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Wetterbuchen vom Rosshang in Hofsgrund am Schauinsland am 10.12.2020: Schnee – Buchen – Nebel – Sonne

 

Europa: Es lebe die Grenze
Nichts anderes als der Unterschied macht den Charme unseres Kontinents aus. Selbstredend gehören zum Nationalcharakter nicht nur der französische Käse oder das englische Ale oder der schottische Dudelsack und andere Klischees. Auch die Geschichte der Nationwerdung unterscheidet sich jeweils – und natürlich auch die Erinnerung an Kriege und Erbfeindschaften. Frankreich zehrt vom Mythos nationaler Glorie – auch wenn es sich von den Briten sagen lassen muss, dass es die beiden letzten Kriege ohne Hilfe nicht gewonnen hätte. In Großbritannien wiederum vergisst man gern, dass man sein Imperium selbst verspielt hat, in dem man sich im Übrigen keineswegs nur zivilisiert benommen hat. Polens Nationalstolz, in der Vergangenheit durchaus aggressiv, speist sich aus der Erfahrung der polnischen Teilungen.
Außerhalb von Deutschland ist man mitnichten geneigt, sich zum Siedlungsgebiet zu erklären für alle, die aus ihren Heimatländern fortwollen. Das kann, aber es muss nicht Ausländerfeindlichkeit sein. Es ist das Beharren auf einer gemeinsamen Geschichte und Kultur, ganz abgesehen von der Sprache. Nur Anywheres, die glauben, es sei kosmopolitisch, sämtliche Flughäfen der Welt zu kennen, scheinen darauf weniger Wert zu legen.

Die meisten europäischen Nationalstaaten bestehen aus Regionen und Provinzen, die sich oft nicht weniger unterscheiden als die europäischen Staaten untereinander. Die Sachsen sind nicht wie die Bayern und die wiederum nicht wie die Niedersachsen. In Frankreich ist das nicht viel anders. Das Vivarais etwa, wo ich das hier schreibe, einer der Austragungsorte des Bellum Gallicum und Heimat einer der ältesten Bilderhöhlen Europas – man schätzt das Alter der Gemälde in der Grotte Chauvet auf mehr als 30.000 Jahre –, ist nicht mit südfranzösischer Leichtigkeit gesegnet. Dafür sorgt auch die Erinnerung an die brachiale Verfolgung der Hugenotten im 16. Jahrhundert – „die Cevennen müssen brennen“, deklarierte damals ein Befehlshaber der königlichen Heere.

Nationalstaaten beruhen auf der Unterwerfung der Provinzen. Eine EU, die auf der Unterwerfung ihrer Mitglieder beruht, wäre eine schlechte Kopie. Es lebe der Unterschied. Niemand hier wie dort möchte nationale Souveränität an eine durch nichts legitimierte Instanz wie die EU-Bürokratie abtreten. Nicht nur in Polen, nicht nur in den Visegrad-Staaten stößt das Ziel der „immer engeren Union“ zunehmend auf Widerstand. „Die EU bekommt es mit einer veritablen demokratischen Konterrevolution zu tun, die das alte, nur scheinbar gelöste Problem der nationalen Souveränität in einem Staatenbund zur Diskussion stellt“, schreibt Karl-Peter Schwarz zum aktuellen Konflikt um Polen (siehe unten).
Widerstand gegen Grenzüberschreitungen der EU-Bürokratie gibt es selbst im kreuzbraven Deutschland – und in Frankreich. Es lebe die Grenze
… Alles vom 27.10.2021 von Cora Stephan bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/cora_stephan_die_stimme_der_provinz_es_lebe_die_grenze
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Polen steht an der Spitze einer europäischen Konterrevolution
von Karl-Peter Schwarz
Nicht nur Visegrád-Staaten stellen das Primat des EU-Gerichtshofs in Frage. Das Ziel der „immer engeren Union“ stößt zunehmend auf Widerstand.
Was geht in den Köpfen von Politikern und Journalisten vor, die sich anmaßen, den Polen, den Ungarn und den Slowenen Lektionen in Sachen Demokratie und Rechtsstaat zu erteilen? Sollten nicht gerade Österreicher und Deutsche verbal abrüsten, statt Öl ins Feuer zu gießen?
Die Betroffenheitsgesten und Schuldbekundungen der Nachkommen ob der Verbrechen, die ihre Groß- und Urgroßeltern in diesen Ländern begangen haben, verlieren an Glaubwürdigkeit, wenn man ihnen droht und ihre Regierungen erpresst.
In dem aktuellen Konflikt mit Polen geht es um die Frage des Vorrangs des EU-Rechts vor dem nationalen Recht, einschließlich des Verfassungsrechts. Dieser Vorrang ist nicht in den EU-Verträgen festgelegt, sondern folgt aus der Rechtsprechung des EuGHs („case law“). Allerdings gibt es eine Erklärung der Regierungskonferenz, die dem Lissabon-Vertrag beigefügt wurde. Darin heißt es, „dass die Verträge und das von der Union auf der Grundlage der Verträge gesetzte Recht im Einklang mit der ständigen Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union unter den in dieser Rechtsprechung festgelegten Bedingungen Vorrang vor dem Recht der Mitgliedstaaten haben“. Dieser Vorrang gilt für jene Bereiche, die der Union von den Mitgliedsstaaten überlassen wurden.
… Alles vom 26.102021 von Kalt-Peter Schwarz bitte lesen auf
https://www.diepresse.com/6052500/polen-steht-an-der-spitze-einer-europaischen-konterrevolution

 

Grenzen – Ausgrenzung – grenzenlose Welt – offene Grenzen
Das Thema „Offene Grenzen“ bzw. „Grenzenlose Welt“ wird in der Öffentlichkeit nicht erst seit der Flüchtlingskrise 2015 kontrovers diskutiert. In diesem Gastbeitrag finden sich zunächst grundlegende Gedanken zur Thematik über die Grenze im Leben des Menschen und in der Natur. Diese Ausführungen verbinden sich mit dem Aufweis gefährlicher globalistischer Überlegungen und Planungen für eine neue Weltordnung, wie sie etwa konkret im UN-Migrationspakt oder im Konzept für eine neue Weltwirtschaftsordnung (Davos) der Weltöffentlichkeit präsentiert und auch von manchen Parteien in Deutschland ideologisch unterstützt und vorangetrieben werden.
Ein Gastbeitrag von Dr. Udo Hildenbrand

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war ein vereintes Europa ohne Grenzkontrollen der Traum vieler Europäer: Reisen ohne Pass mit möglichst einer Währung! Dieser Traum ging 1995 im Blick auf die Grenzen tatsächlich in Erfüllung. Die Schlagbäume wurden in den zunächst 15 Mitgliedstaaten Europas mit etwa 400 Millionen Einwohnern geöffnet. Der freie Personenverkehr ist in diesen Staaten EU-Bürgerrecht.
Die Seegrenzen des sog. Schengen-Raums haben eine Länge von ca.42.700 Kilometer, die Land-Außengrenzen sind über 7.700 Kilometer lang. Man war sich damals dessen bewusst, dass ein Europa ohne Binnengrenzen nur möglich ist bei einem wirksamen Schutz der Außengrenzen.
Über lange Jahre hin lautete das europapolitische Konzept „Europa der Vaterländer“. Supranationale Vergemeinschaftung der staatlichen Aufgaben war als politische Zielvorgabe weit weg von diesem Denken. Denn die Spanier wollten weiterhin Spanier bleiben, die Italiener Italiener, und auch die Deutschen Deutsche usw. Trotz entschiedener Bejahung des europäischen Gedankens dürfte dieses national orientierte Empfinden bis auf den heutigen Tag beim weit überwiegenden Teil der europäischen Bevölkerung vorherrschend sein.

1. Grenzen sind natürlich und human
Die Wahlprogramme der grünlinken multikultitrunkenen Parteien haben diese Grundvorstellungen von der Einheit Europas mit einer gemeinsamen europäischen Grenze jedoch bereits weit hinter sich gelassen. Offene Grenzen in einer grenzenlosen Welt mit Anspruch auf freien Ein- und Zutritt „aller überall“ ist die offensichtliche Zielsetzung dieser neolibertären bzw. marxistisch/sozialistischen Parteien, aber auch bestimmter globalistisch geprägter Institutionen. Die Schlagbäume auf der ganzen Welt aus ihren Fundamenten reißen, ist so der neue Traum globalistischer Denker und Planer, wie es der Traum der kommunistischen Ideologen bereits seit dem 19. Jahrhundert ist.
Nachfolgend soll zunächst das Thema „Grenzen“ansatzhaft erschlossen und dabei verdeutlicht werden: Das menschliche Leben und die gesamte geschaffene Natur sind von Grenzen und Mauern mit ihrer jeweils ambivalenten Bedeutung umgeben. Grenzen sind im wahrsten Sinn des Wortes natürlich und human. Entsprechend ist eine entgrenzte, eine grenzenlose Welt unnatürlich und inhuman.
Auch eine entsprechende globalistische Politik und Denkweise mit ihren politischen, ökonomischen und kulturellen, auch militärischen Zielsetzungen sind unnatürlich, inhuman- und es wird sich erweisen, dass sie außerdem gefährlich sind.

2. Die Ambivalenz von Grenzen und Mauern
Nahezu alles in dieser Welt hat zwei Seiten: Eine helle und eine dunkle. Sonne und Wasser sind beide lebensnotwendig. Doch die Sonne kann verdörren, Wüste hinterlassen und zum Verdursten führen. Wassermassen können Leben und Existenzen zerstören.
Auch Grenzen und Mauern sind ambivalent. Sie können schützen, Sicherheit und Geborgenheit geben, aber auch ausschließen, trennen und Freiheit verhindern. Als Kerkermauern und Verließe, als mit Waffen hochaufgerüstete Grenzanlagen können sie sogar tödlich sein. Wäre aber die „grenzenlose Freiheit über den Wolken“, von der Reinhard Mey träumt, tatsächlich ein erstebenswerter Lebensort oder doch viel eher ein grenzenloses Gefängnis der Isolation und Einsamkeit?
Zur Freiheit gehören immer auch Grenzen. Freiheit ist ohne Grenzen nicht denkbar. Denn die Fähigkeit, eine Entscheidung zu treffen, macht Freiheit aus. Wer keine Wahl hat zwischen zumindest zwei Möglichkeiten, hat auch keine Freiheit. Entscheidungen sind nur denkbar, wenn es mindestens zwei verschiedene Möglichkeiten gibt und man zwischen zwei sich voneinander abgrenzenden Möglichkeiten wählen kann.

3. Grenzen als natürliches Konstitutiv des Menschseins
Der Mensch ist als Gemeinschaftswesen (ens sociale) auf Mitmenschen angewiesen, aber auch als Individuum von Natur aus mit spezifischen Möglichkeiten und Fähigkeiten ausgestattet. Ihm sind zugleich aber auch ganz spezifische Grenzen gesetzt. Diese Möglichkeiten und Grenzen sind physischer sowie mentaler und emotionaler Art.

Sein Aussehen, sein Charakter – all das, was seine Persönlichkeit ausmacht, seine individuellen Wünsche und Bedürfnisse begrenzen jeden Menschen. Zugleich aber unterscheiden sie ihn von jedem anderen Menschen. Sie geben ihm eine personale Identität. Gleichzeitig verleihen sie ihm seine Einzigartigkeit und eröffnen ihm Entfaltungsräume und damit Räume der Freiheit.
Dass der Mensch auch über seine individuellen Grenzen zu definieren ist, kann mit seinen vor allem positiven Verhaltensweisen zu seinen eigenen persönlichen „Grenz-Erfahrungen“ mit etwa folgenden Redewendungen veranschaulicht werden:

Erkennen, wo die eigenen Grenzen und die der anderen sind – Sich selbst und anderen Grenzen setzen – Grenzen ziehen – An seine eigenen Grenzen stoßen: körperlich, geistig, finanziell – Zu seinen Grenzen stehen – Seine Grenzen selbst einhalten – Über seine eigenen Grenzen hinausgehen – Die Grenzen anderer respektieren – Die Grenzen wahren – Eigene Grenzen überwinden – Mauern überspringen – Sich von jemandem abgrenzen – Grenzerfahrungen machen.
Entsprechende negative Verhaltensweisen werden etwa wie folgt ausgedrückt: Grenzen überschreiten – Sich verbarrikadieren, einmauern, abschotten – Mauern errichten – Grenzen dicht machen – Sich über Grenzen einfach hinwegsetzen.

4. Weitere Arten von Grenzen
Nicht nur dem Menschen, sondern auch der Natur sind vielfältige Grenzen gesetzt. Es gibt also Grenzen „in uns“ und Grenzen „um uns herum“. Es sind räumliche, zeitliche und symbolische, natürliche und auch vom Menschen gemachte künstliche Grenzen. Dabei definieren Grenzen ein bestimmtes geistiges oder materielles Gebiet, das sich von einem anderen abgrenzt.
Grenzen treten am deutlichsten zutage als absolute Grenzen in den Prozessen des Werdens und des Vergehens auf allen Ebenen des geschöpflichen Daseins. Alles, was geschaffen ist, wird von zwei unüberwindbaren Grenzen markiert, nämlich von einem Anfang und von einem Ende.
Gewöhnlich denkt man beim Begriff „Grenze“ auch an: Staats-, Landes- und Stadtgrenzen – Geografische Grenzen (wie z. B. Flüsse, Berge, Wüsten) – Religionsgrenzen – ethisch-moralische und juristische Grenzen – soziale und kulturelle Grenzen – Sprachgrenzen –- Standesgrenzen: Adel, Bauern, Bürger, Geistliche.

5. Das Haus mit seinen eingrenzenden Wänden und Mauern: Ort und Symbol von Sicherheit und Geborgenheit
Sicherheit und Geborgenheit zählen zu den Grundbedürfnissen, ja zu den größten Sehnsüchten der Menschen. Die alten Griechen umschrieben den Begriff „Geborgenheit“ mit dem Wort „oikos“= Haus.

So ist in diesem Zusammenhang auch das Haus in seiner mehrschichtigen Bedeutung im Blick: Das Haus mit seinen Mauern und Wänden, die von Nachbarn und Außenwelt abgrenzen, auch mit seinen Türen, die verriegelbar, abschließbar sind. Das Haus, in dem man „ein Dach über dem Kopf“ hat und in dem man sich in die „vertrauten eigenen vier Wände“ zurückziehen kann. Das Haus so auch als Ort emotionaler Befindlichkeit. Das Haus, die Wohnung insgesamt als Sicherheits- und Schutzraum, als Rückzugs- und Freiheitsraum. Dazu wurden und werden öfter auch finanziell aufwendige Sicherheitsmaßnahmen ergriffen.
Hier schließen sich einige schlichte Fragen an: Wer würde die Türen seines Hauses nie verschließen, sie bei Tag und Nacht sperrangelweit offenstehen lassen? Gibt es unter den vielen Protagonisten der Ideologie von den offenen Grenzen und der grenzenlosen Welt auch nur einen einzigen, der vorüberziehenden wildfremden Menschen einladend und selbstlos zurufen würde: „Kommt doch alle in mein Haus rein. Nehmt, worauf ihr Lust habt und was ihr braucht. Was mein ist, gehört auch euch. Bleibt hier, solange ihr wollt“?

Kein verantwortlich denkender Mensch würde ein derartiges Verhalten an den Tag legen. Auch die Familie dieses „Gutmenschen“ stände ggf. schnell mittellos da und müsste darben. Denn in Windeseile wäre alles, was er hat, verschwunden. Er selbst wäre wohl ein Fall für die Psychiatrie.

Vor allem auch: Was wären Betriebe und Fabriken, Banken, Behörden und Institutionen ohne abschließbare Türen und Tore? Was wären Gefängnisse ohne Gefängnismauern mit Stacheldraht? Raub, Mord und Totschlag, Verbrechen jeglicher Art und in einem unvorstellbaren Umfange wären die Folge. Und die Menschen würden sich zugleich in ihren eigenen Häusern oder Wohnungen ungeborgen, entfremdet und völlig schutzlos fühlen. Das Recht des Stärkeren und des Brutaleren würde vorherrschen. Angst würde um sich greifen. Hausfriedensbruch ist nicht grundlos eine Straftat.

Die hier geschilderten Situationen sind unschwer auf die Ideologie der grenzenlosen Welt zu übertragen. Möglicherweise kommt man dann ebenfalls zum Ergebnis: Wer so denkt und plant, ist ein Fall für die Psychiatrie.

6. Heimat
Im Kontext der Überlegungen zum Thema Haus als Hort der Geborgenheit, des Schutzes und der Freiheit könnte auch der erweiterte Raum des Hauses noch bedacht werden. Dieser erweiterte Raum eröffnet sich mit den heute heftigst umstrittenen Begriffen von Heimat und Heimatland, auch von Vaterland, Patriotismus und Nation.
Eine Darstellung dieser „humanen Grenzen“ – evtl. auch im Rahmen einer theologischen Reflexion – die mit diesen Begriffen angedeutet werden, ist innerhalb dieser Ausführungen leider nicht möglich. Doch sei wenigstens verwiesen auf die Feststellungen des Historikers Prof. Heinrich August Winkler über den Plan zur Auflösung der Nationalstaaten:
„Die Abschaffung der Nationen und Nationalstaaten … lag nicht in der Absicht der Wegbereiter der Europäischen Union … Sie waren sich bewusst, dass die Wurzeln der meisten europäischen Nationen bis tief ins Mittelalter zurückreichen und die der älteren Nationalstaaten ebenfalls. Sie hatten recht: Zu den Besonderheiten Europas gehört seine historisch gewachsene nationale Vielfalt. Wer die Nationen und die Nationalstaaten abschaffen will, zerstört Europa und fördert den Nationalismus.“ mehr

7. Der UN-Migrationspakt (2018): „Recht auf Einwanderung“ = offene Grenzen
Mehr als 258 Millionen Migranten sollen derzeit weltweit als Asylsuchende, Armuts- und Klimaflüchtlinge unterwegs sein. Die 23 Ziele des UN-Migrationspaktes sind in der Zusammenfassung: die „sichere, geordnete und reguläre Migration“ durch eine verbesserte internationale Kooperation auf lokaler, nationaler, regionaler und globaler Ebene. Der nach offizieller Lesart rechtlich nicht bindende Pakt wird als eine historische Errungenschaft dargestellt.
Doch die Behauptung der Unverbindlichkeit bezeichnet Prof. Reinhard Merkel, Rechtswissenschaftler, als eine „suggestive Irreführung“. Außerdem würde der Pakt eine „Sogwirkung auslösen“ und die „Migration aus den armen Staaten in die wohlhabenden deutlich verstärken“.
2018 gab es heftige Bedenken, Proteste und Petitionen gegen den Globalen Migrationspakt, der u.a. auch als „Pakt zur Überflutung Europas“ bezeichnet wurde. Er mache den Weg frei für eine Politik der Massenimmigration, (möglicherweise durch „Corona“ vorerst eingeschränkt). Die Realisierung der Ziele dieses Paktes führe zur Destabilisierung und schließlich zum Ende der europäischen Staaten und Kulturen, zugleich auch zum Ende des Selbstbestimmungsrechts der Völker. Von den USA sowie von Österreich und Ungarn wurde der umstrittene Pakt nicht unterzeichnet.

Der emeritierte Weihbischof und Moraltheologe Prof. Andreas Laun übt inhaltliche Kritik am Migrationspakt. Er könne beschrieben werden als ein Dokument, das von einem Recht auf Einwanderung, (also auf offene Grenzen) ausgeht. Im Migrationspakt seien die Folgen und Auswirkungen der pauschal positiv bewerteten Migration für das Gemeinwohl der betroffenen Staaten unwichtig. Pflichten der Migranten gegenüber dem aufnehmenden Land würden kaum erwähnt, wohl aber deren Ansprüche. Die der katholischen Soziallehre widersprechende gesinnungsethische Grundhaltung, bei der die Folgen des Handelns nicht berücksichtigt werden, spiegele sich auch im Migrationspakt.

Prof. Frank Schorkopf, Staats- und Völkerrechtler, sieht in diesem UN-Pakt ein „beunruhigendes Dokument“. Auch er bezieht sich auf die katholische Soziallehre mit Verweis auf die Verletzung des Solidaritätsprinzips, demzufolge ein Gemeinwesen zunächst und vorrangig seinen Mitgliedern gegenüber Verantwortung trägt. Weiter stellt er fest: Die Risiken und Gefahren, die „sich aus der Migration für die öffentliche Sicherheit und weitere Güter in den Zielländern ergeben“, werden im Migrationspakt nicht gebührend berücksichtigt. Auch die illegale Migration wird darin „weitgehend ausgeblendet“.
Einen „gefährlichen Hebel“ sieht Schorkopf im Konzept dieses UN-Dokumentes, das ermöglicht, dass andere Staaten, internationale Organisationen usw. künftig in die politischen Prozesse z. B. in Deutschland eingreifen können, um etwa Einwanderungskontingente aufzuzwingen – ein Eingriff in die Souveränität eines Landes, auch ein Widerspruch zum Subsidiaritätsprinzip der katholischen Soziallehre. Dieses Prinzip besagt, dass die kleinsten gesellschaftlichen Einheiten für die Lösung eines Problems verantwortlich sind, die zu seiner Lösung in der Lage sind.

Reinhard Wenner, Jurist und katholischer Theologe, macht auf zwei weitere Probleme aufmerksam, die im Kontext der Pläne zur Lösung humanitärer Schwierigkeiten durch internationale Organisationen zu beachten sind:
Leider lasse „sich nicht sicherstellen, dass verantwortungsbewusste Männer und Frauen an die Schalthebel dieser Weltorganisationen gelangen und geschwisterlich und nur im Sinne der UN-Menschenrechtsdeklaration von 1948 handeln … Derzeit gelingt es immer wieder Menschen, Diktatoren zu entkommen. Aber gibt es bei einer ´Eine Welt-Organisation´, die über die Zuteilung/Verteilung der Güter dieser Erde entscheidet, noch einen Staat, der politischen Flüchtlingen, Religionsabweichlern und Atheisten Asyl gewähren wird, wenn er daraufhin von der Zuweisung von Gütern dieser Erde ausgeschlossen würde?“.

8. Der „Masterplan“ für eine neue Weltwirtschaftsordnung
Wohl viele Menschen, die von einem freiheitlich-demokratischen Denken geprägt und überzeugt sind, waren tief erschrocken, verstört, auch erbost, als sie erstmals von den Plänen für eine neue Weltwirtschaftsordnung hörten oder lasen. Etwa folgende gegenläufige Gedanken schossen wohl durch die Köpfe:
Unfassbar! Kann gar nicht sein. Fakenews. Nichts als krude Verschwörungstheorien! – Alle demokratischen Errungenschaften mit Füßen getreten, abserviert! Raubtier-Kapitalismus in höchster Potenz! Rassismus pur! Wo bleibt denn hier der Verfassungsschutz? – Auch der Verfasser dieser Ausführungen gehört zu diesen Empörten.
Die wesentlichen Ziele und Forderungen der Initiative „Weltwirtschaftsforum Davos/Schweiz zur Neugestaltung der weltweiten Gesellschaft und Wirtschaft im Anschluss an die COVID-19-Pandemie“ wurden formuliert von Prof. Klaus Schwab, Initiator und Kopf dieses Forums. Von Dieter Farwick, Brigadegeneral a.D. und Publizist, werden sie wie folgt zusammengefasst:
„Das Ziel der alleinigen Weltherrschaft durch Druck und Gewaltanwendung ▪▪ Übertragung der Führung der Welt auf eine ´Gruppe der Superreichen´ ▪▪ Reduzierung der Masse der ´nutzlosen´ Menschen ▪▪ Zerstörung der Nationalstaaten und deren Mittelschichten ▪▪ Der Entzug des privaten Eigentums ▪▪ Massiver Bevölkerungsaustausch zwischen den Ethnien über alle Weltmeere und Kontinente ▪▪ Berufsverbote, keine freie Berufswahl ▪▪ Bestimmung des Wohnortes und des Arbeitsplatzes ▪▪ Reiseverbote. Reisen nur für ausgesuchte Persönlichkeiten nur in Ausnahmefällen erlaubt▪▪ Kein offener Zugang zu Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen wie z.B. Universitäten ▪▪ Keine Fahrerlaubnis und kein Besitz von Kraftfahrzeugen sowie unbemannten Fluggeräten (Drohnen) und Flugzeugen ▪▪ Kein Besitz von Waffen und Schlagstöcken ▪▪ Versammlungsverbot ▪▪ Kein Besitz von privaten Fernseh- und Radiogeräten sowie Computern und Smartphones oder Funkgeräten. Offizielle Informationen durch Lautsprecher und Volksempfänger ▪▪ Arzt- und Krankenhausbesuche nur mit amtlicher Genehmigung ▪▪ Nächtliche Ausgangssperren ▪▪ Gewaltmonopol des Staates, ausgeübt von Soldaten, Polizisten und Milizen.“

Eine Bemerkung zum Plan, die „Führung der Welt einer Gruppe der Superreichen“ zu übertragen: Der Amazon-Gründer Jeff Bezos, offensichtlich der reichste Mann der Welt, unternahm kürzlich mit einer „Monsterrakete“ einen zehnminütigen Kurz-Tripp in den Weltraum. Die Kosten für die nur wenige Minuten dauernde Erfüllung seines Kindheitstraumes: fast 30 Millionen US-Dollar!
Die ungeheure Machtfülle in den Händen eines Einzelnen, die hinter diesem Ereignis und hinter dieser Zahl steht, lässt sich nur erahnen – und zugleich auch die naheliegende Möglichkeit zum Missbrauch dieser Macht. Hinzu kommt aber noch die für einen „Normalsterblichen“ gänzlich unvorstellbare Machtfülle der „Gruppe der Superreichen“ insgesamt!
Ist der Weltraum-Kurzausflug eines Superreichen im Blick z. B. auf Hungersnöte, auf noch unheilbare Krankheiten und auf Umweltschäden nicht ein Symbol für eine mehr als bedrohlich bevorstehende Realität im irdischen Weltgeschehen, zugleich eine Geldverschwendung sondergleichen?

9. Islamisierungsprozesse durch offene Grenzen
In den vergangenen Jahren ist diese Problematik in einer Fülle von Publikationen angesprochen worden. Hier nur so viel: Weltumfassende Islamisierung zählt zum Grundauftrag des Islams. Dabei können die Methoden der islamischen Glaubensverbreitung mit folgenden drei Begriffen umschrieben werden: Überzeugungsarbeit – Kriegerische Eroberung – Migration.
Die heutigen nichtkriegerischen religiösen und kulturellen, politischen und juristischen Islamisierungskonzepte der 57 islamischen OIC-Staaten sind bekannt und nachlesbar. In diesen Staaten ist „der Islam Staatsreligion, Religion der Bevölkerungsmehrheit oder Religion einer nennenswerten Minderheit“. Das Islamisierungsziel ist zweifelsfrei die Durchdringung der europäischen Bevölkerung mit dem Islam. Inzwischen werden nicht nur europäische Großstädte von Moscheen und von Menschen muslimischen Glaubens unübersehbar mitgeprägt. Die gesamte europäische Kultur trägt bereits islamische Züge.

Seit der Grenzöffnung 2015 sind allein in Deutschland 1,5, Milliarden Migranten weit überwiegend islamischen Glaubens eingewandert – auch mit den Folgen für die Kriminalität und die immensen finanziellen Belastungen. Warum wohl fliehen auch die heutigen Flüchtlinge aus Afghanistan nicht in ihre muslimischen Bruderländer, warum werden sie von diesen nicht mit offenen Armen aufgenommen? Wer jedenfalls die Islamisierungsprozesse leugnet, die durch die weiterhin geplanten, politisch bewusst gewollten offenen Grenzen noch massiv verstärkt werden, ist schlichtweg blind bzw. ideologieverrannt.
Zu dieser Thematik noch eine warnende Aussage von Kardinal Christoph Schönborn, in der er an den Sieg über die Osmanen vor Wien am 12. September 1683 erinnert – ein Sieg, der wohl weite Teile Europas vor der Islamisierung bewahrt hat: „Vor 333 Jahren ist Wien gerettet worden. Wird es jetzt einen dritten Versuch einer islamischen Eroberung Europas geben? Viele Muslime denken und wünschen sich das und sagen: Dieses Europa ist am Ende.“

10, Die grenzenlose Welt: Ein MEGA-Gefängnis
Den grundlegenden Gedanken dieser Erörterung zum Thema „Grenzen“ und den angeführten Beispielen kann entnommen werden: Die Welt, d. h. die weltweite menschliche Gesellschaft ohne Grenzen, wie sie u.a. in der Ideologie des Globalismus und auch in den Plänen für eine neue Weltwirtschaftsordnung angedacht ist, ist keineswegs ein idyllisch-heimeliges „globales Dorf“. Es ist die Horrorvision von Welt schlechthin.
Denn eine globale demokratische Weltordnung ist nicht denkbar und eine globale Welt ohne Grenzen ist demokratisch auch nicht regierbar. Die grenzenlose Welt wäre vermutlich alsbald nichts anderes als ein einziges überdimensioniertes Gefängnis, ein MEGA-Gefängnis von unvorstellbaren Ausmaßen.
Und die „Leitung“ dieses MEGA-Gefängnisses wäre eine völlig entgrenzte, uneingeschränkt herrschende MEGA-DIKTATUR: Eine Horror-Weltregierung ohne demokratische Legitimation, ohne Gewaltenteilung, ohne Kontrollinstanzen, ausgestattet mit einer bislang nicht denkbaren, durch nichts beschränkten Machtfülle.

Im Vergleich dazu wären alle Diktaturen und Schreckensherrschaften der Geschichte sowie auch der Gegenwart wohl als politische Kinderspiele zu qualifizieren. Die Ideologie einer Welt ohne Grenzen verheißt zwar – wie auch die kollektivistische Ideologie des Kommunismus/Sozialismus – das irdische Paradies, in Wirklichkeit führt sie jedoch geradewegs und zielgenau in die irdische Hölle. Und davor bewahre uns Gott!
23.8.2021, Dr. Udo Hildenbrand
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Dr. theol. Hildenbrand, Udo: Spiritual in einem Frauenkloster. Zuvor langjähriger katholischer Gemeindepfarrer, auch Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft an der Universität Freiburg im Breisgau, Referent für Priesterfortbildung, Diözesanpräses des Allgemeinen Cäcilienverbandes der Erzdiözese Freiburg, Generalpräses des deutschsprachigen Cäcilienverbandes. Dozent im Fach Liturgik an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg und an anderen Ausbildungsstätten. Herausgeber einiger Bücher und Zeitschriftenartikel mit Schwerpunkt Liturgie und Kirchenmusik. 

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