Geld borgen und das ausgeben. Das erhöht die Nachfrage zusätzlich.

Aufgabe und Pflicht der EZB ist es, Preisstabilität zu gewährleisten. Sie kann die Inflation eindämmen, indem sie ihre Null-Zins-Politik beendet. Doch das lehnt sie ab. Sie hat bereits angekündigt, dass sie auch weiterhin, nur etwas weniger als bisher, die Volkswirtschaft mit kostenlosem Geld aus der Notenpresse überschwemmen wird. Sie behauptet, die Inflation werde schon von selbst auf ihre Zielmarke von durchschnittlich zwei Prozent sinken.
Glaubt sie das allen Ernstes? Zwar besteht Hoffnung, dass die Lieferprobleme im Laufe des Jahres überwunden werden und auch die Corona-Ausgaben-Politik des Staates irgendwann endet. Aber die Energiepreise werden weiter steigen; das will die Ampel-Koalition ja ausdrücklich. Hinzu kommen etliche weitere Effekte, die eine einmal ausgebrochene Inflation weiter anheizen: Erstens werden die Gewerkschaften in den anstehenden Tarifverhandlungen neben den herkömmlichen Gehaltserhöhungsforderungen auch einen Ausgleich für die Inflation fordern. Die Unternehmen werden dann versuchen, die dadurch steigenden Personalkosten auszugleichen, indem sie ihre Verkaufspreise anheben, was die Inflation zusätzlich antreibt. Es droht eine Preis-Lohn-Preis-Spirale.

Zweitens schafft die Inflation für die Verbraucher den Anreiz, vor allem größere Anschaffungen wie Autos oder Möbel vorzuziehen, bevor die Preise weiter steigen. Das treibt die Nachfrage und damit die Inflation hoch. Dieser Effekt ist umso stärker, je mehr die Verbraucher erwarten, dass die Inflation länger andauern wird.

Drittens war der Preisanstieg in den vergangenen Jahren auch deshalb gedämpft, weil sich die im Wettbewerb stehenden Unternehmen nicht so recht trauten, ihre Preise zu erhöhen. Denn das Internet hat für die privaten wie die gewerblichen Käufer eine unglaublich hohe Transparenz darüber geschaffen, welches Produkt bei welchem Anbieter wie viel kostet. Das hat dazu geführt, dass Verkäufer den Spielraum für Preiserhöhungen nicht ausgetestet haben. Jetzt, da die Preise auf breiter Front im Steigen begriffen sind, lässt sich leichter ausprobieren, welche Preiserhöhungsspielräume es gibt. Und die werden dann auch genutzt.

Viertens werden die Pläne von Landwirtschaftsminister Özdemir für eine „Tierwohl-Steuer“ und für Vorschriften für eine nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln deren Preise und damit auch die Inflation nach oben treiben.

Es spricht also sehr viel dafür, dass wir uns noch länger mit relativ hohen Inflationsraten herumschlagen müssen. Langsam dämmert das auch der EZB. Aber dagegen konsequent vorgehen will sie bislang nicht. Was diese Haltung im Verein mit einer Verzinsung von null Prozent für unsere Ersparnisse bedeutet, muss nicht näher erklärt werden: Die werden immer weniger wert.
… Alles vom 22.1.2022 von Lüder Gerken bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/woher-kommt-die-inflation-und-wann-endet-sie–208389454.html

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